Legden

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Legden (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Legden
Legden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Legden hervorgehoben
Koordinaten: 52° 2′ N, 7° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Borken
Höhe: 76 m ü. NHN
Fläche: 56,28 km²
Einwohner: 7254 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 129 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48739
Vorwahl: 02566
Kfz-Kennzeichen: BOR, AH, BOH
Gemeindeschlüssel: 05 5 54 036
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Amtshausstraße 1
48739 Legden
Webpräsenz: www.legden.de
Bürgermeister: Friedhelm Kleweken (CDU)
Lage der Gemeinde Legden im Kreis Borken
Kreis Borken Nordrhein-Westfalen Kreis Kleve Kreis Wesel Kreis Coesfeld Kreis Coesfeld Niedersachsen Kreis Steinfurt Niederlande Raesfeld Heiden Rhede Bocholt Borken Reken Velen Stadtlohn Heek Ahaus Gescher Legden Schöppingen Gronau Vreden Südlohn IsselburgKarte
Über dieses Bild

Legden (Aussprache: lɛɕtən) (plattdeutsch Ledden) ist eine Gemeinde im westlichen Münsterland im Nordwesten des Bundeslands Nordrhein-Westfalen und gehört zum Kreis Borken im Regierungsbezirk Münster.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legden liegt zwischen den größeren Städten Enschede und Münster im westlichen Münsterland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legden besteht aus den Ortsteilen Legden und Asbeck, bis 1969 selbstständige Gemeinden des dann aufgelösten Amtes Legden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legden und Asbeck wurden im Jahr 1092 erstmals urkundlich erwähnt.[2]

Am 1. Juli 1969 wurde Asbeck in die Gemeinde Legden eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

  • CDU: 10 Sitze (-1)
  • SPD: 3 Sitze (+-0)
  • UWG: 7 Sitze (+1)[4]
Rathaus Legden

Wappen, Banner und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde Legden ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Münster vom 5. März 1970 das Recht zur Führung eines Wappens und einer Flagge verliehen worden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Gold (Gelb) zu Blau zu Silber (Weiß) geteilt. In der Mitte in Blau drei sechsstrahlige goldene (gelbe) Sterne, von denen der mittlere etwas erhöht ist; unten in Silber (Weiß) zwei rechtsschräggestellte Reihen roter Rauten.“

Die neue Gemeinde Legden übernahm das Wappen des alten Amtes Legden von 1957. Das Wappen basiert auf den Wappen der ehemaligen Gemeinden Asbeck (Rauten, Haus Asbeck) und Legden (Sterne, basieren auf dem Siegel Johanns von Legden von 1348), ergänzt durch den goldenen Balken des Hochstifts Münster, zu dem die Gemeinde früher gehörte.[5]

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Beschreibung des Banners: „Flagge mit dem Gemeindewappen und den Farben Blau und Silber (Weiß).“[6] Diese ungenaue Beschreibung der Hauptsatzung gibt keine Auskunft ob eine Hissflagge, Banner oder beides geführt wird. Ebenso geht keine Aufteilung der Bahnen und deren Verhältnis daraus hervor. Tatsächlich führt die Gemeinde ein Banner wie folgt: „Von Blau zu Weiß zu Blau im Verhältnis 1 : 3 : 1 längsgestreift, in der Mitte der oberen Hälfte der weißen Bahn der Wappenschild der Gemeinde.“

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung der Flagge: „Von Blau zu Weiß zu Blau im Verhältnis 1 : 3 : 1 quergestreift, in der Mitte der weißen Bahn der Wappenschild der Gemeinde.“

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als ehemalige Gebäude des Stiftes Asbeck sind heute noch die Hunnenporte, das ehemalige Dormitorium, das Haus van Wüllen, die Düstermühle, die Vogtei und die Stiftskirche St. Margareta erhalten.

Die Hunnenporte ist ein Fachwerkgebäude, das früher als Torhaus zum Stiftsgelände diente. Der Name leitet sich von den Hundezwingern des Stiftes ab, die früher dort untergebracht waren.[7] Heute dient das Gebäude als Veranstaltungsraum und beherbergt das Ofenmuseum. Sehenswerte Kirchen in Legden sind die im 13. Jahrhundert erbaute Pfarrkirche St. Brigida am Kirchplatz, die bis 1805 zum Stift gehörte. 1905 wurden der Wehrturm abgebrochen und durch ein neuromanisches Querschiff ersetzt. Eine Filialkirche der St. Brigida und ehemalige Stiftskirche ist die Kirche St. Margareta. An der Kirche kann man deutlich zwei verschiedene Stilrichtungen erkennen: Während das aus dem 12. Jahrhundert stammende Langschiff dem Baustil der Romanik folgt, zeigen Chor und Querhaus aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts den gotischen Stil. Sehenswert sind unter anderem der Egelborg-Altar im Seitenschiff, ein Relief von 1476, das die Gregoriusmesse zeigt und während der Restauration 1905 ausgegrabene Grabplatten der Freiherren von Oer. Erhalten werden konnte auch das mittlere Chorfenster aus dem 13. Jahrhundert, das den Stammbaum Jesus zeigt (Wurzel Jesse-Fenster).[8] Das ca. 800 Jahre alte Dormitorium des ehemaligen Klosters unter Trägerschaft des Heimatvereines Asbeck dient heute als Stiftsmuseum[9] und Trauzimmer.[10] Das heute „Haus van Wüllen“ genannte ehemalige Wohnhaus der Äbtissinnen wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Ein 1340 gebauter Raum gilt als der älteste Fachwerkraum Norddeutschlands. Es enthält außerdem einen Wappensaal und ein aus dem 14. Jahrhundert erhaltenes Sprechgitter. Das Haus, in dem es Vitrinen mit damaligen Ausstellungsstücken gibt, kann man besichtigen.[11][12]

Etwa einen Kilometer südwestlich des Stadtzentrums ist das 1389 erstmals erwähnte Wasserschloss Haus Egelborg gelegen. Das älteste, 1559 erbaute, Gebäude ist der Nordflügel. Seit 1670 befindet sich das Wasserschloss in Besitz der Freiherren von Oer[13] Ein Wanderweg durch den Egelborger Wald führt am Wasserschloss und dem dazugehörigen weitläufigen Landschaftspark vorbei.[14]

Im September 2015 wurde im Zentrum der Gemeinde der ca. 4000 m²[15] große Dahliengarten mit 160 Dahliensorten eröffnet. Der Bau des Gartens war ein Projekt im Rahmen der Teilnahme an der Regionale 2016 und wurde mit Mitteln des Leader-Förderprogrammes der Europäischen Union gefördert.[16]

Am Ortsausgang von Legden findet man die „Dicke Linde“ eine ehemalige Tanzlinde, die nach einem Blitzeinschlag 1979 zweigeteilt wurde und seitdem mit Drahtseilen und Stangen zusammengehalten wird.[7]

In Legden erinnern seit 2009 sechs Stolpersteine an die Verfolgung der Juden unter den Nazis. Auf der Hauptstraße gedenken sie Moritz, Rika und Karl Seligmann, sowie der einzigen Überlebenden Grete Eichenwald. Die Gedenksteine an der Kirchstraße erinnern an Jettchen Rosenbaum und Bertha Neuberg.[17]

Die erstmals im 12. Jahrhundert erwähnte Düstermühle im Ortsteil Wehr liegt direkt an der Dinkel. Sie gehörte zum Stift Asbeck und diente unter anderem auch als Gerichtsstätte und ist traditionsgemäß Veranstaltungsort für den Düstermühlenmarkt, der auch heute noch jährlich am letzten Montag im August stattfindet.[18]

Am Rande der Gemeinde findet man das Partydorf Dorf Münsterland - die Freizeitanlage ist ein Freizeit- und Partydorf.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legden ist wegen seines Dahlien-Kinder-Blumenkorsos (DahlKiBluko) bekannt. Dieser findet alle drei Jahre am 3. Sonntag im September statt, zuletzt am 21. September 2014. Einige Vereine und Nachbarschaften der Gemeinde bereiten Motivwagen vor. Dieses Fest ist vor allem für die Kinder durch den damaligen Vikar Entrup ins Leben gerufen worden. Die Dahlie ist somit das Wahrzeichen der Gemeinde.[19]

Fliegenmarkt ist der Name einer Straße in Legden, der sich wahrscheinlich aus dem früher dort stattfindenden Pferdemarkt ableitet. An jedem ersten Dienstag im August veranstaltet die Nachbarschaft Fliegenmarkt ein geselliges Fest.

Der Schnadegang findet jährlich am 1. Mai in Asbeck statt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legden hat eine Freiwillige Feuerwehr mit Löschzügen in Legden und Asbeck.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es drei katholische Kindergärten (St. Brigida-, St. Margareta- und St. Martin-Kindergarten), sowie die Kindertagesstätte Pusteblume unter Trägerschaft einer Elterninitiative.

Linker Alternativtext Rechter Alternativtext
Brigidenschule
Verbundschule Legden-Rosendahl

In Legden gibt es außerdem eine Verbundsgrundschule mit zwei Standorten: die Brigidenschule arbeitet an ihrem Hauptstandort Legden dreizügig und hat ungefähr 250 Schüler. Am Nebenstandort Asbeck, der ehemaligen Margaretenschule, werden ca. 60 Schüler in drei Klassen jahrgangsgemischt betreut. Die Schule läuft unter städtischer Trägerschaft.[20]

Bei der Sekundarschule Legden-Rosendahl (SLR) handelt es sich um eine Gesamtschule für die Klassen 5 – 10. Für die gymnasiale Oberstufe gibt es Kooperationen mit Einrichtungen in Coesfeld und Ahaus. In Legden werden die Klassen 5 und 6 mit ungefähr 160 Schülern beschult, die Klassen 7 bis 10 in Rosendahl-Osterwick. Diesen Standort besuchen ungefähr 350 Schüler.[21]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Legden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Detlef Fischer: Chronik des Münsterlandes. Aschendorff, Münster 2003, ISBN 3-402-05343-8, S. 28.
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 94.
  4. kreis-borken.de (PDF)
  5. Wappen der Gemeinden des Kreises Borken. Abgerufen am 16. Februar 2013.
  6. Hauptsatzung der Gemeinde Legden, § 2. Abgerufen am 16. Februar 2013 (PDF; 55 kB).
  7. a b Münsterland zu Fuß. (PDF, 872 kB) Wanderbroschüre zum Wanderweg „X5“, muensterland.de, abgerufen am 21. November 2015
  8. Wurzel Jesse Fenster, Webseite der Kirchengemeinde Legden, abgerufen am 24. November 2015
  9. Museen und Ausstellungen. Webseite des Heimatvereines Asbeck, abgerufen am 23. November 2015.
  10. Gemeinde Legden, abgerufen am 23. November 2015
  11. Programm (PDF) zum Tag des offenen Denkmals 2015 in Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 24. November 2015
  12. Haus van Wüllen, museum-wegweiser.de, abgerufen am 24. November 2015
  13. Heimatfreunde auf den Spuren der Dinkel, Westfälische Nachrichten vom 2. August 2010, abgerufen am 24. November 2015.
  14. Haus Egelborg, Legden auf der Webseite LWL-GeodatenKultur vom 27. August 2008, abgerufen am 21. November 2015
  15. Projekt Dahliengarten Webseite Zukunftsdorf Legden, abgerufen am 23. November 2015
  16. Stefan Grothues. Dahliengarten eröffnet. Webseite Münsterlandzeitung vom 20. September 2015, abgerufen am 23. November 2015
  17. Sylvia Lüttich-Gür, Gedenktafeln wegen Straßenbauarbeiten entfernt. In: münsterlandzeitung.de vom 8. November 2010, abgerufen am 24. November 2015
  18. Legden: Düstermühle, muensterland.de, abgerufen am 24. November 2015.
  19. Historie blumenkorso-legden.de, abgerufen am 24. November 2015
  20. Profil, Webseite der Brigidenschule, abgerufen am 24. November 2015
  21. Profil der Sekundarschule Legden-Rosendahl, abgerufen am 24. November 2015