St. Petri (Seehausen)

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St. Petri (Seehausen)

Die evangelische Stadtkirche St. Petri Seehausen ist eine Stadtkirche im Stil der Backsteingotik in Seehausen (Altmark). Sie gehört zum Kirchenkreis Stendal der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Gesamtansicht von Südosten

Geschichte und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprünglich in Feldstein ausgeführte dreischiffige kreuzförmige Basilika des späten 12. Jahrhunderts wurde im frühen 13. Jahrhundert durch einen doppeltürmigen Westbau in Backsteinmauerwerk erweitert. Der Westbau zeigt in der Mittelachse ein prachtvolles rundbogiges Säulenportal, dessen Leibungen in Backstein und Haustein ausgeführt sind. Danach erfolgte im 2. Viertel des 15. Jahrhunderts bis gegen 1470 die Umwandlung zu einer dreischiffigen Hallenkirche. Der Triumphbogen des alten Langhauses blieb dabei als Zäsur erhalten.

Die Türme wurden etwa gleichzeitig mit dem Umbau zur Hallenkirche erhöht und im Jahr 1481 mit Spitzhelmen abgeschlossen. Die Spitzhelme wurden 1676 durch Blitzschlag zerstört und danach durch die geschweiften Hauben mit Laternen und vier niedrigen Ecktürmchen ersetzt. In den obersten Geschossen des Westbaus befindet sich eine Türmerwohnung.

An das dreischiffige Langhaus der Hallenkirche mit dreieinhalb Jochen schließt sich der nach 1470 erbaute niedrigere Chor an, dessen letztes Joch einschiffig mit einem fünfseitigen Polygon schließt. Die Seitenschiffe des Chors sind mit eigenen Dächern geschlossen. In das östliche Joch des südlichen Chorseitenschiffs wurde eine Sakristei mit darüber liegender Empore eingebaut. Die dem Westbau in voller Breite vorgelagerte dreischiffige Vorhalle von 1486, die später durch Trennwände in drei Räume unterteilt wurde, kennzeichnet den Abschluss der Bauarbeiten.

Die Außenwände der Hallenkirche sind nach dem Vorbild der Johanniskirche in Werben mit Maßwerkstreifen aus Formsteinen und einem Maßwerkfries unter dem Hauptgesims geschmückt. Dabei sind ähnlich wie im Stendaler Dom je zwei Fensterachsen in den Seitenschiffen zu einem Mittelschiffsjoch zusammengefasst. Dadurch entstehen fünfteilige Kreuzrippengewölbe in den Seitenschiffen. Kräftige Rundpfeiler tragen die Scheidbögen zwischen den Seitenschiffen und dem Mittelschiff im Langhaus.

Türme von St. Petri (Seehausen)

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptstück der Ausstattung ist ein Schnitzaltar vom Anfang des 16. Jahrhunderts mit stark plastischen Reliefs, der in der Mitte eine große Kreuzigung und seitlich sechs kleinere Passionsszenen zeigt. Die figurenreichen, dramatisch bewegten Darstellungen sind wohl niederländischer Herkunft. Sie wurden 1868 neu gefasst und in einem einheitlichen neugotischen Gehäuse untergebracht.

Die hölzerne Kanzel von 1710 ist mit Akanthusschnitzereien verziert. Der Korb von wird einer geschnitzten Figur Johannes' des Täufers getragen; die Treppenbrüstung ist mit Figuren der zwölf Apostel in rundbogigen Nischen bereichert. Der kronenartige Schalldeckel mit Christus als Weltenrichter ergänzt die Ausstattung. Weiter ist ein Sandstein-Epitaph des 1617 gestorbenen Bürgermeisters J. Gratz und seiner Frau, dargestellt in Zeittracht als Flachrelief, zu erwähnen.

Die Orgel wurde 1867 von Friedrich Hermann Lütkemüller aus Wittstock gebaut. Sie besitzt 44 Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal, sowie eine mechanische Spiel- und Registeranlage und ist die größte noch erhaltene Orgel dieses Orgelbauers.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter May: Stadtkirchen in Sachsen/Anhalt. 1. Auflage. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1979.
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Der Bezirk Magdeburg. Akademie-Verlag, Berlin 1975, S. 377.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Petri (Seehausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Webseite der Stadt Seehausen. Abgerufen am 27. August 2017.

Koordinaten: 52° 53′ 23″ N, 11° 45′ 14″ O