Thomas Ebbesen

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Thomas Ebbesen, 2014.

Thomas Ebbesen (auch Thomas W. Ebbesen) (* 30. Januar 1954 in Oslo) ist ein norwegischer Physikochemiker.

Laufbahn[Bearbeiten]

Thomas Ebbesen erhielt seinen Bachelor am Oberlin College in Ohio und den Ph.D. an der Universität Pierre und Marie Curie in Paris im Bereich der photophysikalischen Chemie. Er arbeitete dann am Notre Dame Radiation Laboratory (NDRL) in den Vereinigten Staaten und ging anschließend 1988 an die NEC Fundamental Research Laboratories in Japan. Dort untersuchte er die neuen Karbonmaterialien wie Fullerene (C60), Graphene und Kohlenstoffnanoröhren. Nachdem es möglich wurde, Kohlenstoffnanoröhren in großen Mengen zu produzieren, bestimmte er mit Kollegen einige von deren einzigartigen Eigenschaften. Dafür erhielt er 2001 zusammen mit Sumio Iijima, Cees Dekker und Paul McEuen den EuroPhysics Prize der European Physical Society.

Bei seinen Arbeiten in den NEC-Laboratories entdeckte Ebbesen ein neues optisches Phänomen: kleine Löcher in opaken Metallfilmen, deren Durchmesser kleiner als die Wellenlänge des einfallenden Lichts ist, zeigten eine Verstärkung der Lichttransmission durch die Löcher und einen Filtereffekt bezüglich der Wellenlänge. Die Ursache waren Wechselwirkungen mit elektronischen Resonanzen auf der Oberfläche des dünnen Metallfilms.[1] Der Effekt (Extraordinary Optical Transmission, EOT), der theoretisch unerwartet und für die Experten überraschend war, ließ sich durch die Größe und Geometrie der Löcher kontrollieren und verspricht Anwendungen in der Optoelektronik, bei chemischen Sensoren und in der Biophysik. Ebbesen gilt mit seinen Forschungsergebnissen als einer der Pioniere der Nanowissenschaften und ist zurzeit Professor an der Universität Straßburg.

Ebbesen ist unter anderem Mitglied der Norwegischen Akademie der Wissenschaften, der Königlichen Flämischen Akademie von Belgien für Wissenschaften und Künste[2] sowie der französischen Akademie der Wissenschaften.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • NEC Research Prize 1992
  • Randers Prize 2001
  • Agilent EuroPhysics Prize 2001
  • Prix France Telecom 2005
  • Tomassoni Prize 2009
  • Scola Physica Romana Medal 2009
  • Quantum Electronics and Optics Prize 2009[3]
  • Dr. Scient. H.C., University of Southern Danemark 2009
  • 2014 Kavli-Preis in Nanowissenschaften

Literatur[Bearbeiten]

  • T.W. Ebbesen, P.M. Ajayan, Large scale synthesis of carbon nanotubes. Nature 358, 220 (1992)
  • M.M.J. Treacy, T.W. Ebbesen and J.M. Gibson, Exceptionally High Young’s Modulus Observed for Individual Carbon Nanotubes. Nature 381, 678 (1996)
  • E. Dujardin, T.W. Ebbesen, H. Hiura, K. Tanigaki, Capillarity and wetting of carbon nanotubes. Science 265, 1850 (1994)
  • T.W. Ebbesen, H.J. Lezec, H.F. Ghaemi, T. Thio, P.A. Wolff, Extraordinary optical transmission through sub-wavelength hole arrays. Nature 391, 667 (1998)
  • C. Genet, T.W. Ebbesen, Light in Tiny Holes. Nature 445, 39 (2007)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Genet, Ebbesen Light in tiny holes, Nature, Band 445, 2007, S. 39-46, PMID 17203054
  2. KVAB Klasse Natuurwetenschappen (Buitenlandse Leden): kvab.be
  3. Alain Aspect et Thomas Ebbesen, récompensés par la Société européenne de physique. Abgerufen am 28. September 2012 (französisch).