Unsere Heimat (Lied)

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Unsere Heimat, auch Unsre Heimat, ist ein Lied der Pionierorganisation Ernst Thälmann. Der Liedtext stammt von Herbert Keller und die Komposition von Hans Naumilkat.

Liedinhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unsere Heimat ist eines der meistgesungenen Lieder der Nachkriegszeit im Osten Deutschlands. Es ist 1951 entstanden und interpretiert das völlig neue Verständnis des Begriffes „Heimat“ in klarer Abgrenzung zum Nationalsozialismus.

Das Lied beschreibt die Fülle der Natur und des Seins auf der Erde. Dabei beschränkt es sich nicht auf „die Tiere der Erde“, sondern besingt auch „die Vögel in der Luft“ und „die Fische im Fluss“, „die Bäume in Wald“, „das Gras auf der Wiese“ und das „Korn auf dem Feld“.[1] Die Verwendung des Begriffes „Volk“ ist dem Umstand geschuldet, dass all das Besungene zur Entstehungszeit 1951 Gemeineigentum war. Der Text impliziert damit jedoch auch, dass jeder Einzelne für den Schutz dessen mitverantwortlich ist.

Da das Anliegen des Textes völlig gewaltfrei und frei jeder Begrenzung auf eine Staatsform, Religion, Gemeinschaft oder Sprachgruppe formuliert ist, gewinnt das Lied heute wieder mehr und mehr an Aktualität.

Es wird von verschiedenen Liedermachern aufgegriffen und zumeist mit einem neu geschriebenen Ende der Autorin Viola Zetzsche gesungen:

(…) und wir schützen sie, weil sie uns allen gehört,
weil sie Menschen und Tieren gehört.

Verbreitung und Adaption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angelika Weiz schrieb und sang 1989 eine kritische Erweiterung des Textes. Das Lied erschien auf der Langspielplatte Heimat, die aufgrund dieses Textes zurückgezogen wurde.

Als kontrafaktisches Stilmittel begleitet das Lied im DEFA-Film Die Architekten (1989) Szenen von Straßenschluchten, der Berliner Mauer, Industriekomplexen und Plattenbausiedlungen. Im Film Good Bye, Lenin! wird es von zwei vorgeblichen Jungpionieren vorgetragen. Im Film Ballon (2018) von Michael Herbig wird das Lied in der Titelsequenz durch einen Kinderchor vorgetragen.

Die polnische Rockband Kult sang im Jahr 1983 in ihrem ersten Live-Repertoire das Lied Unsere Heimat im verkürzten deutschen Original. Als Ansage las der Frontman Kazik Staszewski eine Übersetzung ins Polnische betont naiv vor.

In der letzten Strophe seines Liedes Heimat vom Album Berliner Republik (2014) nutzt der deutsche Kabarettist Rainald Grebe die Melodie von Unsere Heimat und eine deutlich veränderte Fassung des Textes. Ironisch überzeichnet sind es hier nicht mehr „Bäume im Wald“, welche Heimat definieren, sondern „Köttbullar und Hotdog bei IKEA“ und andere zeitgenössische Erscheinungen.

2021 wurde von dem rechten Musiker und Musikmanager Sacha Korn gemeinsam mit dem Schauspieler und Kabarettisten Uwe Steimle eine Coverversion aufgenommen, die von dem neurechten Kampagnenprojekt Ein Prozent für unser Land beworben wurde.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alan Confino: Germany as a Culture of Remembrance: Promises and Limits of Writing. University of North Carolina Press, Chapel Hill 2006, ISBN 0-8078-3042-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kinderlieder: Unsre Heimat. Noten und Text auf vodf.de (PDF; 254 kB). Abgerufen am 3. Januar 2021.
  2. David Begrich: Ostalgiker auf Abwegen. freitag.de, 31. August 2021.