Olga Scheps

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Olga Scheps am 11. November 2012 während des Jubiläums-Festaktes „50 Jahre Kultur bei Audi“

Olga Scheps (* 4. Januar 1986 in Moskau) ist eine in Köln lebende russische Pianistin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter des Pianisten und Professors an der Aachener Abteilung der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Ilja Scheps, kam mit ihren Eltern im Alter von sechs Jahren nach Deutschland. Geprägt durch ihr musikalisches Umfeld fand sie bereits im Alter von vier Jahren raschen Zugang zur klassischen Klavierausbildung und gewann im Jahr 1999 mit zwölf Jahren den Bundeswettbewerb Jugend musiziert sowie 2001 den Wettbewerb Jugend spielt Klassik.[1]

Noch während ihrer Schulzeit begann sie ab 1999 ihr Klavierstudium zunächst als Jungstudentin in der Klavierklasse von Vassily Lobanov und gehörte seit 2006 der Meisterklasse von Pavel Gililov an der Hochschule für Musik und Tanz Köln an. Weitere Studien führten sie zu Arie Vardi und Dmitri Baschkirow. Zudem erhält sie seit ihrem 15. Lebensjahr wichtige künstlerische Impulse von Alfred Brendel. Scheps wurde ab 2001 zunächst von der Deutschen Stiftung Musikleben und ab 2006 von der Studienstiftung des deutschen Volkes mit einem Stipendium unterstützt.

Im Jahr 2014 schloss sie ihr Studium mit der Bestnote in Köln an der Musikhochschule ab und erhielt eine Auszeichnung für ihr Konzertexamen bei Pavel Gililov.

Im Alter von vierzehn Jahren und noch vor ihrem Studium debütierte sie in der Konzertreihe Junge Elite mit dem 1. Klavierkonzert von Prokofjew in der Düsseldorfer Tonhalle.

Seit ihrem Debüt beim Klavier-Festival Ruhr ebenfalls im Jahr 2007 ist sie ein regulärer und gern gesehener Gast bei Veranstaltungen wie dem Rheingau Musik Festival, dem Klavier-Festival Ruhr, beim Schleswig-Holstein Musik Festival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Kissinger Sommer, dem Heidelberger Frühling, den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker, dem Mosel Musikfestival, dem Menuhin Festival in Gstaad, dem internationalen Musikfest Kreuth, dem Festival Iberico in Spanien, dem Mersin Festival in der Türkei, dem Festival „Zaubersee“ in Luzern und vielen Anderen.[2]

Scheps arbeitet heute mit namhaften Orchestern und spielt überwiegend in Europa und in Asien. Renommierte Dirigenten wie Yakov Kreutzberg, Thomas Dausgaard, Lorin Maazel, Tugan Sokhiev, José Serebrier, Marcus Bosch, Ralf Weikert, Michel Tabachnik, Antoni Wit, Ivor Bolton und Christoph Altstedt luden Olga Scheps zur Zusammenarbeit ein.

Neben ihren Einsätzen als Solistin engagiert sie sich auch immer wieder im Bereich der Kammermusik. In unterschiedlichen Zusammensetzungen zählten dabei bisher die Violinisten Andrej Bielow, Daniel Hope und Erik Schumann, die Cellisten Adrian Brendel, Alban Gerhardt, das Danel Quartett, das Danish String Quartett, Jan Vogler sowie der Bratscher Nils Mönkemeyer zu ihren Partnern.

Scheps widmet einen Großteil ihres Repertoires der Interpretation der Musik der Romantik und hier besonders den Werken russischer Komponisten sowie mit großer Leidenschaft vor allem den Kompositionen von Frédéric Chopin. Ihre Chopin-Interpretationen fanden dabei in den Feuilletons der lokalen und überregionalen Presse sowie in Rundfunk- und Fernsehanstalten eine durchweg positive Resonanz. Aber auch selten gespielte Werke wie beispielsweise das Konzert für Klavier und Streichorchester „Malédiction“ von Franz Liszt sowie Werke von Oliver Messiaen und Anatolij Ljadov gehören zu ihrem Programm.

Nachdem sie zuvor bereits auf einem CD-Mitschnitt vom Klavier-Festival Ruhr 2009 zu hören war, brachte sie im Jahr 2010 ihre ersten beiden Solo-CDs bei RCA Red Seal (Sony Music) heraus. Am 17. Oktober 2010 erhielt sie für ihre Debüt-CD „Chopin“, gemeinsam mit Alice Sara Ott den ECHO Klassik 2010 als Nachwuchskünstlerin des Jahres (Klavier) in der Philharmonie Essen. Im Herbst desselben Jahres folgte ein weiteres Soloalbum mit Werken russischer Komponisten. Ihre nächste CD „Schubert“ erschien im August 2012 bei RCA Red Seal (Sony Music). Danach brachte sie als Exklusivkünstlerin von Sony Classical 2014 zusammen mit dem Stuttgarter Kammerorchester ein weiteres Album mit den beiden Klavierkonzerten von Frederic Chopin heraus. Alle Alben von Olga Scheps stiegen in den offiziellen Klassik Charts in den Top 10 ein.

Scheps wurde als eine der wenigen Klassik-Künstlerinnen zu populären Fernsehsendungen als Gast eingeladen, unter anderem bei „TV Total“ mit Stefan Raab, „Helge hat Zeit“ mit Helge Schneider, „Kleine Nachtmusik“ mit Götz Alsmann in der ARD oder dem Kölner Treff. Ebenso berichteten zahlreiche Fernsehsendungen über sie oder zeigten Mitschnitte ihrer Konzerte.

Am 12. Februar 2012 gab sie in der Kölner Philharmonie ihr Solo-Debüt in ihrer Wahlheimat.[3] Weiterhin folgten im selben Jahr noch zwei weitere Konzerte mit dem Warsaw Philharmonic Orchestra und dem 1. Klavierkonzert von Tschaikowsky[4] und der Russischen Staatskapelle Moskau und dem 2. Klavierkonzert von Rachmaninow in Köln.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werbung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe ihrer Karriere hat sich Scheps zu einer gefragten Werbeträgerin entwickelt. Unter anderem tritt sie als Markenbotschafterin von Audi[7] und Chopard[8] in Erscheinung. Olga Scheps gehört zum Kreis der „Steinway Artists“.[9]

Aufnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009: Piano Recital (CAvi-music)
Konzertmitschnitt vom Klavier-Festival Ruhr 2009 mit Werken von Mozart, Schubert, Mendelssohn und Schumann.
  • 2010: Chopin (RCA Red Seal/Sony Music)
Auf der Debüt-CD mit Werken von Frédéric Chopin finden sich die berühmte Ballade g-Moll, tänzerische Walzer und Mazurken, träumerische Nocturnes sowie die selten eingespielten "Trois Nouvelles Études". Die Aufnahme entstand in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin, die für ihre besondere Akustik bekannt ist. Dazu gibt es auf der CD als Bonustrack Chopins Fantasie op. 49, live aufgenommen beim Klavier-Festival Ruhr 2009.
  • 2010: Russian Album (RCA Red Seal/Sony Music)
Auf ihrer zweiten CD widmete sie sich ganz der romantischen russischen Klavierliteratur und präsentiert Werke von Peter Tschaikowski, Mikhail Glinka, Mili Balakirev, Anton Arenski, Mili Balakirev, Anton Rubinstein, Nikolai Titow, Alexander Skrjabin, Sergei Rachmaninov und Anatoli Ljadow.
  • 2012: Schubert (RCA Red Seal/Sony Music)
Auf ihrem dritten Soloalbum widmet sie sich ganz dem Werk Franz Schuberts. Diese CD präsentiert eine Mischung aus berühmten Meisterwerken (Impromptus und Valses Nobles), sowie selten eingespielten Werke wie der Ungarischen Melodie und dem Kupelwieser-Walzer. Eingespielt wurde diese Aufnahme ebenso wie ihre Chopin-Einspielung in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin.
  • 2014: Klavierkonzerte Nr. 1 & 2 (RCA Red Seal/Sony Music)
Mit diesem Album kehrt Scheps zu Werken von Chopin zurück. Die beiden Klavierkonzerte Chopins (1. Klavierkonzert op. 11 in e-Moll und 2. Klavierkonzert f-Moll op. 21) wurden in der Fassung für Streichorchester eingespielt. Dabei wurde sie vom Stuttgarter Kammerorchester begleitet.
  • 2015 Solo - Album „Vocalise“ (Sony Classical)
Album mit dem Thema Gesanglichkeit am Klavier - Werke von Chopin, Schubert, Gluck, Liszt und andere.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Olga Scheps – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biographie Olga Scheps bei Sony Music
  2. Deutsche Stiftung Musikleben über Olga Scheps
  3. Die russisch-deutsche Pianistin Olga Scheps begeistert mit Ihrem Klavierabend in Köln, Beitrag auf klassikinfo.de
  4. Olga Scheps begeistert mit lupenreinem Spiel, Beitrag auf june-artists.de
  5. Olga Scheps und die Staatskapelle Moskau unter Valery Poliansky zu Gast in Köln, Beitrag auf klassikinfo.de
  6. Archivlink auf die ECHO Gewinner 2010 (Memento vom 4. April 2011 im Internet Archive)
  7. Audi Kultur: seit 50 Jahren engagiert
  8. Pianistin Olga Scheps trägt Chopard
  9. http://eu.steinway.com/de/kuenstler-konzerte/kuenstler-details/olga-scheps/