Teufelsrad (Fahrgeschäft)

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Teufelsrad auf dem Oktoberfest in München

Ein Teufelsrad ist ein Fahrgeschäft auf Volksfesten und Jahrmärkten. Teufelsräder gibt es seit 1910. Heute sind sie nur noch selten zu finden.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Teufelsrad ist unterteilt in den Zuschauerbereich und den Mitfahrerbereich. Im Mitfahrerbereich können Besucher des Volksfestes aktiv teilnehmen. Dort befindet sich eine rotierende runde Plattform, über der eine Aufhängevorrichtung mit einer Seilrolle angebracht ist. Besucher können sich auf die Plattform begeben und versuchen, sich dort sitzend oder liegend zu halten, während sich die Scheibe zunehmend schneller dreht.

Auf der sich drehenden Plattform werden neben den Versuchen, sich einfach nur zu halten, Wettkämpfe veranstaltet, soweit dies bei den schnellen Drehungen überhaupt möglich ist.

Die von der Scheibe rutschenden und kugelnden Personen werden eventuell von einer abgepolsterten Wand aufgefangen und von Mitarbeitern wegbegleitet, um die Fläche rundum für die nächsten Daherrutschenden frei zu machen. Zu Verletzungen kann es dennoch kommen, wenn man unkontrolliert das Gleichgewicht verliert und auf den nicht gepolsterten Boden aufschlägt. So hat derjenige, der die Geschwindigkeit des Rades steuert, durch Zurücknehmen des Tempos die Möglichkeit, das Herunterkugeln der Personen von der Scheibe zu dosieren oder Teilnehmern die Chance zu geben, sich neu zur Mitte hin zu positionieren.

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Scheibe ist wegen ihrer Rotation kein Inertialsystem; schon das Schwenken des Kopfes irritiert (außer in der Drehachse) daher den Gleichgewichtssinn. Bewegt man sich radial nach außen, wirkt neben der erwarteten Fliehkraft (nach außen) subjektiv überraschend – weil tangential (also seitlich) – auch die Corioliskraft, unter deren Wirkung man seitlich wegstolpert oder abrollt.

Zur Belustigung und zur Erschwerung lässt ein „Rekommandeur“ einen großen, schweren, aber dennoch weichen Ball an einer etwas auspendelnden Seilrolle unter seiner Schwerkraft auf die Scheibe hinabbaumeln, um auch den, der sich noch mittig im Drehpunkt halten kann, zu irritieren, zu Bewegungen zu verleiten, zu treffen und aus der Mitte abzubringen; dadurch macht er auch ihn zum Spielball der genannten physikalischen Kräfte. Und auch die Konstellation, bei der sich mehrere um die Mitte Liegende an den Händen halten, widersteht nur begrenzte Zeit der Fliehkraft.

Wer in der Mitte sogar aufsteht, der entkommt nicht dem Seil, das – von der Seite auf die Scheibe geworfen – sich an einem Fuß reibt oder sogar um diesen herumschlingt, zieht und irgendwie auch den Geschicktesten von der Scheibe holt. Bisweilen hält es einzelne Teilnehmer trotz aller Maßnahmen auf der Scheibe – solange, bis der Rekommandeur diese Person zum Gewinner erklärt.[1]

Versionen und Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine kleinere Version des Teufelsrades wurde im Dezember 2011 im Experiminta ScienceCenter FrankfurtRheinMain für Besucher freigegeben und ist Teil der Ausstellung geworden.[2] Teufelsräder findet man heute noch beispielsweise auf dem Münchner Oktoberfest oder im Taunus Wunderland.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Video auf YouTube.
  2. Neue Experimentierstation "Teufelsrad" in der „Experiminta“ in Frankfurt. In: Experiminta ScienceCenter. 5. Januar 2012, abgerufen am 10. Mai 2014.
  3. Teufelsrad. Auf: taunuswunderland.de. Abgerufen am 10. Mai 2014