Stadtkirche Olbernhau

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Stadtkirche Olbernhau von Südwesten (2010)

Die Stadtkirche Olbernhau am Marktplatz von Olbernhau gehört zum Kirchspiel Olbernhau in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Die Kirche wurde 1590 eingeweiht und steht unter Denkmalschutz.

Bau- und Nutzungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche von Olbernhau wurde von 1584 bis 1590 am Marktplatz von Olbernhau errichtet. Olbernhau erhielt erst 1902 das Stadtrecht, daher ist der Name Stadtkirche neueren Ursprungs.

Ende des 16. Jahrhunderts entstand auch der Kirchhof, der von 1596 bis 1862 als Friedhof diente. Aus dieser Nutzungsperiode stammen das Grufthaus der Familie Oemichen, Rittergutsbesitzer in Olbernhau.

Am 7. Mai 1639 zerstörte schwedische Kavallerie während des Dreißigjährigen Kriegs viele Gebäude in Olbernhau durch Brandschatzung. Auch die Kirche brannte bis auf die Grundmauern nieder.

1648 wurde die Kirche auf den alten Umfassungsmauern wieder aufgebaut.

Architektur und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Stadtkirche handelt es sich der Form nach um eine einfache Saalkirche aus verputztem Bruchstein, deren Nord- und Südabschluss polygonal gestaltet ist. Der Turm ist im unteren Bereich einen quadratförmigen Grundriss, ab Höhe des Kirchendachs ist der Grundriss des Turms oktagonal. Das Turmdach ist zwiebelförmig.

Im Inneren weist die Kirche ein Tonnengewölbe mit nahezu vollständig umlaufenden Emporen auf. Der Kirchenraum war ursprünglich farbig gestaltet, ist aber heute weiß. Eine Besonderheit ist die Patronatsloge mit reichem Zierat.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Kirchenausstattung gehören ein Altar von 1641 und ein Taufbecken von 1790.

Die heutige (3.) Orgel stammt von 1790 und wurde von Johann Christian Kayser erbaut.

Kirchhof und Kriegerdenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kirchhof umfasst den ehemaligen Friedhof, mehrere Denkmale und Grabstätten der Rittergutsbesitzer-Familie Oehmichen ab 1584. Das dazu gehörige Grufthaus von 1685 ist ein freistehender, aufwendig gestalteter Pavillon.

Auf dem Kirchhof wurde 1741 Carl Gottlob von Leubnitz beigesetzt.

1922 bildete die Stadt einen Ausschuss zur Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkriegs. Das Denkmal wurde auf dem Areal der Stadtkirche errichtet, und am 20. September 1925 eingeweiht. Der Entwurf der Mauer aus grob behauenem Stein und die Ausführung der Relief-Figuren in der Mitte stammt vom Chemnitzer Bildhauer Bruno Ziegler.[1] Auf Bronzetafeln links und rechts der Figuren sind die Namen von 372 Opfern des Ersten Weltkrieges aus Olbernhau verzeichnet. Daneben ist eine Widmungsplatte für die Opfer des 2. Weltkriegs angebracht, letztere ohne Nennung der einzelnen Namen.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Steche: Olbernhau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 5. Heft: Amtshauptmannschaft Marienberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 24.
  • Olbernhau. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 7. Band. Schumann, Zwickau 1820, S. 792–906.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stadtkirche Olbernhau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ehrenmal für die Opfer des 1. Weltkrieges 1914-1918 auf der Website der Stadt Olbernhau (Abgerufen im Februar 2018)
  2. Olbernhau, Erzgebirgskreis, Sachsen im Onlineprojekt Gefallenendenkmäler (Abgerufen im Februar 2018)

Koordinaten: 50° 39′ 40,6″ N, 13° 20′ 5,4″ O