Underworld (Band)

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Underworld
Underworld live in New York, 2007. Von links: Karl Hyde, Rick Smith, Darren Price.
Underworld live in New York, 2007.
Von links: Karl Hyde, Rick Smith, Darren Price.
Allgemeine Informationen
Genre(s) Electro und Techno
Gründung 1988
Website http://www.underworldlive.com/
Aktuelle Besetzung
Karl Hyde
Keyboards, Programming
Rick Smith
Keyboards, Programming
Darren Price (ab 2005)
Ehemalige Mitglieder
Darren Emerson (1992–2000)

Underworld ist der Hauptname des britischen Elektronik-Duos Karl Hyde und Rick Smith. Ab 1991 gehörte auch der DJ Darren Emerson zur Gruppe, die er im Jahre 2000 aber wieder verließ.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach diversen Erfahrungen in Schülerbands, die u. a. auch 1979 die Single "Teenage Teenage" unter dem Projektnamen Screen Gemz hervorbrachte, bildeten Karl Hyde und Rick Smith Anfang der 80er Jahre mit Bryn B. Burrows, John Warwicker und Alfie Thomas die Band Freur, die es auf zwei LPs ("Doot Doot" 1984 und "Get Us Out of Here" 1985) brachte, wobei mit "Doot Doot" ein kleiner Singleerfolg gelang. Nach Querelen mit der Plattenfirma (CBS), die bereits das zweite Album nur in wenigen Ländern auf den Markt brachte und die die ursprünglich geplante Veröffentlichung als CD zurückzog, löste sich Freur 1985 auf. Der rudimentäre Soundtrack "Transmutations Underworld Score" wurde nicht mehr beendet, war jedoch wahrscheinlich namensgebend für ihr nächstes Projekt.

Unter dem Namen Underworld veröffentlichten die verbliebenen Hyde, Smith, Thomas und Burrows zwei Alben ("Underneath the Radar" 1988 und "Change the Weather" 1989) mit mäßigem Erfolg. Das erste der beiden rocklastigen Alben war von Rupert Hine produziert worden, welcher den Musikern später den Rat gab, sich doch auf das zu konzentrieren, was ihnen wirklich am Herzen lag, nämlich progressive Dancefloor-Musik. Karl und Rick revanchierten sich später mit progressivem Sound auf dem Rupert-Hine-Album "The Deep End", an dem sie mitschrieben und -produzierten. Die Gruppe Underworld löste sich nach "Change the Weather" auf. Die Phase MK1 wurde beendet.

Nachdem Hyde und Smith den Londoner DJ Darren Emerson kennengelernt und gemeinsame Projekte mit ihm begonnen hatten, veröffentlichten sie zunächst unter dem Namen Lemon Interupt zwei Singles, deren Material später maßgeblich in das Album Dubnobasswithmyheadman (1994) einfloss. Smith und Emerson produzierten zur gleichen Zeit unter dem Projektnamen Steppin' Razor Remixes für diverse andere Künstler.

Es folgte die Gründung des Design- und Kunstprojektes Tomato, welches u. a. sehr erfolgreich extravagante und bemerkenswerte Werbespots (z. B. für Nike) produzierte. Tomato sind auch heute noch hauptverantwortlich für die Artworks der Underworld-Alben.[1]

Finanziell durch Tomato unabhängig erfolgte der "Relaunch" von Underworld (Phase MK2) mit Dubnobasswithmyheadman (1993). Dieses Album verband Dance- und Rockstyle miteinander und wurde von Kritikern hoch gelobt und zugleich ein beachtlicher kommerzieller Erfolg. Underworld produzierte 1995 einen Exklusivtrack für das PlayStation-Spiel wipEout. Mit der Wiederveröffentlichung der Single "Born Slippy" (bekannt aus dem Soundtrack zum Film Trainspotting – Neue Helden) wurde Underworld einem breiten Publikum bekannt (UK Singlecharts Platz 2), was sich auch in den Verkaufszahlen des Albums Second Toughest in the Infants (1996) niederschlug. Mit dem Album Beaucoup Fish (1999) erzielten sie dann ihren bislang größten Erfolg und landeten auf den Titelseiten der internationalen Musikpresse.

2001 wurde der Titel "Doot Doot" im Film Vanilla Sky mit Tom Cruise verwendet; allerdings ist der Titel nicht auf dem Soundtrack erschienen. Nach dem Ausstieg von Darren Emerson änderte sich auch der Sound von Underworld, er wurde zunehmend experimenteller und komplexer. Dies deutete sich bereits im 2002 erschienenen Album "A Hundred Days Off" an und gipfelte in den kaum kommerziellen oder gar dancefloortauglichen "River Run Series", welche lediglich als MP3-Mixe über die eigene Webseite vermarktet wurden.

2007 folgte das Album "Oblivion with Bells". Obgleich ein echter Charterfolg in Europa und den USA ausblieb, sind Underworld in Japan äußerst populär und veröffentlichten viele CDs ausschließlich dort. Konzertmitschnitte ihrer Tournee in Japan und Europa 2007 und 2008 wurden im Anschluss als CD-Mitschnitt verkauft. Ein Höhepunkt des Jahres 2008 war der Auftritt auf der Loveparade am 19. Juli in Dortmund. Für Anthony Minghellas Film Breaking and Entering – Einbruch & Diebstahl (2006) komponierte Underworld gemeinsam mit Gabriel Yared die Filmmusik.

2010 kehrten Underworld mit dem Album "Barking" und der Vorabsingle "Scribble" zurück. Das vergleichsweise melodiös geratene Album wurde von Acts wie Dubfire, Mark Knight & D. Ramirez, High Contrast und Paul van Dyk co-produziert. Bei den in London stattfindenden Olympischen Sommerspielen 2012 waren Underworld musikalische Leiter der Eröffnungsfeier.[2]

2018 hatte Underworld gemeinsam mit Iggy Pop eine Platte aufgenommen und veröffentlicht. 2019 wird das neue Album "Drift" veröffentlicht. In diesem Zusammenhang wird die Band Musikstücke, Kunst und Texte im wöchentlichen Rhythmus veröffentlichen[3].

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[4][5] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1988 Underneath the Radar
300! 300! 300! 300! 139
(19 Wo.)
1994 Dubnobasswithmyheadman
300! 300! 300! 12
GoldGold

(8 Wo.)
300!
1996 Second Toughest in the Infants
300! 300! 300! 9
GoldGold

(34 Wo.)
300!
1999 Beaucoup Fish
22
(7 Wo.)
36
(4 Wo.)
46
(1 Wo.)
3
GoldGold

(22 Wo.)
93
(5 Wo.)
2000 Underworld Live: Everything, Everything
37
(4 Wo.)
300! 300! 22
(3 Wo.)
192
(1 Wo.)
2002 A Hundred Days Off
34
(2 Wo.)
57
(1 Wo.)
64
(2 Wo.)
16
(4 Wo.)
122
(1 Wo.)
2003 1992–2002
300! 300! 300! 43
SilberSilber

(2 Wo.)
300!
2007 Oblivion with Bells
76
(1 Wo.)
300! 300! 45
(2 Wo.)
169
(1 Wo.)
2010 Barking
73
(2 Wo.)
300! 60
(1 Wo.)
26
(2 Wo.)
151
(1 Wo.)
2016 Barbara Barbara, We Face a Shining Future
44
(1 Wo.)
50
(1 Wo.)
51
(1 Wo.)
10
(2 Wo.)
200
(1 Wo.)
2018 Teatime Dub Encounters
300! 300! 300! 20
(… Wo.)
300!

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1984: FREUR – Doot Doot
  • 1985: FREUR – BBC Radio 1 Live (Bootleg)
  • 1985: FREUR – Live at the Marquee (Bootleg)
  • 1986: FREUR – Get Us Out Of Here (Vinyl und Cassette)
  • 1988: White House Studio Köln Live (Bootleg)
  • 1989: Change the Weather
  • 1990: Underworld Demo 1 (Cassette, Eigenproduktion)
  • 1991: Hamburg Live (Bootleg)
  • 1996: European Club Gig (Bootleg)
  • 1997: Diving Through the B-sides Vol. 1
  • 1997: Diving Through the B-sides Vol. 2
  • 1999: Darren Emerson Mix + Interview (Promo)
  • 1999: Wonderful, Wonderful (Bootleg)
  • 2002: A Hundred Days Off
  • 2003: Peel Session 2003
  • 2003: Back to Mine (Remix-Sampler)
  • 2003: Born Slippy Nuxx (DVD)
  • 2006: Web bonus material (nur über die Website)
  • 2007: Live at the Oblivion Ball (live, nur in Japan)
  • 2007: Birmingham Academy 9. Oktober 2007 (live)
  • 2007: Glasgow Academy 13. Oktober 2007 (live)
  • 2007: Manchester Apollo 16. Oktober 2007 (live)
  • 2007: London Roundhouse 17. Oktober 2007 (live)
  • 2007: London Roundhouse 18. Oktober 2007 (live)
  • 2008: Köln Palladium 28. Januar 2008 (live)
  • 2008: Rotterdam Maassilo 29. Januar 2008 (live)
  • 2008: Amsterdam Heineken Music Hall 30. Januar 2008 (live)
  • 2008: Brüssel Ancienne Belgique 31. Januar 2008 (live)
  • 2008: London Roundhouse 28. Februar 2008 (live)
  • 2008: London Roundhouse 29. Februar 2008 (live)
  • 2008: The Bells! The Bells! (nur in Japan, inkl. DVD)
  • 2008: London Brixton Academy 31. Oktober 2008 (live)
  • 2008: London Brixton Academy 1. November 2008 (live)
  • 2009: Underworld vs. The Misterons – Athens (Sampler, ein Underworld- + ein Karl-Hyde-Song)
  • 2009: FREUR – Get Us Out of Here/Doot Doot

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[4][5] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1988 Underneath the Radar
300! 300! 300! 300! 74
(8 Wo.)
1989 Stand Up
300! 300! 300! 300! 67
(8 Wo.)
1993 Spikee / Dogman Go
300! 300! 300! 63
(1 Wo.)
300!
1994 Dark and Long
300! 300! 300! 57
(2 Wo.)
300!
1995 Born Slippy
13
(17 Wo.)
20
(12 Wo.)
300! 52
GoldGold

(2 Wo.)
300!
aus dem Film Trainspotting – Neue Helden
1996 Pearl’s Girl
300! 300! 300! 22
(9 Wo.)
300!
Born Slippy Nuxx
300! 300! 300! 2
GoldGold

(39 Wo.)
300!
aus dem Film Trainspotting – Neue Helden
1997 Moaner
69
(3 Wo.)
300! 300! 79
(1 Wo.)
300!
aus dem Film Batman & Robin
1999 Push Upstairs
300! 300! 300! 12
(5 Wo.)
300!
Jumbo
300! 300! 300! 21
(2 Wo.)
300!
King of Snake
300! 300! 300! 17
(3 Wo.)
300!
2000 Cowgirl
300! 300! 300! 24
(2 Wo.)
300!
2002 Two Months Off
98
(1 Wo.)
300! 300! 12
(4 Wo.)
300!
2003 Dinosaur Adventure 3D
300! 300! 300! 34
(2 Wo.)
300!
2007 Crocodile
300! 300! 300! 93
(1 Wo.)
300!
2011 The First Note Is Silent
300! 300! 300! 48
(1 Wo.)
300!
High Contrast feat. Tiësto & Underworld
2012 Caliban’s Dream
300! 300! 300! 12
(5 Wo.)
300!
feat. Dockhead Choir, Dame Evelyn Glennie,
Only Men Aloud, Elizabeth Roberts, Alex Trimble, von der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2012,

Weitere Singles und EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1979: Screen Gemz – Teenage Teenage 7"
  • 1983: FREUR – Doot Doot
  • 1983: FREUR – Matters of the Heart
  • 1983: FREUR – Runaway
  • 1984: FREUR – Doot Doot (Wiederveröffentlichung)
  • 1984: FREUR – Riders in the Night
  • 1984: FREUR – The Devil and Darkness
  • 1985: FREUR – Look in the Back for Answers
  • 1985: FREUR – The Piano Song (7", nur in den Niederlanden)
  • 1988: Glory! Glory!
  • 1988: Show Some Emotion (nur in USA, Kanada, Australien)
  • 1988: Pray (Promo)
  • 1992: LEMON INTERRUPT – Dirty
  • 1992: LEMON INTERRUPT – Big Mouth
  • 1992: Rez
  • 1992: Mother Earth
  • 1993: Mmm… Skyscraper I Love You
  • 1994: Cowgirl
  • 1994: Dirty Epic
  • 1994: Dirty Epic / Cowgirl (USA)
  • 1996: Pearl’s Girl (Remix)
  • 1996: Rowla / Juanita
  • 1997: Pearl’s Girl EP (USA)
  • 1997: Juanita (Promo Short Edit)
  • 1999: Bruce Lee
  • 1999: 3 Single Box (King of Snake / Push Upstairs / Bruce Lee / Jumbo)
  • 2005: Jal to Tokyo EP (als MP3 veröffentlicht über iTunes Japan / Vinyl)
  • 2005: Play Pig (Vinyl)
  • 2005: Vanilla Monkey (Vinyl)
  • 2005: Lovely Broken Thing EP (MP3 im Eigenvertrieb)
  • 2005: Pizza for Eggs EP (MP3 im Eigenvertrieb)
  • 2006: I’m a Big Sister, and I’m a Girl, and I’m a Princess, and This Is My Horse EP (MP3 im Eigenvertrieb)
  • 2006: Riverrun Remix Sampler (Promo)
  • 2006: The Misterons Mix EP (MP3 im Eigenvertrieb)
  • 2007: Crocodile Remix
  • 2007: Beautiful Burnout (Promo)
  • 2007: Boy, Boy, Boy (nur in Japan)
  • 2008: Ring Road (Promo)
  • 2009: Holding the Moth (Promo, CD-R)
  • 2009: Mark Knight & D.Ramirez & Underworld – Downpipe (Promo)
  • 2010: Scribble (Promo)
  • 2010: Always Loved a Film (Promo)
  • 2010: Bird 1 (Beatportal Remix Contest, MP3 online)

Soundtrack-Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Underworld:Barking – "Wir mögen den alten Sound nicht mehr so.
  2. And the music directors of London 2012 are … Underworld? The Guardian, 7. Dezember 2011, abgerufen am 27. Juni 2012 (englisch).
  3. Underworld: neues Album und Singles. Abgerufen am 31. Mai 2019.
  4. a b Chartquellen: DE AT CH UK US
  5. a b Auszeichnungen für Verkäufe in UK (BPI, Datenbanksuche)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Underworld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien