St. Ludwig (Saarlouis)

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Fassade von St. Ludwig zum Großen Markt mit Marienbrunnen

St. Ludwig und St. Peter und Paul ist eine katholische Kirche am Großen Markt in Saarlouis. Die Pfarrgemeinde wurde im Jahr 1685 im Zusammenhang mit der Anlage der Festung Saarlouis gegründet und umfasst heute ca. 4000 Katholiken. Sie bildet seit dem Jahr 2012 mit den Pfarreien St. Crispinus und Crispinianus (Lisdorf), St. Peter und Paul (Beaumarais), St. Medardus (Neuforweiler) sowie St. Marien in Picard die Pfarreiengemeinschaft „Saarlouis – Links der Saar“.[1] Die Kirche ist dem Bistum Trier zugeordnet. Haupt-Patroziniumstag ist der Gedenktag des heiligen Ludwig von Frankreich am 25. August. Der zweite Patroziniumstag der Kirche ist das Fest Peter und Paul am 29. Juni. Das zusätzliche Patrozinium der Apostelfürsten wurde von der im Jahr 1222 erstmals urkundlich erwähnten und im Jahr 1688 auf Befehl König Ludwigs XIV. zerstörten Wallerfanger Stadtpfarrkirche übernommen.[2] Der Bau der katholischen Kirche ist auch im Zusammenhang mit den Rekatholisierungsmaßnahmen Ludwigs XIV. im Gefolge der Reunionspolitik an der mittleren Saar in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu sehen.[3]

Inhaltsverzeichnis

Lage und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einbindung in das urbane Umfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der Festungsstadt Saarlouis mit den umliegenden Orten aus dem Jahr 1721, im Zentrum der Große Markt mit der Kirche St. Ludwig gegenüber der Kommandantur (Landesarchiv Saarbrücken)
Saarlouis, Kommandantur um das Jahr 1900
St. Ludwig (Saarlouis), Nr. 2, Plan de Sarrelouis aus dem Jahr 1777, in roter Farbe die Festungsbauten, in blauer Farbe die Artillerie-Gebäude, in gelber Farbe die Zivilgebäude; am Großen Markt die Kirche St. Ludwig (Stadtarchiv Saarlouis)

Das katholische Gotteshaus befindet sich am Großen Markt, dem Mittelpunkt der Stadt Saarlouis in der Innenstadt. Direkt gegenüber der Hauptfassade von St. Ludwig befand sich auf der anderen Seite des Großen Marktes das in den Jahren 1685–1686 errichtete königliche Kommandanturgebäude (heute als Rekonstruktion von 1973 bis 1979). Kircheneingang und Kommandantureingang entsprechen einander.[4] Sinnfälliger als durch die gegenseitige Bezogenheit von Kommandantur und Kirche kann man das „Bündnis von Thron und Altar“ des streng monarchistischen ausgerichteten Katholizismus im Absolutismus Ludwigs XIV. schwerlich ausdrücken. Der durch das Festungstor in die Stadt Saarlouis eintretende Untertan sah sich, über den Großen Markt schreitend, deutlich im architektonisch visualisierten Dialogfeld zwischen militärgestützter Monarchie und monarchistisch instrumentalisierter Kirche eingespannt.

Der baumalleeumstandene, quadratische Große Markt, dessen Eckpunkte durch Trinkwasserbrunnen im Abstand von etwa 100 m markiert sind, diente historisch sowohl als Handels- und Festplatz als auch als Exerzierplatz. Jedes Marktviertel misst für sich annähernd 47 × 47 m. Dies entspricht 24 × 24 Toisen. Vermutlich nahm man diese Zahl, da sie im Zusammenhang mit der Stundenzahl des Tages, also der Umlaufzeit der Erde um die Sonne, für die Vollkommenheit schlechthin steht und sich auf das Selbstverständnis Ludwigs XIV. als „Roi Soleil“ (Sonnenkönig) bezieht. Auch das Saarlouiser Stadtwappen mit dem lateinischen Wappenspruch „Dissipat atque fovet“ (dt. Übertragung: „Die Sonne zerteilt die Wolken und erwärmt“) bezieht sich auf das Sonnenmotiv.[5]

Ursprünglich gab es wohl auch ein größeres Brunnenbassin in der Mitte des Platzes. Der Saarlouiser Kürschnermeister und Lokalhistoriker Georg Baltzer (1835–1912) überliefert, dass dieses Bassin mit einer Allegorie Ludwigs XIV. geschmückt gewesen sei, die den Herrscher darstellte, wie er auf den Nacken gebeugter Sklaven trat, die durch ihre Attribute als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, als König von Spanien, als Kurfürst von Brandenburg und als Personifikation von Holland erkennbar gewesen wären.[6] Eine Wohn- und Geschäftsbebauung bildet bis heute die architektonische Begrenzung dieses städtischen Raumes.

Zum Gedenktag des heiligen Ludwig wird jedes Jahr Ende August auf dem Großen Markt eine Kirmes mit Krammarkt abgehalten.[7]

Ausrichtung der Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Apsis der am Großen Markt liegenden Kirche ist nahezu exakt in nordöstlicher Himmelsrichtung ausgerichtet. Die Eckpunkte des Großen Marktes, die durch Trinkwasserbrunnen gekennzeichnet sind, markieren die vier Himmelsrichtungen.

Flankierende Wohn- und Geschäftsbebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), rechte Flankenbebauung

Bis zum heutigen Tage wird die Fassade der Kirche durch zwei kleine angebaute Wohn- und Geschäftshäuser sowohl in der Petrusstraße als auch in der Paulusstraße flankiert. Die zweistöckigen Profangebäude bilden zusammen mit dem Sakralbau in der Silhouetten-Höhenlinie des Gesamtensembles einen pyramidialen Aufbau und scheinen die aufstrebende neogotische Architektur der Kirche zusammenzuhalten und zu stützen.

In der Zeit nach dem Frieden von Rijswijk des Jahres 1697, der den Pfälzischen Erbfolgekrieg beendete, mussten laut den Bestimmungen des Vertrages zwischen Frankreich und Kaiser Leopold I. und dem Heiligen Römischen Reich am 30. Oktober 1697 alle Reunionen und Eroberungen Frankreichs an das Reich zurückgegeben werden. Saarlouis wurde durch diese Bestimmung von seinem Umland isoliert und wirtschaftlich empfindlich geschwächt. Zur Aufbesserung der Finanzen der Kirchengemeinde, die auch die öffentliche Armenfürsorge schultern musste, verkaufte man am 8. Juni 1698 die Parzellen um das Sakralgebäude herum. Die Parzelle links neben der Fassade verkaufte man an den Schneidermeister Henry Fremerstroff. Als dieser die Parzelle bis zum 25. April 1701 nicht bebaut hatte, wurde sie am 26. April an den Perückenmacher Anton Vincent versteigert. Auch aktuell befindet sich im Erdgeschoss des Hauses ein Frisiersalon. Die rechte Parzelle ging am 8. Juni 1698 an den Bruder des Saarlouiser Bürgermeisters Ferdinand Heil, Valentin Heil.[8] Das rechte Haus neben der Kirche (Ecke Großer Markt-Petrusstraße) kaufte die Kirchenverwaltung im Jahr 1836 für 150 Taler. Der Haupt-Eigentümer Johann Lessel hatte sich dem preußischen Militärdienst durch Desertion entzogen. Daraufhin war sein gesamtes Vermögen vom preußischen Fiskus beschlagnahmt worden. Wegen früherer Raufereien im Haus und dadurch verursachte Störungen der Gottesdienste hatte man schon länger erwogen, die Immobilie zu erwerben, um dem Treiben ein Ende zu setzen. Nach der Klärung von schwierigen Besitzverhältnissen, konnte das Haus schließlich von der Pfarrgemeinde erworben werden. Die marode Immobilie wurde im Jahr 1838 vollständig abgerissen und anschließend für 500 Taler neu gebaut, um als Küster- und Glöcknerwohnung zu dienen. Im Anschluss an den Abbruch des barocken Kirchenbaues kam es zu Rechtsstreitigkeiten mit den Bewohnern bzw. Rechteinhabern der an die Kirche angebauten Eckhäuser. Beide Parteien mussten durch Geldzahlungen (1000 bzw. 85 Taler) entschädigt werden.[9]

Beide Häuser neben der Kirche wurden beim Brand der barocken Kirchenfassade im Jahr 1880 schwer beschädigt und im Zusammenhang mit dem Bau der neogotischen Fassade renoviert.[10]

Die übrigen Parzellen, die um die Kirche herum lagen, hatte man nach und nach von 1717 bis 1724 veräußert.[11]

Pfarrhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), aktuelles Pfarrhaus in der Kavalleriestraße gegenüber dem ursprünglichen barocken Pfarrhaus in der Friedensstraße (heute Dechant-Unkel-Platz)

Die ersten Rekollektenpatres, die am 13. November 1683 die Seelsorge in Saarlouis übernommen hatten, wohnten zunächst bis zum Jahr 1684 auf Einladung von Festungsgouverneur Thomas de Choisy in der Kommandantur. Nach einem Provisorium in der Grünebaumstraße in der Kavalleriekaserne[12] bezogen sie am 21. April 1686 das Pfarrhaus hinter der Kirche, dessen Grundstein am 16. April 1885 gelegt worden war. Bis zur Französischen Revolution hatte der Orden hier seine Niederlassung.[13] Das ursprüngliche Pfarrhaus mit Pfarrgarten befand sich bis in die 1960er Jahre auf dem heutigen Dechant-Unkel-Platz hinter der Kirche in der damals noch durchgängig befahrbaren Friedensstraße, die heute durch die Apsis der modernen Kirche eingeengt ist. Das aktuelle Pfarrhaus wurde in den 1950er Jahren wenige Meter davon entfernt in der Kavalleriestraße, ebenfalls in der Achse der Apsis, errichtet.

Geographische Lage der Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nivellierungspunkt an der Kirche St. Ludwig (Saarlouis) aus dem Jahr 1894, "TP" bedeutet Triangulationspunkt

Die Kirche liegt geographisch in einem Abschnitt des mittleren Saartales, in dem der Fluss durch Erosion des mürben Sandsteines und von Sanden des Mittleren Buntsandsteines an der Grenze des Saarländisch-Lothringischen Stufenlandes und des Saar-Nahe-Berglandes ein weiträumiges ovales Becken geschaffen hatte, das nach Osten in einer diluvialen Terrassentreppe ansteigt und im Westen von der markanten Schichtstufe des Oberen Buntsandsteines begrenzt wird. Die Nord-Süd-Ausdehnung des Saarlouiser Beckens beträgt rund 15 km, die West-Ost-Ausdehnung weist 9 km auf. Der Große Markt mit der Ludwigskirche bildet in etwa das Zentrum des Saarlouiser Beckens und liegt ganz auf der Niederterrasse der Saar in einer Höhe von ca. 181 m über Normalhöhennull. Der Nivellierungspunkt am Kirchenportal, der in preußischer Zeit im Jahr 1894 nach der Schleifung der Festungsanlagen angebracht wurde, marktiert eine Höhe von 180,82 m über NN.

In dieses Ausraumbecken hatte sich die Saar um ca. 8–10 m tief eingeschnitten und später durch seitliche Ufererosion und Aufschüttung eine breite versumpfte Flussaue mit mehreren Flussarmen, Altwassern, Uferwällen und kleinen Becken geschaffen. Zur Zeit vor der Gründung der Stadt Saarlouis war das Gelände der heutigen Innenstadt von einem permanent nassen, zeitweilig auch überstauten, sumpfigen Bruchwald aus überwiegend Eichen und Erlen bewachsen. Diese natürliche Vegetation wurde durch künstlich angelegte Wiesen und Felder unterbrochen, die landwirtschaftlich genutzt wurden. Die Saar floss in mäandrierenden Schleifen durch das Tal. Bereits bei einer Wasserhöhe von 6,60 m über dem normalen Wasserstand standen die Gemarkungen der Lisdorfer Au und die der Fliesen unter Wasser.

Diese Geländekonstellation bot ausgezeichnete Bedingungen zum Bau einer Überschwemmungsfestung. Die ausgedehnte, leicht künstlich zu überschwemmende Talaue bot Schutz gegen unmittelbare Angriffe, während die umgebenden Höhenzüge so weit vom künftigen Stadtzentrum entfernt lagen, dass nach damaliger Militärtechnik kein Geschützfeuer von den Höhen in die Stadt hineingelenkt werden konnte. Durch das Gebiet führte entlang der Saar ein damals bedeutender Handelsweg, die Flandrisch-Lampartische Straße,[14] die man durch die Anlage der Festung kontrollieren konnte. Ebenso garantierte die Lage eine gute militärtechnische Verbindung ins französische Hinterland.[15]

Das Baugelände der Kirche und das Gebiet der Festung von Saarlouis war laut dem Lisdorfer Weistum von 1458 ursprünglich Besitz der Prämonstratenserabtei Wadgassen. Innerhalb des heutigen Innenstadtgebietes hatten zwar die Abtei Fraulautern und einige Bürger der damaligen Stadt Wallerfangen freie Güter, doch unterstanden diese der Oberherrlichkeit (nicht der Grundherrschaft) der Abtei Wadgassen. Wadgassen verfügte somit über die Hochgerichtsbarkeit, das Jagdrecht und andere Regalien. Mit dem Festungsbau musste Wadgassen das Gebiet an den französischen König abtreten.[16]

Die Saar sorgte im Laufe der Stadtgeschichte immer wieder zu verheerenden Überschwemmungen, die erst durch die Abtrennung des Flusses von der Innenstadt und seine Verlegung in Richtung des Ortes Roden verhindert werden konnten. Dadurch kam es allerdings im Gebiet des Stadtzentrums zu Grundwasserabsenkungen, die den Untergrund der Kirche aus Mergel, Ton und Sandmassen in seiner tragenden Struktur schwächten und das Gebäude schädigten.[17]

Marienbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Marienbrunnen vor der Kirche, Bronze, Stein, Durchmesser: 9,00 m, Höhe: 2,40 m
St. Ludwig (Saarlouis), Detail Marienbrunnen
St. Ludwig (Saarlouis), Detail Marienbrunnen

Aus Anlass des von Papst Pius XII. am 8. September 1953 durch die Enzyklika Fulgens corona[18] verkündeten Marianischen Jahres beschloss der Saarlouiser Stadtrat am 5. Februar 1954 die Errichtung des Marienbrunnens in der horizontalen Mittelachse des Großen Marktes vor der Ludwigskirche. Er erinnert an das Jahrhundert-Jubiläum der feierlichen Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis (Immaculata) im Jahr 1854 durch Papst Pius IX.[19] sowie an das von Pius XII. im Jahr 1950 verkündete Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel.[20]

Unter der Oberleitung von Stadtbaurat Peter Focht (1907–1987) entwarfen Cecilie Satzl-Hoffmann und Hanns Satzl die Gesamtanlage. Nikolaus Simon (1897–1970) führte die Steinmetzarbeiten aus. Die Marienfigur schuf Hans Bogler (1910–1994). In der Mitte des runden Wasserbeckens erhebt sich eine Brunnensäule, die von einem kapitellartigen unterteilten Kalkstein-Zylindersockel mit Inschrift abgeschlossen wird. Die Inschrift des oberen Zylinderabschnittes lautet "Königin des Friedens bitte für uns" und bezieht sich auf die Erfahrung der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts sowie die anschließende atomare Bedrohung in der Zeit der politisch-ideologischen Blockbildung des Kalten Krieges. Darüber hinaus kann die Anrufung Mariens als "Königin des Friedens" im zeitlichen Zusammenhang zur päpstlichen Enzyklika Auspicia quaedam vom 1. Mai 1948 gesehen werden. Papst Pius XII. hatte in diesem Rundschreiben für den Monat Mai zu öffentlichen Gebeten für den Weltfrieden aufgerufen. Da der bewaffnete Konflikt um Palästina eskalierte, forderte der Pontifex auch für die Lösung des Palästinaproblems zum Friedensgebet in allen Diözesen, Pfarreien sowie in allen häuslichen Gemeinschaften auf. Diese Friedensgebete sollten dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht werden, da hierdurch der Frieden in der Welt und in Palästina wiederhergestellt werden könne. Ein weiterer Bezug der Brunneninschrift zu lehramtlichen Äußerungen stellt die von Papst Pius XII. zum Abschluss des Marianischen Jahres 1954 mit der Enzyklika Ad caeli reginam getätigte Festsetzung des kirchlichen Festes Maria Königin für die Gesamtkirche dar.[21]

Der untere Zylinderabschnitt der Brunnensäule ist mit dem marianischen Monogramm geschmückt. Das rapportartige Ornament greift mit seinen Bögen und Kreuzen auch die beiden Hauptmotive des damaligen saarländischen Staatswappens (Brückenbögen und Kreuz) auf. Die lateinische Inschrift des Zylinders steht im Zusammenhang mit dem Englischen Gruß (Lk 1,28 EU) und lautet: "Ave Maria"; darunter: "Anno Domini 1955" ("Gegrüßet seist Du, Maria"; darunter: "Im Jahre des Herrn 1955"). An der Unterseite des Inschriften-Kapitells strömt Wasser aus fünf bronzenen Öffnungen aus, um sich über zwei versetzt angeordnete, bronzene Brunnenschalen in der Art römischer Brunnen in das große Brunnenbecken aus hellem Kalkstein zu ergießen. Die fünf wasserspendenden Öffnungen können im Zusammenhang mit der Vorstellung von den sogenannten Heiligen fünf Wunden Jesu am Kreuz und der Prophezeiung des Propheten Ezechiel als heiligende Flut des unter dem Tempel Gottes hervorströmenden Wassers (Hes 47,2 EU) gedeutet werden. Zusätzlich bietet die Fünfzahl der Wasseröffnungen einen marianischen Bezug zu den fünf Blütenblättern der "Rosa mystica" (Geheimnisvolle Rose), einem Symbol Mariens in der Lauretanischen Litanei.

Über dem kapitellartigen Zylinder erhebt sich, dem Platz zugewandt, die überlebensgroße Bronzefigur der Jungfrau und Gottesmutter. Maria, angetan mit faltenlosem Gewand und Mantel, hält in der rechten Hand die kreuzbekrönte Kugel des Kosmos, auf ihrem linken Arm sitzt das Jesuskind, das den Betrachter mit seiner Rechten zu segnen scheint und mit der Linken auf sein Herz hinweist. Mit seinem pazifistischen Impetus nimmt der Marienbrunnen historisch-antithetischen Bezug zum geradezu kriegsverherrlichenden, neopaganen früheren Gefallenendenkmal von 1928 mit dem Titel "Kriegers Einzug in Walhall"[22] in der Achse vor der Kommandantur, das im Jahr 1936 an den Kaiser-Friedrich-Ring versetzt wurde. Der Marienbrunnen ist in der Denkmalliste des Saarlandes als Einzeldenkmal ausgewiesen.[23]

Der Marienbrunnen gehört zu einer ganzen Reihe von marianischen Denkmälern im Saarland, die anlässlich des marianischen Jahres entstanden, so etwa die Mariensäulen in Bous, Wadern, Bildstock, Neunkirchen und St. Ingbert oder die marianische Anlage des Ensdorfer Hasenberges, der Bau des "Marienturmes" der Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit in Fraulautern, der marianische Stationsaltar im Ortszentrum von Beckingen sowie der marianische Fensterzyklus in der Klosterkirche des Klosters Heiligenborn in Bous. Auch die saarländische Post gab aus Anlass des marianischen Jahres eine Briefmarkenserie mit Muttergottesdarstellungen heraus. Zudem war mit dem tiefgläubigen Katholiken Johannes Hoffmann ein Ministerpräsident im Amt, der die Förderung des christlichen Glaubens zur Überwindung der Folgen der antihumanistischen NS-Diktatur und als Schutzschild gegen kommunistische Strömungen als dringliche politische Aufgabe empfand. Somit war die Proklamation des Mariendogmas und des marianischen Jahres im Saarland auf äußerst fruchtbaren Boden gefallen. Über die Marienverehrung sollte das religiöse Bekenntnis im historisch stark katholisch geprägten Land an der Saar gestärkt sowie eine gewisse "nationalsaarländische Identität" in der saarländischen Bevölkerung entwickelt werden.[24]

Wie sehr sich die Christliche Volkspartei des Saarlandes unter Ministerpräsident Johannes Hoffmann als einzig wahre Alternative zu den atheistischen Ideologien des Faschismus und des Sozialismus/Kommunismus empfand und eine durch und durch christlich geprägte Gesellschaft im Saarstaat schaffen wollte, wird zum Beispiel an der Rede des Saarlouiser Bürgermeisters Anton Merzigers zur Einweihung des dem Marienbrunnen benachbarten Rathauses am Großen Markt deutlich:[25]

„Wir haben es alle selber erfahren, nur wenn Christus herrscht im öffentlichen Leben, nur wenn wir Gott geben, was Gottes ist, können wir Menschen bleiben und menschenwürdig leben. Deshalb stellen wir (…) die ganze Stadt unter den Schutz des Kreuzes.“

Vertreter der evangelischen Kirche im Saarland hatten gegen die Errichtung des Marienbrunnens in Saarlouis protestiert. In einer Erklärung der saarländischen Kreissynoden heißt es diesbezüglich:

„Wir machen auf die Gefahren und verhängnisvollen Folgen, die mit einer einseitigen Konfessionalisierung des öffentlichen Lebens entstehen, aufmerksam und bitten Staat und Behörden, solche Übergriffe nicht zuzulassen, damit die Freiheit des Gewissens, des Glaubens und der Überzeugung und der öffentlichen und der konfessionelle Friede erhalten und das rechte Verhältnis zwischen Kirche und Staat gewahrt bleibe.“

Die Brunnenanlage vor St. Ludwig wurde trotz aller Proteste am Hochfest der Apostelfürsten Peter und Paul (29. Juni 1956), den zweiten Pfarrpatronen der Kirche, in einer groß angelegten Einweihungsfeier, die man als "machtvolle Bekundung des katholischen Glaubens" an der Saar verstand, eingeweiht.[26]

Bau- und Gemeindegeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallerfanger Vorgängerkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallerfangen/Vaudrevange; Plan von Wallerfangen aus dem Jahre 1679, sog. Plan von Monville; Das Gebäudegeviert am linken unteren Rand der Stadtmauer bezeichnet das Augustinerkloster (heute Standort der neogotischen Pfarrkirche St. Katharina); Die ursprüngliche Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul befindet sich in der Nähe des Saartores (Weg nach Diedenhofen); das linke Fließgewässer ist der Lumpenbach/Wallerfanger Bach, das rechte der Mühlenbach, die beide in die nahegelegene Saar münden; rechts das Neutor (Weg nach Saarbrücken); unten die Oberste Pforte (Weg nach Nancy); ganz rechts unten die Aufstauung des Mühlenbaches
Hochgotisches Maßwerkfragment aus Sandstein eines Kirchenfensters der ehemaligen Wallerfanger Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul, aufgefunden bei Grabungen im Jahr 2011 anlässlich des Abrisses des "Gasthauses zum goldenen Schwanen" (Heimatmuseum Wallerfangen)
Wallerfangen, Archäologische Ausgrabungen am ehemaligen Friedhof der alten Wallerfanger Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul im Jahr 2011, im Hintergrund die Fundamentreste der Kirche

„Walderuinga“ gehörte zu den um das Jahr 950 zur Abtei Mettlach zum Grab des heiligen Lutwinus wallfahrenden Ortschaften. Die Kollatur hatten die Herren von Warsberg, später die Herren von Dillingen-Siersberg inne.[27] Die erste urkundliche Erwähnung der Wallerfanger Pfarrkirche, die sich auf einem flachen, hochwasserfreien Höhenrücken innerhalb der Ortslage befand, datiert aus dem Jahr 1222. Ein hochgotischer Neubau der Kirche fand im 14. Jahrhundert statt. Bei der Eroberung der Stadt[28] Wallerfangen während der Kampfhandlungen des Dreißigjährigen Krieges unter dem kaiserlichen Generalleutnant und Feldzeugmeister Matthias Gallas im September des Jahres 1635 brannte die Kirche mit den übrigen Wallerfanger Häusern nieder. Der Ort wurde von kroatischen, ungarischen und polnischen Söldnern Gallas’ geplündert. Vermutlich diente danach bis zum Wiederaufbau der Kirche die ebenfalls hochgotische Wallerfanger Augustinerklosterkirche (1861 zugunsten der heutigen neogotischen Wallerfanger Pfarrkirche St. Katharina und St. Barbara des Architekten Franz Georg Himpler abgetragen) als ersatzweiser Sakralbau der Stadtgemeinde. Nachdem im Jahr 1687 Wallerfangen zugunsten des Baues der Festungsstadt Saarlouis zerstört wurde, riss man im Folgejahr 1688 dann auch die Wallerfanger Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul nieder. Die beiden Kirchturmglocken wurden nach Saarlouis verbracht, um dort später im Kirchturm der neuen Saarlouiser Kirche eingebaut zu werden.[29] Kirchengeräte und Gebälk wurden in Beaumarais wiederverwendet.[30] Der letzte Stadtpfarrer Wallerfangens hielt sich die nächsten Jahre über weiterhin im zerstörten Ort auf und versah vermutlich Dienste in den beiden erhalten gebliebenen Wallerfanger Klöstern der Augustiner und Kapuziner.

Als man im Jahr 2011 das traditionsreiche Wallerfanger "Gasthaus zum goldenen Schwanen" (Hauptstraße 26 - Ecke Villeroystraße), das im Jahr 1897 im Stil der Neorenaissance in der Ortsmitte anstelle eines barocken Vorgängergasthauses unter Erhalt des barocken Kellergewölbes erbaut worden war, zu Gunsten eines puristischen Neubaues der Kreissparkasse Saarlouis abriss, wurden bei archäologischen Grabungen durch das Landesdenkmalamt des Saarlandes sowohl die Fundamentreste der Südostpartie der Wallerfanger Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul als auch weit über fünfzig Grablegen des ehemaligen Kirchhofes aus einem vermuteten Zeitraum von 1000 Jahren sowie zahlreiche weitere Fundgegenstände entdeckt. Der innere Bereich des früheren Wallerfanger Kirchengebäudes wurde einer stadtarchäologischen Untersuchung nicht unterzogen.

Die Spuren der Abbrucharbeiten des 17. Jahrhunderts lassen auf ein gründliches Vorgehen schließen. Die Ausbruchgrube fand man bei den archäologischen Arbeiten verfüllt mit Resten wie Steinsplittern, Verputz- und Mörtelresten, die bei der Reinigung der Steine zum Zwecke einer Wiederverwendung im entstehenden Saarlouis angefallen waren. Als besonders interessante Funde wurden Bruchstücke von hochgotischem Fenstermaßwerk vermutlich aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, Reste von Bleistegen zur Einfassung von Fensterverglasungen und Scherben von Fensterglas mit floraler Schwarzlotmalerei entdeckt. Die Funde lassen auf eine verhältnismäßig aufwändige Gestaltung des Wallerfanger Sakralbaues schließen. Das Areal des ehemaligen Kirchhofes wurde nur in einem kleinen Bereich systematisch untersucht. Die Grablegen wiesen zahlreiche Überlagerungen auf, sodass man vermuten kann, dass beim Ausschachten neuer Gräber ältere Bestattungen gestört worden waren. Die Arme der Toten waren oft in Gebetshaltung angewinkelt. Zahlreiche Grablegen wiesen Grabbeigaben wie Totenkronen, Reste der Totentracht, Schmuck sowie Rosenkränze und Medaillen auf. Eine Gewandspange konnte der Karolingerzeit zugeordnet werden. Keramikscherben datieren von der späten Bronzezeit über die römische Kaiserzeit und das Mittelalter bis in die Neuzeit hinein. Ein Model einer Ofenkachel mit einer Kampfszene datiert aus der Renaissance. Von den etwa 100 Münzfunde von der römischen Zeit bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts ragt eine besonders gut erhaltene Silbermünze des Trierer Erzbischofs Balduin von Luxemburg aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts hervor. Ebenfalls gefunden wurde ein Kopfteil einer spätbronzezeitlichen Gewandnadel sowie ein Teil eines Tongefäßes, beide aus der Zeit um 1000 v. Chr.[31]

Bereits im Jahr 1937 hatte man im Areal eine Grablege aus dem Jahr 1629 entdeckt.

Die Stadtpfarrkirche unterstand dem Dekanat Perl und war damit dem Archidiakonat Tholey, einem der fünf Erzdiakonate des Erzbistums Trier, zugeordnet. Durch rigorose Maßnahmen des Herzogtums Lothringen fand die Reformation keinen Einzug in der Gemeinde. Filialkirche der Wallerfanger Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul war die Kirche zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit in Fraulautern-Kirchhofen, die heutige Apollonia-Kapelle.

Mit dem Beginn der Bauarbeiten an der Festung Saarlouis wurden in Wallerfangen und auf dem Limberg ab dem Jahr 1680 größere Truppenkontingente einquartiert. Der Wallerfanger Pfarrer Johann Manderfeld wurde deshalb durch die Wallerfanger Augustinerpatres und die französischen Regimentsgeistlichen in der Ausübung der Seelsorge unterstützt. Manderfeld versah bis zum 13. November 1683 auch die Seelsorge in Saarlouis, bis diese durch französische Rekollektenpatres übernommen wurde. Mit dem Befehl der Niederlegung der Stadt Wallerfangen und deren Stadtpfarrkirche erfolgte noch einmal eine Inventarisierung der Kirchengüter. Der Trier Erzbischof Johann VIII. Hugo von Orsbeck bedauert in einem Schreiben die Zerstörung und Verlegung der traditionsreichen Wallerfanger Pfarrei:

„Im Jahr 1687 wurde Walderfingen dem Erdboden gleichgemacht. Die Einwohner wurden durch Androhung äußersten militärischen Zwanges zur Auswanderung gezwungen. Im darauffolgenden Jahre wurde zum allgemeinen Bedauern sogar die Pfarrkirche in einen Steinhaufen verwandelt. Ihre besten Glocken kamen nach Saarlouis, die übrigen Kirchengeräte auf Geheiß der weltlichen Behörden nach Beaumarais, einem an den Grenzen der Stadt neuentstandenen Orte. Nach diesen Zerstörungen wurde hier und in mehreren anderen Kirchen ein Trauergottesdienst abgehalten.“

Die beiden Klöster der Augustinerchorherren und der Kapuziner blieben allerdings in Wallerfangen erhalten. Pfarrer Manderfeld übernahm dann am 29. Juni 1692 die neugegründete Pfarrei St. Peter und Paul in Beaumarais. Die Wallerfanger Pfarrstelle Manderfelds wurde vom Erzbistum Trier durch den aus St. Johann an der Saar kommenden Jakob Jaquemin besetzt. Als sich dieser im Jahr 1697 seines Postens entledigen wollte, soll er von Trier abgemahnt worden sein. Am 26. Februar 1698 installierte Trier in Beaumarais Michel François als neuen Pfarrer, der nach 32 Dienstjahren starb und im Jahr 1729 in der Pfarrkirche von Beaumarais bestattet wurde. Im Laufe der Zeit entstand der Ort Wallerfangen als Dorf wieder. Als Pfarrkirche diente die örtliche Augustinerklosterkirche.[32]

Barockes Kirchgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Gedenkstein-Inschrift mit Lilien-Kreuz aus dem Jahr 1685 im Eingangsbereich der Kirche, „CESTE ECLISE A ESTE FONDEE DU REGNE DE LOVIS 14 DU NOM ROY DE FRANCE ET DE NAVARRE LE 2 MAY 1685“, Maße: 60 × 60 cm

Provisorische Kirchenräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten Jahren nach der Gründung der Festungsstadt Saarlouis (Grundsteinlegung am 5. August 1680) hatte der Gottesdienst für die Soldaten und ersten Einwohner provisorisch in einer einfachen Lagerkapelle oder in der ehemaligen Hauptwache am Großen Markt stattgefunden. Der letzte Pfarrer der zerstörten Stadt Wallerfangen, Johann Manderfeld, übernahm die Seelsorge der in die Festung zwangsumgesiedelten Einwohner von Wallerfangen. Das erste Kind, das in der neugegründeten Festungsstadt am 27. Januar 1681 getauft wurde, (Jean) Louis Dumas,[33] erhielt den Namen des Pfarrpatrons Ludwig IX. von Frankreich.

Die Prämonstratensermönche der nahe gelegenen Abtei St. Maria in Wadgassen bemühten sich um die Übernahme der Seelsorge in Saarlouis und hatten sogar eine Verlegung der Abtei in die Festung in Aussicht gestellt, doch im Jahr 1683 wurde die Pfarrseelsorge auf Befehl König Ludwigs XIV. nach Vorschlag seines Kriegsministers François Michel Le Tellier de Louvois französischen Augustiner-Rekollektenpatres aus Paris übertragen. Die Patres unter ihrem Provinzial Hyacinthe Léfebre versahen am Versailler Hof seelsorgliche Ämter und waren vom König bereits mit der Seelsorge in den französischen Festungsstädten Cambrai, Arras und Dünkirchen beauftragt worden. Vermutlich sollte durch den Einsatz französischsprachiger Patres auch die "Gallifizierung" des neueroberten Landstriches vorangetrieben werden.[34]

Am 13. November 1683 übernahmen die Patres Symphorien Gaillon und Vincent Gorgan die "Paroisse de Sarrelouis" vom letzten Wallerfanger Pfarrer Johann Manderfeld. Bald folgten ihnen weitere Patres zur Unterstützung. Die Rekollektenpatres stellten ab diesem Zeitpunkt bis zur Französischen Revolution 109 Jahre lang jeweils die Pfarrer in Saarlouis. Der jeweilige Superior war der Pfarrverwalter und trug den Titel "Directeur de la paroisse royale de Saarlouis".[35] Sie wohnten bis zum Bau eines eigenen Pfarrhauses in den Jahren 1685–1686 zunächst im Kommandanturgebäude am Großen Markt, später in der Kavallerie-Kaserne. Dieses Pfarrhaus tat seinen Dienst bis zum Jahr 1957, als das neue Pfarrhaus in der Kavalleriestraße hinter der Kirche bezogen wurde. Barockes Pfarrhaus und Pfarrkirche waren durch eine Galerie miteinander verbunden.[36] Aus verkehrstechnischen Gründen wurde diese Galerie um das Jahr 1765 beseitigt.[37]

Kirchenbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Außenansicht der Barockkirche, (Archiv des Institutes für aktuelle Kunst im Saarland)
Fassade der Eglise Saint-Dagobert in Longwy von 1683 als architektonische Parallele der Barockfassade von St. Ludwig in Saarlouis
St. Ludwig (Saarlouis), Innenraum der Barockkirche, (Archiv des Institutes für aktuelle Kunst im Saarland)
St. Ludwig (Saarlouis), Maskenstein von der barocken Fassade der ersten Saarlouiser Kirche

Die erste barocke Pfarrkirche St. Ludwig wurde vermutlich von Festungsingenieuren in den Jahren 1685 bis 1687 mit einer flächigen, dreiteiligen Fassade in der Art römischer Tempel errichtet. Ein Grundrissplan aus dem Jahr 1847 hat sich im Trierer Bistumsarchiv erhalten, ebenso existiert eine Innenraumansicht aus dem Jahr 1834. Die Kirche hatte eine Länge von 146 Fuß, das Schiff hatte eine Breite von 42 Fuß und das Querschiff eine Breite von 72 Fuß (6 Pariser Fuß = 1,95 m).[38] Damit war St. Ludwig die größte Kirche in der Umgebung. Die Nalbacher Kirche zählte in der Länge 124 Fuß, die Beruser 110 Fuß, die Fraulauterner 107 Fuß und die Rodener 101 Fuß.[39]

Die barocke Kirche, deren Fassadengestaltung in Photographien überliefert ist, wies große Ähnlichkeiten mit der Kirchenfassade von Longwy auf, die etwa zur gleichen Zeit vom Saarlouiser Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban entworfen worden war, allerdings keine verschieferte Haube wie die ehemalige barocke Kirche in Saarlouis trägt. Aufgrund des sumpfigen Geländes musste man das Sakralgebäude auf einem umfangreichen Pfahlgitterrost aus großen Eichenstämmen gründen.

Die Kirche wurde analog zum Stadtnamen "Sarrelouis" und zum Stadtgründer "Louis XIV.", dessen Namenspatron, dem heiliggesprochenen Ludwig IX., König von Frankreich, geweiht. Ludwig XIV. verehrte seinen großen Ahnherren und Namenspatron Ludwig IX. so sehr, dass er auch die Schlosskapelle (Baudaten: 1699–1715) seines Residenzschlosses in Versailles dem Heiligen, der als Idealbild eines frommen mittelalterlichen Ritters gilt und die Macht Frankreichs auszuweiten suchte, weihen ließ, um dessen himmlische Fürsprache zu erflehen.

Das zweite Patrozinium der Apostelfürsten übernahm man von der niedergelegten Wallerfanger Stadtpfarrkirche. Dieses Patrozinium zeugt davon, dass sicherlich in der Bevölkerung noch großer Unmut hinsichtlich der brutalen Zwangsumsiedelung und radikalen Zerstörung der alten Stadt Wallerfangen zu überwinden waren. Mit der Übernahme des Titels hoffte man vermutlich, die erhitzten Gemüter etwas beruhigen zu können.

In großen Fassadennischen standen die Steinfiguren der beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus gleichsam als Türwächter das Eingangsportal des Gotteshauses flankierend ganz im Geist einses barocken Theatrum sacrum. Die Skulpturen sind heute in der Vorhalle des Kircheninneren auf gemauerten Sockeln aufgestellt. Sie sind vermutlich einer Trierer Bildhauerwerkstatt vom Ende des 18. Jahrhunderts zuzuordnen. Beide Figuren orientieren sich in ihrer Pose an antiken Skulpturen und solchen der Renaissance. Sie sind in Kontrapost-Position, dem Nebeneinander von Stand- und Spielbein einer menschlichen Figur zum Ausgleich der Gewichtsverhältnisse, gestaltet. Das Becken tritt dabei aus der senkrechten Körperachse. Der durch die hieraus resultierende Gewichtsverlagerung einsetzende Hüftschwung mit der Schieflage des Beckens in der Balance ist ebenfalls symptomatisch für das Spiel mit Gegensätzen wie Ruhe – Bewegung, Spannung – Entspannung, Hebung – Senkung, die letzten Endes zu einem homogenen Ausgleich führen. Dadurch gelingt es, zugleich Last und Unbeschwertheit, Ruhe und Bewegung sowie Gebundenheit und Freiheit des menschlichen Körpers auszudrücken. Der Bewegungsaspekt wird durch den grandiosen Faltenwurf der Gewänder sowie der Haupt- und Barthaare der Apostel weitergeführt. Die Apostelfürsten stützten sich mit kraftvollen Armen auf die auf ihrer Hüfte ruhenden Bibeln und halten in der anderen Hand die ihnen zugehörigen ikonographischen Heiligenattribute: Petrus hält den Himmelsschlüssel und Paulus das Schwert seiner vermutlichen Hinrichtung in der Neronischen Christenverfolgung. Die Himmelsschlüssel beziehen sich auf das Christusbekenntnis Petri im Matthäusevangelium Mt 16,13-20 EU:

„Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei.“

In der bildhauerischen Darstellung in der Saarlouiser Ludwigskirche sind den beiden Aposteln die ikonographischen Attribute nicht nur als bloßes Erkennungszeichen beigegeben. Petrus packt mit kräftiger Faust seinen Schlüssel als Zeichen der universalen Machtfülle des päpstlichen Primates und hält ihn mit kräftigem Arm dem Betrachter entgegen. Beide Skulpturen atmen ganz den Geist der Gegenreformation. Für die römisch-katholische Kirche galt es, die Gläubigen festzuhalten oder zurückzugewinnen, ihre Augen durch die Entfaltung von Prunk und Pracht zu fesseln. Die Figur des Paulus ist wesentlich gelassener, das Richtschwert betrachtend, in sich gekehrt gestaltet. Er steht mit seinem Wort bis zum bitteren Ende, dem Märtyrertod, für die Botschaft Jesu Christi ein.

Über dem Giebeldreieck auf vier toskanischen Pilastern erhob sich über geschweiften Giebelbögen mit Vasenaufsätzen ein eingezogener Turm mit rückspringendem, ungegliedertem, verschiefertem Glockengeschoss mit Umgangsbrüstung, darüber eine glockenförmige Turmhaube mit kreuzbekrönter Laterne. Im mittleren Fassadenfeld zwischen den inneren Wandpilastern war der rundbogige Eingang mit einem darüber liegenden Rundfenster positioniert. Der architektonische Aufbau der Fassade von St. Ludwig mag die Vorlage für die Gestaltung der Fassade der katholischen Kirche St. Johann in St. Johann an der Saar (Vollendung 1763) gewesen sein.[40] Die Saarlouiser Kirche verfügte über ein ausladendes Querschiff und einen halbrunden Chorbereich. Große klarverglaste Rundbogenfenster ließen Licht in den stützenlosen Raum, der von einem stuckierten korbbogigen Tonnengewölbe überfangen wurde.[41]

Der erste Festungsgouverneur Thomas de Choisy legte in Stellvertretung König Ludwigs XIV. am 2. Juni 1685 mit der Erlaubnis des Trierer Erzbischofes Johann VIII. Hugo von Orsbeck den Grundstein für den Sakralbau. Als Vertreter des Erzbischofes fungierte Rekollekten-Superior Vincent Gargan. Das Verhältnis zwischen französischer Krone und dem Trierer Erzbistum war zu dieser Zeit gespannt, da Ludwig XIV. dem Kurfürstentum mittels der Metzer Reunionskammer neben zahlreichen Lehen des Erzstiftes auch St. Wendel, Merzig und den Saargau abgenommen hatte. Die Einverleibung des Saarlouiser Gebietes in das Bistum Metz war jedoch am Widerspruch des Heiligen Stuhles gescheitert.[42]

St. Ludwig (Saarlouis), Grundstein aus dem Jahr 1685, beim Abbruch der neogotischen Kirche beschädigt

Die Inschrift des Grundsteins lautete:

„16 + 85 AU NOM DE LOVIS LE GRAND CETTE PREMIERE PIERRE DE L’EGLISE DE SAARLOVIS A ÉTÉ MISE PAR MESSIRE THOMAS DE CHOISY GOVVERNEUR DE LA PLACE“

(Dt. Übersetzung: "1685, Im Namen Ludwigs des Großen wurde dieser Grundstein zur Kirche von Saarlouis von Herrn Thomas de Choisy, Gouverneur des Ortes, gelegt.")

Der Grundstein (98 cm x 68 cm x 16 cm) lag bis zum Jahr 1864 unter dem Hochaltar und wurde beim Neubau des Kirchenschiffes im Jahr 1866 wieder unter den Stufen des Hochaltares eingemauert.[43] Er ist aufgrund einer Beschädigung durch Baggerarbeiten beim Abriss der neogotischen Kirche nur bruchstückhaft erhalten und befindet sich heute im städtischen Museum.

Auf dem Sandstein, der im rechten Windfang der heutigen Kirche ins Mauerwerk eingefügt ist, wird auf die Gründung der Kirche hingewiesen:

„CESTE ESGLISE A ESTE FONDEE DU REGNE DE LOVIS 14 DU NOM ROY DE FRANCE ET DE NAVARRE LE 2 MAY 1685.“

(Dt. Übersetzung: "Diese Kirche ist gegründet worden unter der Regierung Ludwig 14., König von Frankreich und Navarra am 2. Mai 1685.)

Es ist unklar, warum die in der Inschrift angegebene Herrscherzählung mit arabischen und nicht mit römischen Ziffern geschieht und das Datum nicht mit der eigentlichen Grundsteinlegung übereinstimmt. Darüber hinaus bleibt rätselhaft, welche Funktion ein zweiter Grundstein gehabt haben soll. Der Stein, dessen Machart bildhauertechnisch unbeholfen wirkt, wurde erst nach dem Turmbrand des Jahres 1880 gefunden.[44]

Der erste Tote, der in der noch unfertigen Kirche am 24. November 1685 bestattet wurde, war Chevalier de Plessy des Regimentes de Fouquière.[45] Die Vollendung des Sakralbaues geschah Anfang des Jahres 1687.[46] Die feierliche Konsekration erfolgte am 6. April 1687 durch Johann Philipp Burckhardt, Weihbischof von Speyer und Titularbischof von Tripolis. Im Vorfeld der Weihe hatte es zwischen der französischen Krone und Trier aufgrund der Aggressionspolitik Ludwigs XIV. schwierige Verhandlungen gegeben, die letztendlich scheiterten. Als Ausweg hatte man den Weihbischof von Speyer mit der Kirchweihe in Saarlouis beauftragt.[47]

Beim Abbruch der drei Altäre im Jahr 1864 wurde unten ihnen jeweils in Messingkapseln die Konsekrationsurkunde gefunden. Der lateinische Text lautete:[48]

„Anno MDCLXXXVII die sexta Mensis Aprilis quae erat Dominica in albis Ego Joannes Philippus Burckhardt Episcopus Tripolensis, Suffraganeus Spirensis consecravi ecclesiam et altare hoc ad nomen et memoriam Beatae Mariae Virginis et reliquias de S. Modesto Mart., S. Clodio M., S. Basilide M., S. Catharina Virg. et Mart. S. Dorothea V. et M., S. Lioba V. et M. ex societate S. Ursulae et de SS. Martyribus Treverensibus ex legione Thebaea in eo inclusi et singulis Christi fidelibus hodie unum annum et in die anniversario consecrationis huius modi ipsam visitantibus quadraginta dies de vera indulgentia in forma ecclesiae consueta cocessi. Sig. Joannes Philippus Burckhardt, Eps. Tripol. Suffr. Spirensis.“

(Dt. Übersetzung: Im Jahre 1687 am sechsten Tag des Monats April, der der weiße Sonntag war, habe ich, Johannes Philippus Burckhard, Bischof von Tripolis und Weihbischof von Speyer, diese Kirche und diesen Altar auf den Namen und zur Erinnerung der seligen Jungfrau Maria konsekriert und ich habe in ihm Reliquien des heiligen Märtyrers Modestus, des heiligen Märtyrers Clodius, des heiligen Märtyrers Basilidus, der heiligen Jungfrau und Märtyrerin Katharina, der heiligen Jungfrau und Märtyrerin Dorothea, der heiligen Jungfrau und Märtyrerin Lioba aus der Gefolgschaft der heiligen Ursula und der heiligen Trierischen Märtyrer aus der Thebäische Legion eingeschlossen und jedem Christgläubigen erteile ich heute ein Jahr wahrhaften Ablass und den Besuchern der Kirche am Jahrestag der Weihe erteile ich vierzig Tage wahrhaften Ablass auf die gewöhnliche Art der Kirche. Gezeichnet: Johannes Philippus Burckhardt, Bischof von Tripolis, Weihbischof von Speyer.)

Im Jahr 1698 dachte man bereits über eine Neugestaltung der Kirche nach. Man wollte den Bau großzügig erweitern und mit Gewölben versehen. Die Einschiffigkeit sollte einem dreischiffigen Aufbau weichen. Den Innenraum hätte man durch Kreuzgewölbe abgeschlossen. Durch die Folgen des Friedens von Rijswijk verlor Saarlouis aber weitgehend seine militärische Bedeutung und der Plan eines glanzvollen Ausbaues musste aufgegeben werden.[49]

An Ausstattungsstücken der barocken Kirche sind heute noch zwei großformatige Ölgemälde als Geschenk Ludwigs XVI. erhalten. Sie stellen die "Heilige Familie" sowie die "Apotheose des heiligen Ludwig" dar. Ebenso erhalten blieb eine vergoldete Altarpredella mit der Darstellung des Letzten Abendmahles. Das Gemälde mit dem heiligen Ludwig und das Antependium waren sicherlich Teile des ehemaligen Hochaltares von St. Ludwig, dessen Gestaltung Ähnlichkeiten mit den Altären in Saargemünd (St. Nicolas), Sierck (Nativité-de-la-Bienheureuse-Vierge-Marie), Beaumarais (St. Peter und Paul, seit 1924 in der Kirche St. Antonius in Werbeln) sowie mit dem Altar der ehemaligen Klosterkirche der Abtei Fraulautern besaß.

Die Kirchturmuhr wurde im Jahr 1704 von Johann Weber aus Trier geliefert, die erste Orgel baute die Orgelmanufaktur Bramer aus Kornelimünster. Zwei Glocken übernahm man im Jahr 1688 aus der Stadtpfarrkirche in Wallerfangen, zwei weitere wurden im Jahr 1720 im Auftrag der Saarlouiser Stadtverwaltung neu gegossen. Eine zusätzliche Glocke aus dem Jahr 1576 kam man aus der benachbarten Abtei Heiligste Dreifaltigkeit in Fraulautern.[50]

Kirchenschöffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten vier Kirchen- oder Sendschöffen wurden am 16. Februar 1687 in Anwesenheit von Superior Vincent Gargan und des Generalleutnants des Präsidialgerichtes de Koeller feierlich in ihr Amt eingesetzt. Die Schöffen bildeten in Verbindung mit der bischöflichen Visitation ein Rügegericht, das öffentliche oder geheime Vergehen von Pfarreiangehörigen in Sachen der Sitte und der Religion aburteilen sollte. Darüber hinaus überwachten sie die Verwaltung des kirchlichen Vermögens. Die Schöffen kooptierten ihre Nachfolger. Termin dieser Hinzuwahl war gewöhnlich der Sonntag nach dem Ludwigsfest. Die Amtszeit war zunächst lebenslang und wurde durch Beschluss des Metzer Gerichtes im Jahr 1731, 1766 sowie 1767 nach internen Saarlouiser Streitigkeiten auf zwei Jahre festgesetzt. Die Schöffen verfügten in der Kirche über ein eigenes abschließbares Gestühl. Im Jahr 1769 wurde die Vermögensverwaltung der Pfarrei in Folge eines Gesetzes des Metzer Parlamentes vom 6. Juli reformiert. Dabei mussten die Kirchenschöffen bei Ausgaben über 500 Livres vorher die Zustimmung der Notabelnversammlung einholen. Das nächsthöhere Gremium war die Generalversammlung, die sich aus Beamten des Gerichtes und der Stadtverwaltung, der Gruppe der amtierenden und ehemaligen Kirchenschöffen und den Abgeordneten der städtischen Zünfte zusammensetzte.[51]

Suizid in der Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Abend des Antoniustages (17. Januar) des Jahres 1722 läuteten ohne erkennbaren Anlass die Kirchenglocken von St. Ludwig. Als Passanten herbeikamen, die verschlossenen Kirchentüren öffneten und eintraten, sahen sie, dass auf den Altären alle Kerzen brannten, ohne dass ein Amt angesetzt gewesen wäre. Bei einer genauen Durchsuchung der Kirche fand man im Glockengerüst die erhängte Leiche eines Mannes namens Vincent. Der Selbstmörder hatte sich zur Inszenierung seiner letzten Tat in der Kirche einschließen lassen, die Kerzen entzündet, die Glocken geläutet und sich anschließend selbst entleibt.[52]

Tod Ludwigs XIV.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich des Todes des französischen Königs und Stadtgründers von Saarlouis, Ludwig XIV., am 1. September 1715 in Versailles, veranstaltete man in der Saarlouiser Pfarrkirche St. Ludwig am 1. Dezember des gleichen Jahres ein feierliches Seelenamt und ein vierzigtägiges Gebet für die Erlösung der Seele des verstorbenen Königs aus dem Fegefeuer.[53]

Restaurierungen im 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), erhaltenes Wandpaneel der barocken Chorvertäfelung der ursprünglichen Ludwigskirche

Der Dachstuhl der barocken Kirche musste im Jahr 1731 ausgebessert und neu eingedeckt werden. Im Jahr 1734 wurde der Hochaltar neu gestaltet. Der Eingang der Kirche und die Orgelgalerie wurden im Jahr 1740 repariert.

In den Jahren 1760–1766 wurde der Sakralbau einer durchgreifenden Innenrestaurierung unterzogen. Die Stuckdecke wurde in den Jahren 1765/1766 vollständig erneuert. Auch die beiden Seitenaltäre gestaltete man neu. Die Fenster wurden neu verglast und der Chorraum holzvertäfelt. Die Holzvertäfelung gelangte später in das ehemalige Café Budenz am Großen Markt[54] Ein einzelnes Wandpaneel der früheren Vertäfelung ist heute wieder in der kleinen Ausstellung im Statzschen Kirchenfassadenbau aufgestellt. Die bisherige Verbindungsgalerie zwischen Pfarrhaus und Kirche wurde bei der Baumaßnahme der 1760er Jahre abgetragen.[55] Die verschieferte Glockenstube und der Turmhelm wurden in den Jahren 1770 und 1787 erneuert. Ein verheerendes Hochwasser der Saar verursachte im Jahr 1784 große Schäden. Das Wasser floss in die Grüfte unter dem Fußboden und es kam zu Bodenabsenkungen, was umfangreiche Reparaturen nach sich zog.[56]

Zentenarfeier der Stadtgründung und Geburtsfeier des französischen Dauphin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich der Feier zum hundertjährigen Bestehen der Stadt Saarlouis und der Geburt des französischen Dauphin Louis Joseph Xavier François de Bourbon (* 22. Oktober 1781 in Versailles; † 4. Juni 1789 auf Schloss Meudon) wurde am 11. November 1781 mit großem Pomp ein Hochamt mit feierlichem Te Deum in St. Ludwig gefeiert. Die Stadt veranstaltete im Rathaus eine Feier und das Militär in der Kommandantur. Ein Freudenfeuer beschloss den Festtag. Besondere religiöse und zivile Feiern fanden in St. Ludwig anlässlich der Geburt aller königlicher Prinzen des Hauses Bourbon statt.[57]

Erste Jahre der Französischen Revolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), barockes Relief (Altarpredella/Altarantependium) mit der Darstellung des Abendmahles, vergoldete Holzschnitzerei vom Anfang des 18. Jahrhunderts[58]

In Saarlouis und den umliegenden Orten war es bereits in den Jahren vor 1789 zu Protesten gegen das drückende Feudalsystem gekommen. Ab dem Frühling des Jahres 1789 verstärkten sich die Protestmaßnahmen der Bürger und Bauern und erreichten im Juli einen ersten Höhepunkt.

Die französische Nationalversammlung beschloss am 2. November 1789 in einem Dekret (Décret des biens du clergé mis à la disposition de la Nation[59]), das auf eine Antragsvorlage des Abgeordneten der Nationalversammlung und späteren Außenministers Napoleons, Bischof Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord, zurückging, die Verstaatlichung der Kirchengüter und damit die faktische Enteignung der katholischen Kirche. Hintergrund waren Bemühungen, der Finanzkrise des französischen Staates, die vor allem durch die Beteiligung Frankreichs am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bedingt war, entgegenzuwirken. Die Priester bekamen, wie die Staatsbeamten, von nun an einen staatlichen Sold und banden sich eidlich an die neue Staatsverfassung. Somit wurde durch die Abschaffung der alten Ständeordnung die Vormachtstellung des Klerus beendet. Mit der Enteignung des kirchlichen Besitzes wurde die wirtschaftliche und politische Macht der Kirche gebrochen. Ausgenommen von der Verstaatlichung waren die Pfarrkirchen, Pfarrhäuser und Pfarrgärten sowie die protestantischen Kirchen.[60]

Am Beginn der Französischen Revolution wurde die Pfarrei St. Ludwig von den Ordensgeistlichen Jean Capistran Kremer als Superior, Christophe Justin Bichelberger, Jean Baptiste Rommeveaux und Mathieu-Nicolas Baudouin seelsorglich betreut.

Am 1. April 1790 hatte die Saarlouiser Stadtverwaltung noch ein feierliches Te Deum in Anwesenheit der örtlichen Militär- und Zivilbehörden in St. Ludwig, ein dreifaches Salutschießen, Freudenfeuer und nächtliche Festbeleuchtung der Häuser anlässlich der Wiedergenesung König Ludwigs XVI. angeordnet. Am 14. Juli desselben Jahres wurde in Saarlouis mit großem Pomp das neue Nationalfest zum ersten Jahrestag der Erstürmung der Pariser Bastille begangen. Das Fest wurde in der Morgenfrühe mit Glockengeläut vom Turm von St. Ludwig und Kanonendonner eingeleitet. Es folgte ein Hochamt in der Kirche und die Vertreter der zivilen Behörden und des Saarlouiser Klerus vollzogen auf dem Großen Markt eine zeremonielle Verbrüderung. Es folgten politische Reden und die Ableistung des Bürger- und Verbrüderungseides (Serment civique et de confédération), bevor zur Mittagsstunde in der Kirche ein feierliches Te Deum gesungen wurde. Ein Freudenfeuerwerk und eine Illumination der Gebäude beschloss den Jahrestag.[61]

Lage von Saarlouis in der Drei-Bistümer-Provinz

Die französische Nationalversammlung hatte bereits am 13. Februar 1790 die katholischen Orden aufgehoben. Seit dem 22. Mai debattierte die Versammlung über die Weltgeistlichen. Am 12. Juli 1790 wurde die Zivilverfassung verabschiedet und am 24. August verkündet. Die Zuständigkeitsgebiete der Diözesen wurden den neuen staatlichen Einheiten der Départements angepasst. In jedem der 83 Departement wurde ein eigenes Bistum errichtet. Damit wurde die Zahl der Bischofssitze von 139 auf 83 reduziert.[62] Die Bischöfe und Pfarrer wurden gewählt. Saarlouis gehörte von 1680/85 bis 1697 verwaltungsmäßig zur "Province de la Sarre", anschließend bis 1789 zur "Province des Trois-Évêchés". Die Provinz sollte zusammen mit Lothringen dann in sieben Départements aufgeteilt werden und Saarlouis sollte Hauptstadt eines dieser Départements werden. Mit der Zivilverfassung des Klerus vom Juli 1790 bestand die Möglichkeit, dass Saarlouis auch Bischofssitz hätte werden können. Letztendlich wurden statt der sieben aber nur vier Départements gegründet und Saarlouis kam mit dem Arrondissement Diedenhofen zum Moseldépartement mit der Hauptstadt Metz. Somit wurde die Pfarrei St. Ludwig aus dem angestammten Erzbistum Trier ausgegliedert und kam zum Bistum Metz. Der noch aus dem Mittelalter stammende Metropolitanverband der lothringischen Bistümer Metz, Toul und Verdun mit dem Erzbistum und Kurfürstentum Trier wurde damit endgültig beendet.[63]

Der Klerus unterstand durch die Zivilkonstitution nunmehr staatlicher Besoldung, die allerdings im Jahr 1795 eingestellt wurde.[64] Die Zivilkonstitution vollendete die Entwicklung der französischen Kirche zu einer Nationalkirche. Die Bindung an den Papst wurde geschwächt, indem Dekrete aus dem Vatikan zunächst von der französischen Regierung kontrolliert, Abgaben nach Rom eingestellt, und dem Heiligen Stuhl jegliche kirchliche Jurisdiktion entzogen wurde. Bischofs- und Pfarrerwahlen wurden ebenso dem Einfluss der Kurie entzogen. Der Papst wurde lediglich als symbolisches Kirchenoberhaupt anerkannt. Darüber hinaus hatten alle Kleriker einen Eid auf die Verfassung der Republik abzulegen. Die Führung des Zivilstandsregisters ging auf die Gemeindeverwaltung über.

Superior Kremer ließ noch am 20. Juni 1790 auf Befehl der städtischen Verwaltung ein Verzeichnis der pfarrlichen Besitztümer anlegen. An Vasa sacra sind in dieser Liste u. a. vier vergoldete Kelche, mehrere Leuchter, zwei Ziborien, eine edelsteinbesetzte Strahlenmonstranz sowie ein diamantenbesetztes Kreuz verzeichnet. Darüber hinaus beinhaltet die 102 Objekte umfassende Liste zahlreiche Paramente, Messbücher und Prozessionsfahnen sowie Pfarrhausmobiliar.[65] Ziel der Inventaraufstellung war die Auflösung der Klerikergemeinschaft. So wurden folgerichtig auch die vier Geistlichen befragt, ob sie in der klosterähnlichen Gemeinschaft verbleiben oder sie verlassen wollten.[66]

Pater Kremer, der im Jahr 1741 im lothringischen Rossbrücken geboren worden war und im Jahr 1761 in Paris die Profess abgelegt hatte, gab der Saarlouiser Stadtverwaltung am 19. Januar 1791 an, er wolle die staatliche Kleriker-Pension annehmen und sich zu seiner Familie nach Rossbrücken zurückziehen. Kremer war allerdings noch am 5. Oktober 1790 von der Stadtversammlung als lebenslanger und unabsetzbarer Seelsorger bestätigt worden. Alle übrigen Pater von St. Ludwig erklärten ihren Austritt aus der Gemeinschaft ihres Ordens. Somit wurde am 27. Januar 1791 die Klerikergemeinschaft von St. Ludwig aufgelöst und das Inventar sowie das Archiv der Stadt überstellt.[67]

Nach der Einziehung der Kirche Ende Mai 1791 leitete die Stadtverwaltung über das Distriktsdirektorium die Überlassung der Augustinerkapelle als Hilfskirche für St. Ludwig ein, da die Pfarrkirche zu klein sei. Der aufgehobene Saarlouiser Augustinerkonvent wurde hinsichtlich seiner Gebäude zur Unterbringung des Collège bestimmt. Am Sonntag, den 29. Mai 1791, wurde in der Kirche durch die Gemeindewähler als neuer Pfarrer von St. Ludwig Jakob Senzy (Senzig) mit übergroßer Mehrheit gewählt. Senzy schlug allerdings die Wahl aus, da er eine Stellung beim konstitutionellen Bischof von Metz, Nicolas Francin (Amtszeit 1792 bis 1802), bevorzugte. So blieben die bisherigen Rekollektenpatres weiterhin als Pfarrverwalter in St. Ludwig.[68]

Im Jahr 1791 lehnte Papst Pius VI. die französische Zivilkonstitution ab. Er suspendierte alle Priester, die sich der neuen Verfassung unterstellt hatten, mit dem Vorwurf des kirchlichen Schisma. Dennoch unterstellten sich im Distrikt Saarlouis 24 Priester der neuen kirchlichen Ordnung. Dreißig Priester stimmten dem bürgerlichen Eid mit Vorbehalt zu, was von staatlichen Stellen als Nichtzustimmung gedeutet wurde, und 26 Priester verweigerten die Eidesleistung. In der Folgezeit widerriefen drei der 24 geschworenen Priester ihre Zustimmung und stellten sich damit gegen die radikal-jakobinisch orientierte Saarlouiser Verwaltung.[69]

In ländlichen Gemeinden Frankreichs hatten zu dieser Zeit bereits etwa 55 % der Priester den verlangten Eid geleistet, zwischen 25 % und 48 % in den städtischen Gemeinden. Innerhalb der Kirche Frankreichs kam es nach der päpstlichen Positionierung zu einer Spaltung zwischen verfassungstreuen und papsttreuen Priestern, mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die Gläubigen. Die Eidverweigerer waren schweren staatlichen Sanktionen bis hin zur Todesstrafe ausgesetzt. Wie der Papst in Rom hatte der Trierer Erzbischof Clemens Wenzeslaus von Sachsen als Metropolit von Lothringen bereits in einem Hirtenbrief vom 26. November 1790 gegen die Bestimmungen der Zivilkonstitution protestiert. Dieser Protest wurde nochmals in seiner Beschwerdeschrift an den Immerwährenden Reichstag in Regensburg am 10. Dezember 1790 und in einem Hirtenbrief vom Beginn des Jahres 1791 formuliert.

Als am 26. August 1792 ein Gesetz erlassen wurde, das die Priester, die nicht auf die Verfassung schwören wollten (Prêtres insermentés), mit Deportation bedrohte, protestierten die Rekollektenpatres in Saarlouis nochmals öffentlich am 28. August gegen diese Entwicklung und flohen am 30. August 1792 aus der Stadt.

An ihrer Stelle setzte man am 10. September 1792 den ehemaligen Busendorfer Pfarrer Johann/Jean Guitienne als Pfarrverwalter (Administrator) an St. Ludwig ein, der sich schon am 12. September 1791 der Distriktsverwaltung als provisorischer Pfarrer angeboten hatte. Anlässlich des Nationalfeiertages hatte Guitienne bereits am 14. Juli 1792 auf dem Großen Markt vor der Kirche auf einem sogenannten "Altar des Vaterlandes" zusammen mit dem Filstroffer Pfarrer Pijot ein national-sakrales Hochamt abgehalten. Der Altar war mit einem gekrönten Löwen geschmückt, der die Konstitution und die französische Trikolore in seinen Pranken trug. Die Altarinschrift lautete: "Die Konstitution oder der Tod." Darüber hinaus zierten den Altar aufklärerische Zitate von Gottfried Wilhelm Leibniz, John Locke und Jean-Jacques Rousseau. Während der Feier leisteten die Beamten und höheren Offiziere den Treueeid auf die Konstitution, ein Freiheitsbaum wurde gepflanzt und zwei Kinder wurden getauft. Nach dem Absingen des "Te Deums" folgte vor dem "Altar des Vaterlandes" eine Truppenparade und die Stadtbeamten gaben sich einen Verbrüderungskuss. Abends wurde der Vaterlandsaltar festlich illuminiert. Ähnlich liefen die Feierlichkeiten zum Nationaltag auch in den Folgejahren ab, wobei allerdings katholische Ritualreste getilgt wurden. Die Schulkinder mussten mit kleinen Trikoloren und Eichenzweigen in den Händen zum "Altar des Vaterlandes" treten und die Menge stimmte statt des früheren "Te Deums" vaterländische Gesänge an. Sportwettspiele in der Kapuzineraue (Lisdorfer Aue) ergänzten nachmittags das profanierte Fest.[70]

Als Hilfsgeistlicher sollte Guitienne durch den geschworenen Priester François Viart unterstützt werden, der am 16. September 1792 in St. Ludwig seinen Eid leistete. Der ehemalige Augustiner Peter Bayer wurde am 1. Dezember 1792 zum zweiten Vikar an St. Ludwig ernannt, nachdem er am 2. Oktober 1792 seinen Eid geschworen hatte. Nach einer Wahl am 28. November 1792 wurde Guitienne durch Erlass des Bischofes von Metz, Nicolas Francin, am 1. Dezember 1792 zum Pfarrer von St. Ludwig ernannt, nachdem der frühere Bischof Louis-Joseph de Montmorency-Laval nach Deutschland geflohen war. Guitienne versah sein Amt in Saarlouis bis zur Unterdrückung des katholischen Kultus im Jahr 1794. In seinem Testament begründete er eine Stiftung, aus deren Zinzerträgen jährlich dem besten Schüler des Saarlouiser Gymnasiums eine Prämie auszuzahlen sei. Das Stiftungskapital ging allerdings in den 1920er Jahren während des Währungsruins verloren.[71][72] Am 8. Oktober 1792 wurden die Hinterlassenschaften der Rekollektenpatres auf Anordnung des Distriktsdirektoriums vom 28. September 1792 öffentlich versteigert.[73]

Terrorherrschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Kanonade von Valmy am 20. September 1792 konnte das revolutionäre Frankreich im Ersten Koalitionskrieg ein deutliches Machtsignal an die antifranzösische Koalition senden, indem der Feldzug der Interventen nach Paris zum Stehen und anschließend zum Rückzug gezwungen wurde. Der Erfolg der Revolutionsarmee beeindruckte die Zeitgenossen tief und wurde zum revolutionären Mythos verklärt. Die militärische Bedrohung Frankreichs führte in Paris zur ideologischen Radikalisierung. Die traditionsreiche Monarchie wurde abgeschafft, eine Republik gegründet und eine neue Zeitrechnung eingeführt: Der 22. September 1792 war der erste Tag des Jahres I der Republik. Damit sollte die christliche Struktur des Jahreslaufes durch Abschaffung des Gregorianischen Kalenders mit seinen traditionellen Heiligen- und Hochfesten zerschlagen werden. (Der alte Kalender wurde erst wieder durch Napoleon am 1. Januar 1806 eingeführt.) Auch die Sieben-Tage-Woche der biblischen Schöpfungsordnung wurde durch die Dekade ersetzt. Dekadenfeste mit pseudoreligiösem Zeremoniell traten an die Stelle der bisherigen Kirchenfeste.[74] Am 21. Januar 1793 köpfte man in Paris Ludwig XVI., der bisher als der "Gesalbte Gottes" eine sakrosankte bzw. eine quasi sakrale Stellung innegehabt hatte. Seine Gemahlin Marie Antoinette folgte ihm am 16. Oktober 1793 auf die Guillotine.

Am 23. August 1793 musste St. Ludwig bereits drei Glocken und das Saarlouiser Augustinerkloster eine Glocke zu militärischen Zwecken abgeben. Nur die Hauptglocke und eine kleinere Glocke beließ man zum Stunden- und Viertelstundenschlag sowie als Alarmsignal im Kirchturm. In Saarlouis hatte sich ein revolutionärer Klub als "Klub der Freunde der Konstitution" bereits am 20. November 1791 konstituiert und das ehemalige Augustinerkloster als Vereinslokal besetzt:[75]

„Den guten Patrioten wird zur Kenntnis gebracht, dass heute nach der Vesper die Bürger dieser Stadt im Refektorium des ehemaligen Augustinerklosters ihre erste Sitzung abhalten werden. Das Gesetz erlaubt die friedliche Versammmlung der Bürger. Die Feinde des öffentlichen Wohles werden mit Schrecken die gleichfalls konstitutionelle Institution sehen. Gerne möchten sie dem einfachen Manne den Geschmack an dieser Unterrichtsanstalt verderben. Bürger! Versammelt euch! Es ist höchste Zeit, euch eure wahren Interessen erkennen zulassen und euch die Menschenrechte zu erklären. Die Sitzungen werden erstmalig mit vorläufiger Genehmigung des Distriktsdirektoriums im Speisesaaal der Augustiner stattfinden. Alle Sitzungen werden regelmäßig sonntags gegen 3 Uhr nachmittags abgehalten...“

Am 22. Juli 1793 wurde der bisherige Name der Stadt Sarrelouis aus antiroyalistischen Gründen vom französischen Nationalkonvent in "Sarre-Libre" umgewandelt.[76] Während der Schreckensherrschaft zur Zeit der Französischen Revolution und der allgemeinen Unterdrückung des Katholizismus Ende 1793, Anfang 1794 wurde die St. Ludwigskirche in einen sogenannten Tempel der Vernunft umgewandelt. Darüber hinaus nutzte man die profaniert Kirche als politischen Versammlungssaal für die revolutionären Klubs, was allerdings schon vor dem Jahr 1794 geschehen war. Es fanden Volksversammlungen und Abstimmungen sowie Verlesungen von Gesetzen und Beschlüssen des Nationalkonventes statt. Vorher hatte man das Innere nahezu vollständig verwüstet und das Turmkreuz heruntergerissen. Es wurde erst im Jahr 1803 wieder aufgesetzt.[77] Die Gegenstände des religiösen Kultus verbrannte man auf dem Großen Markt auf einem Scheiterhaufen oder verschleuderte sie. Der im Jahr 1751 in Saarlouis geborene Lazaristen-Missionspriester und Theologieprofessor Louis Hayer wurde im Jahr 1793 in Niort guillotiniert.[78][79]

Heimliche Gottesdienste wurden von Pater Pierre Lorrain, der sich als Gemüsehändler oder Holzhauer tarnte, in einsamen Waldstücken und anderen geheimen Orten in der Umgebung von Saarlouis unter Lebensgefahr weiterhin abgehalten. Pater Lorrain war vorher auch Lehrer am Saarlouiser Augustinerkolleg gewesen, wo er unter anderen die späteren Militärs Michel Ney, Jean François Toussaint[80] (1772–1827), Jean Georges Grenier[81] (1771–1835) sowie Paul Grenier[82] (1768–1827) unterrichtet hatte.[83] Lorrain stammte aus Gauweisdorf, wo er im Jahr 1755 geboren worden war. Er musste nach 1790 in die Schweiz flüchten, kam erst im Jahr 1802 an die Saar zurück und war dann von 1814 bis 1820 Pfarrer von St. Martin in Berus und zuletzt von 1823 bis 1841 Pfarrer von St. Maximin in Pachten.[84] Ebenso werden von Georg Baltzer[85] die ehemaligen Mönche Jean Hein (Augustinerpater), Constantin Bechel (Kapuzinerpater) und ein Pater Heimbach als geheim agierende Priester genannt.

Die beiden von Ludwig XIV. geschenkten großformatigen Ölgemälde Die Apotheose des heiligen Ludwig sowie Die Heilige Familie überstanden allerdings das ikonoklastische Wüten, da sie ein Kirchenschöffe mit Kalk überschüttet haben soll.[86] Ebenso hat sich die barocke Altarpredella/Altarantependium erhalten.[87] Auf den Hochaltar setzte man in einer kultischen Feier eine junge Frau als Personifikation der Göttin der Vernunft und legte ihr das zertrümmerte Altarkreuz zu Füßen. Auch auf den Friedhöfen mussten die Grabkreuze verschwinden.

Parallel zum Kult der Göttin der Vernunft feierte man eine Ceres-Prozession vor dem Französischen Tor, bei der landwirtschaftliche Gerätschaften und Festwagen mit Agrarprodukten unter dem Klang von Musik und Gesang umhergetragen wurden und symbolisch der Ackerboden gepflügt und eingesät wurde, um die Fruchtbarkeit der Landschaft rituell zu befördern.[88]

In der Zeit des Belagerungszustandes der Stadt im Jahr 1794 nutzte man den entwidmeten Sakralraum auch als Scheune. Aufgrund mangelnder Unterhaltung des Gebäudes verschlechterte sich der Zustand stetig.[89]

Mit dem Sturz und der Hinrichtung Maximilien de Robespierres wurde die Abhaltung von Gottesdiensten wieder zunehmend erlaubt und das Ausweisungsgesetz gegen den Klerus wurde aufgehoben. Allerdings fielen die staatlichen Gehälter für Geistliche ab dem 21. Februar 1795 weg, den Gemeinden war die Unterhaltung religiöser Gebäude untersagt worden und weiterhin wurden eidverweigernde Priester eingekerkert. Mit der Machtübernahme durch das Direktorium im Jahr 1795 wurde der Priestereid[90] wieder verschärft, da man in den katholischen Klerikern eingefleischte Monarchisten sah. In Sorge um ihr Leben schworen nun die Saarlouiser Kleriker Nicolas Fourmann (Augustiner), Christoph Heil (Rekollekt), Jean Poue/Porer (Rekollekt), Johannes Broich (Weltpriester), Matthias Leistenschneider (Bernhardiner), Nikolaus Krantz (Augustiner), Jean Reneault (Rekollekt), der Augustinermönch Dupreux sowie die Nonne Maria Gusenburger den geforderten Eid vor der Saarlouiser Stadtverwaltung.

Mit dem Sturz des Direktoriums im Jahr 1799 wurden die eingekerkerten Kleriker wieder freigelassen und die Emigrierten durften wieder zurückkehren. Der verschärfte Eid des Direktoriums wurde nicht mehr gefordert. Auf Befehl Napoleons durften die Kirchen ab Januar 1800 wieder geöffnet werden. Allerdings erging noch am 13. August 1801 durch den Metzer Präfekten Jean-Victor Colchen (1751–1830) eine Anordnung an alle Bürgermeister des Moseldepartements, ausgewiesene Priester, die heimlich in Privathäusern Gottesdienste abhielten, und deren Helfer sofort anzuzeigen.[91] Offiziell blieb St. Ludwig bis zum Jahr 1802 seelsorgerisch verwaist.

Saarlouiser Klerikerschicksale der Französischen Revolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mathieu-Nicolas Baudouin (geb. in Fixheim in Lothringen) verweigerte den Eid und floh ins deutsche Reichsgebiet. Er ging allerdings später nach Straßburg und wurde amnestiert, nachdem er am 18. Germinal XI (8. April 1803) den Eid schließlich doch geleistet hatte.
  • Christophe Justin Bichelberger wurde am 24. Floréal II (13. Mai 1794) durch die Stadtverwaltung von Sarrelibre angezeigt und durch die Departementsverwaltung auf die Emigrantenliste gesetzt.
  • Der Rekollektenpater Bogard aus Sarrelibre wurde auf Anordnung des Munizipalrates am 24. Florál II (13. Mai 1794) ebenfalls auf die Emigrantenliste gesetzt.
  • Jean Capistran Kremer befand sich am 18. Juli 1793 als Emigrant bei den Franziskanern in Trier.[92]
  • Der in Saarlouis im Jahr 1753 geborene Augustinerpater Jean-Baptiste Dève, der im Jahr 1776 in Metz seine Profess abgelegt hatte und im Jahr 1790 in seine Heimatstadt zurückgekehrt war, wurde im Jahr II (1793/1794) auf die Emigrantenliste gesetzt. Daraufhin wurde in der Wohnung seiner Mutter in der Deutschen Straße eine Hausdurchsuchung angeordnet, um nach dem untergetauchten Sohn zu fahnden. Dève tauchte im Jahr 1802 wieder in Metz auf und bat dort um Begnadigung, die ihm vom Präfekten schließlich gewährt wurde. Seit 1810 wirkte Dève als Hilfspfarrer in Gertingen und starb dort am 8. Juli 1814.
  • Augustinerpater Louis Bettinger floh im Juni 1793 nach Trier.
  • Der Prior des Saarlouiser Augustinerkonventes, Etienne Brivé, floh im Juli 1793 ebenfalls nach Trier.
  • François Dommers, der in Saarlouis Schüler am Augustinerkolleg gewesen war, floh nach Trier, wo er im März 1791 zum Priester geweiht wurde.
  • Der in Saarlouis im Jahr 1761 geborene Prämonstratenserpater aus Wadgassen, Matthias Fissabre, emigrierte ins Reichsgebiet. Im Jahr X (1801/1802) bat er in Frankfurt am Main vor dem französischen Gesandten um Begnadigung und wurde nach seiner Rückkehr nach Saarlouis am 30. Thermidor XI (18. August 1803) amnestiert. Im gleichen Jahr wurde er Pfarrer in Waldwiese in Lothringen, wo er im Jahr 1843 starb.
  • Der gebürtige Saarlouiser Kapuzinerpater Nicolas-François Hein wirkte beim Ausbruch der Revolution in Metz und hielt sich dann einige Zeit im Rekollektenkloster in Bolchen auf, von wo er im Jahr 1792 flüchtete. Heim starb im Jahr 1804 in Saarlouis.
  • Der in Saarlouis geborene Augustinerpater Johann Peter Jager lege im Jahr 1786 im Augustinerkloster in Metz seine Profess ab. Daraufhin studierte er in Paris Philosophie und Theologie. Im Jahr 1790 wurde er in Paris zum Priester geweiht. Im selben Jahr kehrte Jager nach Saarlouis heim. Nach Aufenthalten im Rheinland, Süddeutschland, der Schweiz und im Salzburgischen kam er erst im Jahr X (1801/1802) wieder nach Saarlouis zurück. Seit 1803 war er dann Vikar in Saaralben bevor er von 1804 bis 1807 in der Erzdiözese Salzburg wirkte. Ab 1807 war er Hilfpfarrer in Kirweiler, 1810 in Ittersdorf, 1814 in Kedingen, wo er am 1. Dezember 1825 starb.
  • Der aus Bolchen stammende Lisdorfer Kapuzinerpater Jean Nicolas Cabé wurde aufgrund der heimlichen Amtsausübung am 1. Nivôse VI (21. Dezember 1797) in Niederfillen verhaftet und von der Departementsverwaltung am 18. Ventôse VI (8. März 1798) zur Deportation nach Französisch-Guayana verurteilt. Hier starb er am 15. November 1798.
  • Kapuzinerpater Eduard (Sébastien) Felcker bat am 9. Prairial X (29. Mai 1802) den Metzer Präfekten um Begnadigung und wurde am 1. Pluviôse XI (21. Januar 1803) amnestiert.
  • Der gebürtige Saarlouiser Priester Contellée, ein Schüler des Saarlouiser Augustinerkollegs, studierte in Trier und wurde dort zum Priester geweiht, bevor er als Vikar nach Büdesheim ging. Als er aufgrund des Todes seines Vaters im Jahr III (1794/1795) nach Saarlouis heimkehrte, wurde er als eidverweigernder Priester verhaftet und in Metz eingekerkert. Bei Gerichtsverhandlungen im Jahr V (1796/1797) gestand Contellée, in der Gegend von Busendorf geistliche Handlungen vorgenommen zu haben. Sein weiteres Schicksal ist nicht überliefert.
  • Der Weltpriester Nicolas Gannes wurde aufgrund einer Anzeige der Stadtverwaltung von Sarrelibre am 24. Floréal II (13. März 1794) auf die Emigrantenliste gesetzt.
  • Der am 4. April 1751 in Saarlouis geborene Priester Louis Hayer, der am Großen Seminar in Poitiers als Professor lehrte, wurde am 12. Germinal I (1. April 1793) wegen konterrevolutionärer Aktionen zum Tode verurteilt und am Folgetag in Niort auf der Guillotine hingerichtet.
  • Der ebenfalls in Saarlouis geborene Pfarrer von Ebersweiler im Kanton Busendorf (Bouzonville), Gaspard-Casimir Henry, wurde wegen angeblicher Verschwörung mit inneren und äußeren Feinden der Revolution am 7. Ventôse II (25. Februar 1794) in Paris zum Tode verurteilt und geköpft.[93]

Konkordat von 1801 und Wiener Kongress[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst nach dem Abschluss des Konkordates von 1801 zwischen Napoleon und Papst Pius VII. in Paris konnte Saarlouis offiziell wieder seelsorglich betreut werden. Am 28. Messidor X (17. Juli 1802) mussten alle katholischen Geistlichen der Region, die dem Konkordat zugestimmt hatten, zur feierlichen Einsetzung des neuen Metzer Bischofs Pierre-François Bienaymé im Metzer Stephansdom erscheinen. Sarrelibre/Saarlouis blieb auch weiterhin (bis 1817) bei der Diözese Metz, der es im Jahr 1790 nach der Loslösung von der Erzdiözese Trier zugeschlagen worden war. Zusammen mit St. Ludwig waren im Kanton Sarrelibre/Saarlouis noch die Hilfspfarreien Berus, Differten, Hülzweiler, Fraulautern, Schaffhausen, Lisdorf, Neuforweiler (Bourg-Dauphin), Roden und Püttlingen betroffen.[94] Die erste heilige Messe in der Ludwigskirche nach den Wirren der Französischen Revolution wurde am 13. Mai 1803 begangen. Dabei leisteten 45 Pfarrer der vier Kantone Sarrelibre/Saarlouis, Tholey, Rehlingen und Bouzonville in die Hände des Unterpräfekten von Thionville (Diedenhofen) den staatlichen Eid, der im Konkordat vorgeschrieben war. Am 5. September 1803 wurde in St. Ludwig nach 20 Jahren wieder die erste Firmung durch den Metzer Bischof Pierre-François Bienaymé gespendet. Die Wiedereinführung des katholischen Kultus feierte man in Saarlouis zusammen mit dem Geburtstagsfest Napoleons am 15./16. April 1804 mit Festgeläut und einer feierlichen Prozession nach Lisdorf und zurück, an der auch die Priester der Umgebung teilnahmen. Die Feierlichkeiten, in deren Rahmen der Revolutionskalender außer Kraft gesetzt und der alte Kalender wieder eingeführt wurde, zogen sich über einen ganzen Monat hin.[95]

Turm und Dach der Kirche wurden im Jahr 1805 durch den Tholeyer Bauunternehmer Nikolaus Schmit ausgebessert.[96]

Anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten Napoleons am 2. Dezember 1804 in der Kathedrale Notre Dame de Paris zum „Kaiser der Franzosen“ beging man in Saarlouis am 6. Januar 1805 ein eigenes Fest mit Freudenfeuern auf den umgebenden Höhenlagen, Illumination der Stadt und einem feierlichen Te Deum in St. Ludwig. An den folgenden Jahrestagen des Geburtstages Napoleons (15. August) sowie an den Jahrestagen der (Selbst-)Krönung des neuen Kaisers finanzierte die Stadtgemeinde Saarlouis jeweils einem jungen Saarlouiser Mädchen, das sich mit einem Frontsoldaten verehelichte, eine Barschaft als Heiratsgut. Die diesbezüglichen kirchlichen Trauungen wurden dann in St. Ludwig vollzogen. Am Hochzeitsfest Napoleons mit Marie-Louise von Österreich im Jahr 1810 wurde sogar zwei Saarlouiser Brautpaaren die Mitgift geschenkt.

Zusätzlich mit dem Napoleonsfest des Jahres 1811 beging man in St. Ludwig ein feierliches Te Deum anlässlich der Geburt des Thronfolgers Napoleon Franz Bonaparte, der am 20. März 1811 in Paris das Licht der Welt erblickt hatte. Auch hier wurde die Saarlouiser Kirche außen prächtig illuminiert und über dem Eingang prangte die Inschrift "Iam nova progenies coelo demittitur alto. Pacatumque reget patriis virtutibus orbem." (dt. Übersetzung: Schon wird ein neuer Spross hoch vom Himmel herabgesandt. Er wird über eine Erde, befriedet von den hohen Kräften seines Vaters, herrschen.)[97] Die Verse, die sich auf die Orakelsprüche der Sibyllinischen Bücher beziehen, waren der vierten Ekloge Vergils entnommen. Die Ekloge, geschrieben um 40 v. Chr., prophezeit die Geburt des Weltenheilands und ein neues goldenes Zeitalter. Von Vergil gemeint war damit vermutlich der Aufstieg Octavians (Augustus) zum Princeps. Bereits in der Spätantike setzte jedoch eine christliche Umdeutung des Textes ein, da man den vom Himmel herabgesandten Knaben mit Jesus Christus gleichsetzte. Mit der Saarlouiser Feierlichkeit bezog man sich nun auf den neugeborenen sogenannten "König von Rom" und dessen Vater Napoleon, der die Weltenwende eingeleitet habe.

Mit dem Sturz Napoleons und der Wiedereinsetzung der Bourbonen wurde in Saarlouis am 25. August 1814 wieder feierlich der Ludwigstag begangen. Während des Hochamtes in der Pfarrkirche betete man nun um die Herabsendung des göttlichen Segens auf den ins Königsamt eingesetzten Bruder des in der Revolution öffentlich geköpften Königs Ludwig XVI., Ludwig XVIII. Glockengeläut und Salutschüsse aus den Kanonenrohren der Festungsstadt flankierten die kirchliche Feier.[98]

Mit dem Wiener Kongress und dem Zweiten Pariser Frieden vom 20. November 1815 kam Saarlouis an das Königreich Preußen. Während eines Aufenthaltes in Saarbrücken erteilte der preußische Staatskanzler Karl August von Hardenberg am 27. November 1815 dem in preußischen Diensten stehenden Oberappellationsrat Mathias Simon, der bisher in Trier als Richter fungiert hatte, die Vollmacht, das neue Gebiet unter dem Titel "Großherzogtum Niederrhein" dem Königreich Preußen anzugliedern.[99] Die französische Garnison verließ am 1. Dezember 1815 die Stadt und das weiße Lilienbanner der Bourbonen wurde vom Kirchturm von St. Ludwig herabgelassen. Die Festung Saarlouis und ihr Umland wurden von Simon am 2. Dezember 1815 im Rahmen einer Feier in St. Ludwig mit dem Absingen des Gebetes "Salvum fac regem"[100], diesmal bezogen auf den Herrscher Preußens, in Besitz des Königs Friedrich Wilhelm III. genommen:[101][102]

Besitzergreifungspatent der Stadt und Festung Saarlouis und der übrigen von Frankreich durch den Friedens-Traktat vom 20. November abgetrennten Gebiete, Oerter und Plätze des Moseldepartements vom 2. Dezember 1815 (Kreisarchiv Saarlouis)

„Ich Endes Unterschriebener, Königlich-Preußischer Oberappelations-Rath im Grosherzogthum Niederrhein, Kraft vorstehender Vollmacht, Königlich Preußischer Kommissarius, zur Besitz-Ergreifung der von Frankreich an Preußen abgetretenen Gebiete, Oerter und Plätze, und bis zur definitiven Organisation mit der Oberverwaltung dieser Gebiete, Oerter und Plätze, beauftraget.

Nachdem heute den 2 Dezember, Morgens sieben Uhr, die Feyerlichkeiten der Besitznahme, durch das Läuten der Glocken verkündet worden, habe (ich) mich um 10 Uhr, in die Hauptkirche begeben, woselbst der Herr Oberbürgermeister der Stadt Saarlouis, nebst seinen Beigeordneten, und alle Glieder des Magistrats, sodann alle übrigen öffentlichen Beamten, sich versammelt hatten.

Des Herrn Königlich Preußischen General-Majors von Steinmetz, kommandierenden Generals, in den durch den Friedenstraktat vom 20 November abgetretenen Gebieten, Oertern und Plätzen, Hochwohlgebornen, waren ebenfalls, nebst ihrem Generalstabe, gegenwärtig.

Das in Saarlouis anwesende Königlich Preußische Militär, war unter Gewehr getreten, und der feierliche Aufzug von der Bürgerwache und ihrer Musik begleitet.

Ich Unterschriebener Königlicher-Kommissarius, im Einverständnis mit des Herrn General-Majors von Steinmetz, Hochwohlgebornen, verlas die vorstehende Vollmacht des Herrn Staatskanzlers Fürsten von Hardenberg Durchlaucht, und theilte der Versammlung meine Sendung mit.

Sofort wurden der Herr Oberbürgermeister und sämtliche Mitglieder des Magistrats, in eigenem Namen und als Stellvertreter der Einwohner, dem neuen Landesherrn Sr. Majestät dem König Friedrich Wilhelm von Preußen und seinen Nachfolgern, verpflichtet.

Ein eigener schriftlicher Akt wurde in dieser Hinsicht aufgesetzt, und von allen Magistratsmitgliedern unterzeichnet.

Die ganze Versammlung ertönte ein dreimaliges Lebe-Hoch dem neuen Landesherrn.

Ich habe demnach, in meiner Eigenschaft als Königlicher Kommissarius, und in Hinsicht der Besitznahme der Festung Saarlouis im Einverständniß mit dem Herrn General-Major von Steinmetz und dessen Gegenwart, erklärt, daß die reelle Besitznahme der Stadt und Festung Saarlouis, und aller übrigen Oerter der Kantone von Saarlouis und Rehlingen, und Sirck des Moseldepartements, welche durch den Friedens-Traktat vom 20 November, von Frankreich abgetreten, und nach der, zwischen Preußen und den übrigen verbündeten Mächten getroffenen besondern Uebereinkunft, den Staaten Sr. Majestät des Königs von Preußen, meines allergnädigsten Herrn, einverleibt sind, im Namen Seiner Majestät des Königs von Preußen, vollbracht seye; verordnet, daß das königl. Preußische Wappen an allen Rath- und Gemeinde-Häusern aufgestellt werde; und die Einwohner der Stadt und Festung Saarlouis, und der übrigen abgetretenen Gebiete, Oerter und Plätze, zur Unterthanen Treue und Pflicht, gegen den neuen Landesherrn, verwiesen.

Ein Te Deum von der katholischen Geistlichkeit gesungen, und das Gebät Salvum fac regem für die Erhaltung Seiner Majestät des Königs von Preußen, des neuen Landesherrn, beschloß diese feyerliche Handlung.

Gegenwärtige Besitz-Ergreifungs Protokoll soll gedruckt, und statt des Besitz-Ergreifungs Patents, in der Stadt und Festung Saarlouis, und in allen abgetretenen Gemeinden, Oertern und Plätzen angeschlagen werden.

So geschehen Preußisch-Saarlouis, den 2 Dezember 1815. Der Königliche Kommissarius Mathias Simon“

Die Vereidigung der Stadtverordneten fand am 2. Januar 1816 in der Saarlouiser Stadtpfarrkirche St. Ludwig statt. Am 18. Januar 1816, dem Jahrestag der Selbstkrönung des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich in Königsberg zum „König in Preußen“ (18. Januar 1701), wurde unter Glockengeläut und dem Absingen des Te Deums der preußische Adler an der Kommandantur angebracht.[103]

Wiedereingliederung der Pfarrei in das Bistum Trier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der päpstlichen Bulle De salute animarum (lat.: Zum Heil der Seelen), vom 16. Juli 1821, legte Papst Pius VII. im Rahmen der Neuumschreibung der katholischen Diözesen in Deutschland nach dem Wiener Kongress die Neuordnung der Diözesen und Kirchenprovinzen in Preußen fest. Da der Wiener Kongress (1814–1815) keine Klärung der kirchlichen Angelegenheiten brachte und die Kirchenprovinzen an die innerpreußischen Grenzen angeglichen werden sollten, wurden mit der Zirkumskriptionsbulle die Verhältnisse der katholischen Kirche in Preußen neu geregelt. Saarlouis wurde dabei wieder dem Bistum Trier zugewiesen. Im Jahr 1828 wurde Saarlouis durch den Trierer Bischof Joseph von Hommer Sitz eines Dekanates mit 35 Pfarreien. Das Dekanat Saarlouis wurde im Jahr 1865 in die beiden Dekanate Saarlouis und Lebach geteilt.[104] Die Kirche St. Ludwig diente auch den katholischen Angehörigen der preußischen Garnison als Garnisonskirche.[105]

Im Jahr 1829 wurde in der Kirche ein neuer marmorner Hochaltar errichtet, der vom Metzer Bildhauer Auguste Pioche für 3200 Franken gefertigt worden war. Vermutlich entfernte man bei dieser Maßnahme das barocke vergoldete Abendmahlsrelief. Es wurde erst im Jahr 1934 durch den Kunsthistoriker Walter Zimmermann auf dem Pfarrhausdachboden wiederentdeckt.[106] Der im Jahr 1734 zuletzt durch Franz Gannal vergoldete alte Hochaltar, der der allerheiligsten Dreifaltigkeit geweiht war, war bereits im Jahr 1829 für 280 Franken an die Pfarrei in Niedaltdorf verkauft worden.[107]

Im Jahr 1832 restaurierte man die Seitenaltäre (Heilig-Kreuz-Altar, Muttergottesaltar) und das barocke Ölgemälde "Die Heilige Familie" von Dupuy.[108]

Aus dem Jahr 1847 liegt noch ein ausführliches Inventarverzeichnis vor.[109] Demnach war der marmorne Hochaltar mit Tabernakel und Expositorium dem heiligen Petrus, der rechte Seitenaltar der Jungfrau und Gottesmutter Maria und der linke dem heiligen Antonius von Padua geweiht. Die Kirche besaß eine reiche Ausstattung an Ölgemälden auf Leinwand. Insgesamt werden 13 Gemälde genannt. Während das Gemälde "Apotheose des heiligen Ludwig" den Hochaltar schmückte, waren die Gemälde "Die heilige Familie" und "Der heilige Antonius" seitlich angebracht. Das Antoniusbild hat sich nicht erhalten. An Skulpturen hatte man im Jahr 1830 neun Heiligenstatuen angeschafft. Das vergoldete Abendmahlsrelief ist im Inventarverzeichnis nicht aufgeführt.

Garnisonsgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der preußischen Zeit oblag den Pfarrgeistlichen von St. Ludwig die Seelsorge der katholischen Militärangehörigen (Taufe, Begräbnis, Eheschließungen, Lazarettbesuche, Letzte Ölung, religiöse Vorträge bei der Strafsektion, Erteilung von Religionsunterricht für die Kinder der Soldaten). Seit der königlich-preußischen Militär- und Kirchenordnung vom 12. Februar 1832 wurden die Zivilgeistlichen für ihre Militärseelsorge mit den üblichen Stolgebühren vergütet. Für die Mitbenutzung der Pfarrkirche St. Ludwig als Garnisonskirche der Festung Saarlouis wurde eine jährliche Miete von der katholischen Garnisonsgemeinde entrichtet. Zur Abhaltung der Oster- und Herbstbeichte kam eigens der Divisionspfarrer aus Trier. Die katholischen Regimentsteile wurden jeden Sonntag zur Pfarrkirche geführt, um dort an der Hl. Messe teilzunehmen.

Nach der preußischen Militär-Kirchenordnung von 1832 mussten Kinder von evangelischen Militärangehörigen auch im Falle einer katholischen Mutter, was in Saarlouis häufig der Fall war, evangelisch getauft werden. Anderenfalls musste der evangelische Militäroberpfarrer in Koblenz sein Plazet geben. Meistens wurde dabei jedoch das Dimissoriale verweigert. Dieses Recht wurde der katholischen Kirche jedoch nicht zugestanden. Darüber hinaus wurden evangelische Militärangehörige von ihren Vorgesetzten unter Druck gesetzt, bei gemischtkonfessionellen Ehen Seelsorgehandlungen nur von den evangelischen Geistlichen durchführen zu lassen. Um Kinder gemischtkonfessioneller oder auch rein katholischer Ehen der katholischen Kirche zu entfremden, wurde ihnen beim Besuch der evangelischen Konfessionsschule das Schulgeld erlassen und vom preußischen Staat bezahlt, während die katholische Schule zwangsweise entgeltpflichtig war.

Bei der Rekrutenvereidiung waren die jeweiligen Garnisonspfarrer verpflichtet, in der Kirche auf die Heiligkeit des gegenüber dem preußischen König geleisteten Treueeides in der sogenannten Eidespredigt hinweisen. Alle katholischen Militärangehörigen mussten im Falle ihres Ablebens im Dienst auf dem evangelischen Garnisonsfriedhof beerdigt werden. In den ersten Jahrzehnten unmittelbar nach der preußischen Besitzergreifung der Festung Saarlouis wurde das katholische Seelsorgeangebot kaum angenommen. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbesserten sich die Gottesdienstteilnahmen der Soldaten. Allerdings verweigerte der weitaus größte Teil der Offiziere sowohl die Beichte als auch die Teilnahme an der Kommunion.[110]

Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche und Pfarrhaus befanden sich im Eigentum der Stadt Saarlouis, die auch für den Gebäudeunterhalt, die Kirchensänger und den Organisten aufkam. Erst am 14. März 1880 gingen die Gebäude in das Eigentum der Pfarrgemeinde über.[111] Einnahmen konnte die Gemeinde durch Kollekten, Stiftungen, Vermächtnisse, freiwillige Zuwendungen und durch den Kirchenzehnt verbuchen.

In den Jahren 1703 bis 1706 hatte man den sogenannten Bürgerwald auf dem neuen Bann von Beaumarais abgeholzt und das neugewonnene Land an die Stadtbürger von Saarlouis verteilt. Die Bürger mussten pro erhaltenem Morgen einen Scheffel Hafer abliefern. Der auf diesem Gebiet liegende Zehnt gehörte zur einen Hälfte der Stadt, zur anderen Hälfte dem Pfarrer von Beaumarais. Am 26. August 1698 überließ die Stadt ihren Anteil der Pfarrkirche zur Finanzierung des religiösen Kultus. Im Jahr 1761 versuchte die Zivilgemeindeverwaltung die Zehnteinnahmen wieder zurückzuerhalten, da sie sich, so ihre Erklärung an den Intendanten in Metz, in einer prekären Finanzlage befände. Der Antrag der Stadt wurde jedoch in Metz zurückgewiesen. Ein zweiter Versuch zur Rückübertragung des Zehntrechtes wurde von der Stadt im Jahr 1765 unternommen und scheiterte ebenfalls. So wurde weiterhin jedes Jahr der Kirchenzehnte zugunsten der Kirchenkasse von St. Ludwig versteigert. Diese Zehntversteigerung fand üblicherweise im Juni oder Juli jedes Jahres statt. Der Zeitpunkt wurde an einem Termin festgesetzt, an dem man in etwa abschätzen konnte, in welcher Qualität die Ernteerträge ausfallen würden. Dem Zehntpächter wurde je nach Ertrag der abzuliefernde Teil der Erntemenge reduziert. Die letzte Zehntversteigerung zugunsten der Pfarrkirche fand am 4. Juli 1790 statt, obwohl das kirchliche Zehntrecht in Frankreich durch die Nachtsitzung der Nationalversammlung vom 4./5. August 1789 prinzipiell aufgehoben worden war. Aufgrund der revolutionären Verhältnisse gelangten aber am Martinitag 1790, dem traditionellen Abgabetermin, die Erträge nicht an den Kirchenrechner, sondern an das Saarlouiser Hospital. Zwar hatte die Nationalversammlung einen Ersatz für den weggefallenen Kirchenzehnt hinsichtlich der Kultuskosten, des Unterhalts der kirchlichen Arbeitskräfte, des sakralen und seelsorglichen Gebäudeunterhaltes sowie der Armenfürsorge angemahnt, allerdings keine konkreten Vorschläge zur Bestreitung der Kosten unterbreitet.[112]

Pfarrerbesoldung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Pfarrerbesoldung bescheiden dotiert war, bewilligte Ludwig XIV. jährlich 800 Silberfranken. Eine kirchliche Inventariumsliste aus dem Jahr 1790 nennt als Unterstützungsbetrag König Ludwigs XVI. 720 Livres für den Pfarrerunterhalt. Darüber hinaus erhielten die drei Patres, einer als Pfarrei-Direktor, die beiden anderen als Vikare, Kasualiengebühren für geistliche Amtshandlungen sowie Vergütungen aus der Kirchenkasse für die Erledigung der Stiftungen. Offiziell waren die Geistlichen des Ancien Régime von der Steuer befreit. Dafür mussten sie dem französischen König mehr oder weniger freiwillig Geldgeschenke (Don gratuit) leisten.[113]

Dienstämter an St. Ludwig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Uniform des letzten Kirchenschweizers, der Zweispitzhut und die Hellebarde sind verlustig

Die Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis beschäftigte vor der Französischen Revolution folgende Kirchendienstämter:

Die Kirchenschöffen verwalteten das Pfarrvermögen, die sogenannte "Fabrik". Sie wählten die übrigen Kirchendiener und kontrollierten die Durchführung kirchlicher Bestimmungen. Der Glöckner versah kirchliche, städtische und militärische Dienste. In kirchlichen Angelegenheiten waren die Hauptglocke und die kleine Glocke zu läuten. Die Bürger- oder Gemeindeglocke läutete er auf Anordnung des Bürgermeisters. Auf Veranlassung des Festungskommandanten wurde morgens und abends beim Öffnen und Schließen der Festungstore geläutet.[114]

Religiöse Bruderschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Französischen Revolution bestanden in Saarlouis drei religiöse Bruderschaften. Die Bruderschaft vom Heiligsten Sakrament wurde durch eine Bulle des Papstes Innozenz XII. am 30. Juni 1692 bestätigt. Die Saarlouiser Skapulierbruderschaft wurde im Jahr 1718 gegründet und veranstaltete Sakramentsprozessionen an zwei Sonntagen im Monat. Die Ersterwähnung einer Saarlouiser Bruderschaft des Dritten Ordens datiert auf das Jahr 1703. Darüber hinaus gab es noch eine Sebastiansbruderschaft. Bis zur Französischen Revolution waren auch die acht handwerklichen Zünfte der Festungsstadt Saarlouis durch ihre Satzungen eng an die Pfarrgemeinde angebunden.[115]

Pfarrfriedhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst diente das Kircheninnere auch als Begräbnisstätte der Bürger von Saarlouis. Ein erster Friedhof wurde am 17. Juli 1685 durch Pater Gargan in den äußeren Werken des Brückenkopfes vor dem Deutschen Tor eingerichtet.[116] Später diente dieser Friedhof nur noch als Grablege für Militärangehörige. So wollte man im Jahr 1691 einen neuen Friedhof rings um die Kirche anlegen, gab dieses Vorhaben aber aus Platzgründen bald wieder auf. Für Mönche und Bürger wurde auch ein Friedhof hinter dem in den Jahren zwischen 1693 und 1696 erbauten Augustinerkloster (heute Gelände des Saarlouiser Canisianums) angelegt. Hier musste man als Bürger allerdings für Grabstätten bezahlen. Für alle übrigen Bürger gab es seit dem Jahr 1714 einen Friedhof mit Kapelle und Totenhaus an der Stelle der früheren Reitbahn (Kaserne 2 und 4). Aus Gründen der Hygiene wurde dieser Friedhof im Jahr 1773 durch Verordnung der städtischen Behörden aufgegeben und der jetzige "Alte Friedhof" (Neubelegung im Jahr 1997 beendet) vor dem Französischen Tor angelegt.[117] Auf Anweisung des Trierer Weihbischofes Johann Nikolaus von Hontheim wurden alle für die ehemalige Friedhofskapelle getätigten Stiftung auf den Hauptaltar der Ludwigskirche übertragen.

Stadtbewohner evangelischer Konfession, die mit dem Übergang der Festung an das Königreich Preußen zuzogen, wurden anfangs auf dem Garnisonskirchhof bestattet. Dieser Friedhof war auch für die Beerdigung von katholischen Militärangehörigen geweiht worden. Im Jahr 1850 kam es wegen der Besitzrechte des Friedhofes zum Streit zwischen der Stadt und der Pfarrei. Eine Einigung konnte nicht erreicht werden. Durch eine Stiftung des Prälaten de Bervanger und dessen Bruder im Jahr 1837 in Höhe von 321 Talern konnte auf dem Friedhof eine Leichenhalle gebaut werden, die im Eigentum der Kirche bleiben sollte. Auch Andersgläubige konnten hier aufgebahrt werden. Die Halle diente darüber hinaus dem Totengräber und dessen Familie als Wohnung.[118]

Der "Neue Friedhof" am Soutyhof wurde am 29. Mai 1921 eingeweiht.[119]

Kirchenbankberechtigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Bauherr der Kirche hatte der französische König die Kirchenbänke in St. Ludwig die Platzrechte an einzelne Familien, an Stadtverwaltungsmitglieder sowie militärische und jurisdiktionelle Würdenträger der Festungsstadt vergeben. Bankberechtigungen für Auswärtige oder gar Nichtkatholische waren nicht vorgesehen. Die Platzrechte wurden bis zur Französischen Revolution nach jeweiliger Einholung der Erlaubnis des Kirchenvorstandes von Generation zu Generation weitergegeben. Beim Tod eines Platzbesitzers musste der Nachkomme seit einem Gerichtsurteil aus dem Jahr 1730 eine Anerkennungsgebühr (Droit de mutation) zu Gunsten der Kirchenkasse bezahlen. Darüber hinaus waren Verkauf, Tausch oder Vermietung von Kirchenplätzen ohne Zustimmung des Kirchenvorstandes streng untersagt.

Die beiden vorderen Bänke rechts und links des Hochaltares waren dem Klerus und den Kirchenschöffen reserviert. Immer wieder entbrannten erbitterte Feindseligkeiten um die Vergabe der Kirchenbänke, die sogar vor Gericht ausgetragen wurden, wie etwa die Kirchenbankprozesse der Jahre 1765 und 1788.

Im Jahr 1783 war es zwischen der Saarlouiser Militärbehörde und der Stadtverwaltung bezüglich der Besetzung der Kirchenbänke zum Streit gekommen. Das Militär untersagte den Stadtverordneten die Mitbenutzung der Militärbänke und unterstrich diese Anordnung durch die Aufstellung einer Schildwache in der Kirche. Die Stadtverordneten widersprachen dem, indem sie darauf pochten, dass sich die drei vom Militär genutzten Chorbänke im Eigentum der Stadt befänden. Die letzte Verpachtung der Kirchenbänke fand im Jahr 1791 statt, als in der Kirche 19 Bänke vergeben wurden. Davon befanden sich fünf in der Muttergotteskapelle und eine in der Antoniuskapelle, die dem Generalproviantmeister der französischen Armee de Lasalle zugestanden wurde. Nach einer bischöflichen Ordonnanz vom 25. Nivôse des Jahres XII (16. Januar 1804) sollten alle bisherigen Bankberechtigungen erlöschen und nur mit der expliziten Genehmigung des Kirchenrates weiterbestehen. Daraufhin beschloss der Kirchenrat am 4. Pluviôse des Jahres XIII (24. Januar 1805) bei einer Platzneuvergabe drei Franken Gebühr zu erheben. Erst nach Gebührentrichtung hatte man das Recht, den Sitzplatz durch Schenkung oder Verkauf einem Dritten zu übereignen. Bei Wegzug eines Sitzplatzberechtigten fiel der Platz wieder an die Kirchengemeinde zurück.

Im Jahr 1854 kam es zwischen der Kirchen- und der Stadtverwaltung zu einer Auseinandersetzung hinsichtlich der städtischen Ehrenbänke zu beiden Seiten des Hochaltares. Nach der französischen Revolution hatten die Mitglieder des Stadtrates die vormals von den Mitgliedern des Amtsgerichtes genutzten Kirchenbänke stillschweigend eingenommen. Als nun die Kirchengemeinde diese Sitzplätze neu verpachten wollte und die Bankzugänge für die Stadtratsmitglieder verschloss, protestierte der Stadtrat energisch und verlangte die Freigabe der Plätze. Um dem amtlichen Begehren Nachdruck zu verleihen, postierte die Stadt einen Stadtboten an die Ehrenbänke, der nur die Räte in das Gestühl lassen sollte und jeder anderen Person den Zutritt verweigerte. Unter dem Hinweis auf das Recht des Code civil durch die Kommunalverwaltung lenkte die Kirchengemeinde schließlich ein und stand den Räten ihren Ehrenplatz zu.

Während die von der Kirchenverwaltung verpachteten Plätze in ihrem Preis moderat blieben, erhöhten die privaten Bankbesitzer seit den 1830er Jahren ihre Sitzplatzgebühre gegenüber Dritten zunehmend, sodass private Bänke doppelt soviel kosteten, wie diejenigen, die von der Kirchengemeinde vergeben wurden. Deshalb versteigerte man ab dem Jahr 1860 jeweils in der Woche vor dem Fest Peter und Paul (29. Juni) nun die Sitzplätze öffentlich an den Meistbietenden.

Zu einer Neuregelung der Bankberechtigungen kam es im Jahr 1892. Anlass war, dass eine bankberechtigte Dame gestorben war und der Kirchenfabrik der Sitzplatz zur Stiftung einer Seelenmesse angeboten worden war. Dazu hatte man auch um die bischöfliche Genehmigung gebeten. Das Trierer Generalvikariat traf am 29. November 1892 folgende Entscheidung:[120]

„Wir wollen sämtliche Bankberechtigungen, die gegenwärtig noch als bestehend gelten, soweit sie wirklichen Mitgliedern der Pfarrei zustehen, als rechtsbeständig anerkennen. Dagegen müssen die Berechtigungen der Personen, die nicht der Pfarrei angehören, als erloschen angesehen werden. Um indessen Rücksicht auf diejenigen Personen zu nehmen, welche in gutem Glauben die Stühle von den Auswärtigen gemietet haben, soll ihnen bis zum Ablauf der Zeit, für welche sie die Miete gezahlt haben, die Benützung der Stühle bleiben. Für die Zukunft darf keine neue Veräußerung der Bankberechtigungen, die durch Testament, Schenkung, Kauf, Tausch oder Miete oder durch ein anderes Rechtsgeschäft unter Lebenden erfolgt, anerkannt oder genehmigt werden. Dagegen geht die Berechtigung über auf die Witwe des Berechtigten und auf seine der Pfarrgemeinde angehörigen Kinder oder Intestaterben,[121] sobald die übliche Recognitionsgebühr gezahlt ist und der Kirchenvorstand sich mit dem Uebergang (sic!) einverstanden erklärt hat.“

Die bischöfliche Entscheidung trat aufgrund von Verzögerungsversuchen des Saarlouiser Kirchenvorstandes erst am 1. Juli 1894 in Kraft. So sollten Bankinhabern noch die Möglichkeit gegeben werden, ihre alten Berechtigungen zu veräußern. Die traditionellen Versteigerungen der Sitzplätze fanden auf Beschluss des Kirchenvorstands und der kirchlichen Gemeindevertretung am 1. Juli 1930 ihr Ende. Die alten Bankberechtigungen blieben dennoch weiter erhalten. Rechtskräftig waren sie allerdings nur, wenn die Berechtigten bis zum Beginn des Gottesdienstes ihren Platz eingenommen hatten. War dies nicht der Fall, verfiel die Berechtigung für die Dauer des Gottesdienstes.[122]

Klöster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapuzinerkloster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Rekonstruktion der Stadt Wallerfangen vor der Zerstörung, ganz rechts das Kapuzinerkloster, jetzt Standort des Schlosses Villeroy
Lage des neuen Kapuzinerklosters am Saarkanal nach der Umsiedelung), Carte des environs de Sarrelouis, 1765 (Städtisches Museum und Stadtarchiv Saarlouis); das Klostergelände ist heute eine unbebaute Acker- und Baumfläche am Rande der Lisdorfer Aue (Kapuzineraue)
Wallerfangen, Schloss Villeroy, errichtet auf den Grundmauern des ehemaligen Kapuzinerklosters

Auf Befehl des französischen Königs Ludwigs XIV. wurde im Jahr 1691 das Wallerfanger Kapuzinerkloster (heute Standort des Schlosses Villeroy) in die Lisdorfer Au (Kapzinerschanze an einer Saarfurt) umgesiedelt. Das Kloster in Wallerfangen war während des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1628 mit der wirtschaftlichen Förderung des lothringischen Herzogs Karl IV. gegründet worden. Die Mönche waren hauptsächlich in der Krankenpflege tätig. Bereits im Jahr 1635 wurde die noch junge Klostergründung während der Eroberung Wallerfangens durch den kaiserlichen Generalleutnant und Feldzeugmeister Matthias Gallas erheblich zerstört. Der Wiederaufbau lief nur schleppend voran, sodass die finanziell geförderte Umsiedelung nach Saarlouis eine Chance bot. Auf den Ruinen des Wallerfanger Klosters errichtete Albert de Lasalle, Herr von Dillingen, ab 1741 einen Herrschaftssitz, der sich heute im Besitz der Familie Villeroy befindet.[123] In das neue Klostergebäude in der Lisdorfer Aue (Kapuzineraue) zogen 25 Patres aus der Champagne ein. Das Klostergebäude mit Mauern und Bastionen konnte im Angriffsfall auch als Zitadelle zum Schutz der Saarfurt genutzt werden. Die Klosterkeller waren als Kasematten ausgebaut, in denen im Bedarfsfall Soldaten untergebracht werden konnten. Die Klosterkirche wurde im Jahr 1718 geweiht. Im August 1790 teilte der Munizipalrat der Stadt Saarlouis der Klosterleitung sowie den übrigen Klöstern der Umgebung - der Abtei Wadgassen, der Abtei Fraulautern sowie dem Saarlouiser Augustinerkloster - mit, dass sie eine Inventarliste ihrer Liegenschaften erstellen sollten. Darüber hinaus sei der Munizipalrat befugt, alle Ordensmitglieder, die das Kloster verlassen wollten, von ihrem Gelübde zu entbinden. In einer darauf von der Klosterleitung an den Munizipalrat gerichteten Bittschrift wiesen die Kapuziner auf die Notwendigkeit der von ihnen an der Bevölkerung ausgeübten Seelsorge hin und hofften damit, das Kloster noch erhalten zu können. Die letzte Kapitelversammlung der Kapuziner fand am 7. Januar 1791 statt. Im Juni 1791 wurden auf Beschluss der Departementsverwaltung die Karmeliter des Klosters auf dem Limberg und Kapuziner aus Saargemünd im Klostergebäude einquartiert. Im Juli 1791 ordnete die Departementsverwaltung den Verkauf des Klosterinventars an. Als die Klosterleitung sich dagegen mit dem Hinweis, dass das Kloster noch nicht aufgelöst sei, wehrte, warf man den Mönchen vor, antirevolutionäre Sympathisanten und Feinde der Zivilkonstitution zu sein, die unter dem Deckmantel der Religionsausübung gegen den Staat hetzerische Wühlarbeit leisteten. Das Kapuzinerkloster, das an der äußersten Landesgrenze Frankreichs gelegen sei, wo der prorevolutionäre Geist sich noch ausreichend festgesetzt hätte, bedeute eine Gefahr für die Sicherheit der französischen Nation. Nach einer Verleumdungskampagne gegen das Kloster wurde zunächst die Klosterkirche geschlossen. Im Juni 1792 wurde die Klosterglocke zum Einschmelzen requiriert. Das Kloster wurde Ende August, Anfang September 1792 endgültig geräumt. Das Klosterinventar wurde versteigert und die Klostergebäude gelangten in den Besitz der Militärverwaltung, die sie als Kaserne und Hospital nutzten. Im Jahr 1795 sollten die Gebäude öffentlich versteigert werden, was allerdings dann doch unterblieb. Das Klosterareal erhielt während der preußischen Zeit im Jahr 1821 die Bezeichnung "Fort Rauch". Im Jahr 1889 wurde das gesamte Gelände eingeebnet.[124]

Augustinerkloster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Augustinerkloster Wallerfangen (Conventus Walderfingensis Ord. Erem. S. Augustini Provinciae Coloniensis), Stich von Johann Matthias Steidlin (auch Steudlin), 1731, Am Standort der Klosterkirche befindet sich heute die Wallerfanger Pfarrkirche St. Katharina
Wallerfangen, Kirche St. Katharina, Standort der ehemaligen Augustinerklosterkirche
Früheres Augustinerkloster Saarlouis um 1720, späteres Collège, dann Gelände des Canisianums; der dargestellte Weg vor dem Kloster ist die heutige Augustinerstraße, die linke seitliche Begrenzung des Klosterareals neben der Klosterkirche ist die heutige Stiftsstraße, im Bereich der Apsis der Klosterkirche befindet sich heute die Canisianumskapelle
Wilhelm Peter Schmitz: Saarlouis, St. Petrus Canisius, Innenraum

Das im Jahr 1306[125] gegründete Wallerfanger Augustinerkloster wurde im Jahr 1691 mit der Hälfte der Patres nach Saarlouis verlegt, während das Ursprungskloster weiterhin bestand.[126] Die Mönche bewohnten in Saarlouis zunächst einige Räume des Pavillons. Die Erlaubnis zur Übersiedelung hatte die Trierer Bistumsverwaltung in einem Schreiben vom 29. November 1687 erteilt. Das Kloster gehörte verwaltungsmäßig zur Kölner Ordensprovinz. Die deutschen Mönche waren ein Zugeständnis an den überwiegend aus Wallerfangen stammenden deutschsprachigen Bevölkerungsteil der neuen Festungsstadt, der im Hinblick auf die französischsprachige Seelsorge durch die Rekollektenpatres in St. Ludwig auf Sprachbarrieren stieß. Darüber hinaus war St. Ludwig aufgrund seiner geringen Gebäudekapazität bei der damaligen hohen Zahl von Gottesdienstbesuchern auch auf eine Ausweichkirche angewiesen. Die Augustiner errichteten in Saarlouis eine vierflügelige Klosteranlage, die sich um einen gärtnerisch gestalteten Innenhof legte. Kirche und Konventsgebäude wurden in den Jahren von 1691 bis 1695 errichtet. Die Ausbauarbeiten gingen allerdings über das Jahr 1695 hinaus. Der französische König Ludwig XIV. hatte diesbezüglich dem Konvent eine Spende von 600 Livres zukommen lassen. Dazu kamen zahlreiche Spenden der Bevölkerung. Das Aussehen der neuerrichteten Anlage ist in einem Stich aus dem Jahr 1720 überliefert. Die Klosterkirche, die von der Länge her etwas kürzer als die St. Ludwigskirche angelegt worden war, wurde dem heiligen Nikolaus von Myra geweiht. Mit der Beerdigung des erst fünfjährigen Cornelius Mathieu am 1. August 1696 vollzog man die erste Bestattung innerhalb der Klosterkirche. König Ludwig XIV. bestätigte die neue Niederlassung in Saarlouis im Jahr 1705 in einem Schreiben und lobte dabei die Qualität der Seelsorge und des Lateinunterrichtes für die Jugend von Saarlouis ("Car tel est notre Plaisir").

Auf Befehl König Ludwigs XV. mussten allerdings die Wallerfanger und Saarlouiser Augustinermönche im Jahr 1751 ihre beiden Klöster verlassen und wurden durch französischsprachige Mönche ersetzt. Ebenfalls durch königliche Anordnung, diesmal durch Ludwig XVI., wurde der Wallerfanger und Saarlouiser Konvent mit Wirkung vom 22. Juli 1777 miteinander verschmolzen. Folge war, dass die letzten Wallerfanger Mönche nun nach Saarlouis umsiedelten. Der Wunsch zur Zusammenlegung war von den Mönchen selbst ausgegangen. Die Seelsorge in Wallerfangen versahen sie allerdings weiter und die Wallerfanger Klosterkirche blieb ebenfalls weiter bestehen, während die übrigen Wallerfanger Konventsgebäude sämtlich abgerissen wurden. Die Klosterbibliothek verbrachte man nach Saarlouis. Der wertvolle Bücherbestand ging in den Wirren der Französischen Revolution vollständig verloren.

Im Gefolge der Französischen Revolution wurden im Jahr 1790 alle Orden aufgehoben. Die austrittswilligen Kleriker erhielten mit zeitlicher Unterbrechung in der Terreurphase eine staatliche Pension, während sich diejenigen Mönche, die weiterhin in klösterlicher Gemeinschaft leben wollten, in sogenannte "maisons de réunion" ziehen mussten. Nonnen wurde bis zum Jahr 1792 gestattet, in ihren Klöstern zu leben. Ordensgewänder durften nicht mehr getragen werden. Bereits am 5. Oktober 1790 beabsichtigte die Saarlouiser Distriktsverwaltung im Klostergebäude Verwaltungsbüros einzurichten. Der Stadtrat plante seit dem 18. Februar 1791 in den Räumen ein städtisches Unterrichtskolleg einzurichten. Der Konvent wurde Ende des Jahres 1790 aufgehoben. Am 20. November 1791 machte der Saarlouisr Jakobinerklub die Klostergebäude zu seinem Sitzungslokal. Die Distriktsverwaltung beabsichtige das Klosterareal zu veräußern. Als sich kein geeigneter Käufer fand, versuchte man, die Räume ab Januar 1792 zu vermieten. Nach einer kurzen Renovierung geschah dies am 13. März 1792 mit der Unterzeichnung eines Mietvertrages durch einen Saarlouiser Bürger, worauf die noch im Gebäude verbliebenen restlichen Mönche zwangsausgesiedelt wurden. Schon im Jahr 1793 wurde der Mietvertrag gekündigt und das Kloster in ein Gefängnis umgewandelt.

Die Klosterkirche wurde im Jahr 1806 abgerissen. Die sonstigen Klosterräume nutzte man zur Zeit Napoleons als kaiserliches Collège, bis im Jahr 1816 ein königlich-preußisches Progymnasium eingerichtet wurde. Allerdings reduziertes man diese pädagogische Einrichtung schon im Folgejahr auf eine einklassige Mittelschule. Auf dem übrigen Klostergelände errichtete man ein Hospital (heutiges Canisianum (Saarlouis)). Die letzten barocken Gebäudeteile beseitigte man im Jahr 1840, um dort durch den Koblenzer Architekten Johann Claudius von Lassaulx das neue Hospitienhaus zu errichten.

Die zugehörige Krankenhauskapelle erbaute im Jahr 1901 der Trierer Dombaumeister Wilhelm Peter Schmitz im Stil der rheinischen Neospätromanik.[127]

Ursprünglich besaß die Apsis der Kapelle ein Rippengewölbe, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde und beim Wiederaufbau durch einen flachen Deckenabschluss ersetzt wurde. Dabei konstruierte man die Dachneigung der Apis wesentlich niedriger als sie ursprünglich gewesen war. Die Neuverglasung der Chorfenster geschah im Jahr 1951. Bei dieser Maßnahme wurden die Kleeblattfenster des Schiffes alle zugemauert.

Nach der Verlegung des städtischen Krankenhauses kaufte im Jahr 1929 der Jesuitenorden das Anwesen. Der Orden richtete hier ein Schülerheim ein, das allerdings im Jahr 1931 bereits wieder seine Pforten schließen musste.[128]

In den Jahren 1979 bis 1980 erfolgte eine umfassende Restaurierung der Anlage. Ein Teil der Räumlichkeiten diente den dort lebenden Jesuitenpatres als Wohn- und Arbeitsbereich, der Rest wurde als Büro- und Praxisräume vermietet. Im Jahr 2007 gaben die Jesuiten ihre bisherige Niederlassung in Saarlouis auf und die Kirche wurde profaniert. Die Gebäude gingen wieder in das Eigentum der Stadt Saarlouis über, die die Kirche und das Klostergebäude drei Jahre später im Jahr 2010 an einen Architekten verkaufte. Dieser veräußerte das entwidmete Sakralgebäude im selben Jahr an ein Bestattungsunternehmen weiter, das es als Urnenbegräbnisstätte (Kolumbarium) nutzen wollte. Träger sollte die Altkatholische Kirche werden, da dem saarländischen Bestattungsgesetz zufolge nur Religionsgemeinschaften, die Körperschaften des öffentlichen Rechts (KdöR) sind, Friedhöfe einrichten dürfen.[129] Die Pläne sahen auch die gleichzeitige Nutzung der Kirche durch die altkatholische Gemeinde in Saarbrücken vor.[130] Da die Stadt Saarlouis dies jedoch nicht genehmigte, zerschlug sich das Unterfangen.[131]

Im Jahr 2012 erwarb unter Vermittlung des damaligen Pfarrers von St. Ludwig, Ralf Hiebert, sowie des Oberbürgermeisters von Saarlouis, Roland Henz, die Priesterbruderschaft St. Petrus das leerstehende Kirchengebäude zum Preis von 150.000 €, um dort täglich die Heilige Messe nach traditionellem tridentinischem Ritus zu zelebrieren. Die Wiedereröffnung und Benediktion der Kirche erfolgte am 10. Juni 2012.[132] Noch im gleichen Jahr konnte die Petrusbruderschaft auch das an die Kirche angrenzende frühere Wohnhaus der Jesuiten kaufen, und richtete dort eine Priesterwohnung und Gemeinderäume ein.[133]

Im Jahr 2014 wurde die Kirche des Canisianums innen gereinigt und vereinzelt fehlende Teile der historistischen Ausmalung ersetzt. Im Jahr 2016 erfolgt, unterstützt von einem eigens gegründeten Förderverein (Förderverein Canisianum Saarlouis e. V., gegründet 2014) und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die Renovierung des Dachgebälks sowie der Fassade. In einem zweiten Bauabschnitt soll die Rekonstruktion der Apsis und die Öffnung der zugemauerten Blindfenster geschehen.[134]

Niederlassung der Borromäerinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Johann Claudius von Lassaulx: Ehemaliges Hospitalgebäude auf dem Gelände des früheren Augustinerstiftes in der Saarlouiser Stiftstraße

Im Jahr 1687 fusionierten die Güter und Erträge des Wallerfanger St. Anna-Stiftes mit der Saarlouiser Kasse des Armenhospitals (Hospice de charité). Bereits im Jahr 1698 wurde die städtische Armenpflege ganz an die Pfarrei St. Ludwig übertragen. Im Jahre 1783 begründete die Pfarrei in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Saarlouis die Einrichtung des Krankenhauses in der Bierstraße Nr. 7 als selbständiges Armen- und Krankeninstitut im Auftrag König Ludwigs XVI.[135] Das Hospital wurde während der Französischen Revolution im Jahr 1792 verstaatlicht. Die ersten Borromäerinnen kamen am 30. Juli 1810 nach Saarlouis und übernahmen im städtischen Hospital in der Bierstraße die Krankenpflege. Der Orden war im Jahr 1652 im lothringischen Nancy als Schwestern der Liebe vom hl. Karl Borromäus gegründet worden. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse in der Bierstraße wurde ein neues Hospital im Jahr 1841 auf dem Eckgrundstück Augustinerstraße/Stiftstraße eingerichtet, auf dem zuvor das alte Augustinerkloster gestanden hatte. Den Entwurf des "Hospitienhauses" erstellte der Koblenzer Architekt Johann Claudius von Lassaulx, der mit Karl Friedrich Schinkel eng zusammenarbeitete. Das Gebäude ist zweigeschossig und verfügt über ein hohes Satteldach. Der Wechsel von einem Fries aus weit gespannten Dreiecken und engeren Rundbögen teilt den Bau optisch in zwei Bereiche.[136] Die Hospizkapelle wurde im Folgejahr 1842 geweiht. Zur Förderung der Mädchenbildung eröffneten die Borromäerinnen im Jahr 1859 eine dreiklassige höhere Töchterschule. In den Jahren 1865 bis 1867 wurden die Gebäude der Schwesternniederlassung erweitert. Infolge des Kulturkampfes wurde fünf Schwestern, die als Volksschullehrerinnen tätig waren, die pädagogische Tätigkeit durch den Staat verboten. Zwei Jahre später, im Jahr 1878 übertrug man die Verwaltung des Hospitals der Armenkommission. Auf Anregung des katholischen Frauenvereins von St. Ludwig riefen die Borromäerinnen im Jahr 1883 eine Kinderbewahranstalt ins Leben. Auf Initiative des Vaterländischen Frauenvereins Saarlouis wurden die Borromäerinnen im Folgejahr 1884 zur Leitung einer zusätzlichen Kinderbewahranstalt berufen. Im Jahr 1887 eröffneten die Schwestern eine Handarbeitsschule für junge Mädchen. Für den Neubau einer Krankenhauskirche beauftragten die Borromäerinnen den Metzer und Trierer Dombaumeister Wilhelm Schmitz, der das neoromanische Sakralbauwerk, die heutige Canisianumskapelle, in den Jahren 1900/1901 errichtete. Das übrige Hospitalgebäude wurde in den Jahren 1904 bis 1906 umgebaut. Die Armen- und Hospitalverwaltung trennte man im Jahr 1908 rechtlich voneinander.

Als die Kaibelkaserne in der Vaubanstraße in den Jahren 1926 bis 1928 durch Stadtbaurat Kleefisch, Stadtbaumeister Schmitt sowie Architekt Winz zu einem modernen Krankenhaus der Stadt Saarlouis umgebaut wurde, siedelten die Borromäerinnen dorthin über. Nach andauernden Schikanen durch das NS-Regime verließ der Orden im Jahr 1939 die Stadt.[137]

Das im Jahr 1942 nach Luftangriffen schwer beschädigte Krankenhaus in der Vaubanstraße wurde ab 1945 in mehreren Etappen wieder aufgebaut. Im Juli 1984 übernahm die gemeinnützige Krankenhaus GmbH der Schwesternschaften Saarbrücken/Rheinpfalz vom Deutschen Roten Kreuz, heute „DRK Krankenhaus GmbH Saarland“, die Trägerschaft. Das Krankenhaus besitzt heute Hauptfachabteilungen für Chirurgie, Innere Medizin, Geburtshilfe und Gynäkologie, Anästhesie und Intensivmedizin sowie Belegabteilungen für Urologie, Neurochirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe.[138]

Niederlassung der Franziskanerinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Rosa Flesch, Gemälde um 1866 von Octavie de Lasalle
St. Elisabeth-Klinik, Saarlouis, Gebäude der Franziskanerinnen-Niederlassung, aktueller Zustand nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und verändertem Wiederaufbau

Im Jahr 1875 gründete die im Jahr 2008 seliggesprochene Rosa Flesch auf Vermittlung der Saarlouiser Bürgerin Delphine Motte (eigentlich Gertrud Bernhardine Delphine Motte, 11. Juli 1816 in Fremersdorf bis 5. Februar 1898 in Metz) die Saarlouiser Niederlassung der Franziskanerinnen von der allerseligsten Jungfrau Maria von den Engeln (Waldbreitbacher Franziskanerinnen) zunächst in der Augustinerstraße, dann in der Herrenstraße. Die Franziskanerinnen sollten in der Krankenpflege in Saarlouis tätig werden. Die Eröffnung des ersten Gebäudes erfolgte am 11. Mai 1875. Delphine Motte, Tochter und nach dem Tod ihrer drei Schwestern Alleinerbin des im Jahr 1863 verstorbenen Saarlouiser Notars Louis Henri Motte (1781-1863, seit 1817 Notar in Saarlouis) und dessen Ehefrau Elisabeth (geb. Valette, 1783–1883), hatte in ihrem Haus in der Augustinerstraße drei Franziskanerinnen zu karitativen Zwecken eine eingerichtete Wohnung überlassen und die kleine Ordensniederlassung in der Folgezeit mit zahlreichen Spenden und Grundstücksüberlassungen bedacht. Delphine Motte wohnte ab dem Jahr 1870 auf dem von ihrem Vater erworbenen Landgut in Ancy-sur-Moselle bei Metz, besuchte allerdings mehrmals im Jahr ihre Saarlouiser Stiftung. Auch für den neogotischen Neubau des abgebrannten Kirchturmes von St. Ludwig und den Guss der Turmglocken stiftete Delphine Motte reichlich. Delphine Mottes Onkel war der Saarlouiser Heimatforscher Nikolaus Bernhard Motte (1777–1860), der Autor des grundlegenden Werkes "Manuscrit tiré des archives même de Sarrelouis et de ses environs".[139]

Weitere Saarlouiser Bürger kamen für die Versorgung der jungen Ordensniederlassung mit Nahrungsmitteln auf. Durch den engen Kontakt mit infizierten Kranken starben in der Anfangszeit der Gründung mehrere Schwestern und drei der Oberinnen an Tuberkulose. Während des Kulturkampfes war es dem sozial-karitativem Orden bis zum Jahr 1882 verboten, junge Frauen ins Noviziat zu übernehmen. Delphine Motte erwarb im Oktober 1888 von Johann Baptist Steffen aus Nancy in der Herrenstraße 33 ein Wohnhaus, in dem zuvor der Saarlouiser Landrat Heinrich Friedrich von Selasinsky gewohnt hatte, und schenkte es den Franziskanerinnen. Die Wohnung im Haus von Delphine Motte in der Augustinerstraße ging wieder in deren Besitz über. Delphine Motte schenkte nun ihr ganzes Haus in der Augustinerstraße der Pfarrei St. Ludwig, die es als Mägdehaus den Borromäerinnen überließ. Auf Anregung von Pfarrer Alexander Subtil sollten hier stellenlose Dienstmädchen eine vorübergehende Unterkunft finden. Gegen Kost und Logis arbeiteten diese dann in der Hauswirtschaft der Borromäerinnen. Im August 1890 eröffnete die Pfarrei in diesem Mägdeheim auch eine Handarbeitsschule und eine Bewahranstalt. An das Haus der Waldbreitbacher Franziskanerinnen in der Herrenstraße wurde bald eine neogotische Kapelle angebaut. Der Einzug in die "Marienhaus" genannte Niederlassung erfolgte im Sommer 1889. Bereits im Vorjahr 1888 hatte der Trierer Bischof Michael Felix Korum den Zuständigkeitsbereich der Saarlouiser Schwestern gegeneinander abgegrenzt: Die ambulante Krankenpflege sollten die Franziskanerinnen übernehmen, während die stationäre den Borromäerinnen oblag.

Durch das finanzielle Vermächtnis der im Jahr 1898 verstorbenen Delphine Motte konnten die Franziskanerinnen ab dem Herbst 1899 ein großes Gebäude im neogotischen Stil errichten und am Osterfest des Jahres 1902 (30. März 1902) eröffnen. Prälat Alexander Subtil weihte den Neubau mit Kapelle ein. Den 22 Ar großen Baugrund hatte der Saarlouiser Stadtrat den Schwestern zum Selbstkostenpreis überlassen. Weitere Saarlouiser Bürger spendeten große Summen zum Neubau der Schwesternniederlassung. Das Haus in der Herrenstraße wurde nun veräußert. Der Dillinger Arzt Dr. Poller, der bisher in der Saarlouiser Nachbargemeinde in seinem Elternhaus eine Privatklinik betrieben hatte, bezog in den Räumen des Saarlouiser Schwesternhauses seinen stationären medizinischen Dienst. Das Haus musste bereits im Jahr 1907 erweitert werden und wurde im Jahr 1942 offiziell nach der heiligen Elisabeth von Thüringen "St. Elisabeth Klinik" benannt. Bereits im Jahr 1920 hatte die Pfarrei St. Ludwig ihren gesamten Teilbesitz an der Unternehmung mit Haus und Gärten den Schwestern übertragen. Ab dem Jahr 1951 erweiterte man den neogotischen Klinikbau. Ein neues Bettenhaus wurde am 11. Juni 1971 bezogen und in den Jahren 2004 bis 2008 renoviert. Im Januar 2007 fusionierten die Verwaltungen der Saarlouiser Klinik und des Völklinger St. Michael-Krankenhauses. Am 1. Juni 2012 schlossen sich die St. Elisabeth-Klinik Saarlouis und das Caritas-Krankenhaus Dillingen zum Marienhaus Klinikum Saarlouis-Dillingen zusammen.[140]

Gertrudenstift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Standort des ehemaligen Gertrudenstiftes, heute Gymnasium am Stadtgarten, errichtet 1958-1960 anstelle des im Jahr 1957 abgerissenen Militärhospitals von 1680-1685; die barocke Subkonstruktion besteht noch
Saarlouis, Lazarettgebäude, abgerissen 1957, heute Standort des Saarlouiser Gymnasiums am Stadtgarten (Aufnahme um 1900, Archiv des Museums Wallerfangen)

Das in den Jahren 1680 bis 1685 errichtete Militärhospital, heute Standort des Saarlouiser Gymnasiums am Stadtgarten hatte bis zum Jahr 1920 dem preußischen Militärfiskus unterstanden, ging dann in die Verwaltung der Regierungskommission des Saargebietes über und wurde von dieser an den Caritas-Verband Saarbrücken vermietet. Der Verband stellte das Gebäude der „Kongregation der Schwestern vom heiligen Josef“ (Trier) zur Verfügung. Das Gebäude diente nun unter dem Namen „Gertrudenstift“ als Kloster (benannt nach der Ordensgründerin Mutter Gertrud, Josephine Gräfin Schaffgotsch, 1850–1922).[141] Der Orden betrieb im Gebäude eine Bildungsstätte für junge, schutzbedürftige Mädchen, die hier in Hauswirtschaft und dem Schneiderhandwerk unterrichtet wurden.[142] Die im Gertrudenstift tätige, jüdischstämmige Schwester Mirjam (Else Michaelis, 1889–1942) wurde von der Ordensleitung nach der Angliederung des Saargebietes an das nationalsozialistische Deutsche Reich von Saarlouis aus in die Niederlande gebracht, um sie der Verfolgung durch das Regime zu entziehen. Sie wurde aber am 2. August 1942 aufgegriffen und am 9. August 1942 in Auschwitz ermordet.[143]

Das Gertrudenstift wurde im Jahr 1936 geschlossen, da das Haus als ehemaliges Militärgebäude von der Wehrmacht zurückverlangt wurde. Während die Mädchen im „Kloster zum Guten Hirten“ in Trier untergebracht wurden, zogen die Schwestern nach Gersweiler, wo die Pfarrei ihnen das Angebot machte, das dortige „St. Josefshaus“ zu übernehmen.[144]

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg betrieb die Polstermöbelfabrik Flasche im Gebäude eine Fabrikationsstätte.[145]

Im Jahr 1957 riss man das barocke Lazarettgebäude auf dem Hornwerk im Stadtgarten ab und errichtete von 1958 bis 1960 nach Plänen von Heinrich Latz den Neubau des Gymnasiums am Stadtgarten, der im November 1960 bezogen werden konnte. Nur die Substruktionsmauern des traditionsreichen Barockgebäudes aus der Zeit Ludwigs XIV. blieben erhalten.[146]

Kulturkampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gefolge der gescheiterten Revolution von 1848/1849 kam es überall im katholischen Milieu des Rheinlandes zu einer intensivierten Kirchlichkeit, respektive des Ordens- und Vereinslebens, mit ausgeprägt antipreußischer Stoßrichtung. Direkten Erfahrungen mit dem rigorosen Vorgehen des preußischen Staates machten die Saarlouiser mit den Reaktionen der königlichen Regierungen auf den Prümer Zeughaussturm vom 18. Mai 1849, der seinerseits ein Protest gegen die Niederschlagung der Revolution in Preußen durch König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen gewesen war.

Von den 43 Personen, die im Jahr 1850 als Beteiligte des Zeughaussturmes angeklagt wurden, verurteilte das Landgericht Trier sechs zu fünf Jahren Zwangsarbeit. Weitere Angeklagte konnten sich durch Flucht ins Ausland einer Verfolgung entziehen. Das Militärgericht in Saarlouis verurteilte drei Landsturmsoldaten zum Tode: Johann Manstein aus Laufeld bei Manderscheid sowie Anton Seilen und Nikolaus Alken aus Prüm. Alle drei hatten sich geweigert, auf die Revolutionäre in Prüm zu schießen, weil diese ihnen persönlich bekannt waren. Dechant Franz Hecking, der Pfarrer von St. Ludwig in Saarlouis, betreute die zum Tode Verurteilten täglich im Gefängnis und verbrachte mit ihnen auch die letzte Nacht vor ihrer Hinrichtung im intensiven gemeinsamen Gebet. Am Sonntag, dem 14. Oktober 1849, wurden Manstein, Seilen und Alken im Fort Rauch der Festung Saarlouis nacheinander erschossen, obwohl die Öffentlichkeit des Rheinlandes gehofft hatte, dass sie der preußische König an seinem Geburtstag (15. Oktober) vielleicht noch begnadigen würde. Hecking begleitete die Verurteilten auf ihrem letzten Gang und veranstaltete daraufhin auf Wunsch mehrerer Saarlouiser Bürger am 18. Oktober 1849 ein Seelenamt in St. Ludwig. Die Beteiligung der Saarlouiser Bevölkerung an dem Amt war so groß, dass das Gotteshaus die Menschenmenge nicht fassen konnte und die Gottesdienstbesucher vor der Kirchentür bis weit auf den Großen Markt hin standen. Auch dem Saarlouiser Landratsamt blieb die erregte, antipreußische Haltung der Saarlouiser Bevölkerung im Gefolge der Erschießungen nicht verborgen.[147] An den staatlicherseits organisierten Feierlichkeiten zum Geburtstag des preußischen Königs nahm die Saarlouiser Bevölkerung in diesem Jahr demonstrativ nicht teil und organisierte statt dessen einen Demonstrationszug zu den Gräbern der Hingerichteten. Für die Hinterbliebenen der Erschossenen wurde eine Spendenaktion eingeleitet, die mit Zeitungsannoncen beworben wurde.[148]

Die Einführung des undemokratischen Dreiklassenwahlrechtes im Königreich Preußen (über 80 % der Bevölkerung des Landkreises Saarlouis befanden sich in der III. Klasse) goutierten der gemäßigt liberale Saarlouiser Pfarrer und Dechant Franz Hecking sowie die übrigen Pfarrer des Landkreises Saarlouis mit demonstrativen eigenen Wahlenthaltungen und einem mehr oder weniger verdeckten Aufruf zum Wahlboykott an die Bevölkerung. Die Wahlbeteiligung im katholisch geprägten Landkreis Saarlouis marginalisierte sich daraufhin im Jahr 1849 auf 7,6 %. Insgesamt vermutete das Saarlouiser Landratsamt in einem internen Gutachten vom 6. Dezember 1849 hinsichtlich der politischen Einstellung der Kleriker, dass die Geistlichkeit des Kreises hinsichtlich einer zukünftigen deutschen Reichseinigung dem katholischen Haus Habsburg-Lothringen in Wien den Vorzug gegenüber der Hohenzollerndynastie in Berlin geben würden.[149] Infolge des Einflusses der Pfarrer würde, so die Befürchtung des Trierer Regierungspräsidenten Wilhelm Sebaldt auf dem Lande ein systematischer Preußenhaß (sic!) erzeugt werden.[150]

Die wachsenden Auseinandersetzungen zwischen katholischer Kirche und protestantisch orientiertem preußischen Staatswesen erreichten ihren Höhepunkt im sogenannten Kulturkampf. Die Regierung in Trier entzog am 26. November 1872 den fünf Ordensfrauen von der Kongregation der barmherzigen Schwestern, die bisher Elementarunterricht in Saarlouis erteilt hatten, die Unterrichtserlaubnis zum Schluss des Schulhalbjahres. Die Nonnen sollten durch weltliche Lehrerinnen ersetzt werden, um den Einfluss der Kirche auf die Erziehung der Kinder zu beenden. Die Saarlouiser Stadtverwaltung, die diese pädagogische Umbesetzung teurer zu stehen gekommen wäre, konnte die Abberufung der Ordensschwestern und die Abschaffung der katholischen Konfessionsschule durch mehrere Gesuche bis zum 1. April 1876 hinauszögern. Die verschiedenen Kulturkampfgesetze betrafen besonders die katholische Geistlichkeit. So wurden in der Umgebung von Saarlouis Pfarrer Gondorf in Ittersdorf und Kaplan Imand aus Dillingen verhaftet und schließlich aus dem Deutschen Reich ausgewiesen. Ebenso wurde der Trierer Bischof Matthias Eberhard im Jahr 1874 inhaftiert und anschließend zu einer Geldstrafe von 130.000 Goldmark sowie einer neunmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt.[151] Eberhard starb sechs Monate nach seiner Haftentlassung auf dem Höhepunkt des Kulturkampfes. Zum Zeitpunkt seines Todes waren 250 Priester vor Gericht gestellt worden und 230 Pfarreien seiner 731 Pfarreien umfassenden Diözese vakant.[152] In einer Ergebenheitsadresse richteten sich die Saarlouiser Katholiken an den inhaftierten Bischof:[153]

„Wir wollen der Lehre unserer heiligen Kirche gemäß mit unbegrenztem Vertrauen auf Gottes heiligen Ratschluß täglich in eifrigem Gebete das baldige Ende der über unsere hl. Mutter verhängten Prüfungen erflehen und mit christlicher Geduld die Zeit erwarten, in welcher es dem Allmächtigen gefallen wird, diese Prüfungen zu beenden. Nichts aber vermag uns abtrünnig zu machten von dem Glauben unserer Väter, von unserer hl. römisch-katholischen Kirche, unserem hl. Vater Papst Pius IX., von Ihnen, Hochwürdigster Herr Bischof, unserem rechtmäßigen Hirten und den mit Ihnen in Gemeinschaft verbleibenden Priestern. Mit unserer Trauer vereinigt sich der Jubel über die Ihnen von Gott zu Teil gewordene Gnade, für Ihn Gefangenschaft erleiden zu dürfen, und es ist unsere feste Zuversicht, daß der Allerhöchste Ihre Fesseln ebenso brechen wird, wie er selbst am heutigen Tage siegreich aus dem Grabe auferstanden ist. Es verharren im Gebet für Eure Bischöfliche Gnaden in tiefster Ehrfurcht

Saarlouis, am hl. Osterfest des Jahres 1874.

(Es folgen 410 Unterschriften)“

Um dem katholischen Protest publizistisch zusätzliches Gehör zu verschaffen, gründete man am 31. Mai 1872 in Saarlouis die "Aktiengesellschaft für katholische Interessen", die den Zweck hatte, ein katholisches Publikationsorgan herauszugeben. Am 1. Oktober 1872 erschien die von der Aktiengesellschaft herausgegebene "Saar-Zeitung" und wurde umgehend durch die königlich-preußische Polizei beschlagnahmt. Im Jahr 1873 verlangte die preußische Regierung in Trier, dass alle Pfarrer, die der Aktiengesellschaft angehörten, ihre Anteile zurückgeben müssten. Dies wurde allerdings einhellig abgelehnt.

Dem Saarlouiser Kaplan Stein wurde in den Jahren 1877 bis 1880 das Recht zur Erteilung von Religionsunterricht entzogen. Über Dechant Hecking hatte man aufgrund des sogenannten Brotkorbgesetzes in den Jahren von 1875 bis 1881 eine Gehaltsperre verhängt, um die Anerkennung der Kulturkampfgesetze zu erzwingen. Aus Protest gegen diese staatliche Maßnahme übernahmen die Pfarrangehörigen von St. Ludwig durch freiwillige Spenden die Besoldung des Pfarrers. Im Jahr 1876 verbot die preußische Regierung der Saarlouiser Stadtverwaltung die seit dem Jahr 1845 üblichen Zahlungen eines Gehaltszuschusses für die Kapläne an St. Ludwig. Gegen diese Verordnung klagte die Pfarrei vor dem Saarlouiser Friedensgericht. Das Gericht gab der Klage der Pfarrei statt. Daraufhin musste die staatliche Verfügung aufgehoben werden und die Stadt zahlte wieder an Pfarrer und Kapläne Zuschussgelder (472,50 Mark p. A.). Im Gegenzug überwies die Pfarrgemeinde jährlich 600 Mark aus der Kirchenkollekte an die kommunale Armenkasse. Erst im Jahr 1886 konnte die katholische Konfessionsschule im Gefolge der sogenannten "Friedensgesetzte" wieder eingeführt werden.[154]

Bau eines neogotischen Kirchenschiffes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Friedrich Müller (1833–1889), Kreisbaumeister des Landkreises Saarlouis, Architekt des neogotischen Kirchenschiffes von St. Ludwig, Aufnahme aus dem Jahr 1870

Da die Kirche wie die gesamte Festung auf wenig festem Grund errichtet wurde, traten im 19. Jahrhundert statische Mängel auf. Das schwere Eichengebälk der Decke drückte die Außenmauern des Kirchenschiffes auseinander, sodass zur Notsicherung zahlreiche Stützen eingesetzt werden mussten. Dechant Franz Hecking setzte sich mit einer Unterschriftenaktion Saarlouiser Bürger für einen totalen Neubau des Gebäudes inklusive Abriss der angebauten Wohnhäuser ein und argumentierte mit bautechnischen, architektonischen, künstlerischen und patriotischen Gründen, indem er den bisherigen Barockbau als "trauriges Wahrzeichen der Geschmacklosigkeit" und "schmähliches Denkmal" bezeichnete, konnte sich allerdings bei der königlich-preußischen Bezirksregierung nicht durchsetzten.[155] Die nicht gefährdete Turmfassade aus dem 17. Jahrhundert mit den angebauten Wohnhäusern musste aus Kostengründen erhalten bleiben. Die Stadt befürwortete ebenfalls den Beibehalt des Turmes, da sich die Stadtkasse durch die Errichtung einer Bürgerschule und die Installation von Gaslaternen in angespannter Lage befinde. So wurden ab dem 26. Mai 1864 nur das Langhaus und der Chor in Übereinkunft mit dem Saarlouiser Stadtrat abgebrochen. Beim Abbruch des Muttergottesaltares fand man eine Messingkapsel, die die Konsekrationsurkunde des Jahres 1687 enthielt. Zwei gleichlautende Urkundenausfertigungen fand man dann anschließend im Altarstein des marmornen Hochaltares und im Altarstein des Muttergottesaltares. Unter dem Hochaltar wurde die Bleiplatte gefunden, die die Grundsteinlegung beurkundete.[156] In den Jahren 1865 bis 1866 errichtete der Architekt Carl Friedrich Müller (1833–1889) nach Zustimmung der bischöflichen und königlich-preußischen Behörden auf den alten, barocken Fundamenten eine neogotische dreischiffige Stufenhalle mit schmäleren Seitenschiffen. Der Bau erweiterte sich um ein ausladendes, etwas niedrigeres Querschiff und endete außen in einem im Mittelschiff gerade abschließenden Langchor mit zweibahnigem Maßwerkfenster. Die Seitenschiffe schlossen in einem 45°-Winkel. Die Säulen und Strebepfeiler der Konstruktion sollten den Druck des Gewölbes besser verteilen und ein Auseinanderdriften der Außenwände verhindern.

Während der Bauzeit bis Mai 1866 fand der Gottesdienst zunächst in den Lazarettkellern der Kaserne IV statt, dann, nach Ausbruch des Deutsch-Deutschen Krieges in der Hospitalkapelle, da man den Lazarettkeller für Verwundete benötigte. Die Pläne des Müllerschen Neubaues existieren nicht mehr.[157]

Carl Friedrich Müller erbaute oder erweiterte in den Jahren 1861–1889 im Gebiet des heutigen Saarlandes 20 Kirchen[158][159] und war entschiedener Verfechter der Neogotik, die ihm von seinem Lehrer Georg Gottlob Ungewitter in den Jahren 1850 bis 1853 an der Höheren Gewerbeschule Kassel vermittelt worden war. Ungewitter hatte zu den prägenden Vertretern der Wiederbelebung gotischer Formen in Deutschland (Neugotik oder Neogotik) gehört und spielte damit eine wichtige Rolle in der historistischen Architektur, speziell im Kirchenbau. Müllers Sakralarchitektur Ungewitterscher Prägung ist durch klare, erhabene Formen geprägt. Aufgrund der finanziellen Verhältnisse seiner Gemeinden musste Müller hinsichtlich der Schiff- und Turmhöhe Abstriche seitens gotischer Idealdimensionen machen. Um eine bessere Einbeziehung der Gemeinde in das liturgische Geschehen zu gewährleisten, präferierte Müller bei seinen Kirchenbauten dreischiffige Stufenhallen mit Rundpfeilern, die innerhalb des Kirchenraumes die starre Schiffeinteilung mildern und ihn optisch weiten. Seine meist eingezogenen Apsiden weisen häufig Fünfachtelschlüsse auf. Die Außenwände gliedert er mithilfe von Strebepfeilern in Jochabschnitte. Die Joche schließen nach oben mit Kreuzrippengewölbe ab. Ab dem ersten Freigeschoss sind seine Kirchtürme im Grundriss oft eingezogen. Diesen Übergang kaschiert Müller meist mit Eckfialen. Die hölzernen, ins Oktogon übergehenden schlanken Turmhelme sind verschiefert. Sein Spitzbogenfenster sind meist zweibahnig. Die Fassaden sind streng symmetrisch gestaltet. Hinsichtlich der Formensprache der architektonischen Details orientiert sich Müller eher an der Frühgotik. Der Kirchenbau St. Ludwig in Saarlouis weist hinsichtlich der Chorgestaltung eine Sonderstellung im Müllerschen Œuvre auf. Die Apsis ist mit einem inneren Umgang ausgebildet, die Spitzbögen sind lanzettenförmig gedehnt, die Gewölbefelder sehr steil konzipiert. Diese Gestaltung der Spitzbögen weist im Bezug auf die Höhendehnung Ähnlichkeiten mit den Arkaden der spätgotischen Apsisgestaltung der Metzer Kathedrale auf, die an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert vollendet wurde. Unterschiedlich sind jedoch die umgesetzten Gesamtkonzeptionen der Stufenhalle mit Umgang in Saarlouis und der basilikalen Struktur mit Arkadenzone, Triforium und Obergaden in Metz. Die eingestellten Säulen bilden im Altarbereich einen Fünfachtelschluss, der nach außen so nicht sichtbar wird.

Während man die erste Hl. Messe bereits am Ludwigsfest des Jahres 1866 gefeiert hatte, beging man die Konsekration des neuen Müllerschen Kirchenschiffes am 22. September 1867 mit einer feierlichen Außenillumination der Kirche auf Kosten der Stadt. Der die Konsekration vollziehende Trierer Bischof Matthias Eberhard unterschrieb folgende Weiheurkunde:[160]

„Anno Domni (sic!) MDCCCLXVII die vigesima secunda mensis septembris Ego Joannes Matthias Eberhard, Episcopus hucusque Paneadensis i. p. inf., nunc per Ssmum Patrem Pium P. S. IX translatus ad Sedem Treviren., consecravi Ecclesiam et altare hoc in honorem Sancti Ludovici, Confessoris et Regis, et Reliquias Sanctorum Martyrum Modesti, Catharinae et de societate Stae Ursulae in eo inclusi, et singulis Christifidelibus hodie unum annum et in die anniversario consecrationis hujusmodi ipsam visitantibus quadraginta dies de vera indulgentia in forma Ecclesiae consueta cocessi.

(Dt. Übersetzung: Im Jahre des Herrn 1867 am zweiundzwanzigsten Tag des Monats September habe ich, Matthias Eberhard, bisheriger Bischof von Banyas, nun durch den Heiligen Vater Pius IX. auf den Trierer Bischofsstuhl versetzt, diese Kirche und diesen Altar zur Ehre des heiligen Ludwig, des Bekenners und Königs, konsekriert, und ich habe in ihm Reliquien der heiligen Märtyrer Modestus, Katharina sowie der Gefolgschaft der heiligen Ursula eingeschlossen und jedem einzelnen Christgläubigen erteile ich heute ein Jahr wahrhaften Ablass und den Besuchern der Kirche am Jahrestag der Weihe erteile ich vierzig Tage wahrhaften Ablass auf die gewöhnliche Art der Kirche.“

Der Grundstein der Barockkirche und die Herzkapsel des Marquis de Choisy wurde am 11. Oktober 1866 in einer feierlichen Zeremonie im Beisein von Vertretern staatlicher und kirchlicher Behörden, des Kirchenrates und der Baukommission unter den Stufen des Hochaltares eingelassen. Darüber hinaus brachte man eine Metalltafel zur Erinnerung an das Ereignis an.

Das neue Kirchenschiff hatte an die 24.000 Taler gekostet. Der preußische König Wilhelm I. hatte unter der Bedingung, dass die katholischen Militärangehörigen der Festungsstadt das Gebäude als Garnisonskirche dauernd unentgeltlich benutzen dürften, ein sogenanntes Gnadengeschenk in Höhe von 4000 Talern in Aussicht gestellt. Da der Stadtrat aber nur ein bedingungsloses Gnadengeschenk des Königs annehmen wollte, verfiel die königliche Zusage. So wurde die Kirche als katholische Garnisonskirche vermietet. Im Jahr 1885 betrug die Jahresmiete zum Beispiel 500 Mark.[161]

Im Vergleich mit dem barocken Kirchenbau hatte man durch den Einbau von Säulen im neogotischen Kirchenraum Sitzplätze verloren. Alle barocken Ausstattungsgegenstände des Vorgängerbaues empfand man nun als nicht mehr stilecht und entfernte sie. Erhalten blieben nur die beiden Ölgemälde Ludwigs XIV. und die vergoldete Altarpredella, die man auf dem Dachboden des Pfarrhauses (heute Dechant-Unkel-Platz hinter der Kirche) provisorisch gelagert hatte. Die beiden steinernen Fassadenfiguren der Apostel Petrus und Paulus stellte man in den Vorgärten der Sakristeien auf.

Die neogotische Innenausstattung wurde von privaten und kommunalen Spendern ermöglicht. Besonders Prälat Subtil trieb diese Aufgabe mit großer Zielstrebigkeit voran. Im Jahr 1900 wurden die Rosenkranzgeheimnisse auf die Chorwände gemalt. Das linke Querhaus schmückte man mit Darstellungen des Todes des heiligen Josef. Die Darstellung der Vermählung Marias und Josefs wurde im rechten Querhaus angebracht.[162]

Bau einer neogotischen Turmfront[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Brand des barocken Kirchturmes 1880, (Stadtarchiv Saarlouis)
St. Ludwig (Saarlouis), Barocker Kirchturm nach dem Brand von 1880, (Stadtarchiv Saarlouis)
St. Ludwig (Saarlouis), Marianische Inschrift in der Turmvorhalle
St. Ludwig (Saarlouis), Bau des neogotischen Turmes, (Stadtarchiv Saarlouis)
St. Ludwig (Saarlouis), Portalzone
Vincenz Statz (* 9. April 1819 in Köln; † 21. August 1898 ebenda), Architekt der neogotischen Turmfront von St. Ludwig
St. Ludwig (Saarlouis), Fassadenriss der neogotischen Turmfassade von Vincenz Statz

Die hölzernen und verschieferten Teile der barocken Turmfassade fingen am Abend des 7. August 1880 durch die nächtliche Illumination mit Kerzen oder durch Feuerwerkskörper[163] anlässlich des Festes zum 200-jährigen Jubiläum der Festungsgründung Feuer. Die verschieferte hölzerne Turmhaube brannte dabei völlig ab. Die Glocken schmolzen während des Brandes oder stürzten in den steinernen Turmschaft als die hölzerne Glockenstube in sich zusammenbrach, obwohl die Feuerwehren von Saarlouis, Dillingen und Fraulautern intensive Löscharbeiten unternahmen. Beim Brand wurden auch die beiden an die Kirchturmfront angebauten Häuser Mayer und Baltzer bis auf die Außenmauern vernichtet. Auch das Kirchendach des neogotischen Neubaues brannte, doch verhinderte das steinerne Gewölbe ein Übergreifen der Flammen ins Kirchenschiff.[164]

So entschied man sich angesichts der schweren Verwüstungen, auch aus Gründen der Stilreinheit, für den Totalabbruch der barocken Fassade und errichtete in den Jahren 1883 bis 1885 eine dem Stil des neogotischen Langhauses entsprechende neogotische Turmfassade durch den Kölner Architekten Vincenz Statz, einem einflussreichen Vertreter der Neogotik im Rheinland. Im Jahr 1841 war Statz in die Dombauhütte des Kölner Domes eingetreten, wo er ab 1845 als Werkmeister tätig wurde. Gleichzeitig mit Friedrich von Schmidt, dem späteren Erbauer des neogotischen Wiener Rathauses, wurde er vom Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner auch zur Bearbeitung der Pläne des Domweiterbaues herangezogen. Statz hatte sich bereits seit dem Jahr 1856 mit dem neogotischen Kirchenerweiterungsbau der alten Pfarrkirche St. Johannes und Paulus im Saarlouis nahe gelegenen Beckingen beschäftigt, wozu ihn der dortige Pfarrer Franz Xaver Leidinger (* 1810, † 1890) unter Vermittlung des Trierer Bischofs Wilhelm Arnoldi und des Kölner Generalvikars Johann Anton Friedrich Baudri beauftragt hatte. Nachdem man sich in Beckingen dann aber für den kompletten Neubau einer Pfarrkirche entschieden hatte und der Eisenbahnbauführer R. Vogdt die diesbezüglichen Baupläne (später von Carl Friedrich Müller weitergeführt) unentgeltlich erstellt hatte, wurde die Beauftragung von Statz fallengelassen.[165]

Als ausführenden Bauleiter der Statzschen Pläne in Saarlouis verpflichtete man den Bauunternehmer März aus Saarbrücken. Am 6. April 1884 wurde die feierliche Grundsteinlegung vollzogen. Die Baukosten betrugen etwa 160.000 Mark. Dazu zahlte die Versicherung 37.000 Mark, die Pfarreimitglieder spendeten 33.000 Mark. Durch Umlagen brachte man 90.000 Mark mit 30-jähriger Verzinsung und Amortisation auf. Die barocken Wohnhäuser, die bereits die ursprüngliche Turmfassade flankiert hatten, hatte man beim neogotischen Fassendenbau beibehalten und renoviert.

Der im Jahr 1858 gegründete Gesangverein von Saarlouis konnte im Jahr 1885 durch den Erlös von Konzerten eine neue Glocke, die Josefsglocke, finanzieren. Das Geläute wurde durch weitere Spenden um die Ludwigs-, die Petrus- und die Marienglocke ergänzt. In einem Artikel der liberalen Kölnischen Zeitung vom 30. August 1885 wurde den Verantwortlichen der Pfarrgemeinde und der Stadtverwaltung im bezug auf die Glockenweihfeier vom 23. August 1885 antipreußische und profranzösische Tendenzen vorgeworfen, da die Stadt durch französischsprachige Aufrufe auch Spenden in Frankreich erbeten hatte. Darüber hinaus wurde in der Presse die These vertreten, Saarlouis sei als Stadt und Festung aus einer französischen Sträflingskolonie hervorgegangen, woraufhin sich der Stadtrat genötigt sah, in einer außerordentlichen Sitzung diesem Vorwurf vehement zu entgegenen.[166]

Das Geläute von 1885 fiel später der Einschmelzungsaktion am Ende des Ersten Weltkrieges zum Opfer. Erst im Jahr 1923 konnten neue Glocken angeschafft werden. Die Saarlouiser Schulkinder stifteten die Josefsglocke, die männlichen Pfarrangehörigen die Petrusglocke (13 Zentner), die Jungfrauenvereinigung die Marienglocke (19 Zentner) und Prälat Alexander Subtil die Ludwigsglocke (47 Zentner).[167]

Schon bald nach der Fertigstellung im Jahr 1885 zeigten sich an der Turmfassade Risse, sodass der Saarbrücker Baurat Neufang Restaurierungsmaßnahmen einleiten musste. Der Saarbrücker Bauunternehmer Mertz, der die Maurerarbeiten des Turmes ausgeführt hatte, goss daraufhin das Mauerwerk zum Zweck der Stabilisierung im Inneren mit Flüssigzement aus.[168]

Die zweigeschossig angelegte Fassade ist in eine Arkadenzone und eine Fensterzone gegliedert. Darüber erhebt sich der viergeschossige, sechseckige Kirchturm mit seinem krabbengeschmückten Helm bis zur Spitze der Kreuzblume in einer Höhe von 51 m.[169] Die beiden fassadenflankierenden Wohnhäuser wurden vom Vorgängerbau übernommen. Sie werden von zwei Treppentürmen mit quadratischem Grundriss überragt.

St. Ludwig (Saarlouis), Wimperggeschmücktes Turmportal mit dem apokalyptischen Lamm im Tympanon

Die Eingangshalle ist in drei große Abschnitte gegliedert. Der Turmeingang ist als mittiger, reich mit Maßwerk gegliederter, wimpergbekrönter Hauptzugang zur Kirche mit einem reliefierten weinrankengeschmücktem Tympanon geschmückt. Im Zentrum des Tympanons erscheint in einem stilisierten Wolkenkranz das triumphierende apokalyptische Lamm Gottes mit Siegesfahne auf dem Buch mit den sieben Siegeln (Offb 5,1 EU). Die Konstellation des Lammes mit den Weinranken bezieht sich auf das Jesuswort im Johannesevangelium (Joh 15,5 EU): "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt reiche Frucht." Darüber hinaus kann die Konstellation des Lammes im Bogenfeld und des Portals in Verbindung mit einer weiteren Stelle im Johannesevangelium gebracht werden: "Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden" (Joh 10,9 EU).

St. Ludwig (Saarlouis), Seitenportale der Marktfront, neogotisches Kapitell mit Blattmasken

Flankiert wird der Turmeingang von Doppelspitzbögen auf zentralen Säulen mit Blattmasken-Kapitellen, die sich zu den ehemaligen neogotischen Seitenschiffen öffnen. Hinter dieser Vorhallenkonzeption tritt die Abschlusswand des Langhauses zurück. Die Vorhallenfront wird mit dem Langhaus durch die Schrägwände des sechseckigen, strebepfeilerumstandenen Turmes verbunden. Während das Turmuntergeschoss Teil der dreiteiligen Vorhalle ist, verbindet sich das erste Turmgeschoss in seiner Gestaltung mit der Langhausfassade. Die beiden zweibahnigen Spitzbogenfenster mit Vierpaß in der Spitze entsprechen im ersten Geschoss formal dem Turmfenster auf gleicher Ebene. Alle drei Fenster weisen die gleiche Höhe auf wie die Blendspitzbögen der Turmschrägwände. Die Langhausfassade wird im ersten Geschoss mit einer Maßwerkbrüstung abgeschlossen. Das zweite Turmgeschoss zeigt in der Mitte ein gerade abschließendes zweibahniges Fenster über dem die Turmuhr angebracht ist. Die Schrägwände sind wie im ersten Turmgeschoss mit Blendspitzbögen gegliedert. Über den neogotischen lanzettenartigen Schallöffnungen des Turmes steigt der sechseckige, krabbenbesetzte Spitzhelm hinter einer Maßwerkbrüstung steil auf.

Der steinerne Turmhelm von St. Ludwig weckt Assoziationen zum ebenfalls steinernen Turmhelm des architektonischen Hauptwerkes von Statz, dem Mariä-Empfängnis-Dom zu Linz. Die Maßwerkgalerie des Vierungsturmes und das Portaltympanon von St. Ludwig weisen Gestaltungsparallelen zur in den Jahren 1980/1981 durch einen Neubaues ersetzten Aachener Marienkirche, die Vinzenz Statz in den Jahren 1859 bis 1863 errichtet hatte.[170] Ebenso verwendet Statz das Motiv des Fassadenturmes auf polygonalem Grundriss mit Spitzhelm bei seinen Kirchen in Braunsrath und Bernshausen. Die Ausführung des Helmes in Stein, die innerhalb der neogotischen Architekturgeschichte des Saarlandes nahezu singulär ist,[171] könnte auf die negative Erfahrung mit dem Brand der ehemaligen verschieferten, hölzernen Barockturmhaube zurückzuführen sein.

Der regelmäßig hexagonale Grundriss des Saarlouiser Turmes ist im Kirchenbau des Architekten Vinzenz Statz unüblich. Sofern er Polygon-Türme entwarf, waren sie üblicherweise oktogonal angelegt. Diese Konzeption war in Saarlouis nicht möglich, da das Müllersche Kirchengebäude bereits vorhanden war und die Fluchtlinie zum Großen Markt hin beizubehalten war. Auf geringem Raum musste ein Turm von adäquater Höhe gebaut werden. Auf achteckigem Grundriss hätte man diesen übermäßig schlank emporführen müssen, was einer ausgewogenen Fassadengestaltung und einer Standsicherheit des Glockenstuhles abträglich gewesen wäre. Darüber hinaus ist hinsichtlich der hexagonalen Turmform von St. Ludwig auch eine Reminiszenz an die Hexagonalität des Vaubanschen Festungsgrundrisses von Saarlouis denkbar.

Die beiden Treppentürme von St. Ludwigs in Saarlouis stehen an der Stelle der früheren barocken Turmflankenhauben. Sie entwickeln sich im Obergeschoss vom Quadrat ins Achteck und schließen mit steinernen Helmen. Interessant ist eine Ähnlichkeit der Frontalsilhouetten von St. Ludwig und dem Kirchenensemble der Mariä-Empfängnis-Basilika (errichtet 1866–1871, Architekt Hippolyte Durand, 1801–1882) mit der vorgelagerten Rosenkranz-Basilika (errichtet 1883–1889, Architekt Leopold Hardy, 1829–1894) in Lourdes, das etwa zur gleichen Zeit wie die Saarlouiser Turmfront vollendet wurde. Eine weitere Parallele hinsichtlich der Dreierkonstellation von spitzem Mittelturm und begleitenden Treppentürmen bietet die Pariser Sainte-Chapelle Ludwigs IX., wobei hier allerdings der Mittelturm als Dachreiter ausgeformt ist.

Die mit Kehle und Wulst fein profilierten Bogengewände der Vorhalle von St. Ludwig, die reichen Maßwerkformen der Brüstungen, die Krabben am Wimperg und am zentralen Turmhelm sowie die Kreuzblumen der drei Turmhelme zitieren den hochgotischen Formenkanon.[172]

Die Turmhalle weist über dem Eingangsportal in einem Rundmedaillon ineinander verschlungene Buchstaben auf, die das Wort "Maria" ergeben. Darunter befindet sich eine Inschriftenbanderole mit den lateinischen Worten: "SANCTA MARIA DEI GENETRIX INVIOLATA IANUA COELI GLORIOSA AVE" (dt. Übersetzung: Sei gegrüßt heilige Maria, unversehrte Gottesgebärerin, glorreiche Himmelspforte). Einige Buchstaben der Inschrift sind farblich hervorgehoben und ergeben, als römische Zahlen gedeutet, die Jahreszahl 1883, das Jahr der Grundsteinlegung des neogotischen Turmes.

Aus Anlass des 300-jährigen Gründungsfestes der Stadt Saarlouis im Jahr 1980 wurden Schäden an der Turmfassade, die durch den US-Artilleriebeschuss des Zweiten Weltkrieges entstanden waren, behoben. Die gesamte Fassade wurde gereinigt, schadhafte Sandsteine wurden ausgetauscht.[173]

Planungen zum Bau einer Filialkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1889 war der Festungsstatus von Saarlouis aufgegeben worden und die Stadt konnte sich nun auch ungehindert jenseits des früheren Festungsgürtels ausdehnen. Kurz darauf begannen die Planungen zum Bau einer neuen protestantischen Kirche in Saarlouis, der dann in den Jahren 1904 bis 1906 in den Formen der Neorenaissance verwirklicht werden konnte und mit seinen aus Eicheln der Wittenberger Luthereiche gezogenen Luthereichen ein deutliches Zeichen des Protestantismus preußischer Prägung im traditionell katholischen Saarlouis setzte.

Im Jahr 1897 kauft die Pfarrei St. Ludwig von der Stadt Saarlouis einen Hektar Baugrund an der Ludwigstraße bei den Gartenreihen. Man vermutete, dass sich die Stadt besonders in diesem Gebiet in den Folgejahren ausdehnen würde und der Bau einer zusätzlichen Pfarrkirche nötig werde. Falls es nicht an dieser Stelle zu dieser Entwicklung käme, wollte man den Bauplatz als Tauschobjekt für einen geeigneteren Baugrund einer zweiten katholischen Kirche verwenden.[174]

Zum Bau einer zusätzlichen katholischen Kirche in angedachten Areal kam es in der Folgezeit allerdings nicht.

Baumaßnahmen in der neogotischen Kirche im 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Seitenaltarbild "Maria mit dem Jesuskind", Altarschrein verlustig, Bildhauerwerkstätte Marmon (Sigmaringen)
St. Ludwig (Saarlouis), Seitenaltarbild "Die heilige Familie", Altarschrein verlustig, Bildhauerwerkstätte Marmon (Sigmaringen)
St. Ludwig (Saarlouis), Altarflügel mit der Darstellung des Todes des heiligen Josef und der Verheiratung von Josef und Maria, Bildhauerwerkstätte Marmon (Sigmaringen)
St. Ludwig (Saarlouis), Altarflügel vom Seitenaltar der neogotischen Kirche mit der Verkündigungsszene und der Pietà, Bildhauerwerkstätte Marmon (Sigmaringen)

Im Jahr 1909 erhielt nach einem Wettbewerb um die Gestaltung eines neuen Hochaltares der Künstler Hans Steinlein aus Eltville den Auftrag. Darüber hinaus fertigte Steinlein noch weitere Figuren für die Saarlouiser Kirche. In den 1920er Jahren wurde von Carl Philipp Schilling und dessen Neffen Franz Schilling eine Neuausmalung des Kircheninneren durchgeführt. Das Atelier Schilling (Freiburg im Breisgau) erneuerte die Ausmalung der Kirche im Jahr 1937.[175] In der Amtszeit von Pfarrer Heinrich Unkel wurde im Jahr 1936 mit einer durchgreifenden Renovierung des neogotischen Sakralbaues begonnen. Eine Heizungsanlage wurde eingebaut und die neogotische Fensterverglasung gegen hellere Fenster der Trierer Firma Binsfeld ersetzt. Ebenso wurde die neogotische Ornamentalbemalung entfernt und das Kircheninnere erhielt einen helleren Farbanstrich.

Bei der Umgestaltungsaktion wurden die bisherigen Seitenaltäre entfernt und im Jahr 1937 durch neue kleine neogotische Altäre (Josefsaltar, Marienaltar) der Kunstwerkstätte Marmon in Sigmaringen ersetzt. Das Trierer Generalvikariat meinte hinsichtlich der Entwürfe:[176]

„Bezüglich der stilistischen Gestaltung der Seitenaltäre müssen wir den Versuch, in irgendeinem mittelalterlichen Stil zu arbeiten, als aussichtslos ablehnen.“

Trotz der ablehnenden Haltung aus Trier wurden die Altäre in Sigmaringen gefertigt und in Saarlouis aufgestellt. Die Einzelteile der Marmonschen Altäre sind noch in der Kirche vorhanden. Der Zusammenhang des Aufbaues ging aber durch die aktuelle Aufstellung verloren.

Die Teilbestuhlung der Kirche wurde von der Firma Mettler in Morbach komplett durch Kirchenbänke ersetzt. Die Kanzel, die bisher etwa in der Mitte des Kirchenschiffes an einem Pfeiler angebracht war, versetzte man an den dem Altar nächstgelegenen Pfeiler des Kirchenschiffes, um eine bessere Sichtbarkeit und Hörbarkeit des Predigers zu erlangen. Das Geläut wurde verändert. Durch die Trierer Orgelbaufirmen Sebaldt und Brand wurde die Orgel von 25 auf 44 Register erweitert. Die Renovierungsmaßnahme wurde im Jahr 1937 abgeschlossen.[177]

NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Votiv-Christus, gestiftet aus Anlass der überstandenen ersten Evakuierung der Stadt Saarlouis im Zweiten Weltkrieg

Im August 1933 unternahm die Pfarrei St. Ludwig an zwei Terminen (2. und 9. August) eine Wallfahrt zur Ausstellung des Heiligen Rock (23. Juli bis zum 8. September 1933) nach Trier. Dazu musste jeweils ein eigener Sonderzug zwischen Saarlouis und Trier eingesetzt werden.[178] Insgesamt sahen damals über zwei Millionen Pilger die Reliquie.

Die kirchenfeindlichen Maßnahmen des NS-Regimes begannen unmittelbar nach der Volksabstimmung vom 13. Januar 1935 im Saargebiet. Von Seiten der neuen Machthaber wurde zunächst Protest laut gegen die in den neuen Kirchenfenstern und auf dem Hochaltar von Hans Steinlein neu angebrachten griechischen Christusmonogramme (), die als Konkurrenzzeichen zum allgegenwärtigen Hakenkreuz verstanden wurde. Schließlich wurden die Fenster durch NSDAP-Mitglieder mit Steinen eingeworfen. Nach längeren Verhandlungen mit Gauleiter Josef Bürckel wurden die Schäden auf Parteikosten behoben.[179]

Den Großen Markt vor der Kirche hatte man im Jahr 1937 durch die Baufirma Kronenberger aus Beaumarais komplett mit großformatigen Betonplatten belegen lassen. Am 18. Dezember 1936 hatte die Saarlouiser Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen, ihm den neuen Namen Adolf-Hitler-Platz gegeben. Bereits am 13. Januar 1936, dem ersten Jahrestag der Saarabstimmung von 1935, hatte man den Name der Stadt Saarlouis in Saarlautern abgeändert.[180]

Das katholische Vereinshaus wurde durch NSDAP-Organe beschlagnahmt und die katholischen Vereine unterdrückt.[181] Infolge der Abschaffung der katholischen Bekenntnisschulen durch die sogenannte „Deutsche Gemeinschaftsschule“ in den Jahren 1937/1938 wurden in St. Ludwig, wie überall im Bistum Trier, auf Anweisung des Trierer Bischofs Franz Rudolf Bornewasser an Ostersonntag 1938 die Glocken nicht geläutet. Dem Klerus von St. Ludwig wurde der Zutritt zu Schulgebäuden verweigert, sodass man seitens der Pfarrei Seelsorgestunden am Nachmittag für die Schuljugend anbot.

Die Volksmission im November 1937 durch drei Jesuitenpatres wurde durch die NSDAP gestört, indem man Schilder mit der Aufschrift "Maul- und Klauenseuche" an der Kirche anbrachte.[182]

Die Evakuierung der Kirchengemeinde St. Ludwig erfolgte mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939. Bergungsorte waren verschiedene Städte und Gemeinden in Mitteldeutschland, so z. B. Meiningen im Süden Thüringens. Der Saarlouiser Pfarrklerus wurde nach Bad Langensalza, Mühlhausen/Thüringen und Dessau evakuiert. Dechant Heinrich Unkel brachte dabei das barocke vergoldete Abendmahlsrelief im Jahr 1939 aus Sicherheitsgründen nach Münstermaifeld in das Turmgewölbe der Stiftskirche Stiftskirche St. Martin und St. Severus.[183]

Erst im Jahr 1940 kehrten die Saarlouiser nach dem Ende des Frankreichfeldzug in die entvölkerte Stadt zurück. Das Pfarrhaus war zu Kriegsbeginn durch die meteorologische Station der Artillerie, danach durch den Bund Deutscher Mädel beschlagnahmt worden und wurde der Pfarrei erst nach zermürbenden Verhandlungen zurückgegeben.[184] Aus Anlass der glücklichen Heimkehr wurde im Jahr 1940 eine hölzerne Christusfigur als Votivgabe gestiftet und durch den in Koblenz tätigen Bildhauer Wilhelm Tophinke, der von seiner Ausbildung her der Wiedenbrücker Schule entstammte, geschaffen. Die Aufstellung der Figur erfolgte im Jahr 1941.

In der Folgezeit wurde der Kirchengemeinde verboten, die Glocken zu läuten, die Fronleichnamsprozessionen wurden behindert oder verboten, das Pfarrhaus durchsucht, Gottesdienste nach nächtlichem Fliegeralarm untersagt. Weitere Maßnahmen waren ein Verbot der kirchlichen Beflaggung sowie ein Verbot der Verlesung von Gefallenenlisten im Gottesdienst, welches mit Hetze gegen Pfarrer Unkel in der Presse unter dem Schlagwort des Versuches der Wehrkraftzersetzung begleitet wurde.

Der Artilleriebeschuss der Stadt begann in der Nacht zum 29. November 1944. Dabei wurden die Kirchenfenster zerstört und ein Seitenschiff von einer Granate getroffen. Während der Beschusszeit durch die US-Artillerie floh der Großteil der Bevölkerung aus der Stadt. Bei Kriegsende war das Kreuzgratgewölbe über der Empore eingestürzt. Dabei war die Orgel völlig zerstört worden. Der Hochaltar hatte erhebliche Beschädigungen erlitten und die Sakristei war nicht mehr zu gebrauchen.

Behebung der Kriegsschäden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitten in der Wiederaufbauphase überflutete ein verheerendes Hochwasser in den letzten Dezembertagen des Jahres 1947 die ohnehin schwer getroffene Stadt. Die zahlreichen Trümmer von Brücken, die in den letzten Kriegstagen von deutschen Truppen zur Behinderung der vorrückenden alliierten Truppen gesprengt worden waren, ließen die Flüsse in der ganzen Region mit Macht über die Ufer treten. In der Nacht zum 29. Dezember 1947 strömten die Wasser der Saar mit solcher Schnelligkeit in das Kircheninnere, dass trotz des beherzten Einsatzes von Pfarrangehörigen viele Ausstattungsgegenstände der Kirche nicht mehr geborgen werden konnten. Die Flut wich erst am Silvestermorgen und hinterließ eine dicke Schlammschicht in der Kirche, die durch den Einsatz von Feuerwehrspritzen aus der Kirche befördert werden musste.

Das Atelier Schilling (Freiburg im Breisgau), das bereits in den 1920er und 1930er Jahren die Kirche ausgemalt hatte, erneuerte die Ausmalung der Kirche ebenso am Ende der 1940er Jahre.[185]

Die beiden Ölgemäldes von Dupuy, die Ludwig XIV. der Pfarrei geschenkt hatte, waren im Zweiten Weltkrieg zerschnitten worden und wurden von Ernst Sonnet aus Güdingen wieder restauriert. Die goldene Altarpredella wurde als Antependium des neogotischen Hochaltares verwendet.[186]

Erst im Jahr 1957 konnte man eine neue Orgel mit 45 Registern in der renovierten Kirche einbauen. Durch Schenkung der Stadt wurde eine neue, nun elektrisch betriebene Turmuhr angeschafft, deren Wartung ab diesem Zeitpunkt der Pfarrgemeinde oblag. Vorher hatte sich die Kirchturmuhr im Besitz der Zivilgemeinde befunden und war von ihr auch gewartet worden.[187]

Im Jahr 1958 konnte man das im Zweiten Weltkrieg nach Münstermaifeld verbrachte barocke Abendmahlsrelief restaurieren. Es wurde im Rahmen einer Feierstunde am Vorabend des Fronleichnamsfestes wieder in der Kirche angebracht.[188]

Neubau des Kirchenschiffes durch Gottfried Böhm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauschäden und baupolizeiliche Schließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine Absenkung des Grundwasserspiegels in der Saarlouiser Innenstadt wurde auch das zweite, neogotische Kirchenschiff instabil. Zur Verhinderung des Herunterfallens von Mauerwerksteilen musste die Kirche durch das Aufstellen von Gerüsten im Inneren gesichert werden. Dadurch war der Innenraum nur noch im linken Teil für den Gottesdienst benutzbar. Bei Grabungsarbeiten an den Fundamenten, die der Sicherung dienen sollten, fand man in einer Tiefe von einem halben Meter menschliche Gebeine. Allein in den Jahren zwischen 1685 und 1700 hatte man 149 Menschen im Boden des Kirchenschiffes zur letzten Ruhe gebettet. Bei weiteren Sicherungsarbeiten wurden immer größere Senkungsschäden konstatiert. Im Jahr 1963 musste die Kirche baupolizeilich geschlossen werden, sodass die heilige Messe ab diesem Zeitpunkt vorübergehend in der evangelischen Kirche von Saarlouis gefeiert wurde. Zur gleichen Zeit stellte die Stadt für die Errichtung einer Notkirche den Zeughausplatz zur Verfügung. Die Notkirche wurde am 17. Februar 1964 eingeweiht.

Abrissverfügung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. Januar 1964 teilte die Pfarrverwaltung der bestürzten Gemeinde St. Ludwig mit, dass die bisherige Kirche abgerissen werden müsse und an deren Stelle ein neues Sakralbauwerk erstellt werden sollte. Der amtierende Pfarrer an St. Ludwig, Dechant Walter Helmes (Amtszeit: 1963–1973), war ein überzeugte Verfechter einer radikal-modernen Baukonzeption. Eigentlich wollte man zunächst die ganze neogotische Kirche mitsamt der statisch vollkommen gesicherten Turmfront abbrechen, doch der saarländische Landeskonservator Reinhard Schindler legte in Zusammenarbeit mit Martin Klewitz dagegen sein Veto ein.[189] Am 6. Januar 1965 begannen die Abrissarbeiten am neogotischen Kirchenschiff durch die Beckinger Firma Maurer. Die Fassade von Vinzenz Statz sollte erhalten bleiben. Die Ausstattungsstücke und Gedenksteine waren vor dem Abriss weitgehend geborgen worden.

Die barocken Statuen der Apostelfürsten Petrus und Paulus, die ursprünglich in den Fassadennischen der ersten Pfarrkirche gestanden hatten, und nach dem Brand des Turmes am 7. August 1880 in den Pfarrgarten (heute Dechant-Unkel-Platz hinter der Kirche), dann unter Überdachungen an der Außenwand der neogotischen Apsis gestellt worden waren, wurden im Jahr 1965 wieder provisorisch in den Pfarrgarten verbracht. Sie entgingen nur durch das beherzte Eingreifen eines Pfarreimitgliedes der Zerstörung.[190]

Fund des Herzens des Thomas de Choisy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Herzurnengrab des Thomas de Choisy, moderne Platte mit der französischen Inschrift "Ici repose le Coeur du General Thomas de Choisy, premier Gouverneur de Sarrelouis 1679–1710", Übersetzung: Hier ruht das Herz des Generals Thomas de Choisy, erster Gouverneur von Saarlouis 1679–1710, Bildhauerarbeit in rötlichem Marmor des Ihner Künstlers Oswald Hiery
St. Ludwig (Saarlouis), Bleitafel über der Herzkapsel von Thomas de Choisy aus der neogotischen Kirche, wiedergefunden 1965 beim Abriss des Kirchenschiffes, Dt. Übertragung der lateinischen Inschrift: "Zu Ehren des heiligen Königs Ludwig und des heiligen Apostels Petrus. Im Jahre des Heiles 1866, im zwanzigsten Jahr des Pontifikates des Papstes Pius IX., unter dem Bischof von Trier Leopold, unter dem Pfarrer Hecking, Dechant und Ehrendomherr, und den Kirchenvorstandsmitgliedern Dimel, Hesse, Koch, Donnevert und Stein, unter dem erhabenen König Wilhelm I., unter dem Landrat Herrn von Selasinsky, unter dem Bürgermeister Trablé und dem Beigeordneten Leroy und Favier ist diese neue Kirche zum Heile der Pfarrangehörigen auf den Fundamenten der alten Kirche unter Beibehaltung des früheren Turmes wiedererrichtet worden. Die Leitung hatte der Architekt C. Müller. Unter diesem Stein ruht das Herz des Grafen Choisy, einst Stadt- und Festungskommandant, der damals den Grundstein der ersten Kirche legte. Alles zur größeren Ehre Gottes."

Bei den Abrissarbeiten kam Anfang Februar 1965 zu einem Skandal in der Stadt, als eine Baggerschaufel den Teil des Kirchenmauerwerkes einriss, in dem die herzförmige Bleikapsel mit dem Herz des ersten Saarlouiser Festungsgouverneurs[191] Thomas de Choisy eingelassen war, und dabei die bleierne Umhüllung beschädigte. Das Herz und seine übrigen Eingeweide waren am 26. Februar 1710 auf Choisys persönlichen Wunsch hin unmittelbar nach seinem Hinscheiden im Alter von 78 Jahren in der Pfarrkirche neben dem Muttergottesaltar eingemauert worden, um seine innere Verbundenheit mit seinem beruflichen Wirkungsort zu dokumentieren, während die übrigen sterblichen Überreste in die Familiengruft nach Moigneville überführt wurden. Beim neogotischen Neubau der Kirche hatte man die Kapsel unter dem Hochaltar wieder beigesetzt.[192] Stadtarchivar Anton Delges hatte bereits einige Zeit vor den Abrissarbeiten des Jahres 1965 im Dezember 1964 unter den Stufen des Hochaltares nach dem Begräbnisort des Herzens gesucht. Da er nicht fündig geworden war, hatte er die Abrissfirma dringend darauf hingewiesen, jeglichen historischen Fund unverzüglich zu melden.

Als der Bagger eine Woche später eine bleierne, in lateinischer Sprache verfasste Inschriftentafel zu Tage förderte und der Chef des Beckinger Abrissunternehmens Maurer diese in seinen persönlichen Besitz bringen wollte, indem er sie in seinem Privatwagen verstaute, war er dabei von aufmerksamen Saarlouiser Passanten beobacht und diesbezüglich zur Rede gestellt worden. Darüber kam es zu einem heftigen Streit zwischen den Kontrahenten, der von den aufgebrachten Passanten und Anwohnern umgehend dem Saarlouiser Oberbürgermeister Hubert Schreiner gemeldet wurde. Unterdessen gingen die Abrissarbeiten weiter und förderten als weiteren unvorhergesehenen Fund eine etwa 100 × 60 cm steinerne Inschriftentafel zu Tage und schließlich auch den Stein, der die bleierne Herzkapsel des Gouverneurs barg. Dabei zerbrach der Stein in zwei Hälften, die Bleikapsel wurde aufgeschlitzt und die Konservierungsflüssigkeit des Herzens lief aus. Dennoch verstaute der Beckinger Abrissunternehmer den Herzmuskel in seinem Auto. Auch auf die Aufforderung des zum Ort des Geschehens geeilten Vertreters des Oberbürgermeisters hin, wollte der Bauunternehmer das Herz nicht herausgeben und pochte auf das Recht, dass ihm jeglicher Abraum des abzubrechenden neogotischen Kirchenbaues eigentümlich gehöre. Daraufhin verfügte der Saarlouiser Oberbürgermeister Kraft seines Amtes, dass das Herz des Thomas des Choisy ohne Zeitverlust in das städtische Krankenhaus zu bringen sei und dort zusammen mit der Kapsel durch einen Arzt im Operationssaal in eine neue Konservierungsflüssigkeit zu legen sei. Bei der ärztlichen Begutachtung der in Mitleidenschaft gezogenen Bleikapsel kam man allerdings zu der Feststellung, dass das Herz Choisys selbst unversehrt geblieben war. Alle weiteren Abrissarbeiten wurden sofort per Amtserlass eingestellt und die Baustelle durch städtische Angestellte unter Bewachung gestellt, da man vermutete, dass noch weitere historische Funde durch den Bauunternehmer entwendet werden könnten. Die aufgerissene Bleikapsel mit dem Herzen wurde unter ärztlicher Aufsicht in eine neuangefertigte größeren Bleiumhüllung eingelassen, mit Präparierungsflüssigkeit aufgegossen, eingeschweißt und im Panzerschrank des Rathauses verwahrt. Die neue Bleihülle wurde durch einen Goldschmiedemeister mit der Inschrift versehen: "Herz des Comte Thomas de Choisy, Marquis des Moigeville, 1632–1710". Bis zur Einlassung in der neuerrichteten Kirche verblieb das Herz im städtischen Panzerschrank. Der Vorfall rief sowohl in der Pfarrgemeinde als auch in der Stadt Saarlouis starke Aufregung hervor, die auch im Zusammenhang mit den innerkirchlichen Umbrüchen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu deuten ist.[193]

Ursprünglich hatte sich das Herz des Thomas de Choisy in der barocken Kirche unter einem steinernen Bildwerk des Gouverneurs in der Wand der Kirche befunden. Choisy war dabei in Militärtracht in knieender Gebetshaltung und mit gefalteten Händen dargestellt gewesen.[194] Das Bildrelief Choisys wurde vermutlich während der Französischen Revolution weggemeißelt.[195]

Bau der modernen Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die aluminiumverkleidete Dachkonstruktion Gottfried Böhms
St. Ludwig (Saarlouis), Inneres mit Blick zur Apsis
St. Ludwig (Saarlouis), Blick ins Deckengewölbe

Zur Erlangung eines neuen Kirchengebäudes war ein Wettbewerb ausgeschrieben worden. Am 31. Januar 1965 hatten fünf Architekten ihre Zeichnungen und Modelle eingesandt. Den Vorsitz des Preisgerichtes hatte Heinrich Latz. Als Sieger aus diesem Wettbewerb ging am 9. Februar 1965 der Architekt Gottfried Böhm (Köln-Marienburg) hervor. Die weiteren Preisträger waren:[196]

  • 2. Preis: Albert Dietz (Saarbrücken)
  • 3. Preis: Konny Schmitz (Dillingen)
  • 4. Preis: Karl Peter Böhr (Trier)
  • 5. Preis: Karl Hanus (Saarlouis)

Gottfried Böhm erläuterte seinen Wettbewerbsbeitrag folgendermaßen:[197]

„Die neugotische Fassade mit dem Turm der Ludwigskirche in Saarlouis ist in ihrem Maßstab so gut und für den Marktplatz von solcher Wichtigkeit, daß sie ohne größere Änderungen erhalten bleiben sollte. Es ist jedoch nicht möglich, die Fassade allein bestehen zu lassen und den Baukörper der Kirche getrennt von ihr zu errichten. Vielmehr verlangt der Giebel eine räumliche Fortsetzung. Dadurch ergibt sich, dass die Ausmaße der Kirche in ähnlicher Größe wie bei der alten Kirche beibehalten werden. Abgesehen davon erscheint es auch notwendig, daß eine Stadt wie Saarlouis eine Stadtkirche behält, d. h. eine Kirche, die über das normale Maß einer Pfarrkirche hinausgeht und die auch für besondere Anlässe ein größeres Fassungsvermögen besitzt.

Um nun für den normalen Gebrauch die Kirche nicht übergroß erscheinen zu lassen und die Gemeinde um den Altar zusammenzuhalten, schlägt der Verfasser vor, eine Art Vorhalle dem Hauptraum vorzulagern, in der auch die Aufnahme in die Kirche durch die Taufe vollzogen wird.

Diese Vorhalle oder Taufhalle ist zum Hauptraum hin weit geöffnet und nur durch die Orgel- und Sängerempore sowie durch die Art der Wand- und Gewölbeführung von diesem getrennt. Der Blick aus dieser Vorhalle unter der Empore her und um die freistehende Orgel herum geht in den Hauptraum, der in Grund- und Aufriß reicher gegliedert ist. Entsprechend der Grundrissform des Hauptraumes ist auch dessen Aufriß reicher gegliedert und die Giebelform, die die Decke der Vorhalle bestimmt, wird dort umgesetzt in ein Faltwerk, das sich nach vorne steigert und über Hauptaltar, Sakramentsaltar und der Stelle der Wortverkündigung ausklingt. Die Sänger sollen auf der Empore seitlich der Orgel stehen, ziemlich mitten im Gesamtraum und ebenso gleichsam die Antwort für das gesamte Volk.“

Seit Juni 1967 war die niederländische Tiefbaufirma De Waal mit den Fundamentierungsarbeiten (Pfahlgründungen) zum neuen Kirchenbau Böhms beschäftigt. Dabei führte man 45 Stahlrohre mit einem Durchmesser von 32 bis 75 cm Durchmesser bis zu einer Tiefe von 10 m auf eine tragfähige Gesteinsschicht aus Saarkies herab, armierte sie und goss sie mit Beton aus. Die schmäleren Rohre sollten eine Tragfähigkeit von 35 Tonnen, die größeren Rohre eine Tragfähigkeit von 200 Tonnen haben. Auch der neogotische Turm wurde bei den Fundamentierungsarbeiten mit neuen Gründungen versehen. Die bisherigen hatten nur bis 4 m unter dem Bodenniveau gelegen.[198] Bei den Ausschachtungsarbeiten im Bereich des Kirchenschiffes stieß man auf zahlreiche Gebeine, die man wieder unter der neuen Kirche beisetzte. In den vorangegangenen Jahrhunderten hatte man die Verstorbenen der Stadt Saarlouis in Leinentücher gewickelt und in den Grablegen im Kircheninnenraum mit Kalk zugedeckt.

Am 24. Juli 1967 begannen die Arbeiten zum Neubau der Kirche durch das Fraulauterner Bauunternehmen Hans Hanus. Verantwortlicher für die Bauleitung und die Bauausschreibung war der Saarlouiser Architekt Klaus Hoffmann. Das Baubüro richtete man im alten Pfarrhaus hinter der Kirche (heute Dechant-Unkel-Platz) ein. Anfang Juli 1969 feierte man das Richtfest des neuen Kirchenbaues. Beim Richtfest meinte Bauherr Dechant Helmes affirmativ:[199]

„Wir hatten den Mut gehabt, eine solch große Kirche an dieser Stelle zu bauen. Ich meine, wir sollten uns selber zu diesem Mut beglückwünschen.“

Am 30. August 1969 wurde durch Regionaldekan Josef Goergen (1904–1995) der Grundstein der neuen Kirche gelegt. Beim Bau der Kirche war es zu keinem Unfall gekommen. Die feierliche Einweihungsfeier fand am 29. August 1970, 1m 700. Todesjahr des heiligen Ludwig statt.[200]

Oberbaurat Alois Peitz vom Diözesanbauamt des Bistums Trier nahm im Rahmen der kirchlichen Feier Stellung zur vehement geäußerten Kritik am Böhmschen Bauwerk und verteidigte die Kosten von ca. 2 Millionen DM:[201]

„Die Pfarrei hat allen Grund, sich über die neue Kirche zu freuen, die sich durch Vielfalt und Differenziertheit des Baukörpers, durch die Geschlossenheit ihres Innenraumes und die Vorkirche auszeichnet, die unmittelbar an den Großen Markt angrenzt und damit an die Welt das Angebot zur Einkehr richtet. (…) In einer pluralistischen Gesellschaft haben alle das gleiche Recht. Von allen Versammlungsräumen sind die Kirchenbauten die preisgünstigsten. Die Kongresshalle Saarbrücken hat mehr als das Sechsfache der neuen Ludwigskirche gekostet.“

Weiter erklärte Peitz in seiner Ansprache am 29. August 1970:[202]

„Wie ist diese Bauwerk nun zu verstehen, aufzufassen und zu erklären? Als Architekt bin ich nüchtern genug, um kein Programm, keine Idee in dieses Gebäude hinein zu interpretieren, denn ich weiß, so fängt Prof. Böhm nicht an. Ich will mich ganz einfach freuen mit Ihnen an dem gelungenen Werk und drei Erscheinungsformen besonders erwähnen, die mir auffällig sind und wesentlich erscheinen:

1) Die Vielfalt und Differenzierung des Baukörpers im Äußeren und des Raumes im Inneren. Anstelle strenger Geometrie ist hier das freie Spiel der Kräfte getreten, anstelle einer ablesbaren Statik und Dynamik, und dennoch zeigt sich uns ein einheitliches Ganzes ohne Chaos. Ist eine solche Architekturform nicht Dokumentation unserer Situation? Wir sind keine uniformierte gleichgerichtete und gleichartige Gesellschaft. Wir sind keine Pfarrgemeinde mehr, die in Reih und Glied hinter ihrem Pfarrer steht. Wir betonen die Persönlichkeit des Einzelnen, die Mündigkeit, die Eigenverantwortlichkeit – eine Einheit in der Vielfalt.

2) Die Geschlossenheit, fast zentrierende Wirkung des Gebäudes. Obwohl auf den Fundamenten einer längsgerichteten Anlage errichtet, konzentriert sich dieses Gebäude um den Altar, ist – so scheint es – aus ihm abgeleitet und führt zu ihm hin. Die äußere Hülle ist nichts anderes als der bergende Raum, als Stätte des Mysteriums der Menschwerdung Gottes. Der Raum schafft Voraussetzung zur Versammlung der Gemeinde um diesen Altar, wirkt hinführend und deutend zugleich.

3) Die Vorkirche mit Sakramentsbereich, unmittelbar am Marktplatz gelegen, als ständiges Angebot des Verweilens, des Luftholens. Die Betriebsamkeit, der zwingene Ablauf unseres Alltags, die technisierte Umwelt lassen oft genug eine Sehnsucht in uns wach werden nach einer Insel der Ruhe, nach einem "etwas ganz anderem". Oft genug möchten wir abspringen. Das Gammeln unserer Tage ist ein Zeichen für diese Flucht und Sehnsucht. Hier entsteht ein Vakuum, das für die Kirche eine Chance sein kann. Nutzen Sie mit diesem Bau und dieser Vorkirche diese Chance und geben Sie mit der ständig geöffneten Vorhalle, mit dem unmittelbar an der Straße und am Markt gelegenen Sakramentsbereich ein Angebot, ein Zeichen für die andern.“

Die eigentliche Konsekration feierte man allerdings erst 33 Jahre nach der Fertigstellung des Böhmschen Betonbaues am 24. August 2003. Die feierliche Weihe vollzog der Trierer Weihbischof Leo Schwarz. Dabei ließ man im Zelebrationsaltar eine Kreuzreliquie, Reliquien der Trierer Märtyrer der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian, des seligen Paters Peter Friedhofen sowie der seligen Schwester Blandine Merten ein.[203] Die Konsekration hatte man im Jahr 1970 unterlassen, da man im damaligen nachkonziliaren Geist die neuerbaute Kirche eher als Versammlungsort der Gemeinde und nicht als sakralen Kultraum verstanden wissen wollte. Die 300-Jahrfeier der Pfarrei beging man im Jahr 1985.

Böhms Entwurf für Saarlouis, den er in den Jahren 1965 bis 1970 verwirklichen konnte, weist zahlreiche Ähnlichkeiten mit seinem Entwurf für die Wallfahrtskirche Maria, Königin des Friedens in Neviges auf, der im Jahr 1968 entwickelt worden war. Beide Kirchen, Saarlouis und Neviges, gehören in die Reihe der Faltwerkskonstruktionen Böhms, die wie monumentale kristalline Monolithen anmuten: (1956–1960: Pfarrkirche St. Maria (Fatima Friedenskirche) in Kassel-Bad Wilhelmshöhe, 1958–1966: Katholische Universitätsklinik-Kirche St. Johannes der Täufer in Köln-Lindenthal, 1960–1967: St. Gertrud (Köln) in Neustadt-Nord (Köln)), 1968–1970: Christi Auferstehung (Lindenthal) im Kölner Stadtteil Lindenthal, 1967-1969: Alfter-Impekoven, Kath. Kirche St. Mariä Heimsuchung.

In Saarlouis blieb die denkmalgeschützte neogotische Turmfassade von Vincenz Statz erhalten. Böhm schuf als neues Kirchenschiff eine große Skulptur in Beton, die in den Stadtraum hinein nur durch ihre sich auftürmende Dachlandschaft wirkt. Auf unregelmäßigem, winkligem Grundriss ragt ein kristallin gebrochener Baukörper von 46 m Länge und 26 m Breite auf. Das Kirchenschiff erreicht im Inneren eine maximale Höhe von 24,5 m. Der Rauminhalt entspricht 17.700 Kubikmetern. Die Kirche bietet Platz für 600 Personen.[204]

Der sich am Grundriss der Vorgängerbauten spielerisch anlehnende Innenraum mit seinen steil aufsteigenden, hochrechteckig segmentierten rohen Betonwänden, spiegelt die äußere Gestalt als Negativform wider. Decken und einzelne Wandflächen sind aus gestalterischen und akustischen Gründen durch eine Lochrasterung abgesetzt. In der Höhe formen sich, aus der Wand heraustretend, Winkeln und Kanten, kubenartige Austritte und Einschnitte. Die wuchtig hervortretenden Gewölbeansätze aus kubischem Faltwerk leiten gestalterisch zur flach schließenden lochgerasterten Raumdecke über. Wände und Decke bilden eine untrennbare, plastisch gestaltete Einheit. In seiner radikalen Vertikalität ist der Raum von hochgotischem Geist inspiriert und erweckt den Eindruck einer massiv abstrahierten, modernen Sainte-Chapelle in wuchtigen Betonformen. Der Kirchenraum wurde ursprünglich durch die in den Wänden lukenartig verteilten, klarverglasten Hochrechteckfenster in mystisch verschattete und hell erleuchtete Zonen unterteilt, die dem Kirchenraum etwas Geheimnisvolles gaben. Im Bereich des Kirchenraumes, wo sich früher die Querschiffe befanden, sind die Fenster in der unmittelbaren Augenzone des Betrachters zu Lichtzeilen gereiht. Die Fensternischen führen dem Kirchenbesucher die Mächtigkeit der Kirchenwände vor Augen. Diese von Böhm bewusst inszenierten Lichteffekte gingen durch die sukzessive figürliche Buntverglasung in glühenden Farben durch Ernst Alt ab den 1980er Jahren Stück für Stück verloren.

In einem Schreiben vom 12. Februar 2001[205] äußert sich Gottfried Böhm zur Verglasung durch Ernst Alt folgendermaßen:

„Die Fenster fand ich zunächst arg schwülstig, aber nach längerem Betrachten haben vielleicht auch diese etwas, was, wenn man es nicht so detailliert sieht, in den Raum paßt. (…) Ich hatte mir da natürlich etwas andere Fenster vorgestellt.“

Die geschlossene Rückwand der kolossalen Orgelempore steht frei im Raum und bildet quasi einen Lettner, der den Eingangsbereich vom Bereich des gottesdienstlichen Geschehens trennt. Der vom Großen Markt her Eintretende sieht im linken Bereich der Rückwand des Orgellettners eine Marienikone in metallener Rahmung angebracht, die von zahlreichen Votivkerzen mystisch umflackert wird, sodass im halbdunklen Dämmerlicht eine intime Wirkung erzielt wird, die Ruhe und Abstand vom hektischen Treiben des urbanen Geschehens vermittelt. Der vom Eingang aus betrachtet rechte Stützpfeiler des Orgellettners ist von einer verglasten Nische für das Totenbuch der Gemeinde durchbrochen. Ebenso existiert eine Nische für eine Totenleuchte.

Der Besucher schreitet entweder am Orgellettner vorbei oder bewegt sich durch zwei niedrige Durchgänge in den eigentlichen Sakralbereich mit gewaltiger, höhlenartiger Wirkung. So wird der Blick frei zur Chornische, die den in den 1980er Jahren wieder aufgestellten, prachtvollen neogotischen Hochaltar aus dem Vorgängerbau aufnimmt. Diesen Passage-Effekt mittelalterlicher Lettnerkirchen plante Böhm bewusst ein. Der Wegecharakter des Sakralraumes wurde durch Lampen, die Straßenlaternen mit jeweils drei Lampenschirmen an gebogenen Auslegern nachempfunden sind, zusätzlich betont. Sie sollten den profanen Stadtraum mit seinem Marktgeschehen und den sakralen Kirchenraum miteinander verbinden und gleich Leuchttürmen den Weg des Gläubigen zur Altarinsel als dem Zentrum des Gesamtbaues erhellen. Die "Straßenlaternen" wurden aufgrund von Materialermüdung später zu "Lichtrohrmasten" umgebaut und verändern jetzt den ursprünglichen Raumgedanken Gottfried Böhms. Der Grundgedanke des Umbaues des Beleuchtungskonzeptes war, dass man durch die Lichtrohrmasten sowohl nach oben die Gewölbe als auch nach unten den Bereich der Kirchenbesucher dimmbar bestrahlen kann. In seinem Schreiben vom 12. Februar 2001[206] äußert sich Gottfried Böhm zur neuen Beleuchtungskonzeption folgendermaßen:

„Gar nicht gut finde ich die neuen Beleuchtungskörper, da waren doch die alten sehr viel schöner. Ich weiß nicht, warum man die geändert hat. Vielleicht war der Grund dafür, daß es nicht genügend nach oben beleuchtet war, dies jedoch war eingentlich Absicht, weil ich meine, daß die künstliche Belichtung des Raumes eine ganz andere, eben nur nach unten gerichtete, sein sollte, und der Raum ruhig etwas im Dämmerlicht bleiben sollte.“

Auf der Altarinsel vor dem Hochaltar befindet sich der Zelebrationsaltar, um den sich die feiernde Gemeinde im Sinne der nachkonziliaren Idee der "Circumstantes" scharen sollte.[207] Im Altarraum wurde die Bleikapsel mit dem Herzen des Thomas de Choisy, dem ersten Gouverneur der Festungsstadt Saarlouis, die sich schon in den beiden früheren Kirche befunden hatte, am 19. März 1971 wieder beigesetzt.[208] Am 26. August 1973 stellte man in der Vorhalle der neuen Kirche links und rechts des Turmportals die beiden barocken Statuen der Apostelfürsten Petrus und Paulus aus den Fassadennischen der früheren barocken Kirche des 17. Jahrhunderts auf. Die Statuen aus dem Jahr 1685 stammten aus einer Trierer Werkstatt, die auch zahlreiche Skulpturen für die Trierer Klosterkirche der Reichsabtei St. Maximin gefertigt hatte.[209]

Im Gegensatz zu den rohen Betonwänden, die noch die technischen Spuren der Schalung und Schüttung dokumentieren, ist der Fußboden ganz mit quadratischen roten Tonplatten belegt, die dem Besucher ein Gefühl von ruraler Natürlichkeit und erdverbundener Wärme vermitteln wollen. Die Postamente und die Altarinsel mit dem Altarblock sind in derselben Art und Weise gestaltet und vermitteln den Eindruck, sie wüchsen geradezu aus dem Boden heraus.

Pfarrheim St. Ludwig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Maler und Bildhauer Victor Fontaine (* 1923 in Saarlouis-Fraulautern, † 1995 in Saarlouis)[210] schuf für die fensterlose Außenfassade des Pfarrheimes St.Ludwig in der Pavillonstraße 23/Ecke Kavalleriestraße ein großformatiges Wandbild mit dem Thema "Flucht nach Ägypten" (Sgraffitotechnik, 3,50 x 4,00 m). Die Flucht Josefs, Marias und des Jesuskindes vor dem kindermordenden König Herodes wird zu Beginn des Matthäusevangeliums (Mt 2,13 EU) beschrieben. Apokryphe Schriften wie das Pseudo-Matthäus-Evangelium und das Arabische Kindheitsevangelium berichten darüber hinaus von Wundertaten des jungen Jesus. Ähnliches erwähnt die Legenda aurea. Die Flucht wird auch zu den sogenannten Sieben Schmerzen Mariens gezählt. Im Bild des Künstlers Fontaine bringt sich die Heilige Familie vor dem Kindermord des Herodes in Bethlehem durch die Flucht nach Ägypten in Sicherheit. Der heilige Josef mit Wanderstab und Bündel geht Maria und Jesus voran, die von einem Esel getragen werden. Schützend hält Maria das Jesuskind in ihren Armen. Ihrer beider Wangen schmiegen sich aneinander. Dunkle Linien zeichnen, in der Art mehrfarbiger Holz- oder Linolschnitte, die Kontur sowie die binnenstrukturierenden Faltenwürfe der Figuren nach.[211] Die Gestaltung der Heiligen Familie von Victor Fontaine aus den 1960er Jahren orientiert sich an klassischen Vorbildern, wie etwa der Darstellung der Flucht nach Ägypten im Codex aureus Epternacensis, einem Werk der ottonischen Buchmalerei. Das Evangeliar wurde zwischen 1030 und 1050 in der Benediktinerabtei von Echternach geschaffen. Darüber hinaus ist ebenfalls eine populäre Buchillustration zum Thema "Flucht nach Ägypten" von Johannes Grüger aus dem Jahr 1954 als Inspirationsquelle Fontaines denkbar.[212] Vermutlich wurde das Thema der "Flucht nach Ägypten" gewählt, um einen Bezug zur Migration der italienischen Gastarbeiter herzustellen, die in dem Gebäude eine neue pastorale Heimstatt finden sollten.

Der Abriss des Saalbautraktes zu Gunsten des Neubaues eines Wohnhauses an gleicher Stelle und die damit verbundene Zerstörung des Wandbildes von Fontaine begann am 9. Mai 2016. Die Pfarrei hatte den gesamten Gebäudekomplex bereits im Jahr 2014 an einen Privatinvestor verkauft.[213] Das Pfarrheim bestand aus einem Komplex von zwei historischen Gebäuden aus der Barockzeit in der Friedensstraße und einem Saalbau in der Pavillonstraße (Ecke Kavalleriestraße), der in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg als Kinosaal des Saarlouiser "Capitol-Kinos" in einem bereits zuvor bestehenden Gebäude eingerichtet worden war. Die Baugenehmigung zum Umbau des Kinosaales als Pfarrgemeindesaal wurde am 11. November 1963 durch die Untere Bauaufsichtsbehörde der Stadt Saarlouis erteilt.[214]

Der für das Pfarrheim geschaffene Retabel-Altar von Ernst Alt konnte vor dem Abriss evakuiert werden und wird im Pfarrhaus aufbewahrt. Das Gemälde soll in der Pfarrkirche eine Aufhängung finden. Das Altarbild mit dem Titel "Sacra Conversazione" (205 x 189 cm, Ölfarbe, Tempera und Fettkreide auf Leinwand) malte der Saarbrücker Künstler Ernst Alt im Jahr 1975 für die Kapelle des Pfarrheimes, dem früheren "Centro Italiano".[215]

Sacra conversazione oder Santa conversazione (it. = heilige Unterhaltung/Unterredung) ist in der Kunstgeschichte eine übliche Bezeichnung für die Darstellung der thronenden Madonna mit dem Jesuskind in Gesellschaft von Heiligen. Der Bildtypus hat sich in Italien seit dem sogenannten Trecento, also dem 14. Jahrhundert, herausgebildet und geht zurück auf frühere Maesta-Darstellungen. Im Unterschied zur verbreiteten Bildform eines Polyptychons, wo jeder Figur ein eigener Raum zugeordnet wird, befinden sich die Teilnehmer einer "Sacra Conversazione" in einem einheitlichen Bildraum. Vor allem im Venedig des 16. Jahrhunderts entstanden hervorragende Beispiele dieses Bildtyps, der sich aber auch im übrigen Italien durchsetzte. Beispielgebend für Venedig waren Giorgiones Pala von Castelfranco und Giovanni Bellinis Altarbild in San Giobbe in Venedig.

Abweichend von dieser Darstellungsform zeigt Ernst Alt im Zentrum seines Altarbildes den gekreuzigten Christus flankiert vom (v.l.n.r) Johannes (Apostel), der schmerzhaften Muttergottes, dem heiligen Franziskus sowie der heiligen Katharina von Siena. Die beiden aus Italien stammenden Heiligen, Katharina und Franziskus, wählte Ernst Alt aus, um bei den Mitgliedern der italienischen Gemeinde in Saarlouis einen Rückbezug zur Heimat zu erzeugen. Die Positionierung des Gekreuzigten und der vier Heiligen erinnert an die Figurenkomposition des Altarbildes der Mauruskapelle in Beuron von Desiderius Lenz und Gabriel Wüger (1868–1870).

Der nur mit einem verknoteten Lendentuch bekleidete Gekreuzigte erscheint wie aufgespannt in einem pflanzlichen Gewächs, das aus fruchttragenden Olivenzweigen, Feigenästen und Weinreben sowie dichtem Blattwerk gebildet wird. Zusätzlich sprossen am Ende des waagerechten Kreuzbalkens reife Getreideähren, grüne und rote Traubenklötze, dunkelrote Feigen sowie aufplatzende Granatäpfel. Trauben und Ähren können als Symbole für die eucharistischen Elemente Brot und Wein gedeutet werden, deren Wandlung in der Eucharistie als unblutiger Nachvollzug des blutigen Kreuzopfers gedeutet wird. Mit seiner geradezu betörenden Früchtevielfalt erinnert der Kreuzesbaum an den alttestamentlichen Paradiesbaum, den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse (Gen 2,9 EU). Im Gegensatz zum göttlichen Verbot im Alten Testament, von dessen verführerischen Früchten zu essen (Gen 2,17 EU), scheinen die segensreichen Früchte des Kreuzesbaumes durch das Opfer Jesu dem Menschen, einem reichen Gnadenstrom gleich, von Gott selbst dargeboten zu werden, ja Jesus scheint sich, symbolisiert in den eucharistischen Früchten Getreide und Weintrauben, selbst darzureichen.

Während der untere Teil des senkrechten Kreuzbalkens mit reichem Wurzelwerk im Schädel Adams gründet, fehlt der obere Teil, der üblicherweise die INRI-Tafel trägt. Stattdessen lässt Ernst Alt den Kreuzesstamm in der Höhe der Brust Jesu in Anlehnung an ein hochmittelalterliches Gabelkreuz oder Taukreuz sich in Y-Form aufspalten. Das Taukreuz ist das Symbol des Franziskanerordens. Der Ordensgründer Franz von Assisi verwendete es als Segenszeichen sowie als Zeichen der Demut und Erlösung und unterzeichnete sogar mit diesem Symbol. Insofern stehen die Kreuzesform im Zentrum des Gemäldes und der neben dem Kreuz stehende Heilige in direkter Verbindung.

Das mit einem Strahlenkranz umgebene Haupt Jesu trägt eine Dornenkrone, deren wucherndes, lebensfeindliches Geflecht ein Vogelnest vor wasserblauem Hintergrund bildet, in dem sich ein weißer Pelikan mit dem Schnabel selbst in die Brust stößt, um seine vier Jungen mit dem austretenden Herzblut zu nähren. Seine Schwingen breitet er schützend über seinem Nachwuchs aus. Diese Darstellung dient üblicherweise in der christlichen Ikonographie zur symbolischen Darstellung der als Opfertod gedeuteten Hinrichtung Jesu. Wie der Vogel sich für seine Jungen opfert, so opfert sich in der christlichen Vorstellung Gott in der Gestalt Jesu im Kreuzestod für seine Geschöpfe, die Menschen. In diesem Sinn setzte auch der Kirchenlehrer Thomas von Aquin in seinem Hymnus "Adoro te devote", den er anlässlich der Einführung des Hochfestes Fronleichnam (Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi) im Jahr 1264 durch Papst Urban IV. verfasste, die Selbsthingabe des Pelikans mit dem Opfertod Jesu ineins:

Pie pellicane, Iesu Domine,
Me immundum munda tuo sanguine.
Cuius una stilla salvum facere
Totum mundum quit ab omni scelere.

Dt. Übersetzung:

O treuer Pelikan, Jesus mein Herr!
Mach mich Unreinen rein durch dein Blut!
Ein Tropfen davon kann die ganze Welt
von allem Verbrechen heil machen.

Das austretende Herzblut des Pelikans im Dornennest korrespondiert auf dem Altarretabel mit den Wundmalen der Seitenwunde Jesu, deren Blut am Körper des Sterbenden herunterrinnt, sich mit dem Wurzelwerk des Kreuzesbaumes verbindet und über den himmelwärts blickenden Schädel Adams am unteren Bildrand läuft. Die Darstellung des Schädels Adams geht auf die Überlieferung zurück, nach der das Kreuz Jesu an der Stelle der Grablege des ersten Menschen zu stehen kam. In Röm 5,12-21 EU stellte der Apostel Paulus Adam und Jesus Christus als Antitypen einander gegenüber: Wie durch den Ungehorsam eines einzigen, nämlich Adams, der im Garten Eden die verbotene Frucht nahm, der Tod über alle Menschen kam, so befreit der Gehorsam eines einzigen, Jesus Christus, alle Menschen von der Macht der Sünde. Durch die Taufe stirbt der, der an Jesus glaubt, mit Jesus und ist damit der Macht der Sünde entzogen (Röm 6,3-11 EU). Er lebt in Jesus Christus und ist frei vom Gesetz (7,6 LUT). Der sündige Mensch hat also den Herrschaftsbereich gewechselt und steht nicht mehr unter Gesetz und Tod, sondern unter der Gnade, so der Apostel Paulus. Der Heilige Geist, der im Christen ist (Röm 8,1-17 EU), soll jetzt sein Leben bestimmen.

Rechts neben dem Schädel Adams hat der Künstler eine aufbrechende Eierschale als Symbol der Erneuerung und der Wiedergeburt der Schöpfung dargestellt. Anstatt eines Kükens befreit sich aber aus der engen Kalkhülle ein menschlicher Embryo, der für die Überwindung des Todes steht. Als Entsprechung positioniert Ernst Alt auf der linken Seite des Totenkopfes einen fauligen Granatapfel als Symbol der Sünde und des Verderbens, aus dem sich sieben kleine schwarze Schlangen herauswinden.

Die Struktur der Dornenkrone wird vom Künstler nochmals im stacheligen Wurzelwerk des Kreuzesbaumes aufgegriffen. Das Dornengeflecht trägt die Fußsohlen der vier Heiligen und windet sich um deren Füße und Fesseln. Darüber hinaus sind Hände und Füße der heiligen Katharina von Siena von Dornen durchstoßen, während der heilige Franziskus ganz offensichtlich die blutigen Wunden seiner Stigmatisation an Füßen und Händen trägt. Sein Ordenshabit ist am Oberkörper aufgerissen und gibt den Blick auf die Seitenwunde frei. Beide Heilige, Franziskus (1224) und Katharina (1375) sollen während einer Vision mit den Kreuzeswunden Jesu stigmatisiert worden sein. Da die Stigmata in blutiger Form ausschließlich bei Franziskus für Betrachter sichtbar waren und Katharina ihre Wunden nur körperlich empfand, diese äußerlich aber nicht feststellbar waren, stellt Alt die Wunden bei Katharina auch nur als Durchstoßungen ihrer Extremitäten dar.

Bei der Darstellung der heiligen Katharina mit Dornenkrone auf dem Haupt und schneeweißem Ordneskleid scheint sich Ernst Alt an einer Darstellung der Heiligen durch Giovanni Battista Tiepolo (Kunsthistorischen Museum Wien) zu orientieren.

Darstellung der heiligen Katharina von Siena mit Stigmata (Ölgemälde von Giovanni Battista Tiepolo, um 1746, oval: 70 x 52 cm)

Der Leidensaspekt der Kreuzesnachfolge Jesu wird vom Künstler durch das "Stehen unter dem Kreuz" und die Wundmale und die schmerzhaften Dornenstränge sinnbildlich dargestellt.

Das aus den Handwunden des Gekreuzigten austretende Blut fließt von den Handtellern herab und färbt vom Kreuzesbaum herabhängende Traubenklötze blutrot. Die sich im Bereich der angenagelten Hände Jesu massierenden Früchte werden an beiden Enden des waagerechten Kreuzesbalkens von zwei flatternden weißen Tauben besucht. Während die vom Betrachter linke Taube aufwärts fliegt, um an einem glutroten Granatapfel zu naschen, fliegt die rechte Taube abwärts, um Körnen aus goldgelben Getreideähren zu picken. Die beiden Tauben können in Bezug zur alttestamentlichen Geschichte Noahs und dessen Bund mit Gott gesehen werden. Die Taube spielt in der biblischen Sintflut-Erzählung die Rolle des frohen Botschafters: Eine von Noah aus der schützenden Arche gelassene Taube kehrt mit einem frischen Olivenzweig im Schnabel zurück Gen 8,11 EU. Nach dem Rückgang der tödlichen Flut übergibt Gott die Verantwortung über die Erde den Menschen. Er schließt einen Bund mit Noah und verspricht, es werde nie wieder eine Sintflut geben (Gen 9,8–17 EU). Darüber hinaus kann das Motiv der Taube im Altarbild auch als Symbol des Friedens und der Versöhnung, die durch Jesus den Menschen vermittelt wurden, gedeutet werden.

Als Negativentsprechung zum sich aufopfernden Pelikan über den Schultern Jesu hat der Künstler im unteren Teil des Kreuzesstammes die Paradiesschlange dargestellt. Der pralle, giftgrün schimmernde Körper des Untieres umschlingt als Urbild der Erbsünde Adams und Evas im Paradies wie eine Spirale des Bösen die Fesseln Jesu und heftet ihn so ans Kreuz. Darüber hinaus bezieht sich Ernst Alt hier auf eine alttestamentliche Geschichte innerhalb der Wüstenwanderung des Volkes Israel nach dem Auszug aus Ägypten. Als Strafe für die Ungeduld und Undankbarkeit während der Wanderung durch die Wüste schickte Gott Schlangen ins Lager der Israeliten. Wer von einer feurigen Schlange gebissen wurde und zu der an einem Stab aufgerichteten ehernen Schlange aufsah, wurde geheilt und durfte weiterleben (Num 21,6-9 EU):

„Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen die Menschen und viele Israeliten starben. Die Leute kamen zu Mose und sagten: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen den Herrn und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn, dass er uns von den Schlangen befreit. Da betete Mose für das Volk. Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht. Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.“

Die Heilung derer, die die Schlange anblickten, wird zu den Heilstaten Gottes gezählt (vgl. Dtn 8,15 EU). Die Weisheitsliteratur spricht davon, dass Gott seinem Volk damit ein „rettendes Zeichen“ gegeben habe Weish 16,5-11 EU. Die Geschichte von der Schlange auf der Wüstenwanderung wird im Neuen Testament aufgegriffen, als Jesus mit Nikodemus spricht und dabei die Geschichte als Analogie verwendet Joh 3,14-15 EU:

„Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat.“

Lucas Cranach der Ältere: Gesetz und Gnade, 1529, Gotha

Die Heilung, welche die Israeliten nach der biblischen Überlieferung durch den Blick auf die Schlange fanden, steht bildhaft für das Heil, das Jesus durch seinen Tod am Kreuz, also ebenso „erhöht“ an einem Holz hängend, erwirkt hat. Der Gläubige erfährt Heilung, wenn er auf den Gekreuzigten blickt wie die Israeliten auf die Schlange. In der christlichen Kunst findet sich aus diesem Grund immer wieder die Darstellung eines Kreuzes mit einer Schlange, so etwa beim für die Reformationsgeschichte berühmten Bild "Gesetz und Gnade" von Lucas Cranach dem Älteren.

Der aggressiv aufgerissene Rachen der Schlange schnappt mit seinen blendend weißen Giftzähnen nach den Fersen Jesu und dessen nebenstehender Mutter Maria, wird aber von von den Füßen des Gekreuzigten zermalmt, ja von den Kreuzesnägeln selbst durchstoßen. Ernst Alt bezieht sich hier auf eine Passage aus der Sündenfallerzählung, in der Gott der Paradiesschlange prophezeit (Gen 3,14-15 EU):

„Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf und du triffst ihn an der Ferse.“

So wird Maria zum Gegenbild der Urmutter Eva gedeutet. Während Eva und Adam durch die Sünde einen Keil zwischen Gottheit und Menschheit trieben, indem sie sich den Verlockungen der Schlange hingaben, stellen Maria und Jesus durch die Inkarnation und die Kreuzigung den zerbrochenen Bund des Heils wieder her.

Die Jungfrau und Gottesmutter Maria wird von Ernst Alt in gramgebeugter Haltung als Schmerzensmutter gezeigt. Die Darstellungsform der stehenden "Mater Dolorosa" entwickelte sich schon in der im Mittelalter zur Blüte gelangenden Marienverehrung und bezieht sich direkt auf das aus dem 13. Jahrhundert stammende Gedicht Stabat mater. Marias Inkarnat erscheint im Bild leichenblass, was durch ihr Gewand in bläulichen Tönen noch verstärkt wird. Ihre Arme sind über ihrer Brust gekreuzt, ihre Linke verkrampft sich in ihrer rechten Schulter. Ein Schwert mit kreuzförmigem Griff bohrt sich in das Herz der Mutter Jesu. Das Schwert steht exemplarisch für die sogenannten sieben Schmerzen Mariens. Die Darstellungsweise der schwertdurchstoßenen Brust Mariens bezieht sich auf die im Lukasevangelium überlieferte Geschichte der Darstellung Jesu im Jerusalemer Tempel (Lk 2,21-34 EU):

„Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde. Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“

Die Häupter des Gekreuzigten und seiner in sich zusammensinkenden Mutter wenden sich einander zu. Ernst Alt bezieht sich dabei auf die Schilderung der Kreuzigung im Johannesevangelium (Joh 19,26-27 EU):

„Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.“

Der heilige Johannes am linken Bildrand ist nur mit einem roten Umhangtuch bekleidet. Sein jugendliches Antlitz wendet sich mit leidensvoller Miene vom Kreuz ab. Der Heilige ist als Schöpfer des Johannesevangeliums dargestellt: In seiner Linken hält er ein aufgeschlagenes Buch, das die lateinischen Textzeilen (Vulgata) aus dem Johannesevangelium Joh 19,35-37 EU zeigt:

„Et qui vidit testimonium perhibuit et verum est eius testimonium et ille scit quia vera dicit ut et vos credatis. Facta sunt enim haec ut scriptura impleatur: os non comminuetis ex eo et iterum alia scriptura dicit videbunt in quem transfixerunt.“

(Dt. Übersetzung: Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.) Auf den aufgeblätterten Buchseiten darunter steht "Johannes, IXX, 35-37". Ein weiteres Buchblatt trägt die Initialen von Ernst Alt: "EA". Der vom Künstler vorgestellte Text steht im Zusammenhang mit der Feststellung des Todes Jesu am Kreuz im Johannesevangelium (Joh 19,31-34 EU):

„Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten, baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein großer Feiertag. Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.“

In seiner Rechen hält Johannes als Attribut einen goldenen Kelch mit einem weißen Tuch. Der Kelch bezieht sich auf eine Johannes-Legende in der Legenda Aurea: Johannes habe im Tempel der Artemis in Ephesos nicht opfern wollte. Der Oberpriester des Tempels, wollte nach Unruhen - die örtlichen Goldschmiede fürchteten Verluste beim Verkauf ihrer Diana-Amulette - Johannes veranlassen, doch zu opfern, andernfalls müsse er das Gift trinken, an dem zwei Verbrecher vor seinen Augen schon gestorben waren. Johannes habe dann das Kreuzzeichen über dem Kelch geschlagen, worauf das tödliche Gift in Gestalt einer Schlange entwichen sei. Nachdem Johannes den Kelch ausgetrunken habe, hätte er seinen Mantel (von Ernst Alt als rotes Umhangtuch dargestellt) auf die vorher getöteten Verbrecher gelegt und diese dadurch wieder zum Leben erweckt. Überwältigt von diesem Wunder hätte sich daraufhin der Oberpriester der Artemis zum Christentum bekehrt.

Zu Füßen von Johannes und Maria hat sich im dornigen Wurzelwerk ein weißes Lamm vor rotbraunem Hintergrund verfangen. Das Fell an seinem Hals hat sich mit Blut vollgesogen. Seine hingestreckte Körperhaltung deutet auf eine Tötungshandlung hin. Das Opfertier wird allgemein als Symbol des Kreuzesopfers gedeutet (Agnus Dei) und hat seine alttestamentlichen Vorbilder in der Geschichte von der Opferung Isaaks durch Abraham, im Paschalamm und im jüdischen Tempelopfer. Ikonographische Attribute, die dem im Bild dargestellten Lamm eine Deutung als apokalyptisches Sieges-Lamm der Offenbarung des Johannes zuweisen würden, fehlen.

Der vom Betrachter rechts neben dem Kreuz stehende Ordensgründer Franziskus öffnet mit seiner Linken das Oberteil seiner Kutte, während er die Finger seiner erhobenen Rechten aufspreizt, wodurch die blutigen Stigmata sichtbar werden. Die am äußeren rechten Bildrand stehende Katharina von Siena hat der Künstler im weißen Habit der Dominikanischen Laiengemeinschaften abgebildet. Der im Jahr 1970 durch Papst Paul VI. zur Kirchenlehrerin erhobene Heiligen erschien nach ihrem Zeugnis in einer Vision Christus, der ihr in einer Mystischen Hochzeit einen Ring über den Finger gestreift und zu ihr gesagt haben soll:

„Siehe, ich vermähle dich mir, deinem Schöpfer und Erlöser, im Glauben. Du wirst diesen Glauben stets unversehrt bewahren, bis du im Himmel mit mir ewige Hochzeit feiern wirst. Vollbringe, meine Tochter, von jetzt an voll Zuversicht und ohne jedes Zaudern, was meine begleitende Vorsorge dir auferlegen wird. Durch die Stärke des Glaubens bist du nun gefestigt, und so wirst du alle deine Widersacher glücklich überwinden.“

Raimund von Capua: Legenda maior, Nr. 115

Den üppigen Strauß aus roten Rosen und weißen Lilien in den Händen von Katharina können als Zeichen der jungfräulichen Reinheit dieser mystischen Vermählung gedeutet werden. Statt eines bräutlichen Blütenkranzes trägt die Mystikerin eine Dornenkrone. An ihrer rechten Hand trägt sie einen goldenen Ehering.

Zu Füßen der beiden italienischen Heiligen ist vor einem wässrig-blauen Hintergrund ein kleines Einhorn als Symbol der Inkarnation Christi und der Jungfräulichkeit in den Schlaf gesunken. Seinem gewendelten weißen Horn ist als Hinweis auf die mystische Hochzeit der heiligen Katharina ebenfalls einen goldener Ehering übergestreift.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neospätgotischer Hochaltar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Neogotischer Flügelaltar von Hans Steinlein im geöffneten Zustand

Bildhauer Hans Steinlein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der neospätgotische Hochaltar von St. Ludwig wurde im Jahr 1910 anlässlich des 25-jährigen Pfarrjubiläums des Dechanten Alexander Subtil durch die Werkstatt des in Eltville am Rhein ansässigen Bildhauer Hans Steinlein (* 1872 in Trier, † 1958) geschaffen. Steinlein entstammte einer Trierer Wagnerfamilie und absolvierte ab dem Jahr 1886 eine Lehre in einer keramischen Werkstatt in Trier. Auf der anschließenden Wanderschaft durch Deutschland kam er nach Ravensburg, wo er sich als Gehilfe in einem Bildhaueratelier Kenntnisse in der Bearbeitung von Stein und Holz erwarb. Steinlein soll dort auch in Kontakt mit dem Gründer der Beuroner Kunstschule, Desiderius Lenz, getreten sein. In den 1890er Jahren arbeitete Steinlein bei Bildhauer Caspar Weis in Frankfurt am Main. Im Jahr 1899 ließ sich Steinlein als freischaffender Künstler in Eltville nieder. Aufgrund der guten Auftragslage bei der Ausstattung von Kirchen mit religiösen Bildwerken beschäftigte er eine Vielzahl von Steinmetzen, Vergoldern und Schreinern als Gehilfen. Steinlein arbeitete vielfach mit dem Mainzer Dombaumeister Ludwig Becker bei der Ausstattung von Kirchen zusammen. Von Steinleins Werken sind durch die Zerstörungen von Kirchen im Zweiten Weltkrieg und den anti-historistischen "Bildersturm" der 1950er und 1960er Jahre nur noch wenige Bildwerke erhalten.[216]

Steinlein hat in der Umgebung von Saarlouis ebenfalls zahlreiche Altäre und Bildwerke geschaffen, z. B. in den Kirchen St. Andreas in Reimsbach, St. Martin in Schwalbach, St. Leodegar in Düppenweiler oder in der Herz-Jesu-Kirche in Landsweiler-Reden. Für die Wendalinusbasilika in St. Wendel schuf die Werkstatt Steinlein im Jahr 1925 das Portalrelief am Fruchtmarkt "St. Wendelin und St. Matthias der Muttergottes mit dem Jesuskind huldigend" und eine Darstellung des Jüngesten Gerichtes am Tympanon des Portals der südlichen Vorhalle.[217]

Mit dem Abriss des neogotischen Kirchenschiffes von St. Ludwig in Saarlouis in den 1960er Jahren gingen zahlreiche Teile des Altares sowie die reiche, maßwerkverzierte neospätgotische Kommunionbank zunächst verloren. Große Teile wurden in Kellerräumen eingelagert,[218] einige Teile wurden von Personen in Besitz genommen, das Gesprenge wurde teilweise zerstört, einige Teile gelangten als Geschenk in die Kirche St. Matthias in Neuwied. Hier wurden sie in frei variierter Anordnung auf einem dort vorhandenen neogotischen Hochaltar aufgesetzt. Die Altargrundkonstruktion war im alten Pfarrhaus (heute Dechant-Unkel-Platz) aus der Barockzeit bis zu dessen Abriss gelagert. Als die Niederlegung des traditionsreichen Gebäudes anstand und es zur Ausschlachtung des barocken Inventars ging, wurde die Grundkonstruktion des Altaraufbaues und die Rahmen als Geschenk an eine Saarwellinger Privatperson abgegeben, die sich daraus Bücherregale fertigte.

Neuwied, St. Matthias, Innenraum mit Blick zum Hochaltar

Dank einer aufwändigen Restaurierung überkommener Teile und einer Rekonstruktion des Gesamtaufbaues in den Jahren 1981–1985 auf die Initiative des Gemeindemitglied Dieter Zell in Zusammenarbeit mit Pfarrer Anton Heidger konnte der Altar Hans Steinleins an Weihnachten 1984 wieder im Chorraum der heutigen Kirche aufgestellt und anschließend vollendet werden.[219] Die Restaurierungsarbeiten wurden durch das Saarwellinger Unternehmen Kurt Mettler in Zusammenarbeit mit polnischen Bildhauern, Schnitzern, Fassmalern und Vergoldern durchgeführt. Vollständige Rekonstruktionen sind die Figuren der heiligen Elisabeth, des hl. Franziskus sowie die der beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus. Die Schreinerarbeiten leitete in Saarwellingen der polnischstämmige Schreiner Werner Kroll und vollendete sie, nachdem das Unternehmen Mettler Konkurs anmelden musste, in seiner Fraulauterner Werkstätte.

Die Aufstellung des neogotischen Altares geschah gegen die Bedenken des bischöflichen Diözesanbaumeisters Alois Peitz, der den Böhmschen Raumgedanken in seiner reinen Form bewahren wollte. Gottfried Böhm hatte zunächst nichts gegen eine Aufstellung des neogotischen Altares in seinem Bauwerk einzuwenden, favorisierte jedoch nach Gesprächen mit Peitz als Kompromiss schließlich einen eigenen Altarentwurf in Form eines Lebensbaumes unter Einbeziehung von Teilen des Altares von Steinlein. Der Trierer Diözesankonservator Franz Ronig sprach sich für die Rekonstruktion des neogotischen Altares aus.[220]

Zur Aufstellung des rekonstruierten Hochaltares wurde die Böhmsche Altarinsel, um die sich bisher alle Kirchensitze geschart hatten, zu einer "Altarzunge" erweitert, sodass der Böhmsche Bau mit seiner konzentrischen Fokussierung nun eine klassische Gerichtetheit mit Wegecharakter erhielt. Der steinerne Altartisch aus hellem Vogesensandstein mit schwarzmarmornen Säulen ist eine vollständige Rekonstruktion. Wegen eines Konkurses der Saarwellinger Firma Mettler konnte ein Teil des Rankwerkes des Rahmens des äußersten rechten Flügels nicht mehr vollendet werde. Der Kostenvoranschlag des Unternehmens Mettler hatte bei 220.000 DM gelegen. Letztendlich kostete die Rekonstruktion aber etwa 320.000 DM.[221]

Seit dem Jahr 1990 wird der Hochaltar wieder von zwei prächtigen Kandelabern, die ursprünglich zur Beleuchtung des Steinleinschen Altars gedient hatten, flankiert. Die Leuchter waren nach dem Abriss des Müllerschen Kirchenschiffes dem Städtischen Museum übergeben worden. Sie wurden von einem Gemeindemitglied aufwändig restauriert und der Kirchengemeinde wieder übereignet.[222]

In einem Schreiben vom 12. Februar 2001[223] äußert sich Architekt Gottfried Böhm zur Aufstellung des neogotischen Hochaltares folgendermaßen:

„Besonders schön finde ich den Einbau des neugotischen Altars mit dem großen Retabel, der, wie ich meine, unabhängig von Details in Gesamtform und Aufbau ganz hervorragend in den Raum paßt.“

Thematik und Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Expositoriumsnische des Hochaltares mit anbetenden Engeln und der Heilig-Geist-Taube im Baldachin
St. Ludwig (Saarlouis), Tabernakeltüren mit der Darstellung des englischen Grußes

Der Hochaltar thematisiert das Leben des heiliggesprochenen Königs Ludwig IX. von Frankreich. In den Altarflügeln sind wichtige Szenen aus dem Leben des heiligen Ludwig von Frankreich in geschnitzten Reliefs dargestellt. Der heilige Ludwig zählt zu den bedeutenden europäischen Monarchen des europäischen Mittelalters. Seine Herrschaft blieb in Frankreich als ein goldenes Zeitalter (le siècle d’or de St. Louis) in Erinnerung, in dem das Land einen ökonomischen wie auch politischen Höhepunkt erreichte. Ludwig war Anführer zweier Kreuzzüge und wurde seit dem Tod des römisch-deutschen Kaisers Friedrich. II unter den europäischen Herrschern als primus inter pares angesehen, dessen moralische Integrität ihn zu einem Schiedsrichter ihrer Streitigkeiten erhob.

Ludwigs Handeln als Mensch und König war einer tiefen christlichen Frömmigkeit und Gottesliebe verpflichtet. Seine Leben fällt in die Zeit der von Dominikus und Franz von Assisi angestoßenen Armutsbewegung des späten Hochmittelalters, welche die Christenheit zu einer geistigen Erneuerung aufrief.

In mittelalterlichen Königslisten wurde Ludwig auch mit dem Beinamen „Prud’homme“ benannt, in Anspielung auf seine Lebensführung, die der sogenannten prud’homie entsprach, wobei es sich um eine Mischung aus Mäßigung, Vernunft, Tapferkeit und ritterlicher Höflichkeit handelte.[224] Von Zeitgenossen gelegentlich auch als „Mönchskönig“ belächelt, gelangte Ludwig bereits zu Lebzeiten in den Ruf der Heiligkeit, der mit seiner Heiligsprechung im Jahr 1297 durch Papst Bonifatius VIII. auch von der Kirchenführung anerkannt wurde. Seither galt Ludwig als Idealtypus eines christlichen Herrschers und Ritters.[225]

Zentrum des pyramidial angelegten Flügelaltars von St. Ludwig in Saarlouis ist der Tabernakel. Auf seinen vergoldeten Flügeltüren ist in Gravurtechnik die Verkündigung des Erzengels Gabriel an die Jungfrau Maria, als Ursprung der Inkarnation Jesu Christi dargestellt. Der Tabernakel war nach dem Abbau des Steinleinschen Hochaltares in eine aus Ziegelsteinen erbaute Tabernakelstele von Gottfried Böhm eingebaut worden. Diese Stele in der Art eines modernen Sakramentshauses wurde im Gefolge der Rekonstruktion des Steinleinschen Altares entfernt.

In der Predellazone auf beiden Seiten des Tabernakels sind in geschnitzten Reliefs die Büsten der vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes als Zeugnisgeber der Menschwerdung sowie des Lebens, des Sterbens und der Auferstehung Jesu zu sehen.

Über dem Tabernakel legte Bildhauer Hans Steinlein eine polygonale Expositoriumsnische zur Aufnahme des Altarkreuzes oder der Monstranz an. Flankiert wird die Nische von anbetenden Engeln mit über der Brust gekreuzten Armen oder gefalteten Händen. Im Nischenbaldachin schwebt die Taube des Heiligen Geistes. Im darüber sich erhebenden Mittelturm des Hochaltares ist als vollplastische Skulpturengruppe unter einem auskragendem neospätgotischen Baldachin, der mit seinen sich ineinander verflechtenden, krabbengeschmückten Wimpergen an die Gestalt einer Dornenkrone gemahnt, der heilige Ludwig von Frankreich in Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu, dem Sinnbild der göttlichen Liebe, eingestellt.

Dogmatischer Hintergrund der Darstellung war die Einführung des Hochfestes des Heiligsten Herzens Jesu durch Papst Pius IX. im Jahr 1856 für die Weltkirche. Im Jahr 1899 weihte Papst Leo XIII. in der Enzyklika Annum sacrum die ganze Welt dem Heiligsten Herzen Jesu. In der Enzyklika äußert sich Leo XIII. zur königlichen Vollmacht Jesu über Himmel und Erde und empfiehlt dessen Heiligstes Herz als Gegenstand der frommen Andacht.[226] Die Unterordnung der weltlichen Macht König Ludwigs IX. unter die Allmacht Jesu und die Anbetung des Heiligsten Herzens als Symbol der unbegrenzten Liebe Christi durch den heiliggesprochenen französischen Herrscher in der Altardarstellung Steinleins entspricht damit ganz der damals aktuellen Theologie.

Flankiert wird der Mittelturm des Hochaltares von reichem Gesprenge, aus dem jeweils vier niedrigere Fialtürme aufsteigen. Die beiden inneren Fialtürme bergen unter Baldachinen die Figuren der beiden Apostelfürsten Simon Petrus (rechts) und Paulus von Tarsus (links) und nehmen so Bezug zu den beiden steinernen Nischenstatuen der ehemaligen barocken Fassade von St. Ludwig, die sich heute im Inneren des Böhmschen Kirchenbaues links und rechts des mittleren Kirchenportals befinden. Die Platzierung der beiden Apostel Petrus und Paulus ist durch das zweite Patronat der Ludwigskirche zu erklären. Die im Jahr 1688 auf Befehl König Ludwigs XIV. zerstörte Wallerfanger Kirche trug das Patrozinium der Apostelfürsten. Bei der Gründung der Stadt Saarlouis wurde das Wallerfanger Patrozinium auf die neue Stadtpfarrkirche St. Ludwig zusätzlich übertragen.[227]

Die beiden äußeren Fialtürme des Hochaltares, die sich über der Gelenkstelle der Schwenkflügel erheben, beinhalten Statuen von Zeitgenossen des heiligen Ludwig von Frankreich, Elisabeth von Thüringen (links) und Franziskus von Assisi (rechts), die ebenfalls wie jener in der sogenannten Imitatio Christi ihren Glauben zu verwirklichen suchten. Beide Heiligenfiguren beziehen sich auf die Saarlouiser Niederlassung der Franziskanerinnen von Waldbreitbach (St. Elisabeth-Klinik). In geöffnetem Zustand werden die beiden Figuren von Elisabeth und Franziskus durch die äußeren Altarflügel verdeckt.

Flügelreliefs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hochaltar weist sechs Bildreliefs aus dem Leben des heiligen Ludwig unter reich geschnitztem und vergoldetem Rankenwerk auf. Im geschlossenen Zustand sieht der Betrachter zwei Flügel, im geöffneten Zustand werden vier Flügel sichtbar.

Die Königssalbung Ludwigs in Reims[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Flügelrelief "Die Königssalbung Ludwigs in Reims"

In geschlossenem Zustand sieht der Betrachter im linken Flügel (Inschrift: "St. Ludwig wird zum Koenig gesalbt") die Salbung des zwölfjährigen Ludwig zum König von Frankreich. Der kindliche König kniet mit gesenktem Haupt im goldenen Nimbus und mit zum Gebet gefalteten Händen auf einem gepolsterten Knieschemel, um vom Bischof von Soissons in Reims durch die Salbung mit dem heiligen Salböl in das Königsamt eingesetzt zu werden. Zwei weltliche und zwei geistliche Würdenträger assistieren der heiligen Handlung und halten Herrschaftsinsignien. Ein Ministrant trägt eine brennende Kerze.

Diese Salbungs-Zeremonie hatte eine lange, womöglich bereits auf die fränkische Zeit zurückgehende Tradition. In der Kathedrale von Reims, der Krönungskirche der französischen Könige, wurde bis zur Revolution eine Phiole mit „heiligem Salböl“ aufbewahrt, das der Legende nach eine Taube zur Taufe des Merowingerkönigs Chlodwig I. im Jahr 496 oder 499 vom Himmel auf die Erde gebracht haben soll. Tatsächlich wurde wohl erst der Karolinger Pippin III., der den letzten Merowinger abgesetzt hatte, im Jahr 751 zum König der Franken gesalbt. Dieses kirchliche Ritual sollte Pippin das Königsheil verleihen, das bis dahin allein durch Geblütsrecht in der herrschenden Dynastie weitergegeben werden konnte.

Nachweislich erfolgte die Salbung seit der Zeit der frühen Kapetinger bei allen Königskrönungen der französischen Geschichte. Bevor der Erzbischof von Reims dem neu zu krönenden König die eigentlichen Herrschaftsinsignien wie Krone, Zepter und Reichsschwert überreichte, strich er ihm mit dem rechten Daumen einige Tropfen dieses heiligen Öls, das zuvor auf einer Patene mit Chrisam vermischt wurde, auf die Brust. Dabei sprach er die rituelle Formel „Ungo te in Regem“ („Ich salbe dich zum König“). Die Verschmelzung von Salböl und Chrisam unterstrich die doppelte Sakralität des französischen Königs und bezog sich auf die alttestamentliche Salbung Sauls und Davids zum König von Israel durch den Propheten Samuel (1 Sam 10,1 EU). Das Ritual, das auch an Davids Nachfolgern vollzogen wurde, sollte dem Herrscher göttliche Gnade und einen herausgehobenen Status unter den Menschen verleihen, ihm aber auch vor Augen führen, dass er seine Macht wiederum Gott verdanke.

Ludwig wurde am 29. November 1226 in Reims durch den Bischof von Soissons, Jacques de Bazoches, zum König gesalbt und gekrönt. Auf eine traditionelle Weihe durch den Erzbischof von Reims musste verzichtet werden, da seit dem Tod des Erzbischofs Guillaume de Joinville vier Monate zuvor dieses Kirchenamt noch vakant war. Das geringe Alter des Königs brachte das Königtum in eine kritische Situation, denn der Lehnsadel Frankreichs hatte unter der Herrschaft von Ludwigs Großvater Philipp II. August und Vater Ludwig VIII. des Löwen († 1226) erheblich an Macht verloren, weshalb sich bereits unter seinem Vater eine breite Opposition der Vasallen gegen die Krone gebildet hatte. In der Frage der Vormund- und Regentschaft für den jungen König versuchte nun diese Opposition, ihre Interessen und Positionen gegenüber der Krone zu stärken, indem sie die Rechtmäßigkeit der von 1226 bis 1235 andauernden vorübergehenden Regierungsübernahme bis zur Volljährigkeit Ludwigs durch dessen Mutter, Blanka von Kastilien († 1252), als Frau und zudem Landesfremde, bestritten.[228]

Ludwig nimmt das Kreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Flügelrelief "St. Ludwig erfleht den Segen vor dem Kreuzzug"

In geschlossenem Zustand sieht der Betrachter im rechten Flügel (Inschrift: "St. Ludwig erfleht den Segen vor dem Kreuzzug") den Beginn des Kreuzzuges (Sechster Kreuzzug) von 1244 durch König Ludwig von Frankreich. Ludwig, in purpurfarbenem Gewand mit Königskrone und goldenem Mantel kniet vor einem ihn segnenden Bischof mit assistierendem Mönch. Hinter dem König kniet ebenfalls ein geharnischter Ritter mit großem Schild, auf dessen silberner Fläche als Symbol des Kreuzzuges ein rotes Kreuz zu sehen ist. Zwei weitere Kreuzritter tragen Schwerter und Lanze. Mit den drei dargestellten Rittern könnten Ludwigs Brüder Robert von Artois (1216–1250), Alfons von Poitiers (1220–1271) und Karl von Anjou (1227–1285) gemeint sein.

Während einer Malariaerkrankung, die Ludwig im Jahr 1244 an den Rand des Todes brachte, hatte er Gott gelobt, falls er wieder genesen sollte, einen Kreuzzug führen zu wollen. Den Wunsch, das Heilige Land vom Islam zu befreien, hatte Ludwig schon lange zuvor gehegt. Bereits im Jahr 1239 hatte Ludwig den sogenannten (Kreuzzug der Barone) unter Theobald von Champagne mit Geldzahlungen unterstützt. Dieser Waffengang erbrachte trotz vieler Schwierigkeiten bis zum Jahr 1241 erhebliche christliche Gebietsgewinne, doch ging ein Großteil davon schon im Jahr 1244 wieder verloren und die Niederlage in der Schlacht von La Forbie (17. bis zum 18. Oktober 1244) brachte die Kreuzfahrerstaaten in arge Bedrängnis. Deshalb erachtete Ludwig, der fromm erzogen worden war und mit äußerster Gewissenhaftigkeit seine Christenpflicht zu erfüllen suchte, einen Zug nach Outremer nun für seine dringlichste Aufgabe.

Nach seiner Genesung, die der König der Hilfe Gottes zuschrieb, nahm Ludwig schließlich die Vorbereitungen zu einer bewaffneten Pilgerfahrt mit großer Sorgfalt auf. Von Papst Innozenz IV. erreichte er im Jahr 1245 die Bestätigung seines Gelübdes und stach am 25. August 1248 mit seinen Brüdern Robert und Karl (Alfons sollte später nachfolgen) von Aigues-Mortes aus mit einem ca. 15.000 Mann starken Kreuzfahrerheer in See.

Nach einer Überwinterung auf Zypern landete das Heer Anfang Juni 1249 an der Küste Ägyptens und nahm am 5. Juni 1249 die Hafenstadt Damiette ein. Der Weg der Kreuzfahrer nach Kairo wurde bei der Stadt al-Mansura aufgehalten, wo Ludwigs Bruder Robert getötet wurde. In der Folgezeit geriet Ludwig in Gefangenschaft und kam nur gegen die Zahlung eines hohen Lösegeldes frei.

Am 24. April 1254 verließ Ludwig das Heilige Land. Damit war der Kreuzzug mit dem Ziel der Befreiung Jerusalems und einer Schwächung der muslimischen Mächte gescheitert.[229]

Ludwig befreit die Gefangenen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Flügelrelief "St. Ludwig begnadigt die Gefangenen"

In geöffnetem Zustand sieht der Betrachter im äußersten linken Flügel (Inschrift: "St. Ludwig begnadigt die Gefangenen") den noch kindlichen König Ludwig auf einem Scherenstuhl mit Löwenköpfen sitzend. Er trägt ein goldenes Gewand und einen königlichen Kronreif auf dem nimbusumrahmten Haupt. Hinter ihm stehen seine ebenfalls nimbusumrahmte Mutter Blanka von Kastilien in gotischer Tracht mit Schleier und Kronreif, assistiert von einem Bischof mit Segensgestus und Bischofsstab (vermutlich Erzbischof Gautier von Sens, dem engsten Berater der Königin), die durch das Auflegen ihrer Hand auf den Oberarm ihres kleinen Sohnes diesen zum Vollzug der christlichen Werke der Barmherzigkeit anzuhalten scheint. Aus einem hölzernen Gefängnistor mit prächtigen gotischen Beschlägen treten vier verängstig dreinschauende Gefangene in grauen Häftlings-Jacken und blockgestreiften rot-grauen Kurzhosen und Pantinen heraus. Drei von ihnen sind bereits vor dem königlichen Kind auf die Knie gesunken. Einer küsst Ludwig die Füße und einer blickt ihn in gebetsähnlicher, händeringender Haltung dankbar an. Ein bereits aufgebauter Galgen zeigt an, dass Ludwig die Gefangenen gerade durch Begnadigung vor der drohenden Hinrichtung bewahrt hat.

Theologischer Hintergrund der Szene ist die Aufforderung Jesu in der sogenannten Endzeitrede im Evangelium nach Matthäus Mt 25,31–46 EU, sich der Gefangenen anzunehmen, das sechste Werk der Barmherzigkeit. Dem Betrachter wird hierbei Ludwig als Vorbild der christlichen Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Vergebungsbereitschaft dargestellt.

Ludwig speist die Armen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Flügelrelief "St. Ludwig speiset die Armen"

In geöffnetem Zustand sieht der Betrachter im linken, die Expositoriumsnische flankierenden Flügel (Inschrift: "St. Ludwig speiset die Armen"), den jugendlichen König von Frankreich mit einem dünnen Kronreif auf dem Haupt in der Mitte einer hochgotischen Raumszenerie mit Maßwerkfenstern und Gewölben an einem Tisch mit zwei Armen. Dahinter nähert sich von der Seite ein Bresthafter auf Achselstütz-Krücken. Während Ludwig dem zu seiner Rechten auf einem Schemel sitzenden Notleidenden mit seiner Linken Brot reicht, schenkt er mit seiner Rechten dem Mann zu seiner Linken aus einer Kanne Wein aus. Die Darstellung bezieht sich auf eine Bibelstelle im Matthäusevangeliums Mt 6,3 EU: "Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten."

Zu Füßen des Tisches hat sich ein kleiner Hund als Symbol christlicher Treue und Demut gekauert. Ein königlicher Bediensteter im Hintergrund schaut missbilligend und verachtend dem Geschehen, das ikonographisch der Emmaus-Szene nachgebildet ist, zu. Brot und Wein der Armenspeisung haben ebenfalls einen eucharistischen Bezug.

Der Bildhauer Hans Steinlein stellt hier den heiligen Ludwig im Sinne einer selbstlosen Imitatio Christi geradezu als Inkarnation des abendmahlsspendenden Christus im ersten Werk der Barmherzigkeit, dem Speisen der Hungrigen, dar. Die beiden am Tisch sitzenden Armen scheinen, ungläubig wie die Emmaus-Jünger, die Bedeutung des Geschehens noch nicht fassen zu können. Trinitarische Motive (Dreizahl der gotischen Fenster im angedeuteten Raum, Dreierverschlingung der Fischblasenmaßwerke, sogenannte Dreischneuße, in den Fenstern) könnten im Zusammenhang mit dem Jesuswort aus dem Weltgerichtsgleichnis Mt 25,40 EU, ikonographisch als verborgene Anwesenheit Gottes im karitativen Handeln gedeutet werden: "Was ihr einem meiner geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan."

Ludwig bestattet die Pestleichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Flügelrelief "St. Ludwig bestattet die Pestleichen"

In geöffnetem Zustand sieht der Betrachter im rechten, die Expositoriumsnische flankierenden Flügel (Inschrift: "St. Ludwig bestattet die Pestleichen"), wie Ludwig auf dem Siebten Kreuzzug angetan mit Ritterrüstung, gekröntem Helm und königlichem Umhang vor den Toren von Tunis einen bleichen Leichnam in seinen Armen hält. Die Darstellung erinnert an Pietà-Darstellungen der Gottesmutter Maria mit ihrem toten Sohn Jesus in den Armen. Ein Totengräber steht in einer bereits ausgehobenen Grube. Mit der Rechten ergreift er den Toten, mit der Linken hält er sich Nase und Mund gegen den beißenden Verwesungsgeruch zu. Zwei Ritter in prächtiger Rüstung, vielleicht die Brüder Ludwigs, blicken teilnahmsvoll auf den Leichnam. Zwischen Ludwig und den beiden Rittern liegt bereits ein weiterer Leichnam. Weitere Kreuzzugsangehörige hat der Bildschnitzer Hans Steinlein zwischen der Gruppe im Vordergrund und der angedeuteten Stadtmauer von Tunis positioniert.

Die Darstellung thematisiert das siebte Werk der Barmherzigkeit, das Bestatten der Toten. Dieses Werk ist nicht neutestamentlich, wurde aber vom Kirchenvater Lactantius mit Bezug auf das Buch Tobit (Tob 1,17–20 EU) dem Kanon der karitativen Handlungen hinzugefügt und hatte sich in der Folge als Bestandteil der sieben Werke der Barmherzigkeit etabliert.

Historischer Hintergrund der Darstellung ist, dass seit dem Scheitern seines Kreuzzuges nach Ägypten Ludwig dazu entschlossen war, einen weiteren Kreuzzug gegen die Muslime zu unternehmen. Nachdem er das Heilige Land im Jahr 1254 in Richtung Frankreich verlassen hatte, unterstützte der König den Unterhalt eines ständigen christlichen Regimentes, das einen erneuten Kreuzzug vorbereiten sollte. Die ohnehin ständig bedrohte Existenz der restlichen christlichen Herrschaften im Heiligen Land war in den sechziger Jahren des 13. Jahrhunderts einer noch zunehmenden Bedrohung ausgesetzt, nachdem der Mamelukensultan Baibars I. nacheinander weite Gebiete eroberte.

Ludwig erachtete einen neuen Kreuzzug nun für dringlicher denn je, obwohl seine unmittelbare Umgebung dieses Vorhaben ablehnte. Ludwig setzte sich über zahlreiche Bedenken hinweg und legte im Jahr 1267 ein neues Kreuzzugsgelübde ab, das er sich von Papst Clemens IV. bestätigen ließ. Ludwig entschied sich für einen Angriff auf den Sultan von Tunis, al-Mustansir, da er glaubte, diesen zum Übertritt zum Christentum bewegen zu können.[230]

Obwohl bereits im vorangeschrittenen Alter und durch Krankheiten geschwächt, eroberte Ludwig im Sommer 1270 die Stadt Karthago. Sultan Muhammad I. al-Mustansir verweigerte jedoch die Annahme des christlichen Glaubens und verschanzte sich in Tunis. Ludwig schloss den Belagerungsring um die Stadt, jedoch brach im Kreuzfahrerheer durch unhygienische Verhältnisse die Bakterienruhr aus. Ludwigs Sohn Johann Tristan, der 1250 im Verlauf des Sechsten Kreuzzuges in der ägyptischen Hafenstadt Damiette geboren worden war, und seinen Vater beim Siebten Kreuzzug begleitete, erkrankte ebenfalls an der Ruhr und starb kurz darauf zur großen Bestürzung seines Vaters. Vielleicht stellt die Szene auf dem Hochaltarflügel diese Begebenheit dar.[231]

Ludwig auf dem Sterbelager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Flügelrelief "Tod des hl. Ludwig"

In geöffnetem Zustand sieht der Betrachter im äußersten rechten Flügel (Inschrift: „St. Ludwig auf dem Sterbelager“) den Tod des heiligen Ludwig während des Siebten Kreuzzuges in der Nähe von Tunis im Jahr 1270. Der vom Tod gezeichnete König liegt auf einem weißen Laken, abgeschirmt von einem provisorischen Vorhang. Den goldenen Kronreif mit französischen Lilien (Fleur-de-Lys) hat er abgelegt. Der im hohen Mittelalter aufgekommenen Legende nach wurde die Lilie dem Merowingerkönig Chlodwig I. bei seiner Bekehrung zum Christentum von einem aus dem Himmel herabgestiegenen Engel überreicht, wie auch schon das heilige Salböl der Königssalbung ein göttliches Geschenk gewesen war.

Sterbend erhebt der König seine rechte Hand in Richtung des Kreuzes, das ihm von einem neben ihm knienden Mönch gezeigt wird. Der legendarischen Überlieferung nach sollen seine letzten Worte gewesen sein: „Wir werden einziehen nach Jerusalem.“ In der Nähe des nimbusgeschmückten Hauptes des Königs erhebt ein Mönch segnend und entsetzt zugleich die Hände. Ein weiterer Mönch hält einen Hirtenstab. Die Mönche tragen Tonsur und sind mit weißen priesterlichen Gewändern bekleidet. Zu Füßen des heiligen Ludwig ist ein jugendlicher Ritter auf die Knie gesunken und betet. Hinter ihm steht ein Ritter mit Helm in nachdenklicher Haltung. Er hält mit seiner Linken seinen rechten Ellenbogen und stützt mit seiner rechten Hand seinen in Trauer geneigten Kopf. Trotz seines Hinsterbens ist Ludwig aktives Zentrum des Geschehens. Anhand seines Gesichtsausdruckes scheint er in festem Glauben an die Auferstehung gelassen in den Tod zu gehen und die Anwesenden in dieser Überzeugung zu festigen.

Ludwig hatte während seines Lebens stets die Orden gefördert, Kirchen reich beschenkt und die karitativen Werke in großem Maße erweitert, wobei er sich in demutsvoller Haltung persönlich der Armenfürsorge gewidmet hatte. Nach seinem ersten Kreuzzug war er zum strengen Büßer geworden. Dem Reliquienkult und dem Ablasswesen tief verbunden, ließ er zwischen 1244 und 1248 in Paris die Sainte-Chapelle errichten. Die Kapelle diente als Aufbewahrungsort der Passionsreliquien, der Dornenkrone Christi und von Teilen des „Wahren Kreuzes“ sowie der Spitze einer Lanze, die dem römischen Hauptmann Longinus gehört haben soll. Diese Reliquien hatte der König im Jahr 1237 dem lateinischen Kaiser Balduin II. in Konstantinopel abgekauft.

Nach dem Tod seines Sohnes Johann Tristan starb der König am 25. August 1270 ebenfalls an der Bakterienruhr, angeblich um drei Uhr nachmittags, zur selben Stunde wie Christus. Beide, Ludwig und sein Sohn, wurden nach Frankreich überführt und in der Basilika Saint-Denis beigesetzt.[232]

Die seiner Lebensführung zuerkannte Heiligmäßigkeit führte rasch nach seinem Tod zur Eröffnung eines Kanonisationsprozesses, der mit der Heiligsprechung durch Papst Bonifatius VIII. im Jahr 1297 seinen positiven Abschluss fand.[233]

Gemälde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden großformatigen Ölgemälde im Eingangsbereich der Kirche mit der Signatur "Dupuy" wurden wohl am Ende des 17. Jahrhunderts vom Metzer Künstler Nicolas Dupuy gefertigt und von König Ludwig XIV. der Pfarrkirche gestiftet. Dupuy stammte aus Pont-à-Mousson und war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bis zum Jahr 1706 als Hofmaler Herzog Leopolds I. von Lothringen beschäftigt.[234] Außer seinen Saarlouiser Bildern sind von Dupuy noch drei Gemälde in Nancy bekannt.[235]

Während der Wirren der Französischen Revolution wurde das Saarlouiser Gotteshaus im Januar 1794 verwüstet und geschändet. Die Gemälde konnten jedoch gerettet werden. Sie befinden sich heute im Vorraum der Kirche. Die beiden Ölgemälde wurden in den 1950er Jahren von dem Saarbrücker Maler und Restaurator Ernst Sonnet restauriert. Zum 300-jährigen Stadtgründungsjubiläums im Jahr 1980 wurden die beiden Gemälde nach sorgfältiger Restaurierung im Kircheninneren wieder aufgehängt.[236]

Die heilige Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicolas Dupuy: Die heilige Familie, 1687, Öl auf Leinwand, 133 × 178 cm

Das Ölgemälde (Öl auf Leinwand, 133 × 178 cm) mit der Darstellung der Heiligen Familie im Eingangsbereich der Kirche stammt noch aus der barocken Pfarrkirche und wurde im Jahr 1687 geschaffen. Das Bild wurde vermutlich im Jahr 1865 aus der abzubrechenden barocken Kirche entfernt und seitdem im Pfarrhaus aufgehängt. Erst nach 1970 kam es wieder in das Böhmsche Kirchengebäude. Das Gemälde zeigt einen Besuch der Familie Johannes des Täufers mit seinen Eltern bei der Heiligen Familie, eine in der Kunstgeschichte selten thematisierte Konstellation, die nicht in der Bibel erzählt wird. So wie die schwangere Jungfrau Maria ihrer Base Elisabeth vor der Geburt des Johannes einen Besuch abgestattet hatte (Lk 1,39-56 EU), so besucht jetzt Elisabeth mit ihrem Mann und dem Sohn der Familie die Verwandtschaft in Nazareth. Das Jesuskind sitzt auf dem Schoß der Jungfrau Maria und streckt seine Ärmchen aus, um den ihm zustrebenden kleinen Johannes begrüßend zu umarmen. Johannes’ Mutter Elisabeth, dargestellt als Frau im fortgeschrittenen Alter, unterstützt die dem Jesuskind zugewandte Bewegung ihres kleinen Sohnes. Während Zacharias, der Vater des Johannes, sich in ehrfürchtiger Haltung vor dem Jesuskind verbeugt, blickt Josef in nachdenklicher Haltung auf die Szene, indem er seinen Kopf mit der Hand stützt. Die Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind ist als Helligkeitszentrum des Gemäldes gestaltet. Ein aufwirbelnder roter Vorhang am linken oberen Bildrand schließt die einträchtig-friedvolle Komposition ab und gibt den Blick auf eine Landschaftsszene frei. Im Jahr 1832 wurde das Ölgemälde restauriert und ist durch diese Behandlung in der Folgezeit stark nachgedunkelt. Vermutlich im Jahr 1890 war es aus der Kirche entfernt und danach im Pfarrhaus aufgehängt worden.[237]

Die Apotheose des heiligen Ludwig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicolas Dupuy: Die Apotheose des heiligen Ludwig, 1694, Öl auf Leinwand, 220 × 350 cm

Das Ölgemälde (Öl auf Leinwand, 220 × 350 cm) mit der Darstellung der Aufnahme des heiligen Ludwig in den Himmel im Eingangsbereich der Kirche stammt aus dem Jahr 1694 und gehört noch zur Ausstattung der barocken Pfarrkirche. Den Begriff der Apotheose griff das Zeitalter des Barock aus der griechisch-römischen Antike wieder auf. In deren mythologischer Vorstellung wurden heroische Menschen aufgrund ihrer sittlich hervorragenden Taten zu Göttern erhoben, woraufhin ihnen fürderhin mit göttlichen Ehrenbezeugungen gehuldigt werden sollte. Vermutlich diente das Saarlouiser Gemälde als Zentralbild des Hochaltares in der Apsis der barocken Kirche.[238] In der unteren rechten Hälfte des Bildes kniet der heilige Ludwig mit jugendlich-anmutigen Zügen und in demütiger Haltung im königlichen Hermelinornat während des Partikulargerichtes im Augenblick seines Dahinscheidens vor der göttlichen Majestät. Seine rechte Hand hat er auf sein Herz gelegt, während seine Linke auf die Krone Frankreichs und das Königs-Szepter verweist, die beide auf einem prunkvollen Quastenkissen zu Füßen Christi liegen. Der Gestus verdeutlicht, dass der Herrscher Frankreichs alle von Gott durch die Königssalbung empfangene weltliche Macht hinter sich gelassen hat und sie nun in Gottes Hände zurückgibt, um von ihm, wie in der Offenbarung des Johannes verheißen, die "ewige Krone" zu empfangen: "Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben." (2,10 EU)

In der linken Hälfte des Bildes erscheint in der oberen Mitte auf den Wolken des Himmels zu Ludwig im Triumph herniedersteigend der auferstandene Christus mit dem Kreuz auf seiner Schulter. Das prächtige Krönungsornat des Königs und Christi einfacher Lendenschurz entsprechen sich antithetisch. Christi Rechte verweist den König in Richtung seines himmlischen Vaters, der an der Spitze des Bildes im Himmel thront und Ludwig mit erhobener Hand in Begleitung eines Engels, der die Kreuzigungsnägel Christi präsentiert, zu empfangen scheint. Die Figurenkonstellation bezieht sich auf das Jesuswort aus dem Johannesevangelium: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen.“ (14,6-7 EU)

Der äußerste rechte Rand des Bildes ist wie die Mitte von jeweils zwei Kinderengeln ausgefüllt: Zwei Putten, ähnlich denen der Sixtinischen Madonna Raffaels betrachten das Geschehen auf einer Wolkenbank, zwei kleine Engel halten die Schleppe des königlichen Hermelinmantels. Seitlich des Königs erhebt sich mit aufwirbelnden üppigen Gewändern und flatternden Haaren ein Engel, der auf einem weißen Tuch die Dornenkrone Jesu emporhält.

Die Figurenkonstellation des Bildes beschreibt eine Linienführung in der Form eines "X". Vom Kreuzesstamm über die linke Hand Ludwigs, die Christus die Insignien des französischen Königtums darbietet, bis zum von einem Engel getragenen Saum des Königsmantel lässt sich eine Linie ziehen. Ebenso lässt sich eine Verbindungslinie vom linken Flügel des dornenkronentragenden Engels über Kopf und rechtem Arm des Heiligen zum Kissen am Boden mit den Herrschaftszeichen denken. Die Dornenkrone auf dem schlichten Tuch in der Höhe und die Königskrone Frankreichs auf dem prunkvollen Kissen am Boden entsprechen sich als Gegensatzpaar. Die Überkreuzstellung der Gesamtkonstellation des Bildaufbaues kann als personale Gestaltwerdung des griechischen Buchstabens "Chi", des Anfangsbuchstabens des Wortes "Christos" (der Gesalbte), gedeutet werden. Ebenso entsteht hier ein gedanklicher Bezug zu Ludwig, der ebenfalls als mit dem heiligen Salböl in sein Amt Eingesetzter, von Gott Beauftragter, verstanden wurde. Das Bild visualisiert in seiner Aussage im Bezug auf die christuszentrierte Lebensführung des heiligen Ludwig insgesamt das Jesuswort aus dem Matthäusevangelium: "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen." (16,24-27 EU)

Im Gemälde wird das überirdische unbegreifliche Geschehen des christlichen Glaubens vom Künstler in pralle, geradezu handgreifliche Realität umgesetzt, die den staunenden Betrachter ganz im Sinne eines barocken Theatrum sacrum in die Szenerie hineinzieht und vereinnahmt, sodass sich Immanenz und Transzendenz zu durchdringen beginnen.

Kreuzweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Kreuzwegstationen des Malers Arthur Tholey

Der Kreuzweg wurde durch den Überherrner Maler Arthur Tholey (1921–1976) in den frühen 1970er Jahren gemalt. Tholey hatte an der Akademie der Bildenden Künste München seine Ausbildung begonnen, musse diese jedoch bereits nach einem halben Jahr aufgrund einer Einberufung zum Kriegsdienst abbrechen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges besuchte er für ein Jahr die Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken. Den Lebensunterhalt für sich und seine Familie musste sich Tholey durch eine berufliche Tätigkeit als Anstreicher verdienen. Seine Bilder stellte er erst mit dem Beginn der 1970er Jahre aus, nachdem er eine Krankheit überwunden hatte; zunächst in seiner Heimatgemeinde Überherrn, dann auch in Saarbrücken und den benachbarten Regionen.[239] Der Bilderzyklus wurde der Pfarrei von der Witwe des Künstlers nach dessen Tod angeboten und schließlich für St. Ludwig angekauft.

Skulpturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), historistische Statue des heiligen Ludwig in Kreuzrittergewand und königlichem Hermelinmantel mit der Dornenkrone Christi

Die Kirche weist eine reiche Ausstattung historistischer Skulpturen auf, darunter eine Statue des hl. Ludwig als Kreuzritter sowie ein Kreuz mit Corpus, die beide aus dem neogotischen Müllerschen Kirchenbau herübergerettet wurden. Die Kreuzesdarstellung war ursprünglich frei schwebend über dem Altarraum aufgehängt. Der Corpus konnte gerettet werden. Die heutigen Kreuzbalken mit aufgemalter Reliefierung sind nur eine provisorische Rekonstruktion des verloren gegangenen Originals.[240] Aus dem Canisianum wurden ebenfalls Statuen übernommen.

Eine barocke vergoldete Abendmahlsreliefschnitzerei vom Anfang des 18. Jahrhunderts wurde im Böhmschen Betonbau an der Wand angebracht. Es ist unklar, ob das Relief als Predella oder als Antependium des Hochaltares verwendet wurde. In der bildlichen Wiedergabe des barocken Innenraumes aus dem Jahr 1834 taucht das Relief nicht auf. Es wurde vermutlich bei der Anschaffung des marmornen Hochaltares im Jahr 1829 entfernt und anschließend im Pfarrhaus auf dem Dachboden im Jahr 1936 durch Dechant Unkel wiedergefunden.[241] Eine Neuvergoldung des Reliefs erfolgte im Jahr 1989-1990 durch das Fraulauterner Atelier Fritzen.[242]

Die zwölf Apostel sind entsprechend der Schilderung der Bibel um den Abendmahlstisch herum versammelt (Mt 26,17–29 EU, Mk 14,12–26 EU, Lk 22,14–20 EU, Joh 13,2–4 EU, 1 Kor 11,23–26 EU). Im Zentrum des Geschehens befindet sich Jesus, dessen Haupt mit einem Strahlenkranz umgeben ist. Vor dem Tisch steht noch die Waschschüssel und die Wasserkanne der Fußwaschung, wie sie im Johannesevangelium berichtet wird (Joh 13,1-11 EU). Auf dem Tisch befindet sich im Zentrum das Paschalamm flankiert von zwei Brotschalen. Neben der Schale mit dem Lamm steht der Abendmahlskelch. Den Tisch flankieren Nischen mit Deckenleuchtern. In der rechten Nische ist die Eingangstür des Raumes angedeutet. In der linken Nische stehen auf einer großen Platte mit zwei großen Kannen. Die äußeren Partien des Reliefs zeigen rechts die beiden Gesetzestafeln mit den Zehn Geboten. Links schenkt eine Person an einer Speisenanrichte, die von einem Vorhang etwas verdeckt wird, Wein aus, während Brote auf einem Tellerstapel angerichtet sind.

Die Szene thematisiert den Austausch des blutigen Tieropfers (Lamm) durch das unblutige pflanzliche Opfer (Brot und Wein) sowie die Ablösung des alten Bundes am Sinai durch die Spendung des neuen Bundes durch den Kreuzestod und die Auferstehung Jesu.

Der Ambo, dessen Buchauflage von einem in Gold gefassten Pelikan getragen wird, wurde aus einem Eichenstamm des 200 Jahre alten Pfahlrostes des Barockturmes geschnitzt. Die Sedilien stammen ebenfalls noch aus der neogotischen Kirche. Ebenso zur neogotischen Ausstattung der Müllerschen Kirche gehört ein neogotischer Beichtstuhl, den der Saarlouiser Schreinermeister Johann Baptist Neibecker in seiner Werkstatt in der Bierstraße gefertigt hatte. Der Beichtstuhl war ein Votivgeschenk des Schreinermeisters, da sein zehntes Kind vom Dach gestützt war und trotz lebensbedrohlicher Kopfverletzungen wieder gesundete. Die Schnitzreliefs zeigen die Leidenswerkzeuge Jesu Christi sowie die Bourbonischen Lilien.[243]

Marienikone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marienikone

Im hinteren Teil der Kirche an der Rückseite des Orgellettners befindet sich eine Marienikone. Kerzenständer bieten Platz für das Aufstellen von Votivkerzen. Das Marienbild in einem modernen Metallrahmen ist eine Kopie des Gnadenbildes Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe. Das Original aus dem 14. Jahrhundert stammt vermutlich von der Insel Kreta (Kretische Schule). Nach wechselnden Standorten wurde das Original im Jahr 1867 von Papst Pius IX. dem Redemptoristenorden für seine römische Kirche Sant’ Alfonso anvertraut, wo es seither den Hochaltar schmückt. Die Redemptoristen trugen durch ihre Volksmissionen entscheidend zur Verbreitung des Bildes bei. Ein Missionskreuz an der Außenseite der Apsis der Saarlouiser Ludwigskirche erinnert an die in der Pfarrei abgehaltenen Volksmissionen.

Die Gottesmutter ist auf der Ikone üblicherweise vor einem Goldgrund dargestellt, der die himmlische Sphäre symbolisieren soll. In Saarlouis ist der Goldgrund vollkommen durch eine moderne Metallabdeckung mit 16 Pflanzenbündeln verborgen. Maria trägt ein rotes Obergewand mit aufgemalter Goldschraffur sowie goldenen Borten. Der Schleier der Madonna ist in Stirnhöhe mit einem goldenen Stern geschmückt, der sich auf die Anrufung Mariens als "Stella maris" (dt. Meerstern) des lateinischen Hymnus Ave maris stella oder als Morgenstern in der Lauretanischen Litanei bezieht. Das goldnimbusgeschmückte Haupt Mariens ist von griechischen Abkürzungen flankiert, die sie als „Mutter Gottes“ kennzeichnen. Auf dem linken Arm trägt Maria das in Grün und Rot-Gold gekleidete Jesuskind. Das Haupt des Kindes ist von einem Heiligenschein umgeben, rechts daneben steht in griechischen Buchstaben abgekürzt der Name „Jesus Christus“.

Das Gesäß des Jesuskindes wird von der linken Hand der Mutter gehalten und greift mit beiden Händen nach ihrer Rechten. Sein in die Halsbeuge Mariens geschmiegter Kopf ist jedoch von seiner Mutter abgewandt. Der Blick des kleinen Jesus wendet sich einem Kreuz zu, das der schwebende Erzengel Gabriel zum Zeichen der Ehrfurcht mit verhüllten Händen trägt. Wie durch eine Geste vorausahnenden Erschreckens hat sich von einem Fuß des Kindes die kleine Sandale gelöst und ist im Begriff, zu Boden zu fallen.

Auf der anderen Seite des Marienhauptes schwebt der Erzengel Michael, der ebenfalls mit verhüllten Händen Leidenswerkzeuge Christi emporhält. Griechische Buchstaben kennzeichnen die Namen der beiden dargestellten Erzengel, die nach den Regeln der Bedeutungsperspektive vom Ikonenmaler wesentlich kleiner als die Jungfrau mit dem Kind dargestellt sind.

Fensterzyklus von Ernst Alt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Anlass des 300-jährigen Gründungsfestes der Stadt Saarlouis im Jahr 1980 wurde im Jahr 1979 durch den Saarbrücker Künstler Ernst Alt mit dem Pelikanfenster ein neuer Fensterzyklus in der Kirche begonnen,[244] der sukzessive bis zum Tod des Künstlers im Jahr 2013 weitergeführt wurde.[245] Die Fenster wurden von den Firmen Derix sowie „Die Kunstglaser“, beide in Rottweil, in Antikglas in einer Stärke von 2 bis 3 mm hergestellt. Leitender Schwarzlotmaler war Johannes Görgen. Die Einbrennung erfolgte in mehreren Etappen bei 600 °C. Die verwendeten Antikgläser fertigte die Glashütte Lamberts in Waldsassen.[246] Da die Entwürfe zu den noch ausstehenden Fenstern bereits vorliegen, könnte die Farbverglasung in Zukunft weitergeführt werden.

Die Themen der Fenster wurden so konzipiert, dass sie alle in gewisser Weise mit dem Lebensthema des heiligen Ludwig und dessen engem Bezug zur Dornenkrone Christi in Zusammenhang stehen. Ludwig IX. hatte im Rahmen seines Kreuzzuges im Jahr 1237 in Konstantinopel die angebliche Dornenkrone Jesu Christi erworben und zu deren Aufbewahrung die Sainte-Chapelle in Paris erbauen lassen. Sie wird jetzt in der Kathedrale Notre-Dame de Paris aufbewahrt. Die überwältigende farbintensive Innenraumwirkung der Sainte-Chapelle inspirierte Ernst Alt zur Konzeption des allegorisch hochaufgeladenen Fensterzyklus in St. Ludwig.[247]

Im Herbst 1979 stellte Ernst Alt in Saarlouis seine Fensterentwürfe vor und begann seine Erklärung mit dem Leitspruch "Es ist aus mit dem, was wir heile Welt nennen." Der Künstler hatte sich mit der Architektur des Böhmschen Betonbaues und deren Wirkung auf den Betrachter auseinandergesetzt und meinte diesbezüglich:[248]

„Es war mir Freude und Kampf zugleich, mich von der gegebenen Architektur formal inspirieren zu lassen und ihr in der Bildaussage zu widersprechen. Es galt also, die Lichtschächte und Sehschlitze dieser ungeheuren Kulthöhle und dieses inwendigen Gralsberges als Aus- und Einsicht zu gestalten.

Der Bau als expressive Betonplastik, die Stadt mit ihrem Vaubanschen Festungsgrundriss und der Titelheilige der Kirche – der heilige Ludwig – gaben das Programm zur Interpretation der Heilsgeschichte, die ich dem verlorenen Geschichtsverständnis unserer Tage entgegensetzen wollte: Macht und Ohnmacht, Königtum und Knechtschaft, Ruhm und Passion, Leben und Tod.“

Der Zyklus mit dem Titel "Saarlouiser Dornenpassion" sollte eine Deutung des "Dornenthemas" in der Bibel sein: angefangen vom Buch Genesis (Vertreibung aus dem Paradies, Widder bei Abraham im Dornbusch) über das Buch Exodus (brennender Dornbusch bei Mose), die metaphorischen Dornen der leidenden Dulder, Psalmisten und Propheten in der Bibel bis hin zur Dornenkrone in der Passion Jesus.

Darüber hinaus entwarf Ernst Alt weitere Fenster, die in einem Gesamtkonzept zu verstehen sind. Zwei Fenster sind bisher noch nicht verwirklicht worden, liegen allerdings im Entwurf vor. Die Farbverglasung der beiden hohen Seitenfenster konzipierte Ernst Alt als Prophetenfenster sowie als Königsfenster.[249]

Prophetenfenster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 10,50 m hohe Prophetenfenster sollte in biblisch-chronologischer Reihenfolge die Propheten als Knechte Gottes darstellen. Im unteren Bildteil pflanzt Noach nach der überstandenen Sintflut und dem Bundesschluss mit Gott (Gen 9,9-10 EU) einen Weinstock (Gen 9,20 EU). Der nächste Prophet ist Abraham, der aus der Stadt Ur in Chaldäa im Süden des heutigen Irak wegzieht und von Gott aufgefordert wird, in ein Land zu ziehen, das dieser ihm zeigen werde. Seine Nachkommen würden zahlreich sein und er werde ein Segen für alle Völker werden. Im hohen Alter zieht Abram somit nach Kanaan (Gen 11,27 EUGen 25,10 EU). Auf Abraham folgt in Ernst Alts Konzeption Mose, der als von Gott Beauftragter nach biblischer Tradition das Volk der Israeliten auf einer vierzig Jahre währenden Wanderung aus der ägyptischen Sklaverei in das kanaanäische Land führt, es selbst aber nicht betreten darf. Über Mose folgt Ijob, der als wohlhabender und gottesfürchtiger Mann im Land Uz lebt und dessen Glaube aufgrund einer Wette zwischen Satan und Gott schwer geprüft wird. An der Spitze des Fensters sollte der Prophet Jona dargestellt werden, der versuchte, sich dem Auftrag Gottes zu entziehen, sich aber schließlich dem göttlichen Willen fügen musste.[250]

Königsfenster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 7,50 m hohe Königsfenster sollte die „Ahnenreihe der Idealkönige von Salem (Jerusalem)“ darstellen. Angelehnt an die Königsgalerie mittelalterlicher Kathedralen oder den Thronsaal des Schlosses Neuschwanstein mit seiner Königsgalerie zeigt Ernst Alt einen vertikalen Chronologie-Reigen von Herrschergestalten, die jeweils auf den Schultern des Vorgängers stehen und spitze goldene Strahlenkronen tragen. Den Anfang macht der biblische Priesterkönig von Salem, Melchisedek, der, angetan mit priesterlicher Stola, dem höchsten Gott Wein in einem Goldkelch und Brot opfert Gen 14,18-20 EU. Ferner ist Melchisedek in Psalm Ps 110,4 EU erwähnt, einer Hoheitszusage an den davidischen König Israels, der zugleich Hoherpriester ist: „Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung des Melchisedek“. Im Neuen Testament wird die Gestalt des Melchisedek im Brief an die Hebräer in den Kapiteln 5–7 hervorgehoben. Hier wird Jesus Christus Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks Hebr 5,6.10 EU genannt und somit eine eigenständige Soteriologie konzipiert.

Auf den Schultern des greisen Priesterkönigs Melchisedek tanzt, nur umweht von einer sich um den nackten Körper schlängelnden weißen Stoffbanderole des priesterlichen Efod, der jugendliche König David mit der Harfe. Ernst Alt thematisiert hier die Episode aus dem Zweiten Buch Samuel, in der David die Bundeslade in einer feierlichen Prozession nach Jerusalem bringen lässt, vor dem Herrn in ekstatischer Weise tanzt und sich dadurch in den Augen seiner Frau Michal lächerlich macht (6,14-22 EU). Den Harfenkopf hat Ernst Alt als Traubenklotz gestaltet, der sich auf die Traubenkuchenspende bei der Verbringung der Bundeslade nach Jerusalem und auf die neutestamentliche Eucharistie beziehen kann.

Mit der Person Davids verbindet sich die prophetische Verheißung, dass der erwartete Messias aus dem Haus David stammen müsse, sodass Jesus im Neuen Testament mehrfach mit dem Titel „Sohn Davids“ angeredet wird. In der christlichen Ikonographie des Mittelalters galt David als der Prototyp des Psalmisten und des Dichters. Im Hymnus Dies irae prophezeit er zusammen mit der Sibylle das Herankommen des Jüngsten Gerichts. Darüber hinaus wurde David in der höfischen Vorstellung des Mittelalters als beispielhafter Ritter und König angesehen. Ebenso diente die biblische Salbung Davids durch den Propheten Samuel im Mittelalter als Vorbild für die kirchliche Königssalbung.

Auf den Schultern seines Vaters David stellt Ernst Alt nun dessen Sohn Salomo. Angetan in prächtigen Königsgewändern schwingt er ein goldenes Rauchfass und hält in seiner Rechten einen aufplatzenden Granatapfel. Das Rauchfass deutet auf den Tempelkult hin, den er in Jerusalem mit der Erbauung des ersten Tempels begründete. Sprichwörtlich wurde seine Weisheit. Traditionell gilt Salomo als Autor der biblischen Schriften Buch der Sprichwörter, Kohelet, Hoheslied und Buch der Weisheit. Der Granatapfel stellt einen Bezug her zum Hohenlied, wo die Vorzüge der Geliebten mit der Wohlgestalt eines Granatapfels verglichen werden.[251]

An der Spitze der Königsgalerie scheint abschließend König Ludwig IX. von Frankreich, der Schutzpatron des Saarlouiser Kirchengebäudes, mit dem wehenden Kreuzzugsbanner in das himmlische Jerusalem steigen zu wollen. Angetan mit Ritterrüstung und blauem Königsmantel hebt er in seinen Händen die Dornenkrone Christi empor. Im Zentrum der von goldenen Funken erleuchteten tiefroten Dornenkrone erscheint der goldene Davidstern. Von der Dornenkrone fließt ein Blutstrom als Symbol von Schuld und Machtmissbrauch herab, besudelt alle Könige, die unter Ludwig stehen und fließt schließlich in den Goldkelch des Melchisedek im unteren Bildteil.[252]

Saarlouiser Dornenpassion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fensterzyklus des Alten Testamentes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fensterzyklus des Alten Testamentes und der Geschichte des Judentums enthält bisher fünf Bildfenster.

Der Granatdornharfner oder der Lebenspsalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Alt entwarf das Fenster im Jahr 1981. Das Glasbild befindet sich oberhalb der Fenster, die alttestamentliche Themen behandeln. Zentrum des Bildes ist eine Harfe, deren Bogen von Dornenzweigen gebildet wird, die von tiefem Rot am Harfenfuß über leuchtendes Gelb am Harfenhals zu frischem Grün am Harfenkopf changieren. Der Harfenfuß ist in der Form und Farbe eines menschlichen Herzens ausgebildet. Der Harfenkopf entfaltet sich in frisches Blattwerk, in dem der Betrachter die vier Entwicklungsstadien eines Granatapfels von der roten Blüte über die kleine Frucht, die reife Frucht sowie die aufbrechende Frucht mit ihren durchscheinenden Samenmänteln erkennen kann. Die Samen des Granatapfels ergießen sich mit blutrotem Fruchtsaft aus der Fruchtschale, wecken Assoziationen zu einer blutenden Wunde, und scheinen über die welligen dunkelvioletten Websäume des Gebetsmantes in der unteren Bildhälfte dem knorrigen herzförmigen Harfenfuß zuzufließen. Der Granatapfel wird mehrfach im Alten Testament der Bibel erwähnt.[253] Traditionell steht er symbolisch für Leben in Fülle, reiche Fruchtbarkeit, aber auch für Blut und Tod.

Die Harfe wird von einem Mann gespielt, dessen Gesicht mit in sich gekehrten Augen hinter den Saiten der Harfe sichtbar wird. Seine Hände sind feingliedrig. Am Ringfinger der rechten Hand trägt der Harfenspieler einen goldenen Ring, der als Sinnbild der treuen Gebundenheit, aber auch im Zusammenhang mit der Lessingschen Ringparabel gesehen werden kann. Das ausgezehrtes Gesicht und die weißen Haare des Mannes deuten ein fortgeschrittenes Alter an. Langer Bart, Schläfenlocken[254] sowie sich wellenförmig aufbauschender Gebetsmantel mit blauen eingewebten Streifen und langen Saumfäden lassen den Mann als Juden erkennen. Die geöffneten bleichen Lippen des greisen Harfenspielers deuten begleitenden Gesang an. Der herzförmige Harfenfuß ist vom Künstler an der Brust des Harfenspielers positioniert und erweckt den Eindruck eines offenliegenden Herzens.

Die in sich verflochtene Struktur des Herz-Harfenfußes sitzt am unteren Rand des Bildes auf und kann auch als Wurzelstock des Granatdornes gedeutet werden. Im Kopfbereich des alten Mannes bildet der Harfenbogen ein rot-goldenes Kronengeflecht. Die zyklische Struktur der psalterförmigen Harfe vom Wurzelstock über die Dornentriebe hin zur sich ergießenden Frucht weckt Assoziationen zum Zyklus des Lebens mit seinem Werden und Vergehen.

Der Harfenspieler scheint als der große Erzähler des gewaltigen biblischen Zyklus zu fungieren, aus dem einzelne Szenen durch den Künstler Ernst Alt in symbolbefrachteten Bildern dargestellt sind. Einen wirklichen ersten Anfang und ein endgültiges Ende scheint es, so die deutbare Aussage des Bildes, für den Künstler nicht zu geben. Alles entsteht, entfaltet sich in seiner dornigen Hässlichkeit und ebenmäßigen Schönheit, seiner unfertigen Unausgewogenheit und gereiften Vollkommenheit, seiner rohen Ungeschlachtheit und sanftmütigen Zartheit und stirbt, um in veränderter Gestalt wieder ins Dasein geworfen zu werden. Insgesamt scheint die Bildaussage des Künstlers einem reinkarnatorischen Weltbild näher zu stehen als einem jüdisch-christlichen Linearverständnis der Welt- und Menschengeschichte und dessen inhärenter Erlösungshoffnung. Sinn und Ziel jeglicher Entwicklung scheinen inexistent. Alles ist dornig-blutiger Weg ohne Anfang und Ende. "Es ist aus mit dem, was wir heile Welt nennen", meinte der Künstler, als er seine Konzeption des Saarlouiser Fensterzyklus im Jahr 1979 erstmals vorstellte.

Das Opfer Abrahams – Sich verfangender Widder – Morija[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Signatur vollendete Ernst Alt das Fenster im Herbst 1983. Das Bild thematisiert die versuchte Opferung Isaaks in der Erzählung des Alten Testaments (Gen 22,1–19 EU). Gott befiehlt darin Abraham in das Land Morija zu ziehen und dort seinen Sohn Isaak zu opfern. An der Opferstätte hält ein Engel jedoch im letzten Moment Abraham davon ab, seinen Sohn zu töten. Daraufhin wird Abraham für seine Gottesfurcht belohnt, da er bereit war, dieses große Opfer zu bringen. Nach Gen 22,13 verfängt sich ein Widder mit seinen Hörnern im Gesträuch und wird von Abraham anstatt seines Sohnes geschlachtet und als Brandopfer dargebracht.

Ganz in der Tradition der christlichen Theologie, die Abrahams Opfer als geheimnisvolle Vorausdeutung (Präfiguration) der als Opfer für die Sünden der Menschheit interpretierten Hinrichtung Jesu deutete, lässt Ernst Alt das Fenster "Das Opfer Abrahams – Morija" mit den gegenüberliegenden Fenstern "Eingejagtes Einhorn – Inkarnation" und "Ostersprung des Lammes" korrespondieren, die beide Inkarnation, Hinrichtung und Auferstehung Jesu Christi thematisieren. Widdermotiv und eucharistische Symbolik des Agnus Dei entsprechen sich hierbei.

Nach dem protestantischen Theologen und Alttestamentler Hermann Gunkel wurde die Erzählung der versuchten Opferung Isaaks durch Abraham so verstanden, dass hier eine historische Zäsur zwischen praktizierter Kinderopferung und Tieropfer zum Zwecke der Gnädigstimmung der Gottheit textlich fassbar wird. Der biblische Text selbst lässt keine prinzipielle kritische Auseinandersetzung mit dem Thema des Menschen- oder Kinderopfers erkennen. Abrahams Bereitschaft, seinen Sohn zu opfern, wird sogar im Text ausdrücklich gutgeheißen (Gen 22,12 EU). In der Frage Isaaks nach dem Lamm (V. 7) wird das Tieropfer allerdings als übliche Kultpraxis vorausgesetzt.

In der traditionellen christlichen Religionsvermittlung wurde die alttestamentliche Erzählung in der affirmativen Intention angeführt, um die alles überschreitende Liebe Gottes zu den Menschen zu betonen, der zwar Isaak verschont, seinen eigenen Sohn Jesus allerdings hingibt, um durch das Kreuzesopfer die schuldbeladene Menschheit zu entsühnen und einen neuen gnadenhaften Gottesbund zu stiften. Keine andere Stelle in der Tora präfigurierte nach der Vorstellung christlicher Theologen in solch besonderem Maße das Kreuzesopfer des „geliebten Sohnes“ (Mk 1,11 EU), den Gott „nicht verschont“ (Röm 8,32 EU), sondern hingegeben hat zum Leben der Welt (Joh 3,16 EU), wie die Opferung des „geliebten Sohnes“ Isaak (Gen 22,2). Betont wurde ebenso die Parallele zwischen dem holztragenden Isaak als priesterliche Handlung und dem das Holz des Kreuzes tragenden "Hohenpriesters" und "neuen Adams" Jesus Christus, der sich selbst auf dem "Kreuzesaltar" blutig hingibt. Folgerichtig wurde in der christlichen Ikonographie daher die Opferung des „geliebten einzigen Sohnes“ (Gen 22,2) häufig als Typos des Kreuzesopfers dargestellt.

In der jüdischen Überlieferung wird das Abrahamsopfer mit dem Fest Rosch ha-Schana, dem Neujahrsfest, in Verbindung gebracht. Das Fest gilt als Jahrestag der Weltschöpfung, steht aber auch für den Jahrestag der Geburt Adams. In Erinnerung an die Hörner des Widders aus der Opferungserzählung, die sich im Gesträuch verfangen haben, ist das Fest auch der Tag des Schofar-Blasens. In Erinnerung der Reinheit des Abrahamsopfers, symbolisiert durch das weiße Fell des Widders, ist die liturgische Farbe dieses Tages im Judentum ebenfalls weiß.

Ernst Alt zeigt in stürmisch bewegter Linienführung einen Widder, dessen Gehörn sich in dornigem Geäst verfangen hat. Am geöffneten Auge des Tieres erkennt der Betrachter, dass der Widder bei lebendigem Leibe verbrannt wird. Die zuckenden Flammenzungen und das lockige Fell des Opfertieres gehen ineinander über. Die Gestaltung des Dornbusches lässt Assoziationen zum Brennenden Dornbusch (Ex 3,1-15 EU) im benachbarten Exodus-Fenster aufkommen. Im linken oberen Bildbereich scheinen die peitschenden Flammen des Opferbrandes mit der dort dargestellten glühenden Sonnenscheibe zu verschmelzen. Durch die Sonnensymbolik könnte sich Ernst Alt in Anlehnung an die Tradition des jüdischen Festes Rosch ha-Schana auf den ersten Schöpfungstag beziehen, der in der Erzählung der Bibel mit der Entstehung des Lichtes in Verbindung gebracht wird (Gen 1,1-4 EU). Darüber hinaus entspricht das Sonnenmotiv im Bild "Das Opfer Abrahams – Sich verfangender Widder – Morija" dem Mondmotiv im gegenüberliegenden Bild "Eingejagtes Einhorn – Inkarnation". Ebenso entsprechen die geöffneten Tieraugen im Widderbild mit seiner solaren Motivik den geschlossenen Tieraugen im Einhornbild mit seiner lunaren Motivik. Hinsichtlich der Farbgebung verwendet Ernst Alt beim Widderbild hauptsächlich Farbtöne des warmen Spektrums, während er im Einhornbild hauptsächlich Farbtöne des kalten Spektrums verwendet.

Brennender Dornbusch – Exodus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Alt vollendete das Fenster im Jahr 1994. Der Künstler thematisiert hier die Erscheinung und Offenbarung Gottes im Brennenden Dornbusch (הַסְּנֶה בֹּעֵר ha-səneh boʕēr Ex 3,1-15 EU) am Berg Horeb:

"Mose weidete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb. Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht. Mose sagte: Ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht? Als der Herr sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden. Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid. Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Jetzt ist die laute Klage der Israeliten zu mir gedrungen und ich habe auch gesehen, wie die Ägypter sie unterdrücken. Und jetzt geh! Ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten heraus! Mose antwortete Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten herausführen könnte? Gott aber sagte: Ich bin mit dir; ich habe dich gesandt und als Zeichen dafür soll dir dienen: Wenn du das Volk aus Ägypten herausgeführt hast, werdet ihr Gott an diesem Berg verehren. Da sagte Mose zu Gott: Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen? Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der «Ich-bin-da». Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der «Ich-bin-da» hat mich zu euch gesandt. Weiter sprach Gott zu Mose: So sag zu den Israeliten: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer und so wird man mich nennen in allen Generationen."

Vor einem dunkelblauen Hintergrund entfaltet sich im Fenster "Brennender Dornbusch – Exodus" ein nahezu bildfüllender Flammenwirbel in Rot- und Gelbtönen. Die zungenartigen Flammen und Glutfunken erinnern ikonographisch an die Feuerzungen des neutestamentlichen Pfingstwunders (Apg 2,1-3 EU). Die kranzartige Form der Feuerrotation lässt den Betrachter das im Bildzyklus immer wieder auftauchende Motiv der Dornenkrone Jesu erkennen. Im Zentrum des Wirbels wird ein Auge mit blauer Iris sichtbar, die von der weißen Lederhaut umgeben ist. Die Darstellung weckt Assoziationen zum Auge der Vorsehung, ein Symbol, welches gewöhnlich als das alle Geheimnisse durchdringende allsehende Auge Gottes interpretiert wird und den Menschen an die ewige Wachsamkeit Gottes erinnern soll.

Die Iris erweckt den Eindruck eines runden Tunnels, da ihre konzentrischen Kreise zum Irismittelpunkt hin immer dunkler gestaltet sind. Die linke sichtbare Hälfte der weißen Lederhaut ist von Ernst Alt als Füllhorn gestaltet, aus dem ein weißer Tropfen fließt. Der Tropfen kann sowohl als Mitleidsträne Gottes hinsichtlich des Leides der Israeliten in Ägypten gedeutet werden oder er steht im Zusammenhang mit dem Füllhorn-Motiv für die Wohlstandsverheißung im Gelobten Land. Der rechte sichtbare Teil der weißen Lederhaut nimmt die Form einer weißen Feder an. Sie könnte ein Hinweis sein auf die Engelserscheinung im brennenden Dornbusch (Ex 3,2 EU).

Im rechten oberen Bildbereich wird in hellblauen hebräischen Lettern die Selbstoffenbarung Gottes als JHWH (hebräisch יהוה‎) sichtbar. Am entgegengesetzten Ende der gedachten Bilddiagonalen erkennt man die gelösten Sandalen des Mose, die den Ort der Gottesoffenbarung als heiligen Ort ausweisen. Die Riemen der linken, hochkant aufgestellten Sandale sind gespannt und scheinen im Dornbusch festgebunden zu sein, während die Riemen der rechten, liegenden Sandale gelöst am Boden liegen.

Als Bezug auf die Gefangenschaft der Israeliten in Ägypten hat Ernst Alt im rechten unteren Bildbereich einen dunkelblauen Skarabäus positioniert, der mit seinen geweihartigen Forderläufen die Wirbelformation im Zentrum zu erfassen versucht. In der ägyptischen Mythologie hat der Skarabäus einen stark solaren, glückbringenden Aspekt. Er wurde mit dem Sonnenlauf identifiziert, wobei die von ihm gerollte Dungkugel zur Sonne wird, die er formt, transportiert und vergräbt, was mit dem Sonnenuntergang gleichgesetzt wird. Der Skarabäus wird in eine mythologische Nähe zum Sonnengottes Re gerückt.

Links neben dem dunklen Skarabäus sprosst eine stabartige, eng beblätterte grüne Pflanze in Richtung des oberen linken Bildbereiches und durchstößt so den Flammenwirbel des brennenden Dornbusches. In der Höhe des göttlichen Auges nimmt der Pflanzenspross die Gestalt einer Schlange an. Das Motiv bezieht sich auf die biblische Erzählung, in der Mose Gott um ein Legitimationswunder seines göttlichen Auftrages gegenüber den Israeliten bittet (Ex 4,1-5, 17 EU):

"Mose antwortete: Was aber, wenn sie mir nicht glauben und nicht auf mich hören, sondern sagen: Jahwe ist dir nicht erschienen? Der Herr entgegnete ihm: Was hast du da in der Hand? Er antwortete: Einen Stab. Da sagte der Herr: Wirf ihn auf die Erde! Mose warf ihn auf die Erde. Da wurde der Stab zu einer Schlange und Mose wich vor ihr zurück. Der Herr aber sprach zu Mose: Streck deine Hand aus und fasse sie am Schwanz! Er streckte seine Hand aus und packte sie. Da wurde sie in seiner Hand wieder zu einem Stab. So sollen sie dir glauben, dass dir Jahwe erschienen ist, der Gott ihrer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. (…) Diesen Stab nimm in deine Hand! Mit ihm wirst du die Zeichen vollbringen."

Das Fenster "Brennender Dornbusch – Exodus" korrespondiert gestalterisch mit dem gegenüberliegenden Fenster "Durchbohrtes Herz", wobei sich der Brennende Dornbusch und das dornenumrankte Herz, der Schlangenstab und die Lanze, der Skarabäus und die Raupe, der Gottesname und die INRI-Inschrift sowie die Sandalen und die Kreuzesnägel jeweils entsprechen.

Heimwehvesper – Exil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Alt schuf das Fenster im Jahr 2004. Der Künstler thematisiert hier die Babylonische Gefangenschaft der Juden, die im Jahr 597 v. Chr. mit der Eroberung Jerusalems und des Königreiches Juda durch den babylonischen König Nebukadnezar II. begann und bis zur Eroberung Babylons im Jahr 539 v. Chr. durch den Perserkönig Kyros II. andauerte.

Die Erfahrungen dieses Exils haben ihre eindrücklichste lyrische Verdichtung in Psalm 137 gefunden, wo es in sehnsuchtsvollen und zugleich hasserfüllten Worten heißt:

"An den Strömen von Babel, da saßen wir und weinten, wenn wir an Zion dachten. Wir hängten unsere Harfen an die Weiden in jenem Land. Dort verlangten von uns die Zwingherren Lieder, unsere Peiniger forderten Jubel: «Singt uns Lieder vom Zion!» Wie könnten wir singen die Lieder des Herrn, fern, auf fremder Erde? Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem, dann soll mir die rechte Hand verdorren. Die Zunge soll mir am Gaumen kleben, wenn ich an dich nicht mehr denke, wenn ich Jerusalem nicht zu meiner höchsten Freude erhebe. Herr, vergiss den Söhnen Edoms nicht den Tag von Jerusalem; sie sagten: «Reißt nieder, bis auf den Grund reißt es nieder!» Tochter Babel, du Zerstörerin! Wohl dem, der dir heimzahlt, was du uns getan hast! Wohl dem, der deine Kinder packt und sie am Felsen zerschmettert!"

Die Vertriebenen wünschen sich sehnlichst, wieder in ihre Heimat zurückkehren und ihren Gott auf dem Tempelberg in Jerusalem anbeten zu können. Sie wollen die zerstörte Stadt und den Tempel Salomos wieder aufbauen, der von Nebukadnezar II., dem König von Babylon, zerstört worden war. Diese Vertreibung war dem jüdischen Volk von vielen Propheten für seine Untreue zu Gott vorausgesagt worden. Der Psalmdichter von Psalm 137 ist allerdings nicht zu Selbstkritik am gottvergessenen Verhalten seines eigenen Volkes fähig, sondern projiziert seine Niedergeschlagenheit als brutalen Hass auf die Peiniger.

Vor einem vertikal strukturierten bläulichen Hintergrund, der als Tränenstrom oder die im Psalm besungenen Wasser von Babel gedeutet werden kann, erhebt sich, anders als im Psalm kein Weidenbaum, sondern ein dunkler, blattloser Dornenstrauch als Zeichen der Hoffnungslosigkeit. In seinen Zweigen ist eine rote Harfe aufgehängt, deren Saiten gerissen sind. Die Harfe wird in der biblischen Überlieferung besonders mit König David, dem legendären Psalmendichter, in Verbindung gebracht. Die monarchische Eigenstaatlichkeit der Juden ist jedoch, ausgedrückt durch die zerstörten Harfensaiten, verloren. Darüber hinaus erinnern die vertikal herabhängenden Saiten an die Stäbe eines Gefängnisses und stellen so zusätzlich den Bezug zur Gefangenschaft der Exilssituation her. Der Harfenkopf hat die Gestalt von roten Blutstropfen angenommen, die scheinbar kurz davor stehen, sich über den siebenarmigen Leuchter zu ergießen.

Zusätzlich hängt über der Harfe im Dornengestrüpp ein Widderschädel mit abgebrochenem Horn. Der Opferkult des Jerusalemer Tempels ist unterbrochen. Ebenso ist der Schädel als Symbol des Todes zu deuten. Innerhalb des Fensterzyklus bezieht sich der Widderschädel auf das Bild "Das Opfer Abrahams – Sich verfangender Widder – Morija".

Im linken unteren Bildbereich glänzt vor dem dunklen Hintergrund eine goldene Menora, der siebenarmige Leuchter und eines der wichtigsten religiösen Symbole des Judentums. Die Lichter auf den Leuchterarmen aus Goldkugeln sind verloschen und ihr Rauch steigt in welligen Linien diagonal in Richtung des rechten oberen Bildbereiches durch die zersprungenen Saiten der Harfe. Nach biblischer Tradition erhielt Mose auf dem Berg Sinai, als er auch die Tafeln mit den zehn Geboten bekam, den Auftrag, das Stiftszelt als provisorisches Heiligtum zu errichten. Zu den Kultgegenständen dieses Stiftszeltes gehörte ein siebenarmiger Leuchter (Ex 25,31-40 [1]; Ex 37,17-24 [2]). Die Menora, deren sieben Leuchten vermutlich für die sieben damals beobachtbaren großen Himmelskörper und die mit ihnen verbundenen Wochentage standen, entstand allerdings vermutlich erst nach dem babylonischen Exil und wurde danach Teil des Tempelkultes.

Opferkult, Tempelliturgie und kultischer Gesang sind im Bildfenster Ernst Alts ausgelöscht und scheinen in einem Strom der Tränen unterzugehen. Insgesamt korrespondiert das Bild "Heimwehvesper – Exil" mit dem gegenüberliegenden Fenster "Trauermette – Exitus": Der Widderschädel entspricht dem Fischgerippe, die zerstörte rote Harfe der zerfetzten roten Stola, die ausgelöschte Menora den umgestoßenen christlichen Kultgefäßen. Während Ernst Alt durch den Titel "Vesper" noch andeutet, dass es – religiös gesehen – abend geworden ist, bedeutet der Titel des korrespondierenden Fensters "Mette", dass die Nacht an ihrem Höhe-, aber auch Wendepunkt angekommen ist.

Abrahams Samen – Menetekel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Alt vollendete das Fenster im Jahr 2005. Der Künstler bezieht sich hierbei auf die Verheißung Gottes an Abraham (Gen 22, 15-18) nach der von Gott selbst abgebrochenen Opferung Isaaks. Aufgrund der Bereitschaft Abrahams, seinen Sohn in göttlichem Auftrag hinzuschlachten, wird dieser für seine Gottesfurcht belohnt:

"Der Engel des Herrn rief Abraham zum zweiten Mal vom Himmel her zu und sprach: Ich habe bei mir geschworen – Spruch des Herrn: Weil du das getan hast und deinen einzigen Sohn mir nicht vorenthalten hast, will ich dir Segen schenken in Fülle und deine Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel und den Sand am Meeresstrand. Deine Nachkommen sollen das Tor ihrer Feinde einnehmen. Segnen sollen sich mit deinen Nachkommen alle Völker der Erde, weil du auf meine Stimme gehört hast."

Die zweite biblische Bezugsstelle des Glasgemäldes ist die Menetekel-Erzählung im alttestamentlichen Buch Daniel, die während der Babylonischen Gefangenschaft spielt. Hier wird in Kapitel 5, Verse 1–30, geschildert, wie der babylonische Herrscher Belšazar von Gott bestraft wird, da er in seiner Trunkenheit Kultgefäße des Jerusalemer Tempels für Trinkgelage missbrauchte und dabei seine heidnischen Götter preisen ließ. Daraufhin erscheint eine geisterhafte Hand ohne menschlichen Körper und schreibt mit ihren Fingern zum Schrecken Belšazars fremdartige Worte an die Wand. Der Prophet Daniel liest daraufhin die Worte „Mene mene tekel u-parsin“ (מנא,מנא, תקל, ופרסין‎). Seiner Aussage nach bedeuten sie: „Mene: Gezählt, das heißt, Gott hat gezählt die Tage Deiner Königsherrschaft und sie beendet. Tekel: Gewogen, das heißt, Du wurdest auf der Waage gewogen und für zu leicht befunden. Peres (U-parsin): Zerteilt wird Dein Königreich und den Persern und Medern übergeben“. Noch in derselben Nacht wird Belšazar ermordet.

Die Symbole der drei sich auf Abraham berufenden Weltreligionen Judentum (Davidstern), Christentum (Kreuz) und Islam (Halbmond) sind im oberen Bildteil ineinander verhakt. Das Kreuz ist in seinem Stamm gebrochen. An der Bruchstelle erscheint eine Brandfackel, deren unmittelbare Flammen die Formen einer Menetekel-Hand angenommen haben. Die Fackel hat sich ins Innere des Davidsternes geschoben und einen gewaltig lodernden Brand entfacht. Der Fackelstock hat die Form eines roten Hakenkreuzes angenommen, in dessen Zentrum wiederum ein schwarzes Hakenkreuz sichtbar wird. Verwoben mit Kreuz und Hakenkreuz zeigt Ernst Alt ein goldenes Bischofskreuz mit fünf roten Schmucksteinen und ein Eisernes Kreuz.

Im rechten oberen Bildbereich wird vor unheilvoll anmutendem bläulichem, wellig strukturiertem Hintergrund ein dunkelvioletter Dornenstrauch sichtbar, der mit dem Dornenstrauch der Isaaksopferung in Verbindung gesehen werden kann. In seinen stacheligen Zweigen hat sich das Ende eines Stacheldrahtes verhakt, der sich im unteren Bildteil zu einer Stacheldrahtrolle aufspiralisiert. Eine archaische Opfertheologie gebiert immer neue Opfer und perpetuiert Gewaltexzesse. Die Stacheldrahtrolle korrespondiert im gegenüber liegenden Fenster "Osterlachen – Amen" mit der gebundenen grünen Schlange.

Darunter sieht man ein Paar Schuhe, eine Brille und vier ausgebrochene künstliche Zahnkronen aus Gold. In einem Quellstrom glänzen ganz links unten drei Goldringe, umgeben von zarten grünen Blättern. Die einzelnen Motive können vom Betrachter als Hinweise auf die sogenannten Konzentrationslager der Zeit des Nationalsozialismus gedeutet werden. Goldringe, Schuhe, Brille und Zahnkronen stünden dabei als Hinterlassenschaften von ermordeten KZ-Häftlingen.

Ernst Alt versteht im absoluten Wahrheitsanspruch der drei monotheistischen Weltreligionen offensichtlich eine unheilvolle Konstellation der Gewalt. Deutlich darauf bezogen sind die drei Ringe der sogenannten Ringparabel aus dem Theaterstück Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing im linken unteren Bildbereich. Das Gleichnis in Lessings Bühnenstück erzählt von einem Mann, der einen Ring besitzt, der die Eigenschaft hat, seinen Träger „vor Gott und den Menschen angenehm“ zu machen, wenn der Besitzer ihn „in dieser Zuversicht“ trägt. Dieser Ring wurde über viele Generationen vom Vater an jenen Sohn vererbt, den er am meisten liebte. Doch eines Tages tritt der Fall ein, dass ein Vater drei Söhne hat und keinen von ihnen bevorzugen will. Deshalb lässt er sich von einem Künstler exakte Ring-Duplikate fertigen, vererbt jedem seiner Söhne einen der Ringe und versichert jedem, sein Ring sei der echte.

Nach dem Tode des Vaters ziehen die Söhne vor Gericht, um klären zu lassen, welcher von den drei Ringen der echte sei. Der Richter aber ist außerstande, dies zu ermitteln. So erinnert er die drei Männer daran, dass der echte Ring die Eigenschaft habe, den Träger bei allen anderen Menschen beliebt zu machen. Wenn aber dieser Effekt bei keinem der drei Söhne eingetreten sei, dann sei der echte Ring verloren gegangen sei. Der Richter gibt den Söhnen den Rat, jeder von ihnen solle daran glauben, dass sein Ring der echte sei. Ihr Vater habe alle drei gleich gern gehabt und es deshalb nicht ertragen können, einen von ihnen zu begünstigen und die beiden anderen zu kränken. Wenn einer der Ringe der echte sei, dann werde sich dies in der Zukunft an der ihm nachgesagten Wirkung zeigen. Jeder Ringträger solle sich also bemühen, diese Wirkung für sich herbeizuführen. Die Parabel von den drei Ringen gilt als ein Schlüsseltext der Aufklärung und als pointierte Formulierung der religiösen Toleranzidee. In Ensts Alts Bildgestaltung sind die drei Ringe durch religiöse und politische Gewaltexzesse im wahrsten Sinne des Wortes "ins Wasser gefallen". Die Ideen der Humanität und der religiösen Toleranz sind durch religiösen Fanatismus pervertiert.

Das Kreuz Jesu Christi ist an die goldene Kette einer machtorientierter Amtskirche gelegt worden. Das goldene Pektorale hat den hölzernen Kreuzestamm zum Brechen gebracht. Die goldenen Kettenglieder des Pektorales bilden herabhängend eine Siegrune und verbinden sich mit der Stacheldrahtrolle, der schier endlosen Spirale der Gewalt. Ernst Alt könnte damit auch auf das weitgehende Schweigen der Kirche zum Genozid an den Juden hindeuten. Das pervertierte, die Ethik Jesu verleugnende Christentum, versinnbildlicht durch die Deformation seines Symbols, geht, initiiert von einer machtorientierter Amtskirche eine unheilige Allianz mit pseudoreligiöser Militärmacht und Staatsgewalt ein und bringt so den Nationalsozialismus als antihumanistische Ideologie hervor, die alles in Brand setzt. Über die drei monotheistischen Religionen ist, so die Gestaltung Ernst Alts, das göttliche Menetekel gesprochen worden. Durch die gotteslästerliche und frevlerische "Schneise der Gewalt", die sie in der Menschheitsgeschichte geschlagen haben, sind sie hinsichtlich ihres unseligen Wahrheitsanspruches als lügnerisch entlarvt und haben sich so überlebt.

Fensterzyklus des Neuen Testamentes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fensterzyklus des Neuen Testamentes und der Geschichte der Kirche enthält bisher vier Bildfenster.

Eingejagtes Einhorn – Inkarnation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Einhornbildteppich im Musée national du Moyen Âge, Paris

Das Bildfenster mit dem gefangenen Einhorn als Zentralmotiv wurde von Ernst Alt im Jahr 1983 gestaltet. Es korrespondiert mit dem gegenüberliegenden Fenstermotiv "Opfer Abrahams – Morija". In der traditionellen christlichen Ikonographie sind die alttestamentliche Opferszene und die als Opfertod für die Sünden der Menschheit theologisch gedeutete Kreuzigung Jesu oft in Analogie zueinander gesetzt. Ernst Alt thematisiert im Einhornbild mit hochaufgeladener Symbolik die Menschwerdung, aber auch den brutalen Hinrichtungstod Jesu Christi. Die christlichen Motiviken der Festkreise des Weihnachtsfestes und des Osterfestes werden durch den Künstler eng miteinander verknüpft.

Das Einhorn ist in der Mythologie ein Fabelwesen in einer Mischung aus Pferde- oder Ziegengestalt mit einem geraden Horn auf der Mitte der Stirn. Es hat den Körper eines Pferdes, aber die Paarhufen und der Kopf mit Bärtchen entsprechen einer Ziege. Bekannt wurde diese Vorstellung im Mittelalter besonders durch den Physiologus. Das Einhorn gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht traditionell als Symbol für das Gute. Als bekannteste Darstellung eines Einhorns gilt der sechsteilige Wandteppichzyklus im Musée national du Moyen Âge in Paris. Diese Bildwirkereien entstanden im 15. Jahrhundert in den Südniederlanden. Der sechste Teppich ist mit der Inschrift Mon seul désir (Mein einziges Verlangen) zwischen den Initialen A und V versehen.

Mittelalterlichen Naturkundebüchern zufolge kann das Einhorn nur durch eine Jungfrau besänftigt werden, so dass die Jäger es durch eine Jungfrau in die Falle lockten. Symbolisch steht das Einhorn für Christus, Maria ist diejenige, in deren Schoß das Einhorn sich ausruht, was für die Inkarnation Gottes in der Jungfrau Maria steht. Die Jagd steht für die Opferung Christi am Kreuz.

Erst Alt stellt das Einhorn, gefangen in einem Nest oder einem Kranz aus roten und grünen Dornentrieben, dar. Die rot-grüne Farbgebung des Kranzes weckt Assoziationen an klassisch-weihnachtliche Festdekoration. Das Einhorn scheint zu schlafen und hat dabei eine embryogleiche Körperhaltung eingenommen, was auf die Geburt Jesu in Bethlehem Bezug nimmt. Seine Läufe sind durch den giftgrünen Körper einer Schlange, die infolge der Paradieserzählung (Gen 3,1-24 EU) im christlichen Bereich traditionell symbolisch als das Böse schlechthin gilt, verknotet. Die Schlange hat ihr Maul aufgerissen, bleckt ihre Giftzähne und scheint dunkles Gift auszustoßen. An der Stelle der Verknotung erblüht eine rote Rose, die traditionell als marianisches Symbol oder Hinweis auf den Opfertod Jesu (die fünf Blütenblätter entsprechen den fünf Kreuzeswunden Jesu) oder allgemein als Sinnbild der Liebe gedeutet wird. Der weihnachtliche Bezug stellt sich durch das Weihnachtslied Es ist ein Ros entsprungen her, dessen Text sich wiederum auf die Bibelstelle Jes 11,1a [3] bezieht: „Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen.“

Weitere blaue Blüten, Glockenblumen und kleine Lilien, hat Ernst Alt um den rechten Hinterlauf des Einhorns positioniert. Die Spitze des gewendelten Hornes des Einhornes taucht im rechten unteren Bildbereich in ein türkisblaues Farbfeld. Vermutlich bezieht sich hier der Künstler auf die Überlieferung, dass das Horn in der Lage sei, Gift, hier das der das Einhorn fesselnden Schlange, zu neutralisieren. Der dunkelblaue, wellenförmig strukturierte Bildhintergrund kann in Verbindung mit Offb 12,15 EU als verderblicher Wasserstrom der apokalyptischen Teufelsschlange verstanden werden.

Nicht nur die Windungen der Schlange haben das Einhorn gefesselt, sondern auch ein Strick, der ihm um den Hals geht, hat das Tier mit einer bleichen Mondsichel im oberen rechten Bildbereich verbunden. Die Mondsichel taucht als heraldisches Symbol ebenfalls mehrfach in dem Einhornbildteppichzyklus „Die Jungfrau mit dem Einhorn“ auf. Die lunare Symbolik steht traditionell in Verbindung mit dem Weiblichen; im Christentum ist sie infolge des apokalyptischen Bilds aus der Offenbarung des Johannes in Verbindung mit der Jungfrau und Gottesmutter Maria (siehe Offb 12,1-18 EU) zu sehen.

In die Seite des Einhornes hat sich ein zerbrochener Stab gebohrt, an dessen Spitze eine flatternde Stoffbanderole geknotet ist, deren zerfasertes Ende mit groben Garnstichen angestückt ist. Die Banderole trägt die Inschrift "A MON SEUL DÉSIR" (dt.: "Zu meinem einzigen Begehren"). Theologisch kann der kryptische Spruch eventuell in Verbindung mit der Einwilligung Marias bei der Verheißung der Geburt Jesu durch den Erzengel Gabriel (Lk 1,38 EU) gesehen werden. Auch die Einwilligung Jesu in seinen Kreuzestod in der Ölbergszene könnte gemeint sein (Mt 26,39 EU, Mk 14,36 EU,Lk 22,42 EU, siehe auch ähnlich Joh 12,27-28 EU).

In Fortsetzung der Stoßrichtung des dunklen Stabes sieht der Betrachter das weiße Horn des Einhornes. Der Wechsel von dunkler zu heller Farbgebung kann als Wende des Bösen hin zum Guten gedeutet werden.

Durchbohrtes Herz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Alt gestaltete das Fenster im Jahr 1992. Im unteren rechten Bereich ist die Inschrift "IN FESTO DIVI BERNARDI XX.VIII.MCMXCII E.A. PERFECIT" (Vollendet am Gedenktag des vergöttlichten Bernhard, dem 20. August 1992, durch Ernst Alt.) Die Bezugnahme auf den heiligen Bernhard von Clairvaux steht in Verbindung zum Tod des Lebensgefährten von Ernst Alt, Bernhard Lieblang. Darüber hinaus wird auch die große Bedeutung Bernhards von Clairvaux für die Kreuzzugsbewegung angedeutet, an der später der Titelheilige der Saarlouiser Kirche, König Ludwig IX. von Frankreich, im 13. Jahrhundert teilnehmen sollte. Mit seinen flammenden Predigten hatte Bernhard im 12. Jahrhundert in ganz Europa einen Sturm der Begeisterung für die Kreuzzüge entfacht. Bernhard verstand das ritterliche Ideal der Kreuzzüge, das Sterben für den Herrn, als hohes christliches Verdienst.

Vor dunkelviolettem Hintergrund erscheint, umgeben von einer aureolengleichen, glutroten Dornenkrone ein von einer Lanze durchstochenes, ebenfalls intensiv rotes Herz. An der Eintrittsstelle der Lanze in den Herzmuskel tritt Blut aus. Das Lanzenblatt ist ebenfalls blutverfärbt. Zusätzlich zur Dornenkrone ist das durchstoßene Herz von einer roten Stoffschlinge umgürtet, deren Enden sich im Umfeld des Lanzenblattes auffasern. Während im oberen linken Bildbereich in rubinroten gotischen Minuskeln die Kreuzesinschrift INRI als Initialen des lateinischen Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum („Jesus von Nazaret, König der Juden“) zu lesen ist, finden sich im unteren rechten Bildbereich unmittelbar neben der Widmungsinschrift die drei Kreuzigungsnägel Jesu.

Die giftgrüne Raupe, die im unteren linken Bildbereich aus einem grünenden Dornenzweig kriecht, steht im Zusammenhang mit der Darstellung eines Raupenkokons im Fenster "Trauermette – Exitus" und der eines geschlüpften Schmetterlings im Fenster "Osterlachen – Amen". Die Metamorphose des Insekts kann als Symbol der christlichen Auferstehungshoffnung gedeutet werden.

Die Motivik des Fensters bezieht sich auf die Hinrichtung Jesu am Kreuz und die Durchstoßung seines Herzes durch den Lanzenstich eines römischen Soldaten. In diesem Zusammenhang kann das Herz mit umgebender Dornenkrone auch ikonographisch als Heiligstes Herz Jesu, dem Symbol der sich für die sündige Menschheit hingebenden Liebe Jesu, gedeutet werden. Auch bei Bernhard von Clairvaux findet sich eine ausgeprägte Herz-Jesu-Verehrung. Das Motiv des verwundeten Herzens taucht auch in der Gralserzählung auf, auf die sich Ernst Alt in seiner ersten Vorstellungsrede des Fensterzyklus bezogen hatte, wenn er die architektonische Gestaltung des Böhmschen Betonbaues mit dem Inneren des Gralsberges vergleicht. Die Lanze, die Jesu Herz auf Golgota durchstoßen hatte, setzte man seit dem Mittelalter in eins mit der sogenannten Heiligen Lanze.

Diese Lanze ist das älteste Stück der Reichskleinodien der Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Sie enthält angeblich ein Stück eines Nagels vom Kreuz Christi (Heiliger Nagel). Ein Herrscher, der diese Lanze besaß, galt im Glauben der damaligen Zeit als unbesiegbar. Sie war das sichtbare Zeichen dafür, dass seine Macht von Gott ausging und er der Stellvertreter Christi war.

König Ludwig IX. von Frankreich (1214–1270), der zwei Kreuzzüge anführte, brachte neben der Dornenkrone auch die Spitze einer Lanze nach Paris, die dem römischen Hauptmann Longinus gehört haben soll, der Jesu Seite durchstoßen habe. Das vordere Ende der Lanzenspitze aus der Sainte-Chapelle ging während der Französischen Revolution verloren.

Ernst Alts Fenster kann insgesamt auch als Kritik an religiös motivierter Gewalt besonders im Zusammenhang mit den Kreuzzügen, die die Idee der christlichen Nächstenliebe in perfider Art und Weise pervertierten, gedeutet werden.

Trauermette – Exitus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Alt vollendete das Kirchenfenster zusammen mit dem Fenster "Heimwehvesper – Exil" im Jahr 2004. Beide Fenster korrespondieren hinsichtlich ihrer Motive-Konstellationen, hier christliche, dort jüdische Kultsymbole, miteinander. Die Matutin am Triduum Sacrum, die frühmorgens am den Kartagen Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag gehalten wird, wird üblicherweise als Karmette oder Trauermette bezeichnet. So ist allein schon vom Titel des Bildes her ein Bezug zur Passion und zum Tod Jesu hergestellt.

Vor einer zerfurchten Wellenstruktur in bläulichen Farbtönen hat Alt traditionelle Motive der christlichen Ikonographie positioniert. Ein großes Fischgerippe bezieht sich auf das übliche frühchristliche Fisch-Motiv. Das Fisch-Symbol und die Folge ΙΧΘΥΣ (ICHTHYS) als Akrostichon mit der Bedeutung des Wortes für Fisch im Griechischen ἰχθύς (ichthýs) enthält ein kurzgefasstes Glaubensbekenntnis (ησοῦς Χριστὸς Θεοῦ Υἱὸς Σωτήρ):

  • ΗΣΟ˜ΥΣIēsoũs (Jesus)
  • ΧΡΙΣΤῸΣChristòs „Christus“ (der Gesalbte)
  • ΘΕΟ˜ΥTheoũ (Gottes)
  • ΥἹῸΣ — Hyiòs (Sohn)
  • ΣΩΤΉΡSōtér (Erlöser)

Im Gemälde Ernst Alts bleibt vom Fisch nur noch ein totes Gerippe zurück, das sich mit den ankergleichen Knochen der Schwanzflosse in violetten Dornen verfangen hat. Das Fischgerippe weist insgesamt eine Kreuzesstruktur auf. Das Symbol des frühen Christentums scheint in den Zweigen eines Dornenstrauches gekreuzigt worden zu sein. Aus dem violetten Dornengestrüpp wächst ein roter Dornenzweig hervor, indem ein Schmetterlingskokon festgemacht wurde. Er steht in Verbindung zum geschlüpften Schmetterling im benachbarten Fenster "Osterlachen – Amen".

Darüber hinaus hat sich im roten Dornenzweig eine an den Enden zerfetzte und scheinbar schmutzig gewordene Priesterstola verfangen. An beiden Enden erkennt man, überkreuz angeordnet, die Buchstabenfolge ΙΧΘΥΣ.

Mit dem abgenutzten Stoff der Stola verbunden liegt im rechten unteren Bildbereich ein umgestürzter Kelch auf ebenfalls umgestürzten, über Kreuz liegenden, kerzenlosen Altarleuchtern aus Gold. Der rote Messwein bzw. das Blut Christi ist verschüttet. Hinter dem Kelchfuß scheinen sich alle Linienführungen des bläulichen Bildhintergrundes zu zentrieren. Die Kuppa des Goldkelches ist zerborsten und zeigt einen tiefen Riss. Die Außenseite der Kelchkuppa ist mit einem dreifachen Fleur-de-Lys-Ornament, dem wohl bekannteste Symbol der französischen Monarchie, geschmückt. Der im hohen Mittelalter aufgekommenen Legende nach wurde die Lilie zusammen mit dem heiligen Salböl dem Merowingerkönig Chlodwig I. bei seiner Taufe von einem aus dem Himmel herabgestiegenen Engel überreicht. Ein Bezug zum Titelheiligen der Kirche, König Ludwig IX. von Frankreich oder auch ein Hinweis auf den Heiligen Gral ist denkbar. Bereits in der ersten Ansprache Ernst Alts an die Saarlouiser Kirchengemeinde, in der der Künstler seine Bildaussagekonzeption erklärt hatte, verglich er die architektonische Gestaltung der Saarlouiser Ludwigskirche mit dem Inneren des Gralsberges.

Der verwüstete Zustand, in dem sich die christlichen Kultgegenstände und Symbole des Bildes befinden, kann vom Betrachter mühelos auf den von Ernst Alt so empfundenen, desaströsen Zustand der Kirche und des Christentums bezogen werden. Der Schmetterlingskokon im Dornengeäst als Symbol der noch schlummernden Erneuerungskraft lässt allerdings erahnen, dass der Künster hinsichtlich dieser deprimierenden Entwicklung nicht jegliche Hoffnung auf positive Veränderung aufgegeben hat.

Osterlachen – Amen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst Alt gestaltete das Fenster mit dem Titel "Osterlachen – Amen" im Jahr 2005. Das Osterlachen (lateinisch risus paschalis) bezeichnet üblicherweise den Brauch, die Gottesdienstteilnehmer in der Predigt an Ostern zum Lachen zu bringen. Intention des Osterlachens war es dabei, die Osterfreude zum Ausdruck zu bringen. Durch das befreiende Lachen sollte der Sieg über Tod und Teufel symbolisiert werden, die sich an Christus „verschluckt“ hatten und so der Lächerlichkeit preisgegeben sind. Das Glasgemälde Ernst Alts thematisiert in allegorisch aufgeladener Formensprache den religiösen Komplex der Auferstehung Jesu Christi in der Osternacht und greift Motive des Exsultet der Osternachtsliturgie auf. In diesem liturgischen Gesang wird Christus als das Licht der Welt gepriesen und seine Auferstehung in eine theologisch konstruierte Verbindung zu dem im Alten Testament geoffenbarten göttlichen Heilsplan gestellt, wenn es heißt:

„Dies ist die Nacht, die auf der ganzen Erde alle, die an Christus glauben, scheidet von den Lastern der Welt, dem Elend der Sünde entreißt, ins Reich der Gnade heimführt und einfügt in die heilige Kirche. […] Oh wahrhaft heilbringende Sünde des Adam, du wurdest uns zum Segen, da Christi Tod dich vernichtet hat. Oh glückliche Schuld, welch großen Erlöser hast du gefunden! […] Dies ist die Nacht, von der geschrieben steht: „Die Nacht wird hell wie der Tag, wie strahlendes Licht wird die Nacht mich umgeben.“ Der Glanz dieser heiligen Nacht nimmt den Frevel hinweg, reinigt von Schuld, gibt den Sündern die Unschuld, den Trauernden Freude. Weit vertreibt sie den Hass, sie einigt die Herzen und beugt die Gewalten. […] Oh wahrhaft selige Nacht, die Himmel und Erde versöhnt, die Gott und Menschen verbindet!“

Exsultet

Das Fenster weist in der Wahl der verwendeten Farbtöne eine deutliche Zweiteilung auf: Während der untere Bereich in kühleren Farbtönen gestaltet ist, zeigt der obere Bereich vorwiegend eine rot-goldene Farbpalette. Ernst Alt verwendet fließende Linienführungen und gibt so dem Bild zusätzliche Dynamik. Die unterste Bildebene wird durch einen zerborstenen Schädel bestimmt, dessen Kiefer sich wie zu einem Lachen geöffnet haben. Die Schädeldecke korrespondiert formmäßig mit einem großen Ei, das im Kieferbereich des Schädels positioniert ist. An der Spitze des Eies, das traditionell für Fruchtbarkeit und neues Leben steht, haben sich feine hellgelbe Haarrisse gebildet. Der geborstene Schädel kann sowohl als Gestaltwerdung des durch Christi Auferstehung besiegten Todes als auch ikonographisch als Schädel Adams gedeutet werden. So führt der Kirchenvater Origenes Jesu Hinrichtungsstätte Golgota als „Ort des Schädels“ auf den angeblich dort begrabenen Schädel Adams zurück.

Der Apostel Paulus parallelisiert den für die ganze Menschheit stehenden ersten Menschen Adam mit dem für die neue Menschheit stehenden zweiten Adam, Christus. So wie aufgrund der Sünde des Ersten die Menschheit dem Tod ausgeliefert gewesen sei, sei sie aufgrund der Erlösungstat des Zweiten aus diesem Tod errettet.[255] Der zentrale Punkt wird im ersten Brief an die Korinther des Paulus nochmals betont:[256]

„Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden.“

Analog zum Motiv des besiegten Todes zeigt Ernst Alt oberhalb des Schädels eine giftgrüne Schlange, die von einem Dornenstrauch herabgleitet, aus dem ein Trieb mit fünffacher Granatapfelfrucht hervorsprosst. Der Körper des bedrohlichen Tieres hat sich zu einer dreifachen Spirale aufgerollt und ist durch einen dicken dunklen Wollstrang gebunden. Die Spiralform der Schlange korrespondiert mit der Stacheldrahtspirale im gegenüberliegenden Fenster "Abrahams Samen – Menetekel". In Verbindung mit der alttestamentlichen Paradieserzählung von Adam und Eva kann die Schlange als Allegorie der verführerischen Bosheit gedeutet werden. Anstatt einer Frucht vom Baum der Erkenntnis trägt die Schlange im Bild Ernst Alts einen knospenden Rosenzweig im Maul, der in der mariologischen Ikonographie als Überwindung der Schuld Evas durch die Jungfrau und Gottesmutter Maria (Rosa mystica) gedeutet werden kann. Als Zeichen eines neuen Bundes zwischen Gott und Menschen ist auf den Rosenzweig ein goldener Ring aufgesteckt, dessen Schmuckstein in marianischem Blau leuchtet. Der Ring, der mit den drei Ringen des Bildes "Abrahams Samen – Menetekel" in gewisser Korrespondenz steht, kann allerdings auch als der kostbare Ring aus der Lessingschen Ringparabel gedeutet werden, der die Eigenschaft hat, seinen Träger „vor Gott und den Menschen angenehm“ zu machen, wenn der Besitzer ihn „in dieser Zuversicht“ trägt. Die fünffache Frucht kann als Sinnbild der fünf Kreuzeswunden Jesu gesehen werden.

Im Halsbereich der Schlange teilen sich dunkle, violett-bläuliche Wasserfluten, die im Zusammenhang mit der Teilung des Meeres beim Exodus der Israeliten aus Ägypten in der Pessachnacht deutbar sind. Eine weiße Muschel im rechten unteren Bildteil versinnbildlicht möglicherweise den pilgerschaftlichen Charakter des Lebens. Wie in der alttestamentlichen Erzählung vom Brennenden Dornbusch schlagen Flammen aus dem rotschwarzen Dornengestrüpp im oberen Bildteil hervor. Ebenso können die Flammen in Verbindung mit der Feuersäule des Exodus gesehen werden. Vor einem goldleuchtenden Flammenzentrum, das sich zu einer sich entfaltenden Blüte entwickelt, breitet ein Schmetterling seine weiß-blauen Flügel als weiteres Auferstehungssymbol aus. Die Staubblätter der Blüte, die explodierendem Feuerwerk gleichen, korrespondieren in der Diagonalachse mit den zartgrünen Sprossen von vier Blumenzwiebeln im linken unteren Bildteil, die sich auf das Wiedererwachen der Natur im Frühling beziehen.

Chorraumfenster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vier Fenster im Chorraum thematisieren die Eucharistie:

Schmerzkönig – Ecce Homo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Alt vollendete das Kirchenfenster im Jahre 1983. Alt thematisiert hier in verstörender Drastik das Leiden Jesu Christi in der Tradition christlicher Schmerzensmann-Darstellungen als Andachtsbild, das den leidenden Jesus Christus mit sämtlichen Kreuzigungswunden und der Seitenwunde, aber lebend und nicht am Kreuz darstellt. Die übliche Darstellung des Motivs in der christlichen Kunst unterscheidet sich vom Ecce-homo-Motiv, das Christus nach der Geißelung mit Dornenkrone, aber ohne die Wundmale der Kreuzigung darstellt, wie auch von der Engelspietà, die den Leichnam Christi von Engeln betrauert darstellt. Diese Art der Darstellung kam im hohen Mittelalter auf und fand mit dem Eingang der christlichen Mystik in die Volksfrömmigkeit auch im deutschen Sprachraum Verbreitung. Im Gegensatz zu früheren Darstellungen steht Christus dabei nicht als strahlender König und Sieger über Sünde und Tod im Vordergrund, sondern in Anlehnung an die alttestamentlichen Gottesknechtslieder (Jes 42,1-4 EU, Jes 49,1-6 EU, Jes 50,4-9 EU, Jes 52,13 EU bis Jes 53,12 EU) als leidender Gerechter, zu dem der Betrachtende eine persönliche Identifikation aufbauen soll. Gängige Attribute der Gestaltung Jesu als Schmerzensmann sind meist die Passionswerkzeuge Kreuz, Dornenkrone, Passionssäule, Nägel, Stricke, Geißel, Rohrszepter, Essigschwamm mit Stab und Lanze sowie der rote Spottmantel.

In der Darstellung Ernst Alts erinnern Kopfhaltung und Mimik des Schmerzensmannes an die schmerzverzerrte Darstellung Jesu im Kreuzigungsbild des Isenheimer Altares. Jesu ausgemergelter Körper, der die Wundmale der Kreuzigung trägt, ist in fahler Leichenblässe vor düster-violettem Hintergrund gestaltet. Aus den Wundmalen der Hände rinnt Blut, aus der Seitenwunde fließen in Bezug zu Joh 19,34 EU bzw. Joh 7,37 f. EU und Ez 47,1 EU Wasser und Blut. Jesu überlange Hände, die den roten Stoff des Spottmantels und das grüne Spottszepter halten, sind über Kreuz mit einem Strick gefesselt, der ihm auch um den Hals mit einer Schlinge verknotet wurde. In den Strick eingeknotet sind die drei Nägel der Kreuzigung. Die Darstellung orientiert sich an der biblischen Verspottung und Folterung Jesu in der Passion (Mt 27,27-30 EU, Mk 15,16-19 EU, Lk 23,11 EU, Joh 19,2-3 EU).

Auf Jesu Haupt ist eine überdimensionierte gold-rot changierende Dornenkrone gedrückt worden. Darüber erhebt sich ein wellenartig, vertikal strukturierter Stamm, der als Kreuzesstamm oder als Geißelsäule gedeutet werden kann. Am Stamm ist mit Hilfe einer Schnur eine Stoffbanderole angebracht, auf der ein zackengekrönter Davidsstern zu sehen ist. Hinter Jesu Rücken kreuzen sich x-förmig der Stab mit dem Essigschwamm und die bluttriefende Lanze der Kreuzigung, an deren Lanzenblatt rote Stoffbänder angeknotet sind.

Ostersprung des Lammes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Alt gestaltete das Fenster mit dem Gotteslamm-Motiv im Jahr 1982. Das Lamm Gottes (lat. Agnus Dei, oder altgriechisch Ἀμνὸς τοῦ Θεοῦ [Amnòs tou Theou]) ist ein seit den Ursprüngen des Christentums gängiges Symbol für Jesus Christus. Als Osterlamm mit der Siegesfahne, ist es ein Sinnbild der Auferstehung Jesu Christi. Das Lamm an sich wurde in der Antike traditionell als Zeichen des vitalen Lebens und der Unschuld verstanden. Ebenso symbolisiert sein weißes Fell innere Reinheit und Gottesnähe. Grundlage der biblischen Vorstellung des Osterlammes war die Praxis des Schlachtens von Opfertieren im Alten Testament, besonders das Schlachten der Pessach-Lämmer, deren Blut in der Nacht des (Exodus) auf Gebot Gottes hin als Schutzzeichen vor dem todbringenden Würgengel an die Türpfosten gestrichen wurde (Ex 12 EU). Auf den Exodus Israels hin, den man in der Bibel als Heilshandeln Gottes deutete, wurde das Schlachten eines Lammes zur zentralen Handlung des Pessach-Festes.

Auch das vierte Gottesknechtslied bei Jesaja (Jes 53,1-10 EU) greift auf die Lamm-Symbolik zurück. Dort heißt es vom Gottesknecht:

Wer hat unserer Kunde geglaubt? Der Arm des Herrn – wem wurde er offenbar? Vor seinen Augen wuchs er auf wie ein junger Spross, wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden. Er hatte keine schöne und edle Gestalt, sodass wir ihn anschauen mochten. Er sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm. Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; wir schätzten ihn nicht. Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen. Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf. Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft, doch wen kümmerte sein Geschick? Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen. Bei den Ruchlosen gab man ihm sein Grab, bei den Verbrechern seine Ruhestätte, obwohl er kein Unrecht getan hat und kein trügerisches Wort in seinem Mund war. Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen (Knecht), er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab.

Vor allem im neutestamentlichen Evangelium nach Johannes kommt der Gotteslamm-Symbolik eine herausragende Bedeutung zu, wenn Johannes der Täufer die Person Jesu als das Lamm Gottes deutet, das die Sünde der Welt hinwegnimmt (Joh 1,29 EU, Joh 1,36 EU). Das Johannesevangelium positioniert in seinem Erzählstrang die Kreuzigung Jesu zu der gleichen Zeit, in der die Pessach-Lämmer im Jerusalemer Tempel geschlachtet wurden. Nach dem Bericht der drei synoptischen Evangelien fand das letzte Abendmahl Jesu in der Nacht des Pessachfestes statt, wodurch sich der enge Kausalnexus zwischen der Eucharistie und der Gotteslamm-Symbolik herleitet.

In den Briefwerken des Neuen Testamentes wird die Verbindung Jesu mit der Lamm-Symbolik ebenfalls herangezogen. So bezeichnet Paulus im 1. Brief an die Gemeinde in Korinth Jesus als das geopferte Pessach-Lamm (1 Kor 5,7 EU). Im 1. Petrusbrief wird betont, dass das Blut des Lammes zur Erlösung der Menschen diene (1 Petr 1,19 EU).

In der Offenbarung des Johannes nimmt die Gleichsetzung des Lammes mit Jesus Christus noch breiteren Raum ein (Offb 5,6 EU, Offb 5,8f EU, Offb 5,5 EU, Offb 19,9 EU). Am Ende der johanneischen Apokalypse steht das Lamm zusammen mit Gott auf dem Zionsberg des neuen Jerusalems (Offb 14 EU).

Erst Alt lässt in seiner Darstellung in der Saarlouiser Ludwigskirche das Osterlamm zum Sprung ansetzen. Das weiße Fell seines Körpers, der von zuckenden Flammenzungen des Opferbrandes umgeben ist, hat der Künstler zu wirbelnden Ornamenten geordnet. Dornige Ranken verflechten sich und scheinen das Lamm an den Hinterläufen geradezu einzuspinnen, doch erblühende, die Dornen zu überwuchern beginnende Christrosen deuten an, dass sich das Lamm dieser Gefahr, anders als der Widder beim Opfer Abrahams, durch einen Sprung entziehen kann. Kopf und Vorderbeine hat es bereits erhoben. Dennoch ist das Lamm schwer verletzt: Aus seiner Brust fließen in dicken Tropfen sieben Blutströme. Im Gegensatz zur traditionellen Osterlamm-Symbolik trägt das Lamm keine Siegesfahne, sondern einen knotigen grünen Stab, der in seiner Krümme, die an einen Hirtenstab erinnert, Weinlaub und einen dunklen Traubenklotz hervorbringt. Die Symbolik bezieht sich auf Joh 15,5 EU:

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.

Des Weiteren kann der grünende Stab auch in Verbindung mit der mittelalterlichen Tannhauser-Sage gesehen werden: Ein Ritter, der sieben Jahre im Berg der Frau Venus zugebracht hat, pilgert nach Rom, um beim Papst um Vergebung für seine Sünden zu bitten. Der Papst verweigert diese jedoch, denn so wenig der dürre Pilgerstab grünen werde, so wenig könne der Ritter Vergebung erhalten. Traurig zieht der Ritter wieder von dannen, doch am dritten Tag beginnt der Stab durch ein göttliches Wunder zu grünen.

Im Saarlouiser Osterlamm-Fenster quillt dort, wo der grüne Stab des Lammes und seine Blutstropfen den Boden berühren, belebendes Wasser aus dem Boden hervor, das sich auf die apokalyptische Vision des himmlischen Jerusalems bezieht, in der eine Stimme das siegreiche Lamm deutet (Offb 21,6 EU):

Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt.

Die Dornen, die von den Quellströmen des Wassers benetzt werden, beginnen in der Darstellung Ernst Alts zu grünen und bringen eine goldene, kugelige Frucht hervor.

Sich verschenkender Pelikan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Alt fertigte das Pelikan-Fenster im Jahr 1980. Der Künstler stellte es im Rahmen einer Sonntagspredigt am 22. Juni 1980 selbst vor, indem er in gewisser Ablehnung des Böhmschen Betonbaues und bezugnehmend auf den gesellschaftlichen Säkularisierungsprozess seiner Zeit ausführte:[257]

„Dass dieses Haus kein Eisstall sein soll und bleiben muss, darum beginnen wir jetzt, indem wir Gottes Karte auslegen, seine Herzkarte. Wir haben uns überlegt, sollen wir diesen Vogel mit der guten Botschaft gleich wieder so hoch schießen, dass er uns nicht wehe tut oder sollen wir ihn auf Wochen in greifbarer Nähe lassen, wie der verwundete Christus bei seinen verängstigten Küken, seinen Jüngern. Sollen wir ein solches Bild und ein Bildprogramm, das in diese Kirche kommen soll, wie eine Tapete der Verharmlosung uns gefallen lassen, oder sollen wir, die Energielosen, wieder Feuer zünden am Brand seines Herzens. (…) Wir haben die gute Geschichte nicht mehr weiter erzählt. Wir haben die Bilder gelöscht, uns tot gebaut und saniert. (…) Man bekam nicht nur kalte Füße in unserer Kirche, sondern auch das Herz bekam Erkältung, und wo die Frucht unserer Liebe sitzen soll, gähnen die Bänke von Leere. Waren wir Pelikan, Sie und ich? Haben sie geliebt, bis es weh tat?“

Als Symbol für Jesus Christus sind Pelikane Teil der christlichen Ikonographie. Nach dem Physiologus, einem frühchristlichen Tierkompendium, öffnet sich der Pelikan mit dem Schnabel die eigene Brust, lässt sein Blut auf seine toten Jungen tropfen und holt sie so wieder ins Leben zurück. Dies wurde allegorisch in den Kontext des Opfertodes Jesu Christi gesetzt, wodurch der Pelikan zu einem in der christlichen Ikonographie häufig verwendeten Motiv wurde.

Die Grundlage für diese Vorstellung liefert möglicherweise die Tatsache, dass sich die Jungen des Pelikans ihr Futter tief aus dem Kehlsack der Eltern holen, was den Eindruck erweckt, sie würden sich an deren Brustfleisch nähren. Außerdem färbt sich beim Krauskopfpelikan während der Brutzeit der Kehlsack rot und erinnert an eine blutige Wunde.

Ernst Alt gestaltet sein Fenster vom Aufbau her durch eine Kreisform, die aus einem Kranz von Dornenzweigen besteht. Der Dornenkranz changiert zwischen den Farben Grün, Orange und Blutrot. Dornen deutet Ernst Alt als die Mühsal unseres Lebens. Doch auch in dieser Ödnis macht Alt Hoffnungsgrün aus. Der Kranz bildet gleichzeitig das Nest für vier Pelikanjunge, die gierig ihre Schnäbel nach oben in Richtung ihres Muttervogels recken, der sich führsorgen zu ihnen herabbeugt. Sein wirbelndes weißes Gefieder kann als Symbol der sich verschenkenden reinen Lieben gedeutet werden. Der Vogel erinnert in seiner rotierend anmutenden Bewegung an die Form eines sich um seine Achse drehenden Schwungrades. Mit spitzem Schnabel hat der Muttervogel seine Brust aufgestochen. Dicke Blutstropfen ergießen sich pfingstfeuerzungenartig in die Schnäbel der Jungen.

Keltertreter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Alt vollendete das Fenster im Jahr 2012 wenige Monate vor seinem Tod und 32 Jahre nachdem er das erste Fenster für die Saarlouiser Ludwigskirche gefertigt hatte. Die Darstellung des Keltertreters ist inspiriert vom Motiv des Christus in der Kelter, das im 12. Jahrhundert in der christlichen Ikonographie aufkam. Dargestellt wird Christus bei der Arbeit in einer Weinkelter, wobei der ausfließende Traubensaft als Blut Christi von einem Kelch aufgefangen wird. Die Kelter wird als Symbol für den Opfertod Jesu am Kreuz gedeutet. Die übliche Darstellung erfolgt in allegorischer Aufnahme biblischer Aussagen wie des Propheten Jesaja (Jes 63,2-6 EU):

Warum aber ist dein Gewand so rot, ist dein Kleid wie das eines Mannes, der die Kelter tritt? Ich allein trat die Kelter; von den Völkern war niemand dabei. Da zertrat ich sie voll Zorn, zerstampfte sie in meinem Grimm. Ihr Blut spritzte auf mein Gewand und befleckte meine Kleider. Denn ein Tag der Rache lag mir im Sinn und das Jahr der Erlösung war gekommen. Ich sah mich um, doch niemand wollte mir helfen; ich war bestürzt, weil keiner mir beistand. Da half mir mein eigener Arm, mein Zorn war meine Stütze. Ich zertrat die Völker in meinem Zorn, ich zerschmetterte sie in meinem Grimm und ihr Blut ließ ich zur Erde rinnen.

Diese alttestamentliche Anspielung wurde christologisch verbunden mit dem eschatologischen Hinweis der neutestamentlichen Apokalypse (Offb 19,13-15 EU):

Bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand; und sein Name heißt „Das Wort Gottes“. […] Und er herrscht über sie mit eisernem Zepter, und er tritt die Kelter des Weines, des rächenden Zornes Gottes, des Herrschers über die ganze Schöpfung.

Als weiteres Element spielt der Segen Jakobs über Juda hinein (Gen 49,11 EU):

Er bindet am Weinstock sein Reittier fest, seinen Esel am Rebstock. Er wäscht in Wein sein Kleid, in Traubenblut sein Gewand.

Ernst Alt lässt den Keltertreter mit gramgebeugtem Ausdruck nahezu die gesamte Bildfläche ausfüllen. Dieser wird von Dornenzweigen niedergedrückt und lässt aus einem goldenen Gefäß, das er auf der linken Schulter trägt, dunkle Trauben herausfallen. Keltertreter und Weintrauben sind in ähnlich bläulichem Farbton gestaltet, sodass der Eindruck vermittelt wird, Keltergut und Keltertreter verschmölzen identitätsmäßig miteinander. Die Rechte des Keltertreters greift, ein Winzermesser haltend, in Richtung seiner linken Hüfte. Weinlaub und ein Traubenklotz erscheinen im Dreieck, das, vom Betrachter aus links, von Oberschenkel und Arm des Keltertreters gebildet wird: Der niederdrückende Dornentrieb hat gegrünt und Weintrauben hervorgebracht.

Die Beine des Keltertreters sind in Tretbewegung dargestellt, die Unterschenkel haben sich weinrot gefärbt, doch bleibt das Keltergut unsichtbar. Der Keltertreter trägt einen roten Lendenschurz, der sich gestalterisch in einen Wein- bzw. Blutstrom verwandelt. Dieser Strom ergießt sich über sechs am Boden stehende Amphoren, die allerdings nicht gefüllt werden. Der Blut- oder Weinstrom erweckt den Eindruck, an ihrem Rand vorbeizugleiten. Das Selbstopfer des Keltertreters scheint umsonst und wird nicht angenommen.

Kirchenschifffenster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Fenster im Kirchenschiff zeigen folgende Themen:

Sich aufflammender Phönix[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Phönix (altgriechisch Φοίνιξ, Phoínix, von altägyptisch Benu: „Der Wiedergeborene/Der neugeborene Sohn“; lateinisch Phoenix) ist ein mythischer Vogel, der am Ende seines langen Lebenszyklus verbrennt oder stirbt, um aus dem verwesenden Leib oder aus seiner Asche wieder neu zu erstehen. In der christlichen Ikonographie wurde er zum Sinnbild der Auferstehung und des ewigen Lebens. Bereits in der ägyptischen Mythologie wurde der altägyptische Totengott Benu meist in Form eines Reihers dargestellt, der im Abstand von mehreren hundert Jahren erscheint, bei Sonnenaufgang in der Glut der Morgenröte in Flammen aufgeht und aus seiner Asche verjüngt wiederaufersteht. In der Zeit des Hellenismus verbreitete sich die Vorstellung, dass der Phönix aus der Asche des Osiris oder dessen verwesenden Überresten hervorgegangen sei und ein hohes Alter von vielen, meist fünf Jahrhunderten erreiche. Am Ende seines Lebens baue er mit seinem Schnabel ein Nest aus Myrrhe, setze sich hinein und verbrenne mit diesem. Nach Erlöschen der Flammen bleibe ein Ei zurück, aus dem nach kurzer Zeit ein neuer Phönix schlüpfe. Eine weitere Erzählvariante des Mythos berichtet, dass der rotgoldene Vogel alle 500 Jahre am Todestag seines Vaters nach Heliopolis flöge, wo er aus Weihrauch ein Ei als Hülle der Leiche seines Vaters forme. Dieses Ei trüge der Vogel dann in den Tempel von Heliopolis, wo es feierlich begraben werde.

Ernst Alt schuf das Phönix-Fenster im Jahr 1985. Vor nachtblauem Hintergrund hebt sich das rotgoldene Gefieder des Vogels ab. Im unteren Bildbereich züngelt bereits ein Flammennest aus goldenen Myrrhekörnen und hat den Schweif des Tieres erfasst, während sich die Federn im Halsbereich infolge der Hitze einzurollen beginnen und damit eine formenreiche Ornamentik bilden. In diesem Feder-Ornament platzen Erbsenhülsen auf und geben ihre Samenkugeln preis. Ebenso zeigt sich ein Fruchtstand, der als Zirbelnuss oder als Artischocke gedeutet werden könnte. Die sich öffnenden Früchte können als Symbol der Auferstehung verstanden werden. Sterbend öffnet der Vogel seinen langen Schnabel, während seine emporgereckten Schwingen ein glänzendes kugelförmiges Gebilde zu umfangen scheinen. Das Gebilde weckt Assoziationen zur Sonnenkugel, einem Vogelei, einem Lichtnimbus oder einer Eizelle, die sich, vom Schnabel des Vogels durchstoßen, zu teilen beginnt.

Die Nachtigall und die Rose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst Alt fertigte das Fenster im Jahr 1981. Der Künstler thematisiert hierbei ein im Jahr 1888 erschienenes Kunstmärchen von Oscar Wilde mit dem Titel "Die Nachtigall und die Rose" (The Nightingale and the Rose).

Ein junger Student will in der Erzählung mit der Tochter eines Professors tanzen gehen. Diese allerdings macht zur Bedingung, dass sie nur einwillige, wenn der Student ihr rote Rosen mitbrächte. Da der Student in seinem Garten keine rote Rose hat, ist er unglücklich, denn er glaubt, dass er gerade um die Chance seines Lebens gebracht würde. Eine Nachtigall sieht in dem weinenden Studenten einen wahrhaft Liebenden, empfindet Mitleid mit ihm und begibt sich auf die Suche nach einer roten Rose. Sie bittet einen Rosenstrauch, ihr gegen ihren süßesten Gesang eine seiner Rosen zu überlassen. Dieser kann ihr allerdings nur weiße Rosen bieten. So fliegt die Nachtigall zu einem anderen Rosenstrauch mit der gleichen Bitte. Dieser trüge zwar rote Rosen, aber der Frost hat alle Knospen absterben lassen. Da verrät der zweite Rosenstrauß der verzweifelten Nachtigall, er könne aber mit Hilfe ihres Herzblutes und ihres Todesgesanges eine blutrote Blüte hervorbringen. Da die Nachtigall die Liebe des jungen Mannes zu dem jungen Mädchen höher bewertet als ihr eigenes Leben, ist sie zur Selbstaufopferung bereit. Ihre gezwitscherte Aufforderung an den Studenten, seiner Liebe treu zu bleiben und in dieser das höchste Gut zu sehen, versteht dieser nicht.

In der Nacht drückt sich die Nachtigall, Liebeslieder singend, einen Dorn des knospenlosen Rosenstrauches so tief in die Brust, dass er schließlich ihr Herz durchbohrt. Sogar der kalte Kristallmond lauscht ihrem Todesgesang, während der Rosenstock eine wunderschöne blutrote Blüte hervorbringt. Vollkommen ausgeblutet fällt die Nachtigall, den Dorn in ihrem Herzen, ins hohe Gras. Als der Student am nächsten Mittag die tiefrote Rose sieht, bricht er sie ab und bringt sie sofort der Professorenstochter. Diese aber weist ihn angewidert ab, da die Rose farblich nicht zu ihrem Kleid passe und der Neffe des Kammerherren ihr wertvolle Juwelen zugesandt habe, die sie viel besser schmückten als eine einfache Blüte. Zornig wirft der Student die Rose daraufhin in den Straßenrinnstein, worauf ein Wagenrad die Blüte zerquetscht. Enttäuscht von der, wie er meint, "törichten" und "unpraktischen" Liebe, wendet sich der junge Mann nun dem Studium der Logik, der Philosophie und der Metaphysik zu.

Ernst Alt zeigt in seinem Glasfenster den Todesgesang der sich vor dem blauen Nachthimmel und dem fahlen Lichtschein der dornenspitzen Mondsichel hingebenden, goldgelb gefiederten Nachtigall. Ihr in dicken Tropfenkaskaden austretendes Herzblut lässt eine große Rose erblühen und färbt sie blutrot. Sterbend nimmt ihr Schnabel die Gestalt von Dornen an, deren tödliches Geflecht ihren zarten Körper umstrickt. Im Gegensatz dazu quillt im unteren Bildteil satt Rosenblattgrün aus dem verdorrenden Strauch. Die bleiche Mondsichel als Symbol der wankelmütigen Unverlässlichkeit schlingt geradezu einen Heiligenschein um das Martyrium der sterbenden Nachtigall.

Turmkapellenfenster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Turmkapellenfenster im Mitteleingang, die zwischen den Jahren 1984 und 1994 geschaffen wurden, zeigen christliche Figurenkonstellationen, die den göttlichen Schutz in Situationen der Bedrohtheit thematisieren:

Christophorus-Fenster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christophorus (griech. Χριστόφορος „Christusträger“, von pherein, „tragen“) gilt als frühchristlicher Märtyrer, der vielleicht im 3. oder beginnenden 4. Jahrhundert gelebt hat. Christophorus wird üblicherweise in der christlichen Ikonographie als Hüne mit Stab dargestellt, der das Jesuskind auf den Schultern über einen Fluss trägt. Er zählt zu den Vierzehn Nothelfern.

Nach den legendarischen Quellen war er ein Riese namens Offerus, der nur dem mächtigsten Herrscher dienen wollte. Der Riese fand aber keinen, dessen Macht nicht in irgendeiner Weise begrenzt gewesen wäre. Nach langer vergeblicher Suche riet ihm ein christlicher Einsiedler, nur Gottes Macht sei unbegrenzt, und nur diesem solle Offerus dienen. Als Demutsübung sollte er fortan Reisende an einer tiefen Furt über einen Fluss tragen. Eines Tages, so die Legende, nahm Offerus ein kleines Kind auf die Schulter, um es über den Fluss zu tragen. Je tiefer Offerus in das Wasser stieg, desto schwerer schien ihm die Last zu werden. In der Mitte des Stromes offenbarte ihm das Kind, dass er Christus und damit die ganze Welt trage. Am anderen Ufer angelangt, gab ihm das Kind deshalb den neuen Namen Christophorus (griech.: Christusträger).

Ernst Alt gestaltete das Christophorus-Fenster im Jahr 1987. Die nackten Figuren des Christophorus und des Jesuskindes befinden sich mitten in den sie um schlingenden Fluten des reißenden Flusses. Die wirbelnden Wogen bilden im unteren Bereich des Bildes den Kopf eines Leviathan, der einen Fischschwarm in seinem weit aufgerissenen Maul verschlingen will, als Symbol des arglistigen Bösen. Mit beiden Händen stützt sich Christophorus auf einen schuppigen tiefroten Palmenstamm, der sich über dem Kopf des Wasserungeheuers erhebt. Das Auge des Untiers hat bereits seinen bedrohlichen Blick auf Christophorus und das Jesuskind gerichtet. Aufgrund der übermenschlichen Anstrengung hat der kahlköpfige Riese seine Augen geschlossen. Das Jesuskind umklammert mit seinen Füßen den Hals des Christophorus und hält sich mit seinen Händen in den Palmwedeln des Baumstammes fest, der den Hünen stützt. Das Haupt des geradezu verschmitzt lächelnden Jesuskindes ist nimbusumstrahlt. Das Kind beugt mühelos, der gotischen Form des Fensters folgend, die fruchttragenden Palmwedel des massiven Baumstammes herab, damit sich eine auffliegende weiße Taube an roten Palmfrüchten sättigen kann. Die Finger der rechten Hand des Kindes sind wie zum Siegeszeichen gespreizt. Jegliche Aufwärtsbewegung der Formen wird in den Händen des Kindes nach unten gelenkt.

Wie im Raphaelfenster kann der zwischen den Lenden des Riesen aufstrebende Stamm in Zusammenhang mit dem alles verschlingenden Ungeheuer als Symbol ungestümer und zerstörerischer Sexualität gedeutet werden, die durch fürsorgende Liebe und kindliche Zärtlichkeit umgewandelt wird.

Raphael-Fenster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das in den Jahren 1991/1992 entstandene Fenster greift das Hauptthema des Buches Buches Tobit auf, eines deuterokanonischen bzw. apokryphen Buches des Alten Testamentes, das wahrscheinlich um 200 vor Christus auf Aramäisch in Palästina oder der ägyptischen Diaspora verfasst wurde. Die Erzählung hat die Form einer lehrhaften Novelle. Das Buch wurde nicht in den jüdischen Kanon aufgenommen, ist aber Teil der Septuaginta und wird von der Römisch-katholischen Kirche und den Orthodoxen Kirchen als Teil des Schriftenkanons des Alten Testaments angesehen.

Zentralfiguren des Glasgemäldes von Ernst Alt sind der Erzengel Raphael (hebräisch רפאל‎ rafa'el; „Gott heilt“) und der junge Tobias (Hebräisch: „Der Herr ist gütig“). Raphael ist im Buch Tobit der Engel, der das Gebet des jungen Tobias hört, ihn in Menschengestalt auf seiner Reise von Ninive nach Rages begleitet, ihm in Ekbatana Sara als Ehefrau vermittelt, den bösen Dämon Aschmodai besiegt und Tobias ein Heilmittel gegen die Blindheit seines Vaters verschafft. Als der geheilte Tobit und Tobias den unerkannten Erzengel für dessen Hilfe belohnen wollen, enthüllt dieser ihnen seine wahre Identität und kehrt zu Gott zurück.

Das weitgehend in bläulichen Farbtönen gehaltene, maßwerklose neogotische Spitzbogenfenster zeigt den Erzengel Raphael, wie er sich in brüderlich-beschützendem Gestus dem kindlich-jugendlichen Tobias zuwendet, der seinen Blick vertrauensvoll zu ihm empor wendet. Das Haupt des Raphael ist geschmückt mit einem Kranz von Ölbaumzweigen, die vollreife Früchte tragen. Raphael hält in seiner Rechten ein Räuchergefäß empor, dessen Rauch im Emporsteigen sieben rosenartige Formen, als Symbole der sieben Erzengel Gottes, annimmt. Am höchsten Punkt des Fensters erkennt man im Rauch das Auge Gottes als Symbol für die göttliche Hilfe, die Tobias zuteil wurde. Ornamente, die Wasserfluten symbolisieren, umgeben im unteren Bereich die beiden nackten Figuren und stellen die Bedrohtheit des Lebens des Tobias dar, das nur durch die schützende Hilfe des Erzengels gerettet werden kann.

Beide Gestalten tragen einen großen Fisch, dessen weit aufgerissenes Maul spitze Zähne aufweist. Der Fisch hatte Tobias bei einem Bad im Tigris verschlingen wollen, doch mit der Hilfe des Erzengels konnte er gefangen werden. Seine Innereien sollen nun als Heilmittel gegen die Blindheit des alten und kranken Tobit und die Dämonenbesessenheit von Tobias späterer Ehefrau Sara helfen. Die phallusartige Form des Fisches kann auch als erwachende, ungezügelte Sexualität des Tobias gedeutet werden, die durch Liebe gezähmt wird.

Zu den Füßen der beiden läuft der kleine Hund des Tobias. Er hat sich mit dem rechten vorderen Lauf in einer Kordel verfangen, die sich zu einem Labyrinth, dem Symbol des verschlungenen Lebensweges, formt.

Zwischen die Füße des Erzengels und des kleinen Tobias hat Ernst Alt ein altes lateinisches Bittgebet eingefügt:

„RAPHAEL MEDICINALIS MECUM SIS PERPETUALIS, SICUT FUISTI CUM TOBIA, SEMPER MECUM SIS IN VIA.“

(Dt. Übersetzung: "Heilender Raphael sei auf ewig bei mir, wie du auch mit Tobias warst, bleibt stets mit mir auf dem Weg.")

Ernst Alt hat das Glasgemälde seinem verstorbenen Lebensgefährten Bernhard Lieblang (geb. 22. Juli 1940) gewidmet (Untertitel „In Memoriam B.L. 17. 11. 1991“), der am 17. November 1991 verstorben war. Beide hatten sich im Jahr 1957 kennengelernt.[258]

Jona-Fenster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Alt gestaltete das Jona-Fenster im Jahr 1992. Der Prophet Jona (hebr. יוֹנָה (jona); griech.-lat.: Jonas) ist die zentrale Gestalt einer kleinen alttestamentlichen Schrift, die nur vier Kapitel umfasst und zum Zwölfprophetenbuch des jüdischen Tanachs bzw. des christlichen Alten Testaments gehört.

Die biblische Erzählung berichtet, dass Gott Jona beauftragt, nach Ninive zu gehen und der verworfenen Stadt und ihren frevelnden Bewohnern ein Strafgericht Gottes anzudrohen, wenn sie nicht bußfertig umkehren wollten. Der angstvolle Jona versucht sich allerdings dem für ihn bedrohlichen Auftrag Gottes zu entziehen, in dem er per Schiff in die entgegengesetzte Richtung flieht. Daraufhin entfacht Gott einen gewaltigen Sturm, durch den das Schiff in Seenot gerät. Durch das Los wird Jona von der Besatzung als Verantwortlicher entlarvt. Jona gesteht seine Schuld ein und empfiehlt, ihn ins Meer zu werfen, was die Schiffsbesatzung schließlich auch tut. Der Sturm hört augenblicklich auf und die Seeleute bekehren sich zu JHWH. Ins Wasser geworfen, wird Jona von einem großen Fisch verschluckt. In dessen Bauch fleht er inständig zu Gott und wird nach drei Tagen und drei Nächten wieder an Land ausgespien. Jona befolgt nun den göttlichen Auftrag und geht tatsächlich nach Ninive, um dort zu verkündigen, dass nur noch vierzig Tage bis zur Zerstörung der Stadt durch Gott verbleiben. Diese Strafankündigung löst bei den Niniviten eine demütige Bußbewegung aus, die dazu führt, dass Gott die angekündigte Strafe erlässt. Diese barmherzige Begnadigung löst bei Jona so großen Zorn aus, dass er unter einer Rizinusstaude sterben will. Gott lässt die Rizinusstaude verderben, worauf Jona deren Schicksal beklagt. Die Geschichte endet mit dem den Egoismus Jonas entlarvenden Ausspruch Gottes:

„Dir ist es leid um den Rizinusstrauch, für den du nicht gearbeitet und den du nicht großgezogen hast. Über Nacht war er da, über Nacht ist er eingegangen. Mir aber sollte es nicht leid sein um Ninive, die große Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen leben, die nicht einmal rechts und links unterscheiden können – und außerdem so viel Vieh? “ (Jona 4, 10-11 f.).

Ernst Alts verdichte in seinem Glasgemälde die Jona-Erzählung, indem er den nackten, bläulich angelaufenen Körper des Propheten Jona zeigt, wie er gerade aus dem Maul des riesigen Fisches ausgespien wird, wobei im rechten Bildbereich eine Gischtfontäne über einer sich öffnenden Perlmuschel aufsteigt. Die Perlmuschel kann hier als Auferstehungssymbol, als Sinnbild des Gottesreiches oder als Zeichen der (wiedererlangten) inneren Reinheit Jonas gedeutet werden. Weiterhin kann die Muschelschale als Hinweis der christlichen Lebenspilgerschaft verstanden werden. Die dunklen Schwanzflossen des Fischs umrahmen im linken Bildbereich den Oberkörper des kahlköpfigen Propheten, der sich dem Licht emporreckt. Aus den Blaslöchern des Meerestieres schießt in hohem Bogen weißer Spaut fontänengleich aus. Die Spautfontäne des Meerwesens könnte eventuell motivisch als Assoziation zu Befruchtungsflüssigkeit, als mögliches Zeichen des geretteten Lebens, der wiedererlangten Vitalität sowie des "Logos spermatikos", deutbar sein. Im Bogenfeld der Fontäne öffnet sich ein bläuliches Lichtfeld, ähnlich dem sprichwörtlichen "Licht am Ende eines Tunnels". Eine gedankliche Verbindung zu Nahtoderfahrung ist möglich. Jona hat seine Arme emporgerissen und greift freudig mit seinen Händen in die grünenden Zweige der Rizinusstaude. Eine graue, sich emporschraubende Wirbelstruktur könnte das baldige Absterben der Rizinusstaude andeuten. Jonas Rechte wird von lilafarbenen Flächen umgeben, die als Blüten oder Bäder gedeutet werden können. An der höchsten Spitze der Staude befindet sich ein korbartiges, grobmaschiges Nest, worin ein liegendes Vogelei erkennbar wird. Es kann symbolisch für Fruchtbarkeit sowie Auferstehung und Neuanfang stehen.

Guter-Hirte-Fenster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Guter-Hirte-Fenster wurde von Ernst Alt im Jahr 1994 gestaltet. Das Bildwort vom guten Hirten (griech. ὁ ποιμὴν ὁ καλός ho poimen ho kalos, lat. pastor bonus) ist im Christentum eine der ältesten und verbreitetsten Bezeichnungen für Jesus Christus. Das Motiv existierte allerdings schon in der Zeit vor der Entstehung des Neuen Testamentes. Im Alten Testament ist das Hirtenbild verbreitet: Abel,[259] Abraham,[260] Isaak[261] oder Jakob[262] waren Hirten. Mose wurde als Hirte seines Volkes angesehen.[263] Die politischen, religiösen, jurisdiktionellen und militärischen Führer des jüdischen Volkes werden im Alten Testament als gute oder schlechte Hirten[264] bezeichnet. In der Geschichte des jüdischen Volkes stellt David politisch die bedeutendste Hirtenfigur dar.[265] Dem messianischen Hirten schlägt als leidendem Gottesknecht allerdings ungerechtfertigte Ablehnung entgegen und er wird getötet, woraufhin sich seine Schaft zerstreuen.[266]

Das Hirtenmotiv wird vielfach auch unmittelbar auf die Fürsorge Gottes bezogen.[267]

In einer der großen Gleichnisreden des Johannesevangeliums (10,1–18 EU) lässt der Evangelienautor Jesus sich selbst als guten Hirten bezeichnen, der die Schafe kennt, sie einzeln beim Namen ruft, von den Schafen selbst erkannt wird und schließlich sein eigenes Leben für seine Schafe hingibt. Indirekt erscheint das Hirtenmotiv auch im Gleichnis vom verlorenen und geretteten Schaf (Mt 18,12–14 EU par. Lk 15,1–7 [4]): Nicht den 99 anderen Schafen, sondern dem einen verlorenen, dem Sünder, gilt die Suchaktion des Hirten. In direkter Beziehung zum Bildmotiv des guten Hirten steht das Motiv des „Lammes Gottes“. Hier erscheint Jesus Christus als makelloses Lamm, das zur Vergebung der Sünden geopfert wird.[268]

Ernst Alt stellt in seinem Glasfenster den guten Hirten in gebeugter Haltung, auf einen kräftigen Stab gestützt, dar. Er hat auf seiner Suche das verlorene Schaf wiedergefunden und trägt das geschwächte Tier fürsorglich auf seinen Schultern heimwärts, wobei er durch aufwirbelnde Wasserfluten waten muss, die bis zu seiner Hüfte emporschießen und im linken unteren Bildbereich einen labyrinthartigen Wirbel, als Symbol möglicher Verirrung, verursachen. Darüber hinaus droht sich sein rechter Fuß in sich verflechtenden Pflanzenranken zu verfangen. Zwischen den Schenkeln des guten Hirten reckt sich aus den Fluten ein freundlich dreinschauender Delphin, als Symbol der selbstlosen Hilfsbereitschaft, empor.

Der knorrig-spröde Hirtenstab bildet in seiner Krümme Weinranken mit Trauben und Ähren aus, die symbolisch für die Hingabe Jesu im Kreuzestod und seine Realpräsenz in der Eucharistie stehen. Im Spitzbogen des Fensters schwebt eine weiße Taube. Das Ölbaumblatt in ihrem Schnabel und der Regenbogen lassen das Motiv als Symbol des Bundes Gottes mit den Menschen nach der Sintflut erkennen (Gen 8,11-13 EU).

Vasa sacra und Paramente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Priestergewand, Parament-Motiv "Sich opfernder Pelikan" in Sprengtechnik aus Gold- und Silbergarnen sowie Blüten und Ähren in Nadelmalerei aus mehrfädigem Baumwolltwist auf Seide, Lyoner Arbeit, 1840er Jahre
St. Ludwig (Saarlouis), Historische Paramente mit Veronika-Darstellung in Nadelmalerei und verflochtener Fransenborte auf lilafarbenem Samtgewebe, Ende 19. Jahrhundert oder frühes 20. Jahrhundert

Die Kirche St. Ludwig verfügt über eine reiche Sammlung an Vasa sacra, Kreuzen, Monstranzen und Altarleuchtern aus der Zeit vom 18. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert.[269]

Darüber hinaus haben sich zahlreiche Paramente mit reicher Nadelmalerei und Goldstickerei in Sprengtechnik aus verschiedenen Jahrhunderten erhalten. Die Ausstattungsgegenstände wurden durch das bischöfliche Konservatorenamt dokumentarisch erfasst. Sie werden teilweise in einer kleinen, im Jahr 1988 eröffneten, Ausstellung zur Pfarrgeschichte in den Räumen der Statzschen Turmfassade präsentiert. Hier findet sich auch ein Teil der Chorvertäfelung der barocken Kirche, der später in einem Café am Großen Markt eingebaut war, Teile der alten Kommunionbank, Kirchenbücher sowie Teile der neogotischen Emporenbrüstung von St. Ludwig, die Ausstellungsinitiator Dieter Zell in den Jahren 1999/2000 aus dem Schloss im lothringischen Les Étangs zurückerwerben konnte.[270] Die Schreinerarbeiten zum Einbau der neogotischen Brüstung an der Nahtstelle zwischen Statzschem Turmbau und Böhmschen Betonbau oblag der Schreiner- und Restauratorwerkstatt Kroll aus Fraulautern, die bereits die Schreinerarbeiten am neogotischen Hochaltar nach dem Bankrott des Saarwellinger Unternehmens Mettler vollendet hatte.[271]

Von der Empore hängen vier bestickte Fahnen herab, die vom Beginn des 20. Jahrhunderts stammen. Es sind die kirchlichen Vereinsfahnen des St. Bonifatius-Vereins, des St. Franziskus-Xaverius-Vereins, der Marianischen Kongregation der Jungfrauen und der Kongregation der Jünglinge.[272]

Weihnachtskrippe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weihnachtskrippe mit der Verkündigung der Geburt Jesu an die Hirten

Die Kirche verfügt über eine umfangreiche Weihnachtskrippe mit stoffbekleideten Figuren. Die Weisen aus dem Morgenland „ziehen“ bis zum 6. Januar durch den Kirchenraum hin zum Stall von Bethlehem.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Blick zur Orgel

Historische Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wer die erste Orgel im neuerrichteten Kirchenschiff installierte, ist bisher unbelegt.[273] Überliefert ist nur für das Jahr 1706 eine Reparaturrechnung des Orgelbaumeisters Jacob Bramer aus Kornelimünster in Höhe von 360 Franken. Vielleicht war Bramer auch der Erbauer der ersten Orgel. Eine weitere Reparatur in einer Höhe von 300 Franken ist für das Jahr 1766 durch den Orgelbauer Bartholomäus Chevreux aus Bouzonville belegt. Die nächste Reparatur der Orgel erfolgte im Jahr 1806 für 1100 Franken durch einen Orgelbaumeister Geiß.[274]

Aktuelle Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aktuelle Orgel befindet sich auf der lettnerartigen Kirchenempore. Das Orgelgehäuse wurde nach Vorgaben von Gottfried Böhm konzipiert. Es ähnelt dem ebenfalls von Böhm entworfenen Prospekt der Orgel der Kölner Philharmonie. Die Orgelpfeifen fasste man zu hohen runden Zylindergruppen zusammen und passte sie in die rechteckigen Betonnischen Böhms ein. Das Instrument wurde 1980 von der Orgelbaufirma Hugo Mayer Orgelbau, Heusweiler erbaut. Es hat 45 Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal, mechanische Schleifladen und elektrische Koppeln und Registertrakturen. Die Orgeweihe fand am 29. März 1980 statt.[275]

I Rückpositiv C–a3

1. Holzgedackt 8′
2. Quintade 8′
3. Principal 4′
4. Metallflöte 4′
5. Principal 2′
6. Nachthornterz 13/3
7. Larigot 11/3
8. Cymbel III-IV
9. Cromorne 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–a3
10. Bourdon 16′
11. Principal 8′
12. Holzflöte 8′
13. Octave 4′
14. Rohrflöte 4′
15. Quinte 22/3
16. Superoctave 2′
17. Cornet V 8′
18. Mixtur V
19. Cymbel III
20. Trompete 8′
III Schwellwerk C–a3
21. Gedackt 16′
22. Principal 8′
23. Metallgedackt 8′
24. Salicional 8′
25. Vox Coelestis 8′
26. Principal 4′
27. Nachthorn 4′
28. Waldflöte 2′
29. Sesquialter II 22/3
30. Oktävlein 1′
31. Acuta III
32. Scharff IV 2/3
33. Fagott 16′
34. Hautbois 8′
35. Clairon 4′
Tremulant
Pedal C–g1
36. Principalbaß 16′
37. Subbaß 16′
38. Octave 8′
39. Pommer 8′
40. Principal 4′
41. Octave 2′
42. Hintersatz IV 22/3
43. Posaune 16′
44. Trompete 8′
45. Schalmey 4′

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Glocken der neuerbauten barocken Kirche stammten aus der im Jahr 1688 zerstörten Stadtpfarrkirche von Wallerfangen. Zwei weitere Glocken mit einem Gewicht von 1500 Pfund und 1100 Pfund wurden im Jahr 1720 von Nicolas Cortois und François Ruvel in Champigneulles bei Nancy für den Preis von 108 Écu gegossen.[276] Die kleinste Glocke aus dem Jahr 1576 stammte aus der Abtei Fraulautern.

In der Französischen Revolution mussten am 23. August 1793 von den vorhandenen fünf Glocken drei zu Rüstungszwecken abgegeben werden.[277] Die beiden noch vorhandenen Glocken dienten vermittels eines Schlagwerkes dem Stunden- und dem Viertelstundenschlag. In der Folgezeit erhielt St. Ludwig aus der Abtei Heiligste Dreifaltigkeit in Fraulautern eine weitere Glocke mit der Inschrift "SUSANNA HEISEN ICH IN GODES EREN LUDEN ICH BOES WEDDER VERTREIBEN ICH 1548."[278]

Glockengießer Johann Jakob Speck aus Kirrweiler in der Pfalz goss im Jahr 1735 eine weitere Glocke.[279]

Nach dem Kirchenreglement von 1692 wurde die Totenglocke im Falle des Todes eines männlichen Pfarrangehörigen dreimal geläutet, im Falle des Todes einer weiblichen Pfarrangehörigen nur zweimal, und für ein Kind wurde nur die kleine Totenglocke geläutet.[280]

Im Jahr 1836 wurden drei neue Glocken angeschafft, die von der wandernde Lothringer Gießerfamilie Perrin gegossen worden waren. Die Ludwigsglocke wog 2102, die Petrusglocke 1431 und die Marienglocke 1015 preußische Pfund. Die Glocken kosteten insgesamt 1179 Taler. Dabei wurde die alte Hauptglocke (1536 preußische Pfund) und die mittlere Glocke (1148 preußische Pfund) umgegossen. Die Petrusglocke und die Ludwigsglocke konnten wegen Rissen, die bereits im Jahr 1837 auftraten, nicht mehr geläutet werden und mussten im Folgejahr 1838 umgegossen werden. Da die Saarlouiser Stadtverwaltung die hauptsächlichen Kosten trug, lautete die Glockeninschrift: „Ex benevolentia magistratus urbis Saarae Ludovici“ (dt. Übersetzung: Ermöglicht durch die Stiftung der Stadtverwaltung von Saarlouis).[281]

Am 7. August 1880 schmolzen beim Brand des Kirchturmes während der 200-Jahr-Feier der Stadt Saarlouis zwei Glocken. Nach dem Fall der dritten und vierten Glocke brach die hölzerne und verschieferte barocke Glockenstube in sich zusammen. Zur Beschaffung eines neuen Geläutes stiftete der im Jahr 1858 gegründete Männergesangverein die Josefsglocke (a, 486 kg, Glockeninschrift in dt. Übersetzung: Joseph, Zier des Himmels und unsere sichere Hoffnung des Lebens, nimm auf unser Lob! Mich hat gießen lassen der Gesangverein von Saarlouis). Durch weitere Spenden konnten die Ludwigsglocke (c, 2.325 kg, Glockeninschrift in dt. Übersetzung: Hinsehend auf den Tod des heiligen Ludwig, gehet ein in das Haus Gottes, betet an in seinem heiligen Tempel und preiset seinen Namen!), die Petrusglocke (g, 695 kg, Glockeninschrift in dt. Übersetzung: Heiliger Hirte Petrus, nimm gütig die Stimme der Flehenden auf, löse durch Dein Wort die Bande der Sünde, da Dir die Gewalt gegeben ist, der Erde den Himmel zu öffnen und zu schließen!) sowie die Marienglocke (f, 925 kg, Glockeninschrift in dt. Übersetzung: Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.) angeschafft werden. Die neuen Glocken wurden am 23. August 1885 geweiht werden. Das erste Plenumgeläut erfolgte bei der Amtseinführung von Alexander Subtil am 4. Oktober 1885.[282] Diese Glocken wurden im Ersten Weltkrieg zu Kriegszwecken beschlagnahmt und am 2. Juli 1917 abgenommen.

Das am 22. Juli 1923 eingeweihte Nachkriegs-Geläut des neogotischen Turmes (c1, f1, g1, a1) wurde im Jahr 1936 durch eine d1-Glocke aus der Glockengießerei Otto in Hemelingen bei Bremen ergänzt. Die Marienglocke wog 952 kg, die Petrusglocke wog 643 kg, die Josefsglocke 480 kg. Die große Ludwigsglocke (2345 kg) widmete man Prälat Alexander Subtil zu seinem 50-jährigen Priesterjubiläum. Die Inschrift der Glocke lautete: "Resono laudem Altissimi, B. Ludovici honorem, memoriamque sacerdotii semisaeculi, quod A.D. 1920 peregit Rmus Dnus Alexander Subtil decanus, sedis Apost. camerarius secret., eccl. cathedr. Treviren. canon. hon., huius ecclesiae 38 iam annos pastor bonus, suorum filialem amorem aerea voce proclamo." (Dt. Übersetzung: "Ich ertöne zum Lob des Höchsten und zur Ehre des seligen Ludwig sowie zum 50-jährigen Priesterjubiläum, das im Jahr 1920 der ehrwürdige Herr und Dechant Alexander Subtil, Geheimkämmerer des apostolischen Stuhles, Ehrendomherr der Kathedralkirche zu Trier, seiner Pfarrkirche schon seit 38 Jahren ein guter Hirte, beging, und ich verkünde mit eiserner Stimme die kindliche Liebe der Seinen.")[283]

Im Jahr 1936 wurde durch die Glockengießerei Otto in Hemelingen bei Bremen die Marienglocke umgegossen und der Neuguss dem Erzengel Michael geweiht (Ton d als Ergänzung zu den bestehenden Tönen c,f,g,a). Die Glocke sollte fortan als Totenglocke dienen und an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges erinnern. Die Glockeninschrift lautete sich darauf beziehend:

„Wenn ich ertöne,
Denkt eurer Söhne,
Die Blut und Leben
Für uns gegeben.
St. Michael verlaß uns nicht,
Wenn sterbend uns das Auge bricht;
Dann führ´ die Müden
In Gottes Frieden!“

Gleichzeitig wurde eine neue Marienglocke gegossen. Die Glockenweihe feierte man am 24. Mai 1936. Zur Aufhängung der Glocken wurde ein neuer Glockenstuhl im Kirchturm montiert.[284]

Nach dem Erlass des Reichsinnenministeriums vom 3. Mai 1942 wurden diese Glocken am 15. Juni 1942 zu Kriegszwecken enteignet. Die Gemeinde durfte nur die a1-Glocke behalten.[285]

Durch die Spende der Stadtgemeinde Saarlouis (größte Glocke) und zahlreicher Pfarrangehöriger konnten nach dem Zweiten Weltkrieg neue Glocken in Auftrag gegeben werden. Sie wurden im Jahr 1953 von der Glockengießerei Otto in ihrer Filiale in Saarlouis-Fraulautern gegossen und waren deren erster dortiger Guss. Am 25. März 1953 wurden sie durch den Prälaten Weins aus Trier feierlich auf dem Großen Markt geweiht.[286]

Die Kirche St. Ludwig besitzt seither wieder fünf Bronzeglocken, welche sich alle im mittleren, größten Turm der Kirche befinden und elektronisch von der Sakristei aus geläutet werden können. Die Glocken befinden sich in einem Stahlglockenstuhl.

Nr. Name Nominal
(16tel)
Gewicht
(kg)
Durchmesser
(cm)
Inschrift
1 Ludwigsglocke c’ 2300 155 „Clange novo, campana, novam clangore per urbem. Corda Ludovici voce sublime voca.“ (Übersetzung: Durchtöne mit neuem Klang, Glocke, die neue Stadt. Rufe mit Ludwigs Stimme die Herzen himmelwärts.)
2 Michaelsglocke d’ 1650 137 „Exstinctos belli, incerta sorte detentos nomine, me Michael, plangere, scite satos.“ (Übersetzung: Wisset, dass ich, Michael, die Toten der Kriege sowie die ungewissen Schicksales Zurückgehaltenen überall namentlich laut betrauere.)
3 Marienglocke f’ 1000 120 „Orbi sola salus per te data, Virgo Maria. Urbem materno protege praesidio.“ (Übersetzung: Das Heil der Welt wurde uns allein durch Dich geschenkt, Jungfrau Maria. Nimm unsere Stadt unter Deinen mütterlichen Schutz.)
4 Josefsglocke g’ 700 104 „Publica res stat firma tuo munimine, Joseph. Urbs hinc nostra Joseph sit tibi cunque cliens.“ (Übersetzung: Das Heil aller steht sicher unter Deinem Schutz, Joseph. Unsere Stadt sei in allem Dir von nun an in alle Zeit anvertraut.)
5 Petrusglocke a’ 500 95 „Claviger, ecce tibi campana sacrata manebit. Nobis lassatis ostia pande, Petre.“ (Übersetzung: Schlüsselträger, siehe, Dir sei die Glocke allezeit geweiht. Öffne uns nach des Lebens Mühen die Tür zur Ewigkeit, Petrus.)

Kirchturmuhr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Kirchturmuhr wurde im Jahr 1704 durch den Trierer Uhrmachermeister Jean Becker mit Viertelstundenschlagwerk eingerichtet.[287] Bereits im Jahr 1727 erstellte Johann Loup/Wolf aus Forbach einen Kostenvoranschlag für einen Neubau zum Preis von 270 Franken zuzüglich des Materials der alten Uhr, das er mit 120 Franken veranschlagte. Im Folgejahr wurde schließlich aber eine neue Saarlouiser Kirchturmuhr von Francois de Thionville für die Summe von 600 Franken zuzüglich des Materials der alten Uhr, die jetzt mit 200 Franken veranschlagt wurde, erstellt.[288]

Seelsorger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Pfarrei St. Ludwig haben seit der Gründung folgende Seelsorger gewirkt:[289]

Rekollektensuperiore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vincent Gargan / Synphorien Gaillon: 1683–1687
  • Remi de Laitre: 1687
  • André Vaillant: 1687–1689
  • Elisée de la Genière: 1689–1693
  • Hypolite Guéral: 1693–1696
  • Joseph Le Serre: 1696–1697
  • Joseph Barbier: 1697–1698
  • Philibert Pinceau: 1698–1701
  • Calixte Morot: 1702
  • Robert Nicolas: 1702–1704
  • Pierre Baptiste Vassot: 1704–1709
  • Théodore Loret: 1709–1711
  • Irène Dole: 1711–1714
  • Angélique Desplaques: 1714–1716
  • Jean-François Alexand(re): 1716–1719
  • Augustin Quartier: 1719–1726
  • Vincent Enguerrant: 1726–1730
  • Charles de St. Martin: 1730–1731
  • Célestin Cochot: 1731–1734
  • Bonaventura Bocquenheimer: 1734
  • Gabriel Aubert: 1734–1737
  • Polycarpe Motte (aus Saarlouis): 1737–1740
  • Nicolas Fournier: 1740–1742
  • Nicolas Henry: 1742
  • Jean-François Thiery: 1742–1745
  • Etzior Petitot: 1745–1746
  • Antoine Potier: 1746–1747
  • Romain Joseph: 1747–1757
  • Zénobe Gaillard: 1757–1758
  • Romain Joseph: 1759
  • Cajetan Paillard: 1759–1762
  • Patrice Müller (aus Saarlouis): 1762–1766
  • Justin Bichelberger (aus Saarlouis): 1766
  • Alexandre Pochet: 1766–1773
  • Nicolas Manceau: 1773–1783
  • Prosper Burtey: 1784–1788
  • Jean Capistran Kremer: 1788– 30. August 1792 (letzter Rekollektensuperior)

Weltpriester[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean Guitienne: 1792–1794 (erster geschworener Stadtpfarrer)
  • 1794–1802 war die Pfarrkirche St. Ludwig ohne Seelsorger
  • François-Philippe Clemencé: 1802–1803
  • Peter Franz Jacoby: 1803–1823
  • Johann Baptist Perl: 1824–1834
  • Franz Hecking: 1834–1881
  • Pfarrverwaltung von 1881 bis 1885 durch Kaplan Stein
  • Alexander Subtil: 1885–1933
  • Heinrich Unkel: 1933–1963
  • Walter Helmes: 1963–1973
  • Anton Heidger: 1974–2007
  • Ralf Hiebert: 2007–2015
  • Frank Kleinjohann: 2016 ad multos annos

Religiöse Bruderschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des Pfarrlebens bestanden in Saarlouis mehrere religiöse Bruderschaften, deren Aktivitäten in Bruderschaftsbüchern des Pfarrarchives von St. Ludwig dokumentiert sind.

Bruderschaft vom allerheiligsten Sakrament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saarlouiser "Bruderschaft vom heiligsten Sakrament" wurde im Jahr 1692 gegründet und durch eine Bulle des Papstes Innozenz XII. bestätigt:[290]

„Im Namen unsers Herrn Jesu Christi. Die Bulle unsers Heiligsten Vaters dess Papstes Innocentii des XII. Für die Aufrichtung der Bruderschafft des Allerheiligsten Sacraments dess Altars In der Pfarr-Kirchen der Königlichen Stadt Sarluis. Zur ewigen Gedächtnus an die Nachkömmlinge; Nachdem wir gar wohl unterricht / wie uns ist vorgetragen worden; wie dass in der Pfarr-Kirchen zu Sarluis im Ertzbischthumb Trier die Gläubige beider Manns- und Weibs-Geschlechts / und von allerley Stands / Kunst / und Handwercker hefftigen verlangen vereinigtet zu seyn mit dem Bandeiner heiligen Gesellschafft und Bruderschafft / und sich sonderlich zu Consecrieren zum Dienst des Allerheiligsten Sacraments des Altars; welches sie durch viele der Andacht und Liebs-Uebungen / so sie äusserlich verrichten / zeigen; haben Wir aus allen Unserem Vermögen eine so heilige Fürbereitung gewolt unterhalten / und das Mittel zu geben / damit sie von Tag zu Tag vermehret werde. Verwilligen und lassen zu auss Unserer Authorität seiner heiligen Apostolen Petri und Pauli geben und verleyhen allen Gläubigen / Manns- und Weibs-Geschlechts Vollkommenen Ablass aller ihrer Sünden auff dem beichtet / und communiciert haben. Verleyhen auch dessgleichen allen Gläubigen der gemelter Manns- und Weibs-Geschlecht / so in dieser Bruderschaft seynd / oder nach diesem sich werden einverleiben vollkommenen Ablass am Ende ihres Lebens / wann sie wahrhafftig bereuet / gebeicht / und das heilige Viaticum oder Zehrspeiss werden empfangen haben / oder wann kein Mittel beyhand / dass eine oder das andere zu verrichten / den allerheiligsten Nahmen Jesu mit Andacht / und zerknirschtem Herzen mit dem Mund oder allein mit dem Hertzen werden ausgesprochen haben / Verleihen auch barmhertzlich im Nahmen unsers Herrrn Jesu Christi denselben vollkommenen Ablass aller Sünden gemelten Gläubigen Brüdern und Schwestern einmahl im Jahre auff dem Jahr-Tag gemelter Bruderschafft … gebeicht, communicieret und mit Andacht einmahl gesagte Kirch zu Sarluis / von der ersten Vesper … bis Aufgang der Sonnen dess anderen Tags auff dem Tag der Bruderschaft besucht haben... Gegeben zu Rom zu St. Maria Major unter dem Siegel dess Fischers den 30. Juni 1692. Und unseres Pabsthumbs das erste Jahr.“

Skapulierbruderschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saarlouiser Skapulierbruderschaft wurde im Jahr 1718 gegründet. Die Bruderschaft war allgemein durch den englischen Mönch Simon Stock nach einer Vision der Jungfrau und Gottesmutter Maria in Cambridge im Jahr 1251 gegründet worden. In dieser Vision hatte ihm die Madonna ein Skapulier überreichte, das später Teil des Habits der Karmeliten wurde. In der Vision gab sie darüber hinaus Simon Stock das Versprechen, dass jeder, der das Skapulier trage, unter ihrem himmlischen Schutz stehe. Auch Angehörige anderer Orden und schließlich Laien baten dann, ein solches Skapulier tragen zu dürfen. Daraufhin wurden in Karmelitenklöstern sogenannte Skapulierbruderschaften für Laien gegründet, die das sogenannte braune Skapulier trugen. Alle Mitglieder einer Skapulierbruderschaft fühlen sich der Gottesmutter in besonderer Weise verbunden und sollen nach einer dem hl. Simon Stock gegebenen Verheißung am ersten Samstag nach ihrem irdischen Ableben aus dem Fegefeuer befreit werden. Für die Mitglieder der Saarlouiser Skapulierbruderschaft wurden ebenfalls besondere Ablässe gewährt. Die Mitglieder der Saarlouiser Skapulierbruderschaft waren zur Teilnahme an den feierlichen Sakramentsprozessionen verpflichtet. Die Prozessionen fanden an zwei Sonntagen im Monat im Zusammenhang mit Hochämtern statt und waren mit einem vollkommenen Ablass verbunden. Das Hauptfest der Saarlouiser Skapulierbruderschaft war der 16. Juni, der Tag, an dem die Gottesmutter Simon Stock in Cambridge erschienen sein soll. Die Saarlouiser Bruderschaft beging den Festtag mit einer Prozession um den Großen Markt herum. Sowohl bei den Prozessionen als auch am Hauptfest wurden feierliche Aussetzungen der Hostie in der Monstranz veranstaltet, wobei die Bruderschaftsmitglieder eine sakramentale Ehrenwache abhielten. Eigene Bruderschaftsgottesdienste wurden stets in der Muttergotteskapelle von St. Ludwig begangen. Der Vorstand der Saarlouiser Skapulierbruderschaft wurde jeweils am Sonntag nach dem Hauptfest der religiösen Vereinigung gewählt.[291]

Sebastianusbruderschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges in Wallerfangen gegründete Sebastianusbruderschaft wurde im Jahr 1682 von Wallerfangen nach Saarlouis verlegt und wurde durch königliche Verordnung Ludwigs XIV. vom 20. Oktober 1708 in ihren alten Privilegien bestätigt. Die Bruderschaft kümmerte sich um den Brandschutz in der Festungsstadt und trat als Ehrengarde bei religiösen Festlichkeiten in roten Uniformen mit dem Kreuzeszeichen und dem Bild des Bruderschaftspatrones auf. Der Bruderschaftspatron, der heilige Sebastian, wurde gegen die Pest sowie andere Seuchen angerufen. Die Gründung der Bruderschaft steht vermutlich im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Pest in Lothringen zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges.[292]

Bruderschaft des Dritten Ordens des hl. Franziskus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saarlouiser "Bruderschaft des Dritten Ordens des hl. Franziskus" bestand bereits im Jahr 1706. Die Gründung der Bruderschaft könnte im Zusammenhang mit der Mitgliedschaft des Saarlouiser Pfarr- und Stadtpatrons, des heiligen Ludwig IX. von Frankreich, im Dritten Orden des heiligen Franziskus von Assisi stehen. Allgemein wurde die Laienbewegung des Dritten Ordens im 13. Jahrhundert gegründet.[293]

Bruderschaftsgründungen und Volksmissionen im 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ludwig (Saarlouis), Außenseite der Kirche, Apsis, Kreuz am Dechant-Unkel-Platz, ursprünglicher Verlauf der Friedensstraße mit dem alten Pfarrhaus

Im Gefolge der allgemeinen marianischen Frömmigkeit des 19. Jahrhunderts wurde auch in Saarlouis am 15. Juni 1845 eine "Bruderschaft vom unbefleckten Herzen Mariae" ins Leben gerufen. Anlässlich der Gründung der Bruderschaft war der Trierer Bischof Wilhelm Arnoldi nach Saarlouis gekommen und hielt eine Weiherede. Im gleichen Jahr gründete sich in St. Ludwig eine St. Josefs-Gewerkschafts-Bruderschaft zur Förderung des kirchlichen und sittlichen Lebens. Der neuen Bruderschaft konnten sowohl Meister als auch Gesellen beitreten, die keinen "notorisch unchristlichen Wandel führten".

Eine spürbare Neubelebung des katholischen Lebens brachte die Volksmission der Redemptoristenpatres aus dem französischen Teterchen in Lothringen mit sich, die vom 14. Juni bis zum 6. Juni 1851 abgehalten wurde und mit einer großen Prozession der katholischen Bevölkerung durch die Stadt schloss. Ehrengast war wiederum der Trierer Bischof Arnoldi. Hinter der Kirche segnete der Bischof das neuerrichtete Missionskreuz ein, bevor die gesamte Stadt nächtlich illuminiert wurde. Zum Dank an die lothringischen Redemptoristenpatres schenkte die Kirchengemeinde diesen einen silbernen Kelch, den man bei einem Pariser Goldschmied in Auftrag gegeben hatte. Der Kelch trug das Stadtwappen von Saarlouis mit der Inschrift "Zur Erinnerung an die hl. Mission der Redemptoristenpatres aus Teterchen im Jahr 1851 - Die dankbaren Bürger von Saarlouis."

In zunehmendem Maße wurden der Pfarrgemeinde in dieser Zeit umfangreiche fromme Stiftungen zuteil.[294] Katholische Vereinsgründungen, Volksmission sowie Stiftungen mit ihrem Wiederaufleben einer intensiven Frömmigkeit und Kirchlichkeit müssen im Zusammenhang mit den sogenannten Kölner Wirren, einer Auseinandersetzung zwischen dem protestantischen Königreich Preußen und dem rheinischen Katholizismus, sowie mit den gesellschaftspolitischen Entwicklungen des Vormärz im Vorfeld der Revolution von 1848/49 verstanden werden. Der konfessionelle Konflikt steigerte sich im Kulturkampf in den 1870er Jahren und trug insgesamt zum Entstehen eines politischen Katholizismus bei.

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirmes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich des Gedenktages des heiligen Ludwig von Frankreich findet auf dem Großen Markt vor der Kirche jährlich die mehrtägige Ludwigskirmes statt. Bis in die 1870er Jahre wurde als traditionelles Getränk zur Ludwigskirmes heiße Bowle aus Metzer Rotwein getrunken und Kranzkuchen gegessen. Am Abend des Festtages wurde jedes Jahr ein Feuerwerk abgebrannt. Am folgenden Dienstag und Donnerstag veranstaltete man einen Kram- und Viehmarkt.[295]

Geweihtes Brot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Ersten Weltkrieg gab es in der Pfarrei den religiösen Brauch des "Geweihten Brotes" (Pain bénit). Die diesbezügliche Regelung war im Jahr 1692 festgelegt worden. Jeden Sonntag schnitten der Kirchenschweizer und der Küster gespendete Brotlaibe, die der Priester zuvor gesegnet hatte, in kleine Würfel. Diese Brotwürfel wurden nach dem Vaterunser in der Heiligen Messe nach einer bestimmten Reihenfolge (Offiziere, Beamte des Obergerichtes, Bürgermeister, Stadtschöffen, Pfarreischöffen, Gemeindemitglieder) an die versammelten Gläubigen verteilt. Am Osterfest des Jahres 1791 beschwerte sich das revolutionäre Direktorium der Distriksverwaltung, während des feierlichen Hochamtes nicht als erste das "Geweihte Brot" gereicht bekommen zu haben. In einer Entscheidung vom 5. Mai 1791 bestätigte der "Conceil municipal" die Rechtmäßigkeit der Beschwerde des Direktoriums der Distriktsverwaltung.

Die Brotwürfel wurden entweder direkt gegessen oder mit nach Hause genommen, um zum Beispiel als Krankenspeise zu dienen. Jeden Sonntag war eine andere Familie verpflichtet, die Laibe zu spenden. Derjenige, der das Anschnittstück des Brotlaibes (Chanteau du pain) in der Hl. Messe gereicht bekam, musste die Laibe für den nächsten Sonntag spenden. An hohen Kirchenfesten waren statt der Brotlaibe Kranzkuchen zu spenden. Das "Geweihte Brot" sollte den frühchristlichen Brauch der Agape im Sinne eines Antidorons verdeutlichen.[296]

Limbergprozession[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloster auf dem Limberg, Carte des environs de Sarrelouis, 1765 (Städtisches Museum und Stadtarchiv Saarlouis)
Kapelle auf dem Limberg, erbaut 1827 durch Louis Villeroy
Scheune des Hofgutes auf dem Limberg, Reste der ehemaligen barocken Kalvarienberg-Wallfahrtskapelle

Die erstmals für das Jahr 1687 dokumentierte Limbergprozession der neuvermählten Paare der Pfarreien St. Ludwig und St. Peter und Paul in Beaumarais fand jedes Jahr am ersten Fastensonntag statt. Der Zug wurde vom Saarlouiser Maire, den Schöffen, sowie den ehemaligen Maires angeführt. Es folgten die Neuvermählten und eine große Menge von Zuschauern. Die jungen Paare, die unter Androhung einer Strafzahlung von zwei Franken an der Teilnahme der Prozession verpflichtet waren, trugen Strohbündel, die sie am Gipfel des 343 m hohen Limberges in Form des Lothringer Kreuzes aufstellten. Das Paar, das als letztes die Ehe geschlossen hatte, durfte abends das Strohkreuz anzünden. Die erste Station der Wallfahrt war der Platz des früheren Wallerfanger Kapuzinerklosters in der Wallerfanger Engt, heute der Standort des Villeroyschen Schlosses. Anschließend zog die Prozession weiter auf den Berg. Die Neuvermählten entrichteten der Stadtverwaltung von Saarlouis eine Geldgebühr, dem Förster auf der Siersburg eine Kanne mit Wein, ein Weißbrot und einen Hering und zahlten dem Herzog von Lothringen eine kleine Steuer. Die Wallfahrt der Neuvermählten wurde in dieser Form im Jahr 1741 abgeschafft. Der Brauch dürfte ein älterer Wallerfanger Volksbrauch gewesen sein, den man dann nach Saarlouis übertrug.[297]

Der Saarlouiser Festungsgouverneur Thomas de Choisy hatte bereits im Jahr 1680 eine Kapelle auf dem Limberg für Bauarbeiter und Soldaten der zu errichtenden Festungsstadt bauen lassen, in der heilige Messen durch einen Karmeliterpater abgehalten wurden, doch bereits seit dem Mittelalter hatte hier ein von Mönchen betreutes Kirchlein gestanden. Der Limberg wurde von Choisy als Steinbruch für die Festung Saarlouis benutzt. Die Bauarbeiter waren in Baracken auf dem Berg untergebracht. Am 31. August 1682 gab die erzbischöfliche Behörde in Trier die Erlaubnis zur Benediktion einer neuen Kapelle auf dem Limberg, die durch Franziskanereremiten betreut wurde. Mit dem Ende der Festungsarbeiten wurde die Bauarbeitersiedlung auf dem Limberg mitsamt der behelfsmäßigen Kapelle abgebrochen. Allerdings errichtete man auf Initiative eines Einsiedlers und verschiedener Saarlouiser Bürger auf dem Limberg eine steinerne Kapelle, die von der Pfarrei Itzbach (1937 in Siersburg umbenannt) bzw. Rehlingen betreut wurde.[298]

In den Jahren 1722 bis 1727 fertigte der Metzer Steinbildhauer Pierrar de Corail mit seinen Gesellen im Auftrag des Eremiten Claude Virion eine Kalvarienberg-Anlage mit zunächst sieben, dann acht Fußfall-Stationen, die am Fuß des Limberges mit einer Ölbergszene begann und auf dem Gipfel des Berges mit einer Heilig-Grab-Kapelle endete. Die steinernen Figurengruppen waren in Lebensgröße ausgeführt. Die Einsiedelei auf dem Limberg schloss sich in Regel und Lebensweise der deutschen Kongregation der Eremitenbrüder vom heiligen Johannes dem Täufer an. Alle drei Jahre führte die Trierer erzbischöfliche Behörde eine Visitation der Limberger Eremitage durch.[299] Die Heilig-Grab-Kapelle wurde in den Jahren 1738 bis 1741 um eine Muttergotteskapelle mit Gartenanlage erweitert. Der Sakralbau verfügte über drei Altäre (Muttergottes-Hochaltar, Nebenaltäre für den hl. Josef und den hl. Antonius), Beichtstühle, eine Glocke, ausreichende Vasa sacra sowie Paramente. Unter dem Hochaltar der Kapelle befand sich in einer Krypta das Heilige Grab. Allerdings scheint die Kapelle, die sich zunehmend zu einer Wallfahrtskapelle entwickelte, nie geweiht worden zu sein. Patroziniumsfest der Kapelle war der 16. April. Zusätzlich befand sich in einiger Entfernung zur Kapelle eine Statio, die der heiligen Maria Magdalena gewidmet war. In dieser Statio war eine angeblich wundertätige Quelle gefasst, die von Mädchen und Witwen aufgesucht wurde, um einen Ehegatten zu erbitten. Als Opfergaben ließ man diesbezüglich kleine Holzkreuze an der Quelle zurück.[300] Da sich der Weg von Itzbach bis zum Oberlimberg für den betreuenden Priester als zu weit herausgestellt hatte, versahen die Wallerfanger Augustinerchorherren zunehmend die gottesdienstlichen Handlungen.

Patronatsherr der Kapelle war laut Visitationsprotokoll des Jahres 1741 der Herzog von Lothringen und vormalige König von Polen, Stanislaus I. Leszczyński, der am 30. Juni 1751 die unbeschuhten Karmeliter der lothringischen Ordensprovinz zur Seelsorge auf den Limberg berief.[301] In der Eremitage wurde mit Zustimmung der bischöflichen Behörde in Trier vom 29. August 1759 ein kleines Hospiz eingerichtet, das von zwei Patres und einem Laienbruder betreut wurde. Der Trierer Erzbischof Franz Georg von Schönborn gab der Anlage den Titel "Maria vom Berge Karmel". Patroziniumstag dieser Kapelle war nun der 16. Juli, das Fest Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel, das sogenannte Skapulierfest.

Der Klosterbau auf dem Limberg war an die Nordseite der Kirche angebaut. Er war unterkellter und erhob sich über zwei Stockwerke. Reste der Kapelle haben sich bis heute in der Hofscheune des ehemaligen Gutshofes erhalten. Für das Jahr 1783 berichtet der Itzbacher Pfarrer Motte, dass es bei den Wallfahrten am Josefstag (19. März), an Mariae Verkündigung (25. März) sowie an Mariae Geburt (8. September) im Anschluss an die Wallfahrten vermehrt zu Ausschweifungen „zum Verderben der Jugend beiderlei Geschlechts und zum Ärger des Guten“ gekommen sei.[302] Im Jahr 1784 gaben die Karmeliter die Niederlassung auf dem Limberg aus Mangel an geeignetem Ordensnachwuchs auf und die Anlage ging mit Wirkung vom 18. Dezember 1788 durch königlichen Erlass Ludwigs XVI. in die Obhut des Franziskanerklosters in Sierck über, das im Jahr 1627 gegründet worden war und zur Kölnischen Ordensprovinz gehörte. Doch bereits seit dem Jahr 1785 hatten die Siercker Mönche die Limberger Kapelle seelsorglich betreut.

Im Zuge der Französischen Revolution wurde die Anlage auf dem Limberg mit einer Fläche von etwa 10 Morgen im Jahr 1791 enteignet und verpachtet und die Mönche wurden vertrieben, wobei der Pächter Poligny aus Niederlimberg die Kapelle für Pilger offen ließ. Dagegen schritt die revolutionäre Distriktsverwaltung ein und verkaufte das Areal am 16. März 1792 für 3500 Livres an die Gebrüder Antonius und Matthias Capitaine aus Felsberg, die die Gebäude verkommen ließen und die Ländereien weiterveräußerten. Während des antikirchlichen Kampfes der Französischen Revolution wurden die Skulpturengruppen des Pierrar de Corail zerschlagen, die Trümmer befinden sich nach einer Sicherung im Jahr 1930 noch heute vor Ort. Die Wallerfanger Gemarkungen "Beim Kloster" sowie "Kapellenberg" erinnern in ihrer Namensgebung bis heute an die religiöse Geschichte des Ortes.

Die Ordensprovinz gab den Anspruch auf die Anlage allerdings auch noch in der Revolution nicht auf und ernannte weiterhin Obere: bis 1794 war dies Pater Ananias Helbron aus Hilbringen und im Jahr 1797 wurde Pater Chrysostomus Jansen aus Oberleuken ernannt. Im Jahr 1802 löste man die Ordensprovinz selbst auf.

Erst im Jahr 1827 ließ Louis Villeroy die heute noch bestehende Kapelle für sein Hofgut auf dem Limberg errichten. Im Jahr 1840 wurde durch die Familie Villeroy ebenfalls ein neuer Kreuzweg errichtet.[303]

Bis zum heutigen Tage ziehen zahlreiche Menschen traditionell am Karfreitag auf den Limberg. Der knapp zwei Kilometer lange Herrgottsweg hoch zur Kapelle wird von Kreuzwegstationen gesäumt. Die Gläubigen basteln aus Zweigen kleine Kreuzchen und legen sie am Fuße der Stationen nach der Verrichtung von stillen Gebeten nieder. Anschließend stärken sich die Pilger am Gipfel des Berges mit Quarkbroten ("Kässchmieren") oder Kartoffelpuffern („Grumbeerkeïchelcha“). Beim Verzehr der Karfreitagspeisen darf in Rücksicht auf den Todestag Jesu Christi keine Musik gespielt werden.

Orannawallfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orannakapelle bei Berus
Orannabrunnen Berus

Eine weitere historische Wallfahrt der Pfarrei stellt die Prozession zur Kapelle der heiligen Oranna bei Berus dar. Die Orannakapelle war ursprünglich die Pfarrkirche der heutigen Wüstung Eschweiler. Der Legende nach soll die heilige Oranna Tochter eines iroschottischen Vizekönigs gewesen sein. Sie habe im Rahmen einer sehr frühen iroschottischen Mission im Mosel-Saar-Raum missioniert und sich dabei in der Gegend von Berus niedergelassen. Der heilige Wendelin soll ihr Bruder gewesen sein. Nach einer anderen Tradition soll Oranna die Tochter eines lothringischen Herzogs gewesen sein, der sie wegen ihrer Schwerhörigkeit verstoßen habe. Gemeinsam mit ihrer Gefährtin Cyrilla wurde sie in der Kirche der Ortschaft Eschweiler bestattet. Die feierliche Erhebung der Gebeine von Oranna und Cyrilla am 3. Mai 1480 ist urkundlich belegt. Dabei wurden die umgekehrt nebeneinander liegenden Skelette aus dem Sarkophag gehoben, neu eingekleidet und wieder bestattet. Am 17. September 1719 fand die Überführung der Reliquien in die Pfarrkirche St. Martin in Berus statt. Die Wirren der Französischen Revolution überstanden die Reliquien durch Evakuierung. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebeine der beiden heiligen Frauen zunächst nach Lebach und dann in die Saarlouiser Pfarrkirche St. Ludwig verbracht. Nach dem Wiederaufbau der kriegszerstörten Orannakapelle befindet sich die Reliquienlade seit dem 22. September 1969 wieder in der Orannakapelle. In der Wallfahrtskapelle werden zwei eiserne Kronen aufbewahrt, die den betenden Gläubigen, welcher sie aufsetzt, von Leiden im Kopf- und Ohrenbereich heilen sollen. Vor der Kapelle befindet sich ein Brunnen mit einer modernen Bronzestatue der heiligen Oranna, dessen Wasser ebenfalls Heilkräfte nachgesagt werden.[304]

Die Trierer bischöfliche Behörde monierte für das Jahr 1829 hinsichtlich der Saarlouiser Wallfahrt nach Berus, dass es hierbei, ebenso wie bei der Limbergprozession, zuweilen zu Auswüchsen gekommen sei, die man kirchlicherseits nicht dulden könne.[305]

Passionsspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr an Karfreitag führt die sizilienstämmige Laienspielgruppe „Gruppo Via Crucis“ auf dem Großen Markt vor der Kirche St. Ludwig ein Passionsspiel zu Erinnerung an das Leiden und Sterben Jesu auf.[306]

Historische Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im katholischen Pfarrarchiv befinden sich folgende Quellen:[307]

  • Beschlussbücher seit 1766
  • Kirchenrechnungen 1690–1730
  • Akten betr. Prozessen
  • Inventare 1733–1928
  • Kirchenbücher seit 1798

Die Bestände des Pfarrarchives befinden sich zu großen Teilen im Bistumsarchiv Trier.

Im Standesamt Saarlouis befinden sich:

  • Kirchenbücher 1685–1798

Im Saarlouiser Stadtarchiv befinden sich zur Geschichte von St. Ludwig folgende Bestände:

  • Abt. V: Kirche und Schule
  • Akten betr. Klöster, Kirchenvermögen, Statuten, Kirchengebäuden u. a.m.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979.
  • Ludwig Karl Balzer: Saarlouis, Das königliche Sechseck, Bau der Festungsstadt in der Zeit des Sonnenkönigs. Saarbrücken 2001.
  • Herbert Brunner, Hans Caspary, Alexander von Reitzenstein, F. Stich: Rheinland-Pfalz / Saarland, Kunstdenkmäler und Museen. (= Reclams Kunstführer Deutschland, Bd. 6), 8. Auflage, Stuttgart 1990, S. 392.
  • Philipp de Lorenzi: Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diözese Trier Trier 1887, S. 565 f.
  • Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985.
  • Oranna Elisabeth Dimmig: Saarlouis Stadt und Stern / Sarrelouis – Ville et Étoile, Übertragung ins Französische: Anne-Marie Werner, hrsg. v. Roland Henz und Jo Enzweiler Saarbrücken 2011.
  • Jo Enzweiler u. a. (Hrsg.): Gottfried Böhm, Künstlerlexikon Saar, Künstlerblatt Architektur, Saarbrücken 2010, S. 9–12.
  • Rosemarie Haine-Maas: Saarlouis einst und heute. Ein Streifzug durch Saarlouis und seine Geschichte. Dillingen 1992.
  • Handbuch des Bistums Trier. Trier 1938, S. 691.
  • Fritz Hellwig: Alte Pläne von Stadt und Festung Saarlouis. Saarbrücken 1980.
  • Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis. Erolzheim 1960.
  • Martin König: Ein Fensterzyklus von Ernst Alt. Die Tierfenster in der Pfarrkirche St. Ludwig in Saarlouis. In: Das Münster 42, 1989, S. 27–30.
  • Martin König: Inkarnationen: Pflanzen, Tier und Mensch, Die zwei Fensterzyklen in Neunkirchen/Nahe und in Saarlouis. In: Thomas Schwarz, Armin Schmitt (Hrsg.): Mnemosyne, Der Maler und Bildhauer Ernst Alt. Blieskastel 2002, S. 59–71, hier S. 65–71.
  • Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte nach archivalischen Quellen bearbeitet. o. O. und o. J. (1953), S. 253–298, hier S. 263–268.
  • Kristine Marschall: Sakralbauwerke des Klassizismus und des Historismus im Saarland (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland, Bd. 40), Saarbrücken 2002. S. 328–329, 567.
  • Josef Mischo: „Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage“, Die Pfarrkirche St. Ludwig – Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit. Saarlouis-Lisdorf 1993.
  • Josef Mischo: Die Heilsgeschichte in Farbe. Der Fensterzyklus von Ernst Alt in der Pfarrkirche St. Ludwig Saarlouis. Dillingen/Merzig 2015.
  • Svetlozar Raev (Hrsg.): Gottfried Böhm, Bauten und Projekte 1950–1980. Köln 1982.
  • Franz Ronig: Der Kirchenbau des 19. Jahrhunderts im Bistum Trier. In: Eduard Trier, Willy Weyres (Hrsg.): Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland in fünf Bänden. Bd. 1, Architektur I (Kultusbauten), Düsseldorf 1980, S. 195–268, hier: S. 238–240.
  • Rudolf Saam: Beitrag zur Baugeschichte neugotischer Kirchen an der Saar, Zum Leben und Werk des Baumeisters Carl Friedrich Müller. In: Saarbrücker Hefte, Heft 48, Saarbrücken 1978, S. 17–52.
  • Rudolf Saam: Der Baumeister Carl Friedrich Müller und seine Tätigkeit im Landkreis Saarlouis. In: Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Saarlouis, Saarlouis 1981, S. 23–25.
  • Hans-Jörg Schu: Chronik der Stadt Saarlouis 1680–1980. Saarbrücken 1980.
  • Hans-Jörg Schu: Der Große Markt in Saarlouis. Saarbrücken 1986.
  • Hans-Jörg Schu: Chronik der Stadt Saarlouis 1679–2005. Ein chronologischer Bericht über die Entwicklung der Festungsstadt. Saarlouis 2010.
  • Jörg Sonnet: 330 Jahre Pfarrkirche St. Ludwig Saarlouis (1685–2015). In: Unsere Heimat. Mitteilungsblatt des Landkreises Saarlouis für Kultur und Landschaft, 40. Jg. Heft 1, 2015, S. 28–34.
  • Leo Sudbrack und A. Jakob (Hrsg.): Das katholische Saarland. In: Heimat und Kirche, Band II, Saarbrücken 1954, S. 11.
  • Alfons Thome: „Die ganze Schöpfung schreit nach Erlösung“, Gedanken zu den Kirchenfenstern von Ernst Alt in Saarlouis-St. Ludwig. In: Paulinus, 111. Jahrgang, 17. März 1985.
  • Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober–9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980.
  • Wolfgang Voigt (Hrsg.): Gottfried Böhm, Sammlung des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt am Main, Berlin 2006.
  • Dieter Zell: St. Ludwig, Wegweiser und Geschichte, hrsg. von der Pfarrgemeinde St. Ludwig, o. O. 1990.
  • Walter Zimmermann (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, herausgegeben von der Saarforschungsgemeinschaft. Schwann, Düsseldorf 1934; 2., unveränderte Auflage, Saarbrücken 1976, S. 258 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Ludwig (Saarlouis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. kirche-saarlouis.de abgerufen am 16. August 2015.
  2. Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte nach archivalischen Quellen bearbeitet. o. O. und o. J. (1953), S. 253–298; Markus Battard: Wallerfangen – Eine Zeitreise in Bildern. 2., überarbeitete Auflage. Dillingen/Saar 2012, S. 51; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, S. 15.
  3. Josef Niessen: Zur Kirchengeschichte an der mittleren Saar, in: Saar-Atlas, im Auftrage der Saar-Forschungsgemeinschaft bearbeitet und herausgegeben von Hermann Overbeck und Georg Wilhelm Sante, in Verbindung mit Hermann Aubin, Otto Maull und Franz Steinbach, Gotha 1934, S. 49-54, hier S. 52.
  4. Roland Henz, Jo Enzweiler (Hrsg.): Saarlouis Stadt und Stern / Sarrelouis – Ville et Étoile. Text: Oranna Dimmig, Übertragung ins Französische: Anne-Marie Werner. Saarbrücken 2011, S. 67.
  5. Hans-Jörg Schu: Der Große Markt in Saarlouis. Saarbrücken 1986, S. 7–9.
  6. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979; Hans-Jörg Schu: Der Große Markt in Saarlouis. Saarbrücken 1986, S. 8.
  7. Hans-Jörg Schu: Der Große Markt in Saarlouis. Saarbrücken 1986, S. 62–66.
  8. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 114–115.
  9. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, S. 89–90, S. 98.
  10. Hans-Jörg Schu: Der Große Markt in Saarlouis. Saarbrücken 1986, S. 12–13.
  11. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 115; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 19–20.
  12. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 12.
  13. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 112–113.
  14. Hans-Walter Herrmann: Die geopolitischen Rahmenbedingungen in der Frühzeit der Festungsstadt Saarlouis, in: Kurt Bohr und Benedikt Loew: Vauban – Baumeister, Offizier und Reformer – Festungen der Großregion als Erinnerungsorte, Erinnerungsorte – Ankerpunkte saarländischer Identität, Schriftenreihe der Saarländischen Gesellschaft für Kulturpolitik e. V., Saarbrücken 2001, S. 109–135.
  15. Benedikt Loew: Ex Nihilo – Die Gründung der Festungsstadt Sarre-Louis, in: Kurt Bohr und Benedikt Loew: Vauban – Baumeister, Offizier und Reformer – Festungen der Großregion als Erinnerungsorte, Erinnerungsorte – Ankerpunkte saarländischer Identität, Schriftenreihe der Saarländischen Gesellschaft für Kulturpolitik e. V., Saarbrücken 2001, S. 136–175.
  16. Michael Tritz: Geschichte der Abtei Wadgassen, Zugleich eine Kultur- und Kriegsgeschichte der Saargegend, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Wadgassen 1901 mit einer Einleitung von Hans-Walter Herrmann und einem Register, Saarbrücken 1978, S. 288-291.
  17. Friedrich Fischer: Saarlouis – eine Synthese aus Natur und Geschichte, in: Herbert Liedtke, Karl-Heinz-Hepp, Christoph Jentsch: Das Saarland in Karte und Luftbild, Ein Beitrag zur Landeskunde, hrsg. vom Landesvermessungsamt des Saarlandes, Neumünster 1974, S. 60–61; Ludwig Karl Balzer: Saarlouis, Aktuelle und historische Berichte über die Stadt Saarlouis eingeschlossen alle sechs Stadtteile, Saarlouis 1964, S. 24–25.
  18. Enzyklika "Fulgens Corona", 8. September 1953, in: Heinrich Denzinger: Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, verbessert, erweitert, ins Deutsche übertragen und unter Mitarbeit von Helmut Hoping herausgegeben von Peter Hünermann, 37. Auflage, Freiburg im Breisgau, Basel, Rom, Wien 1991, 3908-3910, S. 1103–1104.
  19. Bulle "Ineffabilis Deus", 8. Dezember 1854, in: Heinrich Denzinger: Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, verbessert, erweitert, ins Deutsche übertragen und unter Mitarbeit von Helmut Hoping herausgegeben von Peter Hünermann, 37. Auflage, Freiburg im Breisgau, Basel, Rom, Wien 1991, 2800-2804, S. 774–776.
  20. Apostolische Konstitution "Munificentissimus Deus", 1. November 1950, in: Heinrich Denzinger: Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, verbessert, erweitert, ins Deutsche übertragen und unter Mitarbeit von Helmut Hoping herausgegeben von Peter Hünermann, 37. Auflage, Freiburg im Breisgau, Basel, Rom, Wien 1991, 3900-3904, S. 1099–1101.
  21. Enzyklika "Ad caeli Reginam", 11. Oktober 1954, in: Heinrich Denzinger: Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, verbessert, erweitert, ins Deutsche übertragen und unter Mitarbeit von Helmut Hoping herausgegeben von Peter Hünermann, 37. Auflage, Freiburg im Breisgau, Basel, Rom, Wien 1991, 3913-3917, S. 1105–1108.
  22. Artikel "Dresdner Kunst im Saarland, Das Ehrenmal für die Gefallenen in Saarlouis", Stadtarchiv Saarlouis, Archiv-Nr. XII/51, fol 77; Hans-Jörg Schu: Der Große Markt in Saarlouis. Saarbrücken 1986, S. 29.
  23. Jo Enzweiler (Hrsg.): Kunst im öffentlichen Raum, Saarland, Band 3, Landkreis Saarlouis nach 1945, Aufsätze und Bestandsaufnahme, Saarbrücken 2009, S. 273; Bastian Müller: Architektur der Nachkriegszeit im Saarland, Saarbrücken 2011 (Denkmalpflege im Saarland 4), S. 53; Hans Jörg Schu: Der Große Markt in Saarlouis, Saarbrücken 1986, S. 26 und S. 29.
  24. Oranna Dimmig: Kunstlexikon Saar, Kunstort Hasenberg Ensdorf/Saar, hrsg. vom Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Saarbrücken 2014, S. 9–12.
  25. Hans-Jörg Schu: Chronik der Stadt Saarlouis 1679–2005, Ein chronologischer Bericht über die Entwicklung der Festungsstadt, Saarlouis 2010, S. 153–154.
  26. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 9.
  27. Saarforschungsgemeinschaft (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann. 2., unveränderte Auflage von 1934. Saarbrücken 1976, S. 295.
  28. Erste Erwähnung Wallerfangens als Stadt im Jahr 1334, Christoph Brouwer: Antiquitatum Et Annalivm Trevirensivm Libri XXV: Opus variis Antiquitatum monumentis aeri & ligno incisis adornatum Duobus Tomis Comprehensi; Quorum Ille Proparasceven, cum Libris XXII Annalium scripsit: Hic, praeter Additamenta Proparasceves & Historiae, III reliquos Annalium libros cum luculentis Indicibus, adjecit; Opus variis Antiquitatum monumentis aeri & ligno incisis adornatum; Band 2, S. 209, reader.digitale-sammlungen.de abgerufen am 18. Februar 2016; Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte nach archivalischen Quellen bearbeitet. Wallerfangen 1953, S. 59.
  29. Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte nach archivalischen Quellen bearbeitet. Wallerfangen 1953, S. 266.
  30. Dora Diemel: Geschichte der Kreisstadt Saarlouis, Band 2, Die Geschichte des Stadtteils Beaumarais, Saarlouis 1979, S. 67.
  31. Wolfgang Adler: Altes erkundet – Neues gebaut. Die Ausgrabungen beim Bau der Filiale Wallerfangen der Kreissparkasse Saarlouis 2011 und 2012, mit Beiträgen von B. Fecht, S. Klapdohr, J. Naumann und R. Schreiber (Ausstellungskatalog), Saarlouis 2013; Wolfgang Adler: Ausgrabungen im Zentrum der mittelalterlichen Stadt Wallerfangen In: Denkmalpflege im Saarland, Jahresbericht 2011 (2012), S. 78–80; Wolfgang Adler: König lässt Stadt abreißen, In: Archäologie in Deutschland 2012, Heft 2, S. 53f.; Wolfgang Adler: Zu den Wurzeln der mittelalterlichen Stadt Wallerfangen, Notgrabung Ecke Haupt- und Villeroystraße. In: Denkmalpflege im Saarland, Jahresbericht 2012 (2013), S. 72–74; Wolfgang Adler: Ein Opfer für Saarlouis. Bei Ausgrabungen in Wallerfangen stieß man auf Reste der Pfarrkirche und des alten Friedhofs. In: Saargeschichten, 4/2013, S. 25–29; Wolfgang Adler: Einblicke in das Zentrum der mittelalterlichen Stadt Walderfingen, Grabungen anlässlich des Neubaus der Sparkassenfiliale Wallerfangen 2001 und 2012. In: Archäologietage Otzenhausen, Band 1, Archäologie in der Großregion, Internationales Symposium zur Archäologie in der Großregion in der Europäischen Akademie Otzenhausen, 7.-9. März 2014, hrsg. Michael Koch, Nonnweiler 2015, S. 275–278; sol.de abgerufen am 21. Januar 2016.
  32. Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte nach archivalischen Quellen bearbeitet. o.O und o.J. (1953), S. 255–276; Markus Battard: Wallerfangen – Eine Zeitreise in Bildern, 2. überarbeitete Auflage, Dillingen/Saar 2012, S. 51–54 u. 75–87.
  33. Sohn von Jean Dumas und Gabriele Henry.
  34. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 11.
  35. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 12.
  36. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 4; Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 111–112.
  37. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 13.
  38. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 15 gibt als Länge nur 103 Fuß an.
  39. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 6.
  40. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, s. 6–7.
  41. Roland Henz u. Jo Enzweiler (Hrsg.): Saarlouis Stadt und Stern / Sarrelouis – Ville et Étoile, Text: Oranna Dimmig, Übertragung ins Französische: Anne-Marie Werner, Saarbrücken 2011, S. 68.
  42. Ludwig Karl Balzer: Saarlouis, Das königliche Sechseck, Bau der Festungsstadt in der Zeit des Sonnenkönigs, Saarbrücken 2001, S. 343.
  43. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 112–113; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 14.
  44. Ludwig Karl Balzer: Saarlouis, Das königliche Sechseck, Bau der Festungsstadt in der Zeit des Sonnenkönigs, Saarbrücken 2001, S. 343.
  45. Eine Grablege kostete damals 100 Livres.; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 14.
  46. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 113.
  47. Ludwig Karl Balzer: Saarlouis, Das königliche Sechseck, Bau der Festungsstadt in der Zeit des Sonnenkönigs, Saarbrücken 2001, S. 343–344.
  48. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 14–15.
  49. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 9.
  50. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 4–5.
  51. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 113–114; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 20–21.
  52. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 45.
  53. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 47.
  54. Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2. Auflage, Saarbrücken 1976, S. 259.
  55. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 116.
  56. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 17–18.
  57. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 48.
  58. Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2. Auflage, Saarbrücken 1976, S. 259.
  59. Artikel in der französischen Wikipedia.
  60. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 51.
  61. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 51–52.
  62. Dekrete der französischen Nationalversammlung vom 15. Januar, 16. Februar, 26. Februar 1790.
  63. Jakob Marx: Geschichte des Erzstifts Trier als Kurfürstentum und als Erzdiözese von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1816, Band V, Trier 1858–1864, S. 252 ff., S. 43 ff., S. 439 ff.
  64. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 51.
  65. nach Delges: Stadtarchiv Saarlouis, II, 51003.
  66. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 54.
  67. Städtisches Niederschriftsbuch N, VI, S. 194/198.
  68. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 57–59.
  69. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 52–54.
  70. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 65–67.
  71. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 60.
  72. Johann Guitienne war von 1794 bis zu seinem Tode im Jahr 1814 Pfarrer in Fremersdorf an der Saar.
  73. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 59–60.
  74. Kalendergesetz vom 4. Frimaire II (24. November 1793):
  75. Deutsche Übersetzung aus dem Französischen nach: Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 61 nach den Beschlussbüchern der Stadtverwaltung Saarlouis 1790/92, S. 96.
  76. Die Rückbenennung in Saarlouis erfolgte schleichend und war etwa im Jahr 1810 vollzogen.
  77. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 116–117.
  78. Registre des séances de l’administration du département, L88, f° 53-55, et registre d’audiences du tribunal criminel, 1792-16 brumaire an IV, f° 110, (Arch.dép. des Deux-Sèvres); Antonin Proust, la Justice révolutionnaire à Niort, 2e édition; p. XIV, 29–31, 132, 156–157.
  79. Alfred Largeault, Revue de l’Ouest, n° du 4 avril 1893.- Vicomte de Lastic Saint-Jal, l’Église et la Révolution à Niort.
  80. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgegend, Trier 1865, S. 189;saarland-biografien.de abgerufen am 12. November 2015.
  81. Charles Mullié: Biographie des célébrités militaires des armées de terre et de mer de 1789 à 1850. Paris 1852; saarland-biografien.de abgerufen am 12. November 2015.
  82. >Dictionnaire Biographique des Généraux & Amiraux Francais de la Révolution et de l’Empire 1792–1814, Bd. 1. Paris 1934;saarland-biografien.de abgerufen am 12. November 2015.
  83. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 71; Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis. Erolzheim 1960, S. 8–9.
  84. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 71–72.
  85. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung. Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 118.
  86. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung. Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 116.
  87. Es ist unklar, ob das Kunstwerk in der Barockzeit als Predella oder Antependium diente. Seine Benutzung als Predella hätte evt. die Möglichkeit der Ausstellung eines Tabernakels auf dem Hochaltar behindert.
  88. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung. Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil I, S. 54.
  89. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis. Erolzheim 1960, S. 8–9; Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 118.
  90. "Ich schwöre Hass dem Königtum und der Anarchie, Treue und Anhänglichkeit der Republik und der Verfassung des Jahres III."
  91. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 73.
  92. Jahrbuch der Gesellschaft für lothringische Geschichte und Altertumswissenschaft 22, 1910, S. 437.
  93. A. Gain: Liste des émigrés déportés et condamnés pour cause révoluttionnare du département de la Moselle 1791/1800, Metz 1929; Jean-Baptiste Kayser: Une liste d’élèves de l’ancien collège de Sarrelouis, in: Revue ecclésiastique de Metz 1925, S. 7–16; Jahrbuch der Gesellschaft für lothringische Geschichte und Altertumswissenschaft, 22, 1910, und 34, 1925, S. 329 ff, 1926; 35, 1926, S. 199 ff; 36, 1928, S. 135 ff.; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, S. 67–71.
  94. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 76.
  95. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 119.
  96. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 2; Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 119; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 77.
  97. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 83.
  98. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 84.
  99. Landeshauptarchiv Koblenz 442 - 6346, Blatt 51.
  100. Domine, salvum fac regem et exaudi nos in die qua invocaverimus te. Gloria Patri et Filio, et Spiritui Sancto. Sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen. (Dt. Übersetzung: Herr, bereite dem König Heil und erhöre uns am Tag, an dem wir Dich anrufen. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es am Anfang war und nun ist und in Ewigkeit sein wird. So sei es.)
  101. Landeshauptarchiv Koblenz 442 - 6346, Blatt 51.
  102. Saarkalender Jg. 5, 1827, S. 106; Intelligenzblatt Saarbrücken Nr. 1, 1815: Alois Prediger: Geschichte des Landkreises Saarlouis, Bd. 1, Französisches Erbe und preußische Formung (1815–1848), Saarbrücken 1997, S. 55–72.
  103. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 84.
  104. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, S. 85.
  105. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 2.
  106. Saarforschungsgemeinschaft (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2., unveränderte Auflage, Saarbrücken 1976, S. 259; Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 11.
  107. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, S. 85.
  108. Kristine Marschall: Sakralbauwerke des Klassizismus und des Historismus im Saarland (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland, Bd. 40), Saarbrücken 2002. S. 328–329, 567, hier S. 328; Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 1–10.
  109. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 8–9.
  110. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, s. 150–153.
  111. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 6–7.
  112. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 22–28.
  113. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 28–29.
  114. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 9–10.
  115. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 9–10.
  116. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 113.
  117. Gernot Karge und Hans Jörg Schu: Der Alte Friedhof Saarlouis – Seine Bedeutung, seine Geschichte, seine Grabmäler, Saarlouis 2008.
  118. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 113; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 18–19, S. 92–93.
  119. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 6–7.
  120. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 37–41, S. 112–113.
  121. gemeint ist ein gesetzlicher Erbe eines Erblassers, der kein Testament hinterlassen hat
  122. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 8; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 37–41, S. 90–92, 112-113.
  123. Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte nach archivalischen Quellen bearbeitet. Wallerfangen 1953, S. 281–282.
  124. Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2. Auflage, Saarbrücken 1976, S. 236; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 134–138.
  125. Konventsgründung 1306, Kirchenbau 1309, siehe: Saarforschungsgemeinschaft (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2., unveränderte Auflage, Saarbrücken 1976, S. 295.
  126. Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte nach archivalischen Quellen bearbeitet. Wallerfangen 1953, S. 277–280; Heiner Bonnaire: Zur Geschichte des Staatlichen Gymnasiums Saarlouis, in: 300 Jahre Gymnasium Saarlouis am Stadtgarten, Saarlouis 1991, S. 16–61.
  127. Roland Henz u. Jo Enzweiler (Hrsg.): Saarlouis Stadt und Stern / Sarrelouis – Ville et Étoile, Text: Oranna Dimmig, Übertragung ins Französische: Anne-Marie Werner, Saarbrücken 2011, S. 69 und 118; Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 11; Jörg Schmitz: Leben und Werk des Architekten Wilhelm Peter Schmitz (1864–1944), Dombaumeister, Denkmalpfleger, Kunstschriftsteller und Lothringischer Konservator. Ein Rheinischer Architekt des Späthistorismus (Aachen, Köln, Trier, Metz), Band 1: Biographie und Abbildungsteil, Band 2: Werkverzeichnis, Tönning u. a. 2005; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 124–134.
  128. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 149; Hans Jörg Schu: Geschichte des Canisianums, in: Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus, Juni 2012, S. 7.
  129. Saarländisches Gesetz über das Friedhofs-, Bestattungs- und Leichenwesen, § 2.
  130. Johannes Werres: Ein Gotteshaus für die letzte Ruhe, In: Saarbrücker Zeitung, 8. November 2010.
  131. Saarländisches Gesetz über das Friedhofs-, Bestattungs- und Leichenwesen, § 4; Johannes Werres: Macht Vielfalt Friedhöfe teurer? In: Saarbrücker Zeitung, 21. Mai 2011; Johannes Werres: Tägliche Messen im alten Ritus. In: Saarbrücker Zeitung, 4. Mai 2012.
  132. Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus Juni 2012, S. 4–6.
  133. petrusbruderschaft.de abgerufen am 15. März 2016.
  134. Pater André Hahn (FSSP): Wir renovieren. In: Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus, April 2016, S. 3; schriftliche Mitteilung durch Pater André Hahn FSSP vom 15. März 2016.
  135. drk-kliniken-saar.de abgerufen am 19. März 2016.
  136. Oranna Elisabeth Dimmig: Saarlouis Stadt und Stern / Sarrelouis – Ville et Étoile, Übertragung ins Französische: Anne-Marie Werner, hrsg. v. Roland Henz und Jo Enzweiler Saarbrücken 2011, S. 118.
  137. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 139–141, Teil 2, S. 7–8.
  138. drk-kliniken-saar.de abgerufen am 19. März 2016.
  139. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 147–148; lokalesbuendnis.saarlouis.de abgerufen am 20. März 2016; saarland-biografien.de abgerufen am 20. März 2016; Wallraffsche Kartei, Band XLIV, Mi-Mo, Archiv des Landkreises Saarlouis.
  140. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 11–12; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 141–147; marienhaus-klinikum-saar.de abgerufen am 19. März 2016.
  141. josefsschwestern-trier.de abgerufen am 28. September 2015.
  142. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 148–149.
  143. josefsschwestern-trier.de abgerufen am 28. September 2015; adolfbender.de abgerufen am 28. September 2015.
  144. Ordensarchivs der Josefsschwestern zum Gertrudenstift
  145. c-flasche.de abgerufen am 28. September 2015.
  146. Oranna Dimmig: Saarlouis Stadt und Stern / Sarrelouis – Ville et Étoile, hrsg. von Roland Henz u. Jo Enzweiler, Übertragung ins Französische: Anne-Marie Werner, Saarbrücken 2011, S. 54–55.
  147. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis, Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 105; Anzeiger für die Kreise Saarlouis, Merzig, Ottweiler, Saarburg und Deutsch-Lothringen, 1849, abgedruckt in: Alois Prediger: Geschichte des Landkreises Saarlouis, Bd. 2, Im Zeitalter von Liberalisierung und Industrialisierung (1848–1890), Saarbrücken 2005, S. 77–78.
  148. Anzeiger für die Kreise Saarlouis, Merzig, Ottweiler, Saarburg und Deutsch-Lothringen, 18. Oktober 1849 und 21. Oktober 1949.
  149. Alois Prediger: Geschichte des Landkreises Saarlouis, Bd. 2, Im Zeitalter von Liberalisierung und Industrialisierung (1848–1890), Saarbrücken 2005, S. 78–83.
  150. Landeshauptarchiv Koblenz, 442-6425, S. 20, nach: Alois Prediger: Geschichte des Landkreises Saarlouis, Bd. 2, Im Zeitalter von Liberalisierung und Industrialisierung (1848–1890), Saarbrücken 2005, S. 81.
  151. David Blackbourn: Marpingen – Das deutsche Lourdes in der Bismarkzeit, Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken, Band 6, Saarbrücken 2007, S. 128.
  152. David Blackbourn: Marpingen – Das deutsche Lourdes in der Bismarkzeit, Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken, Band 6, Saarbrücken 2007, S. 129.
  153. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 100–101.
  154. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 99–103.
  155. Saarlouiser Journal, Nr. 187 (1864); Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 2–3; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 95–96.
  156. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 96–97.
  157. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980; 3.
    • Püttlingen, kath. Pfarrkirche St. Sebastian, Entwurf unausgeführt 1860er Jahre
    • Beckingen, kath. Pfarrkirche St. Johannes und Paulus, 1861–1863
    • Heusweiler, kath. Pfarrkirche Mariae Heimsuchung, 1862–1863
    • Quierschied, kath. Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt, 1863–1866
    • Merzig, ev. Pfarrkirche, 1863–1865
    • Eidenborn, kath. Filialkirche Maria und Petrus, 1866
    • Schiffweiler, kath. Pfarrkirche St. Martin, 1867–1869
    • Dudweiler, kath. Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt, 1864–1866
    • Saarlouis, kath. Pfarrkirche St. Ludwig, 1865–1866
    • Burbach, kath. Pfarrkirche St. Eligius, 1869–1873
    • Friedrichsthal, kath. Pfarrkirche St. Michael, 1870–1873
    • Saarbrücken, kath. Pfarrkirche St. Jakob, Bau unvollendet, 1870
    • Mechern, kath. Filialkirche St. Quiriakus, Erweiterung 1871
    • Niedaltdorf, kath. Pfarrkirche St. Rufus, Bauleitung, 1871–1873
    • Hilbringen, kath. Pfarrkirche St. Petrus in Ketten, unausgeführter Entwurf 1873
    • Spiesen, kath. Pfarrkirche St. Ludwig, 1875–1877 und 1884–1887
    • Eppelborn, kath. Pfarrkirche St. Sebastian, Erweiterung 1879–1880
    • Rilchingen-Hanweiler, kath. Pfarrkirche St. Walfried, 1884
    • Lebach, kath. Pfarrkirche Allerheiligste Dreifaltigkeit, 1881–1883
    • Düren, kath. Filialkirche Mariae Erscheinung in Lourdes, 1884
    • Reisbach (Reisweiler), kath. Pfarrkirche Mariae Opferung, 1885–1886
    • Altenkessel-Neudorf, ev. Pfarrkirche Lutherkirche, 1886–1887
    • Elversberg, ev. Pfarrkirche, Planung 1888–1889
  158. Kristine Marschall: Sakralbauwerke des Klassizismus und des Historismus im Saarland, (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland, Bd. 40), Saarbrücken 2002, S. 389; Franz Ronig: Der Kirchenbau des 19. Jahrhunderts im Bistum Trier, in: Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland in fünf Bänden, hrsg. von Eduard Trier und Willy Weyres, Bd. 1, Architektur I (Kultusbauten), Düsseldorf 1980, S. 195–268, hier: S. 238–240; Rudolf Saam: Beitrag zur Baugeschichte neugotischer Kirchen an der Saar. Zum Leben und Werk des Baumeisters Carl Friedrich Müller, in: Saarbrücker Hefte, Heft 48, Saarbrücken 1978, S. 17–51; Rudolf Saam: Beitrag zur Baugeschichte neugotischer Kirchen an der Saar, Zum Leben und Werk des Baumeisters Carl Friedrich Müller, in: Saarbrücker Hefte, Heft 48, Saarbrücken 1978, S. 17–52; Rudolf Saam: Der Baumeister Carl Friedrich Müller und seine Tätigkeit im Landkreis Saarlouis, in: Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Saarlouis, Saarlouis 1981, S. 23–25.
  159. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, S. 98–99.
  160. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 97–98.
  161. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 5–6; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, S. 96; Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 3.
  162. Rosemarie Haine-Maas: Saarlouis einst und heute, Ein Streifzug durch Saarlouis und seine Geschichte, Dillingen 1992, S. 166.
  163. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 3.
  164. Roman Fixemer: Zur Geschichte der neuen gotischen Kirche in Beckingen, Eine Aufarbeitung der handschriftlichen Aufzeichnungen der Pfarrer Franz Xaver Leidinger und Matthias Flesch über die Baugeschichte der katholischen Pfarrkirche Beckingen St. Johannes und Paulus von 1855 bis 1924, kommentiert, ergänzt und fortgeführt bis zum Jahre 2007, hrsg. von der Katholischen Kirchengemeinde Beckingen St. Johannes und Paulus, Merzig 2008, S. 27ff.
  165. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 107–108.
  166. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 5–6.
  167. Rudolf Saam: Der Baumeister Carl Friedrich Müller und seine Tätigkeit im Landkreis Saarlouis, in: Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Saarlouis, Saarlouis 1981, S. 23–25, hier S. 24.
  168. Josef Mischo: „Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage“, Die Pfarrkirche St. Ludwig – Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit. Saarlouis-Lisdorf 1993, S. 20.
  169. franziska-aachen.de abgerufen am 25. August 2015.
  170. Ausnahme z. B. Stummsche Kapelle in Neunkirchen (Saar)
  171. Kristine Marschall: Sakralbauwerke des Klassizismus und des Historismus im Saarland (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland, Bd. 40), Saarbrücken 2002. S. 328–329, 567, hier S. 328.
  172. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 27.
  173. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 113.
  174. Paulinus Nr. 48 (1937); Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 5–6; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, S. 96; Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 3.
  175. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 19.
  176. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 4–16; Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 14–15.
  177. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 1–2.
  178. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 6.
  179. Hans-Jörg Schu: Der Große Markt in Saarlouis. Saarbrücken 1986, S. 20–21, S. 30–31.
  180. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 3.
  181. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 6.
  182. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 11.
  183. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 7–8.
  184. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 4.
  185. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 4.
  186. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 14–29; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 12–16.
  187. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 11.
  188. Hans-Jörg Schu: Chronik der Stadt Saarlouis 1679–2005. Ein chronologischer Bericht über die Entwicklung der Festungsstadt, Saarlouis 2010, S. 161–162.
  189. Ludwig Karl Balzer: Saarlouis, Das königliche Sechseck, Bau der Festungsstadt in der Zeit des Sonnenkönigs, Saarbrücken 2001, S. 347.
  190. Hans Peter Klauck, Benedikt Loew, Guy Thewes (Hrsg.): Thomas des Choisy, Ingenieur und Festungsgouverneur unter Ludwig XIV., Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis e. V., Sonderband 16, Saarlouis 2011.
  191. Benedikt Loew: Saarlouis – Eine Lebensaufgabe für Thomas des Choisy, in: Hans Peter Klauck, Benedikt Loew, Guy Thewes (Hrsg.): Thomas des Choisy, Ingenieur und Festungsgouverneur unter Ludwig XIV., Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis e. V., Sonderband 16, Saarlouis 2011, S. 147–173.
  192. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 12–18.
  193. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, S. 117.
  194. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 16.
  195. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 15–18.
  196. zitiert nach: Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 4–5.
  197. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 4.
  198. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 4.
  199. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 19–23.
  200. Hans-Jörg Schu: Chronik der Stadt Saarlouis 1679–2005. Ein chronologischer Bericht über die Entwicklung der Festungsstadt, Saarlouis 2010, S. 171.
  201. zitiert nach: Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 5.
  202. Hans-Jörg Schu: Chronik der Stadt Saarlouis 1679–2005. Ein chronologischer Bericht über die Entwicklung der Festungsstadt, Saarlouis 2010, S. 253.
  203. Josef Mischo: „Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage“, Die Pfarrkirche St. Ludwig – Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit. Saarlouis-Lisdorf 1993, S. 15.
  204. Archiv des Institutes für aktuelle Kunst im Saarland, Schreiben 12.02.2001B/Bei,jaeckl12.
  205. Archiv des Institutes für aktuelle Kunst im Saarland, Schreiben 12.02.2001B/Bei,jaeckl12.
  206. Marlen Dittmann: Gottfried Böhm, Bauten und Projekte im Saarland, in: Gottfried Böhm, Künstlerlexikon Saar, Künstlerblatt Architektur, hrsg. v. Jo Enzweiler u. a., Saarbrücken 2010, S. 4–17, hier S. 9–12.
  207. http://www.saarlouis.de/freizeit_tourismus/1087.php (Memento vom 8. Januar 2011 im Internet Archive)
  208. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 23–24.
  209. http://www.kuenstlerlexikonsaar.de/personen-a-z/artikel/-/fontaine-victor-1/, abgerufen am 12. Mai 2016.
  210. Oranna Elisabeth Dimmig: Bestandsaufnahme Kunst im öffentlichen Raum, in: Kunst im öffentlichen Raum, Saarland, Band 3, Landkreis Saarlouis nach 1945, Aufsätze und Bestandsaufnahme, hrsg. v. Jo Enzweiler, S. 177-383, hier S. 284.
  211. Josef Quadflieg: Das Buch von den heiligen Namenspatronen, Düsseldorf 1954, S. 86.
  212. Oliver Morguet: Pfarrheim weicht Wohnungen, In: Saarbrücker Zeitung, Dillinger Zeitung, Mittwoch, 18. Mai 2016, Nr. 114, S. C 3.
  213. Auskunft von Hans Jörg Schu vom 31. Mai 2016 nach den Akten der Unteren Bauaufsichtsbehörde der Stadt Saarlouis.
  214. Josef Mischo: Die Heilsgeschichte in Farbe. Der Fensterzyklus von Ernst Alt in der Pfarrkirche St. Ludwig Saarlouis. Dillingen/Merzig 2015, S. 150-159.
  215. Helga Simon: Altmeister der Kirchenkunst – Der Bildhauer Hans Steinlein schuf seine Werke in Eltville, in: Wiesbadener Tagesblatt, Ausgabe 15. Oktober 2011.
  216. Gerd Schmitt: Die Wallfahrtskirche des hl. Wendelin – eine lebendige Geschichte, 650-Jahrfeier der Chorweihe, 50-Jahrfeier der Erhebung zur Basilika, hrsg. vom Stadtmuseum St. Wendel und der Stiftung Walter Bruch in Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde St. Wendelin, Dillingen/Saar 2010, S. 30–31.
  217. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 19.
  218. Josef Mischo: „Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage“, Die Pfarrkirche St. Ludwig – Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit. Saarlouis-Lisdorf 1993, 31-44; rheingau-echo.de abgerufen am 18. August 2015; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 28.
  219. Briefwechsel zwischen Generalvikar Gerhard Jakob und Pfarrgemeinderatsmitglied Dieter Zell vom 24. Juli 1983 und 2. August 1983.
  220. Aussage von Kurt Mettler vom 25. Mai 2016.
  221. Dieter Zell: St. Ludwig, Wegweiser und Geschichte, hrsg. von der Pfarrgemeinde St. Ludwig, Saarlouis 1990, S. 5.
  222. Archiv des Institutes für aktuelle Kunst im Saarland, Schreiben 12.02.2001B/Bei,jaeckl12.
  223. Dieser Beiname wurde zum Beispiel in der Chronik eines Spielmannes, der dem Prinzen Alfons von Poitiers gedient hatte, verwendet. Ein Fragment dieser Chronik ist in den Recueil des Historiens des Gaules et de la France (Bd. XXIII, S. 146) enthalten. Bibliothèque nationale de France, Paris.
  224. Jean Richard: Ludwig XI., König von Frankreich, in: Lexikon des Mittelalters, Band V, München und Zürich 1991, Sp. 2184-2186.
  225. Enzyklika "Annum sactrum", 25. Mai 1899, in: Heinrich Denzinger: Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, verbessert, erweitert, ins Deutsche übertragen und unter Mitarbeit von Helmut Hoping herausgegeben von Peter Hünermann, 37. Auflage, Freiburg im Breisgau, Basel, Rom, Wien 1991, 3350-3353, S. 915–918.
  226. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, S. 15.
  227. Jean Richard: Ludwig XI., König von Frankreich, in: Lexikon des Mittelalters, Band V, München und Zürich 1991, Sp. 2184-2186.
  228. Jean Richard: Ludwig XI., König von Frankreich, in: Lexikon des Mittelalters, Band V, München und Zürich 1991, Sp. 2184-2186.
  229. M. Mollat: Le passage de Saint Louis à Tunis. Sa place dans l’histoire des croisades, in Revue d’histoire économique et sociale 1972.
  230. Jean Richard: Ludwig XI., König von Frankreich, in: Lexikon des Mittelalters, Band V, München und Zürich 1991, Sp. 2184-2186.
  231. Joinville, IV, §4, hrsg. von Ethel Wedgwood (1906)
  232. Jean Richard: Ludwig XI., König von Frankreich, in: Lexikon des Mittelalters, Band V, München und Zürich 1991, Sp. 2184-2186.
  233. Josef Mischo: „Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage“, Die Pfarrkirche St. Ludwig – Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit. Saarlouis-Lisdorf 1993, S. 9–12; Signatur des Bildes der Apotheose des hl. Ludwig: "Dupuy fecit 1694"; Signatur des Bildes der Hl. Familie: "Dupuy fecit Metis 1687".
  234. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 13.
  235. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 28.
  236. Josef Mischo: „Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage“, Die Pfarrkirche St. Ludwig – Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit. Saarlouis-Lisdorf 1993, S. 9; Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 13.
  237. Josef Mischo: „Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage“, Die Pfarrkirche St. Ludwig – Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit. Saarlouis-Lisdorf 1993, S. 9; Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 2, S. 12.
  238. Ein echtes Spätwerk. In: Saarbrücker Zeitung, Lokalteil Saarlouis, 19. Februar 1997; Archiv des Institutes für aktuelle Kunst im Saarland.
  239. Dieter Zell: St. Ludwig, Wegweiser und Geschichte, hrsg. von der Pfarrgemeinde St. Ludwig, Saarlouis 1990, S. 3-4.
  240. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 11.
  241. Dieter Zell: St. Ludwig, Wegweiser und Geschichte, hrsg. von der Pfarrgemeinde St. Ludwig, Saarlouis 1990, S. 10.
  242. Dieter Zell: St. Ludwig, Wegweiser und Geschichte, hrsg. von der Pfarrgemeinde St. Ludwig, o. O. 1990, S. 10-11.
  243. Alfons Thome: „Die ganze Schöpfung schreit nach Erlösung“, Gedanken zu den Kirchenfenstern von Ernst Alt in Saarlouis-St. Ludwig. In: Paulinus, 111. Jahrgang, 17. März 1985; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 27; Josef Mischo: „Denn sehet, ich bin mit euch alle Tage“, Die Pfarrkirche St. Ludwig – Saarlouis und ihre Glasfenster von Ernst Alt, Gedanken zu einem Kunstwerk unserer Zeit. Saarlouis-Lisdorf 1993; Josef Mischo: Die Heilsgeschichte in Farbe, Der Fensterzyklus von Ernst Alt in der Pfarrkirche St. Ludwig Saarlouis, Dillingen/Merzig 2015; Martin König: Inkarnationen: Pflanzen, Tier und Mensch, Die zwei Fensterzyklen in Neunkirchen/Nahe und in Saarlouis. In: Thomas Schwarz, Armin Schmitt (Hrsg.): Mnemosyne, Der Maler und Bildhauer Ernst Alt. Blieskastel 2002, S. 59–71, hier S. 65–71.
  244. Bilderansicht: ernst-alt.info abgerufen am 21. April 2016.
  245. Josef Mischo: Die Heilsgeschichte in Farbe, Der Fensterzyklus von Ernst Alt in der Pfarrkirche St. Ludwig Saarlouis. Dillingen/Merzig 2015, 14-15 und S. 143–148.
  246. Martin König: Inkarnationen: Pflanzen, Tier und Mensch, Die zwei Fensterzyklen in Neunkirchen/Nahe und in Saarlouis, in: Thomas Schwarz, Armin Schmitt (Hrsg.): Mnemosyne. Der Maler und Bildhauer Ernst Alt, Blieskastel 2002, S. 59–71, hier S. 65–71, S. 65.
  247. Josef Mischo: Die Heilsgeschichte in Farbe. Der Fensterzyklus von Ernst Alt in der Pfarrkirche St. Ludwig Saarlouis, Dillingen/Merzig 2015, 17-18.
  248. Josef Mischo: Die Heilsgeschichte in Farbe. Der Fensterzyklus von Ernst Alt in der Pfarrkirche St. Ludwig Saarlouis, Dillingen/Merzig 2015, 17-24.
  249. Josef Mischo: Die Heilsgeschichte in Farbe. Der Fensterzyklus von Ernst Alt in der Pfarrkirche St. Ludwig Saarlouis, Dillingen/Merzig 2015, 23-24.
  250. Hoheslied 4, 3.13; 6, 7.11; 7, 13-14; 8, 2
  251. Josef Mischo: Die Heilsgeschichte in Farbe. Der Fensterzyklus von Ernst Alt in der Pfarrkirche St. Ludwig Saarlouis, Dillingen/Merzig 2015, 18-22.
  252. So waren laut der Schilderung in Ex 28,33f. EU Teile des Efods des Hohepriesters, dessen Anfertigung Gott den Israeliten befohlen haben soll, in der Form von Granatäpfeln. Die abschließenden Knäufe der beiden erzernen Säulen Jachin und Boas vor dem Salomonischen Tempel wurden laut 1 Kön 7,18 EU von zwei Reihen Granatäpfeln geschmückt. Der erste König Israels, Saul, verweilte nach 1 Sam 14,2 EU zeitweilig unter einem Granatapfelbaum. Im Hohelied Salomos wird das Wort Granatapfel mehrere Male verwendet, um die Schönheit einer Frau zu untermalen (Hld 4,3 EU, Hld 4,13 Lut, Hld 6,7 EU). Schließlich findet sich der Granatapfelbaum noch bei den Propheten Joel 1,12 EU und Hag 2,19 EU.
  253. Levitikus 19,27 EU
  254. Röm 5,12-17 EU
  255. 1 Kor 15,22 EU
  256. Josef Mischo: Die Heilsgeschichte in Farbe. Der Fensterzyklus von Ernst Alt in der Pfarrkirche St. Ludwig Saarlouis, Dillingen/Merzig 2015, S. 94–96.
  257. the-gallery-of-art.com abgerufen am 9. September 2015.
  258. Gen 4,2 EU
  259. Gen 13,2 EU
  260. Gen 27,9 EU
  261. Gen 30,31 EU
  262. Jes 63,11 EU; Num 27,17 EU
  263. Jer 23,1–4 EU; Hes 34 EU
  264. 1 Sam 16,19 EU; 17,15.28 EU; 2 Sam 7,8 EU, Ps 78,70–72 EU
  265. Sach 13,7 EU
  266. Gen 48,15 EU; Ps 23, Ps 80; Ps 95; Jes 40,11 EU; Jer 31,10 EU
  267. Mt 26,31–32 EU par. Mk 14,27–28 EU
  268. Michael Thome (Red.): Kunst im Kirchenraum Saarlouis 1100–1980, Entwicklung kirchlicher Kunst, Katalog zur Ausstellung im Städtischen Museum Saarlouis vom 18. Oktober – 9. November 1980, hrsg. von der Kreisstadt Saarlouis, o. O. 1980, S. 15–17.
  269. Schreiben vom 21. Januar 2000 von Dieter Zell an Pfarrer Heidger.
  270. Information nach Auskunft des Museumsinitiators Dieter Zell vom 28. August 2015.
  271. Dieter Zell: St. Ludwig, Wegweiser und Geschichte, hrsg. von der Pfarrgemeinde St. Ludwig, Saarlouis 1990, S. 3-4.
  272. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 16–17.
  273. Herkunftsort Frankenthals oder Zweibrücken nach: Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 16–17; Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung. Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 115–116.
  274. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 3, S. 26; Armin Lamar: Kirchenmusik in St. Ludwig Saarlouis. Die Mayer-Orgel. Abgerufen am 1. Dezember 2010.
  275. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 17 nennt als Glockengießer Nicolas Cochois und François Buret.
  276. Rosemarie Haine-Maas: Saarlouis einst und heute. Ein Streifzug durch Saarlouis und seine Geschichte. Dillingen 1992, S. 175.
  277. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung. Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil I, S. 114.
  278. Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann. 2. Auflage. Saarbrücken 1976, S. 260.
  279. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 35.
  280. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, S. 89.
  281. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 107–108.
  282. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 121–122.
  283. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 4.
  284. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 2, S. 9.
  285. Katholisches Pfarramt St. Ludwig in Saarlouis (Hrsg.): St. Ludwig – Saarlouis, Erolzheim 1960, S. 15–25; Rosemarie Haine-Maas: Saarlouis einst und heute. Ein Streifzug durch Saarlouis und seine Geschichte, Dillingen 1992, S. 175.
  286. Vertragsabschluss am 17. Mai 1704, nach: Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil 1, S. 16.
  287. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil 1, S. 115.
  288. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Teil 1, S. 159–161; Teil II, S. 1; Teil 3, S. 29.
  289. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985 Teil I, S. 41–42.
  290. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985 Teil I, S. 43–44; Thomas Berger: Simon Stock, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band 10, Herzberg 1995, Sp. 417–418.
  291. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985 Teil I, S. 43–44.
  292. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985 Teil I, S. 44–45.
  293. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, S. 93–95.
  294. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 47.
  295. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 33 und S. 57–58.
  296. Hilarion Rieck: Der Oberlimberg bei Wallerfangen und seine Wallfahrt, Saarlouis 1935, S. 4.
  297. Hilarion Rieck: Der Oberlimberg bei Wallerfangen und seine Wallfahrt, Saarlouis 1935, S. 6–7.
  298. Saarforschungsgemeinschaft (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2., unveränderte Auflage von 1934, Saarbrücken 1976, S. 243; Hilarion Rieck: Der Oberlimberg bei Wallerfangen und seine Wallfahrt, Saarlouis 1935, S. 7–8.
  299. Hilarion Rieck: Der Oberlimberg bei Wallerfangen und seine Wallfahrt, Saarlouis 1935, S. 10–11.
  300. Hilarion Rieck: Der Oberlimberg bei Wallerfangen und seine Wallfahrt, Saarlouis 1935, S. 12.
  301. Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte nach archivalischen Quellen bearbeitet. Wallerfangen 1953, S. 289.
  302. Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgebung, Erster Teil: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, Zweiter Teil: Historische Notizen über die unmittelbare Umgebung von Saarlouis, Nachdruck der Ausgabe von 1865, Dillingen/Saar 1979, Teil I, S. 98; Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, Teil I, S. 48; Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte nach archivalischen Quellen bearbeitet. Wallerfangen 1953, S. 285–292; Hilarion Rieck: Der Oberlimberg bei Wallerfangen und seine Wallfahrt, Saarlouis 1935, S. 15–16.
  303. Andreas Heinz: Glaubenszeugen und Fürsprecher, Die Heiligen des Saarlandes. Saarbrücken 1980, S. 43–48.
  304. Severin Delges: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Saarlouis-Lisdorf 1931, Erweiterung um einen zweiten Teil durch Heinrich Unkel im Jahr 1952, Erweiterung um einen dritten Teil durch Marga Blasius im Jahr 1985, S. 87–88.
  305. Sizilianische Tradition in Saarlouis. In: Saarbrücker Zeitung, Dillinger Lokalteil, 24./25. März 2016.
  306. Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2. Auflage, Saarbrücken 1976, S. 258.

Koordinaten: 49° 18′ 57,8″ N, 6° 45′ 5,4″ O