Torny

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Torny
Wappen von Torny
Staat: Schweiz
Kanton: Freiburg (FR)
Bezirk: Glanew
BFS-Nr.: 2115i1f3f4
Postleitzahl: 1748 Torny-le-Grand
1749 Middes
Koordinaten: 563887 / 180071Koordinaten: 46° 46′ 15″ N, 6° 57′ 57″ O; CH1903: 563887 / 180071
Höhe: 675 m ü. M.
Fläche: 10,20 km²
Einwohner: 896 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 88 Einw. pro km²
Website: www.torny.ch
Karte
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Torny ist eine politische Gemeinde im Distrikt Glane des Kantons Freiburg in der Schweiz. Sie entstand am 1. Januar 2004 durch Fusion der beiden vorher selbständigen Gemeinden Torny-le-Grand (dt. Grosstorny) und Middes, welche aus Middes und Torny-le-Petit (und Rialet) besteht. Falls nicht spezifisch erläutert ist mit Torny eigentlich Torny-le-Grand gemeint.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torny liegt auf 675 m ü. M., 9 km nordnordöstlich des Bezirkshauptortes Romont (Luftlinie). Das Bauerndorf erstreckt sich in einer Mulde westlich des Tals der Arbogne, auf dem Molasseplateau zwischen Broye und Glâne im Freiburger Mittelland.

Die Fläche des 10,2 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des durch den eiszeitlichen Rhonegletscher geprägten Molasseplateaus des Freiburger Mittellandes. Der östliche Teil des Gebietes wird von der Arbogne durchflossen, die nur leicht in das Plateau eingetieft ist. Auch das ausgedehnte Waldgebiet Les Fours südöstlich des Bachlaufs gehört zu Torny. Westlich der Arbogne erstreckt sich der Gemeindeboden über die Mulde von Torny-le-Grand und den Höhenzug Grande Fin (732 m ü. M.) bis an den oberen östlichen Rand des Broyetals. Der höchste Punkt von Torny wird mit 740 m ü. M. beim Reservoir nördlich von La Brevire erreicht. Nach Norden reicht die Gemeindefläche in das Einzugsgebiet der Bioleyre (rechter Seitenbach der Broye) und umfasst auch den Bois de la Cigogne (660 m ü. M.). Von der Gemeindefläche entfielen 1997 5 % auf Siedlungen, 25 % auf Wald und Gehölze, 69 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.

Torny besteht aus den Dörfern Torny-le-Grand (675 m ü. M.), Middes (705 m ü. M.), den Weilern Torny-le-Petit (655 m ü. M.) auf einer Anhöhe über dem Broyetal und Le Rialet (672 m ü. M.) im Quellgebiet der Bioleyre sowie einigen Hofsiedlungen und Einzelhöfen. Nachbargemeinden von Torny sind Montagny, Corserey, La Brillaz, La Folliaz und Châtonnaye im Kanton Freiburg sowie Trey und Payerne im Kanton Waadt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 896 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) gehört Torny zu den kleineren Gemeinden des Kantons Freiburg. Von den Bewohnern sind 93,6 % französischsprachig, 4,7 % deutschsprachig und 0,5 % sprechen Italienisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Torny belief sich 1900 auf 689 Einwohner (inklusive die heute eingemeindeten Ortschaften). Nach einem Höchststand um 1920 (750 Einwohner) setzte eine starke Abwanderung ein, so dass Torny 1970 nur noch 500 Einwohner zählte. Erst seit ungefähr 1980 wurde wieder ein deutliches Bevölkerungswachstum verzeichnet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torny war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts eine vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägte Gemeinde. Durch die Wasserkraft der Arbogne wurde früher eine Mühle betrieben. Noch heute haben die Milchwirtschaft, die Viehzucht und der Ackerbau einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In der Gemeinde sind Betriebe der Informationstechnologie, mechanische Werkstätten sowie Schreinereien und Zimmereien vertreten. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in den Regionen Freiburg und Payerne arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen an einer Verbindungsstrasse von Prez-vers-Noréaz nach Châtonnaye. Durch den Postautokurs, der von Romont nach Avry verkehrt, besitzt Torny einen Anschluss an das Netz des öffentlichen Verkehrs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte bereits im Jahr 766 unter dem Namen Taurniaco Superiore. Später erschienen die Bezeichnungen Tornei (1145), Tornie (1224), Tornye (1320), Tornyer (1502), Tornie le Grand (1578) und Tornier (1668). Der Ortsname geht auf den gallorömischen Personennamen Taurinius zurück.

Zur Zeit seiner ersten Nennung war Torny im Besitz der Abtei Saint-Maurice. Später gehörte das Dorf den Herren von Billens und unterstand den Grafen von Savoyen. Es bildete ab 1360 eine eigene Herrschaft, die zahlreiche Besitzerwechsel erfuhr und 1602 durch eine Heirat an die Familie Diesbach gelangte, deren in Torny ansässiger Zweig sich von nun an Diesbach-Torny nannte und bis 1798 hier residierte.

Altes Wappen von Torny-le-Grand

Als die Berner 1536 das Waadtland eroberten, kam Torny unter die Herrschaft von Freiburg und wurde der Vogtei Romont zugeordnet. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime (1798) gehörte das Dorf während der Helvetik bis 1803 zum Distrikt Payerne. Danach wechselte Torny zum Bezirk Romont, 1815 zum Bezirk Montagny und 1830 zum Bezirk Dompierre, bevor es 1848 in den Bezirk Glâne eingegliedert wurde.

Im Rahmen der vom Kanton Freiburg seit 2000 geförderten Gemeindefusionen sollten Torny-le-Grand, Middes und Châtonnaye zusammengelegt werden. Da sich die Bewohner von Châtonnaye der Fusion widersetzten, trat mit Wirkung auf den 1. Januar 2004 nur die Fusion von Torny-le-Grand und Middes zur neuen Gemeinde Torny in Kraft. Gleichzeitig wurde ein neues Wappen für die Gesamtgemeinde erschaffen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche von Torny wurde 1754 erbaut und später mehrfach verändert und restauriert. Das Schloss Torny-le-Grand, Wohnsitz der Familie Diesbach-Torny, ist ein 1730 bis 1745 errichtetes rechteckiges Wohnhaus mit Mansarddach und einer Hauskapelle. Es befindet sich heute in Privatbesitz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.