Sven Helbig

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Sven Helbig (2004)

Sven Helbig (* 1968 in Eisenhüttenstadt) ist ein deutscher Komponist, Musikproduzent und Regisseur. Als Komponist für Orchester-, Chor- und Kammermusik verbindet er Elektronische Musik (Dark Ambient, Noise, Field Recordings) mit klassischen Instrumenten und Chören.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine musikalische Laufbahn begann Sven Helbig als Klarinettist, später kamen Gitarre, Klavier und Schlagzeug dazu. Er studierte Musik in Dresden an der Hochschule für Musik „Carl-Maria von Weber“.

1996 gründete er gemeinsam mit dem Hornisten Markus Rindt die Dresdner Sinfoniker. Das Orchester spezialisierte sich auf neue, sinfonische Musik in außergewöhnlichen Inszenierungen und war das erste europäische Sinfonieorchester für ausschließlich zeitgenössische Musik. 2007 verließ er das Orchester, um sich verstärkt der eigenen musikalischen Arbeit zu widmen. Es entstanden Orchesterstücke, Chormusik und Kompositionen für elektronische Musik. 2013 erschien sein Debüt Pocket Symphonies beim Label Deutsche Grammophon.

Seit 2016 spielt Sven Helbig live mit seinem Forrklang Quartett. Die Besetzung des Ensembles passt er seinen aktuellen Programmen an.

2017 tourte er mit dem Chorkwerk I Eat the Sun and Drink the Rain durch Europa. Die Inszenierung für Chor, Electronics und Visuals gastierte u. a. im Barbican Center (London), in der Elbphilharmonie (Hamburg), dem Alexandrinsky Theater (Sankt Petersburg) und in der Reina Sofia Hall (Madrid).

800 Jahre Dresden, Juli 2006

Seit 2004 arbeitet Sven Helbig kontinuierlich mit den Pet Shop Boys zusammen, zuerst als Produzent ihres Soundtracks Battleship Potemkin zu Sergej Eisensteins Stummfilmklassiker Panzerkreuzer Potemkin,[1] später als Arrangeur des Balletts The Most Incredible Thing und der Alan Turing-Story A Man From The Future. Er arrangiert und produziert auch für Rammstein,[2] Snoop Dogg, Polarkreis 18, den Opernsänger René Pape, die Pianistin Olga Scheps und das Fauré Quartett.

Helbig arbeitet zudem als Regisseur. Unter seiner Regie entstanden Musikvideos, Bühnenshows und theatralische Multimedia-Ereignisse. So inszenierte er z. B. die Hochhaussinfonie zur 800-Jahr-Feier Dresdens, bei der die Musiker des Orchesters einzeln auf den Balkonen eines DDR-Plattenbaus in der 1989 zu historischer Bedeutung gelangten Prager Straße saßen.[3]

2011 komponierte und inszenierte er im Auftrag des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages das Chorwerk Da wird auch dein Herz sein. Die Inszenierung aus 150.000 Kerzen, 20.000 Schwimmkerzen erlebten ca. 200.000 Besucher.

Seit 2017 moderiert er auf Radio Eins die Sendereihe Schöne Töne, in der er moderne, grenzüberschreitende Musik vorstellt.[4]

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Uraufführung von The Battleship Potemkin auf dem Londoner Trafalgar Square
  • 2006: Inszenierung der Hochhaussinfonie zur 800-Jahr-Feier Dresdens (Regie, Lichtdesign, Musik)
  • 2006: The Mover Ballet, 250 Solarpannels tanzten zu seiner Musik während der Eröffnung des weltgrößten Solarparks in Arnheim
  • 2007: MTV Europe Music Awards (EMA): Musik für Snoop Dogg
  • 2007: Streichquartett für den Film Jenseits des Sees
  • 2009: Musikvideo The Colour Of Snow – Polarkreis 18 (Regie)
  • 2009: Musikvideo Happy Go Lucky – Polarkreis 18 (Regie)
  • 2009: Kinder der Freiheit – Polarkreis 18 mit MDR-Sinfonieorchester und MDR-Kinderchor (Inszenierung, Orchester- und Chorarrangements)[5]
  • 2011: Premiere Ballett The Most Incredible Thing am Sadler’s Wells, London (Orchesterarrangements)
  • 2011: Da wird auch dein Herz sein – Chorwerk zur Eröffnung des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Dresden (Komposition, Regie)
  • 2013: Angst reist mit, Chorwerke nach Texten von Sibylle Berg, Uraufführung am Staatstheater Stuttgart
  • 2013: Wagner-reloaded, 200. Geburtstag von Richard Wagner mit Apocalyptica und Orchester, Uraufführung in der Arena Leipzig, Juli 2013, Regie: Gregor Seyffert, (Orchesterarrangements)
  • 2014: A Man from the Future, Werk für Chor, Orchester, Electronics und Sprecher über das Leben Alan Turings von den Pet Shop Boys, Uraufführung bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall, London (Chor- und Orchesterarrangements)
  • 2016: I Eat the Sun and Drink the Rain, Werk für Chor und Live Electronics, Uraufführung Mai 2016 im Radialsystem V in Berlin

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben

EPs

  • 2016: Rise mit elektronischen Remixes
  • 2018: Tres Momentos, 3-teiliges Stück für Streichorchester und Electronics mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin

Auszeichnungen seiner Produktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: ECHO Klassik in der Kategorie Beste Weltersteinspielung für Mein Herz brennt an Torsten Rasch
  • 2010: ECHO Klassik in der Kategorie Klassik ohne Grenzen für Popsongs an Fauré Quartett

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview Jürgen Ziemer mit den Pet Shop Boys über Panzerkreuzer Potemkin und die Zusammenarbeit mit Sven Helbig auf epd.de
  2. Sven Helbig: Rammstein - Das Aftershow Special mit Sven Helbig. In: radioeins. Rundfunk Berlin-Brandenburg RBB, 22. Juni 2019, archiviert vom Original am 26. Juli 2019; abgerufen am 24. September 2019 (Sven Helbig spielt Stücke von Rammstein, bei welchen er beteiligt war und erzählt die Geschichten dazu.).
  3. Bilder und Artikel zur Hochhaussinfonie ragazzi-music.de
  4. Monika Dietl, Komponieren im Kopf. Der Komponist Sven Helbig ist unter die Radiomacher gegangen, in: Die Tageszeitung, 7. August 2017 (online)
  5. Interview auf MDR-Klassik.de@1@2Vorlage:Toter Link/www.mdr.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Der Spiegel über Fauré Quartett und Helbig
  7. Vorstellung der CD auf deutschegrammophon.com, abgerufen am 15. Februar 2013