Staatstheater Cottbus

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Staatstheater Cottbus, 2017

Das Staatstheater Cottbus ist das einzige staatliche Theater in Brandenburg. Das Vierspartentheater bietet in Cottbus Vorstellungen der eigenen Ensembles für Schauspiel, Musiktheater (Oper, Operette, Musical), Orchester und Ballett. Im Jahr 2013 verzeichnete es insgesamt über 130.000 Besucher.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staatstheater Cottbus,
Großes Haus, um 1916
Staatstheater Cottbus auf einer Briefmarke der Deutschen Bundespost (1993)

Seinen Bau verdankt das Cottbuser Theater den Wünschen seiner Bürger. Eine florierende Textilindustrie hatte die ökonomische und politische Stellung des Cottbuser Bürgertums zur Jahrhundertwende gestärkt und weckte nun stärker kulturelle Bedürfnisse. Die errungene Position sollte selbstbewusst mit einem Theaterneubau repräsentiert werden. Die Stadtverordneten beschlossen am 1. November 1905 den Neubau eines Stadttheaters mit einem Kostenvoranschlag von 800.000 Mark und schrieben dazu einen Architekturwettbewerb aus. Den Zuschlag erhielt Bernhard Sehring, der bereits 1896 mit seinem Theaterbau „Theater des Westens“ in Berlin großes Aufsehen erregt und lebhafte Diskussionen ausgelöst hatte.

Der Theaterbau in Cottbus – ein Bauwerk des sezessionistischen Jugendstils – ist Sehrings reifste architektonische Leistung. Geschickt verwob er hier Architektur, Kunsthandwerk, Malerei und Plastik.

Nach nur 16 Monaten Bauzeit wurde das Theater am 1. Oktober 1908 mit Lessings Schauspiel Minna von Barnhelm eröffnet. Bei den Einwohnern war vor allem die Operette beliebt, Schauspiel hatte es schwer. Mangels eines eigenen Opernensembles etablierte der erste Intendant Max Berg-Ehlert[2] die „Monatsoper“, am Ende der Spielzeit wurde einen ganzen Monat nur Oper gespielt – ausschließlich mit Gästen aus größeren Häusern. Erst ab 1912 gab es auf Initiative des neuen Theaterdirektors Otto Maurenbrecher ein theatereigenes Orchester und ein festes Opernensemble.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cottbuser Bürger verhinderten 1945 die Sprengung des Gebäudes, das während des Krieges auch als Munitionslager gedient hatte. Eine aufwändige sechsjährige Rekonstruktion in den 1980er-Jahren beseitigte im Laufe der Zeit entstandene Schäden. Technische Neuerungen wurden architektonisch einfühlsam eingebaut. Im Oktober 1986 wurde das Haus feierlich wiedereröffnet.

Kammerbühne

1992 ging das Cottbuser Stadttheater in den Besitz des Landes über und wurde damit das einzige Staatstheater im Land Brandenburg. 1993 trat Christoph Schroth die Intendanz an, die er bis 2003 innehatte. Derzeit ist Martin Schüler Intendant. In mehreren Spielstätten (u. a. der Kammerbühne) wird ein vielseitiger Theater- und Konzertspielplan geboten. Mit den Inszenierungen des Musiktheaters und des Schauspiels hat sich das Staatstheater Cottbus auch überregional einen Namen gemacht.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Max-Grünebaum-Stiftung[3] ehrt jährlich „junge, herausragende Künstler“ und Mitarbeiter des Staatstheaters Cottbus:

  • 1997: Oliver Bäßler (Schauspiel), Gesine Forberger (Gesang), Theaterliga Gymnasium Cottbus (Sonderpreis)
  • 1998: Nils Brück (Schauspiel), Gundula Martin (Sonderpreis)
  • 1999: Sigrun Fischer (Schauspiel), John Pierce (Tenor)
  • 2000: Dirk Glodde (Schauspiel), Hardy Brachmann (Tenor), Gabriela Schulz (Sonderpreis)
  • 2001: Susann Thiede (Schauspiel), Julia Bauer (Gesang), Marlies Kross (Sonderpreis)
  • 2002: Kai Börner (Schauspiel), Jens Klaus Wilde (Tenor)
  • 2003: Thomas Harms (Schauspiel), Carola Fischer (Gesang)
  • 2004: Stephanie Schönfeld (Schauspiel), Tilmann Rönnebeck (Gesang), Frank Bernard (Sonderpreis)
  • 2005: Paul Grill (Schauspiel), Wolfram Korr (Sonderpreis)
  • 2006: Cornelia Zink (Gesang), Hauke Tesch (Sonderpreis)
  • 2007: Anna Sommerfeld (Gesang), Heiko Walter (Sonderpreis)
  • 2008: Gunnar Golkowski (Schauspiel), Weinina Weilijiang (Tanz), Birgit Mache (Sonderpreis)
  • 2009: Oliver Seidel (Schauspiel), Matthias Bleidorn (Gesang), Dr. AnnaLisa Canton (Sonderpreis)
  • 2010: Johanna Emil Fülle, Amadeus Gollner (Schauspiel), Hans Petith (Sonderpreis)
  • 2011: Christian Schreier (Tanz), Marlene Lichtenberg (Gesang), Marc Niemann (Sonderpreis)
  • 2012: Laura Maria Hänsel (Schauspiel), Orchester (Musik), Ulf Kupke (Sonderpreis)
  • 2013: Debra Stanley (Gesang), Denise Ruddock (Tanz), Elena Soltan (Sonderpreis)
  • 2014: Stefan Kulhawec (Tanz), Bo-Kyoung Kim (Sonderpreis)
  • 2015: Ariadne Pabst (Schauspiel), Johannes Kienast (Schauspiel), Andrea Braun (Sonderpreis)
  • 2016: Greta Dato (Tanz), Ingo Witzke (Gesang), Claudia Düsing (Sonderpreis)

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • So ein Theater! 100 Jahre Theater Cottbus. Dokumentation, Deutschland, 45 Min., Moderation: Uwe Kockisch, Produktion: rbb, Erstsendung: 1. Oktober 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Staatstheater Cottbus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadtverwaltung Cottbus: Flyer Cottbus: Daten und Fakten 2013. In: cottbus.de. 20. Juni 2014; abgerufen am 28. Februar 2017 (PDF; 305 kB).
  2. Klaus Wilke: Max Berg-Ehlert, der erste Theaterdirektor. In: Lausitzer Rundschau. 5. September 2008; abgerufen am 28. Februar 2017.
  3. Preisträger seit 1997 – Max Grünebaum-Stiftung. In: max-gruenebaum-stiftung.de. Abgerufen am 28. Februar 2017.

Koordinaten: 51° 45′ 26″ N, 14° 19′ 32″ O