Subdiözie

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Unter Subdiözie versteht man in der Botanik Übergangsformen von Monözie und Diözie, man spricht auch von polygamer Geschlechtsverteilung (Polygamie, Vielehigkeit). Dabei treten bei ein und derselben Pflanzenart neben den Blüten des dominierenden Geschlechts auch zwittrige Blüten oder Blüten des anderen Geschlechts auf. Man unterscheidet folgende Typen:

  • Diöziopolygamie: Unisexuelle und zwittrige Blüten bei einer Spezies.[1]
    • Andromonözie: Männliche und zwittrige Blüten sind auf einem Individuum zu finden, tritt z. B. beim Bergahorn und der Gurkensorte Lemon auf.
    • Androdiözie: In einer Population treten Individuen mit rein männlichen und solche mit zwittrigen Blüten auf (Beispiel: Weißer Germer).
    • Gynomonözie: Weibliche und zwittrige Blüten sind auf einem Individuum zu finden.
    • Gynodiözie: In einer Population treten Individuen mit rein weiblichen und solche mit zwittrigen Blüten auf (Beispiel: Sand-Thymian).
    • Trimonözie oder Coenomonözie:[2] Männliche, weibliche und zwittrige Blüten auf einem Individuum (Beispiel: Gewöhnliche Rosskastanie).
    • Triözie: In einer Population treten Individuen mit rein weiblichen, rein männlichen und solche mit zwittrigen Blüten auf (Beispiel: Esche). Die Arten werden als triözisch oder dreihäusig bezeichnet.
    • Pleogamie, Vielgestaltigkeit: Pflanzen bei denen die Geschlechter in den verschiedensten Kombinationen auf die Blüten und die Einzelpflanzen, ja sogar auf Gegenden und Sippen verteilt sind. Reifung und damit Bestäubung zu verschiedenen Zeiten von Blüten einer Pflanze.
  • Pleomorphe Individuen: Mehrere Arten von Individuen, die sich durch ihre Blüten unterscheiden.
    • Polyözie;: Wenn sich die einzelnen Individuen durch das Geschlecht unterscheiden; Diözie, Triözie, Gynodiözie, Androdiözie
    • Heteromesogamie: Das Vorkommen von Blüten, die sich durch die Art der Bestäubung unterscheiden, bei verschiedenen Exemplaren derselben Art. Individuen derselben Art besitzen verschiedene Bestäubungseinrichtungen.[3]
    • Heterostylie: Die Individuen unterscheiden sich äußerlich durch die Lage ihrer Geschlechtsorgane.
    • Heterodichogamie: Die Individuen unterscheiden sich zeitlich durch die Reihenfolge der Entwicklung ihrer Geschlechtsorgane.
  • Agamonözie: Zwittrige und geschlechtslose Blüten auf einer Pflanze; Gewöhnlicher Schneeball Viburnum opulus[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Schütt, Hans J. Schuck, Bernd Stimm: Lexikon der Baum- und Straucharten. Nikol, Hamburg 2002, ISBN 3-933203-53-8. (frühere Ausg. unter d. Titel Lexikon der Forstbotanik)
  • Gerhard Wagenitz: Wörterbuch der Botanik. 2. Auflage. Nikol, Hamburg 2008, ISBN 3-937872-94-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edward M. Barrows: Animal Behavior Desk Reference. Third Edition, CRC Press, 2011, ISBN 978-1-4398-3651-4, S. 218.
  2. Paul Knuth: Handbuch der Blütenbiologie. 1. Band, Engelmann, 1898, S. 35, archive.org.
  3. Karl Linsbauer (Hrsg.): Handwörterbuch der Botanik. 2. Auflage, Engelmann, 1917, S. 306, archive.org.
  4. A. Engler, K. Prantl: Die Natürlichen Pflanzenfamilien. Teil II, 1. Abt., Engelmann, 1889, S. 180, archive.org.