Unsere Heimat (Lied)

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Unsere Heimat, auch Unsre Heimat ist ein Lied der Pionierorganisation Ernst Thälmann. Der Liedtext stammt von Herbert Keller und die Komposition von Hans Naumilkat.

Liedinhalt und -text[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lied entstand 1951 und gibt das Verständnis des Begriffes „Heimat“ der Freien Deutschen Jugend vor. Der Text rechtfertigt dessen Bedeutung innerhalb des Kommunismus und des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus nur scheinbar, weil der Begriff Volk verwendet wird und nicht impliziert, dass sie mit Waffengewalt geschützt werden muss. Die Tiere der Erde, die Vögel in der Luft, all die Bäume in Wald, das Gras auf der Wiese sind nicht in diesem Text eindeutig begrenzt auf eine Staatsform, Religion oder Gemeinschaft, die die gleiche Sprache verwendet.

Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,
unsre Heimat sind auch all die Bäume im Wald.
Unsre Heimat ist das Gras auf der Wiese,
das Korn auf dem Feld und die Vögel in der Luft
und die Tiere der Erde
und die Fische im Fluß sind die Heimat.
Und wir lieben die Heimat, die schöne
und wir schützen sie,
weil sie dem Volke gehört,
weil sie unserem Volke gehört.

Verbreitung und Adaption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angelika Weiz schrieb und sang 1989 eine kritische Erweiterung des Textes. Das Lied erschien auf der Langspielplatte Heimat, die jedoch aufgrund des Textes zurückgezogen wurde.

Als kontrafaktisches Stilmittel begleitet das Lied im DEFA-Film Die Architekten (1989) Szenen von Straßenschluchten, der Berliner Mauer, Industriekomplexen und Plattenbausiedlungen. Im Film Good Bye, Lenin! wird es von zwei vorgeblichen Jungpionieren vorgetragen.

Die polnische Rockband Kult sang im Jahr 1983 in ihrem ersten Live-Repertoire das Lied "Unsere Heimat" im verkürzten deutschen Original. Als Ansage las der Frontman Kazik Staszewski eine Übersetzung ins Polnische betont naiv vor.

In der letzten Strophe seines Liedes "Heimat" vom Album Berliner Republik (2014) nutzt der deutsche Kabarettist Rainald Grebe die Melodie von "Unsere Heimat" und eine deutlich veränderte Fassung des Textes. Ironisch überzeichnet sind es hier nicht mehr "Bäume im Wald", welche Heimat definieren, sondern "Koetbullar", "Chicken McNuggets" und andere zeitgenössische Erscheinungen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alan Confino: Germany as a Culture of Remembrance: Promises and Limits of Writing. University of North Carolina Press, Chapel Hill 2006, ISBN 0-8078-3042-9