Studienkolleg zu Berlin

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Studienkolleg zu Berlin
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Zweck: Förderung des europäischen Führungsnachwuchses für seine künftigen Aufgaben in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Kultur und Verwaltung sowie ein Netzwerk für Europa
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Geschäftsführung: Valeska Bopp-Filimonov
Bestehen: seit 2002
Sitz: Berlin
Website: www.studienkolleg-zu-berlin.de

kein Stifter angegebenkein Vorsitz angegeben

Das Studienkolleg zu Berlin (SKB) ist ein gemeinsames Stipendienprogramm der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Kooperation mit dem Wissenschaftskolleg zu Berlin und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Das Kolleg wurde im Jahr 2002 gegründet und hat mittlerweile elf Jahrgänge hervorgebracht.

Das Programm möchte dem europäischen Führungsnachwuchs für seine künftigen Aufgaben in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Kultur und Verwaltung wichtige Kenntnisse über Ziele und Werte Europas vermitteln. Es bietet den Teilnehmern die Chance, Europas Vielfalt zu erleben, und einen einzigartigen Raum, den eigenen Fragen an Europa nachzugehen – jenseits aller Fächer- und Ländergrenzen und Zwänge des universitären Betriebs.

Mit dieser Zielsetzung lädt das Studienkolleg jedes Jahr 30 begabte Studierende aller Fachrichtungen aus ganz Europa für elf Monate nach Berlin ein. Dort führen sie ihr Fachstudium fort und nehmen parallel dazu am Kollegprogramm teil. Ausgehend von dem Kollegjahr fördert das Studienkolleg seit über zehn Jahren ein Netzwerk für Europa.

Programmablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kollegprogramm beginnt im September mit einer Einführungswoche. Es endet im Juli des Folgejahres mit der feierlichen Urkundenübergabe. Während des Winter- und Sommersemesters kommen die Kollegiaten einmal wöchentlich zu Vortrags- bzw. Diskussionsabenden zusammen, die sie selbst moderieren und mit gestalten können. In den Kollegräumen am Berliner Gendarmenmarkt sind wöchentlich wechselnde Referenten aus dem deutschen und internationalen Raum zu Gast. Zudem finden mehrere Seminare und Trainings statt, u.a. zu den Themen Projektmanagement, Rhetorik und Präsentation sowie Verhandlungstechnik. Für die ausländischen Kollegiaten wird zusätzlich ein Deutschkurs angeboten.

Das Herzstück des Kollegs ist die eigenverantwortliche Projektarbeit in international und interdisziplinär zusammengesetzten Teams zu aktuellen europäischen Fragen. Die Projektteams bilden sich während der Einführungswoche. Die Wahl der Themen liegt dabei in den Händen der Teilnehmer. Die Teams arbeiten während des ganzen Kollegjahres in Eigenregie zusammen; in den Wintersemesterferien brechen sie zu Forschungsreisen ins europäische Ausland auf. Die Projektergebnisse werden im Sommersemester der Öffentlichkeit präsentiert. Das Studienkolleg zu Berlin publiziert die Ergebnisse aller Projektarbeiten in dem jährlich herausgegebenen Sammelband „Projekt Europa“[1]. Ziel ist es, dass die Kollegiaten gesellschaftlich wirksame Impulse setzen und die Idee des Kollegs weitertragen.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Studienkolleg zu Berlin besteht seit 2002. Die Programmleitung liegt ab dem Jahrgang 2013/14 in den Händen von Valeska Bopp-Filimonov. Gründungsrektor des Studienkollegs zu Berlin war Jürgen Trabant, dem der Biologe und Mediziner Ulf B. Göbel folgte. Zuletzt war Dagmar Schipanski Rektorin des Studienkollegs.

Das Studienkolleg zu Berlin wird von der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung finanziert. Es erhält zudem Zuwendungen aus den Mitteln des Vereins „Freunde und Förderer der Studienstiftung des deutschen Volkes e.V.“[2].

Die Zusammenarbeit mit den Partnern des Studienkollegs, dem Wissenschaftskolleg zu Berlin und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, ist einer der Garanten für die wissenschaftliche Exzellenz des Studienkollegs zu Berlin. Viele der vortragenden Dozenten kommen aus diesen beiden Institutionen.

Das Studienkolleg zu Berlin wird von einem hochkarätig besetzten Beirat beraten. Führende Persönlichkeiten aus den Bereichen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft begleiten das Programm, geben Anregungen und Empfehlungen.[3]

Alumni[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus den zehn Jahren Studienkolleg zu Berlin sind 374 Alumni aus 26 Ländern (Stand 07/2013) hervorgegangen, die sich im Verein „Netzwerk Europa e.V.“[4] organisieren können. Der Verein fördert ein europaweites Netzwerk engagierter junger Europäer. Er gestaltet die inhaltliche Ausrichtung des Jahrestreffens in Berlin-Schmöckwitz mit. Darüber hinaus bietet er den ehemaligen Kollegiaten Raum zur Diskussion und Vernetzung über Grenzen hinweg. Aus dieser Arbeit entstehen Studienreisen, Konferenzen und Beteiligungen der Alumni als Vortragende auf Konferenzen und Seminaren.

Eine Fülle von Netzwerkmöglichkeiten ergeben sich zudem für die Kollegiaten nach Abschluss des Kollegjahres in den Alumnivereinen der beiden Trägerstiftungen: im AlumniNet[5], dem Verein ehemaliger Stipendiaten der Studienstiftung des deutschen Volkes, als auch bei fellows & friends[6], der stiftungsübergreifenden Initiative für die Ehemaligen der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und ihrer Projekte. Damit öffnet sich die Tür zu über 50.000 internationalen und interdisziplinären Kontakten.

Projektarbeiten des Studienkollegs zu Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige der im Studienkolleg entwickelten Projekte wurden auch nach Ende des Kollegjahres weitergeführt und haben ihre Ergebnisse an anderer Stelle publiziert und präsentiert. Besonders hervorzuheben sind folgende Projekte:

  • Das Online-Lifestyle-Magazin Europe and Me[7] aus dem Jahrgang 2007/08 war 2011 Gewinner des Jugendkarlspreises.
  • Physis Stadt Tirana[8] aus dem Jahrgang 2008/09: Das Projekt realisierte eine alternative Kartographie der Stadt Tirana, die online zu finden ist und hat auch mediale Beachtung gefunden.
  • Das Projekt „Einblicke“[9] aus dem Kollegjahr 2010/2011 organisierte parallel stattfindende Stadtrallys in Berlin und Łódź.
  • Aus dem Jahrgang 2009/10 gibt ein Video der Gruppe „Hafenkultur im Wandel. Vom Fischkutter zum Containerschiff – Folgen und Chancen?“[10]

Veröffentlichungen der Kollegiaten und Alumni im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henry Alt-Haaker: Wer Visionen hat, soll nach Brüssel gehen (Online; PDF; 57 kB)
  • Lucy Duggan: Europa und ich (Online; PDF; 37 kB)
  • Inna Iegorova: Gedanken über die Ukraine (Online; PDF; 29 kB)
  • Jonas Marx: Europa und die Frage der Identität (Online; PDF; 43 kB)
  • Ilyas Saliba: Ein Europa der Märkte ist nicht genug (Online; PDF; 34 kB)
  • Susanne Schwarz: Kind oder Karriere (Online; PDF; 43 kB)
  • Gesa Wicke: Die Mafia: Europas heimliche Herrscherin? (Online; PDF; 41 kB)

Die Presse über das Studienkolleg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesweit berichteten in der Vergangenheit mehrere Tages- und Wochenzeitungen über die Arbeit des Studienkollegs. Vor allem provokante Projekttitel ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. So fand die Projektarbeit „Nebenjob: Prostitution“ im Jahr 2010/11 ein besonders großes Medienecho[11][12][13]:

Das Projekt „Europe&Me“ wurde ausführlich im Focus Campus dokumentiert[14]. Auch Institutionen befassen sich mit dem Studienkolleg. So stellte die Universität Zürich fünf Studierende vor, die am Studienkolleg teilgenommen haben.[15] Die Heinrich-Böll-Stiftung interessierte sich für die Projektarbeit der Gruppe „Belarus – (T)Raum Europa? Auf der Suche nach europäischen Perspektiven“ des Kollegjahrs 2009/10 und interviewte die Projektteilnehmer.[16]

Andere Projekte publizierten ihre Ergebnisse in renommierten Fachzeitschriften oder wurden in Magazinbeiträgen vorgestellt. So veröffentlichten Kollegiaten in der Zeitschrift IP[17], dem Magazin nah & fern[18], oder wurden in der ZEIT porträtiert[19].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise

  1. http://www.studienkolleg-zu-berlin.de/?q=publikationen
  2. Website des Vereins
  3. http://www.studienkolleg-zu-berlin.de/?q=partner_und_beirat
  4. Website des Vereins
  5. Website von AlumniNet
  6. Website von fellows & friends
  7. Website von Europe and Me
  8. Website des Projekts
  9. Website des Projekts
  10. http://www.youtube.com/watch?v=4SBSGFFs27Y
  11. http://www.sueddeutsche.de/karriere/studie-zu-sexarbeit-unter-studierenden-studentenjob-prostituierte-1.1098538-2
  12. http://www.abendblatt.de/vermischtes/article1893059/Prostitution-fuer-jeden-vierten-Studenten-vorstellbar.html
  13. http://www.taz.de/!70921/
  14. http://www.studienkolleg-zu-berlin.de/files/Europe-and-me.pdf
  15. http://www.uzh.ch/news/articles/2009/europa-interdisziplinaer.html
  16. http://www.boell.de/weltweit/europanordamerika/europa-nordamerika-die-eu-und-belarus-ist-der-dialog-gescheitert-12208.html
  17. Zoltan Ferenczi, Sarah Münch, Christoph Tometten, Natasha Wunsch: Ohne Hilfe zur Selbsthilfe, In: IP Januar/Februar 2011, S. 68-72.
  18. Sarah Münch, Christoph Tometten, Natasha Wunsch: Wege zu Empowerment und Partizipation. Die Selbstorganisation irregulärer Migranten, In: nah & fern 46, S. 42.
  19. http://www.zeit.de/2010/14/Interview-Albanien