Tetracain

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Strukturformel
Strukturformel von Tetracain
Allgemeines
Freiname Tetracain
Andere Namen
  • (2-(Dimethylamino)ethyl)-4-(butylamino)benzoat (IUPAC)
  • Tetracainum (Latein)
Summenformel C15H24N2O2
Kurzbeschreibung

weiße bis leicht gelbliche wachsartige Substanz (Tetracain)[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 94-24-6
  • 136-47-0 (Hydrochlorid)
PubChem 5411
Wikidata Q419608
Arzneistoffangaben
ATC-Code
Wirkstoffklasse

Lokalanästhetikum

Wirkmechanismus

Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle

Eigenschaften
Molare Masse 264,37 g·mol−1
Schmelzpunkt
  • 41–46 °C (Tetracain)[1]
  • 147–150 °C (Hydrochlorid)[1]
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​317​‐​351
P: 280​‐​281​‐​301+310 [2]
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Tetracain wird als Oberflächenanästhetikum von Schleimhäuten – zum Beispiel bei kleinen Eingriffen in Mund oder Nase – verwendet. Die Wirkung hält mehrere Stunden an. Es ist etwa zehnmal stärker wirksam als Procain, dafür aber auch zehnmal toxischer, weshalb bei der Anwendung die maximale Einzeldosis von 20 mg nicht überschritten werden darf. Bestehen Schleimhautverletzungen, erfolgt die Resorption sehr rasch, sodass die Gefahr von Überdosierungen mit Vergiftung besteht. Häufiger verwendet wird daher Lidocain, das denselben Wirkmechanismus wie Tetracain aufweist.

Nach dem Aufbringen auf die Nasenschleimhaut erreicht Tetracain die darunter verlaufenden Rami alveolares (Nervus alveolaris superior anterior und Nervus alveolaris superior medius), die die Zähne des Oberkiefers sensibel versorgen. In einer fixen Kombination mit dem gefäßverengenden Oxymetazolin kann es als Nasenspray bei leichteren Eingriffen in der Zahnmedizin zur Lokalanästhesie im Oberkiefer verwendet werden.[3]

Tetracain wurde von Mitarbeitern der zum I.G. Farben-Konzern gehörenden Hoechster Farbwerken entwickelt und wurde erstmals 1931 unter dem Namen Pantocain als Mittel zur Oberflächenanästhesie vertrieben.

Handelsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monopräparate

Ophtocain (D), Gingicain (D), Tetracaine SDU Faure 1 % (CH)

Kombinationspräparate

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Eintrag zu Tetracain. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 18. August 2011.
  2. a b Datenblatt Tetracaine bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. April 2011 (PDF).
  3. FDA Approved Drug Products - Kovanaze
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!