Urangst

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Der Begriff Urangst wird von Psychoanalytikern unterschiedlich definiert:

  • Sigmund Freud bezeichnete 1926 die Urangst als Folge des Geburtsaktes („Urtrauma“) und damit sämtliche späteren Ängste als eine Art Reproduktion dieser Urangst.[1]
  • Otto Rank baute das Konzept der Urangst weiter aus und postulierte, dass ausgehend von dem Urtrauma der Geburt der Mensch versucht, die Seligkeit des Lebens in der Gebärmutter zu suchen (z. B. durch Religion, Kunst oder Philosophie).[2]
  • Karen Horney bezeichnete 1937 und 1945 als Urangst die Angst eines Kindes, von seinen Eltern alleine gelassen zu werden,[3] um dann selbst hilflos einer feindlichen Umwelt und damit dem Tod, der Natur und den Unvorhersehbarkeiten des Lebens gegenüberzustehen.[4]

Unabhängig davon wird von manchen Autoren der Begriff auch außerhalb der o. g. Definitionen verwendet, z. B. „Urangst der Deutschen vor Inflation“[5] oder „Die Urangst der Schmächtigen vor den Muskelbergen“.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Annelie Sachs: Freuds Auffassungen zur Angst unter dem besonderen Aspekt von Auswirkungen einer Traumatisierung (1998) auf traumatherapie.de. Abgerufen am 15. April 2012.
  2. Ueber Das Trauma der Geburt (Memento vom 4. September 2013 im Internet Archive) auf ottorank.com. Abgerufen am 15. April 2012.
  3. J. Fahrenberg, Ch. Klein, M. Peper: Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung − Begleittext zur Vorlesung (pdf; 1,3 MB). Abgerufen am 15. April 2012.
  4. John F. Crosby: Theories of Anxiety: A Theoretical Perspective (1976). American Journal of Psychoanalysis, 36:237–248. Abgerufen am 15. April 2012.
  5. Inflation: die Urangst der Deutschen auf ard.de. Abgerufen am 15. Mai 2016.
  6. Rainer Zitelmann: Die Urangst der Schmächtigen vor den Muskelbergen. 15. August 1996 in: Die Welt online. Abgerufen am 15. April 2012.