Tempelhoff

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Dieser Artikel behandelt das Adelsgeschlecht. Zum deutschen Schauspieler siehe Nicki von Tempelhoff.
Stammwappen der Tempelhoffs
(16. Jahrhundert)

Die Familie von Tempelhoff ist ein Adelsgeschlecht bürgerlicher Herkunft aus der Mark Brandenburg und wurde im Jahr 1784 in den erblichen preußischen Adelstand erhoben.

Herkunft und Angehörige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster urkundlich seit 1504 nachweisbarer Familienangehöriger war Hans der Ältere Tempelhoff, als Inhaber einer Apotheke in Berlin Handelsmann für Arzneiwaren und Gewürze, verehelicht mit Catharina Nickamer.[1] Die Familie war mit Haus, Hof und Äckern, die bis 1435 ein väterliches Erbe unter der Lehenshoheit der Komturei Tempelhof waren, in Berlin angesessen und wurde 1518 mit dem Dorf Ruhlsdorf (Teltow), 1536 mit den Einkünften in den Dörfern Dyrotz in der Gemeinde Wustermark, Markau und Markee bei Nauen und mit dem Untergericht der Städte Alt-Berlin und Cölln belehnt. Seit 1514 war Hans d.Ä. Tempelhoff Ratmann, seit 1527 Bürgermeister in Berlin, seit 1521 als kurfürstlich-brandenburgischer Küchenmeister zugleich in einem Hofamt tätig. Sein Siegel zeigt einen springenden Hirsch. Er ist am 21. Oktober 1542 oder 1543 in Berlin verstorben und wurde in der Nikolaikirche (Berlin) zu Grabe gelegt.

Gertrud Tempelhoff († vor 1551), Witwe des Jakob I. Grieben aus dem Handelshaus der Grieben in Berlin und Leipzig[2] gab 1540 und 1547 dem kurfürstlichen Hof in Berlin ein Darlehen und ist mit Tuchlieferungen bezeugt.[3]

Hieronymus Tempelhof († 1580) war Handelsmann und 1567 urkundlich, als auf Anweisung des Kurfürsten Joachim II. Vermögen, Waren und Bargeld der Bürger Berlins und Cöllns registriert wurden. Er wurde nach seinem Großvater Johann Tempelhof sen. und seinem Vater Hans Tempelhof jr. dritter und letzter Berliner Bürgermeister aus diesem Geschlecht. 1574 wurde er zum Stadtoberhaupt gewählt und bekleidete das Amt bis 1580. Auch war er einer der ersten Schulvorsteher des Gymnasiums zum Grauen Kloster, das er zudem finanziell unterstützte. Sein Bruder Thomas Tempelhof war Bürgermeister in Spandau, der Bruder Bartholomäus Tempelhof war kurfürstlicher Kammersekretär.

Erhebung in den Adelstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen derer von Tempelhoff

Mit einem Tempelhoff, der 1470 in Mühlenbeck bei Bernau bei Berlin als Heidereiter (berittener Forstaufseher) erscheint, beginnt die Stammreihe der in den preußischen Adelstand erhobenen Familie.[4] Die nächsten Generationen waren Bürger in Bernau, die nach und nach von Ackerbürgern zu Honoratioren der Stadt aufstiegen. Georg Tempelhoff (1648–1712) war Gerichtsbeisitzer, Akzisekassenherr und Stadtverordneter. Dessen Urenkel Georg Friedrich Ludwig Tempelhoff (1737–1807) wurde Artillerieoffizier, war Generalleutnant und Direktor der Artillerie-Akademie und wurde von König Friedrich II. von Preußen am 20. März 1784 in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb eines goldenen Schildrandes in Blau ein auf grünem Boden springender natürlicher Hirsch; auf dem Helm mit blau-silbernen Decken ein wachsender geharnischter Schwertarm zwischen offenem schwarzem Fluge.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Brecht: Die Familie Tempelhoff, in: Verein für die Geschichte Berlins (Hrsg.). Vermischte Schriften im Anschluss an die Berlinische Chronik und an das Urkundenbuch, Band 1, Berlin 1880
  • Gothaische Genealogische Taschenbücher, Gotha Justus Pertes, Taschenbuch der adelige Häuser, Jahrgang 1908 mit Genealogie und Jahrgang 1938

Bekannte Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe: Deutsches Familienarchiv. Ein genealogisches Sammelwerk. Herausgegeben von Gerhard Geßner. Schriftleitung Heinz F. Friedrichs, Band 66, Neustadt an der Aisch, 1977, dort: Tempelhoff Seite 101 bis 110 mit 10 Anmerkungen, ISBN 3 7686 5021 9
  2. siehe: Johann Jakob Vogel: Das Griebische Geschlecht. Handschrift in der Stadtbibliothek Göttingen
  3. siehe: Vermischte Schriften im Anschluss an die Berliner Chronik, herausgegeben von dem Verein für die Geschichte Berlins, Berliner Siegeltafel 4; F.Brose: Siegel der Berliner Urkunden des Geheimen Staats-Archivs, ohne Jahr, Seite 28, Siegel Nr. 143.
  4. Genealogisches Handbuch des Adels, Band B VIII, Seite 415, C.A. Starke-Verlag, Limburg, 1968