Ulrich Clement

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Ulrich Clement (* 22. September 1950) ist ein deutscher Psychologe, Psychotherapeut und Sexualwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium in Mannheim, Hamburg und Hannover arbeitete er 1976 bis 1985 am Institut für Sexualforschung der Universität Hamburg bei Eberhard Schorsch und Gunter Schmidt. Nach zehn Jahren (1986–1996) an der Psychosomatischen Universitätsklinik Heidelberg und Gastprofessuren an den Universitäten Freiburg und Hamburg stieß er 1997 zur Heidelberger Gruppe der systemischen Therapie um Helm Stierlin.

Clement ist Lehrtherapeut der Internationalen Gesellschaft für systemische Therapie (IGST). 2000 bis 2001 war er Präsident der International Academy of Sex Research[1], 2003 bis 2007 Mitherausgeber der Zeitschrift Familiendynamik. Clement leitet das Institut für Sexualtherapie Heidelberg[2], das er 2006 zusammen mit Ulrike Brandenburg gegründet hatte. Er ist außerdem Mitbegründer des ersten deutschsprachigen postgradualen Studiengangs „Sexualmedizin/Sexualtherapie“ an der Universität Basel.[3] Clement ist Professor an der Universität Heidelberg und Basel.[4]

Mit seiner Schrift Systemische Sexualtherapie schlug er einen Paradigmenwechsel bei der Behandlung sexueller Störungen vor. Er konzentriert sich nicht primär auf die sexuelle Funktion, sondern auf die Entwicklung des individuellen sexuellen Profils und die Kommunikation der beiden Partner über ihre jeweiligen sexuellen Profile.

In einem Interview 2015 bezeichnete Clement authentische Sexualität als höchstes Gut. Damit meinte er, dass jede Person sich zeigen kann, wie er oder sie ist. Partner können sich einander zumuten und sollen auch aushalten, einander zugemutet zu sein.[5]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sexualität im sozialen Wandel. Enke: Stuttgart 1986
  • HIV-positiv. Psychische Verarbeitung, subjektive Infektionstheorien und psychosexuelle Konflikte HIV-Infizierter. Enke: Stuttgart 1992
  • (mit Bernd Löwe): Fragebogen zum Körperbild (FKB-20). Hogrefe: Göttingen 1996
  • (mit Fritz B. Simon und Helm Stierlin): Die Sprache der Familientherapie. Ein Vokabular. Kritischer Überblick und Integration systemtherapeutischer Begriffe, Konzepte und Methoden. Klett-Cotta, Stuttgart, 6. überarbeitete Auflage 2005. ISBN 978-3-6089-4395-5
  • Systemische Sexualtherapie. Klett-Cotta, Stuttgart 2004. ISBN 978-3-6089-4398-6
  • Guter Sex trotz Liebe – Wege aus der verkehrsberuhigten Zone. Ullstein, Berlin 2006. ISBN 978-3-5483-7567-0 (mehrere Auflagen)
  • Wenn Liebe fremdgeht. Vom richtigen Umgang mit Affären. Ullstein, Berlin 2009. ISBN 978-3-5483-7336-2
  • Think Love. Das indiskrete Fragebuch. Rogner & Bernhard, Berlin 2015. ISBN 978-3-9540-3093-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. International Academy of Sex Research
  2. Institut für Sexualtherapie Heidelberg
  3. Studiengang Sexualmedizin/Sexualtherapie der Uni Basel
  4. http://www.ulclement.de/index.php/Zur-Person.html
  5. Anuschka Roshani: Was ist bloss mit den Männern los? Was passiert, wenn er die Lust am Sex verliert. Das Magazin, Tamedia, Zürich 7. November 2015, Seiten 8-18