Strontiumnitrat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Strontiumion   2.svgNitration
Allgemeines
Name Strontiumnitrat
Andere Namen

Salpetersaures Strontium

Summenformel Sr(NO3)2
CAS-Nummer 10042-76-9
PubChem 24848
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle, die sich in der Hitze zersetzen[1]

Eigenschaften
Molare Masse 211,63 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,99 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

570 °C[2]

Siedepunkt

Zersetzung[2]

Löslichkeit

gut in Wasser (660 g·l−1 bei 20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
03 – Brandfördernd 05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 271​‐​318
P: 210​‐​220​‐​280​‐​305+351+338​‐​306+360​‐​371+380+375 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Brandfördernd Reizend
Brand-
fördernd
Reizend
(O) (Xi)
R- und S-Sätze R: 8​‐​36/38
S: 17​‐​26
Toxikologische Daten
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−978,2 kJ/mol[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Strontiumnitrat, Sr(NO3)2, ist das Strontiumsalz der Salpetersäure. Es wird als Oxidationsmittel in der Pyrotechnik verwendet und gibt dort die strontiumtypische tiefrote Flammenfarbe.

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strontiumnitrat wird hergestellt, indem Strontiumcarbonat in Salpetersäure aufgelöst wird.[6]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das wasserfreie Strontiumnitrat kristallisiert oberhalb von 31,3 °C, das Tetrahydrat unterhalb dieser Temperatur aus wässriger Lösung aus.[7] Wasserfreies Strontiumnitrat kristallisiert dabei im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe Pa3 (Raumgruppen-Nr. 205)Vorlage:Raumgruppe/205 mit dem Gitterparameter a = 778,13 pm. In der Elementarzelle befinden sich vier Formeleinheiten.[8] Die Kristalle sind isotyp zu Bariumnitrat. Das Tetrahydrat bildet monokline Kristalle mit der Raumgruppe C2/c (Nr. 15)Vorlage:Raumgruppe/15, den Gitterparametern a = 1112 pm, b = 1417 pm, c = 634 pm, β = 123,75° und vier Formeleinheiten in der Elementarzelle.[9]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strontiumnitrat wird u. a. in der Pyrotechnik verwendet. Zusammen mit Magnesiumpulver wird bei hoher Temperatur, begünstigt durch z. B. 5-Amino-1H-tetrazol oder Hexamethylentetramin, kurzzeitig Strontium(I)-hydroxid (SrOH) erzeugt. Dieser ist ein starker Emitter im roten Spektralbereich und fungiert als alleiniger Farbgeber in lichtstarken und tiefgesättigten roten pyrotechnischen Leuchtsätzen.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag zu Strontiumnitrat. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 5. Dezember 2013.
  2. a b c d e f g h Eintrag zu Strontiumnitrat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  3. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  4. Datenblatt Strontiumnitrat bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 21. Oktober 2016 (PDF).
  5. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-16.
  6. J.P. MacMillan, J.W. Park, R. Gerstenberg, H. Wagner, K. Köhler, P. Wallbrecht: Strontium and Strontium Compounds in Ullmanns Encyclopedia of Industrial Chemistry, 2012 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, doi:10.1002/14356007.a25_321.
  7. Gmelins Handbuch der Anorganischen Chemie: Strontium, System Nummer 29, Achte Auflage, Verlag Chemie GmbH, Berlin 1931, Seite 96.
  8. H. Nowotny, G. Heger: Structure refinement of strontium nitrate, Sr(NO3)2, and barium nitrate, Ba(NO3)2 in Acta Cryst. 1983, C39, S. 952-956 doi:10.1107/S0108270183006976
  9. B. Ribár, B. Matković und M. šljukić: Die Kristallstruktur von Strontiumnitrat-Tetrahydrat, Sr(NO3)2 · 4 H2O in Zeitschrift für Kristallographie 1972, 135, S. 137-144. doi:10.1524/zkri.1972.135.1-2.137
  10. Jesse J. Sabatini, Ernst-Christian Koch, Jay C. Poret, Jared D. Moretti, Seth M. Harbol: Rote pyrotechnische Leuchtsätze – ohne Chlor! In: Angewandte Chemie. 127, 2015, S. 11118–11120, doi:10.1002/ange.201505829.