Staffelkirche

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Stephansdom in Wien, Staffelhalle

Die Staffelkirche oder Staffelhalle ist eine Sonderform der Hallenkirche.

In der internationalen Liste der Hallenkirchen sind die Staffelhallen mit aufgeführt.

Vergleich mit anderen Bauformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Unterschied zur klassischen Hallenkirche ragt das Mittelschiff des Langhauses etwas höher empor als die Seitenschiffe.
  • Im Unterschied zur Pseudobasilika bildet es jedoch kein zusätzliches Geschoss. Erst recht hat es keine Fenster oberhalb der Seitenschiffe aufzuweisen (Obergaden) wie eine echte Basilika.
  • Hallenkirchen dürfen nicht mit Saalkirchen verwechselt werden, deren Langhaus einschiffig ist und nicht durch Arkaden in parallele Haupt- und Seitenschiffe unterteilt.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Querschnitt durch das Langhaus der Kathedrale von Poitiers

Im französischen Poitou erschienen Staffelhallen bereits im 11. Jahrhundert. Um 1150 entstand die romanische Kirche Notre-Dame la Grande in Poitiers. Auch der hochgotische Dom Saint-Pierre der Stadt ist eine Halle mit erhöhtem Mittelschiff. Im 15. Jahrhundert entstanden in vielen Gebieten Zentraleuropas Staffelhallen, häufig ist die Bauform beispielsweise bei Pfarrkirchen der Region Franken und in Dänemark.

In Westfalen bildete sich in der Spätromanik eine lokale Bauschule aus. Kreuzrippengewölbte Kirchen mit Stützenwechsel im „gebundenen System“ erscheinen im Innenraum als Stufenhallen. Als erster fassbarer Bau dieser Gruppe gilt die Stifts- und Pfarrkirche St. Ludgeri in Münster. Bis etwa 1220 entstanden zahlreiche Nachfolgebauten, die später allerdings meist verändert wurden. Besonders in Billerbeck und Legden haben sich jedoch noch charakteristische Beispiele erhalten.

Große Staffelhallen im eigentlichen Sinne sind etwa das Münster in Ingolstadt, der Wiener Stephansdom, die Kirche St. Peter und Paul in Görlitz oder der Dom zu Königsberg. Durch das Anfügen von Seitenkapellen entstand manchmal ein fünfschiffiges Raumbild (z. B. Pfarrkirche Eggenfelden).

Große Stufenhallen entstanden wohl auch, da die höheren Mittelschiffmauern es ermöglichten, die Kirchen leichter mit einem breiten, einheitlichen Dachwerk zu überspannen. Die Konstruktion eines riesigen Dachstuhles über einer „echten“ Hallenkirche ist wesentlich aufwendiger.

Sonderfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Sonderform gibt es in Spanien. Wegen der Flachdächer reicht auch ein relativ geringer Höhenunterschied für – kleine – Fenster des Mittelschiffs oberhalb der Seitenschiffe, obwohl es kein abgegrenztes Obergaden-Geschoss gibt. Das ermöglicht eine Basilika mit den Proportionen einer Staffelhalle. Beispiele sind die Kathedrale von Barcelona und die Kirche Santa Maria del Mar ebenda.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]