Tachinger See

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Tachinger See
Taching und Tachinger See
Taching und Tachinger See
Geographische Lage bayer. Alpenvorland
Zuflüsse Tenglinger Bach, Tachinger Mühlbach
Abfluss Waginger SeeGötzinger AchenSalzachInnDonau
Orte am Ufer Tettenhausen
(Gemeinde Waging am See)
Orte in der Nähe Taching am See, Tengling
Daten
Koordinaten 47° 57′ 57″ N, 12° 44′ 36″ OKoordinaten: 47° 57′ 57″ N, 12° 44′ 36″ O
Tachinger See (Bayern)
Tachinger See
Höhe über Meeresspiegel 442,1 m
Fläche 2,36 km²[1]
Länge 3,65 km[1]
Breite 888 m[1]
Volumen 21.600.000 m³[1]
Umfang 9,25 kmf9
Maximale Tiefe 16,5 m[1]
Mittlere Tiefe 9,2 m[1]
pH-Wert 7,9
Einzugsgebiet 31,8 km²f4

Besonderheiten

verbunden mit dem Waginger See

Der Tachinger See (bis vor 200 Jahren meist Tachensee genannt) ist ein See im östlichen Landkreis Traunstein im Rupertiwinkel, der knapp vier Kilometer Lang und einen Kilometer breit ist. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er mit dem südlich sich anschließenden Waginger See unter diesem subsumiert.[2]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen Namen erhielt der Tachinger See vom heutigen Luftkurort Taching am See.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp Apians Landtafel 19 (1568): Der Tahensee ohne sichtbare Einschnürung zwischen Waginger und Tachinger See

Zusammen mit dem sich im Süden anschließenden Waginger See ist der See bogenförmig eingebettet in mit Feldern und Wiesen überzogene Hügel. Der im Osten von einem teilweise bewaldeten Steilufer begrenzte Tachinger See ist von dem südlich gelegenen Waginger See nur durch eine bei Tettenhausen überbrückte Einschnürung getrennt. Diese Engstelle wird durch eine Halbinsel gebildet, die von Westen in den See reicht und die auf alten Karten als Auerzipfel verzeichnet ist (nach dem nahe gelegenen Einödhof Au bzw. früher Auerbauer).[3] Sie wurde im 19. Jahrhundert durch Seeabsenkung (mittels Verlegung und Tieferlegung des Abflusses) bzw. Aufschüttung vom Osten her soweit verengt (von rund 155 auf 20 Meter), dass der Bau einer Brücke ermöglicht wurde. Über die Brücke führt die Kreisstraße TS 26, bzw. die Hauptstraße der Gemeinde Waging, die ab Ostufer (Ortsteil Tettenhausen) örtlich Hauptstraße genannt wird. Im Sprachgebrauch werden heute beide Seen zum „Waginger See“ zusammengefasst, wenn auch die Naturräume sich, bedingt durch die Engstelle, z. B. in der Durchschnittstemperatur unterscheiden. Auf Philipp Apians Landtafel von 1568 ist der Tahensee (dort Bezeichnung für den Tachinger See und den Waginger See) noch ohne markante Einschnürung eingezeichnet.

Die Seen gehören mit einer Wassertemperatur von bis zu 27 °C im Sommer zu den wärmsten Seen Bayerns. Trotzdem können sie in strengen Wintern zufrieren; bis in die 1960er Jahre war das fast alljährlich der Fall. Der Tachinger See friert dabei wegen der niedrigeren Durchschnittstemperatur und wohl auch wegen geringerer Strömungen einige Tage früher zu als der Waginger See.

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit dem Waginger See bildet der Tachinger See eines der beiden gemeindefreien Gebiete des Landkreises Traunstein (das andere ist der Chiemsee). Wie im allgemeinen Sprachgebrauch für den See, schließt der Name des gemeindefreien Gebietes Waginger See auch den Tachinger See mit ein.

Zwei Gemeinden grenzen am Ufer an den Tachinger See: Taching am See im Westen und Norden (dort Ortsteil Tengling), sowie Waging am See im Osten (nur mit seinem Ortsteil Tettenhausen).

Geomorphologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie so viele Alpenrandseen wurde durch Gletscher der letzten Eiszeit das Landschaftsprofil so geformt, dass Waginger und Tachinger See entstehen konnten. Von einem ehemals ausgedehnten Seengebiet der nahen Umgegend, dessen Wasserspiegel um ca. 20 m höher als heute lag, blieben neben dem Abtsdorfer See, dem langsam verlandenden Weitsee und dem schon in historischer Zeit verlandeten Schönramer Filz, beide südlich von Petting gelegen, im Rupertiwinkel nur der Tachinger See und Waginger See übrig.

Hydrologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See wird von mehreren Bächen gespeist und entwässert über den Waginger See. Die wichtigsten Zuflüsse sind der Tenglinger Bach im Norden und der Tachinger Mühlbach im Westen. Die übrigen Zuflüsse, meist im Westen, sind unbenannt. Im Osten gibt es keine nennenswerten Zuflüsse. Der Abfluss erfolgt im Süden durch die Engstelle bei Tettenhausen in den Waginger See.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands: Teil 11 Bayern (PDF; 1,7 MB)
  2. Urpositionsblatt 746 Waging (1865/66). Hier sind die beiden Seen zusammen noch als Waginger See bezeichnet.
  3. Historische Flurkarte

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Endrös: Die Seiches des Waginger-Tachingersees, Sitzungsberichte der Mathematisch-Physikalischen Klasse der K. B. Akademie der Wissenschaften zu München, Band XXXV, Jahrgang 1905, Seite 447–476

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tachinger See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien