Tonic Water

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Tonic Water bei normalem und unter UV-Licht.

Tonic Water [ˈtɑːnɪk.ˈwɑːtər] (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist ein chininhaltiges, farbloses, mit Kohlensäure versetztes Erfrischungsgetränk und zählt zu den Bitterlimonaden. Aufgrund seines Chiningehalts leuchtet es unter UV-Licht.

Historische Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis ins 20. Jahrhundert gehörte Tonic Water (englisch tonic für „kräftigend, stärkend“, siehe auch Tonikum) zur Standardausrüstung vieler europäischer Kolonialarmeen. Der damals höhere Chiningehalt des Getränkes war eine Form der Malariaprophylaxe, da erst ab 1934 mit Chloroquin ein synthetisches Arzneimittel dafür auf den Markt kam.[1] Um eine Wirkung zu erzielen, musste das Tonic Water regelmäßig getrunken werden. Um den bitteren Geschmack abzumildern, wurde es auch mit Gin zu Gin Tonic gemischt, woraus sich der gleichnamige Longdrink entwickelte.

Hersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein großer Produzent von Tonic Water ist die Dr Pepper Snapple Group (Marken Schweppes und Canada Dry). In Schweppes Tonic Water sind 71 mg Chinin (als Alkaloid) auf 1l enthalten.[2] Seit Ende 2011 ist von einem anderen Hersteller ein chininfreies Tonic Water mit dem Namen „Absinthum eTonic“ erhältlich. Es wird auf der Basis von Wermut hergestellt.[3] Mit der zunehmenden Beliebtheit von Gin Tonic erhöhte sich auch die Produktvielfalt von Tonic Water und es wurden neue Marken angeboten wie beispielsweise 1724, Fentimans und Thomas Henry.[4] In manchen Supermärkten und bei Discountern ist Tonic Water als Eigenmarke erhältlich.[5]

Gesundheitliche Risiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tonic-Getränke sollten nicht während einer Schwangerschaft getrunken werden, da das Kind von Chinin abhängig werden kann, was sich nach der Geburt durch starke Entzugserscheinungen deutlich macht.[6] Außerdem kann das Chinin die Wehen einleiten, da es gebärmutterstimulierend wirkt.

Auch Patienten mit Tinnitus sollen nach Angaben des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung größere Mengen chininhaltiger Getränke meiden. Bei Überempfindlichkeit können bereits kleine Mengen Chinin verschiedenste Reaktionen, wie zum Beispiel gastrointestinale oder neurologische Störungen – etwa Sehstörungen und Verwirrtheit – bewirken.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tonic water – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Roth: Chemische Leckerbissen. Wiley-VCH-Verlag, 2014. Seite 56. ISBN 9783527337392.
  2. http://www.schweppes.de/ dort: Tonic Water – Inhaltsstoffe; Mai 2008.
  3. Absinthum eTonic – die Hintergründe. Abgerufen am 7. Mai 2013.
  4. Der Gin des Lebens. Abgerufen am 24. Februar 2016.
  5. Produktinformation der Edeka zu Tonic Water, abgerufen am 1. März 2016.
  6. Chininhaltige Getränke sind nichts für Schwangere! BfR hält entsprechende Kennzeichnung für nötig. Bundesinstitut für Risikobewertung, 7. Juni 2005, abgerufen am 16. Oktober 2012.
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