Via Dolorosa

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Passionsspiel in der Via Dolorosa mit Presseaufgebot, 2005

Die Via Dolorosa (lat. Der schmerzhafte Weg, Leidensweg; arabisch طريق الآلام tariq al-alam) ist ein nach dem Leidensweg Jesu von Nazaret benannter Prozessionsweg in Jerusalem. Er führt über mehrere Straßen an 14 Stationen entlang, von einem der zwei denkbaren Amtssitze des Pilatus, der Antoniafestung, durch die Altstadt, von den spärlichen Überresten der Antonia westlich vom Löwen- oder Stephanstor bis hin zur Grabeskirche, die an jenem Ort steht, wo Jesus ins Grab gelegt worden sein soll. Die Via Dolorosa verläuft heute entlang mehrerer Altstadtstraßen: im östlichen Teil entlang der Löwentorstraße; anschließend über die Al-Wad-Straße, die vom Damaskustor zur Klagemauer und zum Dungtor führt; schließlich in ihrem westlichen Teil durch verwinkelte Gässchen, teilweise in Form einer Treppengasse, teilweise mit Bogengängen überdeckt.

Die Via Dolorosa ist ein katholischer Prozessionsweg, der aber auch von anderen Christen begangen wird. Sämtliche Kirchen und Kapellen, die die ersten neun Stationen markieren, sind katholisch und gehören entweder der römisch-katholischen oder einer der mit Rom unierten Kirchen an. Der Verlauf der Via Dolorosa, die Anzahl und die Lokalisierung der Stationen hat im Lauf der Geschichte stark variiert.

Christliche Bedeutung[Bearbeiten]

Nach der Überlieferung ist die Via Dolorosa jene Straße, die zur Zeit des Todes Jesu vom Amtssitz des römischen Statthalters Pontius Pilatus zur Hinrichtungsstätte am Hügel Golgota führte. Allerdings sind diese Orte historisch nicht eindeutig bestimmbar. Diesen Weg musste Jesus vor seiner Kreuzigung zurücklegen, wobei er auf einem Großteil der Strecke das Kreuz selbst tragen musste. Daher ist die Straße heute als Kreuzweg ausgestaltet. Von den 14 Stationen des Kreuzweges befinden sich aber nur acht auf der Via Dolorosa selbst. Die neunte befindet sich auf dem Dach der Grabeskirche, die letzten fünf darin. Da sich sowohl der Straßenverlauf als auch das Niveau der Stadt über die letzten 2000 Jahre stark verändert haben, muss dieser Weg mehr als Verbindung von Gedenkstätten als eine Wanderung in Jesu Fußstapfen gesehen werden.

Lage der Kreuzwegstationen[Bearbeiten]

Dieser Kreuzweg wird von den Franziskanern in einer täglichen Prozession ab 15:00 Uhr, während der Sommerzeit um 16:00 Uhr (da die Sommerzeit in der Grabeskirche nicht gilt), gebetet. Die Stationen I. und X. sind außer zu diesem Zeitpunkt nicht öffentlich zugänglich. Der Auferstehung wird in einer zusätzlichen 15. Station gedacht.

  • I. Hof der muslimischen Mädchenschule Omariya an der Stelle, wo sich früher die römische Festung Antonia befand
  • II. Franziskanerkapelle der Verurteilung und Kapelle der Geißelung
  • III. Ehem. polnische Kapelle beim armenisch-katholischen Patriarchat gegenüber dem Österreichischen Hospiz
  • IV. Armenisch-katholische Kirche unmittelbar neben der 3. Station in der Al-Wad-Straße
  • V. Oratorium der Franziskaner an der Kreuzung Al-Wad-Straße/Via dolorosa
  • VI. Französische Veronikakirche und Kloster der kleinen Schwestern Jesu in der Via Dolorosa
  • VII. Kapelle der Franziskaner an der Kreuzung Via dolorosa/Suuq Khan ez-Zeit
  • VIII. Markierungskreuz in der Wand des griechischen Klosters an der Rückseite der Grabeskirche in der El-Khanqa-Straße
  • IX. Dach der Grabeskirche, vorbei am koptischen Patriarchat
  • X. Frankenkapelle (Kapelle der Kleiderverteilung) neben dem rechten, zugemauerten Eingang zur Grabeskirche
  • XI. Römisch-katholische Kapelle neben der Kreuzigungsstelle auf Golgotha in der Grabeskirche
  • XII. Ein Loch unter dem griechisch-orthodoxen Altar bezeichnet die Stelle, in der das Kreuz Jesu stand
  • XIII. Das Stabat mater-Standbild zwischen 11. und 12. Station (nicht, wie oft fälschlicherweise behauptet, der Salbungsstein im Eingangsbereich der Grabeskirche)
  • XIV. Das Heilige Grab in der Grabeskirche

Bauwerke[Bearbeiten]

Orthodoxe Karfreitagsprozession in der Via Dolorosa

Heute befinden sich unter anderen folgende Bauwerke entlang der Via Dolorosa (von Ost nach West):

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Via Dolorosa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien