St. Hubert (Kempen)

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51.3843436.45049831Koordinaten: 51° 23′ 4″ N, 6° 27′ 2″ O

St. Hubert
Stadt Kempen
Ehemaliges Gemeindewappen von St. Hubert
Höhe: 31 m ü. NN
Fläche: 20,42 km²
Einwohner: 8235 (Dez. 2010)
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 47906
Vorwahl: 02152
Karte

St.Hubert in der Stadt Kempen und im Kreis Viersen

St. Hubert ist ein ca. 8900 Einwohner zählender Stadtteil der Stadt Kempen am linken Niederrhein im Kreis Viersen im Westen von Nordrhein-Westfalen. Die nächstgrößeren Städte in näherer Umgebung sind Krefeld und Duisburg.

Geographie[Bearbeiten]

Das Gebiet des Stadtteils im Kreis Viersen liegt an der Kendel – einem kleinen Bach – und grenzt im Südosten an das Gebiet Kempens, im Nordwesten an Aldekerk, im Nordosten an den Kempener Stadtteil Tönisberg sowie im Osten an Krefeld.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wurzeln der alten Ortschaft liegen wahrscheinlich bei der Errichtung einer hölzernen Kirche im Jahre 625. Mit den Jahren entwickelten sich danach die beiden Honschaften Orbroich und Broich, die bis Ende des 18. Jahrhunderts zum kurkölnischen Amt Kempen gehörten. 1790 wurde die Pfarrei St. Hubertus selbständig gegenüber Kempen. Während der französischen Herrschaft (1794-1814) wurden Orbroich und Broich zu einer Mairie vereinigt, die zum Kanton Kempen im Arrondissement Krefeld des Rur-Departements gehörte. Unter der preußischen Verwaltung gehörte die Bürgermeisterei St. Hubert zum 1816 errichteten Kreis Kempen im Regierungsbezirk Düsseldorf, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte. Nach einer Statistik aus dem Jahr 1836 war St. Hubert eine „ländliche Sammtgemeinde mit zwei Specialhaushaltsgemeinden“ und hatte 2.324 Einwohner. Die beiden Gemeinden Orbroich und Broich wurden noch als Honschaften bezeichnet, das Dorf St. Hubert mit 492 Einwohnern gehörte zur Honschaft Broich.[1]

Im 19. Jahrhundert standen in den Weberhäusern viele Webstühle – vorherrschend aber blieb die Landwirtschaft. 1871 fuhr die erste Eisenbahn, der sogenannte „Schluff“, durch St. Hubert.[2]

Broich und Orbroich wurden 1913 zur Gemeinde St. Hubert zusammengeschlossen.[3] Mit Wirkung vom 6. Juni 1924 wurde die bis dahin zur Gemeinde St. Hubert gehörende Honschaft Kamperlings der Stadtgemeinde Kempen einverleibt.[4]

Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurde St. Hubert 1936 wieder verwaltungstechnisch dem Amt Kempen untergeordnet. Dies wurde aber nach dem Krieg im Jahre 1946 revidiert. St. Hubert war nun bis zur Kommunalen Neugliederung, die am 1. Januar 1970 in Kraft trat, verwaltungstechnisch selbständig. An dem Tag wurden die Gemeinden Kempen (Niederrhein), Hüls, Tönisberg, Schmalbroich und St. Hubert zur Stadt Kempen zusammengefügt.[5] Der Ortsteil Hüls wurde hingegen am 1. Januar 1975 der Stadt Krefeld zugeordnet.

Mundart[Bearbeiten]

In St. Hubert wird „St. Huberter Platt“ oder „Hüppersch Plott“ gesprochen. Der Kempener Ortsteil liegt – wie Kempen selbst - im Niederfränkischen Mundartraum nördlich der sogenannten Benrather Linie ( mit der maache-maake-Unterscheidung) , die das südliche Mittelfränkische (auch Ripuarisch genannt) vom nördlichen Niederfränkischen abgrenzt. Auch liegt St. Hubert nördlich der Uerdinger Mundartlinie, die sich an Hüls vorbei über Kempen nach Venlo zieht. Diese Uerdinger Linie (auch ek-ech-Grenze genannt) grenzt das Südniederfränkische (das z.B. in Uerdingen und Krefeld gesprochen wird) vom Nordniederfränkischen ab, das z.B. in Hüls (siehe Hölsch Plott) und Kempen mit seinen Ortsteilen sowie nördlich davon am Niederrhein gesprochen wird.

Einer der Hauptunterschiede ist die Aussprache des Personalpronomenes „ich“, das im Südniederfränkischen als „ech“ oder „isch“ gesprochen wird, im Nordniederfränkischen aber als „ek“. Auch das Wörtchen „auch“ wird unterschiedlich ausgesprochen, nämlich als „ook“ im Norden und als „ooch“ weiter südlich. Das gilt auch für das Verb „haben“: in St. Hubert sagt man z.B. „we häbbe“. Weiter südlich heißt es „wir hant“.

Obwohl immer weniger Leute Mundart verstehen, so wird Platt zu Karneval, auf Mundartabenden und in Vereinen gepflegt (von Nachbargemeinden werden die St. Huberter Leute gerne "Zintuppische Kroane" genannt). Auch gibt es eine reichhaltige Mundart-Literatur (hervorzuheben die Schriften und Veröffentlichungen der St. Huberter Autoren Jupp Pasch und Hannes Martens - sowie das "Wörterbuch Hüppersch Plott").

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St.Hubert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johann Georg von Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungs-Bezirks Düsseldorf, J. H. C. Schreinger, 1836, S. 121 (Google Books)
  2. Heimatverein St. Hubert: Die Geschichte von St. Hubert.
  3. kempen.de: Zeittafel St. Hubert
  4. Heimatbuch des Landkreises Kempen.. Nachdruck der Auflage von 1929, Krefeld 2004, S. 38.
  5.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 114.