Staatsbauschule München

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Staatsbauschule München war ab 1918 die Bezeichnung für die bisherige Königliche Baugewerksschule eine praxisorientierte Studieneinrichtung für das Bauwesen in München. 1971 gehörte sie zu den sieben Gründungsanstalten der Fachhochschule München.

Der von 1954 bis 1957 für die Staatsbauschule errichtete und bis heute nach ihr bezeichnete Gebäudekomplex u. a. von Architekt Franz Ruf ist heute ein Baudenkmal.

Staatsbauschule München an der Kreuzung Karlstraße/Barer Straße
Innenhof der Hochschule München, Campus Karlstraße

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Staatsbauschule München kam im Dezember 1918 auf, als die bisherige Königliche Bauschule, die 1821 den Unterricht aufgenommen und seit 1823 unter der Bezeichnung Königliche Baugewerkschule existiert hatte, 1909 in die Staatliche Bauschule München überging und ihren Namen im Zuge der Revolution in Bayern in Staatsbauschule änderte.[1] Institutionell handelte es sich um dieselbe Anstalt. 1971 gehörte sie zu den sieben Gründungsanstalten der Fachhochschule München.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude für die Staatsbauschule an der Karlstraße/Barer Straße in der Münchner Maxvorstadt wurde in den Jahren 1954 bis 1957 nach Plänen der Architekten Franz Ruf (der Bruder von Sep Ruf), Adolf Peter Seifert und Rolf ter Haerst errichtet und wird bis heute nach ihr bezeichnet. 1968 bis 1970 erfolgte eine Erweiterung.

Das Haus der Bayerischen Geschichte würdigt die Architektur des heute denkmalgeschützten[2] Bauwerks als musterhaft für die Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg:

„Fein gegliederte Mauerflächen neben verputzten Fensterflächen und verschiedene Werkstoffe beleben den Rasterbau. Die Frontverkleidung des Verwaltungsbaus mit Natursteinplatten gibt ihm mit seinen weißen Fenstern eine noble Flächenwirkung, ohne die Körperlichkeit des großen Kubus zu stören.[3]

Im Juni 2012 wurde bekannt, dass der Freistaat Bayern die Verlegung der Lehreinrichtungen und den Verkauf des Grundstücks plant, was den Abriss des Bauwerks bedeuten könnte.[4]

Sitz von drei Fakultäten der Hochschule München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebäude sind heute die Fakultäten für Architektur, für Bauingenieurwesen und für Geoinformation der Hochschule angesiedelt, die 1.500 Studierende betreuen.

Absolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Absolventen der Staatsbauschule München sind:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Silke Langenberg (Hrsg.), Karl R. Kegler (Hrsg.), Regine Hess: Staatsbauschule München: Architektur, Konstruktion und Ausbildungstradition. Detail Verlag, Februar 2022, ISBN 978-3-95553-579-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Staatsbauschule München – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BayHstA, Mk 22648, Schreiben der Direktion an Staatsministerium für Unterricht und Kultus, 6. Dezember 1918; siehe auch: Selzer, Hermann: 100 Jahre Staatliche Bauschule München, München 1922, S. 50.
  2. Entwicklung des Bestandes zu einem resilienten Campus Karlstraße. Abgerufen am 2. Juni 2020.
  3. Haus der Bayerischen Geschichte - Staatlicher Wiederaufbau in Bayern. Abgerufen am 2. Juni 2020.
  4. Alfred Dürr: „Bedrohtes Denkmal“, in: Süddeutsche Zeitung vom 2./3. Juni 2012

Koordinaten: 48° 8′ 34,2″ N, 11° 34′ 6,2″ O