St. Martin (Nortorf)

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Die Kirche St. Martin in Nortorf

St. Martin ist eine neugotische evangelisch-lutherische Kirche in Nortorf im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Nortorfer Kirche ist vermutlich um 1150 gegründet worden, als Heinrich der Löwe nach Unterwerfung Dithmarschens durch Nortorf kam. Um 1300 entstand wahrscheinlich ein Nachfolgebau, der in seinem Grundriss den damaligen Landeskirchen glich. Bis 1440 unterstand das Kirchspiel Nortorf dem Dompropst von Hamburg, der dann die Patronatsrechte an das Kloster Itzehoe übertrug. Im Jahre 1527/28 brannte das Innere der Kirche völlig aus. 1660 wurde der Kirchturm vom Sturm umgeweht und erst 1678 wiederaufgebaut. In der Zeit von 1707 bis 1783 wurde der Turm dreimal vom Blitz getroffen. Im Jahre 1871 entschloss man sich, das alte Kirchengebäude abzureißen und ein neues zu errichten.[1]

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige, am 15. Oktober 1872 eingeweihte Kirche hat J. B. Heyn aus Hamburg als dreischiffige neugotische Backsteinhallenkirche mit einem teils aus Granitquadern bestehenden Westturm ausgeführt. Der Nortorfer Friedhof, auf dem 700 Jahre lang die Toten des 28 Dörfer umfassenden Kirchspiels bestattet wurden, lag damals unmittelbar an der Kirche.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der alten Kirche wurden der Altar von 1857 und die reichverzierte, 1589 von Melchior Lucas in Husum gegossene Taufe übernommen.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel wurde 1875 von der Orgelbaufirma Marcussen (Appenrade, Dänemark) mit 26 Registern auf zwei Manualen und Pedal erbaut. 1935 und 1964 wurde das Instrument durch die Orgelbaufirma Tolle renoviert und erweitert. 1980 wurde im Zuge einer weiteren Renovierung ein Koppelmanual hinzugefügt. Das Instrument hat heute 35 Register auf zwei Manualen und Pedal.[2]

I Hauptwerk C–
1. Pommer 16′
2. Prinzipal 8′
3. Holzflöte 8′
4. Rohrflöte 8′
5. Oktave 4′
6. Gedacktflöte 4′
7. Quinte 22/3
8. Flachflöte 2′
9. Cornett V 8′
10. Mixtur
11. Cymbel
12. Trompete 8′
II Schwellwerk C–
13. Gedackt 8′
14. Quintade 8′
15. Dulciana 8′
16. Italienischer Prinzipal 4′
17. Rohrflöte 4′
18. Principal 2′
19. Blockflöte 2′
20. Quinte 11/3
21. Sifflöte 1′
22. Sesquialtera II
23. Scharf
24. Bärpfeife
25. Cromorne 8′
Tremulant
Pedal C–
26. Subbass 16′
27. Principalbass 8′
28. Spitzflöte 8′
29. Blockflöte 4′
30. Choralbass 4′
31. Nachthorn 2′
32. Basszink
33. Mixtur
34. Posaune 16′
35. Trompete 8′

Pastoren und Kirchenmusiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Martin Nortorf. Abgerufen am 15. November 2010.
  2. Nähere Informationen zur Orgel (Memento vom 3. August 2012 im Webarchiv archive.is)

Koordinaten: 54° 10′ 10″ N, 9° 51′ 17″ O