Vaccine Adverse Event Reporting System

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Das Vaccine Adverse Event Reporting System (VAERS, deutsch Meldesystem für Impfstoffnebenwirkungen) ist ein Meldesystem für Verdachtsfälle unerwünschter Wirkungen von Impfstoffen in den USA.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das VAERS wird gemeinschaftlich seit 1990 von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und der Food and Drug Administration (FDA) betrieben.[1] Es entstand aufgrund des National Childhood Vaccine Injury Acts (NCVIA) von 1986. Sie versteht sich als ein „nationales Frühwarnsystem zur Erkennung möglicher Sicherheitsprobleme bei in den USA zugelassenen Impfstoffen“.[2] In der Datenbank werden die Verdachtsfälle gemäß MedDRA klassifiziert. VAERS enthielt 2014 mehr als 200.000 Berichte.[3] Lediglich schwerwiegende unerwünschte Ereignisse werden überprüft.[4]

VAERS ist ein wichtiges Frühwarnsystem bei neuen oder neu zugelassenen Impfstoffen.[5] So wurden via VAERS gefährliche Invaginationen nach Gabe des Rotavirusimpfstoff RotaShield bemerkt, woraufhin der Impfstoff vom Markt genommen wurde.[5]

Limitation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VAERS alleine kann nicht verwendet werden, um zu bestimmen, ob eine potentielle Nebenwirkung selten oder häufig auftritt. Die Datenbank umfasst ungeprüfte Arzt- und Patientenberichte über mögliche Nebenwirkungen, die jede Person eintragen kann.[1] Diese Berichte können daher auch ungenau oder falsch sein. Ob ein Ereignis tatsächlich kausal mit dem Impfstoff zusammenhängt, anstatt nur damit zu korrelieren, kann erst durch eine Analyse von Experten bestimmt werden.[5] Daher können mittels VAERS lediglich Hypothesen zur Impfstoffsicherheit generiert werden.

Eine Studie fand 2006, dass Berichte über mögliche Nebenwirkungen von Thiomersal und Berichte über Fälle von Überdosierung, Autismus und Neuropathie überwiegend von Anwälten im Zusammenhang mit Gerichtsverfahren in die Datenbank eingestellt worden seien.[6] Dadurch würde die Datenbank manipuliert.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • E. J. Woo, R. Ball, D. R. Burwen, M. M. Braun: Effects of stratification on data mining in the US Vaccine Adverse Event Reporting System (VAERS). In: Drug Safety. Band 31, Nummer 8, 2008, ISSN 0114-5916, S. 667–674, PMID 18636785.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eva Wirtz: Nein, eine Studie zeigte nicht innerhalb eines Monats 35.570 Impfschäden durch Masernimpfungen. In: Correctiv. 10. Dezember 2019, abgerufen am 15. Januar 2020 (deutsch).
  2. VAERS - About Us. 17. September 2019, abgerufen am 15. Januar 2020.
  3. Cui Tao et al.: Linked vaccine adverse event data from VAERS for biomedical data analysis and longitudinal studies. In: BioData Mining. Band 7, 2014, S. 36, doi:10.1186/s13040-014-0036-y, PMID 25699091, PMC 4333877 (freier Volltext).
  4. Eva Wirtz: Nein, eine Studie zeigte nicht innerhalb eines Monats 35.570 Impfschäden durch Masernimpfungen. In: correctiv. 10. Dezember 2019, abgerufen am 4. März 2020.
  5. a b c Jonathan Jarry: Don’t Fall for the ‘VAERS Scare’ Tactic. McGill University, 18. Juni 2021, abgerufen am 24. Juni 2021 (englisch).
  6. Michael J. Goodman und James Nordin: Vaccine adverse event reporting system reporting source: a possible source of bias in longitudinal studies. In: Pediatrics. Band 117, Nr. 2, Februar 2006, S. 387–390, doi:10.1542/peds.2004-2687, PMID 16452357.
  7. Offit PA (2008). Autism's False Prophets: Bad Science, Risky Medicine, and the Search for a Cure. New York: Columbia University Press. ISBN 978-0-231-14636-4.