Chrissie Hynde

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Chrissie Hynde (2007)
Chrissie Hynde (2006)
Chrissie Hynde (2013)

Christine „Chrissie“ Elaine Hynde (* 7. September 1951 in Akron, Ohio) ist eine amerikanische Rocksängerin und Gitarristin. Sie wurde als Frontfrau der britischen Rockband The Pretenders bekannt.

Sie hat auch Songs mit anderen Musikern veröffentlicht, darunter Frank Sinatra, Cher und UB40, und sie veröffentlichte 2014 das Soloalbum Stockholm. Sie trat 1985 bei Live Aid auf. Hynde wurde 2005 als Mitglied der Pretenders in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hynde studierte drei Jahre an der Kunstschule der Kent State University. Am 4. Mai 1970 erlebte sie das Kent-State-Massaker mit, der Freund einer ihrer Freundinnen war unter den vier Opfern.[2]

1973 zog Hynde nach London. Über dem Rockjournalisten Nick Kent schrieb sie eine Zeit lang in der Musikzeitschrift New Musical Express. Darauf folgte ein Job bei Malcolm McLaren und Vivienne Westwood in deren damals wenig bekanntem Bekleidungsgeschäft Sex. Hynde versuchte, eine Band in Frankreich zu gründen, bevor sie 1975 nach Cleveland zurückkehrte. 1976 kehrte sie nach Frankreich zurück. Wieder in London versuchte sie, mit Mick Jones eine Gruppe zu gründen.

1976 kehrte sie nach London zurück. Sie sang bei Aufnahmen für Chris Spedding und Mick Farren. 1978 gründete sie die Band The Pretenders. In der Band, die in den folgenden Jahren großen Erfolg hatte, fungierte sie als Sängerin, Rhythmus-Gitarristin und Komponistin.

1980 lernte Hynde Ray Davies kennen. Im Februar 1983 kam die gemeinsame Tochter Natalie zur Welt. 1984 trennte sie sich von Davies und heiratete am 5. Mai desselben Jahres Jim Kerr, den Sänger der Simple Minds. Im April 1985 wurde die gemeinsame Tochter Yasmin Paris geboren. 1985 nahm Hynde mit UB40 eine Coverversion von Sonny and Chers Klassiker I Got You Babe auf. Im Jahre 1988 spielte sie mit UB40 auf der Feier zum siebzigsten Geburtstag Nelson Mandelas den Song Breakfast in Bed, der auch als Single erschien.

Ende 1989 trennte sich Chrissie Hynde von Kerr und engagierte sich für die Bewegung „Animal Rights“. 1997 heiratete sie den Künstler Lucha Brieva. Im Jahr 2009 wirkte sie bei der Weihnachtssingle Postcard from London des früheren Kinks-Frontmanns Ray Davies mit.[3] 2010 veröffentlichte sie unter dem Namen JP, Chrissie & the Fairground Boys ein neues Album: Fidelity!.[4][5] Im gleichen Jahr nahm Hynde zusammen mit David Gilmour, Bob Geldof und Gary McKinnon den Rockklassiker Chicago von Crosby, Stills, Nash & Young neu auf, um gegen die Auslieferung von Gary McKinnon in die USA zu protestieren und diesen mit einem gleichzeitigen Spendenaufruf zu unterstützen.[6]

Im Juni 2014 erschien mit Stockholm das erste Soloalbum von Chrissie Hynde.[7] 2015 erschienen ihre Memoiren mit dem Titel Reckless – My Life As a Pretender.[8]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. Juni 1989 sagte sie auf einer Pressekonferenz von Greenpeace, eine Brandbombe in eine McDonald’s-Filiale werfen zu wollen. Am folgenden Tag wurde tatsächlich ein McDonald’s-Restaurant in der englischen Stadt Milton Keynes durch einen Brandsatz zerstört. In einem Gerichtsprozess verpflichtete sich Hynde dazu, Aussagen dieser Art in Zukunft zu unterlassen.

Der Rolling Stone listete Hynde 2015 auf Rang 63 der 100 besten Songwriter aller Zeiten.[9]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[10][11]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH UK UK US US
2014 Stockholm DE83
(1 Wo.)DE
CH73
(1 Wo.)CH
UK22
(4 Wo.)UK
US36
(4 Wo.)US
2019 Valve Bone Woe DE79
(1 Wo.)DE
CH77
(1 Wo.)CH
UK32
(1 Wo.)UK
mit dem Valve Bone Woe Ensemble

Weitere Alben

  • 1990: King Biscuit Flower Hour Presents Chrissie Hynde & the Pretenders (mit The Pretenders) (Kompilation)
  • 2010: Fidelity! (JP, Chrissie und The Fairground Boys)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[10][11]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH UK UK US US
1985 I Got You Babe DE15
(13 Wo.)DE
AT14
(8 Wo.)AT
CH15
(6 Wo.)CH
UK1
Gold
Gold

(13 Wo.)UK
US28
(14 Wo.)US
mit UB40
1988 Breakfast in Bed DE40
(8 Wo.)DE
CH16
(5 Wo.)CH
UK6
(11 Wo.)UK
mit UB40
1995 Love Can Build a Bridge DE62
(10 Wo.)DE
AT18
(8 Wo.)AT
CH21
(10 Wo.)CH
UK1
Silber
Silber

(15 Wo.)UK
Cher, Chrissie Hynde und Neneh Cherry
mit Eric Clapton
2000 Kid 2000 UK32
(2 Wo.)UK
Hybrid feat. Chrissie Hynde
2004 Straight Ahead UK29
(3 Wo.)UK
Tube & Berger feat. Chrissie Hynde

Weitere Singles

  • 1991: Spiritual High (Moodswings feat. Chrissie Hynde)
  • 1999: Rêve inhabité (Éric Serra en duo avec Chrissie Hynde)
  • 2001: Aria e memoria (We’ll Be Together) (mit Alessandro Safina)
  • 2005: Cry (If You Don’t Mind) (Jarabe de Palo feat. Chrissie Hynde)
  • 2009: Chicago / Change the World (mit David Gilmour, Bob Geldof und Gary McKinnon)
  • 2010: If You Let Me (JP, Chrissie und The Fairground Boys)
  • 2014: Dark Sunglasses
  • 2014: You or No One
  • 2014: Down the Wrong Way

Videoalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[10]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH UK UK US US
2018 Alone with Chrissie Hynde UK27
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 25. Mai 2018

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chrissie Hynde: Reckless. Mein Leben. (Autobiografie), Heyne Verlag, 2015
  • Stambler, Irwin: The Encyclopedia of Pop, Rock and Soul. 3. überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S. 303–306 – ISBN 0-312-02573-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Chrissie Hynde – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Pretenders | Rock & Roll Hall of Fame. Abgerufen am 22. März 2020.
  2. Chrissie Hynde: 'Reckless. Mein Leben. Heyne Verlag, 2015.
  3. Ray Davies duets with Chrissie Hynde. 11. November 2009. Abgerufen am 7. September 2011.
  4. Interview im Telegraph, gesichtet 25. Dezember 2010
  5. Fidelity! auf allmusic.com. Abgerufen am 20. August 2014.
  6. Pink Floyd's Gilmour backs McKinnon protest gig
  7. Stockholm auf allmusic.com. Abgerufen am 20. August 2014.
  8. Cover Reveal: Chrissie Hynde’s Memoir (englisch) hollywoodreporter.com. Abgerufen am 10. Juli 2015.
  9. The 100 Greatest Songwriters of All Time. Rolling Stone, August 2015, abgerufen am 7. August 2017 (englisch).
  10. a b c Chartquellen: DE Singles DE Alben AT CH UK1 UK2 UK3 US1 US2
  11. a b Gold-/Platin-Datenbank UK