St. Margareta (Frohngau)

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Pfarrkirche St. Margareta Frohngau

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Margareta[1] in Nettersheim-Frohngau (Pfarre Frohngau-Buir) gehört zum Bistum Aachen; die Pfarre bildet heute mit mehreren anderen Pfarreien die Gemeinschaft der Gemeinden Hl. Hermann-Josef Steinfeld. Das Gotteshaus ist der heiligen Margareta von Antiochia geweiht, Nebenpatronin ist die heilige Barbara.[2] Die Kirche ist ein geschütztes Baudenkmal.[3]

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Existenz einer zur Pfarre Tondorf gehörenden Kapelle ist schon für das Jahr 1536 überliefert.[4] Eine Kapelle muss aber schon früher bestanden haben, wie die Kirchenglocken von 1431 und der aus spätgotischer Zeit stammende und heute noch bestehende Kirchturm beweisen.[4] Vielleicht gab es auch schon im Jahre 898 eine Kapelle in Frohngau: Darauf deutet in einer Urkunde König Zwentibolds von 898 die Erwähnung von Tondorf hin, zu dem mehrere „Kirchen“ gehörten.[5] Bis 1804 gehörte Frohngau zur Pfarre Tondorf und wurde dann zusammen mit Buir selbständige Pfarrei.[6]

Die Kirche von vor 1923 war eine Saalkirche mit Westturm, schlicht geputztem Schiff und Chor, an den östlich eine Sakristei angebaut war.[7] Anfang des 20. Jahrhunderts war die Kirche zu klein geworden.[8] Deshalb entschloss man sich für einen Neubau.

Aber erst in den Jahren 1923 und 1924 wurde die Pfarrkirche neu errichtet.[9] Dazu wurde die alte Kirche 1923 bis auf den Westturm abgebrochen.[10] Der erste Gottesdienst in der neuen Kirche fand Ostern 1924 statt.[10] Sie wurde am 6. Juli 1924 geweiht.[10] Die Pläne für die neue Kirche stammen von dem Bonner Architekten Theodor Schlebusch.[10] Sie ist eine Saalkirche mit vier Fensterachsen.[11] Im Osten schließt der Chor an.[11] Die Kirche hat 100 Sitz- und 50 Stehplätze.[11] Genau wie der Vorgängerbau ist auch die neue Kirche nicht streng nach Osten ausgerichtet.

Im Jahre 1944, im Zweiten Weltkrieg, erlitt die Kirche Beschädigungen.[11] Sie wurden bis 1947 behoben.[11]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tabernakelaltar (Spätrokoko) entstand wahrscheinlich im 18. Jahrhundert.[12] Die Kanzel aus dem Jahre 1650 stammt ursprünglich aus der 1808 abgerissenen Kirche St. Johann in Münstereifel.[13] Der Taufstein war ein Geschenk des Trier Erzbischofs Johann IV. Ludwig von Hagen.[14]

Die acht Fenster des Kirchenschiffs stammen aus dem Jahr 1973 und stellen die acht Seligkeiten dar.[15] Die Entwürfe für die Fenster schuf der Kunstmaler Walter Bettendorf.[16]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Schröder: Beschreibung der Pfarrkirche zur hl. Märtyrerin Margareta in Frohngau
  2. Norbert Crump: 200 Jahre Pfarre Frohngau-Buir. 1804–2004. Hrsg.: Katholische Kirchengemeinde Frohngau-Buir. Frohngau-Buir 2004, S. 31.
  3. Baudenkmal Nr. 150 in der Denkmalliste der Gemeinde Nettersheim
  4. a b Norbert Crump: 200 Jahre Pfarre Frohngau-Buir. 1804–2004. Hrsg.: Katholische Kirchengemeinde Frohngau-Buir. Frohngau-Buir 2004, S. 32.
  5. Heinrich Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der, jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien. Aus den Quellen herausgegeben von Heinrich Beyer. Erster Band: Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1169. Hölscher, Coblenz 1860, S. 211.
  6. Norbert Crump: 200 Jahre Pfarre Frohngau-Buir. 1804–2004. Hrsg.: Katholische Kirchengemeinde Frohngau-Buir. Frohngau-Buir 2004, S. 4.
  7. Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden (= Paul Clemen [Hrsg.]: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. 11. Band, II. Abteilung). Verlag von L. Schwann, Düsseldorf 1932, S. 138.
  8. Norbert Crump: 200 Jahre Pfarre Frohngau-Buir. 1804–2004. Hrsg.: Katholische Kirchengemeinde Frohngau-Buir. Frohngau-Buir 2004, S. 33.
  9. Norbert Crump: Frohngau 1802 bis 1975. Geschichte eines Eifeldorfes. Hrsg.: Förderverein der Pfarrkirche St. Margareta Frohngau. Frohngau 2014, S. 69.
  10. a b c d Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. Geschichte – Bauart – Ausstattung. Kall 2004, S. 51.
  11. a b c d e Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. Geschichte – Bauart – Ausstattung. Kall 2004, S. 52.
  12. Norbert Crump: 200 Jahre Pfarre Frohngau-Buir. 1804–2004. Hrsg.: Katholische Kirchengemeinde Frohngau-Buir. Frohngau-Buir 2004, S. 35.
  13. Norbert Crump: 200 Jahre Pfarre Frohngau-Buir. 1804–2004. Hrsg.: Katholische Kirchengemeinde Frohngau-Buir. Frohngau-Buir 2004, S. 36.
  14. Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. Geschichte – Bauart – Ausstattung. Kall 2004, S. 61.
  15. Norbert Crump: 200 Jahre Pfarre Frohngau-Buir. 1804–2004. Hrsg.: Katholische Kirchengemeinde Frohngau-Buir. Frohngau-Buir 2004, S. 43 ff.
  16. Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. Geschichte – Bauart – Ausstattung. Kall 2004, S. 58.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 50° 29′ 41″ N, 6° 42′ 33″ O