Toni der Assi

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Toni der Assi (* 19. Januar 1978 bei Frankfurt am Main als Anton Latinović[1]) ist ein deutscher Rapper serbischer Abstammung, dessen Stil sich an den US-amerikanischen Hip-Hop von Public Enemy anlehnt.

Frühe Jugend

Toni ist der Sohn serbischer Einwanderer, die Anfang der 1970er Jahre aus dem damaligen Jugoslawien nach Deutschland kamen. Er wurde 1978 bei Frankfurt am Main geboren und hat noch einen älteren Bruder und eine Schwester. Seine Familie zog ein Jahr nach Tonis Geburt nach Mannheim. Einen Schulabschluss hat Toni nicht. Er war in den 1990ern in verschiedenen Breakdancecrews, wie den „Unique Wizzards“ und „Rocking Till Death“.

In dieser Zeit lernte Toni auch Hip-Hop-Künstler wie Torch, Toni L, Boulevard Bou oder auch einige vom ehemaligen Aggro-Berlin-Label kennen. Des Weiteren machte er Bekanntschaft mit Künstlern wie den Flying Steps oder Advanced Chemistry. Seit 2011 lebt er in Zürich.[2][1]

Musik

Das Kürzel „Assi“ steht für „asozial“. Durch die Text- und Themenwahl in seiner Musik versucht Toni, „politischen und staatsfeindlichen“ Rap im Stile US-amerikanischer Vorbilder und französischer Vorbilder wie Sefyu[3] in den Hip-Hop einzuführen. Zu den Produzenten, mit denen er dabei zusammengearbeitet hat, zählen z. B. die „Rocko Beats“.[4]

Seine Texte bestehen meist aus der Aneinanderreihung von Teilsätzen und Doppelreimen. Der Inhalt der Texte beschreibt meist seine staatsfeindlichen Einstellungen wie z. B. „Vaterstaat Hurensohn“ (Im Namen des Volkes)[3][5] und das Leben in der seiner Meinung nach sozial benachteiligten deutschen Unterschicht.

Anklage und Urteil wegen Volksverhetzung

Nach seinem Video zur Single „Staatsfeind“ wurde Toni von dem Abgeordneten Volker Beck wegen Beleidigung und Volksverhetzung angezeigt. Auf Grund von Textpassagen wie z. B. „schwule pädophile Kinderschänder – Freispruch im Namen des Volkes geht nicht, Kopfschuss, Gaskammer fertig“ wurde Toni in vielen homosexuellen Foren als „Hass-Sänger“ betitelt.[6] Die Anzeige und die daraus entstehenden Folgen brachten Toni private Probleme und nach mehreren Hausdurchsuchungen, einer Festnahme und Berufungen, wurde Toni rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 8.000 Euro verurteilt, die er laut eigenen Angaben an das SOS Kinderdorf zahlte.[7][5][8]

Sonstiges

Toni der Assi war Mitglied der Gang Black Jackets, seit Mitglieder der Streetgang in seinen Videos aufgetreten sind. Mittlerweile gehört er jedoch zu den United Tribuns.[9][7]

Toni der Assi ist nicht zu verwechseln mit Voll Assi Toni, einem Youtube-Komiker aus Offenbach, der ab Mitte 2006 Jahre in Amateur-Kurzfilmen über seine sexuellen Erfahrungen mit zahlreichen Frauen in drastischen Wortbeiträgen berichtete.

Diskografie

Alben

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[10]
Von Brate für Brate
  DE 68 29.03.2013 (1 Wo.)
  AT 68 29.03.2013 (1 Wo.)
Žilet: Audio Digital Rasur
  DE 69 28.02.2014 (1 Wo.)
  AT 74 28.02.2014 (1 Wo.)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufige Chartplatzierung
  • 2009: Im Namen des Volkes (Distributionz, im Vertrieb von Soulfood)
  • 2011: Ghetto 3D
  • 2013: Von Brate für Brate
  • 2014: Žilet: Audio Digital Rasur
  • 2015: Alles Bombe

EPs

  • 2006: Vorlaut (mit Mino)
  • 2010: Das Interpol Colucci Projekt. Distributionz/Finetunes

Mixtapes

  • 2007: Hektik Mektik. Unterdrukk Music Distributionz

Kooperation

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Hannes Grassegger: Toni will nicht noch mal sterben. In: Das Magazin Nr. 12 vom 25. März 2017.
  2. Daniel Riedel und Viktor Dammann: Ist ihm betrunken Auto fahren nicht cool genug? Toni der Assi blufft mit falschem Strafbefehl. In: Blick.ch. 1. August 2013, abgerufen am 30. Dezember 2013.
  3. a b Marcus Staiger: Vater Staat, Hurensohn. rap.de, 16. Februar 2011, abgerufen am 4. August 2012.
  4. TONI DER ASSI – Ghetto 3D abgerufen am 8. August 2012.
  5. a b Tobias "Toxik" Kargoll: Die Staatsfeind Diskussion - Raps politische Richtung. HipHop.de, 20. April 2009, abgerufen am 4. August 2012.
  6. Volker Beck: Strafanzeige gegen Mannheimer Hass-Sänger. queer.de, 12. August 2008, abgerufen am 4. August 2012.
  7. a b Toni der Assi – Brate.to Interview. Brate.to, archiviert vom Original am 16. April 2013; abgerufen am 4. August 2012.
  8. Boris Korpak: „Mit jedem Skandal schaffe ich Gutes!“ Toni der Assi im Interview. Cityguide-rhein-neckar.de, abgerufen am 4. August 2012.
  9. Marcus Staiger: Biker ohne Bikes: Die Letzten in der Nahrungskette. In: Frankfurter Allgemeine. 27. März 2012, abgerufen am 30. Dezember 2013.
  10. Chartquellen: Deutschland - Österreich
  11. Ek To The Roots auf 16bars.de, abgerufen am 14. April 2013