Vatuvou

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Vatuvou
Ufer des Maubarasees
Der Suco Vatuvou liegt im Nordosten des Verwaltungsamts Maubara.
Daten
Fläche 51,89 km²[1]
Einwohnerzahl 4.226 (2015)[1]
Chefe de Suco António Martins
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Bouraevei 237
Gariana 515
Lebucailiti 340
Lissa-Ico 360
Lissalara 240
Manuquibia 242
Mau-Ubu 64
Raeme 476
Samanaru 50
Vatu-Nau 1.702
Samanaru (Nord) (Osttimor)
Samanaru (Nord)
Samanaru (Nord)
Koordinaten: 8° 36′ S, 125° 14′ O

Vatuvou ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Maubara (Gemeinde Liquiçá).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vatuvou
Orte Position[2] Höhe
Bouraevei 8° 39′ S, 125° 14′ O 652 m
Gariana 8° 40′ S, 125° 18′ O 739 m
Hataulete 8° 38′ S, 125° 18′ O 331 m
Hatunau 8° 39′ S, 125° 17′ O 621 m
Katnaulete 8° 37′ S, 125° 18′ O 331 m
Lauelau 8° 39′ S, 125° 18′ O 774 m
Lebulema 8° 38′ S, 125° 14′ O 540 m
Lissalara 8° 39′ S, 125° 14′ O 633 m
Melabua 8° 40′ S, 125° 14′ O 652 m
Raeme (Nord) 8° 36′ S, 125° 16′ O 54 m
Raeme (Süd) 8° 38′ S, 125° 16′ O 599 m
Samanaru (Nord) 8° 36′ S, 125° 14′ O 15 m
Samanaru (Ost) 8° 38′ S, 125° 15′ O 484 m
Samanaru (Süd) 8° 39′ S, 125° 14′ O 611 m
Tolema 8° 37′ S, 125° 17′ O 174 m
Vatu-Nau 8° 36′ S, 125° 17′ O 86 m
Vitanau 8° 38′ S, 125° 18′ O 681 m

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Vatuvou eine Fläche von 53,24 km².[3] Nun sind es 51,89 km².[1] Der Suco liegt im Nordosten des Verwaltungsamts Maubara. Westlich befinden sich die Sucos Vaviquinia und Maubaralissa und südlich der Suco Lissadila. Im Osten und Südosten grenzt Vatuvou an das Verwaltungsamt Liquiçá mit seinen Sucos Dato, Hatuquessi und Leotala. Im Norden liegt die Sawusee. Im Südosten entspringt im Grenzgebiet zu Hatuquessi der Fluss Manobira. Er folgt der Grenze nach Süden und ist damit der einzige Fluss des Sucos, der zum System des Lóis gehört. Alle anderen Flüsse in Vatuvou fließen nach Norden in die Sawusee. Dies sind der Palua, der Malukai und der Palapu.[4] Westlich des Palua liegt nah der Küste der salzige Maubarasee. Der etwa acht Hektar große See gilt als wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl von Vogelarten. Besonders interessant ist die schwarze Timortaube, die man hier regelmäßig im Wald am Rand des Sees und in den bis zu 500 m hohen herumliegenden Hügeln beobachten kann.[5] Ein Gebiet von 2000 Hektar um den See mit tropischen Trockenwäldern ist eine Important Bird Area.[6][7]

Zwischen Maubarasee und Palua liegt das Dorf Raeme, durch das auch die nördliche Küstenstraße führt, eine der wichtigsten Verkehrswege des Landes. An ihr liegen im Westen auch der Ort Samanaru (Samanaro) und im Osten die Ortschaft Vatu-Nau (Vatunao). Zwischen den Flüssen Malukai und Palapu liegt das Dorf Tolema, östlich des Palapu die Dörfer Hataulete, Katnaulete und Vitanau. Westlich des Palua befindet sich nah dem Zentrum ein weiteres Dorf namens Samanaru und weiter östlich ein weiterer Ort namens Raeme und das Dorf Hatunau. Im Südosten Vatuvous liegen außerdem die Dörfer Lauelau (Lauclau), Gariana und das zum Teil in Leotala liegende Leva und im Südwesten die Orte Lebulema, ein drittes Samanaru, Lissalara (Lisalara), Bouraevei (Bourawe, Bourawei) und Melabua. Grundschulen gibt es in Gariana, Samanaru (Nord) und Lissalara.[8]

Im Suco befinden sich die zehn Aldeias Bouraevei, Gariana, Lebucailiti, Lissa-Ico, Lissalara, Manuquibia, Mau-Ubu, Raeme, Samanaru und Vatu-Nau.[9]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Suco leben 4.226 Einwohner (2015), davon sind 2.168 Männer und 2.058 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 81,4 Einwohner/km². Im Suco gibt es 697 Haushalte.[1] Über 89 % der Einwohner geben Tokodede als ihre Muttersprache an. Über 9 % sprechen Tetum Prasa und Minderheiten Adabe, Kemak oder Mambai.[10]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 versuchten pro-indonesische Milizen (Wanra) die Stimmung vor dem Unabhängigkeitsreferendum am 30. August mit Gewalt zu beeinflussen. Am 15. Februar griff die Miliz Besi Merah Putih (BMP) Vatuvou und Guiço an. Vatuvou wurde zu einer Geisterstadt. Die Einwohner flohen nach Sare (Gemeinde Ermera). Allein dort versammelten sich bis zu 6.000 Flüchtlinge und blieben bis zum eintreffen der INTERFET im September 1999. Fast 2.700 Flüchtlinge aus Vatuvou und Maubara versammelten sich im März in Gariana, 375 bei den Karmeliternonnen in Lissadila.[11]

Die sterblichen Überreste von etwa einem Dutzend Opfer des Kirchenmassakers von Liquiçá wurden 1999 von australischen Marinetauchern aus dem Maubarasee geborgen. Mitglieder von pro-indonesischen Milizen und vom indonesischen Militär hatten die Leichen im See versenkt.[12]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Paulo de Jesus Afonso zum Chefe de Suco gewählt.[13] Bei den Wahlen 2009 gewann António Martins.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vatuvou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  3. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  4. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  5. Tuismo Timor-Leste
  6. Birdlife International
  7. UNHCR: Report of the International Commission of Inquiry on East Timor
  8. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 486 kB)
  9. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)
  10. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Vatuvou (tetum; PDF; 8,2 MB)
  11. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  12. Gender-Selective Atrocities in East Timor (4)
  13. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  14. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google