Typ Leuna

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Typ Leuna p1
Schiffsdaten
Schiffsart Öltanker
Reederei DSR, Rostock
Bauwerft Admiralitätswerft, Leningrad
Bauzeitraum 1958 bis 1962
Gebaute Einheiten 5
Fahrtgebiete Weltweite Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
145,50 m (Lüa)
138,10 m (Lpp)
Breite 19,20 m
Tiefgang max. 8,53 m
Vermessung 7874 BRT
 
Besatzung 35
Maschinenanlage
Maschine 2 x Dieselmotor
Höchst-
geschwindigkeit
12,5 kn (23 km/h)
Propeller 1 x Propeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 11.500 tdw

Die Tanker vom Typ Leuna waren eine Bauserie der Admiralitätswerft in Leningrad für den VEB Deutsche Seereederei Rostock (DSR).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bedarf der DDR-Wirtschaft an Treibstoffen erhöhte sich in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre. Daher bestellte die DDR 1957 in der UdSSR fünf Motortanker. Das Typschiff Leuna-I, nach dem die Serie auch als Typ Leuna-I bezeichnet wird, wurde am 30. September 1958 in Dienst gestellt. Mit der Schwedt erfolgte am 20. Mai 1962 die Indienststellung des letzten der fünf Tanker.

Die Tanker liefen zum Ölimport zunächst vor allem die Häfen Odessa, Batumi, Tuapse und Noworossijsk im Schwarzen Meer an. Weitere Erdölhäfen waren der albanische Hafen Vlora sowie der lettische Hafen Ventspils. Später wurden auch Häfen im Persischen Golf und in Venezuela angelaufen.

Wegen ihrer Eisklasse A 1 wurden die Schiffe auch als Versorger für die Fang- und Verarbeitungsschiffe des Fischkombinats Rostock im Nordmeer eingesetzt. Vor Warnemünde wurden sie als Leichterschiffe für vollbeladene, auf Reede liegende Großtanker eingesetzt, die nach Leichterung den Rostocker Ölhafen anlaufen konnten. Weiterhin transportierten sie Öl vom Tanklager in Göteborg, das von der DDR gemietet worden war, nach Rostock.

Die Leuna-II wurde 1968 zum Erzfrachter umgebaut und fuhr anschließend bis 1986 als Dessau. Die Böhlen ging 1976 nach Grundberührung vor der Küste der Bretagne unter, wobei 26 Menschen umkamen. Die Leuna-I war bei ihrer Außerdienststellung 1981 durch die DSR der dienstälteste Tanker der Serie.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tanker wurden durch zwei kompressorlose, umsteuerbare Zweitakt-Schiffsdieselmotoren vom Typ Russki-Diesel angetrieben, die über ein gemeinsames Getriebe auf einen Propeller wirkten. Damit erreichten die Schiffe eine Dienstgeschwindigkeit von 12 Knoten.

Die Schiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typ Leuna
Bauname Baunummer IMO-Nummer Ablieferung Spätere Namen und Verbleib
Leuna-I 656 - 1958 ab 1981 als Alexia, 1985 in Brownsville abgebrochen [1]
Leuna-II 657 - 1958 1968 Umbau zum Erzfrachter Dessau, 1986 in Naantali abgebrochen [2]
Zeitz 663 - 1961 1993 in Aliaga abgebrochen [3]
Böhlen 664 - 1961 am 14. Oktober 1976 gesunken[4]
Schwedt 665 - 1962 1983 in Sevilla abgebrochen [5]
Daten: Equasis[6], grosstonnage[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chronologische Listung ID: „5207122“. In: Miramar Ship Index. Abgerufen am 30. September 2009.
  2. Chronologische Listung ID: „5207134“. In: Miramar Ship Index. Abgerufen am 30. September 2009.
  3. Chronologische Listung ID: „5398177“. In: Miramar Ship Index. Abgerufen am 30. September 2009.
  4. Chronologische Listung ID: „5047455“. In: Miramar Ship Index. Abgerufen am 30. September 2009.
  5. Chronologische Listung ID: „5315632“. In: Miramar Ship Index. Abgerufen am 30. September 2009.
  6. Equasis-Startseite (englisch)
  7. grosstonnage-Startseite (englisch)