Staufen (Syrgenstein)
Staufen Gemeinde Syrgenstein
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| Koordinaten: | 48° 40′ N, 10° 17′ O |
| Höhe: | ca. 498–533 m ü. NHN |
| Einwohner: | 694 (1987)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1980 |
| Postleitzahl: | 89428 |
| Vorwahl: | 09077 |
Kirche St. Martin
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Staufen ist ein Ortsteil der Gemeinde Syrgenstein im Landkreis Dillingen an der Donau in Bayern.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Kirchdorf breitet sich eineinhalb Kilometer westwärts vom Altenberg in einem geöffneten Talkessel aus. Im Ort entspringt der Zwergbach.
Die Gemarkung Staufen (096835) umfasst 9,511 km² und hat 910 Einwohner.[2]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ältesten Funde auf der Gemarkung stammen aus der Mittelsteinzeit. Ebenso wurden drei Reihengräber aus dem 7. Jahrhundert gefunden.
Staufen war schon früh ein Adelssitz, was ein Adelsgrab aus dem 8. Jahrhundert in der Martinskirche bezeugt. Die Herrschaft Staufen, die den Herren von Staufen (sie sind nicht mit dem Hochadelsgeschlecht der Staufer verwandt) gehörte, wird erstmals 1130 urkundlich erwähnt. Ein Aribo de Stǒfen Staufen wird dabei in den Traditionen und dem ältesten Urbar des Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburgerwähnt.[3]
Staufen bildete eine geschlossene Hofmark der Herren von Westerstetten und später der Grafen von Türheim. Bei der Teilung des Herzogtums Bayern 1505 kam der Ort zum damals gegründeten Fürstentum Pfalz-Neuburg. 1536 erwarb Melchior Visel, der Hofmarksherr von Staufen und Bürgermeister von Lauingen, von dem Neuburger Herzog Ottheinrich und seinem Bruder Philipp die Reste der nahe gelegenen Burg Bloßenstaufen und erbaute 1538 mit den Steinen das Schloss Staufen im Ort selbst. Unter Ottheinrich wurde 1552 die Reformation eingeführt und Staufen blieb bis 1616 protestantisch. Nach der Rekatholisierung wurde die Pfarrei bis 1655 durch den Pfarrer von Zöschingen mitbetreut.
1777 kam Staufen zu Kurpfalz-Bayern. Mit dem bayerischen Gemeindeedikt von 1818 entstand die Gemeinde Staufen.
Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Staufen mit ihrem Ortsteilen Alter Thurm und Viehmühle zu Syrgenstein eingegliedert. Vom 29. November 1978 bis zum 1. Januar 1980 war sie nochmals für kurze Zeit selbständig, um durch das Gesetz zum Abschluss der kommunalen Gebietsreform vom 1. Januar 1980 endgültig nach Syrgenstein eingemeindet zu werden.[4]
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Staufen ist Sitz der alten katholischen Pfarrei St. Martin, zu der bis 1966 auch Ballhausen gehörte.
Baudenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Liste der Baudenkmäler in Syrgenstein werden folgende Baudenkmäler erwähnt:[5]
- Katholische Pfarrkirche St. Martin
- Schloss Staufen
- Burgruine Bloßenstaufen
Bodendenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Siehe: Liste der Bodendenkmäler in Syrgenstein
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Kunstdenkmäler des Landkreises Dillingen an der Donau, bearbeitet von Werner Meyer, in der Reihe Die Kunstdenkmäler von Bayern. Die Kunstdenkmäler von Schwaben. Band VII. Landkreis Dillingen an der Donau. München 1972, ISBN 3-486-43541-8, S. 868–873.
- Georg Wörishofer, Alfred Sigg, Reinhard H. Seitz: Städte, Märkte und Gemeinden. In Der Landkreis Dillingen a. d. Donau in Geschichte und Gegenwart. Herausgegeben vom Landkreis Dillingen an der Donau, 3. neu bearbeitete Auflage, Dillingen an der Donau 2005, S. 390–393.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Staufen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Staufen In: bavarikon.de
- ↑ Gemarkung Staufen (Syrgenstein) / Bayern. In: Geoindex.io. Abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Staufen. In: Ortsnamen - Geschichte Bayerns. Abgerufen am 29. November 2025.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 770 und 771 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Denkmalliste für Syrgenstein (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
