SB-Warenhaus

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Tesco in Most (Tschechien)
Innenansicht eines US-amerikanischen Hypermarktes
Innenansicht: Alle Bereiche sind über Einkaufswagen erschließbar
Selbstbedienung im Kaufhof in Bonn 1962

Ein Selbstbedienungs-Warenhaus oder Hypermarkt ist ein großflächiger Einzelhandelsbetrieb, der von seiner Aufmachung her an einen Supermarkt erinnert.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SB-Warenhäuser haben eine Verkaufsfläche von mindestens 5000 m², wodurch sie sich von Verbrauchermärkten abgrenzen, die unterhalb dieser Schwelle bleiben. SB-Warenhäuser bieten ein umfassendes Sortiment, vor allem an Lebensmitteln und Ge- und Verbrauchsgütern.[1] Dabei werden Discount- und Fertigprodukte durch Frischwaren aus Fleisch-, Wurst-, Käse-, Fischtheke sowie Kühl- und Tiefkühlregalen ergänzt. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Supermarkt finden sich zudem häufig weitläufige Non-Food-Abteilungen mit Bekleidung, Spielzeug, Sportartikeln, Elektronik usw. Dabei ist, anders als in Kaufhäusern oder klassischen Warenhäusern, die gesamte Verkaufsfläche supermarktmäßig angeordnet und mit Einkaufswagen befahrbar. Zwar wird in der Regel intensiv mit günstigen Preisen geworben, eine Discounter-Strategie ist allerdings wegen der erforderlichen Breite des Sortiments und der sehr großen Handelsflächen (hoher Kostenfaktor) nicht durchzuhalten.

Das SB-Warenhaus verzichtet auf kostenintensiven Kundendienst und setzt überwiegend auf Selbstbedienung. Es betreibt eine Dauerniedrigpreis- oder Sonderangebotspolitik.

Standorte und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typischerweise werden Hypermärkte „auf der grünen Wiese“ errichtet[2] oder innerhalb von Einkaufszentren angesiedelt und sind somit sehr stark auf motorisierte Kunden ausgerichtet.[3]

Das Einzelhandelsformat der Hypermärkte stammt aus Frankreich (dort: Hypermarché, insbesondere Carrefour, welche dieses Konzept dort als erste einführten) und den USA (Hypermarket, insbesondere Walmart). Es hat sich auch in manchen Teilen Europas (Großbritannien, Belgien, Luxemburg, Spanien) etabliert.

SB-Warenhausketten in Europa (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asda, Auchan, Bennet, Bon Prix, Carrefour, Géant Casino, Cora, E-Center (zu Edeka), Eroski, Esselunga, Géant, Globus, Hiper Froiz (zu Froiz), Herkules Center (zu Edeka), Intermarché, famila, Inköpscentralernas Aktiebolag, Ipercoop, Hipercor, Kaufland, Leclerc, Marktkauf (zu Edeka), Panorama, plaza, Real (Metro Group), Sainsbury's, Tesco, Ikea und REWE-Center (REWE-Gruppe).

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den größten Hypermärkten in Deutschland zählen Real, Kaufland und Marktkauf.

Weitere:

Von 1997 bis 2007 war auch Walmart in Deutschland vertreten.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Metro Österreich in Wien-Simmering
Hypermarkt Interspar Österreich in Wien-Floridsdorf

Hypermärkte in Österreich werden hauptsächlich von österreichischen Lebensmittelkonzernen betrieben. Neben eigenen österreichischen Hypermärkten wie Interspar oder Merkur gibt es auch Metro-Hypermärkte, die sich meist an den Stadtrandgebieten größerer Städte niedergelassen haben.

Laut eigener Aussage betreibt Spar Österreich seit den 1970er Jahren Hypermärkte[4] wobei sich die Verkaufsfläche zwischen 2.500 m² bis 8.000 m² beläuft.

Derzeitige Hypermärkte:

Ehemalige Hypermärkte:

Als die Shopping City Süd im Jahre 1976 eröffnet wurde, entstand mit Carrefour der damals größte Einzelhandelsmarkt Österreichs mit einer Verkaufsfläche von 17.000 m² und 400 Mitarbeitern. Trotz der zunächst erfolgreichen Bilanz sanken nach und nach die Umsätze und Carrefour zog sich aus Österreich zurück.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz werden Hypermärkte von der Migros betrieben. Zu erkennen sind sie an der Anzahl der am Gebäude angebrachten Ms.[5] Märkte der Variante MMM haben eine Fläche von durchschnittlich 7614 m².

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Supermarkt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wertschöpfung im Handel von Werner Reinartz et al., Herausgeberin Monika Käuferle, erschienen im Kohlhammerverlag 2014 S. 22
  2. Runia, Peter.: Marketing : eine prozess- und praxisorientierte Einführung. Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-57858-8, Distributionspolitik, S. 209.
  3. Boris Kalnoky: Supermarkt? Hypermarkt? Ultrahypermarkt! In: DIE WELT. 18. August 2001 (welt.de [abgerufen am 21. Februar 2020]).
  4. Interspar-Hypermärkte Geschäftstypen von Spar Österreich
  5. Supermärkte. In: migros.ch. Abgerufen am 2. März 2021.