St. Ludwig (Saarlouis)

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Fassade von St. Ludwig zum Großen Markt mit Marienbrunnen

St. Ludwig und St. Peter und Paul ist eine katholische Kirche am Großen Markt in Saarlouis. Die Pfarrgemeinde wurde im Jahr 1685 im Zusammenhang mit der Anlage der Festung Saarlouis gegründet und umfasst heute ca. 4000 Katholiken. Sie bildet seit dem Jahr 2012 mit den Pfarreien St. Crispinus und Crispinianus (Lisdorf), St. Peter und Paul (Beaumarais), St. Medardus (Neuforweiler) sowie St. Marien in Picard die Pfarreiengemeinschaft "Saarlouis - Links der Saar".[1] Die Kirche ist dem Bistum Trier zugeordnet. Haupt-Patroziniumstag ist der Gedenktag des heiligen Ludwig von Frankreich am 25. August. Der zweite Patroziniumstag der Kirche ist das Fest Peter und Paul am 29. Juni. Das zusätzliche Patrozinium der Apostelfürsten wurde von der im Jahr 1688 auf Befehl König Ludwigs XIV. zerstörten Wallerfanger Stadtpfarrkirche übernommen.[2][3]

Inhaltsverzeichnis

Lage und Umgebung[Bearbeiten]

Das katholische Gotteshaus befindet sich am Großen Markt, dem Mittelpunkt der Stadt Saarlouis in der Innenstadt. Direkt gegenüber der Hauptfassade von St. Ludwig befand sich auf der anderen Seite des Großen Marktes das in den Jahren 1685-1686 errichtete königliche Kommandanturgebäude (heute als Rekonstruktion von 1973 bis 1979). Kircheneingang und Kommandantureingang entsprechen einander.[4] Sinnfälliger als durch die gegenseitige Bezogenheit von Kommandantur und Kirche kann man das „Bündnis von Thron und Altar“ des streng monarchistischen ausgerichteten Katholizismus im Absolutismus Ludwigs XIV. schwerlich ausdrücken. Der durch das Festungstor in die Stadt Saarlouis eintretende Untertan sah sich, über den Großen Markt schreitend, deutlich im architektonisch visualisierten Dialogfeld zwischen militärgestützter Monarchie und monarchistisch instrumentalisierter Kirche eingespannt.

Marienbrunnen[Bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Marienbrunnen vor der Kirche
St. Ludwig (Saarlouis), Detail Marienbrunnen
St. Ludwig (Saarlouis), Detail Marienbrunnen

Aus Anlass des von Papst Pius XII. am 8. September 1953 durch die Enzyklika Fulgens corona verkündeten Marianischen Jahres beschloss der Saarlouiser Stadtrat am 5. Februar 1954 die Errichtung des Marienbrunnens in der horizontalen Mittelachse des Großen Markt vor der Ludwigskirche. Er erinnert an das Jahrhundert-Jubiläum der feierlichen Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis (Immaculata) im Jahr 1854 durch Papst Pius IX. sowie an das von Pius XII. im Jahr 1950 verkündete Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel.

Unter der Oberleitung von Stadtbaurat Peter Focht (1907-1987) entwarfen Cecilie Satzl-Hoffmann und Hanns Satzl die Gesamtanlage. Nikolaus Simon (1897-1970) führte die Steinmetzarbeiten aus. Die Marienfigur schuf Hans Bogler (1910-1994). In der Mitte des runden Wasserbeckens erhebt sich eine Brunnensäule, die von einem kapitellartigen unterteilten Kalkstein-Zylindersockel mit Inschrift abgeschlossen wird. Die Inschrift des oberen Zylinderabschnittes lautet "Königin des Friedens bitte für uns" und bezieht sich auf die Erfahrung der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts und die anschließende atomare Bedrohung in der Zeit der politisch-ideologischen Blockbildung des Kalten Krieges. Der untere Zylinderabschnitt ist mit dem marianischen Monogramm geschmückt. Seine lateinische Inschrift steht im Zusammenhang mit dem Englischen Gruß (Lk 1,28 EU) und lautet: "Ave Maria"; darunter: "Anno Domini 1955" ("Gegrüßet seist Du, Maria"; darunter: "Im Jahre des Herrn 1955"). An der Unterseite des Inschriften-Kapitells strömt Wasser aus fünf bronzenen Öffnungen aus, um sich über zwei versetzt angeordnete, bronzene Brunnenschalen in der Art römischer Brunnen in das große Brunnenbecken aus hellem Kalkstein zu ergießen. Die fünf wasserspendenden Öffnungen können im Zusammenhang mit der Vorstellung von den sogenannten Heiligen fünf Wunden Jesu am Kreuz und der Prophezeiung des Propheten Ezechiel als heiligende Flut des unter dem Tempel Gottes hervorströmenden Wassers (Hes 47,2 EU) gedeutet werden. Zusätzlich biete die Fünfzahl der Wasseröffnungen einen marianischen Bezug zu den fünf Blütenblättern der "Rosa mystica" (Geheimnisvolle Rose), einem Symbol Mariens in der Lauretanischen Litanei.

Über den kapitellartigen Zylinder erhebt sich, dem Platz zugewandt, die überlebensgroße Bronzefigur der Jungfrau und Gottesmutter. Maria, angetan mit faltenlosem Gewand und Mantel, hält in der rechten Hand die kreuzbekrönte Kugel des Kosmos, auf ihrem linken Arm sitzt das Jesuskind, das den Betrachter mit seiner Rechten zu segnen scheint und mit der Linken auf sein Herz hinweist. Mit seinem pazifistischen Impetus nimmt der Marienbrunnen historisch-antithetischen Bezug zum geradezu kriegsverherrlichenden, pseudoreligiösen früheren Gefallenendenkmal in der Achse vor der Kommandantur, das im Jahr 1936 an den Kaiser-Friedrich-Ring versetzt wurde. Der Marienbrunnen ist in der Denkmalliste des Saarlandes als Einzeldenkmal ausgewiesen.[5][6][7]

Der Marienbrunnen gehört zu einer ganzen Reihe von marianischen Denkmälern im Saarland, die anlässlich des marianischen Jahres entstanden, so etwa die Mariensäulen in Bous, Wadern, Bildstock, Neunkirchen und St. Ingbert oder die marianische Anlage des Ensdorfer Hasenberges, der Bau des "Marienturmes" der Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit in Fraulautern sowie der marianische Fensterzyklus in der Klosterkirche des Klosters Heiligenborn in Bous. Auch die saarländische Post gab aus Anlass des marianischen Jahres eine Briefmarkenserie mit Muttergottesdarstellungen heraus. Zudem war mit dem tiefgläubigen Katholiken Johannes Hoffmann ein Ministerpräsident im Amt, der die Förderung des christlichen Glaubens zur Überwindung der Folgen der antihumanistischen NS-Diktatur und als Schutzschild gegen kommunistische Strömungen als dringliche politische Aufgabe empfand. Somit war die Proklamation des Mariendogmas und des marianischen Jahres im Saarland auf äußerst fruchtbaren Boden gefallen. Über die Marienverehrung sollte das religiöse Bekenntnis im historisch stark katholisch geprägten Land an der Saar gestärkt sowie eine gewisse "nationalsaarländische Identität" in der saarländischen Bevölkerung entwickelt werden.[8]

Wie sehr sich die Christliche Volkspartei des Saarlandes unter Ministerpräsident Johannes Hoffmann als einzig wahre Alternative zu den atheistischen Ideologien des Faschismus und des Sozialismus/Kommunismus empfand und eine durch und durch christlich geprägte Gesellschaft im Saarstaat schaffen wollte, wird zum Beispiel an der Rede des Saarlouiser Bürgermeisters Anton Merzigers zur Einweihung des dem Marienbrunnen benachbarten Rathauses am Großen Markt deutlich:[9]

„Wir haben es alle selber erfahren, nur wenn Christus herrscht im öffentlichen Leben, nur wenn wir Gott geben, was Gottes ist, können wir Menschen bleiben und menschenwürdig leben. Deshalb stellen wir (...) die ganze Stadt unter den Schutz des Kreuzes.“

Vertreter der evangelischen Kirche im Saarland hatten gegen die Errichtung des Marienbrunnens in Saarlouis protestiert. In einer Erklärung der saarländischen Kreissynoden heißt es diesbezüglich:

„Wir machen auf die Gefahren und verhängnisvollen Folgen, die mit einer einseitigen Konfessionalisierung des öffentlichen Lebens entstehen, aufmerksam und bitten Staat und Behörden, solche Übergriffe nicht zuzulassen, damit die Freiheit des Gewissens, des Glaubens und der Überzeugung und der öffentlichen und der konfessionelle Friede erhalten und das rechte Verhältnis zwischen Kirche und Staat gewahrt bleibe.“

Die Brunnenanlage vor St. Ludwig wurde trotz aller Proteste am Hochfest der Apostelfürsten Peter und Paul (29. Juni 1956), den zweiten Pfarrpatronen der Kirche, in einer groß angelegten Einweihungsfeier, die man als "machtvolle Bekundung des katholischen Glaubens" an der Saar verstand, eingeweiht.[10]

Baugeschichte[Bearbeiten]

Barockes Kirchgebäude[Bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), "Grundstein"-Inschrift mit Lilien-Kreuz aus dem Jahr 1685 im Eingangsbereich der Kirche

Provisorische Kirchenräume[Bearbeiten]

In den ersten Jahren nach der Gründung der Festungsstadt Saarlouis (Grundsteinlegung am 5. August 1680) hatte der Gottesdienst für die Soldaten und ersten Einwohner provisorisch in einer einfachen Lagerkapelle oder in der ehemaligen Hauptwache am Großen Markt stattgefunden. Der letzte Pfarrer der zerstörten Stadt Wallerfangen, Johann Manderfeld, übernahm die Seelsorge der in die Festung zwangsumgesiedelten Einwohner von Wallerfangen. Die Prämonstratensermönche der nahe gelegenen Abtei St. Maria in Wadgassen bemühten sich um die Übernahme der Seelsorge in Saarlouis, doch im Jahr 1683 wurde die Pfarrseelsorge auf Befehl König Ludwigs XIV. französischen Augustiner-Rekollektenpatres übertragen. Am 13. November 1683 übernahmen die Patres Symphorien Gaillon und Vincent Gorgan die "Paroisse de Sarrelouis". Die Rekollektenpatres stellten ab diesem Zeitpunkt jeweils den Pfarrer in Saarlouis. Sie wohnten bis zum Bau eines eigenen Pfarrhauses in den Jahren 1685-1686 zunächst im Kommandanturgebäude am Großen Markt, später in der Kavallerie-Kaserne. Dieses Pfarrhaus tat seinen Dienst bis zum Jahr 1957, als das neue Pfarrhaus in der Kavalleriestraße hinter der Kirche bezogen wurde. Barockes Pfarrhaus und Pfarrkirche waren durch eine Galerie miteinander verbunden.[11]

Kirchenbau[Bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Außenansicht der Barockkirche, (Archiv des Institutes für aktuelle Kunst im Saarland)
Eglise Saint-Dagobert in Longwy als architektonische Parallele
St. Ludwig (Saarlouis), Innenraum der Barockkirche, (Archiv des Institutes für aktuelle Kunst im Saarland)

Die erste barocke Pfarrkirche St. Ludwig wurde vermutlich von Festungsingenieuren in den Jahren 1685 bis 1687 mit einer dreiteiligen Fassade in der Art römischer Tempel errichtet. Ein Grundrissplan aus dem Jahr 1847 hat sich im Trierer Bistumsarchiv erhalten, ebenso existiert eine Innenraumansicht aus dem Jahr 1834. Die Kirche hatte einen Länge von 103 Fuß, das Schiff hatte eine Breite von 42 Fuß und das Querschiff eine Breite von 72 Fuß (6 Pariser Fuß = 1,95 m).

Die barocke Kirche, deren Fassadengestaltung in Photographien überliefert ist, wies große Ähnlichkeiten mit der Kirchenfassade von Longwy auf, die etwa zur gleichen Zeit vom Saarlouiser Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban entworfen worden war, allerdings keine verschieferte Haube wie die ehemalige barocke Kirche in Saarlouis trägt. Aufgrund des sumpfigen Geländes musste man das Sakralgebäude auf einem umfangreichen Pfahlgitterrost aus großen Eichenstämmen gründen.

Die Kirche wurde analog zum Stadtnamen "Sarrelouis" und zum Stadtgründer "Louis XIV.", dessen Namenspatron, dem heiliggesprochenen Ludwig IX., König von Frankreich, geweiht. Ludwig XIV. verehrte seinen großen Ahnherren und Namenspatron Ludwig IX. so sehr, dass er auch die Schlosskapelle (Baudaten: 1699-1715) seines Residenzschlosses in Versailles dem Heiligen, der als Idealbild eines frommen mittelalterlichen Ritters gilt und die Macht Frankreichs auszuweiten suchte, weihen ließ, um dessen himmlische Fürsprache zu erflehen.

Das zweite Patrozinium der Apostelfürsten übernahm man von der niedergelegten Wallerfanger Stadtpfarrkirche. Dieses Patrozinium zeugt davon, dass sicherlich in der Bevölkerung noch großer Unmut hinsichtlich der brutalen Zwangsumsiedelung und radikalen Zerstörung der alten Stadt Wallerfangen zu überwinden waren. Mit der Übernahme des Titels hoffte man vermutlich, die erhitzten Gemüter etwas beruhigen zu können.

In großen Fassadennischen standen die Steinfiguren der beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus. Die Skulpturen sind heute im Kircheninneren aufgestellt. Sie sind vermutliche eine Trierer Bildhauerarbeit vom Ende des 18. Jahrhunderts. Über dem Giebeldreieck auf vier toskanischen Pilastern erhob sich über geschweiften Giebelbögen mit Vasenaufsätzen ein eingezogener Turm mit verschiefertem Glockengeschoss, glockenförmiger Turmhaube und kreuzbekrönter Laterne. Die Kirche verfügte über ein ausladendes Querschiff und einen halbrunden Chorbereich. Große klarverglaste Rundbogenfenster ließen Licht in den stützenlosen Raum, der von einem stuckierten korbbogigen Tonnengewölbe überfangen wurde.[12]

Der erste Festungsgouverneur Thomas de Choisy legte in Stellvertretung König Ludwigs XIV. am 2. Juni 1685 mit der Erlaubnis des Trierer Erzbischofes Johann VIII. Hugo von Orsbeck den Grundstein für den Sakralbau. Die Inschrift des Steins lautete:

„DE L´ORDRE DE LOVIS LE GRAND CETTE PREMIERE PIERRE DE L´EGLISE DE SAARLOUIS A ETE MISE PAR MESre THOMAS DES CHOISY GOUVERNEUR DE LA PLACE“

(Dt. Übersetzung: "Im Namen von Ludwig dem Großen wurde dieser Grundstein zur Kirche von Saarlouis von Herrn Thomas de Choisy, Gouverneur der Festung, gelegt.")

Der Grundstein ist nur bruchstückhaft erhalten und befindet sich heute im städtischen Museum. Auf dem Sandstein, der im rechten Windfang der heutigen Kirche ins Mauerwerk eingefügt ist, wird auf die Gründung der Kirche hingewiesen:

„CESTE ECLISE ESTE FONDEE DU REGNE DE LOVIS 14 DU NOM ROY DE FRANCE ET DE NAVARRE LE 2 MAY 1685.“

(Dt. Übersetzung: "Diese Kirche ist gegründet worden unter der Regierung Ludwig 14., König von Frankreich und Navarra am 2. Mai 1685.)

Die feierliche Konsekration erfolgte am 6. April 1687 durch Johann Philipp Burckhardt, Weihbischof von Speyer und Titularbischof von Tripolis.

An Ausstattungsstücken der barocken Kirche sind heute noch zwei großformatige Ölgemälde als Geschenk Ludwigs XVI. erhalten. Sie stellen die "Heilige Familie" sowie die "Apotheose des heiligen Ludwig" dar. Ebenso erhalten blieb ein vergoldetes Altarantependium mit der Darstellung des Letzten Abendmahles. Das Gemälde mit dem heiligen Ludwig und das Antependium waren sicherlich Teile des ehemaligen Hochaltares von St. Ludwig, dessen Gestaltung Ähnlichkeiten mit den Altären in Saargemünd (St. Nicolas), Sierck (Nativité-de-la-Bienheureuse-Vierge-Marie), Beaumarais (St. Peter und Paul, seit 1924 in der Kirche St. Antonius in Werbeln) sowie mit dem Altar der ehemaligen Klosterkirche der Abtei Fraulautern besaß.

Die Kirchturmuhr wurde im Jahr 1704 von Johann Weber aus Trier geliefert, die erste Orgel baute die Orgelmanufaktur Bramer aus Kornelimünster. Zwei Glocken übernahm man im Jahr 1688 aus der Stadtpfarrkirche in Wallerfangen, zwei weitere wurden im Jahr 1720 im Auftrag der Saarlouiser Stadtverwaltung neu gegossen. Eine zusätzliche Glocke aus dem Jahr 1576 kam man aus der benachbarten Abtei Heiligste Dreifaltigkeit in Fraulautern.[13]

Restaurierungen im 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

In den Jahren 1760-1766 wurde der Sakralbau einer durchgreifenden Innenrestaurierung unterzogen. Dabei wurden die beiden Seitenaltäre neu gestaltet und der Chorraum holzvertäfelt.[14] Die verschieferte Glockenstube und der Turmhelm wurden in den Jahren 1770 und 1787 erneuert. Eine verheerendes Hochwasser der Saar verursachte im Jahr 1784 große Schäden.

Entweihung in der Französischen Revolution[Bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), barocke Altarpredella mit der Darstellung des Abendmahles, vergoldete Holzschnitzerei vom Anfang des 18. Jahrhunderts[15]

Am Beginn der Französischen Revolution wurde die Pfarrei St. Ludwig von den Ordensgeistlichen Jean Capistran Kremer als Superior, Christophe Justine Bichelberger, Jean Baptiste Rommeveaux und Nicolas Beaudouin seelsorglich betreut. Superior Kremer ließ noch am 20. Juni 1790 ein Verzeichnis der pfarrlichen Besitztümer anlegen. An Vasa sacra sind in dieser Liste u. a. vier vergoldete Kelche, mehrere Leuchter, zwei Ziborien, eine edelsteinbesetzte Strahlenmonstranz sowie ein diamantenbesetztes Kreuz verzeichnet.

Die französische Nationalversammlung hatte bereits am 13. Februar 1790 die katholischen Orden aufgehoben. Seit dem 22. Mai debattierte die Versammlung über die Weltgeistlichen. Am 12. Juli 1790 wurde die Zivilverfassung verabschiedet und am 24. August verkündet. Die Zuständigkeitsgebiete der Diözesen wurden den neuen staatlichen Einheiten der Départements angepasst. In jedem Departement wurde ein eigenes Bistum errichtet. Die Bischöfe und Pfarrer wurden gewählt.

Der Klerus unterstand durch die Zivilkonstitution nunmehr staatlicher Besoldung. Die Zivilkonstitution vollendete die Entwicklung der französischen Kirche zu einer Nationalkirche. Die Bindung an den Papst wurde geschwächt, indem Dekrete aus dem Vatikan zunächst von der französischen Regierung kontrolliert, Abgaben nach Rom eingestellt, und dem Heiligen Stuhl jegliche kirchliche Jurisdiktion entzogen wurde. Bischofs- und Pfarrerwahlen wurden ebenso dem Einfluss der Kurie entzogen. Der Papst wurde lediglich als symbolisches Kirchenoberhaupt anerkannt. Darüber hinaus hatten alle Kleriker einen Eid auf die Verfassung der Republik abzulegen.

Im Jahr 1791 lehnte Papst Pius VI. die französische Zivilkonstitution ab. In ländlichen Gemeinden hatten zu dieser Zeit bereits etwa 55 % der Priester den verlangten Eid geleistet, zwischen 25 % und 48 % in den städtischen Gemeinden. Innerhalb der Kirche Frankreichs kam es nach der päpstlichen Positionierung zu einer Spaltung zwischen verfassungstreuen und papsttreuen Priestern, mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die Gläubigen. Die Eidverweigerer waren schweren staatlichen Sanktionen bis hin zur Todesstrafe ausgesetzt.

In Saarlouis protestierten die Rekollektenpatres gegen diese Entwicklung und flohen am 30. August 1792 aus der Stadt. An ihrer Stelle setzte man am 10. September 1792 den ehemaligen Busendorfer Pfarrer Johann Guitienne als Pfarrverwalter an St. Ludwig ein. Bestätigt durch eine Wahl vom 28. November 1792 wurde Guitienne durch Erlass des Bischofes von Metz, Nicolas Francin, nachdem Bischof Louis-Joseph de Montmorency-Laval in den Jahren 1791/1792 nach Deutschland geflohen war. Guitienne versah sein Amt in Saarlouis bis zur Unterdrückung des katholischen Kultus im Jahr 1794.[16]

Im August 1793 musste St. Ludwig drei und das Augustinerkloster eine Glocke zu militärischen Zwecken abgeben.

Während der Schreckensherrschaft zur Zeit der Französischen Revolution und der allgemeinen Unterdrückung des Katholizismus wurde die St. Ludwigskirche in einen sogenannten Tempel der Vernunft umgewandelt. Darüber hinaus nutzte man die profaniert Kirche als Versammlungssaal für die revolutionären Klubs. Dabei wurde das Innere nahezu vollständig verwüstete und das Turmkreuz heruntergerissen. Die Gegenstände des religiösen Kultus verbrannte man auf dem Großen Markt auf einem Scheiterhaufen. Der im Jahr 1751 in Saarlouis geborene Lazaristen-Missionspriester und Theologieprofessor Louis Hayer wurde im Jahr 1793 in Niort guillotiniert.[17][18][19]

Heimliche Gottesdienste wurden von Pater Pierre Lorain, der sich als Gemüsehändler oder Holzhauer tarnte, in einsamen Waldstücken und anderen geheimen Orten in der Umgebung von Saarlouis unter Lebensgefahr weiterhin abgehalten.[20] Die beiden von Ludwig XIV. geschenkten großformatigen Ölgemälde "Die Apotheose des heiligen Ludwig" sowie "Die Heilige Familie" überstanden allerdings das ikonoklastische Wüten, da sie ein Kirchenschöffe mit Kalk überschüttet haben soll. Ebenso hat sich die barocke Altarpredella erhalten. Auf den Hochaltar setzte man in einer kultischen Feier eine junge Frau als Personifikation der Göttin der Vernunft und legte ihr das zertrümmerte Altarkreuz zu Füßen. In der Folgezeit nutzte man den entwidmeten Sakralraum auch als Scheune.[21]

Konkordat von 1801 und Wiener Kongress[Bearbeiten]

Erst nach dem Abschluss des Konkordates von 1801 zwischen Napoleon und Papst Pius VII. in Paris konnte Saarlouis offiziell wieder seelsorglich betreut werden. Turm und Dach wurden im Jahr 1805 ausgebessert.[22]

Mit dem Wiener Kongress kam Saarlouis an das Königreich Preußen. Mit der päpstlichen Bulle De salute animarum (lat.: Zum Heil der Seelen), vom 16. Juli 1821, legte Papst Pius VII. im Rahmen der Neuumschreibung der katholischen Diözesen in Deutschland nach dem Wiener Kongress die Neuordnung der Diözesen und Kirchenprovinzen in Preußen fest. Da der Wiener Kongress (1814–1815) keine Klärung der kirchlichen Angelegenheiten brachte und die Kirchenprovinzen an die innerpreußischen Grenzen angeglichen werden sollten, wurden mit der Zirkumskriptionsbulle die Verhältnisse der katholischen Kirche in Preußen neu geregelt. Saarlouis wurde dabei wieder dem Bistum Trier zugewiesen. Die Kirche St. Ludwig diente auch den katholischen Angehörigen der preußischen Garnison als Garnisonskirche.[23]

Im Jahr 1829 wurde in der Kirche ein neuer marmorner Hochaltar errichtet, der vom Metzer Bildhauer Auguste Pioche gefertigt worden war. Im Jahr 1832 restaurierte man die Seitenaltäre und das Ölgemälde "Die Heilige Familie" von Dupuy.[24][25]

Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten]

Pfarrkirche und Pfarrhaus befanden sich im Eigentum der Stadt Saarlouis, die auch für den Gebäudeunterhalt, die Kirchensänger und den Organisten aufkam. Erst am 14. März 1880 gingen die Gebäude in das Eigentum der Pfarrgemeinde über.[26]

Dienstämter an St. Ludwig[Bearbeiten]

Die Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis beschäftigte vor der Französischen Revolution folgende Kirchendienstämter:

Die Kirchenschöffen verwalteten das Pfarrvermögen, die sogenannte "Fabrik". Sie wählten die übrigen Kirchendiener und kontrollierten die Durchführung kirchlicher Bestimmungen. Der Glöckner versah kirchliche, städtische und militärische Dienste. In kirchlichen Angelegenheiten waren die Hauptglocke und die kleine Glocke zu läuten. Die Bürger- oder Gemeindeglocke läutete er auf Anordnung des Bürgermeisters. Auf Veranlassung des Festungskommandanten wurde morgens und abends beim Öffnen und Schließen der Festungstore geläutet.[27]

Religiöse Bruderschaften[Bearbeiten]

Vor der Französischen Revolution bestanden in Saarlouis drei religiöse Bruderschaften. Die Bruderschaft vom Heiligsten Sakrament wurde durch eine Bulle des Papstes Innozenz XII. am 30. Juni 1692 bestätigt. Die Saarlouiser Skapulierbruderschaft wurde im Jahr 1718 gegründet und veranstaltete Sakramentsprozessionen an zwei Sonntagen im Monat. Die Ersterwähnung einer Saarlouiser Bruderschaft des Dritten Ordens datiert auf das Jahr 1703. Darüber hinaus gab es noch eine Sebastiansbruderschaft. Bis zur Französischen Revolution waren auch die acht handwerklichen Zünfte der Festungsstadt Saarlouis durch ihre Satzungen eng an die Pfarrgemeinde angebunden.[28]

Pfarrfriedhöfe[Bearbeiten]

Zunächst diente das Kircheninnere auch als Begräbnisstätte der Bürger von Saarlouis. Ein erster Friedhof wurde am 17. Juli 1685 durch Pater Gargan in den äußeren Werken des Brückenkopfes vor dem Deutschen Tor eingerichtet. Später diente dieser Friedhof nur noch als Grablege für Militärangehörige. So wollte man im Jahr 1691 einen neuen Friedhof rings um die Kirche anlegen, gab dieses Vorhaben aber aus Platzgründen bald wieder auf. Für Mönche und Bürger wurde auch ein Friedhof hinter dem in den Jahren zwischen 1693 und 1696 erbauten Augustinerkloster (heute Gelände des Saarlouiser Canisianums) angelegt. Hier musste man als Bürger allerdings für Grabstätten bezahlen. Für alle übrigen Bürger gab es seit dem Jahr 1714 einen Friedhof mit Kapelle und Totenhaus an der Stelle der früheren Reitbahn (Kaserne 2 und 4). Aus Gründen der Hygiene wurde dieser Friedhof im Jahr 1771 durch Verordnung des Trierer Erzbischofes Clemens Wenzeslaus von Sachsen aufgegeben und der jetzige "Alte Friedhof" (Neubelegung im Jahr 1997 beendet) vor dem Französischen Tor angelegt.[29] Der "Neue Friedhof" am Soutyhof wurde am 29. Mai 1921 eingeweiht.[30]

Kirchenbankberechtigungen[Bearbeiten]

Als Bauherr der Kirche hatte der französische König die Kirchenbänke in St. Ludwig die Platzrechte an einzelne Familien, an Stadtverwaltungsmitglieder sowie militärische und jurisdiktionelle Würdenträger vergeben. Diese Platzrechte wurden bis zur Französischen Revolution nach jeweiliger Einholung der Erlaubnis des Kirchenvorstandes von Generation zu Generation weitergegeben. Beim Tod eines Platzbesitzers musste der Nachkomme seit einem Gerichtsurteil aus dem Jahr 1730 eine Anerkennungsgebühr zu Gunsten der Kirchenkasse bezahlen. Darüber hinaus waren Verkauf, Tausch oder Vermietung von Kirchenplätzen ohne Zustimmung des Kirchenvorstandes streng untersagt.

Die beiden vorderen Bänke rechts und links des Hochaltares waren dem Klerus und den Kirchenschöffen reserviert. Im Jahr 1783 war es zwischen der Saarlouiser Militärbehörde und der Stadtverwaltung bezüglich der Besetzung der Kirchenbänke zum Streit gekommen. Das Militär untersagte den Stadtverordneten die Mitbenutzung der Militärbänke und unterstrich diese Anordnung durch die Aufstellung einer Schildwache in der Kirche. Die Stadtverordneten widersprachen dem, indem sie darauf pochten, dass sich die drei vom Militär genutzten Chorbänke im Eigentum der Stadt befänden. Die letzte Verpachtung der Kirchenbänke fand im Jahr 1791 statt, als in der Kirche 19 Bänke vergeben wurden, davon fünf in der Muttergotteskapelle und eine in der Antoniuskapelle, die dem Generalproviantmeister der französischen Armee de Lasalle zugestanden wurde. Nach der Französischen Revolution kam die Bankberechtigung außer Gebrauch.[31]

Kapuziner- und Augustinerkloster[Bearbeiten]

Kapuziner

Auf Befehl des französischen Königs Ludwigs XIV. wurde im Jahr 1691 in der Lisdorfer Au (Kapzinerschanze an einer Saarfurt) ein Kapuzinerkloster gegründet, in das 25 Patres aus der Champagne einzogen. Das Klostergebäude konnte im Angriffsfall auch als Zitadelle zum Schutz der Saarfurt genutzt werden. Die Klosterkirche wurde im Jahr 1718 geweiht. Das Kloster wurde in der Französischen Revolution geräumt und fiel später einem Brand zum Opfer. Das Klosterareal erhielt während der preußischen Zeit im Jahr 1821 die Bezeichnung "Fort Rauch". Im Jahr 1889 wurde das gesamte Gelände eingeebnet.[32]

Augustiner
Wilhelm Peter Schmitz: Saarlouis, St. Petrus Canisius, Innenraum

Das Wallerfanger Augustinerkloster wurde im Jahr 1691 nach Saarlouis verlegt. Es gehörte verwaltungsmäßig zur Kölner Ordensprovinz. Die deutschen Mönche waren ein Zugeständnis an den überwiegend aus Wallerfangen stammenden deutschsprachigen Bevölkerungsteil der neuen Festungsstadt, der im Hinblick auf die französischsprachige Seelsorge durch die Rekollektenpatres in St. Ludwig auf Sprachbarrieren stieß. Die Augustiner errichteten in Saarlouis eine vierflügelige Klosteranlage, die sich um einen gärtnerisch gestalteten Innenhof legte. Kirche und Konventsgebäude wurden in den Jahren von 1691 bis 1695 errichtet. Das Aussehen der Anlage ist in einem Stich aus dem Jahr 1720 überliefert.

Während der Französischen Revolution wurden im Jahr 1791 die deutschen Augustiner allerdings gegen französische Augustinerpatres ausgetauscht. Die Klosterkirche wurde im Jahr 1806 abgerissen. In den Räumlichkeiten des Klosters wurde im Jahr 1816 ein Progymnasium errichtet und auf dem übrigen Klostergelände errichtete man ein Hospital (heutiges Canisianum (Saarlouis)). Die letzten barocken Gebäudeteile beseitigte man im Jahr 1840, um dort durch den Koblenzer Architekten Johann Claudius von Lassaulx das neue Hospitienhaus zu errichten.

Die zugehörige Krankenhauskapelle erbaute im Jahr 1901 der Trierer Dombaumeister Wilhelm Peter Schmitz.[33][34][35]

Niederlassung der Borromäerinnen und Franziskanerinnen[Bearbeiten]

Die ersten Borromäerinnen kamen am 30. Juli 1810 nach Saarlouis und übernahmen im städtischen Hospital in der Bierstraße die Krankenpflege. Das Hospital wurde im Jahr 1841 auf dem Eckgrundstück Augustinerstraße/Stiftstraße eingerichtet. Als die Kaibelkaserne zu einem modernen Krankenhaus umgebaut wurde, siedelten die Borromäerinnen dorthin über. Nach andauernden Schikanen durch das NS-Regime verließ der Orden im Jahr 1939 die Stadt.[36]

Im Jahr 1875 kam es zu einer Niederlassung der Franziskanerinnen zunächst in der Augustinerstraße, dann in der Herrenstraße. Ein neues Gebäude wurde im Jahr 1899 errichtet.[37]

Bau eines neogotischen Kirchenschiffes[Bearbeiten]

Carl Friedrich Müller (* 14. Juni 1833 in Hersfeld; † 1. August 1889 ebd.), Kreisbaumeister des Landkreises Saarlouis, Architekt des neogotischen Kirchenschiffes von St. Ludwig, Aufnahme aus dem Jahr 1870

Da die Kirche wie die gesamte Festung auf wenig festem Grund errichtet wurde, traten im 19. Jahrhundert statische Mängel auf. Das schwere Eichengebälk der Decke drückte die Außenmauern des Kirchenschiffes auseinander. So wurden im Jahr 1864 Langhaus und Chor in Übereinkunft mit dem Saarlouiser Stadtrat abgebrochen und in den Jahren 1865 bis 1866 errichtete der Architekte Carl Friedrich Müller (1833-1889) eine neogotische dreischiffige Stufenhalle als Langhaus mit ausladendem, etwas niedrigerem Querschiff und Langchor. Während der Bauzeit fand der Gottesdienst zunächst in den Lazarettkellern der Kaserne IV statt, dann in der Hospitalkapelle.

Die Konsekration des neuen Kirchenschiffes wurde am 22. September 1867 begangen. Aus Kostengründen erhielt man die barocke Westfassade aus dem 17. Jahrhundert. Die neogotische Innenausstattung wurde von privaten und kommunalen Spendern ermöglicht.[38]

Bau einer neogotischen Turmfront[Bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Brand des barocken Kirchturmes 1880, (Stadtarchiv Saarlouis)
St. Ludwig (Saarlouis), Barocker Kirchturm nach dem Brand von 1880, (Stadtarchiv Saarlouis)
St. Ludwig (Saarlouis), Bau des neogotischen Turmes, (Stadtarchiv Saarlouis)
St. Ludwig (Saarlouis), Portalzone
Vincenz Statz (* 9. April 1819 in Köln; † 21. August 1898 ebenda), Architekt der neogotischen Turmfront von St. Ludwig

Die hölzernen und verschieferten Teile der barocken Turmfassade fingen am Abend des 7. August 1880 durch die nächtliche Illumination mit Kerzen oder durch Feuerwerkskörper[39] anlässlich des Festes zum 200-jährigen Jubiläum der Festungsgründung Feuer. Die verschieferte hölzerne Turmhaube brannte dabei völlig ab. Die Glocken schmolzen während des Brandes oder stürzten in den steinernen Turmschaft als die hölzerne Glockenstube in sich zusammenbrach, obwohl die Feuerwehren von Saarlouis, Dillingen und Fraulautern intensive Löscharbeiten unternahmen. Beim Brand wurden auch die beiden an die Kirchturmfront angebauten Häuser Mayer und Baltzer bis auf die Außenmauern vernichtet. Auch das Kirchendach des neogotischen Neubaues brannte, doch verhinderte das steinerne Gewölbe ein Übergreifen der Flammen ins Kirchenschiff.[40]

So entschied man sich angesichts der schweren Verwüstungen, auch aus Gründen der Stilreinheit, für den Totalabbruch der barocken Fassade und errichtete in den Jahren 1883 bis 1885 eine dem Stil des neogotischen Langhauses entsprechende neogotische Turmfassade durch den Kölner Architekten Vincenz Statz, einem einflussreichen Vertreter der Neogotik im Rheinland. Im Jahr 1841 war Statz in die Dombauhütte des Kölner Domes eingetreten, wo er ab 1845 als Werkmeister tätig wurde. Gleichzeitig mit Friedrich von Schmidt, dem späteren Erbauer des neogotischen Wiener Rathauses, wurde er vom Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner auch zur Bearbeitung der Pläne des Domweiterbaues herangezogen.

Als ausführenden Bauleiter in Saarlouis verpflichtete man den Bauunternehmer März aus Saarbrücken. Am 6. April 1884 wurde die feierliche Grundsteinlegung vollzogen. Die Baukosten betrugen etwa 160.000 Mark. Dazu zahlte die Versicherung 37.000 Mark, die Pfarreimitglieder spendeten 33.000 Mark. Durch Umlagen brachte man 90.000 Mark mit 30-jähriger Verzinsung und Amortisation auf.

Der im Jahr 1858 gegründete Kirchengesangverein von Saarlouis konnte durch den Erlös von Konzerten eine neue Glocke, die Josefsglocke, finanzieren. Das Geläute wurde ergänzt durch die Ludwigs-, die Petrus- und die Marienglocke. Dieses Geläute fiel später der Einschmelzungsaktion am Ende des Ersten Weltkrieges zum Opfer. Erst im Jahr 1923 konnten neue Glocken angeschafft werden. Die Saarlouiser Schulkinder stifteten die Josefsglocke, die männlichen Pfarrangehörigen die Petrusglocke (13 Zentner), die Jungfrauenvereinigung die Marienglocke (19 Zentner) und Prälat Alexander Subtil die Ludwigsglocke (47 Zentner).[41]

Schon bald nach der Fertigstellung im Jahr 1885 zeigten sich an der Turmfassade Risse, sodass der Saarbrücker Baurat Neufang Restaurierungsmaßnahmen einleiten musste.

Die zweigeschossig angelegte Fassade ist in eine Arkadenzone und eine Fensterzone gegliedert. Darüber erhebt sich der viergeschossige, sechseckige Kirchturm mit seinem krabbengeschmückten Helm bis zur Spitze der Kreuzblume in einer Höhe von 51 m.[42] Die beiden fassadenflankierenden Wohnhäuser wurden vom Vorgängerbau übernommen. Sie werden von zwei Treppentürmen mit quadratischem Grundriss überragt.

St. Ludwig (Saarlouis), Wimperggeschmücktes Turmportal mit dem apokalyptischen Lamm im Tympanon

Die Eingangshalle ist in drei große Abschnitte gegliedert. Der Turmeingang ist als mittiger, reich mit Maßwerk gegliederter, wimpergbekrönter Hauptzugang zur Kirche mit einem reliefierten weinrankengeschmücktem Tympanon geschmückt. Im Zentrum des Tympanons erscheint in einem stilisierten Wolkenkranz das triumphierende apokalyptische Lamm Gottes mit Siegesfahne auf dem Buch mit den sieben Siegeln (Offb 5,1 EU). Die Konstellation des Lammes mit den Weinranken bezieht sich auf das Jesuswort im Johannesevangelium (Joh 15,5 EU): "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt reiche Frucht."

St. Ludwig (Saarlouis), Seitenportale der Marktfront, neogotisches Kapitell mit Blattmasken

Flankiert wird der Turmeingang von Doppelspitzbögen auf zentralen Säulen mit Blattmasken-Kapitellen, die sich zu den ehemaligen neogotischen Seitenschiffen öffnen. Hinter dieser Vorhallenkonzeption tritt die Abschlusswand des Langhauses zurück. Die Vorhallenfront wird mit dem Langhaus durch die Schrägwände des sechseckigen, strebepfeilerumstandenen Turmes verbunden. Während das Turmuntergeschoss Teil der dreiteiligen Vorhalle ist, verbindet sich das erste Turmgeschoss in seiner Gestaltung mit der Langhausfassade. Die beiden zweibahnigen Spitzbogenfenster mit Vierpaß in der Spitze entsprechen im ersten Geschoss formal dem Turmfenster auf gleicher Ebene. Alle drei Fenster weisen die gleiche Höhe auf wie die Blendspitzbögen der Turmschrägwände. Die Langhausfassade wird im ersten Geschoss mit einer Maßwerkbrüstung abgeschlossen. Das zweite Turmgeschoss zeigt in der Mitte ein gerade abschließendes zweibahniges Fenster über dem die Turmuhr angebracht ist. Die Schrägwände sind wie im ersten Turmgeschoss mit Blendspitzbögen gegliedert. Über den neogotischen lanzettenartigen Schallöffnungen des Turmes steigt der sechseckige, krabbenbesetzte Spitzhelm hinter einer Maßwerkbrüstung steil auf.

Der steinerne Turmhelm von St. Ludwig weckt Assoziationen zum ebenfalls steinernen Turmhelm des architektonischen Hauptwerkes von Statz, dem Mariä-Empfängnis-Dom zu Linz. Die Maßwerkgalerie des Vierungsturmes und das Portaltympanon von St. Ludwig weisen Gestaltungsparallelen zur in den Jahren 1980/1981 durch einen Neubaues ersetzten Aachener Marienkirche, die Vinzenz Statz in den Jahren 1859 bis 1863 errichtet hatte.[43]

Die beiden Treppentürme von St. Ludwigs stehen an der Stelle der früheren barocken Turmflankenhauben. Sie entwickeln sich im Obergeschoss vom Quadrat ins Achteck und schließen mit steinernen Helmen. Interessant ist eine Ähnlichkeit der Frontalsilhouetten von St. Ludwig und dem Kirchenensemble der Mariä-Empfängnis-Basilika (errichtet 1866-1871, Architekt Hippolyte Durand, 1801-1882) mit der vorgelagerten Rosenkranz-Basilika (errichtet 1883-1889, Architekt Leopold Hardy, 1829-1894) in Lourdes, das etwa zur gleichen Zeit wie wie die Saarlouiser Turmfront vollendet wurde.

Die mit Kehle und Wulst fein profilierten Bogengewände der Vorhalle, die reichen Maßwerkformen der Brüstungen, die Krabben am Wimperg und am zentralen Turmhelm sowie die Kreuzblumen der drei Turmhelme zitieren den hochgotischen Formenkanon. [44]

Aus Anlass des 300-jährigen Gründungsfestes der Stadt Saarlouis im Jahr 1980 wurden Schäden an der Turmfassade, die durch den US-Artilleriebeschuss des Zweiten Weltkrieges entstanden waren, behoben. Die gesamte Fassade wurde gereinigt, schadhafte Sandsteine wurden ausgetauscht.[45]

Baumaßnahmen in der neogotischen Kirche im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

In der Amtszeit von Pfarrer Heinrich Unkel wurde im Jahr 1936 mit einer durchgreifenden Renovierung des neogotischen Sakralbaues begonnen. Eine Heizungsanlage wurde eingebaut und die neogotische Fensterverglasung gegen hellere Fenster der Trierer Firma Binsfeld ersetzt. Ebenso wurde die neogotische Ornamentalbemalung entfernt und das Kircheninnere erhielt einen helleren Farbanstrich. Bei der Umgestaltungsaktion wurden die bisherigen Seitenaltäre entfernt und durch neue Altäre des Sigmaringer Bildhauers Marmion ersetzt. Die Teilbestuhlung der Kirche wurde von der Firma Mettler in Morbach komplett durch Kirchenbänke ersetzt. Die Kanzel, die bisher etwa in der Mitte des Kirchenschiffes an einem Pfeiler angebracht war, versetzte man an den dem Altar nächstgelegenen Pfeiler des Kirchenschiffes, um eine bessere Sichtbarkeit und Hörbarkeit des Predigers zu erlangen. Das Geläut wurde verändert. Durch die Trierer Orgelbaufirmen Sebaldt und Brand wurde die Orgel von 25 auf 44 Register erweitert. Die Renovierungsmaßnahme wurde im Jahr 1937 abgeschlossen.[46][47]

NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Gemälde von Georg Kau (1870-1946)[48], Öl auf Leinwand "Die Gottesmutter mit dem Jesuskind die Stadt Saarlouis beschirmend" von 1935, Pfarrhaus
St. Ludwig (Saarlouis), Votiv-Christus aus Anlass der überstandenen ersten Evakuierung der Stadt Saarlouis im Zweiten Weltkrieg

Im August 1933 unternahm die Pfarrei St. Ludwig an zwei Terminen (2. und 9. August) eine Wallfahrt zur Ausstellung des Heiligen Rock (23. Juli bis zum 8. September 1933) nach Trier. Dazu musste jeweils ein eigener Sonderzug zwischen Saarlouis und Trier eingesetzt werden.[49] Insgesamt sahen damals über zwei Millionen Pilger die Reliquie.

Die kirchenfeindlichen Maßnahmend des NS-Regimes begannen unmittelbar nach der Volksabstimmung vom 13. Januar 1935 im Saargebiet. Von Seiten der neuen Machthaber wurde zunächst Protest laut gegen die in den neuen Kirchenfenstern und auf dem Hochaltar von Hans Steinlein neu angebrachten griechischen Christusmonogramme (), die als Konkurrenzszeichen zum allgegenwärtigen Hakenkreuz verstanden wurde. Schließlich wurden die Fenster durch NSDAP-Mitglieder mit Steinen eingeworfen. Nach längeren Verhandlungen mit Gauleiter Josef Bürckel wurden die Schäden auf Parteikosten behoben.[50]

Das katholische Vereinshaus wurde beschlagnahmt und die katholischen Vereine wurden unterdrückt.[51] Infolge der Abschaffung der katholischen Bekenntnisschulen durch die sogenannte „Deutsche Gemeinschaftsschule“ in den Jahren 1937/1938 wurden in St. Ludwig, wie überall im Bistum Trier, auf Anweisung des Trierer Bischofs Franz Rudolf Bornewasser an Ostersonntag 1938 die Glocken nicht geläutet. Dem Klerus von St. Ludwig wurde der Zutritt zu Schulgebäuden verweigert, sodass man seitens der Pfarrei Seelsorgestunden am Nachmittag für die Schuljugend anbot.

Die Volksmission im November 1937 durch drei Jesuitenpatres wurde durch die NSDAP gestört, indem man Schilder mit der Aufschrift "Maul- und Klauenseuche" an der Kirche anbrachte. [52]

Die Evakuierung der Kirchengemeinde St. Ludwig erfolgte mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939. Bergungsorte waren verschiedene Städte und Gemeinden in Mitteldeutschland, so z. B. Meiningen im Süden Thüringens. Der Saarlouiser Pfarrklerus wurde nach Bad Langensalza, Mühlhausen/Thüringen und Dessau evakuiert. Erst im Jahr 1940 kehrten die Saarlouiser nach dem Ende des Frankreichfeldzug in die entvölkerte Stadt zurück. Das Pfarrhaus war zu Kriegsbeginn durch die meteorologische Station der Artillerie, danach durch den Bund Deutscher Mädel beschlagnahmt worden und wurde der Pfarrei erst nach zermürbenden Verhandlungen zurückgegeben.[53] Aus Anlass der glücklichen Heimkehr wurde im Jahr 1940 eine hölzerne Christusfigur als Votivgabe gestiftet und durch den Koblenzer Bildhauer Wilhelm Tophinke geschaffen. Die Ausstellung der Figur erfolgte im Jahr 1941.

In der Folgezeit wurde der Kirchengemeinde verboten, die Glocken zu läuten, die Fronleichnamsprozessionen wurden behindert oder verboten, das Pfarrhaus durchsucht, Gottesdienste nach nächtlichem Fliegeralarm untersagt. Weitere Maßnahmen waren ein Verbot der kirchlichen Beflaggung sowie ein Verbot der Verlesung von Gefallenenlisten im Gottesdienst, welches mit Hetze gegen Pfarrer Unkel in der Presse unter dem Schlagwort des Versuches der Wehrkraftzersetzung begleitet wurde.

Der Artilleriebeschuss der Stadt begann in der Nacht zum 29. November 1944. Dabei wurden die Kirchenfenster zerstört und ein Seitenschiff von einer Granate getroffen. Während der Beschusszeit durch die US-Artillerie floh der Großteil der Bevölkerung aus der Stadt. Bei Kriegsende war das Kreuzgratgewölbe über der Empore eingestürzt. Dabei war die Orgel völlig zerstört worden. Der Hochaltar hatte erhebliche Beschädigungen erlitten und die Sakristei war nicht mehr zu gebrauchen.

Behebung der Kriegsschäden[Bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Inneres der neogotischen Kirche mit Blick zur Apsis

Mitten in der Wiederaufbauphase überflutete ein verheerendes Hochwasser in den letzten Dezembertagen des Jahres 1947 die ohnehin schwer getroffene Stadt. Die zahlreichen Trümmer von Brücken, die in den letzten Kriegstagen von deutschen Truppen zur Behinderung der vorrückenden alliierten Truppen gesprengt worden waren, ließen die Flüsse in der ganzen Region mit Macht über die Ufer treten. In der Nacht zum 29. Dezember 1947 strömten die Wasser der Saar mit solcher Schnelligkeit in das Kircheninnere, dass trotz des beherzten Einsatzes von Pfarrangehörigen viele Ausstattungsgegenstände der Kirche nicht mehr geborgen werden konnten. Die Flut wich erst am Silvestermorgen und hinterließ eine dicke Schlammschicht in der Kirche, die durch den Einsatz von Feuerwehrspritzen aus der Kirche befördert werden musste.

Erst im Jahr 1957 konnte man eine neue Orgel mit 45 Registern in der renovierten Kirche einbauen. Durch Schenkung der Stadt wurde einen neue, nun elektrisch betriebene Turmuhr angeschafft, deren Wartung nun der Pfarrgemeinde oblag. Vorher hatte sich die Kirchturmuhr im Besitz der Zivilgemeinde befunden und war von ihr auch gewartet worden.[54][55]

Neubau des Kirchenschiffes durch Gottfried Böhm[Bearbeiten]

Bauschäden und baupolizeiliche Schließung[Bearbeiten]

Durch eine Absenkung des Grundwasserspiegels in der Saarlouiser Innenstadt wurde auch das zweite, neogotische Kirchenschiff instabil. Zur Verhinderung des Herunterfallens von Mauerwerksteilen musste die Kirche durch das Aufstellen von Gerüsten im Inneren gesichert werden. Dadurch war der Innenraum nur noch im linken Teil für den Gottesdienst benutzbar. Bei Grabungsarbeiten an den Fundamenten, die der Sicherung dienen sollten, fand man in einer Tiefe von einem halben Meter menschliche Gebeine. Allein in den Jahren zwischen 1685 und 1700 hatte man 149 Menschen im Boden des Kirchenschiffes zur letzten Ruhe gebettet. Bei weiteren Sicherungsarbeiten wurden immer größere Senkungsschäden konstatiert. Im Jahr 1963 musste die Kirche baupolizeilich geschlossen werden, sodass die heilige Messe ab diesem Zeitpunkt vorübergehend in der evangelischen Kirche von Saarlouis gefeiert wurde. Zur gleichen Zeit stellte die Stadt für die Errichtung einer Notkirche den Zeughausplatz zur Verfügung. Die Notkirche wurde am 17. Februar 1964 eingeweiht.

Abrissverfügung[Bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Abriss des neogotischen Kirchenschiffes (Stadtarchiv Saarlouis)

Am 20. Januar 1964 teilte die Pfarrverwaltung der bestürzten Gemeinde St. Ludwig mit, dass die bisherige Kirche abgerissen werden müsse und an deren Stelle ein neues Sakralbauwerk erstellt werden sollte. Der amtierende Pfarrer an St. Ludwig, Dechant Walter Helmes (Amtszeit: 1963-1973), war ein überzeugte Verfechter einer radikal-modernen Baukonzeption. Eigentlich wollte man zunächst die ganze neogotische Kirche mitsamt der statisch vollkommen gesicherten Turmfront abbrechen, doch der saarländische Landeskonservator Reinhard Schindler legte in Zusammenarbeit mit Martin Klewitz dagegen sein Veto ein.[56] Am 6. Januar 1965 begannen die Abrissarbeiten am neogotischen Kirchenschiff durch die Beckinger Firma Maurer. Die Fassade von Vinzenz Statz sollte erhalten bleiben. Die Ausstattungsstücke und Gedenksteine waren vor dem Abriss weitgehend geborgen worden.

Fund des Herzens des Thomas de Choisy[Bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Herzurnengrab des Thomas de Choisy, moderne Platte mit der französischen Inschrift "Ici repose le Coeur du General Thomas de Choisy, premier Gouverneur de Sarrelouis 1679-1710", Übersetzung: Hier ruht das Herz des Generals Thomas de Choisy, erster Gouverneur von Saarlouis 1679-1710

Bei den Abrissarbeiten kam Anfang Februar 1965 zu einem Skandal in der Stadt, als eine Baggerschaufel den Teil des Kirchenmauerwerkes einriss, in dem die herzförmige Bleikapsel mit dem Herz des ersten Saarlouiser Festungsgouverneurs Thomas de Choisy eingelassen war und dabei die bleierne Umhüllung beschädigte. Das Herz war im Jahr 1710 auf Choisys persönlichen Wunsch hin in der Pfarrkirche eingemauert worden, um seine innere Verbundenheit mit seinem beruflichen Wirkungsort zu dokumentieren, während die übrigen sterblichen Überreste in die Familiengruft nach Moigneville überführt wurden. Stadtarchivar Anton Delges hatte bereits einige Zeit vor den Abrissarbeiten des Jahres 1965 im Dezember 1964 unter den Stufen des Hochaltares nach dem Begräbnisort des Herzens gesucht. Da er nicht fündig geworden war, hatte er die Abrissfirma dringend darauf hingewiesen, jeglichen historischen Fund unverzüglich zu melden.

Als der Bagger eine Woche später eine bleierne, in lateinischer Sprache verfasste Inschriftentafel zu Tage förderte und der Chef des Beckinger Abrissunternehmens Maurer diese in seinen persönlichen Besitz bringen wollte, indem er sie in seinem Privatwagen verstaute, war er dabei von aufmerksamen Saarlouiser Passanten beobacht und diesbezüglich zur Rede gestellt worden. Darüber kam es zu einem heftigen Streit zwischen den Kontrahenten, der von den aufgebrachten Passanten und Anwohnern umgehend dem Saarlouiser Oberbürgermeister Hubert Schreiner gemeldet wurde. Unterdessen gingen die Abrissarbeiten weiter und förderten als weiteren unvorhergesehenen Fund eine etwa 100 x 60 cm steinere Inschriftentafel zu Tage und schließlich auch den Stein, der die bleierne Herzkapsel des Gouverneurs barg. Dabei zerbrach der Stein in zwei Hälften, die Bleikapsel wurde aufgeschlitzt und die Konservierungsflüssigkeit des Herzens lief aus. Dennoch verstaute der Beckinger Abrissunternehmer den Herzmuskel in seinem Auto. Auch auf die Aufforderung des zum Ort des Geschehens geeilten Vertreters des Oberbürgermeisters hin, wollte der Bauunternehmer das Herz nicht herausgeben und pochte auf das Recht, dass ihm jeglicher Abraum des abzubrechenden neogotischen Kirchenbaues eigentümlich gehöre. Daraufhin verfügte der Saarlouiser Oberbürgermeister Kraft seines Amtes, dass das Herz des Thomas des Choisy ohne Zeitverlust in das städtische Krankenhaus zu bringen sei und dort zusammen mit der Kapsel durch einen Arzt im Operationssaal in eine neue Konservierungsflüssigkeit zu legen sei. Bei der ärztlichen Begutachtung der in Mitleidenschaft gezogenen Bleikapsel kam man allerdings zu der Feststellung, dass das Herz Choisys selbst unversehrt geblieben war. Alle weiteren Abrissarbeiten wurden sofort per Amtserlass eingestellt und die Baustelle durch städtische Angestellte unter Bewachung gestellt, da man vermutete, dass noch weitere historische Funde durch den Bauunternehmer entwendet werden könnten. Die aufgerissene Bleikapsel mit dem Herzen wurde unter ärztlicher Aufsicht in eine neuangefertigte größeren Bleiumhüllung eingelassen, mit Präparierungsflüssigkeit aufgegossen, eingeschweißt und im Panzerschrank des Rathauses verwahrt. Die neue Bleihülle wurde durch einen Goldschmiedemeister mit der Inschrift versehen: "Herz des Comte Thomas de Choisy, Marquis des Moigeville, 1632-1710". Bis zur Einlassung in der neuerrichteten Kirche verblieb das Herz im städtischen Panzerschrank. Der Vorfall rief sowohl in der Pfarrgemeinde als auch in der Stadt Saarlouis starke Aufregung hervor, die auch im Zusammenhang mit den innerkirchlichen Umbrüchen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu deuten ist.[57]

Bau der modernen Kirche[Bearbeiten]

Blick auf die Dachkonstruktion Gottfried Böhms
St. Ludwig (Saarlouis), Inneres mit Blick zur Apsis
St. Ludwig (Saarlouis), Blick ins Deckengewölbe

Zur Erlangung eines neuen Kirchengebäudes war ein Wettbewerb ausgeschrieben worden. Am 31. Januar 1965 hatten fünf Architekten ihre Zeichnungen und Modelle eingesandt. Den Vorsitz des Preisgerichtes hatte Heinrich Latz. Als Sieger aus diesem Wettbewerb ging der Architekt Gottfried Böhm (Köln-Marienburg) hervor. Die weiteren Preisträger waren:[58]

  • 2. Preis: Albert Dietz (Saarbrücken)
  • 3. Preis: Konny Schmitz (Dillingen)
  • 4. Preis: Karl Peter Böhr (Trier)
  • 5. Preis: Karl Hanus (Saarlouis)

Seit Juni 1967 war die niederländische Tiefbaufirma De Waal mit den Fundamentierungsarbeiten (Pfahlgründungen) zum neuen Kirchenbau Böhms beschäftigt. Dabei führte man Stahlrohre mit einem Durchmesser von 32 bis 75 cm Durchmesser bis zu einer Tief von 10 m auf eine tragfähige Felsschicht herab, armierte sie und goss sie mit Beton aus. Die schmäleren Rohre sollten eine Tragfähigkeit von 35 Tonnen, die größeren Rohre eine Tragfähigkeit von 200 Tonnen haben. Bei den Ausschachtungsarbeiten stieß man auf zahlreiche Gebeine, die man wieder unter der neuen Kirche beisetzte. In den vorangegangen Jahrhunderten hatte man die Verstorbenen der Stadt Saarlouis in Leinentücher gewickelt und in den Grablegen im Kircheninnenraum mit Kalk zugedeckt.

Am 24. Juli 1967 begannen die Arbeiten zum Neubau der Kirche durch das Saarlouiser Bauunternehmen Hans Hanus. Verantwortlicher für die Bauleitung und die Bauausschreibung war der Saarlouiser Architekt Klaus Hoffmann. Das Baubüro richtete man im alten Pfarrhaus hinter der Kirche ein. Anfang Juli 1969 feierte man das Richtfest des neuen Kirchenbaues. Am 30. August 1969 wurde durch Regionaldekan Josef Goergen (1904-1995) der Grundstein der neuen Kirche gelegt. Beim Bau der Kirche war es zu keinem Unfall gekommen. Die feierliche Einweihungsfeier fand am 29. August 1970, 1m 700. Todesjahr des heiligen Ludwig statt.[59]

Oberbaurat Alois Peitz vom Diözesanbauamt des Bistums Trier nahm im Rahmen der kirchlichen Feier Stellung zur vehement geäußerten Kritik am Böhmschen Bauwerk und verteidigte die Kosten von ca. 2 Millionen DM:[60]

„Die Pfarrei hat allen Grund, sich über die neue Kirche zu freuen, die sich durch Vielfalt und Differenziertheit des Baukörpers, durch die Geschlossenheit ihres Innenraumes und die Vorkirche auszeichnet, die unmittelbar an den Großen Markt angrenzt und damit an die Welt das Angebot zur Einkehr richtet. (...) In einer pluralistischen Gesellschaft haben alle das gleiche Recht. Von allen Versammlungsräumen sind die Kirchenbauten die preisgünstigsten. Die Kongresshalle Saarbrücken hat mehr als das Sechsfache der neuen Ludwigskirche gekostet.“

Die eigentliche Konsekration feierte man allerdings erst 33 Jahre nach der Fertigstellug des Böhmschen Betonbaues am 24. August 2003. Die feierliche Weihe vollzog der Trierer Weihbischof Leo Schwarz. Dabei ließ man im Zelebrationsaltar eine Kreuzreliquie, Reliquien der Trierer Märtyrer der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian, des seligen Paters Peter Friedhofen sowie der seligen Schwester Blandine Merten ein.[61] Die Konsekration hatte man im Jahr 1970 unterlassen, da man im damaligen nachkonziliaren Geist die neuerbaute Kirche eher als Versammlungsort der Gemeinde und nicht als sakralen Kultraum verstanden wissen wollte.

Böhms Entwurf für Saarlouis, den er in den Jahren 1965 bis 1970 verwirklichen konnte, weist zahlreiche Ähnlichkeiten mit seinem Entwurf für die Wallfahrtskirche Maria, Königin des Friedens in Neviges auf, der im Jahr 1968 entwickelt worden war. Beide Kirchen, Saarlouis und Neviges gehören in die Reihe der Faltwerkskonstruktionen Böhms: (1956–1960: Pfarrkirche St. Maria (Fatima Friedenskirche) in Kassel-Bad Wilhelmshöhe, 1958–1966: Katholische Universitätsklinik-Kirche St. Johannes der Täufer in Köln-Lindenthal, 1960–1967: St. Gertrud (Köln) in Neustadt-Nord (Köln)), 1968–1970: Christi Auferstehung (Lindenthal) im Kölner Stadtteil Lindenthal.

In Saarlouis blieb die denkmalgeschützte neogotische Turmfassade von Vincenz Statz erhalten. Böhm schuf als neues Kirchenschiff eine große Skulptur in Beton, die in den Stadtraum hinein nur durch ihre sich auftürmende Dachlandschaft wirkt. Auf unregelmäßigem, winkligen Grundriss ragt ein kristallin gebrochener Baukörper von 46 m Länge und 26 m Breite auf. Das Kirchenschiff weist im Inneren eine Höhe von 25 m auf. Der Innenraum mit seinen steil aufsteigenden rohen Betonwänden spiegelt die äußere Gestalt als Negativform wider. Die Raumdecke formt sich zu Winkeln und Kanten, kubenartigen Austritten und Einschnitten. Wände und Decke bilden eine untrennbare, plastisch gestaltete Einheit. Der Kirchenraum wurde durch die in den Wänden verteilten, ursprünglich klarverglasten Hochrechteckfenster in mystisch verschattete und hell erleuchtete Zonen unterteilt, die dem Kirchenraum etwas Geheimnisvolles gaben. Diese von Böhm bewusst inszenierten Lichteffekte gingen durch die sukzessive figürliche Buntverglasung in glühenden Farben durch Ernst Alt ab den 1980er Jahren Stück für Stück verloren.

Die geschlossene Rückwand der Orgelempore steht frei im Raum und bildet quasi einen Lettner, der den Eingangsbereich vom Bereich des gottesdienstlichen Geschehens trennt. Der Besucher schreitet entweder am Orgellettner vorbei oder bewegt sich durch zwei niedrige Durchgänge in den eigentlichen Sakralbereich. So wird der Blick frei zur Chornische, die den in den 1980er Jahren wieder aufgestellten, prachtvollen neogotischen Hochaltar aus dem Vorgängerbau aufnimmt. Diesen Passage-Effekt mittelalterlicher Lettnerkirchen plante Böhm bewusst ein. Der Wegecharakter des Sakralraumes wurde durch Lampen, die Straßenlaternen mit jeweils drei Lampenschirmen an gebogenen Auslegern nachempfunden sind, zusätzlich betont. Sie sollten profanen Stadtraum und sakralen Kirchenraum miteinander verbinden und gleich Leuchttürmen den Weg des Gläubigen zur Altarinsel als dem Zentrum des Gesamtbaues erhellen. Die "Straßenlaternen" wurden später zu "Flutlichtmasten" umgebaut und verändern jetzt den ursprünglichen Raumgedanken Gottfried Böhms.

Auf der Altarinsel vor dem Hochaltar befindet sich der Zelebrationsaltar, um den sich die feiernde Gemeinde scharen sollte.[62] Im Altarraum wurde die Bleikapsel mit dem Herzen des Thomas de Choisy, dem ersten Gouverneur der Festungsstadt Saarlouis, die sich schon in den beiden früheren Kirche befunden hatte, am 19. März 1971 wieder beigesetzt.[63] Am 26. August 1973 stellte man in der Vorhalle der neuen Kirche links und rechts des Turmportals die beiden barocken Statuen der Apostelfürsten Petrus und Paulus aus den Fassadennischen der früheren barocken Kirche des 17. Jahrhunderts auf. Die Statuen aus dem Jahr 1685 stammten aus einer Trierer Werkstatt, die auch zahlreiche Skulpturen für die Trierer Klosterkirche der Reichsabtei St. Maximin gefertigt hatte.[64]

Ausstattung[Bearbeiten]

Neospätgotischer Hochaltar[Bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Der neogotische Hochaltar von Hans Steinlein im geöffnetem Zustand

Bildhauer Hans Steinlein[Bearbeiten]

Der neospätgotische Hochaltar von St. Ludwig wurde im Jahr 1910 anlässlich des 25-jährigen Pfarrjubiläums des Dechanten Alexander Subtil durch die Werkstatt des in Eltville am Rhein ansässigen Bildhauer Hans Steinlein (* 1872 in Trier, † 1958) geschaffen. Steinlein entstammte einer Trierer Wagnerfamilie und absolvierte ab dem Jahr 1886 eine Lehre in einer keramischen Werkstatt in Trier. Auf der anschließenden Wanderschaft durch Deutschland kam er nach Ravensburg, wo er sich als Gehilfe in einem Bildhaueratelier Kenntnisse in der Bearbeitung von Stein und Holz erwarb. Steinlein soll dort auch in Kontakt mit dem Gründer der Beuroner Kunstschule, Desiderius Lenz, getreten sein. In den 1890er Jahren arbeitete Steinlein bei Bildhauer Caspar Weis in Frankfurt am Main. Im Jahr 1899 ließ sich Steinlein als freischaffender Künstler in Eltville nieder. Aufgrund der guten Auftragslage bei der Ausstattung von Kirchen mit religiösen Bildwerken beschäftigte er eine Vielzahl von Steinmetzen, Vergoldern und Schreinern als Gehilfen. Steinlein arbeitete vielfach mit dem Mainzer Dombaumeister Ludwig Becker bei der Ausstattung von Kirchen zusammen. Von Steinleins Werken sind durch die Zerstörungen von Kirchen im Zweiten Weltkrieg und dem anti-historistischen "Bildersturm" der 1950er und 1960er Jahre nur noch wenige Bildwerke erhalten.[65]

Steinlein hat in der Umgebung von Saarlouis ebenfalls zahlreiche Altäre und Bildwerke geschaffen, z. B. in den Kirchen St. Andreas in Reimsbach, St. Martin in Schwalbach, St. Leodegar in Düppenweiler oder in der Herz-Jesu-Kirche in Landsweiler-Reden.

Mit dem Abriss des neogotischen Kirchenschiffes von St. Ludwig in Saarlouis in den 1960er Jahren gingen zahlreiche Teile des Altares zunächst verloren. Dank einer aufwändigen Restaurierung überkommener Teile und einer Rekonstruktion des Gesamtaufbaues in den Jahren 1981-1985 konnte der Altar Hans Steinleins an Weihnachten 1984 wieder im Chorraum der heutigen Kirche aufgestellt und anschließend vollendet werden.[66][67][68]

Thematik und Aufbau[Bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Expositoriumsnische des Hochaltares mit anbetenden Engeln und der Heilig-Geist-Taube im Baldachin
St. Ludwig (Saarlouis), Tabernakeltüren mit der Darstellung des englischen Grußes

Der Hochaltar thematisiert das Leben des heiliggesprochenen Königs Ludwig IX. von Frankreich. In den Altarflügeln sind wichtige Szenen aus dem Leben des heiligen Ludwig von Frankreich in geschnitzten Reliefs dargestellt. Der heilige Ludwig zählt zu den bedeutenden europäischen Monarchen des europäischen Mittelalters. Seine Herrschaft blieb in Frankreich als ein goldenes Zeitalter (le siècle d’or de St. Louis) in Erinnerung, in dem das Land einen ökonomischen wie auch politischen Höhepunkt erreichte. Ludwig war Anführer zweier Kreuzzüge und wurde seit dem Tod des römisch-deutschen Kaisers Friedrich. II unter den europäischen Herrschern als primus inter pares angesehen, dessen moralische Integrität ihn zu einem Schiedsrichter ihrer Streitigkeiten erhob.

Ludwigs Handeln als Mensch und König war einer tiefen christlichen Frömmigkeit und Gottesliebe verpflichtet. Seine Leben fällt in die Zeit der von Dominikus und Franz von Assisi angestoßenen Armutsbewegung des späten Hochmittelalters, welche die Christenheit zu einer geistigen Erneuerung aufrief.

In mittelalterlichen Königslisten wurde Ludwig auch mit dem Beinamen „Prud’homme“ benannt, in Anspielung auf seine Lebensführung, die der sogenannten prud’homie entsprach, wobei es sich um eine Mischung aus Mäßigung, Vernunft, Tapferkeit und ritterlicher Höflichkeit handelte.[69] Von Zeitgenossen gelegentlich auch als „Mönchskönig“ belächelt, gelangte Ludwig bereits zu Lebzeiten in den Ruf der Heiligkeit, der mit seiner Heiligsprechung im Jahr 1297 durch Papst Bonifatius VIII. auch von der Kirchenführung anerkannt wurde. Seither galt Ludwig als Idealtypus eines christlichen Herrschers und Ritters.[70]

Zentrum des pyramidial angelegten Flügelaltars von St. Ludwig in Saarlouis ist der Tabernakel. Auf seinen vergoldeten Flügeltüren ist in Gravurtechnik die Verkündigung des Erzengels Gabriel an die Jungfrau Maria, als Ursprung der Inkarnation Jesu Christi dargestellt. In der Predellazone auf beiden Seiten des Tabernakels sind in geschnitzten Reliefs die Büsten der vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes als Zeugnisgeber der Menschwerdung und des Lebens Jesu zu sehen.

Über dem Tabernakel legte Bildhauer Hans Steinlein eine polygonale Expositoriumsnische zur Aufnahme des Altarkreuzes oder der Monstranz an. Flankiert wird die Nische von anbetenden Engeln mit über der Brust gekreuzten Armen oder gefalteten Händen. Im Nischenbaldachin schwebt die Taube des Heiligen Geistes. Im darüber sich erhebenden Mittelturm des Hochaltares ist als vollplastische Skulpturengruppe unter einem auskragendem neospätgotischen Baldachin, der mit seinen sich ineinander verflechtenden, krabbengeschmückten Wimpergen an die Gestalt einer Dornenkrone gemahnt, der heilige Ludwig von Frankreich in Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu, dem Sinnbild der göttlichen Liebe, eingestellt.

St. Ludwig (Saarlouis), St. Petrus, ehemalige Fassadenstatue der barocken Saarlouiser Ludwigskirche, heller Sandstein, um 1700
St. Ludwig (Saarlouis), St. Paulus, ehemalige Fassadenstatue der barocken Saarlouiser Ludwigskirche, heller Sandstein, um 1700

Flankiert wird der Mittelturm des Hochaltares von reichem Gesprenge, aus dem jeweils vier niedrigere Fialtürme aufsteigen. Die beiden inneren Fialtürme bergen unter Baldachinen die Figuren der beiden Apostelfürsten Simon Petrus (rechts) und Paulus von Tarsus (links) und nehmen so Bezug zu den beiden steinernen Nischenstatuen der ehemaligen barocken Fassade von St. Ludwig, die sich heute im Inneren des Böhmschen Kirchenbaues links und rechts des mittleren Kirchenportals befinden. Die Platzierung der beiden Apostel Petrus und Paulus ist durch das zweite Patronat der Ludwigskirche zu erklären. Die im Jahr 1688 auf Befehl König Ludwigs XIV. zerstörte Wallerfanger Kirche trug das Patrozinium der Apostelfürsten. Bei der Gründung der Stadt Saarlouis wurde das Wallerfanger Patrozinium auf die neue Stadtpfarrkirche St. Ludwig zusätzlich übertragen.[71]

Die beiden äußeren Fialtürme des Hochaltares, die sich über der Gelenkstelle der Schwenkflügel erheben, beinhalten Statuen von Zeitgenossen des heiligen Ludwig von Frankreich, Elisabeth von Thüringen (links) und Franziskus von Assisi (rechts), die ebenfalls wie jener in der sogenannten Imitatio Christi ihren Glauben zu verwirklichen suchten. In geöffnetem Zustand werden die beiden Figuren von Elisabeth und Franziskus durch die äußeren Altarflügel verdeckt.

Flügelreliefs[Bearbeiten]

Der Hochaltar weist sechs Bildreliefs aus dem Leben des heiligen Ludwig unter reich geschnitztem und vergoldetem Rankenwerk auf. Im geschlossenem Zustand sieht der Betrachter zwei Flügel, im geöffnetem Zustand werden vier Flügel sichtbar.

Die Königssalbung Ludwigs in Reims[Bearbeiten]

In geschlossenem Zustand sieht der Betrachter im linken Flügel (Inschrift: "St. Ludwig wird zum Koenig gesalbt") die Salbung des zwölfjährigen Ludwig zum König von Frankreich. Der kindliche König kniet mit gesenktem Haupt im goldenen Nimbus und mit zum Gebet gefalteten Händen auf einem gepolsterten Knieschemel, um vom Bischof von Soissons in Reims durch die Salbung mit dem heiligen Salböl in das Königsamt eingesetzt zu werden. Zwei weltliche und zwei geistliche Würdenträger assistieren der heiligen Handlung und halten Herrschaftsinsignien. Ein Ministrant trägt eine brennende Kerze.

Diese Salbungs-Zeremonie hatte eine lange, womöglich bereits auf die fränkische Zeit zurückgehende Tradition. In der Kathedrale von Reims, der Krönungskirche der französischen Könige, wurde bis zur Revolution eine Phiole mit „heiligem Salböl“ aufbewahrt, das der Legende nach eine Taube zur Taufe des Merowingerkönigs Chlodwig I. im Jahr 496 oder 499 vom Himmel auf die Erde gebracht haben soll. Tatsächlich wurde wohl erst der Karolinger Pippin III., der den letzten Merowinger abgesetzt hatte, im Jahr 751 zum König der Franken gesalbt. Dieses kirchliche Ritual sollte Pippin das Königsheil verleihen, das bis dahin allein durch Geblütsrecht in der herrschenden Dynastie weitergegeben werden konnte.

Nachweislich erfolgte die Salbung seit der Zeit der frühen Kapetinger bei allen Königskrönungen der französischen Geschichte. Bevor der Erzbischof von Reims dem neu zu krönenden König die eigentlichen Herrschaftsinsignien wie Krone, Zepter und Reichsschwert überreichte, strich er ihm mit dem rechten Daumen einige Tropfen dieses heiligen Öls, das zuvor auf einer Patene mit Chrisam vermischt wurde, auf die Brust. Dabei sprach er die rituelle Formel „Ungo te in Regem“ („Ich salbe dich zum König“). Die Verschmelzung von Salböl und Chrisam unterstrich die doppelte Sakralität des französischen Königs und bezog sich auf die alttestamentliche Salbung Sauls und Davids zum König von Israel durch den Propheten Samuel (1 Sam 10,1 EU). Das Ritual, das auch an Davids Nachfolgern vollzogen wurde, sollte dem Herrscher göttliche Gnade und einen herausgehobenen Status unter den Menschen verleihen, ihm aber auch vor Augen führen, dass er seine Macht wiederum Gott verdanke.

Ludwig wurde am 29. November 1226 in Reims durch den Bischof von Soissons, Jacques de Bazoches, zum König gesalbt und gekrönt. Auf eine traditionelle Weihe durch den Erzbischof von Reims musste verzichtet werden, da seit dem Tod des Erzbischofs Guillaume de Joinville vier Monate zuvor dieses Kirchenamt noch vakant war. Das geringe Alter des Königs brachte das Königtum in eine kritische Situation, denn der Lehnsadel Frankreichs hatte unter der Herrschaft von Ludwigs Großvater Philipp II. August und Vater Ludwig VIII. des Löwen († 1226) erheblich an Macht verloren, weshalb sich bereits unter seinem Vater eine breite Opposition der Vasallen gegen die Krone gebildet hatte. In der Frage der Vormund- und Regentschaft für den jungen König versuchte nun diese Opposition, ihre Interessen und Positionen gegenüber der Krone zu stärken, indem sie die Rechtmäßigkeit der von 1226 bis 1235 andauernden vorübergehenden Regierungsübernahme bis zur Volljährigkeit Ludwigs durch dessen Mutter, Blanka von Kastilien († 1252), als Frau und zudem Landesfremde, bestritten.[72]

Ludwig nimmt das Kreuz[Bearbeiten]

In geschlossenem Zustand sieht der Betrachter im rechten Flügel (Inschrift: "St. Ludwig erfleht den Segen vor dem Kreuzzug") den Beginn des Kreuzzuges (Sechster Kreuzzug) von 1244 durch König Ludwig von Frankreich. Ludwig, in purpurfarbenem Gewand mit Königskrone und goldenem Mantel kniet vor einem ihn segnenden Bischof mit assistierendem Mönch. Hinter dem König kniet ebenfalls ein geharnischter Ritter mit großem Schild, auf dessen silberner Fläche als Symbol des Kreuzzuges ein rotes Kreuz zu sehen ist. Zwei weitere Kreuzritter tragen Schwerter und Lanze. Mit den drei dargestellten Rittern könnten Ludwigs Brüder Robert von Artois (1216–1250), Alfons von Poitiers (1220–1271) und Karl von Anjou (1227–1285) gemeint sein.

Während einer Malariaerkrankung, die Ludwig im Jahr 1244 an den Rand des Todes brachte, hatte er Gott gelobt, falls er wieder genesen sollte, einen Kreuzzug führen zu wollen. Den Wunsch, das Heilige Land vom Islam zu befreien, hatte Ludwig schon lange zuvor gehegt. Bereits im Jahr 1239 hatte Ludwig den sogenannten (Kreuzzug der Barone) unter Theobald von Champagne mit Geldzahlungen unterstützt. Dieser Waffengang erbrachte trotz vieler Schwierigkeiten bis zum Jahr 1241 erhebliche christliche Gebietsgewinne, doch ging ein Großteil davon schon im Jahr 1244 wieder verloren und die Niederlage in der Schlacht von La Forbie (17. bis zum 18. Oktober 1244) brachte die Kreuzfahrerstaaten in arge Bedrängnis. Deshalb erachtete Ludwig, der fromm erzogen worden war und mit äußerster Gewissenhaftigkeit seine Christenpflicht zu erfüllen suchte, einen Zug nach Outremer nun für seine dringlichste Aufgabe.

Nach seiner Genesung, die der König der Hilfe Gottes zuschrieb, nahm Ludwig schließlich die Vorbereitungen zu einer bewaffneten Pilgerfahrt mit großer Sorgfalt auf. Von Papst Innozenz IV. erreichte er im Jahr 1245 die Bestätigung seines Gelübdes und stach am 25. August 1248 mit seinen Brüdern Robert und Karl (Alfons sollte später nachfolgen) von Aigues-Mortes aus mit einem ca. 15.000 Mann starken Kreuzfahrerheer in See.

Nach einer Überwinterung auf Zypern landete das Heer Anfang Juni 1249 an der Küste Ägyptens und nahm am 5. Juni 1249 die Hafenstadt Damiette ein. Der Weg der Kreuzfahrer nach Kairo wurde bei der Stadt al-Mansura aufgehalten, wo Ludwigs Bruder Robert getötet wurde. In der Folgezeit geriet Ludwig in Gefangenschaft und kam nur gegen die Zahlung eines hohen Lösegeldes frei.

Am 24. April 1254 verließ Ludwig das Heilige Land. Damit war der Kreuzzug mit dem Ziel der Befreiung Jerusalems und einer Schwächung der muslimischen Mächte gescheitert.[73]

Ludwig befreit die Gefangenen[Bearbeiten]

In geöffnetem Zustand sieht der Betrachter im äußersten linken Flügel (Inschrift: "St. Ludwig begnadigt die Gefangenen") den noch kindlichen König Ludwig auf einem Scherenstuhl mit Löwenköpfen sitzend. Er trägt ein goldenes Gewand und einen königlichen Kronreif auf dem nimbusumrahmten Haupt. Hinter ihm stehen seine ebenfalls nimbusumrahmte Mutter Blanka von Kastilien in gotischer Tracht mit Schleier und Kronreif, assistiert von einem Bischof mit Segensgestus und Bischofsstab (vermutlich Erzbischof Gautier von Sens, dem engsten Berater der Königin), die durch das Auflegen ihrer Hand auf den Oberarm ihres kleinen Sohnes diesen zum Vollzug der christlichen Werke der Barmherzigkeit anzuhalten scheint. Aus einem hölzernen Gefängnistor mit prächtigen gotischen Beschlägen treten vier verängstig dreinschauende Gefangene in grauen Häftlings-Jacken und blockgestreiften rot-grauen Kurzhosen und Pantinen heraus. Drei von ihnen sind bereits vor dem königlichen Kind auf die Knie gesunken. Einer küsst Ludwig die Füße und einer blickt ihn in gebetsähnlicher, händeringender Haltung dankbar an. Ein bereits aufgebauter Galgen zeigt an, dass Ludwig die Gefangenen gerade durch Begnadigung vor der drohenden Hinrichtung bewahrt hat.

Theologischer Hintergrund der Szene ist die Aufforderung Jesu in der sogenannten Endzeitrede im Evangelium nach Matthäus Mt 25,31–46 EU, sich der Gefangenen anzunehmen, das sechste Werk der Barmherzigkeit. Dem Betrachter wird hierbei Ludwig als Vorbild der christlichen Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Vergebungsbereitschaft dargestellt.

Ludwig speist die Armen[Bearbeiten]

In geöffnetem Zustand sieht der Betrachter im linken, die Expositoriumsnische flankierenden Flügel (Inschrift: "St. Ludwig speiset die Armen"), den jugendlichen König von Frankreich mit einem dünnen Kronreif auf dem Haupt in der Mitte einer hochgotischen Raumszenerie mit Maßwerkfenstern und Gewölben an einem Tisch mit zwei Armen. Dahinter nähert sich von der Seite ein Bresthafter auf Achselstütz-Krücken. Während Ludwig dem zu seiner Rechten auf einem Schemel sitzenden Notleidenden mit seiner Linken Brot reicht, schenkt er mit seiner Rechten dem Mann zu seiner Linken aus einer Kanne Wein aus. Die Darstellung bezieht sich auf eine Bibelstelle im Matthäusevangeliums Mt 6,3 EU: "Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten."

Zu Füßen des Tisches hat sich ein kleiner Hund als Symbol christlicher Treue und Demut gekauert. Ein königlicher Bediensteter im Hintergrund schaut missbilligend und verachtend dem Geschehen, das ikonographisch der Emmaus-Szene nachgebildet ist, zu. Brot und Wein der Armenspeisung haben ebenfalls einen eucharistischen Bezug.

Der Bildhauer Hans Steinlein stellt hier den heiligen Ludwig im Sinne einer selbstlosen Imitatio Christi geradezu als Inkarnation des abendmahlsspendenden Christus im erstes Werk der Barmherzigkeit, dem Speisen der Hungrigen, dar. Die beiden am Tisch sitzenden Armen scheinen, ungläubig wie die Emmaus-Jünger, die Bedeutung des Geschehens noch nicht fassen zu können. Trinitarische Motive (Dreizahl der gotischen Fenster im angedeuteten Raum, Dreierverschlingung der Fischblasenmaßwerke, sogenannte Dreischneuße in den Fenstern) könnten im Zusammenhang mit dem Jesuswort aus dem Weltgerichtsgleichnis Mt 25,40 EU, ikonographisch als verborgene Anwesenheit Gottes im karitativen Handeln gedeutet werden: "Was ihr einem meiner geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan."

Ludwig bestattet die Pestleichen[Bearbeiten]

In geöffnetem Zustand sieht der Betrachter im rechten, die Expositoriumsnische flankierenden Flügel (Inschrift: "St. Ludwig bestattet die Pestleichen"), wie Ludwig auf dem Siebten Kreuzzug angetan mit Ritterrüstung, gekröntem Helm und königlichem Umhang vor den Toren von Tunis einen bleichen Leichnam in seinen Armen hält. Die Darstellung erinnert an Pietà-Darstellungen der Gottesmutter Maria mit ihrem toten Sohn Jesus in den Armen. Ein Totengräber steht in einer bereits ausgehobenen Grube. Mit der Rechten ergreift er den Toten, mit der Linken hält er sich Nase und Mund gegen den beißenden Verwesungsgeruch zu. Zwei Ritter in prächtiger Rüstung, vielleicht die Brüder Ludwigs, blicken teilnahmsvoll auf den Leichnam. Zwischen Ludwig und den beiden Rittern liegt bereits ein weiterer Leichnam. Zwischen der Gruppe im Vordergrund und der Stadtmauer von Tunis befinden sich weitere Kreuzzugsangehörige.

Die Darstellung thematisiert das siebte Werk der Barmherzigkeit, das Bestatten der Toten. Dieses Werk ist nicht neutestamentlich, wurde aber vom Kirchenvater Lactantius mit Bezug auf das Buch Tobit (Tob 1,17–20 EU) dem Kanon der karitativen Handlungen hinzugefügt und hatte sich in der Folge als Bestandteil der sieben Werke der Barmherzigkeit etabliert.

Historischer Hintergrund der Darstellung ist, dass seit dem Scheitern seines Kreuzzuges nach Ägypten Ludwig dazu entschlossen war, einen weiteren Kreuzzug gegen die Muslime zu unternehmen. Nachdem er das Heilige Land im Jahr 1254 in Richtung Frankreich verlassen hatte, unterstützte der König den Unterhalt eines ständigen christlichen Regimentes, das einen erneuten Kreuzzug vorbereiten sollte. Die ohnehin ständig bedrohte Existenz der restlichen christlichen Herrschaften im Heiligen Land war in den sechziger Jahren des 13. Jahrhunderts einer noch zunehmenden Bedrohung ausgesetzt, nachdem der Mamelukensultan Baibars I. nacheinander weite Gebiete eroberte.

Ludwig erachtete einen neuen Kreuzzug nun für dringlicher denn je, obwohl seine unmittelbare Umgebung dieses Vorhaben ablehnte. Ludwig setzte sich über zahlreiche Bedenken hinweg und legte im Jahr 1267 ein neues Kreuzzugsgelübde ab, das er sich von Papst Clemens IV. bestätigen ließ. Ludwig entschied sich für einen Angriff auf den Sultan von Tunis, al-Mustansir, da er glaubte, diesen zum Übertritt zum Christentum bewegen zu können.[74]

Obwohl bereits im vorangeschrittenen Alter und durch Krankheiten geschwächt, eroberte Ludwig im Sommer 1270 die Stadt Karthago. Sultan Muhammad I. al-Mustansir verweigerte jedoch die Annahme des christlichen Glaubens und verschanzte sich in Tunis. Ludwig schloss den Belagerungsring um die Stadt, jedoch brach im Kreuzfahrerheer durch unhygienische Verhältnisse die Bakterienruhr aus. Ludwigs Sohn Johann Tristan, der 1250 im Verlauf des Sechsten Kreuzzuges in der ägyptische Hafenstadt Damiette geboren worden war, und seinen Vater beim Siebten Kreuzzug begleitete, erkrankte ebenfalls an der Ruhr und starb kurz darauf zur großen Bestürzung seines Vaters. Vielleicht stellt die Szene auf dem Hochaltarflügel diese Begebenheit dar.[75]

Ludwig auf dem Sterbelager[Bearbeiten]

In geöffnetem Zustand sieht der Betrachter im äußersten rechten Flügel (Inschrift: "St. Ludwig auf dem Sterbelager") den Tod des heiligen Ludwig während des Siebten Kreuzzuges in der Nähe von Tunis im Jahr 1270. Der vom Tod gezeichnete König liegt auf einem weißen Laken, abgeschirmt von einem provisorischen Vorhang. Den goldenen Kronreif mit französischen Lilien (Fleur-de-Lys) hat er abgelegt. Der im hohen Mittelalter aufgekommenen Legende nach wurde die Lilie dem Merowingerkönig Chlodwig I. bei seiner Bekehrung zum Christentum von einem aus dem Himmel herabgestiegenen Engel überreicht, wie auch schon das heilige Salböl der Königssalbung ein göttliches Geschenk gewesen war.

Sterbend erhebt der König seine rechte Hand in Richtung des Kreuzes, das ihm von einem neben ihm knienden Mönch gezeigt wird. Der legendarischen Überlieferung nach sollen seine letzten Worte gewesen sein: „Wir werden einziehen nach Jerusalem.“ In der Nähe des nimbusgeschmückten Hauptes des Königs erhebt ein Mönch segnend und entsetzt zugleich die Hände. Ein weiterer Mönch hält einen Hirtenstab. Die Mönche tragen Tonsur und sind mit weißen priesterlichen Gewändern bekleidet. Zu Füßen des heiligen Ludwig ist ein jungendlicher Ritter auf die Knie gesunken und betet. Hinter ihm steht ein Ritter mit Helm in nachdenklicher Haltung. Er hält mit seiner Linken seinen rechten Ellenbogen und stützt mit seiner rechten Hand seinen in Trauer in geneigtes Kopf. Trotz seines Hinsterbens ist Ludwig aktives Zentrum des Geschehens. Anhand seines Gesichtsausdruckes scheint er in festem Glauben an die Auferstehung gelassen in den Tod zu gehen und die Anwesenden in dieser Überzeugung zu festigen.

Ludwig hatte während seines Lebens stets die Orden gefördert, Kirchen reich beschenkt und die karitativen Werke in großem Maße erweitert, wobei er sich in demutsvoller Haltung persönlich der Armenfürsorge gewidmet hatte. Nach seinem ersten Kreuzzug war er zum strengen Büßer geworden. Dem Reliquienkult und dem Ablasswesen tief verbunden, ließ er zwischen 1244 und 1248 in Paris die Sainte-Chapelle errichten. Die Kapelle diente als Aufbewahrungsort der Passionsreliquien, der Dornenkrone Christi und von Teilen des „Wahren Kreuzes“ sowie der Spitze einer Lanze, die dem römischen Hauptmann Longinus gehört haben soll. Diese Reliquien hatte der König im Jahr 1237 dem lateinischen Kaiser Balduin II. in Konstantinopel abgekauft.

Nach dem Tod seines Sohnes Johann Tristan starb der König am 25. August 1270 ebenfalls an der Bakterienruhr, angeblich um drei Uhr nachmittags, zur selben Stunde wie Christus. Beide, Ludwig und sein Sohn, wurden nach Frankreich überführt und in der Basilika Saint-Denis beigesetzt.[76]

Die seiner Lebensführung zuerkannte Heiligmäßigkeit führte rasch nach seinem Tod zur Eröffnung eines Kanonisationsprozesses, der mit der Heiligsprechung durch Papst Bonifatius VIII. im Jahr 1297 seinen positiven Abschluss fand.[77]

Gemälde[Bearbeiten]

Die beiden großformatigen Ölgemälde im Eingangsbereich der Kirche wurden am Ende des 17. Jahrhunderts vom Metzer Künstler Nicolas Dupuy gefertigt und von König Ludwig XIV. der Pfarrkirche gestiftet. Dupuy stammte aus Pont-à-Mousson und war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bis zum Jahr 1706 als Hofmaler Herzog Leopolds I. von Lothringen beschäftigt.[78][79][80] Während der Französischen Revolution wurde das Gotteshaus im Januar 1794 verwüstet und geschändet. Die Gemälde konnten jedoch gerettet werden. Sie befinden sich heute im Vorraum der Kirche. Die beiden Ölgemälde wurden in den 1950er Jahren von dem Saarbrücker Maler und Restaurator Ernst Sonnet restauriert. Zum 300-jährigen Stadtgründungsjubiläums im Jahr 1980 wurden die beiden Gemälde nach sorgfältiger Restaurierung im Kircheninneren wieder aufgehängt.[81]

Die heilige Familie[Bearbeiten]

Das Ölgemälde (Öl auf Leinwand, 133 x 178 cm) mit der Darstellung der Heiligen Familie im Eingangsbereich der Kirche stammt noch aus der barocken Pfarrkirche und wurde im Jahr 1687 geschaffen. Das Gemälde zeigt einen Besuch der Familie Johannes des Täufers mit seinen Eltern bei der Heiligen Familie. Das Jesuskind sitzt auf dem Schoß der Jungfrau Maria und streckt seine Ärmchen aus, um den ihm zustrebenden kleinen Johannes begrüßend zu umarmen. Johannes´ Mutter Elisabeth, dargestellt als Frau im fortgeschrittenen Alter, unterstützt die dem Jesuskind zugewandte Bewegung ihres kleinen Sohnes. Während Zacharias, der Vater des Johannes, sich in ehrfürchtiger Haltung vor dem Jesuskind verbeugt, blickt Josef in nachdenklicher Haltung auf die Szene, indem er seinen Kopf mit der Hand stützt. Die Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind ist als Helligkeitszentrum des Gemäldes gestaltet. Im Jahr 1832 wurde das Ölgemälde restauriert und ist durch diese Behandlung in der Folgezeit stark nachgedunkelt. Vermutlich im Jahr 1890 war es aus der Kirche entfernt und danach im Pfarrhaus aufgehängt worden.[82][83]

Die Apotheose des heiligen Ludwig[Bearbeiten]

Das Ölgemälde (Öl auf Leinwand, 220 x 350 cm) mit der Darstellung der Aufnahme des heiligen Ludwig in den Himmel im Eingangsbereich der Kirche stammt aus dem Jahr 1694 und gehört noch zur Ausstattung der barocken Pfarrkirche. Vermutlich diente das Gemälde als Zentralbild des Hochaltares in der Apsis der barocken Kirche.[84][85] In der unteren rechten Hälfte des Bildes kniet der heilige Ludwig demütig im königlichen Hermelinornat während des Partikulargerichtes im Augenblick seines Dahinscheidens. Seine rechte Hand hat er auf sein Herz gelegt, während seine Linke auf die Krone Frankreichs und das Königs-Szepter, die beide auf einem prunkvollen Quasten-Kissen zu Füßen Christi liegen, verweist. Der Gestus verdeutlicht, dass der Herrscher Frankreichs alle von Gott durch die Königssalbung empfangene weltliche Macht hinter sich gelassen hat und sie nun in Gottes Hände zurückgibt, um von ihm, wie in der Offenbarung des Johannes verheißen, die "ewige Krone" zu empfangen: "Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben." (2,10 EU)

In der linken Hälfte des Bildes erscheint in der oberen Mitte auf den Wolken des Himmels zu Ludwig herniedersteigend der auferstandene Christus mit dem Kreuz auf seiner Schulter. Christi Rechte verweist den König in Richtung seines himmlischen Vaters, der an der Spitze des Bildes im Himmel thront und Ludwig mit erhobener Hand in Begleitung von Engeln zu empfangen scheint. Die Figurenkonstellation bezieht sich auf das Jesuswort aus dem Johannesevangelium: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen.“ (14,6-7 EU)

Der äußerste rechte Rand des Bildes ist wie die Mitte von jeweils zwei Kinderengeln ausgefüllt: Zwei Putten, ähnlich denen der Sixtinischen Madonna Raffaels betrachten das Geschehen auf einer Wolkenbank, zwei kleine Engel halten die Schleppe des königlichen Hermelinmantels. Seitlich des Königs erhebt sich mit aufwirbelden üppigen Gewändern und flatternden Haaren ein Engel, der auf einem weißen Tuch die Dornenkrone Jesu emporhält.

Die Figurenkonstellation des Bildes beschreibt eine Linienführung in der Form eines "X". Vom Kreuzesstamm über die linke Hand Ludwigs, die Christus die Insignien des französischen Königtums darbietet, bis zum von einem Engel getragenen Saum des Königsmantel lässt sich eine Linie ziehen. Ebenso lässt sich vom linken Flügel des dornenkronentragenden Engels über Kopf und rechtem Arm des Heiligen zum Kissen am Boden mit den Herrschaftszeichen eine Verbindungslinie denken. Die Dornenkrone auf dem schlichten Tuch in der Höhe und die Königskrone Frankreichs auf dem prunkvollen Kissen am Boden entsprechen sich als Gegensatzpaar. Die Überkreuzstellung der Gesamtkonstellation des Bildaufbaues kann als personale Gestaltwerdung des griechischen Buchstabens "Chi", des Anfangsbuchstabens des Wortes "Christos" (der Gesalbte), gedeutet werden. Ebenso entsteht hier ein gedanklicher Bezug zu Ludwig, der ebenfalls als mit dem heiligen Salböl in sein Amt eingesetzter, von Gott Beauftragter, verstanden wurde. Das Bild visualisiert in seiner Aussage im Bezug auf die christuszentrierte Lebensführung des heiligen Ludwig insgesamt das Jesuswort aus dem Matthäusevangelium: "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen." (16,24-27 EU)

Kreuzweg[Bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Kreuzwegstationen des Malers Arthur Tholey
St. Ludwig (Saarlouis), 5. Kreuzwegstation: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen (Mt 27,32 EU)

Der Kreuzweg wurde durch den Überherrner Maler Arthur Tholey (1921-1976) in den frühen 1970er Jahren gemalt. Tholey hatte an der Akademie der Bildenden Künste München seine Ausbildung begonnen, musse diese jedoch bereits nach einem halben Jahr aufgrund einer Einberufung zum Kriegsdienst abbrechen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges besuchte er für ein Jahr die Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken. Den Lebensunterhalt für sich und seine Familie musste sich Tholey durch eine berufliche Tätigkeit als Anstreicher verdienen. Seine Bilder stellte er erst mit dem Beginn der 1970er Jahre aus, nachdem er eine Krankheit überwunden hatte, zunächst in seiner Heimatgemeinde Überherrn, dann auch in Saarbrücken und den benachbarten Regionen.[86][87]

Skulpturen[Bearbeiten]

Die Kirche weist eine reiche Ausstattung historistischer Skulpturen auf.

Fenster[Bearbeiten]

Aus Anlass des 300-jährigen Gründungsfestes der Stadt Saarlouis im Jahr 1980 wurde im Jahr 1979 durch den Saarbrücker Künstler Ernst Alt mit dem Pelikanfenster ein neuer Fensterzyklus in der Kirche begonnen,Alfons Thome: "Die ganze Schöpfung schreit nach Erlösung", Gedanken zu den Kirchenfenstern von Ernst Alt in Saarlouis-St. Ludwig, in: Paulinus, 111. Jahrgang, 17. März 1985.[88][89][90][91] der sukzessive bis zum Tod des Künstlers im Jahr 2013 weitergeführt wurde. Die Fenster wurden von den Firmen Derix sowie "Die Kunstglaser", beide in Rottweil, hergestellt.[92] Da die Entwürfe zu den noch ausstehenden Fenstern bereits vorliegen, soll die Farbverglasung in Zukunft weitergeführt werden.

Die Themen der Fenster wurden so konzipiert, dass sie alle in gewisser Weise mit dem Lebensthema des heiligen Ludwig und dessen engem Bezug zur Dornenkrone Christi in Zusammenhang stehen. Der gesamte Zyklus trägt den Titel "Saarlouiser Dornenpassion". Der ganze Fensterzyklus soll zusätzlich eine Deutung des "Dornenthemas" in der Bibel sein: angefangen vom Buch Genesis (Vertreibung aus dem Paradies, Widder bei Abraham im Dornbusch) über das Buch Exodus (brennender Dornbusch bei Mose), die metaphorischen Dornen der leidenden Dulder, Psalmisten und Propheten in der Bibel bis hin zur Dornenkrone in der Passion Jesus.


Der Fensterzyklus des Alten Testamentes und der Geschichte des Judentums enthält bisher fünf Bildfenster:

  • Granatdornharfner und Lebenspsalter
  • Das Opfer Abrahams - Morija
  • Brennender Dornbusch - Exodus
  • Heimwehvesper
  • Abrahams Samen - Menetekel

Der Fensterzyklus des Neuen Testamentes und der Geschichte der Kirche enthält bisher vier Bildfenster:

  • Eingejagtes Einhorn
  • Durchbohrtes Herz
  • Trauermette
  • Osterlachen

Die vier Fenster im Chorraum thematisieren die Eucharistie:

  • Schmerzkönig
  • Ostersprung des Lammes
  • Sich verschenkender Pelikan
  • Keltertreter

Die beiden Fenster im Kirchenraum zeigen folgende Themen:

  • Sich aufflammender Phönix
  • Die Nachtigall und die Rose

Die Turmkapellenfenster im Mitteleingang zeigen folgende christliche Figuren:

St. Ludwig (Saarlouis), Glasfenster in der Turmkapelle von Ernst Alt, "Christophorus trägt das Christuskind"
St. Ludwig (Saarlouis), Glasfenster in der Turmkapelle von Ernst Alt, "Der Erzengel Raphael begleitet den kleinen Tobias"
  • Christophorus
  • Raphael und Tobias
  • Jona
  • Der gute Hirte

Vasa sacra[Bearbeiten]

Die Kirche St. Ludwig verfügt über eine reiche Sammlung an Vasa sacra und Altarleuchtern aus der Zeit vom 18. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert.[93]

Orgel[Bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Orgel

Die aktuelle Orgel befindet sich auf der lettnerartigen Kirchenempore. Das Orgelgehäuse wurde nach Vorgaben von Gottfried Böhm konzipiert. Es ähnelt dem ebenfalls von Böhm entworfenen Prospekt der Orgel der Kölner Philharmonie. Die Orgelpfeifen fasste man zu hohen runden Zylindergruppen zusammen und passte sie in die rechteckigen Betonnischen Böhms ein. Das Instrument wurde 1980 von der Orgelbaufirma Hugo Mayer Orgelbau, Heusweiler erbaut. Es hat 45 Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal, mechanische Schleifladen und elektrische Koppeln und Registertrakturen. Die Orgeweihe fand am 29. März 1980 statt.[94][95]

I Rückpositiv C–a3

1. Holzgedackt 8′
2. Quintade 8′
3. Principal 4′
4. Metallflöte 4′
5. Principal 2′
6. Nachthornterz 13/3
7. Larigot 11/3
8. Cymbel III-IV
9. Cromorne 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–a3
10. Bourdon 16′
11. Principal 8′
12. Holzflöte 8′
13. Octave 4′
14. Rohrflöte 4′
15. Quinte 22/3
16. Superoctave 2′
17. Cornet V 8′
18. Mixtur V
19. Cymbel III
20. Trompete 8′
III Schwellwerk C–a3
21. Gedackt 16′
22. Principal 8′
23. Metallgedackt 8′
24. Salicional 8′
25. Vox Coelestis 8′
26. Principal 4′
27. Nachthorn 4′
28. Waldflöte 2′
29. Sesquialter II 22/3
30. Oktävlein 1′
31. Acuta III
32. Scharff IV 2/3
33. Fagott 16′
34. Hautbois 8′
35. Clairon 4′
Tremulant
Pedal C–g1
36. Principalbaß 16′
37. Subbaß 16′
38. Octave 8′
39. Pommer 8′
40. Principal 4′
41. Octave 2′
42. Hintersatz IV 22/3
43. Posaune 16′
44. Trompete 8′
45. Schalmey 4′

Glocken[Bearbeiten]

Die ersten Glocken der neuerbauten barocken Kirche stammten aus der im Jahr 1688 zerstörten Stadtpfarrkirche von Wallerfangen. Zwei weitere Glocken wurden im Jahr 1720 von Nicolas Cochois und François Burel in Champigneulles bei Nancy gegossen. Die kleinste Glocke aus dem Jahr 1576 stammte aus der Abtei Fraulautern.

In der Französischen Revolution mussten im August 1793 von den vorhandenen fünf Glocken drei zu Rüstungszwecken abgegeben werden.[96] Daraufhin erhielt St. Ludwig aus Fraulautern eine weitere Glocke mit der Inschrift "SUSANNA HEISEN ICH IN GODES EREN LUDEN ICH BOES WEDDER VERTREIBEN ICH 1548."

Glockengießer Johann Jakob Speck aus Kirrweiler in der Pfalz goss im Jahr 1735 eine weitere Glocke.[97]

Im Jahr 1836 wurden drei neue Glocken (Hl. Ludwig, Hl. Petrus, Jungfrau Maria) angeschafft, die von der wandernde Lothringer Gießerfamilie Perrin gegossen worden waren. Im gleichen Jahr wurde die alte Hauptglocke und die mittlere Glocke umgegossen. Die Petrusglocke wurde bereits zwei Jahre später im Jahr 1838 umgegossen.

Am 7. August 1880 schmolzen beim Brand des Kirchturmes während der 200-Jahr-Feier der Stadt Saarlouis zwei Glocken. Nach dem Fall der dritten und vierten Glocke brach die hölzerne und verschieferte barocke Glockenstube in sich zusammen. Zur Beschaffung eines neuen Geläutes stiftete der im Jahr 1848 gegründete Männergesangverein die Josefsglocke. Durch weitere Spenden konnten die Ludwigsglocke, die Petrusglocke und die Marienglocke angeschafft werden. Die neuen Glocken wurden am 23. August 1885 geweiht werden. Diese Glocken wurden im Ersten Weltkrieg zu Kriegszwecken beschlagnahmt und am 2. Juli 1917 abgenommen.

Das am 22. Juli 1923 eingeweihte Nachkriegs-Geläut des neogotischen Turmes (c1, f1, g1, a1) wurde im Jahr 1936 durch eine d1-Glocke aus der Glockengießerei Otto in Hemelingen bei Bremen ergänzt. Die Marienglocke wurde umgegossen und dem Erzengel Michael geweiht. Sie sollte fortan als Totenglocke dienen und an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges erinnern. Die Glockeninschrift lautete sich darauf beziehend:

„Wenn ich ertöne,

Denkt eurer Söhne,

Die Blut und Leben

Für uns gegeben.

St. Michael verlaß uns nicht,

Wenn sterbend uns das Auge bricht;

Dann führ´ die Müden

In Gottes Frieden!“

Gleichzeitig wurde eine neue Marienglocke gegossen. Die Glockenweihe feierte man am 24. Mai 1936. Zur Aufhängung der Glocken wurde ein neuer Glockenstuhl im Kirchturm montiert.[98]

Nach dem Erlass des Reichsinnenministeriums vom 3. Mai 1942 wurden diese Glocken am 15. Juni 1942 zu Kriegszwecken enteignet. Die Gemeinde durfte nur die a1-Glocke behalten.[99]

Durch die Spende der Stadtgemeinde Saarlouis (größte Glocke) und zahlreicher Pfarrangehöriger konnten nach dem Zweiten Weltkrieg neue Glocken in Auftrag gegeben werden. Sie wurden im Jahr 1953 von der Glockengießerei Otto in ihrer Filiale in Saarlouis-Fraulautern gegossen und waren deren erster dortiger Guss. Am 25. März 1953 wurden sie durch den Prälaten Weins aus Trier feierlich auf dem Großen Markt geweiht.[100][101]

Die Kirche St. Ludwig besitzt seither wieder fünf Bronzeglocken, welche sich alle im mittleren, größten Turm der Kirche befinden und elektronisch von der Sakristei aus geläutet werden können. Die Glocken befinden sich in einem Stahlglockenstuhl.

Nr. Name Nominal
(16tel)
Gewicht
(kg)
Durchmesser
(cm)
Inschrift
1 Ludwigsglocke c' 2300 155 „Clange novo, campana, novam clangore per urbem. Corda Ludovici voce sublime voca.“ (Übersetzung: Durchtöne mit neuem Klang, Glocke, die neue Stadt. Rufe mit Ludwigs Stimme die Herzen himmelwärts.)
2 Michaelsglocke d' 1650 137 „Exstinctos belli, incerta sorte detentos nomine me, Michael, plangere, scite satos.“ (Übersetzung: Wisset, dass ich, Michael, die Toten der Kriege, die Vermissten und Gefangenen laut betrauere.)
3 Marienglocke f' 1000 120 „Orbi sola salus per te data, Virgo Maria. Urbem materno protege praesidio.“ (Übersetzung: Das Heil der Welt wurde uns allein durch Dich geschenkt, Jungfrau Maria. Nimm unsere Stadt unter Deinen mütterlichen Schutz.)
4 Josefsglocke g' 700 104 „Publica res stat firma tuo munimine, Joseph. Urbs hinc nostra Joseph sit tibi cunque cliens.“ (Übersetzung: Das Heil aller steht sicher unter Deinem Schutz, Joseph. Diese unsere Stadt sei in allem Dir anvertraut.)
5 Petrusglocke a' 500 95 „Claviger, ecce tibi campana sacrata manebit. Nobis lassatis ostia pande, Petre.“ (Übersetzung: Schlüsselträger, siehe, Dir sei die Glocke allezeit geweiht. Öffne uns nach des Lebens Mühen die Tür zur Ewigkeit.)

Seelsorger[Bearbeiten]

In der Pfarrei St. Ludwig haben seit der Gründung folgende Seelsorger gewirkt:[102]

Rekollektensuperiore[Bearbeiten]

  • Vincent Gargan / Synphorien Gaillon: 1683-1687
  • Remi de Laitre: 1687
  • André Vaillant: 1687-1689
  • Elisée de la Genière: 1689-1693
  • Hypolite Guéral: 1693-1696
  • Joseph Le Serre: 1696-1697
  • Joseph Barbier: 1697-1698
  • Philibert Pinceau: 1698-1701
  • Calixte Morot: 1702
  • Robert Nicolas: 1702-1704
  • Pierre Baptiste Vassot: 1704-1709
  • Théodore Loret: 1709-1711
  • Irène Dole: 1711-1714
  • Angélique Desplaques: 1714-1716
  • Jean-François Alexand(re): 1716-1719
  • Augustin Quartier: 1719-1726
  • Vincent Enguerrant: 1726-1730
  • Charles de St. Martin: 1730-1731
  • Célestin Cochot: 1731-1734
  • Bonaventura Bocquenheimer: 1734
  • Gabriel Aubert: 1734-1737
  • Polycarpe Motte (aus Saarlouis): 1737-1740
  • Nicolas Fournier: 1740-1742
  • Nicolas Henry: 1742
  • Jean-François Thiery: 1742-1745
  • Etzior Petitot: 1745-1746
  • Antoine Potier: 1746-1747
  • Romain Joseph: 1747-1757
  • Zénobe Gaillard: 1757-1758
  • Romain Joseph: 1759
  • Cajetan Paillard: 1759-1762
  • Patrice Müller (aus Saarlouis): 1762-1766
  • Justin Bichelberger(aus Saarlouis): 1766
  • Alexandre Pochet: 1766-1773
  • Nicolas Manceau: 1773-1783
  • Prosper Burtey: 1784-1788
  • Jean Capistran Kremer: 1788- 30. August 1792 (letzter Rekollektensuperior)

Weltpriester[Bearbeiten]

  • Jean Guitienne: 1792-1794 (erster geschworener Stadtpfarrer)
  • 1794-1802 war die Pfarrkirche St. Ludwig ohne Seelsorger
  • François-Philippe Clemencé: 1802-1803
  • Peter Franz Jacoby: 1803-1823
  • Johann Baptist Perl: 1824-1834
  • Franz Hecking: 1834-1881
  • Pfarrverwaltung von 1881 bis 1885 durch Kaplan Stein
  • Alexander Subtil: 1885-1933
  • Heinrich Unkel: 1933-1963
  • Walter Helmes: 1963-1973
  • Anton Heidger: 1974-2007
  • Ralf Hiebert: 2007-2015

Historische Quellen[Bearbeiten]

Im katholischen Pfarrarchiv befinden sich folgende Quellen:[103]

  • Beschlussbücher seit 1766
  • Kirchenrechnungen 1690-1730
  • Akten betr. Prozessen
  • Inventare 1733-1928
  • Kirchenbücher seit 1798

Im Standesamt Saarlouis befinden sich:

  • Kirchenbücher 1685-1798

Im Saarlouiser Stadtarchiv befinden sich zur Geschichte von St. Ludwig folgende Bestände:

  • Abt. V: Kirche und Schule
  • Akten betr. Klöster, Kirchenvermögen, Statuten, Kirchengebäuden u.a.m.

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Brunner, Caspary H., Reitzenstein, A. v., Stich F.: Rheinland-Pfalz / Saarland, Kunstdenkmäler und Museen, Reclams Kunstführer Deutschland, Bd. 6, 8. Auflage, Stuttgart 1990, S. 392.
  • Philipp de Lorenzi: Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diözese Trier, Trier 1887, S. 565f.
  • Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985.
  • Das katholische Saarland, Heimat und Kirche, Hrsg.: L. Sudbrack und A. Jakob, Band II, Saarbrücken 1954, S. 11.
  • Jo Enzweiler u.a. (Hrsg.): Gottfried Böhm, Künstlerlexikon Saar, Künstlerblatt Architektur, Saarbrücken 2010, S. 9-12.
  • Rosemarie Haine-Maas: Saarlouis einst und heute, Ein Streifzug durch Saarlouis und seine Geschichte, Dillingen 1992.
  • Roland Henz u. Jo Enzweiler (Hrsg.): Saarlouis Stadt und Stern / Sarrelouis - Ville et Étoile, Text: Oranna Dimmig, Übertragung ins Französische: Anne-Marie Werner, Saarbrücken 2011.
  • Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960.
  • Martin König: Ein Fensterzyklus von Ernst Alt: Die Tierfenster in der Pfarrkirche St. Ludwig in Saarlouis, in: Das Münster, 1989, Heft 1.
  • Martin König: Inkarnationen: Pflanzen, Tier und Mensch, Die zwei Fensterzyklen in Neunkirchen/Nahe und in Saarlouis, in: Thomas Schwarz u. Armin Schmitt (Hrsg.): Mnemosyne, Der Maler und Bildhauer Ernst Alt, Blieskastel 2002, S. 59-71, hier S. 65-71.
  • Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte, o. O. und o. J. (1953), S. 253-298, hier S. 263-268.
  • Kristine Marschall: Sakralbauwerke des Klassizismus und des Historismus im Saarland, (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland, Bd. 40), Saarbrücken 2002. S. 328-329, 567.
  • Josef Mischo: "Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage", Die Pfarrkirche St. Ludwig - Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit, Saarlouis-Lisdorf 1993.
  • Josef Mischo: Die Heilsgeschichte in Farbe, Der Fensterzyklus von Ernst Alt in der Pfarrkirche St. Ludwig Saarlouis, Dillingen/Merzig 2015.
  • Svetlozar Raev (Hrsg.): Gottfried Böhm, Bauten und Projekte 1950-1980, Köln 1982.
  • Franz Ronig: Der Kirchenbau des 19. Jahrhunderts im Bistum Trier, in: Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland, Bd. I, Düsseldorf 1980, S. 240.
  • Rudolf Saam: Beitrag zur Baugeschichte neugotischer Kirchen an der Saar. Zum Leben und Werk des Baumeisters Carl Friedrich Müller, Saarbrücker Hefte, Heft 48, S. 17-51, Saarbrücken 1978.
  • Rudolf Saam: Der Baumeister Carl Friedrich Müller und seine Tätigkeit im Landkreis Saarlouis, in: Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Saarlouis, Saarlouis 1981, S. 23-25.
  • Saarforschungsgemeinschaft (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2., unveränderte Auflage, Saarbrücken 1976, S. 258f.
  • Hans-Jörg Schu: Chronik der Stadt Saarlouis 1680-1980, Saarbrücken 1980.
  • Hans-Jörg Schu: Chronik der Stadt Saarlouis 1679-2005, Ein chronologischer Bericht über die Entwicklung der Festungsstadt, Saarlouis 2010.
  • Jörg Sonnet: 330 Jahre Pfarrkirche St. Ludwig Saarlouis (1685-2015), in: Unsere Heimat, Mitteilungsblatt des Landkreises Saarlouis für Kultur und Landschaft, 40. Jg. Heft Nr. 1, 2015, S. 28-34.
  • Alfons Thome: "Die ganze Schöpfung schreit nach Erlösung", Gedanken zu den Kirchenfenstern von Ernst Alt in Saarlouis-St. Ludwig, in: Paulinus, 111. Jahrgang, 17. März 1985.
  • Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100-1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober - 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980.
  • Wolfgang Voigt (Hrsg.): Gottfried Böhm, Sammlung des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt am Main, Berlin 2006
  • D. Zell: St. Ludwig, Wegweiser und Geschichte, hrsg. von der Pfarrgemeinde St. Ludwig, o.O. 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.kirche-saarlouis.de/, abgerufen am 16. August 2015.
  2. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, S. 15.
  3. Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte, o. O. und o. J. (1953), S. 253-298, hier S. 263-268.
  4. Roland Henz u. Jo Enzweiler (Hrsg.): Saarlouis Stadt und Stern / Sarrelouis - Ville et Étoile, Text: Oranna Dimmig, Übertragung ins Französische: Anne-Marie Werner, Saarbrücken 2011, S. 67.
  5. Jo Enzweiler (Hrsg.): Kunst im öffentlichen Raum, Saarland, Band 3, Landkreis Saarlouis nach 1945, Aufsätze und Bestandsaufnahme, Saarbrücken 2009, S. 273.
  6. Bastian Müller: Architektur der Nachkriegszeit im Saarland, Saarbrücken 2011 (Denkmalpflege im Saarland 4), S. 53.
  7. Hans Jörg Schu: Der Große Markt in Saarlouis, Saarbrücken 1986, S. 26 und S. 29.
  8. Oranna Dimmig: Kunstlexikon Saar, Kunstort Hasenberg Ensdorf/Saar, hrsg. vom Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Saarbrücken 2014, S. 9-12.
  9. Hans-Jörg Schuh: Chronik der Stadt Saarlouis 1679-2005, Ein chronologischer Bericht über die Entwicklung der Festungsstadt, Saarlouis 2010, S. 153-154.
  10. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 9.
  11. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 4.
  12. Roland Henz u. Jo Enzweiler (Hrsg.): Saarlouis Stadt und Stern / Sarrelouis - Ville et Étoile, Text: Oranna Dimmig, Übertragung ins Französische: Anne-Marie Werner, Saarbrücken 2011, S. 68.
  13. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 4-5.
  14. Die Holzvertäfelung gelangte später in das ehemalige Café Budenz am Großen Markt, vgl.: Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2. Auflage, Saarbrücken 1976, S. 259.
  15. Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2. Auflage, Saarbrücken 1976, S. 259.
  16. Johann Guitienne war von 1794 bis zu seinem Tode im Jahr 1814 Pfarrer in Fremersdorf an der Saar.
  17. Registre des séances de l’administration du département, L88, f° 53-55, et registre d’audiences du tribunal criminel, 1792-16 brumaire an IV, f° 110, (Arch.dép. des Deux-Sèvres).
  18. Antonin Proust, la Justice révolutionnaire à Niort, 2e édition; p. XIV, 29-31, 132, 156-157.
  19. Alfred Largeault, Revue de l’Ouest, n° du 4 avril 1893.- Vicomte de Lastic Saint-Jal, l’Église et la Révolution à Niort.
  20. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 8-9.
  21. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 8-9.
  22. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100-1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober - 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 2.
  23. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100-1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober - 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 2.
  24. Kristine Marschall: Sakralbauwerke des Klassizismus und des Historismus im Saarland, (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland, Bd. 40), Saarbrücken 2002. S. 328-329, 567, hier S. 328.
  25. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100-1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober - 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 1-10.
  26. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 6-7.
  27. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 9-10.
  28. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 9-10.
  29. Gernot Karge und Hans Jörg Schu: Der Alte Friedhof Saarlouis - Seine Bedeutung, seine Geschichte, seine Grabmäler, Saarlouis 2008.
  30. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 6-7.
  31. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 8.
  32. Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2. Auflage, Saarbrücken 1976, S. 236.
  33. Roland Henz u. Jo Enzweiler (Hrsg.): Saarlouis Stadt und Stern / Sarrelouis - Ville et Étoile, Text: Oranna Dimmig, Übertragung ins Französische: Anne-Marie Werner, Saarbrücken 2011, S. 69 und 118.
  34. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 11.
  35. Jörg Schmitz: Leben und Werk des Architekten Wilhelm Peter Schmitz (1864-1944), Dombaumeister, Denkmalpfleger, Kunstschriftsteller und Lothringischer Konservator, Ein Rheinischer Architekt des Späthistorismus (Aachen, Köln, Trier, Metz), Band 1: Biographie und Abbildungsteil, Band 2: Werkverzeichnis, Tönning u.a. 2005.
  36. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 7-8.
  37. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 11-12.
  38. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 5-6.
  39. Rosemarie Haine-Maas: Saarlouis einst und heute, Ein Streifzug durch Saarlouis und seine Geschichte, Dillingen 1992, S. 166.
  40. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100-1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober - 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 3.
  41. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 5-6.
  42. Josef Mischo: "Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage", Die Pfarrkirche St. Ludwig - Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit, Saarlouis-Lisdorf 1993, S. 20.
  43. http://www.franziska-aachen.de/gemeinden/st-marien/marienkirche/, aufgerufen am 25. August 2015.
  44. Kristine Marschall: Sakralbauwerke des Klassizismus und des Historismus im Saarland, (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland, Bd. 40), Saarbrücken 2002. S. 328-329, 567, hier S. 328.
  45. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 27.
  46. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 4-16.
  47. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 14-15.
  48. Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker, Bd. 19, Artikel "Kau, Georg", S. 598.
  49. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 1-2.
  50. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 6.
  51. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 3.
  52. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 6.
  53. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 7-8.
  54. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 14-29.
  55. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 12-16.
  56. Hans-Jörg Schuh: Chronik der Stadt Saarlouis 1679-2005, Ein chronologischer Bericht über die Entwicklung der Festungsstadt, Saarlouis 2010, S. 161-162.
  57. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 12-18.
  58. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 15-18.
  59. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 19-23.
  60. Hans-Jörg Schu: Chronik der Stadt Saarlouis 1679-2005, Ein chronologischer Bericht über die Entwicklung der Festungsstadt, Saarlouis 2010, S. 171.
  61. Hans-Jörg Schu: Chronik der Stadt Saarlouis 1679-2005, Ein chronologischer Bericht über die Entwicklung der Festungsstadt, Saarlouis 2010, S. 253.
  62. Marlen Dittmann: Gottfried Böhm, Bauten und Projekte im Saarland, in: Gottfried Böhm, Künstlerlexikon Saar, Künstlerblatt Architektur, hrsg. v. Jo Enzweiler u.a., Saarbrücken 2010, S. 4-17, hier S. 9-12.
  63. http://www.saarlouis.de/freizeit_tourismus/1087.php
  64. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 23-24.
  65. Helga Simon: Altmeister der Kirchenkunst - Der Bildhauer Hans Steinlein schuf seine Werke in Eltville, in: Wiesbadener Tagesblatt, Ausgabe 15.Oktober 2011.
  66. Josef Mischo: "Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage", Die Pfarrkirche St. Ludwig - Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit, Saarlouis-Lisdorf 1993, 31-44.
  67. http://www.rheingau-echo.de/nachrichten/region/kiedrich/skulpturen-ins-licht-oeffentlichkeit-gerueckt-id5930.html, abgerufen am 18. August 2015.
  68. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 28.
  69. Dieser Beiname wurde zum Beispiel in der Chronik eines Spielmannes, der dem Prinzen Alfons von Poitiers gedient hatte, verwendet. Ein Fragment dieser Chronik ist in den Recueil des Historiens des Gaules et de la France (Bd. XXIII, S. 146) enthalten. Bibliothèque nationale de France, Paris.
  70. Jean Richard: Ludwig XI., König von Frankreich, in: Lexikon des Mittelalters, Band V, München und Zürich 1991, Spalte 2184-2186.
  71. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, S. 15.
  72. Jean Richard: Ludwig XI., König von Frankreich, in: Lexikon des Mittelalters, Band V, München und Zürich 1991, Spalte 2184-2186.
  73. Jean Richard: Ludwig XI., König von Frankreich, in: Lexikon des Mittelalters, Band V, München und Zürich 1991, Spalte 2184-2186.
  74. M. Mollat: Le passage de Saint Louis à Tunis. Sa place dans l'histoire des croisades, in Revue d'histoire économique et sociale (1972).
  75. Jean Richard: Ludwig XI., König von Frankreich, in: Lexikon des Mittelalters, Band V, München und Zürich 1991, Spalte 2184-2186.
  76. Joinville, IV, §4, hrsg. von Ethel Wedgwood (1906)
  77. Jean Richard: Ludwig XI., König von Frankreich, in: Lexikon des Mittelalters, Band V, München und Zürich 1991, Spalte 2184-2186.
  78. Josef Mischo: "Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage", Die Pfarrkirche St. Ludwig - Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit, Saarlouis-Lisdorf 1993, S. 9-12.
  79. Signatur des Bildes der Apotheose des hl. Ludwig: "Dupuy fecit 1694"
  80. Signatur des Bildes der hl. Familie: "Dupuy fecit Metis 1687"
  81. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 28.
  82. Josef Mischo: "Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage", Die Pfarrkirche St. Ludwig - Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit, Saarlouis-Lisdorf 1993, S. 9.
  83. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100-1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober - 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 13.
  84. Josef Mischo: "Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage", Die Pfarrkirche St. Ludwig - Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit, Saarlouis-Lisdorf 1993, S. 9.
  85. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100-1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober - 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 2, S. 12.
  86. Saarbrücker Zeitung, Lokalteil Saarlouis, Artikel "Ein echtes Spätwerk", 19. Februar 1997.
  87. Archiv des Institutes für aktuelle Kunst im Saarland
  88. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 27.
  89. Josef Mischo: "Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage", Die Pfarrkirche St. Ludwig - Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit, Saarlouis-Lisdorf 1993.
  90. Josef Mischo: Die Heilsgeschichte in Farbe, Der Fensterzyklus von Ernst Alt in der Pfarrkirche St. Ludwig Saarlouis, Dillingen/Merzig 2015.
  91. Martin König: Inkarnationen: Pflanzen, Tier und Mensch, Die zwei Fensterzyklen in Neunkirchen/Nahe und in Saarlouis, in: Thomas Schwarz u. Armin Schmitt (Hrsg.): Mnemosyne, Der Maler und Bildhauer Ernst Alt, Blieskastel 2002, S. 59-71, hier S. 65-71.
  92. Josef Mischo: Die Heilsgeschichte in Farbe, Der Fensterzyklus von Ernst Alt in der Pfarrkirche St. Ludwig Saarlouis, Dillingen/Merzig 2015, 14-15.
  93. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100-1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober - 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 15-17.
  94. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 26.
  95. Armin Lamar: Kirchenmusik in St. Ludwig Saarlouis. Die Mayer-Orgel. Abgerufen am 1. Dezember 2010.
  96. Rosemarie Haine-Maas: Saarlouis einst und heute, Ein Streifzug durch Saarlouis und seine Geschichte, Dillingen 1992, S. 175.
  97. Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2. Auflage, Saarbrücken 1976, S. 260.
  98. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 4.
  99. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 9.
  100. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig - Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 15-25.
  101. Rosemarie Haine-Maas: Saarlouis einst und heute, Ein Streifzug durch Saarlouis und seine Geschichte, Dillingen 1992, S. 175.
  102. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Teil 1, S. 159-161; Teil II, S. 1; Teil 3, S. 29.
  103. Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2. Auflage, Saarbrücken 1976, S. 258.

49.3160555555566.7515Koordinaten: 49° 18′ 57,8″ N, 6° 45′ 5,4″ O