Teufelsmühle (Schwarzwald)

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Teufelsmühle
Gernsbach, Loffenau, Teufelsmühle IMGP6052.jpg

Blick über Gernsbach auf die Teufelsmühle. Links hinten Loffenau.

Höhe 908,3 m ü. NHN
Lage Baden-Württemberg, Deutschland
Gebirge Schwarzwald
Koordinaten 48° 45′ 14″ N, 8° 24′ 30″ OKoordinaten: 48° 45′ 14″ N, 8° 24′ 30″ O
Teufelsmühle (Schwarzwald) (Baden-Württemberg)
Gestein Buntsandstein
Besonderheiten Teufelsmühle-Turm (AT)

Die Teufelsmühle (908,3 m ü. NHN)[1] ist ein Berg südlich von Loffenau im Nordschwarzwald. Sie liegt zwischen den Tälern der Murg im Westen und der Alb im Osten. Die Alb entspringt nahe der Ostflanke des Bergs (Albursprung), bevor sie wenige Kilometer weiter nördlich Bad Herrenalb erreicht. Über das aus Buntsandstein bestehende Gipfelplateau der Teufelsmühle, das sich in nord-südlicher Richtung erstreckt, verläuft die Grenze zwischen den Gemeinden Gernsbach im Murgtal und Loffenau, die beide dem baden-württembergischen Landkreis Rastatt angehören.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Gipfelebene wurde 1910 der damals 10 m hohe Teufelsmühle-Turm errichtet.[2] 1952 wurde der Aussichtsturm auf 16,2 m erhöht, 1958 um einen Gebäudeanbau erweitert, der schließlich zum Wanderheim ausgebaut wurde.

Unweit des Turms steht das Höhengasthaus Teufelsmühle.[3] Gemeinsam bilden die Gebäude den Wohnplatz Teufelsmühle, einen Ortsteil von Loffenau.[4] Er ist mit Kraftfahrzeugen über eine (zeitweise mautpflichtige) Stichstraße ab dem nördlich gelegenen Sattel Rißwasen (569,4 m ü. NHN)[5] erreichbar. Der Berg ist Ausgangspunkt für Wanderungen und Mountainbike-Touren.

Nordwestlich unterhalb des Aussichtsturms auf 850 m ü. NHN betreibt der Drachen- und Gleitschirmclub Loffenau e. V. seit 1977 einen Startplatz für Drachen- und heute auch Gleitschirmflieger. Der Landeplatz liegt 550 Höhenmeter tiefer bei Loffenau. Ein weiterer Startplatz entstand 2015 direkt am Gipfelplateau durch Rodung eines Waldstücks auf der zu Gernsbach gehörenden Westseite.[6]

Am Teufelsmühle-Turm ist eine Plakette mit dem Bild Hubertus Waldteufels angebracht, eines Heimatdichters, der eigentlich Emil Dietz hieß und von 1879 bis 1957 lebte, zuletzt in Bad Herrenalb-Zieflensberg. Nach ihm ist der Waldteufelweg im Oberen Gaistal benannt.[7]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Teufelsmühle verdankt ihren Namen keiner wirklichen Mühle, sondern einer volkstümlichen Deutung der dort vorzufindenden eiszeitlichen Blockhalden. Mangels anstehender Felsmassive und ohne das Wissen über die Verwitterung des Buntsandsteins zu großen Blöcken bei Auswaschung des Feinmaterials, und den Transport durch Bodenfließen[8] ist das Vorkommen großer Felsblöcke schwer erklärbar. In einer Sage werden die verstreut liegenden Blöcke so zu Bausteinen einer vom Teufel errichteten Mühle.

Blick nach Nordwesten über Loffenau bis zur Rheinebene

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Teufelsmühle-Turm Loffenau auf badische-seiten.de, abgerufen am 6. Januar 2015
  3. Die Teufelsmühle in Loffenau auf Schwarzwald Informationen, abgerufen am 6. Januar 2015
  4. Teufelsmühle (Wohnplatz) beim Landesarchiv Baden-Württemberg, abgerufen am 21. Juli 2013
  5. Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)
  6. Geschichtlicher Überblick der Loffenauer Flieger. Drachen- und Gleitschirmclub Loffenau e. V., abgerufen am 4. Februar 2022.
  7. Heinz Volz: Die Spur des Waldteufels, in: Badisches Tagblatt, Lokalausgabe Murgtal vom 7. März 2009
  8. Fritz Fezer: Eiszeitliche Erscheinungen im nördlichen Schwarzwald. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1957, doi:10.23689/fidgeo-3794.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Teufelsmühle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Die Teufelsmühle (Sage) – Quellen und Volltexte