Tip (Handelskette)

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tip-Discount Handels GmbH & Co. KG

Rechtsform GmbH & Co. KG
Auflösung 1999
Auflösungsgrund Zerschlagung
Sitz Sarstedt, Niedersachsen
Branche Lebensmitteleinzelhandel

Die tip-Discount Handels GmbH & Co. KG (eigene Schreibweise: TiP) war eine bis 1999 bestehende Discounterkette und Vertriebslinie der Metro AG mit Märkten in Deutschland und Polen. Hauptsitz des Unternehmens war in Sarstedt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kette, die ursprünglich eine Tochter von C+C Schaper war, wurde 1987/1988 von der Asko Deutsche Kaufhaus AG übernommen und in die Deutsche SB-Kauf eingegliedert, ehe 1996 erfolgte die Übernahme durch die Metro AG erfolgte.[2] Durch die Zerschlagung der coop AG kamen 34 Standorte zu Tip und wurden im Jahr 1991 entsprechend umgeflaggt.[3]

1996 erfolgte der Markteintritt ins Nachbarland Polen mit der Eröffnung der ersten 16 Märkte, bis März 1997 folgten fünf weitere, sodass im 1. Quartal des gleichen Jahres bereits 21 Märkte bestanden.[4]

Die Tip-Discountmärkte besaß im Geschäftsjahr 1997 496 Märkte im gesamten Bundesgebiet sowie Polen, wobei hier 21 Märkte eröffnet wurden. In Deutschland wurden im gleichen Zeitraum 109 Märkte neu eröffnet.[1] Das Angebot des Discounters bestand aus der Eigenmarke Toll im Preis, kurz TiP, die auch bei den Vertriebslinien extra und real zu finden war.

Trotz anhaltender Verluste im In- und Ausland wurde an einer Expansion festgehalten. Alleine in Polen, sollten im Jahr 1998 75 Filialen und 1999 100 weitere Filialen folgen.[5] In Deutschland sollten im Jahr 1998 77 Filialen eröffnen sowie eine eigene Logistik in Planung gehen.[5]

Aufgrund wachsender Verluste entschied sich die Metro AG die Tochtergesellschaft dann im November 1998 an ein Konsortium von Finanzinvestoren unter Leitung der Deutschen Bank, an dem die Metro AG mit 50 % beteiligt war, zu verkaufen. Als Grund wurden u. a. die damals neuen Ladenöffnungszeiten und das damit veränderte Kundenverhalten hin zum Vollsortimenter genannt.[5] Am 23. Dezember 1998 wurde bekannt, dass Tengelmann 165 Filialen in Berlin samt Umland sowie in einigen Städten im Ruhrgebiet übernehmen wird.[6] Die Standorte wurden als Plus-Filialen weiterbetrieben. Die inzwischen 57 Filialen von Tip in Polen wurden von Biedronka übernommen.[7]

Entwicklung als Eigenmarke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artikel von TiP werden 2007 in einem real-Markt farblich und durch Regalstopper hervorgehoben (vorne links)

Das Discountkonzept ging auf die 1987 bei der SB-Warenhauskette real-kauf, einem Vorgänger von real, des Handelsunternehmens Schaper eingeführten, gleichnamigen Preiseinstiegsmarke TiP („Toll im Preis“) zurück.[8][9] Bereits im Vorfeld gab es mit der Eigenmarke Extra Tip mit ähnlichem Logo einen Vorgänger. Durch Zusammenschluss des späteren Eigentümers Asko zur Metro AG kamen die Eigenmarken-Artikel auch zu den Supermarkt-Vertriebslinien extra, Comet und Bolle. Durch die Übernahme der Supermarktvertriebslinien durch die Rewe Group verschwand die Eigenmarke und wurde durch die Rewe-Eigenmarke ja! ersetzt.[10] Zeitgleich wurden einige Artikel bei real auf die mittelpreisige Eigenmarke real Quality umgestellt.[11] Ein letztes Rebranding erhielt die Marke 2008 zum 30. Geburtstag, bei dem das Logo deutlich modernisiert wurde.[12]

Durch die Übernahme der Marke durch die Zentrale Handelsgesellschaft mbH, welche Teil des Markant-Verbundes ist, änderten die Famila-Warenhäuser und Markant-Märkte von Bartels-Langness im Verlauf des ersten Halbjahres 2019 sukzessive verschiedene Artikelgruppen auf die für das Handelsunternehmen neue Marke.[13] Die Bela hatte sich zuvor im Jahr 2017 mit verschiedenen Handelsunternehmen, unter anderem real, zur Einkaufsgemeinschaft Retail Trade Group zusammengeschlossen. Mit der Zerschlagung von real finden in den übernommenen Märkten die Eigenmarken der Konkurrenten Platz, aufgrund der abnehmenden Zahl von eigenen Filialen wird die Eigenmarke immer weiter durch die Markant-Marke Jeden Tag ersetzt.[14] Seit dem 6. September 2021 wird auch offiziell der Wechsel von TiP zu Jeden Tag, u. a. in den Werbeprospekten von real beworben. Auch die Bela führt sukzessive die Markant-Marke ein.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b METRO AG - Tip. 24. Februar 1999, abgerufen am 1. September 2021.
  2. 125 Jahre Schaper - RÜCKSCHAU 1879 - 2004. In: ccschaper.de. Metro AG, 2004, abgerufen am 8. Januar 2022.
  3. Printarchiv der absatzwirtschaft. Abgerufen am 15. Januar 2022.
  4. Lagebericht METRO-AG-Konzern und METRO AG. 2. Dezember 1998, abgerufen am 1. September 2021.
  5. a b c Wayback Machine. In: METRO AG - ANNUAL REPORT 1997. Metro AG, 21. April 1998, abgerufen am 1. September 2021 (englisch).
  6. hg: Tengelmann übernimmt 165 Tip-Filialen. In: DIE WELT. 27. Dezember 1998 (welt.de [abgerufen am 31. August 2021]).
  7. Zachowania nabywcze w zakresie żywności klientów sieci Biedronka i postrzeganie jej placówek sprzedaży. Abgerufen am 31. August 2021 (polnisch).
  8. Neue Discountmarke "Ohne teuer": Real will jetzt auch billig können. In: Supermarktblog. 30. Oktober 2013, abgerufen am 13. Januar 2022 (deutsch).
  9. 50 Jahre real. In: real.de. real,- SB-Warenhaus GmbH, 2015, abgerufen am 1. September 2021.
  10. Rewe integriert Extra-Märkte. Abgerufen am 1. September 2021.
  11. Jetzt noch schokoladiger! Real erklärt die Preisunterschiede seiner Eigenmarken. 26. Oktober 2011, abgerufen am 1. September 2021 (deutsch).
  12. von Achim Schaffrinna: real Eigenmarke Tip im neuen Erscheinungsbild. Abgerufen am 1. September 2021 (deutsch).
  13. Preiseinstieg: Bela führt Real-Eigenmarke Tip ein. Abgerufen am 1. September 2021.
  14. „Punktuelle Umstellung“: Reals Preiseinstieg TiP muss Platz machen für Jeden Tag. In: Supermarktblog. 29. April 2020, abgerufen am 1. September 2021 (deutsch).