Theater Augsburg

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Das Theater Augsburg ist ein Eigenbetrieb der Stadt Augsburg, der 1999 aus dem Vierspartenhaus Städtische Bühnen Augsburg hervorgegangen ist. Es ist das größte der Theater in Augsburg und betreibt vier Spielstätten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Große Haus am Kennedyplatz.

1630 kauften die Augsburger Meistersinger den Welserstadel und bauten ihn als Theaterstätte aus. Dort spielten und sangen Handwerksmeister, stets zur Besserung des Volkes, nit des Gelts wegen, öffentlich.

1665 begann mit der Errichtung des Meistersinger-Stadels durch das städtische Almosenamt am Lauterlech, in der Jakobervorstadt bei der Kirche St. Jakob, Augsburgs eigentliches Theaterleben. Vom Gebäude ist wenig überliefert, es soll 15 „Stüblin“ (Logen) enthalten haben, war aber bereits von Anfang an so baufällig, dass immer wieder teure Sanierungen vorgenommen werden mussten, um Künstler und Zuschauer nicht zu gefährden. Um diese Zeit löste sich auch die Gesellschaft der Meistersinger auf.

1696 oder 1697 wurde die erste Oper in Augsburg unter Leitung von Johann Sigismund Kusser aufgeführt.[1]

1739 errichtete die Stadt für das Jesuiten-Gymnasium St. Salvator ein eigenes Schauspielhaus bei der damaligen Salvatorkirche in der Jesuitengasse. 1803 wurde daraus eine Militärreitschule, 1876 das städtische Leihamt, und im Zweiten Weltkrieg wurde es zerstört.

Im Jahre 1776 entstand das Stadttheater, im Volksmund Komödienstadel, mit Auftrittsmöglichkeiten für renommierte Gast-Ensembles. Das Gebäude war ein schlichtes Haus mit vier Eingangstüren und hatte Platz für 900 Besucher. Über dem Parkett befanden sich zwei Ränge sowie eine Galerie, geschmückt mit einem Deckengemälde und einem gemalten Vorhang.

Wolfgang Amadeus Mozart besuchte das Theater im Oktober 1777. Seine Oper Don Giovanni wurde hier bereits 1787 (im Uraufführungsjahr) gespielt, die Zauberflöte am 21. Januar 1793, bei übrigens erhöhten Preisen. Am 1. Januar 1876 beschloss der Magistrat den Neubau eines repräsentativen Gebäudes.

Plakat der Eröffnungsveranstaltung am 26. November 1877

Dieses wurde anfangs an den jeweiligen Direktor verpachtet, der das Theater auf eigenes Risiko bespielte. Der erste Theaterleiter war Moritz Krüger (1833–1886). Eröffnet wurde das Große Haus mit der Oper Fidelio am Montag, 26. November 1877. Den Prolog dabei sprach Ernst Possart, damals Oberregisseur an der Hofbühne zu München.

Am 14. April 1886 wurde Henrik Ibsens Stück Gespenster als „Generalprobe“ aufgeführt, da die Zensur eine öffentliche Aufführung verboten hatte. Ibsen war persönlich anwesend. Josef Krägel war dabei der erste „Tischler Engstrand“ und Wilhelm Hellmuth-Bräm spielte „Pastor Manders“.[2]

1919 wurde das Theater kommunalisiert. 1938/39, während einer Renovierung, diente der Ludwigsbau als Ausweichspielstätte für das Theater Augsburg und erneut von 1944 (Zerstörung durch die Luftangriffe auf Augsburg) bis zur Wiedereröffnung 1956. 1999 wurde es in den städtischen Eigenbetrieb überführt.

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Sanierungspläne fehlen komplett. --Flominator 13:25, 2. Apr. 2016 (CEST)
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Ehemalige Komödie im Gignoux-Haus

Spielorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Großen Haus bespielt das Theater Augsburg die Spielstätten brechtbühne, Freilichtbühne und den hoffmannkeller. Letzterer gilt als Experimentalbühne des Theaters und bietet 99 Sitzplätze. Das Große Haus im Stadttheater Augsburg bietet 945 Gästen Platz, die Freilichtbühne, die in der Sommerzeit Opern, Operetten und Musicals präsentiert, hält 2245 Plätze vor. Für ihre Sinfoniekonzerte sind die Augsburger Philharmoniker zu Gast in der Augsburger Kongresshalle. Außerdem finden im Foyer des Theaters regelmäßig Lesungen, Matineen, Liederabende u. ä. statt. Seit der Schließung der Komödie im Sommer 2010, fanden Aufführungen in den ehemaligen Industriehallen der Christian Dierig AG, im Textil- und Industriemuseum (TIM), sowie in der Stadthalle Gersthofen statt. Als Ersatzspielstätte für die Komödie gibt es seit Mai 2012 die brechtbühne mit 243 Sitzplätzen auf dem ehemaligen Parkplatz des Theaters Augsburg.

Ensembles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freilichtbühne am Roten Tor.

Das Theater Augsburg verfügt über ein Musiktheater-, Schauspiel- und Ballett- Ensemble sowie den Chor und Extrachor des Theaters Augsburg und die Augsburger Philharmoniker.

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die künstlerische Leitung besteht (Stand: 2015) aus der Intendantin Juliane Votteler und den Spartendirektoren Georg Heckel für die Oper, Oliver Brunner und Maria Viktoria Linke für das Schauspiel, Robert Conn für das Ballett und dem Generalmusikdirektor Domonkos Héja, der das Konzertprogramm mit dem Philharmonischen Orchester Augsburg gestaltet. Weiterhin zählen zum Leitungsteam der Kaufmännische Direktor, Steffen Rohr, und der Technische Direktor, Siegfried Dellinger.

Am 17. November 2015 meldete die Süddeutsche Zeitung, dass André Bücker zur Spielzeit 2017/18 als Nachfolger für die scheidende Intendantin Juliane Votteler als Intendant berufen wird.[3]

Leiter, Direktoren und Intendanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikdirektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krimi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Augsburg-Krimi Der Intendant stirbt dramatisch von Peter Garski spielt im Augsburger Theater. Bei der Premiere des Musicals Frankensteins Monster fallen der Intendant und ein dubioser Bauunternehmer vom Balkon in die Zuschauer. Ein Giftpfeil hatte den Falschen getroffen. Im Augsburger Theater wurde er im Jahre 2002 mit der Rockband Waxx präsentiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Richard Hauber, Max Herre (Hrsg.): Das Stadttheater Augsburg. Festschrift zum fünfzigjährigen Bestehen im Auftrage der Stad. Herausgegeben von Dr. Max Herre, Augsburg, 1927, Selbstverlag der Stadt Augsburg, 188 S., mit Anhang, S. 39–72 f.
  2. Gespenster in The Ibsen Stage Performance Database der Universität Oslo
  3. André Bücker wird neuer Intendant In: Süddeutsche Zeitung, Artikel vom 17. November 2015, abgerufen am 18. November 2015