Die Architekten

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Filmdaten
OriginaltitelDie Architekten
ProduktionslandDDR
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1990
Länge107 Minuten
Stab
RegiePeter Kahane
DrehbuchThomas Knauf,
Peter Kahane
ProduktionDEFA
MusikTamas Kahane
KameraAndreas Köfer
SchnittIlse Peters
Besetzung

Die Architekten ist ein Gegenwartsspielfilm der DEFA, Gruppe Babelsberg, von Peter Kahane, der 1990 erschien.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelpunkt des Films steht der Architekt Daniel Brenner. Seit dem Ende seines Studiums wartet der 38-jährige Brenner auf seinen beruflichen Durchbruch. Trotz Bestnoten muss er sich damit begnügen, Kaufhallen, Trafohäuschen und Busbahnhöfe zu entwerfen. Erst durch die Hilfe seines Architekturprofessors scheinen sich für Brenner neue Möglichkeiten zu eröffnen. Der Architekt erhält den Auftrag, für eine Satellitenstadt in Berlin, in der er selber mit seiner Familie lebt, ein neues soziokulturelles Zentrum zu entwerfen. Die Investition soll 85 Millionen DDR-Mark betragen. Brenner nimmt den Auftrag zwar an, stellt aber die Bedingung, dass er sich seine Mitarbeiter selbst aussuchen darf. Dieser Bitte wird entsprochen, jedoch erweist sich die Suche als sehr schwierig. Einige seiner ehemaligen Kommilitonen sind in den Westen gegangen; andere haben sich in die innere Emigration zurückgezogen. Zwar gelingt Daniel Brenner die Zusammenstellung eines Kollektivs, doch bei der Durchsetzung ihres Projekts stoßen die Architekten auf unüberwindbare Hindernisse. Das Projekt scheitert fast vollständig an den Bedingungen des realsozialistischen Systems. Ein Großteil des Kollektivs möchte und kann diese Entwicklung nicht weiter mittragen, sie geben auf oder verfallen in abwehrenden Zynismus. Daniel Brenner hält bis zum Ende an dem Projekt fest, doch auch er droht an den Widrigkeiten des Systems zu zerbrechen. Die beruflichen Probleme überschatten zunehmend auch die familiären Verhältnisse. Seine Frau verliebt sich in einen Schweizer und verlässt die DDR mit der gemeinsamen Tochter. Desillusioniert bricht Brenner vor der Tribüne, auf der die offizielle Feier zum Baubeginn stattgefunden hat, zusammen.

Hintergrund und Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In keinem anderen DEFA-Spielfilm äußert sich die Kritik am bestehenden System in so offener und schonungsloser Art und Weise. Der Film problematisiert die Behinderung einer freien Entfaltung der Kreativität, er thematisiert den Generationskonflikt in der DDR und verweist auf die fehlende Identifikation mit dem eigenen Land. Darüber hinaus spricht er aber auch die verfehlte staatliche Baupolitik an; er zeigt die Grenzen des sozialistischen Emanzipationsmodells und die Problematik der Mauer. In Kahanes Film wird eine Illusion zum Scheitern gebracht, allerdings scheitert (noch) nicht das System, es scheitern die Protagonisten: „Und es war natürlich die Geschichte einer Demontage. Einer Demontage einer Illusion. So war es aufgeschrieben und man konnte es nicht anders machen.“ (Peter Kahane im Interview mit Ralf Schenk). Durch diverse politisch motivierte Verzögerungen begann der Dreh des Films erst im September 1989 und gelangte so in den Strudel der stürmischen Ereignisse des Jahres 1989. Als der Film im Mai 1990 in die Kinos gelangte, fand er deshalb nur eine sehr geringe Zuschauerresonanz von gerade einmal 5.354 zahlenden Personen.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der Film tut so, als hätte man sie nur machen lassen müssen und alles wäre in Butter. (…) Man hat es sich´s zu leicht gemacht: Weder die Situation der Architekten oder der Antiarchitekten sind psychologisch gründlich genug erfasst und erfühlt. Mut allein aber kann schon nicht mehr honoriert werden.“

„Ein Film, der die Erlebnisse und Erfahrungen der jüngeren DDR-Generation gleichnishaft bündelt und mit der Agonie des Spät-Stalinismus abrechnet. Noch vor dem Sturz Honeckers konzipiert, kam die hochbrisante, melancholische Studie, ein Abgesang auf die DDR, erst nach dem Mauerfall ins Kino.“

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingrid Poss, Peter Warnecke (Hg.), Spur der Filme, Zeitzeugen über die DEFA, Berlin 2006.
  • Berliner Zeitung vom 22. Juni 1990, S. 9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Architekten. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 3. April 2017.