Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr

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Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V.
(VdRBw)
VdRBw-Wappen
Zweck: Zusammenschluss von Reservisten aller Dienstgrade der Bundeswehr, aktiven Soldaten und fördernden Mitgliedern
Vorsitz: Oswin Veith
Gründungsdatum: 22. Januar 1960
Mitgliederzahl: 115.613 (31. Dezember 2013)
Sitz: Berlin
Website: www.reservistenverband.de

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. (VdRBw) wurde 1960 gegründet. Er hatte im Sommer 2016 rund 110.000 Mitglieder[1]. Er führt als Beliehener des Deutschen Bundestages in dessen Auftrag die beorderungsunabhängige, freiwillige Reservistenarbeit für alle Reservisten der Bundeswehr durch. Diese erstreckt sich auf die Aktionsfelder sicherheitspolitische Arbeit, militärische Ausbildung, Unterstützungsleistung für die Bundeswehr und Öffentlichkeitsarbeit.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der überparteiliche Verband vertritt die freiheitliche demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und erfüllt einen parlamentarischen Auftrag. Im Mittelpunkt stehen die Mittlerrolle zwischen Bundeswehr und Gesellschaft, deren sicherheitspolitische Bewusstseinsbildung und die Aus- und Weiterbildung militärischer Fähigkeiten.

Neben der klassischen Reservistenarbeit wie Ausbildung, Märschen, Schießübungen und sicherheitspolitischer Information (und auch Stammtischabenden) arbeitet der Reservistenverband auch in übernationalen Verbänden wie Confédération Interalliée des Officiers de Réserve (CIOR), Conféderation Interalliée des Officiers Mèdicaux de Réserve (CIOMR), Confédération Interalliée des Sous-Officiers de Réserve (CISOR) und Gaminger Initiative mit. Ferner unterstützt er mit seinen Mitteln den Bundesverband Sicherheitspolitik an Hochschulen (BSH) bei der Förderung akademischer Sicherheitspolitik.

Zusammen mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. unterstützt der VdRBw die Pflege von mehr als 830 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten durch personelle Unterstützung als auch durch die Abhaltung von Spendensammlungen.

Seit Dezember 2010 versucht der Verband über das Netzwerk "Psycho-Soziale Kameradenhilfe" Reservisten und Angehörigen, die unter einsatzbedingten psychischen Schädigungen einschließlich posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS) leiden, Unterstützung zu geben.[2]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder sind neben Reservisten der Bundeswehr (ordentliche Mitglieder) auch aktive Soldaten (außerordentliche Mitglieder) und Personen ohne Wehrdienst in der Bundeswehr (fördernde Mitglieder). Der Jahresbeitrag beträgt 30 Euro und beinhaltet den monatlichen Bezug der Verbandszeitschrift „Loyal“, die in einer Auflage von 128.000 Exemplaren erscheint.

Der Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr e. V. ist ein rechtsfähiger Verein, eingetragen unter der Registernummer VR 35038 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg. Vereinssitz ist Berlin[3]. Er hatte 2016 insgesamt 225 hauptamtliche Mitarbeiter, davon 223 tariflich Beschäftigte[4] (Vergütung und Sozialleistungen nach den Bestimmungen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst Bund).

Der Verband gliedert sich vertikal in Bundesverband, Landesgruppen, Bezirksgruppen (nur in Bayern und Nordrhein-Westfalen), Kreisgruppen und Reservistenkameradschaften (RK). Für die Förderung und Weiterbildung in besonderen Fachgebieten und Dienstgradgruppen bestehen zudem Reservistenarbeitsgemeinschaften (RAG) und Arbeitskreise (AK).

Die über 3.000 Reservistenkameradschaften und RAG/AK, darunter auch 20 Reservistenmusikzüge, sind flächendeckend über Deutschland verteilt und bilden die Basisorganisation des Vereinslebens und für die kameradschaftliche Betreuung der Reserve. Die hauptamtlichen Mitarbeiter unterstützen in über 100 Geschäftsstellen die Arbeit der ehrenamtlichen Mandats- und Funktionsträger. Slogans wie „Kameradschaft kann man nicht kaufen“, „Reservisten sind bereit“, „Mit Reserven stärker“, „Eine Reservistenkameradschaft auch in deiner Nähe“, „Tu was für dein Land“ oder aktuell "Wir sind die Reserve" sollen das Selbstverständnis und Funktionsprinzip des Reservistenverbandes verdeutlichen.

Nach dem Rücktritt von Präsident Roderich Kiesewetter am 28. Juni 2016 wurde am 20. August 2016 der bisherige Stellvertreter des Präsidenten Oswin Veith zum neuen Präsidenten gewählt.[5]

Der Verband hat seit Ende 2015 seinen vereinsrechtlichen Sitz in Berlin, während sich die Bundesgeschäftsstelle weiterhin am Gründungsort des Reservistenverbandes in Bonn befindet.

Medienpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Reservistenverband vergibt seit 1993 in unregelmäßigen Abständen den Medienpreis Goldener Igel für außergewöhnliche Arbeiten in den Medien zu einem Thema rund um die Bundeswehr oder die Reservisten in Deutschland. Der Preis ist gegenwärtig mit einem Preisgeld von insgesamt 6.000 Euro dotiert und wird in den drei Kategorien Print, Online und Hörfunk/Fernsehen ausgelobt.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband erhält für seine Arbeit jährlich einen 2stelligen Millionenbetrag aus dem Einzelplan 14 (Titel 685 01) des Bundeshaushalts. Dort wird außerdem als "Haushaltsvermerk" festgehalten, dass dem Verband folgende Leistungen gewährt werden[4]

  • Unentgeltliche Überlassung von Büroräumen mit Einrichtungsgegenständen für die Unterbringung von Geschäftsstellen in Bundeswehrliegenschaften. Kostenbeiträge für Reinigung, Heizung, Wasser- und Stromverbrauch werden nicht erhoben. 
  • Unentgeltliche Mitbenutzung von Bundeswehranlagen im Rahmen auftragsbezogener Veranstaltungen des VdRBw. 
  • Unentgeltliche Inanspruchnahme freier Unterkünfte in Liegenschaften der Bundeswehr für hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verbandes anlässlich der Durchführung von Dienstreisen. 
  • Bezuschussung der Verbandszeitschrift "loyal" zur unentgeltlichen Abgabe an alle Verbandsmitglieder. 

Durch den Bundeshaushalt 2017 werden 100 % der Personal- und Verwaltungsausgaben sowie Investitionen in Höhe von insgesamt 17,5 Millionen Euro (Soll) übernommen. Der Ansatz für 2016 sah 17,8 Mio. Euro (Soll) vor, für 2015 lag die Summe bei 15,7 Mio Euro (Ist).

Militärmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reservistenmusikzüge in der Bundesrepublik Deutschland

Auch der Verband fördert die Militärmusik und musikalische Unterhaltung in Deutschland. Aktuell gibt es 21 Reservistenmusikzüge.[6]

Liste der Reservistenmusikzüge:

  • RMZ Allgäu
  • RMZ Bodensee-Nordschwaben
  • RMZ Berlin
  • RMZ Fulda
  • RMZ Hamburg
  • RMZ Hessen
  • RMZ Idar-Oberstein
  • RMZ Lüneburg
  • RMZ Niederrhein
  • RMZ Niedersachsen
  • RMZ Nordbaden
  • RMZ Nordschaben
  • RMZ Oberbaden
  • RMZ Oberpfalz
  • RMZ Rheinland
  • RMZ Saarland
  • RMZ Sachsen
  • RMZ Schleswig-Holtstein
  • RMZ Trier
  • RMZ Ulm
  • RMZ Weser-Lippe

Verbandspräsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsident Oberst d.R. Oswin Veith, MdB

Liste der Verbandspräsidenten:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.: Pressemitteilung "Oberst d.R. Oswin Veith MdB ist neuer Präsident des Reservistenverbandes". 20. August 2016, abgerufen am 11. Oktober 2017.
  2. Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V.: Kameraden helfen Kameraden. Abgerufen am 3. November 2017.
  3. Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.: Satzung des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. 21. November 2015, abgerufen am 11. Oktober 2017.
  4. a b Bundeshaushaltsplan 2017. Einzelplan 14. Bundesministerium der Finanzen, abgerufen am 31. Oktober 2017.
  5. https://www.reservistenverband.de/php/evewa2.php?menu=0110&newsid=35255
  6. Liste der Reservistenmusikzüge