Susilo Bambang Yudhoyono

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Susilo Bambang Yudhoyono, 2011

Susilo Bambang Yudhoyono (* 9. September 1949 in Pacitan, Ostjava) ist ein indonesischer Politiker und seit Oktober 2004 Präsident seines Landes. Yudhoyono trägt den Spitznamen „denkender General“. In den Medien, aber auch im Volksmund, wird der lange und etwas umständliche Name Susilo Bambang Yudhoyonos gerne mit SBY abgekürzt.

Familie[Bearbeiten]

Susilo Bambang Yudhoyono stammt aus einer Offiziersfamilie. Sein Vater war ein Leutnant im Ruhestand. 1973 heiratete Susilo Bambang Yudhoyono eine Tochter von Oberst Sarwo Edhie, der als Kommandant der Red Berrets 1969 Operationen in Irian Jaya durchführte.[1]

Werdegang[Bearbeiten]

Cadet First Sergeant Major („Sersan Mayor Satu Taruna“) Yudhoyono (1973)

Im Jahr 1973 schloss Susilo Bambang Yudhoyono die Militärakademie ab und wurde im Laufe seiner Karriere Vier-Sterne-General. 1975 war er an der Invasion von Osttimor (Operation Seroja) beteiligt. Später war er Kommandeur des in Dili stationierten Infanteriebataillon 744 (in den 1970ern und 1986–1988). In den 1980ern unterrichtete er am Army Staff Command College (Seskoad). Susilo Bambang Yudhoyono arbeitete weltweit als militärischer Beobachter, so in Bosnien-Herzegowina (1995/96) und Mitte der 1990er beim Territorialkommando in Jakarta und Südsumatra (Pangdam II/ Sriwijaya). 1997 wurde er Chief of the Armed Forces Social and Political Affairs Staff (Kassospol Abri). Dazwischen absolvierte er Militärkurse in den Vereinigten Staaten und Europa und erwarb einen MA für Geschäftsführung an der Webster University. Während der Krise in Osttimor 1999 war Susilo Bambang Yudhoyono als Generalleutnant Militärchef für territoriale Angelegenheiten, weswegen ihm von Kritikern zumindest eine Mitverantwortung für die Gewaltwelle zugeschrieben wird, der etwa 3.000 Menschen zum Opfer fielen. Nach dem Abzug der Indonesier aus Osttimor verteidigte er die Menschenrechtsverletzungen während der Besatzung als nicht so schlimm im Vergleich zu den Geschehnissen in Ruanda, Bosnien-Herzegowina oder in Nazideutschland. Er sprach von einer „Verschwörung, einer internationalen Bewegung, (…) die Indonesien mit diesen Geschehnissen ins Abseits drängen will.“[1]

Im Kabinett von Abdurrahman Wahid wurde Susilo Bambang Yudhoyono im Oktober 1999 zum Bergbauminister ernannt. Im August 2000 wurde er koordinierender Minister für Politik und Sicherheit. Unter internationalem Druck übernahm er die Verantwortung für die Ermordung westlicher Entwicklungshelfer in Westtimor durch aus Osttimor stammende pro-indonesische Milizen im darauffolgenden Monat. Nachdem er zunächst deren Existenz bestritten hatte, sorgte Susilo Bambang Yudhoyono für die Entwaffnung der Milizen. Am 1. April 2000 zog sich Susilo Bambang Yudhoyono aus dem aktiven Dienst zurück.[1]

Bis März 2004 blieb er koordinierender Minister für Politik und Sicherheit im Kabinett von Präsidentin Megawati Sukarnoputri. 2004 setzte er sich bei der ersten Direktwahl zum indonesischen Präsidenten im zweiten Wahlgang gegen Megawati Sukarnoputri durch. Dabei wurde er von drei Parteien unterstützt, unter anderem der von ihm gegründeten Demokratischen Partei.

Bei der am 8. Juli 2009 stattgefundenen zweiten Direktwahl für den indonesischen Präsidenten setzte er sich schon im ersten Wahlgang gegen seine Gegenkandidaten, die vormalige Präsidentin Megawati Sukarnoputri und seinen gegen ihn kandidierenden Vizepräsidenten Jusuf Kalla von der einflussreichen Golkar deutlich durch. Nachdem Vizepräsident Kalla gegen ihn angetreten war, trat Susilo Bambang Yudhoyono mit dem neuen Vizepräsidentenkandidat Boediono, dem vormaligen Gouverneur der Bank Indonesia an.

Schon in den vorangegangenen Parlamentswahlen vom 8. April 2009 konnte die Partei von SBY ihren Stimmenanteil verdreifachen, erhielt über 21 Prozent aller Stimmen und wurde somit stärkste Partei in der indonesischen Volksvertretung.

Trotz der globalen Finanzkrise steht die indonesische Wirtschaft mit einem Wachstum von 4 bis 5 Prozent dank eines starken Binnenmarktes vergleichsweise gut da. Die Steuereinnahmen wurden während seiner Regierungszeit verdreifacht; somit konnten Programme für Schulsubvention und Gesundheitsversorgung gestartet werden und als andere Länder unter den hohen Benzinpreisen litten, konnten 30 Milliarden US-Dollar an Benzin-Subventionen ausgezahlt werden.

Im Inneren konnte der Terrorismus eingedämmt werden und ein Friedensvertrag in Aceh abgeschlossen werden. Weiterhin schwelt aber ein schwerer Konflikt in Papua mit der dortigen Unabhängigkeitsbewegung.

Die Bekämpfung der Korruption und des militanten Islamismus stockt.[2] Die Wirtschaft kommt auch langsam aus dem Tritt, so ist der IDX mittlerweile wieder auf Vorjahresniveau (Stand: 18. Juni 2012) abgerutscht.[3]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Transforming Indonesia : Selected international Speeches, Buana Ilmu Populer, Jakarta 2005, ISBN 979-694-876-1
  • Indonesia on the Move: Selected Speeches and Articles by the President of the Republic of Indonesia, Bhuana Ilmu Populer, Jakarta 2006, ISBN 979-798-171-1
  • Indonesia Unggul, 2008

Musik[Bearbeiten]

Yudhoyono ist leidenschaftlicher Hobbymusiker, schon in seiner Jugend war er Mitglied einer Band.[4] Während der Zeit seiner Präsidentschaft veröffentlichte er mittlerweile drei CDs mit Liebesballaden und religiösen Liedern. Obwohl er dafür bekannt ist, bei Wahlkampfauftritten auch zu singen, ist er selbst auf den CDs nicht zu hören. Obwohl er alle Lieder seiner CDs selbst getextet und komponiert hat, überlässt er die Gesangsparts regelmäßig bekannten indonesischen Musikern.[5]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Susilo Bambang Yudhoyono – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Masters of Terror: LtGen Susilo Bambang Yudhoyono (englisch)
  2. http://www.thejakartapost.com/news/2012/06/18/commentary-is-there-room-atheists-indonesia.html
  3. http://www.idx.co.id/Home/tabid/40/language/en-US/Default.aspx
  4. Indonesia-Portal: SBY macht Musik
  5. Huffington Post: SBY releases third Album