UB40

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Dieser Artikel behandelt die englische Musikgruppe UB40, für das deutsche U-Boot UB 40 aus dem Ersten Weltkrieg siehe SM UB 40.
UB40
UB40 bei Rock am Ring 1987
UB40 bei Rock am Ring 1987
Allgemeine Informationen
Genre(s) Reggae, Pop
Gründung 1978
Website www.ub40.co.uk
Aktuelle Besetzung
James „Jim“ Brown
Duncan Campbell
Gitarre, Gesang
Robin Campbell
Bass, Gesang
Earl Falconer
Norman Lamount Hassan
Brian Travers
Tony Mullins
Percussion, Trompete
Terence „Astro“ Wilson
Ehemalige Mitglieder
Gitarre, Gesang
Alistair „Ali“ Campbell
Keyboard
Michael Virtue

UB40 ist eine populäre multinationale Reggae- und Popband aus Großbritannien. Der Bandname ist abgeleitet vom britischen Antragsvordruck für Arbeitslosengeld (Unemployment Benefit). Die Band hatte eine Reihe von Hits, darunter Red Red Wine, I Got You Babe, Can't Help Falling in Love und Kingston Town. In ihren Texten schneiden UB40 häufig soziale Themen wie Rassismus oder Arbeitslosigkeit an.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Band wurde 1978 in Birmingham von den Brüdern Robin und Alistair „Ali“ Ian Campbell gegründet und kaufte ihre ersten Instrumente von dem Schmerzensgeld, das Sänger Ali Campbell nach einer Schlägerei in einer Bar zugesprochen bekam. Nach einem halben Jahr im Proberaum nahmen sie ein Demotape auf, das im Radio gespielt und dort von dem bekannten DJ John Peel gehört wurde. Der war so beeindruckt, dass er UB40 zu einer Session ins Radiostudio einlud.

Chrissie Hynde, die Sängerin der Pretenders, sah die Band bei einem Clubkonzert und bot ihnen an, bei der Pretenders-Tour 1980 als Vorgruppe mitzufahren. Die Band willigte ein und bekam den ersten Plattenvertrag mit einem Indie-Label. Noch während der Tour veröffentlichten sie ihre erste Single Food for Thought, die bis auf Platz vier in den englischen Charts kam. Food for Thought war die erste Single, die es ohne einen Majorvertrag in die Top Ten schaffte.

Im gleichen Jahr erschien das Debüt-Album Signing Off, welches sich in England sehr gut verkaufte und Platz zwei der Charts erreichte. Mit Signing Off schufen UB40 einen auf Reggae basierenden Indie-Underground-Sound, der bis zu diesem Zeitpunkt nichts Vergleichbares hatte. Allerdings konnte die Band an diese individuelle Kreativität nie wieder anknüpfen. Obwohl sie nie bei einem Major-Label unterschrieben haben, waren UB40 auch mit der Politik ihres Indie-Labels unzufrieden und gründeten ihr eigenes Label DEP International, um völlige Unabhängigkeit zu erlangen.

Im Jahre 1983 veröffentlichten UB40 Labour of Love. Dieses Album enthält ausschließlich Cover-Versionen. Mit der Single Red Red Wine, einem Cover von Neil Diamond, erreichten sie in der britischen Hitparade Platz eins, und mit einem Platz 12 waren sie erstmals auch in Deutschland in den Charts.

Nach diesem Erfolg geschah annähernd fünf Jahre lang nicht viel. UB40 veröffentlichen sechs Alben, darunter zwei Live-Mitschnitte, erreichten mit ihren selbst komponierten Songs aber nur in ihrem Heimatland Erfolge.

Nachdem die Band 1988 bei einem Konzert zu Ehren von Nelson Mandela ihren größten Hit Red Red Wine spielte und dafür euphorischen Applaus erntete, entschied sich UB40 dafür, die Single erneut zu veröffentlichen. Der Single gelang der Wiedereinstieg in die Charts und wurde ein weiteres Mal zum Bestseller. UB40 nutzten den erhöhten Bekanntheitsgrad und nahmen ein zweites Album mit Coverversionen auf, Labour of Love 2, welches sich daraufhin sehr gut verkaufte.

Nach vier Jahren erschien dann das nächste Album Promises and Lies. Can't Help Falling in Love, das Cover eines Liedes von Elvis Presley (7 Wochen Nummer eins in England), sorgte für den Erfolg auch dieses Albums. Es erreichte zwar nur Platz zwei in England, aber auch Platz sechs der US-amerikanischen Top-10. Ein Auftritt im Film Sliver mit Sharon Stone kurbelte den Verkauf noch weiter an.

Nach Can't Help Falling in Love wurde es still um UB40. In den internationalen Charts spielten sie kaum noch eine Rolle. Mit dem 2001 erschienenen Album Cover Up erreichten sie nur Platz 29 in England, und auch das 2005 veröffentlichte Album Who You Fighting For? erreichte maximal Platz 20.

Gemeinsam mit dem britischen Sänger Hunterz schrieben UB40 2005 den Song Reasons, den sie im Zuge der weltweiten Live8-Konzerte gemeinsam mit Hunterz und The Dhol Blasters am 2. Juli 2005 im Londoner Hyde Park spielten.

Am 25. Januar 2008 gab Sänger Ali Campbell bekannt, dass er die Band nach den Konzerten im Februar 2008 verlassen wird und sich zukünftig auf seine Solokarriere konzentrieren will. Als weiteren Grund gab er Unregelmäßigkeiten bei den Finanzen der Band an[1]. Am 19. März 2008 verließ Keyboarder Michael Virtue wegen derselben finanziellen Unregelmäßigkeiten die Band.[2]

Auf der Twentyfourseven-Tour 2008 trat UB40 mit Duncan Campbell als Sänger (Robins und Alistairs Bruder) sowie Tony Mullins am Keyboard auf.

Ein Richter am Birmingham County Court bestätigte im Oktober 2011 für Brian Travers, Jimmy Brown, Terence Oswald und Norman Hassan die persönliche Insolvenz, nachdem ihr Plattenlabel Dep International ebenfalls pleitegegangen ist.

Name[Bearbeiten]

Der Bandname steht für ein in Großbritannien damals gebräuchliches Formular zur Anmeldung seiner Arbeitslosigkeit; "Unemployment Benefit, Form 40, kurz "UB40".

Diskografie[Bearbeiten]

  • Signing Off (1980)
  • Present Arms (1981)
  • Present Arms in Dub (1981)
  • UB44 (1982)
  • UB40 Live (1983)
  • Labour of Love (1983)
  • Geffery Morgan (1984)
  • Baggariddim (1985)
  • The UB40 File (1985)
  • Rat in the Kitchen (1986)
  • UB40 CCCP: Live in Moscow (1987)
  • The Best of UB40 – Volume One (1987)
  • UB40 (1988)
  • Labour of Love II (1989)
  • Promises and Lies (1993)
  • The Best of UB40 – Volume Two (1995)
  • Guns in the Ghetto (1997)
  • UB40 Present the Dancehall Album (1998)
  • Labour of Love III (1998)
  • The Very Best of UB40 (2000)
  • Cover Up (2001)
  • UB40 Present The Fathers of Reggae (2002)
  • Homegrown (2003)
  • Who You Fighting For ? (2005)
  • Dub Sessions (2007)
  • Twenty Four Seven (2008)
  • Labour of Love IV (2010)

Chartplatzierungen[Bearbeiten]

Singles[Bearbeiten]

Jahr Singles Chartplatzierungen
AT CH DE UK US
1980 King / Food for Thought - - - 4 -
1980 My Way of Thinking / I Think It's Going to Rain - - - 6 -
1980 The Earth Dies Screaming / Dream a Lie - - - 10 -
1981 Don't Let It Pass You By / Don't Slow Down - - - 16 -
1981 One in Ten - - - 7 -
1982 I Won't Close My Eyes - - - 32 -
1982 Love Is All Is Alright - - - 29 -
1982 So Here I Am - - - 25 -
1983 Red Red Wine 5 8 12 1 1
1983 Please Don't Make Me Cry - - 59 10 -
1983 Many Rivers to Cross - - - 16 -
1984 Cherry Oh Baby - - - 12 -
1984 If It Happens Again - - - 9 -
1985 I Got You Babe (UB40 featuring Chrissie Hynde) 14 15 15 1 28
1985 Don't Break My Heart - - - 3 -
1986 Sing Our Own Song - - 44 5 -
1987 Rat in Mi Kitchen - - - 12 -
1987 Watchdogs - - - 39 -
1987 Maybe Tomorrow - - - 14 -
1987 Reckless (Afrika Bambaataa & UB40) - - - 17 -
1988 Breakfast in Bed (UB40 featuring Chrissie Hynde) - 16 40 6 -
1988 Where Did I Go Wrong - - - 26 -
1989 Homely Girl - - - 6 -
1990 Kingston Town 5 8 5 4 -
1990 Wear You to the Ball - - - 35 -
1990 I'll Be Your Baby Tonight (Robert Palmer & UB40) 5 5 14 6 -
1990 Impossible Love - - 55 47 -
1991 The Way You Do the Things You Do - - 53 49 6
1991 Here I Am (Come Take Me) - - 58 46 7
1993 Can’t Help Falling in Love 1 2 2 1 1
1993 Higher Ground 16 19 21 8 45
1993 Bring Me Your Cup - - 52 24 -
1994 C'est La Vie - - - 37 -
1994 Reggae Music - - - 28 -
1995 Until My Dying Day - - 88 15 -
1997 Tell Me It Is True - - 89 14 -
1998 Come Back Darling - - - 10 -
1998 Holly Holy - - - 31 -
1999 The Train Is Coming - - - 30 -
2000 Light My Fire - - - 63 -
2001 Since I Met You Lady / Sparkle of My Eyes (UB40 featuring Lady Saw) - - - 40 -
2002 Cover Up - 55 - 54 -
2003 Rudie (Hold It Down) (UB40 featuring Gentleman & Bantu) - - - - -
2003 Swing Low (UB40 / United Colours of Sound) - - - 15 -
2005 Kiss and Say Goodbye 42 - 89 19 -
2005 Reasons (UB40 & Hunterz & Dhol Blasters) - - - 75 -

Alben[Bearbeiten]

Jahr Alben Chartplatzierungen[3]
AT CH DE UK US
1980 Signing Off - - - 2 -
1981 Present Arms - - 40 2 -
1981 Present Arms in Dub - - - 38 -
1982 The Singles Album - - - 17 -
1982 UB 44 - - - 4 -
1983 Labour of Love - - 29 1 -
1984 Geffery Morgan… - - 59 3 -
1985 Baggariddim - 22 - 14 40
1986 Rat in the Kitchen - 21 - 8 53
1987 CCCP Live in Moscow - 14 - - 121
1987 The Best of UB40 – Volume One - - 52 3 -
1988 UB40 - 15 62 12 44
1989 Labour of Love II 6 - 9 3 30
1993 Promises and Lies 2 2 2 1 6
1994 Labour of Love – Volumes I and II - - - 5 -
1995 The Best of UB40 – Volume Two - - 91 12 -
1997 Guns in the Ghetto 20 20 75 7 176
1999 Labour of Love III - - - 8 -
2000 The Very Best Of – 1980-2000 - - - 7 -
2001 Cover Up - - 84 29 -
2003 Labour of Love – Vol I, II & III - - - 7 -
2005 Who You Fighting For? - 81 68 20 -
2009 Love Songs - - - 3 -
2009 Best of Labour of Love - - - 29 -
2010 Labour of Love IV - - - 24 -
2013 Getting over the Storm - - - 29 -

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.ub40.co.uk/news/20080125a.php
  2. http://www.contactmusic.com/news.nsf/article/ub40%20in%20chaos%20after%20second%20departure_1063035
  3. Chartquellen: DE AT CH UK US

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: UB40 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien