U-Bahn-Wache

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Kräfte der U-Bahn-Wache bei einem Fußballeinsatz

Die U-Bahn-Wache (Münchner U-Bahn-Bewachungsgesellschaft mbH; MUG) ist ein Sicherheitsunternehmen, das von der Münchner Verkehrsgesellschaft GmbH beauftragt ist, für die Sicherheit und Ordnung bei der Münchner U-Bahn zu sorgen. Die Gesellschaft gehört zu 51 % der Stadtwerke München GmbH und zu 49 % der Securitas GmbH.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Münchner U-Bahn wurde vor der Einrichtung der U-Bahn-Wache von den Schwarzen Sheriffs (Fa. ZSD) betreut, die in den 1980er Jahren aufgrund mehrerer Skandale in die Kritik kamen. Die Gründung einer U-Bahn-Wache erfolgte aufgrund eines Stadtratsbeschlusses im Sommer 1988. Seit 1. April 1989 versehen die Mitarbeiter der Münchner U-Bahn-Bewachungsgesellschaft mbH ihren Dienst bei der Münchner U-Bahn.

Das Unternehmen Securitas übergab zum 1. Januar 2009 den Bewachungsauftrag von der Securitas GmbH ÖPNV zur Securitas Sicherheit & Service GmbH & Co. KG. Die Securitas GmbH ÖPNV ist noch weiterhin als Subunternehmer der Securitas Sicherheit & Service für die Abwicklung der Früh- und Spätdienste zuständig. Die Bewachung der Münchner U-Bahn wurde daher einige Zeit von zwei Unternehmen ausgeführt. Zu dieser Zeit gab es zwei verschiedene Uniformen. Die U-Bahnwächter der Securitas ÖPNV trugen blaue Hemden und die Mitarbeiter der Securitas & Service blaue Hemden mit leuchtend gelben Schulterstücken.

Dieser Unterschied entstand durch einen strittigen Betriebsübergang. Das Aktienunternehmen Securitas versuchte durch eine Umstrukturierung die Bedingungen für die Mitarbeiter zu ändern. Um dies zu erreichen, wurde der Bewachungsauftrag intern neu vergeben. Alle Mitarbeiter mussten sich daraufhin neu bewerben, sowie einen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben. 44 Mitarbeiter weigerten sich. Aus diesem Grund wurde den alten Mitarbeitern die neue Uniform vom Arbeitsdirektor Marks der Fa. Securitas verweigert. Bis zur gerichtlichen Entscheidung (Betriebsübergang) war die U-Bahnwache mit verschiedenen Uniformen zu sehen.[1]

Die U-Bahn-Wache ist teilweise auch in gemischten Streifen mit der Landespolizei Bayern unterwegs.[2]

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Aufgabengebiet umfasst u. a.:

  • Ansprechpartner für Fahrgäste (z. B. Informationen)
  • Ausübung des Hausrechts, z. B. Aussprechen und Durchsetzung von Hausverboten (z.B. Randalierer, Bettler und Schwarzfahrer)
  • Betreuung von Fahrkartenautomaten bei Defekten
  • Einnahmesicherung
  • Einsatzkoordination
  • Fahrkartenkontrolldienst
  • Sachbearbeitung (Schadensfälle, Ordnungswidrigkeiten- und Strafanzeigen)
  • Schließ- und Aufsperrdienst (Tore, Gitter)
  • Schutz der Betriebsanlagen und -einrichtungen
  • Schutz der Fahrgäste und der Betriebsangehörigen, vor allem bei Personenschäden, Bränden, Rauchentwicklung und Betriebsstörungen
  • Sicherstellung des Betriebsablaufes
  • Streifendienst
  • Unterstützung von Kontrollschaffnern bei aggressiven Fahrgästen
  • Zugabfertigung zu besonderen Anlässen, z. B. am Haltepunkt Theresienwiese während des Oktoberfestes oder am Marienplatz vor und nach Fußballspielen

Eine Besonderheit ist die Ermittlungsgruppe U-Bahn, die gegen Vandalismus (Sachbeschädiger, Sprayer und Kratzer) vorgeht. Dabei tragen die Sicherheitsfachkräfte bürgerliche Kleidung und verwenden zivile Kraftfahrzeuge. Sie geht vor allem bei Dunkelheit Streife.

Beschäftigte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 leisteten 125 Mitarbeiter, darunter 12 Frauen, ihren Dienst. 1989 waren es noch 45 Mitarbeiter gewesen und 1998 noch 77.[3] Die Einsatzkräfte der MUG sind Sicherheitsfachkräfte (SFK). Sie bestreifen U-Bahnen und U-Bahnhöfe zu Fuß oder in den U-Bahnen. Die Sicherheitsfachkräfte waren bis 2009 blau uniformiert, seither blau mit leuchtend gelben Schulterstücken. Sie sind mit Funkgeräten ausgestattet und mit Schusswaffen bewaffnet. Bis 2009 gab es wie bei Polizeibeamten Dienstgrade und Laufbahnen (mittlerer Dienst mit hellblauen Schulterklappen, gehobener Dienst mit silberfarbenen Schulterklappen und höherer Dienst mit goldfarbenen Schulterklappen). Bei den Mitarbeitern der U-Bahnwache Sicherheit&Service (erkennbar mit gelben Applikationen auf den Hemden) wurden die Dienstgrade ersatzlos gestrichen.

Die U-Bahnwache ist auch motorisiert (PKW und Kleinbusse). Ein Teil der Fahrzeuge dient als Unfallhilfsfahrzeug und ist daher mit Blaulicht und Martinshorn ausgestattet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter T. Schmidt: Streit um U-Bahn-Wache: Linke stützt CSU, 7. Oktober 2009, abgerufen am 5. Mai 2016.
  2. Seit 25 Jahren sicher im Münchner Untergrund mit der U-Bahnwache, MVG info 1/2014, abgerufen am 5. Mai 2016.
  3. München · 20 Jahre U-Bahnwache wochenanzeiger.de am 8. April 2009, abgerufen am 5. Mai 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]