Steyrling (Fluss)

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Steyrling
Die Steyrling oberhalb von Steyrling

Die Steyrling oberhalb von Steyrling

Daten
Lage Oberösterreich
Flusssystem Donau
Abfluss über Steyr → Enns → Donau → Schwarzes Meer
Quelle im Sandgraben im Toten Gebirge
47° 44′ 56″ N, 14° 3′ 8″ O
Quellhöhe ca. 920 m ü. A.[1]
Mündung bei Preisegg (Gemeinde Klaus an der Pyhrnbahn) in die SteyrKoordinaten: 47° 48′ 14″ N, 14° 9′ 57″ O
47° 48′ 14″ N, 14° 9′ 57″ O
Mündungshöhe ca. 490 m ü. A.[1]
Höhenunterschied ca. 430 m
Sohlgefälle ca. 31 ‰
Länge ca. 14 km[1]
Einzugsgebiet 76,04 km²[2]
Abfluss am Pegel Steyrling[3]
AEo: 72,4 km²
Lage: 2,35 km oberhalb der Mündung
NNQ (12.07.2003)
MNQ 1956–2010
MQ 1956–2010
Mq 1956–2010
MHQ 1956–2010
HHQ (12.08.2002)
0 l/s
110 l/s
1,92 m³/s
26,5 l/(s km²)
38 m³/s
97,6 m³/s
Gemeinden Klaus an der Pyhrnbahn
Brücke der Pyhrnbahn über die Steyrling

Brücke der Pyhrnbahn über die Steyrling

Die Steyrling ist ein rund 14 km langer linker Nebenfluss der Steyr in Oberösterreich.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steyrling entspringt im Sandgraben im Toten Gebirge auf rund 920 m ü. A. Sie fließt zunächst Richtung Norden durch ein nur wenig besiedeltes Tal. Bei der Einmündung des Höbaches wendet sich nach Osten und fließt anschließend durch das Dorf Steyrling. Unterhalb des Ortes verläuft sie in einer tiefen Schlucht und mündet bei Preisegg in die zum Klauser See aufgestaute Steyr. Der Stausee ragt dabei deutlich erkennbar in das Steyrlingtal hinein. Kurz vor der Mündung wird sie von der Pyhrnpassstraße und der Pyhrnbahn überquert. Die Steyrling verläuft zur Gänze im Gemeindegebiet von Klaus an der Pyhrnbahn.

Die bedeutendsten Zubringer sind (flussabwärts) Meisenbach, Hungeraubach und Fischbach von rechts, sowie Zösenbach, Höbach und Traglbach von links.

Einzugsgebiet und Wasserführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einzugsgebiet der Steyrling beträgt 76 km². Der höchste Punkt im Einzugsgebiet ist die Teufelsmauer mit 2185 m ü. A.

Der mittlere Abfluss am Pegel Steyrling beträgt 1,92 m³/s, was einer Abflussspende von 26,5 l/s·km² entspricht. Der abflussreichste Monat ist der April mit einem mittleren Abfluss von 3,23 m³/s, rund dem dreifachen der abflussärmsten Monate Oktober (1,03 m³/s) und Jänner (1,08 m³/s).[3] Durch die Lage im Karst ist der Abfluss durch Versickerungen beeinflusst, streckenweise kann die Steyrling ganz trocken fallen.[4]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlauf der Steyrling ist auf weiten Strecken relativ naturbelassen, nur im Ortsgebiet von Steyrling ist sie mit beidseitigen Ufermauern durchgehend reguliert. An vielen Stellen finden sich noch breite Schotterflächen, in denen der Fluss seinen Lauf in einem weitgehend natürlichen Rhythmus verändern und dadurch die Schotterflächen umlagern kann. Solche Umlagerungsstrecken sind im Alpenraum aufgrund von Verbauungen selten geworden. Auf diesen Schotterbänken findet sich eine typische Vegetation, die von angeschwemmten Pionierpflanzen wie Pestwurz und Lavendelweide über Grauerlen bis zu Fichten-Auwäldern reicht.[5][6]

Die steilen Uferhänge im Unterlauf sind mit naturnahem Laubwald bestanden. Hier wächst die Anemonen-Schmuckblume, die nur an wenigen Stellen in den nordöstlichen Kalkalpen vorkommt. Auf den Schotterflächen im Mündungsbereich findet sich eine kleinflächige Schottervegetation mit Pestwurz.[5][7]

Die Steyrling weist im gesamten Verlauf Gewässergüteklasse I-II auf (Stand 2007).[8]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie viele Bäche in der waldreichen Gegend wurde auch die Steyrling für die Holztrift genutzt. Das Holz aus den Wäldern im Einzugsbereich der Steyrling wurde jahrhundertelang für die Holzkohlegewinnung verwendet. Es wurde zur Steyr getriftet und dort, zu Flößen gebündelt, weiter flussabwärts transportiert. Um ausreichend Wasser für die Trift zu haben, wurden Wehre errichtet, die einen Schwellbetrieb ermöglichten. Viele der Triftbauten sind heute verfallen, manche wurden im Sinne der Wildbachverbauung umfunktioniert. Die Sperre in der Hungerau am Beginn der Triftstrecke wurde zu einem kleinen Kraftwerk umgebaut und dient außerdem als Geschiebesperre für rund 300.000 m³ Geschiebe.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System (DORIS)
  2. Bundesministerium für Land - und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Flächenverzeichnis der österreichischen Flussgebiete: Ennsgebiet. Beiträge zur Hydrographie Österreichs, Heft Nr. 61, Wien 2011, S. 56 (PDF; 3,9 MB)
  3. a b Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2010. 118. Band. Wien 2012, S. OG 204, PDF (12,6 MB) auf bmnt.gv.at (Jahrbuch 2010)
  4. Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Auszüge aus dem oberösterreichischen Wassergüteatlas/ Nr. 6 - Güteuntersuchungen an größeren oberösterreichischen Fließgewässern (1974 - 1977). Linz 1978, S. 310–320 (PDF; 42,4 MB)
  5. a b Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Natur und Landschaft/Leitbilder für Oberösterreich. Band 34: Raumeinheit Steyr-Teichltal. Überarb. Fassung, Krems und Linz 2007 (PDF; 1,1 MB)
  6. a b Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Naturraumkartierung Oberösterreich - Biotopkartierung Gemeinde Klaus a. d. Pyhrnbahn, Katastralgemeinde Steyrling. Endbericht, Kirchdorf an der Krems 2004 (PDF; 3,2 MB)
  7. Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Naturraumkartierung Oberösterreich - Biotopkartierung KG Klaus, Gemeinde Klaus an der Pyhrnbahn. Endbericht, Kirchdorf an der Krems 2012 (PDF; 6,7 MB)
  8. Amt der Oö. Landesregierung: Gewässergütekarten