St. Martinus (Wessum)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
St. Martinus (2014)

Die katholische Pfarrkirche St. Martinus ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude am Kirchplatz in Wessum, einem Ortsteil von Ahaus im Kreis Borken (Nordrhein-Westfalen). Die Gemeinde wurde am 25. Mai 2015 mit der Gemeinde St. Andreas (Wüllen) zur Gemeinde St. Andreas und Martinus fusioniert.

Geschichte und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war die Kirche eine St. Marien und Martin-Kirche. Eine Pfarrei wurde erstmals 1188 erwähnt. Das Gebäude wurde als Eigenkirche auf dem Haupthof der Grafen von Cappenberg errichtet. Die vierjochige Halle aus Bruchstein und einem Chorjoch mit einer 5/8-Apsis ist mit einem Dachreiter bekrönt. Dem Westturm wurde ein Treppengiebel aufgesetzt. Die drei westlichen Joche und der Turm wurden in der Mitte des 14. Jahrhunderts gebaut. Das Langhaus wurde 1899 nach Osten um ein Joch verlängert, der Chor wurde in seiner ursprünglichen Form wieder errichtet. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und von 1954 bis 1958 wieder instand gesetzt. Eine Sakristei wurde 1971 angefügt. Die Außenwände sind einheitlich durch zweibahnige Maßwerkfenster mit Vierpässen und Strebepfeiler gegliedert. In das südwestliche Joch sind das zweiteilige Portal und vierbahnige Fenster mit Fischblasenmaßwerk in eine gemeinsame Gewändenische eingelassen. Der Turm mit Eckstrebepfeilern ist am Zifferblatt mit 1520 bezeichnet, die Schallöffnungen stammen von 1870. In der Halle ruhen gebuste Kreuzrippengewölbe auf Rundpfeilern mit achteckigen Deckplatten. In den schmalen Seitenschiffen ruhen die Gewölbe auf Dreivierteldiensten.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der neugotische Hochaltar wurde 1915 eingebaut.
  • Die spätgotische Sakramentsnische wurde 1971 restauriert und ergänzt.
  • Der achteckige Taufstein ist durch an Fenster erinnernde Maßwerkfelder gegliedert.
  • Eine Hälfte der Doppelmadonna aus Holz vom Ende des 15. Jahrhunderts wurde rekonstruiert.
  • Drei mittelalterliche Glocken; die von 1360 zeigt eine Ritzzeichnung eines Christuskopfes, die von 1496 und 1499 wurden von Gerdt van Wou gegossen[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ursula Quednau (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, Band II: Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, S. 4.

Koordinaten: 52° 5′ 23,3″ N, 6° 58′ 14,2″ O