Ulrika Nisch

Ulrika Nisch, auch Ulrika von Hegne SCSC (* 18. September 1882 in Oberdorf als Franziska Nisch; † 8. Mai 1913 in Hegne) war Ordensschwester der Kongregation der Ingenbohler Schwestern. In der römisch-katholischen Kirche wird sie als Selige verehrt.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Franziska Nisch wurde am 18. September 1882 unehelich als Tochter der Magd Klothilde Dettenrieder und des Stallknechts Ulrich Nisch in Mittelbiberach-Oberdorf geboren; ihre Eltern konnten erst ein Jahr später heiraten. Die Familie war sehr arm. Der Vater verdingte sich als Tagelöhner, die Mutter arbeitete in einer Gastwirtschaft als Magd. Franziska lebte zu Anfang bei Klothildes Eltern und wurde erst mit sechs Jahren von ihren Eltern nach Unterstadion geholt. Es wurden dort noch 13 weitere Geschwister geboren, die meisten starben jedoch früh. Franziska wird schon damals als fromm und lebensfroh beschrieben; als Jugendliche ging sie oft zum Gebet zur Kapelle Maria Schnee in Unterstadion. 1898 verließ Franziska die Schule und begann in verschiedenen Familien als Dienstmädchen zu arbeiten. 1901 fand eine Stelle als Dienstmagd einer Lehrerfamilie in Rorschach in der Schweiz, wo sie besser verdiente und ihre Eltern unterstützen konnte. Sie erkrankte dort schwer und wurde im Krankenhaus von Ingenbohler Schwestern gepflegt. In dieser Zeit fasste sie den Entschluss, selbst in diese Kongregation einzutreten.

Mit 22 Jahren trat sie 1904 als Kandidatin ins Kloster Hegne am Ufer des Bodensees ein und legte dort 1907 die Profess ab. Sie erhielt bei der Einkleidung den Ordensnamen Ulrika (nach ihrem Vater). Als zweite Küchenschwester arbeitete sie später in Bühl und Baden-Baden. Sie galt als freundlich und fleißig, aber schweigsam, sie verbrachte in dieser Zeit viele Stunden in Betrachtung und Gebet. Ihr erster Biograf Maternus Eckart schreibt, dass sie häufig religiöse Ekstasen und Visionen erlebte; so habe sie immer ihren Schutzengel und auch die ihrer Mitschwestern sehen können.
1912 kam Ulrika schwer tuberkulosekrank nach Hegne zurück, wo sie ihre letzten Lebensmonate im Schwesternkrankenhaus zubrachte. Im Alter von 30 Jahren starb Schwester Ulrika am 8. Mai 1913. Sie wurde zunächst auf dem Klosterfriedhof bestattet und später, als die Verstorbene bleibende Verehrung erfuhr, in die Krypta des Klosters Hegne umgebettet.
Seligsprechung
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Der Seligsprechungsprozess für Sr. Ulrika wurde 1951 eröffnet und am Hochfest Allerheiligen des Jahres 1987 von Papst Johannes Paul II. für abgeschlossen erklärt. Der Anrufung und Fürsprache Sr. Ulrikas wird die Genesung einer Frau von einem unheilbaren Leberleiden zugeschrieben.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pater Maternus Eckardt OSB: Im Kreuz ist Heil. Lebensbild der Dienerin Gottes Schwester Ulrika Nisch. Beuroner Kunstverlag, Beuron/Hohenzollern 1955.
- Walbert Bühlmann: Er hat auf meine Niedrigkeit geschaut. Der Weg von Schwester Ulrika Nisch, Kreuzschwester von Hegne. 3. Auflage. Beuroner Kunstverlag, Beuron 1990, ISBN 3-87071-051-9
- Karl Ehrle: Ulrika Nisch (1882–1913). In: Kirchen in Mittelbiberach. Schnell & Steiner, München und Zürich 1998 (= Schnell Kunstführer; Nr. 1706), S. 4–10.
- Ulrich Füsser: Nisch, Franziska … Ulrika. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 29, Bautz, Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-452-6, Sp. 992–994.
- Klaus Hemmerle: Die leise Stimme: Ulrika Nisch. Ihr Weg und ihre Botschaft. Herder, Freiburg im Breisgau 1988, ISBN 3-451-21152-1.
- Norbert Ruf: Leise Worte der seligen Ulrika geistlich betrachtet. Beuroner Kunstverlag, Beuron 1997, ISBN 3-87071-077-2.
- Chris Inken Soppa: Franziska Nisch. Die Selige Ulrika von Hegne. In: dies.: Über jede Grenze hinweg. Bemerkenswerte Frauen am Bodensee. Gmeiner, Meßkirch 2021, ISBN 978-3-8392-0524-2, S. 43–47.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Ulrika Nisch im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Sr. Ulrika Nisch auf der Website des Klosters Hegne
- Lebenslauf
- Sel. Ulrika im Heiligenkalender auf der Kirchensite des Bistums Münster
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Nisch, Ulrika |
| ALTERNATIVNAMEN | Nisch, Franziska; Hegne, Ulrika von |
| KURZBESCHREIBUNG | katholische Nonne und Selige |
| GEBURTSDATUM | 18. September 1882 |
| GEBURTSORT | Mittelbiberach |
| STERBEDATUM | 8. Mai 1913 |
| STERBEORT | Allensbach-Hegne |