Trauerdrongo

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Trauerdrongo
Trauerdrongo (Dicrurus adsimilis)

Trauerdrongo (Dicrurus adsimilis)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Drongos (Dicruridae)
Gattung: Dicrurus
Art: Trauerdrongo
Wissenschaftlicher Name
Dicrurus adsimilis
(Bechstein, 1794)
Trauerdrongo

Der Trauerdrongo (Dicrurus adsimilis) gehört zur Ordnung der Sperlingsvögel und ist weit verbreitet in Ländern südlich der Sahara. Trauerdrongos leben in offenen Wäldern oder im Busch.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trauerdrongos werden bis zu 25 cm groß und haben ein schwarz glänzendes Gefieder, bei weiblichen Tieren ist der Glanz nicht so ausgeprägt. Ihr Schnabel ist schwarz und ihre Augen rot. Charakteristisch ist ihr Schwanz, der sich zum Schwanzende hin in zwei Enden gabelt.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie legen zwei bis vier Eier in einem napfförmigen Nest, das im oberen Bereich von Bäumen in einer Gabelung gebaut wird. Die Eier sind in ihrer Färbung sehr variabel. Sie reichen von weiß bis rosa oder lachsfarben mit einer braunen oder rotbraunen Fleckung. Die Nester werden häufiger vom Afrikanerkuckuck parasitiert.[1] Die Eier, die der Afrikanerkuckuck legt, sind gleichfalls sehr variabel und von denen des Trauerdrongos gelegentlich kaum zu unterscheiden.

Sie ernähren sich hauptsächlich von Insekten, aber auch von an der Oberfläche schwimmenden Fischen oder der Beute anderer Vögel, die sie ihnen stehlen. Eine weitere Taktik zur Nahrungsbeschaffung ist das Verfolgen von größeren im afrikanischen Busch umherstreifenden Tieren wie Nashörnern, Elefanten, Giraffen etc. Die großen Säuger scheuchen beim Gang durch hohes Gras und beim Streifen von Bäumen nicht unerhebliche Mengen an Insekten auf, was dem Trauerdrongo zugutekommt. Dieser bekommt so auf bequeme Art und Weise ein breites Angebot an Nahrung präsentiert. Trauerdrongos sind daher oft in der Nähe von Herden oder Familiengruppen der oben genannten Säugetiere zu beobachten.

Kleptoparasitismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trauerdrongos haben eine Taktik entwickelt, um Erdmännchen und Elsterdrosslinge zu täuschen und ihnen die Beute abzuluchsen. Dazu stoßen sie häufig artspezifische Rufe aus, die vor nahenden Greifvögeln warnen sollen und auf die auch andere Spezies wie Elsterdrosslinge oder Erdmännchen reagieren. Jedoch gewöhnen sich die Tiere nach einer gewissen Zeit an die falschen Alarmsignale und reagieren nicht mehr entsprechend. Tom Flower von der University of Cambridge in der südafrikanischen Kalahari-Wüste beobachtete, dass die Trauerdrongos dann den Warnruf von verschiedenen anderen Vögeln so täuschend echt imitieren, dass ihre Zielobjekte in den meisten Fällen tatsächlich wieder erschrecken, Deckung suchen und dabei in mindestens 50 Prozent der Fälle ihre Beute zurücklassen, die anschließend von den Trauerdrongos aufgesammelt wurde – ein Verhalten, das als Kleptoparasitismus bezeichnet wird. Gleichzeitig verschaffte sich der Alarmgeber auch einen Vorteil gegenüber Artgenossen, die sich in der Nähe aufhielten, denn auch diese suchten vielfach Schutz in Sträuchern und Bäumen. Flower fand heraus, dass sich die Stimmenimitation für die Trauerdrongos lohnt, denn auf diese Weise ergattern sie rund ein Viertel ihrer Nahrung – und das mit minimalem Aufwand.[2]

Trauerdrongos sind nicht ängstlich und sehr aggressiv. Sie scheuen nicht vor Attacken auf größere Vögel, auch Greifvögel, wenn beispielsweise ihr Nest bedroht wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trauerdrongo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. * Paul A. Johnsgard: The Avian Brood Parasites - Deception at the Nest. Oxford University Press, Oxford 1997, ISBN 0-19-511042-0. S. 192.
  2. Flower, T.: Fork-tailed drongos use deceptive mimicked alarm calls to steal food. In: Proceedings of the Royal Society B Biological Sciences 2011, 278, 1548-1555. doi:10.1098/rspb.2010.1932.