Vermögenswirksame Leistung

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Die vermögenswirksame Leistung (VL) ist eine über die Gewährung einer Sparzulage staatlich geförderte Sparform in Deutschland. Oftmals gewährt der Arbeitgeber auf Grundlage eines Tarifvertrags, einer Betriebsvereinbarung oder des Arbeitsvertrages eine vereinbarte Geldleistung. Gesetzliche Grundlage ist das Fünfte Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG).

Die vermögenswirksame Leistung wird direkt vom Arbeitgeber auf das vom Arbeitnehmer benannte Anlagekonto überwiesen. Je nach Vertrag kann der Arbeitnehmer die Zahlung des Arbeitgebers durch Eigenleistung aufstocken.

Die staatliche Unterstützung für die Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand begann mit dem 312-Mark-Gesetz (1. VermBG), das später zum 624-Mark-Gesetz (2. VermBG) und ab 1983 zum 936-Mark-Gesetz (4. VermBG) umgestaltet wurde. Ziel des Gesetzes ist die Förderung der Vermögensbildung von Arbeitnehmern.

Nach dem 5. VermBG (1990) wird die vermögenswirksame Leistung je nach Durchführungsweg mit einer Arbeitnehmersparzulage (ANSpZ) vom Staat gefördert. Die förderfähigen Durchführungswege sind vom 5. VermBG vorgegeben und unterscheiden sich hinsichtlich der vorgegebenen Sperrzeit, des maximal geförderten Anlagebetrags, des Sparzulagesatzes und der Einkommensobergrenzen der Sparzulageförderung.

Durchführungswege[Bearbeiten]

Folgende Durchführungswege können unterschieden werden:

  • Betriebliche Sparformen (z. B. Aktienfonds oder Mitarbeiterkapitalbeteiligung): Die Sperrfrist beträgt hier sechs Jahre. Gefördert wird eine VL-Anlage von maximal 400 EUR pro Jahr mit einmalig 20 %, sofern der Anleger bei Begründung der Anlage ein zu versteuerndes Einkommen von nicht mehr als 20.000 EUR (Alleinveranlagung) bzw. 40.000 EUR (bei Eheleuten) aufweist.
  • Bausparen: Die Sperrfrist beträgt hier sieben Jahre. Gefördert wird eine VL-Anlage von maximal 470 EUR pro Jahr mit einmalig 9 %, sofern der Anleger bei Begründung der Anlage ein zu versteuerndes Einkommen von nicht mehr als 17.900 EUR (Alleinveranlagung) bzw. 35.800 EUR (bei Eheleuten) aufweist.
  • Sparverträge oder Altersvorsorgeleistungen: Diese Sparformen unterliegen keinerlei Beschränkung hinsichtlich Sperrfrist oder Einkommenshöhe des Anlegers, ermöglichen aber auch keine Förderung im Rahmen der Gewährung einer Sparzulage.

Steuerrechtliche Einordnung[Bearbeiten]

Vermögenswirksame Leistungen sind arbeitsrechtlich Bestandteil des Lohns oder Gehalts. Sie gehören zu den steuerpflichtigen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit und sind Einkommen, Verdienst oder Entgelt (Arbeitsentgelt) im Sinne der Sozialversicherung und des Dritten Buches Sozialgesetzbuch.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]