Theodor Fleitmann

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Theodor Fleitmann

Franz Friedrich Theodor Fleitmann (* 20. August 1828 in Schwerte; † 25. Oktober 1904 in Iserlohn) war ein deutscher Chemiker und Unternehmer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fleitmann war der Sohn des Kaufmanns Theodor Friedrich Fleitmann (* 1796; † 1860). Seine Großeltern mütterlicherseits waren die Kaufmannsfamilien Duisberg und Overweg aus Iserlohn. Nach dem Besuch der Provinzialgewerbeschule in Hagen begann er 1845 ein Chemiestudium. Er studierte in Gießen und Berlin. 1849 bis 1851 war Fleitmann Privatassistent von Justus von Liebig.[1] 1850 wurde er zum Doktor der Naturwissenschaften (Dr. phil. nat.) promoviert.

Aus gesundheitlichen Gründen gab er die Universitätslaufbahn 1851 auf und siedelte nach Iserlohn über. Dort leitete er die Nickelhütte Neusilberwarenfabrik Herbers, Witte & Co. 1861 erwarb Fleitmann die Nickelhütte und gründete zusammen mit Heinrich Witte auf der Iserlohner Heide in Iserlohn die Nickel- und Kobaltfabrik Fleitmann & Witte, die 1871 Rohlinge für die erste deutsche Nickelmünze des Deutschen Reiches fertigte. Ein Jahr zuvor hatte man die Produktionsstätte nach Schwerte verlagert. Das Nickelkleingeld wurde als Fleitmännchen ein Begriff.[2] [3]

1877 gelang es Theodor Fleitmann Nickel walz- und schmiedbar zu machen. Eine weitere Erfindung war das Plattieren von dünnem Nickelblech auf Stahlblech. Mit seinen Erfindungen schuf er die Grundlage für die spätere Nickelindustrie.

1898 wurde Theodor Fleitmann zum Ehrenbürger der Stadt Iserlohn ernannt. Drei Jahre später zog er sich aus dem auf über 1.000 Beschäftigte angewachsenen Betrieb zurück und übergab diesen an seine Söhne Richard (* 1860; † 1923) und Theodor Fleitmann (* 1861; † 1945). 1901 verlieh ihm die Technische Hochschule Charlottenburg die Ehrendoktorwürde. Er war Mitglied der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte.[4]

Im Alter von 76 Jahren starb Theodor Fleitmann an den Folgen eines Schlaganfalls.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Stellung des Berylliums und Magnesiums im periodischen System. Bonn 1927.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Grote: Fleitmann, Franz Friedrich Theodor. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 237 (Digitalisat).
  • Hermann Holtmeier: Markante Köpfe aus dem Märkischen Kreis. Hans-Herbert Mönnig Verlag, Iserlohn 1997, ISBN 3-922885-89-6.
  • H. Kraas: Ahnentafel des Königl. Preuß. Kommerzienrates Dr. phil. et Dr. Ing. E. h. Franz Friedr. Theodor Fleitmann. In: Der Märker. Band 14, Nr. 12, 1965, S. 245.
  • Wilhelm Schulte: Theodor Fleitmann. Der Werdegang des Begründers der Nickelindustrie. In: Der Märker. Band 9, Nr. 10, 1960, S. 247.
  • Wilhelm Schulte: Theodor Fleitmann (1828–1904). In: Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsbiographien. Band 8. Aschendorff, Münster 1962, S. 56–74.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Universitätsarchiv Gießen: Bestandsverzeichnis, S. 106 (pdf; 5,5 MB)
  2. archive.nrw.de: Vereinigte Deutsche Nickel-Werke AG vormals Westfälisches Nickelwalzwerk Fleitmann, Witte & Co.
  3. Ruhrtalmuseum: Geschichte und Personen
  4. Mitglieder der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte 1857