Thomas de Choisy

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Thomas de Choisy, Marquis de Moigneville (* 1632 vermutlich in Paris; † 26. Februar 1710 in Saarlouis) war ein Offizier und Ingenieur Ludwigs XIV. von Frankreich. Er war der Gouverneur der von ihm geplanten Festungsstadt Saarlouis von deren Gründung 1680 bis zu seinem Tode.

Leben[Bearbeiten]

Festung Charleroi 1693
Hinter dieser Gedenkplatte in der Kirche St. Ludwig ruht die Bleikapsel mit seinem Herzen

Choisy trat 1650 in die königliche Garde ein. Am 10. August 1659 wurde er zum Lieutenant und aide-major im Kavallerie-Regiment Saint-Diéry befördert. 1668 wurde er Enseigne (Fähnrich) in der Leibkompagnie des Infanterieregimentes d’Espagny.

Der Marquis de Louvois bezeichnete ihn als fähigsten der Ingenieure, die in Lille waren. Louvois überantwortete ihm die Arbeit an der Festung Charleroi, die im Jahre 1668 fertiggestellt wurde.[1] Unter Marschall Turenne nahm er am Holländischen Krieg teil. 1675 überantwortete Louvois ihm den Bau der Festungen von Huy und Limbourg sowie der Zitadelle von Lüttich. Das 1673 nach einer eingenommene Maastricht wurde ebenfalls von ihm ausgebaut und konnte 1676 einer Belagerung durch niederländische Truppen standhalten.[2] Choisy war von 1677 bis 1680 Kommandant der Festung Thionville.[3] In dieser Zeit machte er Standort- und Bauvorschläge für die Festungen Longwy[4] und Saarlouis. Für letztere, deren Grundsteinlegung am 5. August 1680 erfolgte, wurde er zudem als Gouverneur eingesetzt.

Im Reunionskrieg nahm Choisy an der erfolgreichen Belagerung von Luxemburg (1684) teil, ab 1687 leitete er die Bauarbeiten an der Festung Mont Royal. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg nahm er an der Verteidigung von Mainz im Jahre 1689 teil. 1692 übernahm er von Tallard den Oberbefehl bei der Belagerung der Burg Rheinfels.[5][6]

Choisy starb 1710 in Saarlouis. Sein Leichnam wurde in die Familiengruft in Mogneville überführt, sein Herz jedoch blieb – wie er selbst verfügt hatte – in „seiner“ Stadt und wurde in der Pfarrkirche St. Ludwig beigesetzt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charleroi in: Die Festungen Vaubans
  2. George Satterfield: Princes, posts and partisans - the army of Louis XIV and partisan warfare in the Netherlands (1673-1678) Brill, 2003, S. 146, ISBN 9004131760
  3. Guillaume Ferdinand Teissier: Histoire de Thionville - suivie de divers mʹemoires sur l'origine et l'accroissement des fortifications, les ʹetablissemens religieux et de charitʹe, l'instruction publique, la topographie, la population, le commerce et l'industrie, etc.; de notices biographiques; de chartes et actes publics dans les langues romane et teutone, etc Verronnais, 1828
  4. Heike Kempf: Festung Longwy
  5. Geschichte der Burg Rheinfels
  6. Wolfgang Eichelmann: Hessische Münzen und Medaillen: Gedanken und Betrachtungen zu Münzen und Medaillen des Hauses Brabant MV-Verlag, 2010 S. 137, ISBN 3869910607