Surjo R. Soekadar

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Surjo Raphael Soekadar (* 4. Juli 1977 in Wiesbaden) ist ein deutscher Mediziner und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soekadar studierte Medizin in Mainz, Heidelberg sowie Baltimore und promovierte bei Herta Flor, ZI Mannheim, zu neuronaler Plastizität und Phantomschmerzen. Von 2005 bis 2018 arbeitete er als Arzt an der Universität Tübingen und leitete dort ab 2011 die Arbeitsgruppe Angewandte Neurotechnologie. 2018 wurde er zum deutschlandweit ersten Professor für Klinische Neurotechnologie an die Charité – Universitätsmedizin Berlin berufen.[1] Die Professur wird von der Einstein-Stiftung Berlin unterstützt.

Wissenschaftlich untersucht er die Anpassung des Gehirns an sich ändernde Umweltbedingungen (Neuronale Plastizität). Hierbei beschäftigt er sich unter anderem mit sog. Gehirn-Computer-Schnittstellen (engl. brain-computer interface, BCI) und deren klinischem Einsatz in der Behandlung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen. Im Rahmen eines Research Fellowships am National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS) ist es ihm und seinen Kollegen 2011 erstmals gelungen, neuromagnetische Hirnaktivität im Millisekundenbereich messbar zu machen, während das Gehirn eines menschlichen Probanden von elektrischen Strömen durchflossen wurde. Es wird angenommen, dass diese neue Methode wesentlich dazu beitragen wird, den klinischen Erfolg elektrischer Hirnstimulation besser zu verstehen und zahlreiche neurowissenschaftliche Grundfragen aufzuklären.[2] Hierfür wurde er u. a. mit dem 2014 Biomag Young Investigator Award ausgezeichnet.[3]

Soekadar engagiert sich seit Jahren im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere für den Aufbau von Jugend-Gesundheitszentren in Afrika, Südamerika und Asien. Seit 2001 ist er Mitgründer und -stifter der Global Contract Foundation, Hamburg, seit 2004 Vorstandsmitglied der Organisation „Lebenschancen International“ und der Stiftung Weltvertrag. 2004 wurde er zum jüngsten Kreativ-Mitglied des Club of Budapest ernannt,[4] nachdem er im Jahr zuvor ein erstes Konzept der Global Marshall Plan Initiative entworfen sowie maßgeblich an der Stuttgarter Erklärung vom Oktober 2003 mitgewirkt hatte.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 erhielt er zusammen mit Niels Birbaumer den Internationalen Annual BCI Research Award.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Möller, Franz Josef Radermacher, Josef Riegler, Surjo R. Soekadar, Peter Spiegel: Global Marshall Plan. Mit einem Planetary Contract für eine Ökosoziale Marktwirtschaft weltweit Frieden, Freiheit und nachhaltigen Wohlstand erreichen. Ein Statement der Global Marshall Plan Initiative. Stuttgart, 2004.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gehirn steuert Computer: Erste Professur für Klinische Neurotechnologie an der Charité. In: Berliner Woche. (berliner-woche.de [abgerufen am 25. November 2018]).
  2. http://medicalxpress.com/news/2013-06-non-invasive-method-brain.html
  3. Surjo R. Soekadar erhält Young Investigator Award — Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience. Abgerufen am 25. November 2018.
  4. http://www.clubofbudapest.org/p-amb-soedakar.php (Memento vom 12. November 2011 im Internet Archive)
  5. http://www.gmpanschulen.de/basispapier.htm
  6. http://www.nncn.de/en/news/nachrichten-en/soekadarbirbaumer