Sven Helbig

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Sven Helbig

Sven Helbig (* 1968 in Eisenhüttenstadt) ist ein deutscher Komponist, Musikproduzent und Regisseur.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sven Helbig gründete 1996 gemeinsam mit dem Hornisten Markus Rindt die Dresdner Sinfoniker. Das Orchester spezialisierte sich auf neue, sinfonische Musik in außergewöhnlichen Inszenierungen und war das erste europäische Sinfonieorchester für ausschließlich zeitgenössische Musik. Seine leitende Funktion beendete er 2007, um sich verstärkt der eigenen musikalischen Arbeit zu widmen. Es entstanden Orchesterstücke, Chormusik und Kompositionen für elektronische Musik. 2013 erschien sein Debüt "Pocket Symphonies" beim Traditionslabel Deutsche Grammophon.

Seine musikalische Laufbahn begann Sven Helbig als Klarinettist, später kamen Gitarre, Klavier und Schlagzeug dazu. Er studierte Musik in Dresden und war dort von 1995 bis 2008 Dozent im Fach Schlagzeug an der Hochschule für Musik „Carl-Maria von Weber“. Sven Helbigs vielseitige Begabungen machten ihn zu einem gefragten Produzenten für Crossover-Projekte.

Nach seiner ersten internationalen Veröffentlichung Mein Herz brennt (2004) wurden die Pet Shop Boys auf ihn aufmerksam. Sie begannen in dieser Zeit mit der Arbeit am Soundtrack Battleship Potemkin zu Sergej Eisensteins Stummfilmklassiker Panzerkreuzer Potemkin, der eine Kombination von elektronischer und Orchestermusik werden sollte. Das Werk wurde im September 2004 auf dem Londoner Trafalgar Square vor 25.000 Zuschauern uraufgeführt.

800 Jahre Dresden, Juli 2006

Inzwischen war Sven Helbig als Produzent, Komponist und Arrangeur u.a. für Rammstein, Pet Shop Boys, Snoop Dogg, Polarkreis 18 und das Fauré Quartett tätig.

In den letzten Jahren arbeitete der multitalentierte Künstler auch erfolgreich als Regisseur. Unter seiner Regie entstanden Musikvideos, Bühnenshows und theatralische Multimedia-Ereignisse. So inszenierte er z.B. die Hochhaussinfonie zur 800-Jahr-Feier Dresdens, bei der die Musiker des Orchesters einzeln in den Balkonen eines DDR-Plattenbaus saßen. Auf der 1989 zu historischer Bedeutung gelangten Prager Straße sahen dabei 10.000 Besucher eine Verflechtung aus Musik, Licht und Video. 2009 inszenierte er im Auftrag des MDR-Sinfonieorchesters Kinder der Freiheit aus Anlass des 20.Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung. 2011 komponierte er im Auftrag des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages das Chorwerk Da wird auch dein Herz sein. Die Inszenierung aus 150.000 Kerzen, 20.000 Schwimmkerzen und einer Fassadenillumination der Dresdner Altstadt erlebten ca. 200.000 Menschen.

Helbigs Arbeiten stehen in der Tradition des Gesamtkunstwerkes. Oft zeichnet er für Inhalt, Musik und Inszenierung gleichermaßen verantwortlich.

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Uraufführung von The Battleship Potemkin auf dem Londoner Trafalgar Square
  • 2006: Inszenierung der Hochhaussinfonie zur 800-Jahr-Feier Dresdens (Regie, Lichtdesign, Musik)
  • 2006: The Mover Ballet, 250 Solarpannels tanzten zu seiner Musik während der Eröffnung des weltgrößten Solarparks in Arnheim
  • 2007: MTV Europe Music Awards (EMA): Musik für Snoop Dogg
  • 2007: Streichquartett für den Film Jenseits des Sees
  • 2009: Musikvideo The Colour Of Snow - Polarkreis 18 (Regie)
  • 2009: Musikvideo Happy Go Lucky - Polarkreis 18 (Regie)
  • 2009: Kinder der Freiheit - Polarkreis 18 mit MDR Sinfonieorchester und MDR Kinderchor (Inszenierung, Orchester- und Chorarrangements) [1]
  • 2011: Premiere Ballett The Most Incredible Thing am Sadler’s Wells, London (Orchesterarrangements)
  • 2011: Da wird auch dein Herz sein - Chorwerk zur Eröffnung des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Dresden (Komposition, Regie)
  • 2011: Filmmusik zum Kinofilm Blutzbrüdaz
  • 2013: Angst reist mit, Chorwerke nach Texten von Sibylle Berg, Uraufführung am Staatstheater Stuttgart
  • 2013: Wagner-reloaded, 200.Geburtstag von Richard Wagner mit Apocalyptica und Orchester, Uraufführung in der Arena/Leipzig Juli 2013, Regie: Gregor Seyffert, (Orchesterarrangements)
  • 2016: I Eat the Sun and Drink the Rain, Werk für Chor und Live Elektronics, Uraufführung Mai 2016 im Radialsystem V in Berlin

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen seiner Produktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: ECHO Klassik in der Kategorie Beste Weltersteinspielung für Mein Herz brennt an Torsten Rasch
  • 2010: ECHO Klassik in der Kategorie Klassik ohne Grenzen für Popsongs an Fauré Quartett

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview auf MDR-Klassik.de
  2. Der Spiegel über Fauré Quartett und Helbig
  3. Vorstellung der CD auf deutschegrammophon.com, abgerufen am 15. Februar 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]